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Sonntag den 28. Januar
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Gießener Anzeiger
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* Politische Wochenschau.
Gießen, den 27. Januar 1900.
Während es noch am Donnerstag früh hieß, die Einbringung der Flottenvorlage im Reichstag werde sich verzögern, weil die rechnerischen Prüfungen im Bundesrat nicht so schnell beendigt werden könnten, lag der Gesetzentwurf bereits am Donnerstagabend dem Reichstage vor. Der Bundesrat hatte also mit Hochdruck gearbeitet, um der vielleicht noch herrschenden Ungewißheit über den Inhalt der Vorlage ein Ende zu bereiten. Aber, offen gesagt, Ueberraschungen hat die Veröffentlichung nicht gebracht, der Hauptinhalt war bereits bekannt. Die Vorlage schließt sich eng an das Flottengesetz vom Jahre 1898 an und soll innerhalb 16 Jahren zur Durchführung gelangen. Es ist sehr wahrscheinlich daß der Reichstag bald mit der Beratung beginnt, und wir werden deshalb voraussichtlich in kurzer Zeit in eine recht erregte Periode der Session eintreten, da ja das Flottengesetz als der Hauptverhandlungsgegenstand anzusehen ist, von dem vielleicht Sein oder Nichtsein des jetzigen Reichstages abhängt. Aber wenn die Regierung in der Lage ist, bezüglich der Deckungsfrage genügend Garantien zu geben, so wird es wohl nicht allzu schlimm werden, und der Reichstag läßt mit sich reden.
Das politische Interesse drehte sich im Laufe der letzten Woche ausschließlich um die Beratungen der Parlamente
Feuilleton.
Nertiner Arief.
(Plaudereien aus der Kaiserstadt.)
(Nachdruck verboten.)
Neue Ritter und solche, die es nicht geworden. — Berliner Bartstudien. — Die Sandaleugarde.
Unter der mäßigen Schar der Glücklichen, die am diesjährigen Ordensfeste dekoriert sind, befindet sich neben der stattlichen Reihe von Militärs, Würdenträger und Beamten auch ein ganz simpler Dichter, der es im Laufe der Jahre weit genug gebracht hat, denn er schmückt jetzt, das bis dahin öde Knopfloch seines Frackes nicht nur mit einem schönen roten Adler, sondern er wohnt auch schon feit langem in seiner eigenen Villa in der Straße Charlotten- burgs, die nad) einem der wohlschmeckendsten Vögel, dem Fasanen nämlich, benannt ist. Es ist Julius Wolff, der Dichter des „Rattenfängers" und „Wilden Jägers", dereinst in Frankreich die Fahne der 61 er und in Quedlinburg die der 48 er verteidigt hat, bis ihm der freundliche Erfolg seiner liederreichen Epen einen Namen und ein Vermögen schuf. Heuer nun figuriert er als Vertreter des gegenwärtigen Schriftstellertums unter den neu ernannten Rittern und sonnt sich in der Gunst eines spendefröhlichen Schicksals. Unter den Künstlern der Palette ist der Marinemaler Bohrdt der Glückliche gewesen, und auch der Direktor des Zoologischen Gartens, der rührige Dr. Heck, ist nicht leer ausgegangen. Obwohl er nicht mit Stift, Palette oder ^bißel arbeitet: ein Künstler ist er doch auch. Denn wenn es schon eine Kunst ist, mit den Menschen umzugehn, wie viel mehr nicht mit den vierbeinigen Kindern der Wüste, die . ’° prächtiges Gebiß unst eine so originelle Art haben, einem auf die Schulter zu schlagen. —
•r, Qtofj nun aber auch das Heer der Ausgezeichneten tn r f?<.er bte "ichts. bekommen haben, sind doch mehr. Und so liegt man denn in diesen Tagen manches Knopfloch, das
— so weit unsere innere Politik in Frage kommt. Viel Erhebliches ist freilich nicht zu Tage gefördert worden, aber es muß ja auch sauere Wochen geben. Die Erklärungen des Grafen Bülow über die englischen Liebenswürdigkeiten Hingen überdies noch immer nach, und heute, wo die Stimmen aus allen Ländern darüber vorliegen, können wir konstatieren, daß alle Welt — die Mäßigung unserer Regierung anerkennt.
Das Verhalten Englands gegenüber unseren Handelsschiffen hat anscheinend recht abenteuerliche Gerüchte gezeitigt. In Paris will man nämlich wissen, daß England es auf einen Handstreich gegen Madagaskar abgesehen habe, und aus diesem Grunde beabsichtigt angeblich die französische Regierung, Verstärkungen nach Tamatave ab- zusenden. .Hieran ist natürlich kein wahres Wort, wenn auch der „Matin" wiederholentlich für die Richtigkeit jener Meldung eine Lanze bricht, beim England wird sich hüten, auch noch den Zorn Frankreichs auf sich zu laden. Selbst wenn es sich bestätigen sollte, daß die Truppen des General Buller mit der Einnahme des Spion-Kop einen kleinen Erfolg erzielt haben, so bleibt die Lage der Engländer in Südafrika doch immer noch sehr prekär, und nach Ansicht aller Fachmänner wird es ihnen kaum gelingen, der Buren endgiltig Herr zu werden. Aeußerst deprimierend haben in London auch die Nachrichten aus Indien gewirkt über die daselbst herrschende Hungersnot. Wahrlich, England beginnt unter wenig günstigen Zeichen das neue Jahrhundert! —
Dasselbe kann man auch von Oesterreich sagen. Das Kabinet Koerber ist freilich gebildet, aber es muß nun erst zeigen, ob es seiner Aufgabe gewachsen ist. Der in den österreichischen Kohlenrevieren ausgebrochene Aöbeiter- strike ist ebenfalls dazu angethan, die innere politische Lage, die ja mit der wirtschaftlichen Situation so eng zufammen- hängt, zu erschweren. Es bleibt zu hoffen, daß der Strike nicht noch weitere Gebiete ergreift.
Aus Spanien kommt die Kunde, daß anläßlich des Geburtstages des jungen Königs die Verurteilten von Mont- juich begnadigt worden sjnd. Dieser Gnadenakt ist immerhin bedeutsam und geeignet, zur Wiederherstellung des sozialen Friedens einiges beizutragen.
Die Chinesen haben in letzter Woche einen neuen Kaiser erhalten, wie uns der Draht aus Ostasien berichtete. Ob nun freilich der Sohn des Himmels Kwangfu oder Put- Sing heißt, vorläufig hat die Kaiserin-Witwe das Heft in den Händen, und sie versteht ihrem Willen Geltung zu verschaffen. Inwieweit mit dem Thronwechsel der Zivilisation ein Dienst geleistet worden ist, kann sich also erst zeigen, wenn der jetzt neun Jahre alte Kaiser die Regierung selbstständig führt.
Mat« rm- VrooinMe».
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte», werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gieße», den 27. Januar 1900.
** GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 36 Jahrm, ent 26. Januar 1864, starb zu Llnz a. d. D. der Dichter Adalbert Stifter. In seinen „Studien" bietet er meisterhafte Landschaft-- und Seelengemälde, welche den tiefsinnigen Zusammenhang zwischen der Gemülswelt irnb der Natur dagegen. Dieselbe Schilderung. deS Natur- und Menschenlebens enthalten sein „Nachsommer" und ferne „Bunten Steine". Er wurde am 23. Oktober 1806 zu Obeiplan in Böhmen geboren.
— Vor 137 Jahren, am 29. Januar 1763, wurde zu Poserna bet Weißenfels der Dichter Johann Gottfried Seume geboren. In seinen innerlich kernbaften, aber formell rauhen Produkt o- en spiegelt sich seine harte Lebensschule wieder. Von zahlreichen Wanderungen hat er unS zwei trefflich dargestellt: „Spaziergang nach Syrakus" und „Mein Sommer". Seume starb am 13. Juni 1810 in Teplitz.
•• Aus dem Gerichtsdieust. Durch Entschließung Groß- herzoglichen Ministeriums der Justiz wurde der Gerichtsassessor Pfeiffer in Langen mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Großh. Amtsgericht Fürth beauftragt.
** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am 25. Januar sprach vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft Herr Joachim Gras von Pfeil über das Volk der Buren. Dieser bekannte Reisende, dem wir zugleich mit Dr. Peter« und Jühlcke die Begründung unserer Afrikanischen Kolonie verdanken, und der seitdem in Neuguinea, Indien, Java, Deutschsüdwestafrika und Marokko thätig war, hat bereits in sehr jungen Jahren, 1873 Südafrika betreten und dort bis 1883 gelebt, übrigens das Land auch 1892 wieder besucht. Aus den auf diesen Reisen gesammelten Erfahrungen heraus schilderte er nun zunächst die Eigenart, Sitten und Gebräuche der Buren, die Entwicklung ihrer Eigenschaften durch Boden und Klima Südafrika's, die Erziehung der jungen Buren zur Selbständigkeit, ihre Frömmigkeit, die Neigung Gesetze zu beobachten und gegebenenfalls auch wieder zu übertreten, ihr feines, aber einseitiges Nechts- gefühl, ihre Mißachtung der Europäer, die eigentümlichen Gebräuche bei der Verlobung, den Hergang bei einem „Trek" u. a, m. Er rühmte ihre hervorragenden latenten Eigenschaften, die zu großen Hoffnungen berechtigten, sparte aber im übrigen des Schattens nickst, was um so berechtigter war, als die zur Zeit in Deutschland übliche rosige Auffassung von den Buren, ihren körperlichen und geistigen
in seiner chronischen Leere fast noch länger erscheint, als das enttäuchte Gesicht des armen Staatsbürgers mit den vergessenen Verdiensten und manch einer knöpft den lieber- zieher trotz der augenblicklich milden Luft sorgfältig bis an den Hals hinauf zu, der unter anderen Umständen mit jugendlichem Leichtsinn „weit offen" unter den Linden flaniert wäre und sich womöglich an die Kranzler-Ecke gesetzt hätte, um deut Neid' der, armen Teufel zu erwecken,.'die weder Glück noch Stern noch Kreuz aufzuweisen haben.
Auch die Bärte haben unter den Enttäuschungen hier und dort zu leiden. Ich sah melancholisch herunterhängende Schnurrbart - Spitzen, die vor wenigen Tagen noch kühn emporgestrebt hatten. Es ist eben nicht erreicht! Für dieses Jahr wenigstens nicht! Weshalb soll ein loyaler Schnurrbart da nicht mittrauern? In Barttrachten wird übrigens wieder das Menschenmöglichste geleistet. Nur der wilde Urwald, der bis auf die Magengegend herunterreicht, und allerhand Phantasieen und Träume von unentdeckten Ländern mit einer blutgierigen Fauna weckt, ist so ziemlich verschwunden. Aber die Rokkoko-Mode, die einst die Bäume und Hecken in toller Laune zu allerhand lustigen und langweiligen Figuren schnitt, ist in die Rasierstuben eingezogen, und so begegnet man mitunter Gesichtern, die entweder auf jeder Backe einen schönen Viertelmond oder ein fideles Fragezeichen in Haaren aufzuweisen haben; auch kongruente Dreiecke lassen sich nachweisen, der Schnurrbarthypotheken über die Mundwinkel hinaus gar nicht zu gedenken. Der Schnurrbart muß natürlich, wenn einer schneidig erscheinen will, stolz nach oben streben und ich bin nicht im Zweifel, daß mancher brave Jüngling deshalb morgens jetzt eine halbe Stunde früher aufsteht, um sich die geliebte Bartbinde lange genug umlegen zu können, es soll sogar arme Kerle mit obstinat nach unten hängenden Bartspitzen geben, die nicht anders können, als sich' schon abends mit der Bartbinde unter der Nase ins Bett zu legen! Muß einem das nicht Bewunderung abnötigen? —
Wieviel achtungswerter als diese törichten Modenarren erscheinen da nicht die Vertreter der naturgemäßen Lebens-
I weise, die neben der Verfechtung der vegetarischen Kost auch die Einführung der sogenannten Normalkleidnng durchsetzen wollen und dem bösen, drückenden, die Ausdünstung hindernden Stiefel vor allen Dingen den xirieg erklärt haben. Vor etlichen Tagen, mitten im patschigsten Thauwetter, unternahmen sie, 40 bis 50 an der Zahl, einen Propaganda-Marsch in Sandalen durch Friedrichstraße, Leipzigerstraße, Linden ?c. und ließen sich durch den üppigen Regen von Ulkworten nicht im Geringsten aus der Fassung bringen. Ja, sie behaupteten sogar, in größerer Kälte noch viel angenehmer zu marschieren, da die bloßen Füße in der Frostluft immer erfreulicher warm würden. Wegen der fehlenden Kälte hatten denn auch einige von ihnen vorsichtshalber Strümpfe angezogen. Wenigstens meinte das einer der Berliner Schusterjungen, der allerdings in Anbetracht der eigenen Zukunft ein wenig bissig gestimmt schien. A. R.
Humoristisches.
* vorsichtige Grobheit. „Das ist wohl Ihr reizendes Töchterchen, das dort am Klavier sitzt?" — „Nee, kenne das Fräulein gar nicht!" — „Na, dann könnte die Gans doch endlich aufhörenl"
• G ast: „Ich möchte Hering mit Kartoffeln." — Kellnerin: „Woher wissen Sie denn, daß es welchen gibt? Er steht doch gar nicht auf der Speisekarte." — Gast: „Nein, aber ich rieche es an der Serviette."
* „Woher haben Sie die Risse im Gesicht, Einjähriger?" — „Habe auf Mensur gestanden, Herr Feldwebel." — „Na, wenn Sie sich mal wieder drauf stellen, so sehn Sie sich das Ding erst genau an, ob es auch fest ist."
* Achtzehnjähriger Fürst (bei der Audienz zum 50jährigen Bittsteller): „Seien Sie meines väterlichen Wohlwollens versichert!"
* Besuch (Radfahrer, der eine sehr langweilige Geschichte erzählt): „Die Geschichte scheint Sie nicht sonderlich zu interessieren! — Soll ich weiter erzählen?" — Hausherr: „Fahren Sie fort!"
* „Sind Sie auch für Gleichstellung der Frau mit dem Mann?" — Pantoffelheld: „Ach ja!!"
* „Gnädiges Fräulein, spielen Sie Klavier?" — „Nein. — „Gnädiges Fräulein sind ein Engel auch ohne Flügel."
(„Münchener Jugend. )


