Ausgabe 
27.11.1900 Erstes Blatt
 
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London, 26. November. Aus Maseru wird gemeldet

die

Es

von einem Obecde^mlen der Eisrnbahndueknon Frankfurt verfaßt, enthalten. Nach dieser trifft die Schuld an dem schweren Unfälle weder den Blockwärter noch das Personal des v-ZugeS 42; es wird erklärt, daß eine Verkettung unglücklicher Umstände, wie der dichte Nebel, die Ver- 'spätung des v-Zuges, das in bester Absicht erfolgte Zu« rücksetzen des Zuges hinter das vorher überfahrene Signal und die Entzündung des Gases zusammengewirkt haben und weder einem Bediensteten noch der Verwaltung die Verantwortung für den furchtbaren Unfall zuzusckreiben sei. Der Beanstandung der Bauart der v-ZugSwagen und der Gasbeleuchtung wird entgegengetreten und zum Schluß bemerkt, daß für Blocksignale die An­bringung von Vorsignalen nicht üblich und durch die Betriebsordnung auch nicht vorgeschrieben sei. Unseres Erachtens gehören bei der jetzigen Fahrgeschindigkeit der Züge Vorsignale sowohl zu EinfahrtS- als auch zu Block­signalen, und es sollen solche, wie verlautet, auch bereits in Aussicht genommen sein. Jedenfalls aber war eg ein Fehler, daß das Blocksignal bei Posten 11 für den v-Zug 42 nicht unmittelbar rechts vor dessen FahrgeleiS, sondern neben dem FahrgeleiS der anderen Zugsrichtuug steht, wie aus der Skizze in Nr. 90 der Vereinszeitung nun klar zu Tage tritt.

Kapstadt, 26. Movember. 2000 Flüchtlinge haben Erlaubnis erhalten, nach Johannesburg zurückzukehren, wurde ihnen nur die Bedingung gestellt, daß sie sich

** Stadttheater. Aus dem Theater-Bureau wird uns geschrieben: Als erste volkstümliche Vorstellung zu kleinen Preisen findet am Dienstag eine Aufführung von Hermann SudermannsHeimat" statt (nichtMein Leopold", wie auf dem Sonntagzettel angczeigt wurde, da keine Musik zu haben ist). Die Eintrittspreise für die volkstümlich en Vorstellung en stellen sich auf Mk. 1 20 für Loge 50 Pfg. für Saal, 30 Pfg. für Gallerie. Diese Vorstellungen finden außer Abonnement statt. Das Gastspiel des bekannten Komikers Carl William Büller beginnt am 29. ds. MtS. mitCirkusleute"; außerdem spielt der beliebte Künstler hier am Freitag noch den Doktor Wespe" und beschließt am Sonntag, 2. De- zember sein Gastspiel mit der PossePech schulze". Das Müller'sche Gastspiel findet dei hohen Preisen statt; Abonne- mentbillets haben mit entsprechender Zuzahlung Giltigkeit.

* Das Regierungsblatt Nr. 75 vom 22. November enthält eine Bekanntmachung, den Nachrichtendienst bei Hochwasser und Eisgang im Großherzogtum Hessen be­treffend.

A Butzbach, 24. November. Ein Rekrut aus Dauern- heim desertiere heute aus hiesiger Garnison. Es gingen sofort einige Mann auf die Suche, ohne daß der Deserteur b:s jetzt gefunden wurde. Alle umliegenden Orte, auch der Heimatsort des Rekruten, wurden abgesucht.

F r i e d b c r g , 23. November. Ein Tertianer unseres Gymnasiums, Namens Lerch, in der Nähe von Hanau zu Hause, erschoß sich gestern abend ans dem Heimwege. Derselbe hatte in der Schule wegen Benutzung unerlaubter Hilfsmittel eine Arreststrafe erhalten. Dadurch geriet der etwa 15jährige Junge, welcher das einzige Kind seiner Eltern sein soll, so in Aufregung, daß er selbst Hand an sich legte. (Darmst. T. Anz.)

D Selters, 24. November. Der bisherige Gemeinde- Einnehmer Jost, früher Kaufmann zu Nidda, legte vor­gerückten Alters sein Amt nieder. Drei hiesige Einwohner haben sich um die Stelle, die demnächst neu besetzt wird, beworben.

A Kaulftoß, 24. November. Gestern wurde unserem Bürgermeister Heinrich Luft dasAllgemeine Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste" durch den Kreisamtmann Bohn vor versammeltem Gemeinderat überreicht. Herr Luft steht im 71. Lebensjahre und versieht sein Amt, das er jetzt 26 Jahre bekleidet, noch zur größten Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde.

- Gießen, 26. November 1900.

* Französische Borträge. Aus Anlaß der offiziellen Feier des Geburtstages des Großherzoglichen Paares wird Herr Lektor Goetschy den für Mittwoch, dem 28. No­vember angekündigten Vortrag erst am 23. Januar 1901 halten.

derselben wurden getötet und der vierte nach Thabanchu ge;andt, um eine Ambulanz zu holen. 500 Burenfrauen Wurden in Thabanchu in Haft genommen, weil sie beschul­digt sind, den Buren Brot geliefert zu haben. Am 21. ds golfen die Buren DewetSdorp von zwei Seiten an, wurden aber zurückgeworfen.

Lisiabon, 26. November. Der deutsche Gesandte über­reichte gestern der Königin von Portugal im Auftrag des deutschen Kaisers die Rettungsmedaille. Wir haben s. Zt. Mitteilung gemacht von der mutigen That der hohen Frau. D. R.)

Neapel, 26. November. Der V e s u v ist seit Samstag in großer ThäUgkeit. Ein ungeheurer Lavastrom fließt m das Thal herab, begleitet von Explosionen, die bis nach Neapel hm gehört und gespürt werden. Sämtliche Fremden, die sich m Rom befinden, sind nach dem Süden gereist, um das großartige Schauspiel zu bewundern.

drät-ri-, 26. November. (Tel.. Meldungen desSiefi. 2Ing.") Die Garnison von Riedfontein Hot 28 Buren gefangen genommen. Johann Uhl en b ran der ist nach Bulawayo abgereist, wo er ein Freiwilligenkorps von 1000 Mann errichten will.

5700 Mark unbar verloren, außerdem einige hundert Mark in Baar. Die 700 Mark seien am folgenden Tage bezahlt worden. In Betreff der 5000 Mark habe v. Kayser versprochen, dem Zeugen Revanche zu geben. Als dies nach einigen Tagen geschehen sollte, und er, Zeuge, un­bar habe setzen wollen, habe von Kayser erklärt, er müsse es ablehnen, unbare Sätze anzunehmen, so lange die 5000 Mark nicht getilgt seien. Weiter erzählt Zeuge, daß Herr v. Kayser ihm einmal 300 Mark schuldig geblieben . sei und sie auch nicht bezahlt, sondern ab­gespielt habe. Der Angeklagte v. Kayser habe ihm auch Tretbriefe" geschrieben, in denen er drohte, ihn, den Zeugen, beim Regimentskommandeur (Zeuge ist Reserve­offizier) anzuzeigen. Auch sein Vater habe ein anonymes Schreiben mit einer Mitteilung über die Spielschuld er­halten. Auf Befragen des Oberstaatsanwalts räumt der Zeuge ein, daß er bis jetzt Noch nichts von den 5000 Mark an v. Kayser gezahlt habe. Innerhalb zweier Jahre habe er gegen 30 000 Mark Schulden gemacht, wovon etwa die Hälfte Spielschulden gewesen seien. Ter folgende Zeuge, früher Vizekonsul Moos, erklärt, daß an einem Spielabend bei Hecht Tr. Kornblum 2500 Mark verloren habe. Wolf habe die Bank gehalten. Ter An­geklagte v. Kayser habe den Eindruck eines besonnenen, kaltblütigen Spielers gemacht. Er, Zeuge, habe den­selben wiederholt kleinere Darlehen gegeben. Einmal habe er an v. Kayser 1500 Mark unbar verloren und dem­selben Wechsel ausgestellt, die später ousgeklagt worden seien. Als die Zwangsvollstreckung unfruchtbar ausge­fallen sei, habe der Angeklagte v. Kayser ihn zum Offen­barungseide treiben wollen, worauf Zeuge in einem Schreiben an v. Kayser darauf hingewiesen habe, daß er ihn in diesem Falle bei seiner Behörde anzeigen und die Öffentlichkeit in Anspruch nehmen werde. Dar­aufhin habe der Angeklagte den gegen den Zeugen bereits erwirkten Haftbefehl zurückgenommen. Zeuge bestreitet unter seinem Eide, daß er zu den Artikeln im Berliner- Tageblatt in irgend welcher Verbindung stehe. Zeuge giebt auf Befragen an, daß Dr. Kornblum sich einmal in abfälliger Weise über die Gründe des Harmlosenklubs geäußert habe. Weiter erzählt Zeuge, daß er sich jetzt völlig vom Spiel zurückgezogen habe; er habe in ein­einhalb Jahren ca. 20000 Mark verloren. Der Ober­staatsanwalt fragt nunmehr den Angeklagten von Kayfer, ob er den Aufenthaltsort des als Falschspieler entlarvten Dr. Schröder kenne. Anegklagter v. Kayser verneint dies. Ter folgende Zeuge, Leutnant der Reserve v. Radeck, kennt den Angeklagten v. Kayser von Jugend auf. Er erzählt, daß in seiner Wohnung dreimal ge­spielt worden sei. An einem dieser Abende habe Linde­mann den großen Verlust an v. Kayser gehabt. Zeuge will gehört haben, daß v. Kayser seine Spielschulden keineswegs prompt reguliere. Er habe selbst einmal eine derartige Erfahrung mit ihm gemacht. Die betreffenden 450 Mark seien noch nicht bezahlt. Angeklagter v. Kayser giebt dies zu; bestreitet aber, daß er versprochen habe, das Geld am folgenden Tage zurückzugeben. Es folgt die Vernehmung mehrerer Zeugen, die ebenfalls die Spiel­abende bei Hecht, im Zentralhotel usw. besucht haben. Sie bekunden, daß der Angeklagte v. Schachtmeyer so lange vorsichttg und niedrig gespielt habe, wie bares Geld gesetzt worden sei und sich erst zu größeren Summen verstiegen habe, wenn utibor gespielt wurde. Einmal I habe v. Kayser 6000 Mark, ein Herr v. Gersdorf 3000 Mark verloren. Tr. Kornblum wird von den Zeugen als ein Mann geschildert, der wenig sympathische ^Eigen­schaften besaß, aber schwerabzuwimmeln" war. Mon­tag vormittag wird die Verhandlung fortgesetzt.

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Wie aus Wien gemeldet wird, haben derN. Fr. Pr." zufolge die Berliner Behörden sich nach dort um Auslieferung v. K r ö ch e r s gewendet, der, wie be­kannt ist, vorher flüchtig wurde. Das Begehren der deutschen Behörden wurde a b g e w i e s e n , da die Teil- I nähme an verbotenem Spiel in Oesterreich-Ungarn nicht I wie in Deutschland Sin Vergehen ist, sondern nur als I Uebertretung angesehen wird, und der deutsch-österreichi- I sche Auslieferungsvertrag sich nid)[t auf Uebertretungen erstreckt.

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Sozialisten ab, H Armee um 100 MiU 112 auf 8 hirabzusetzk "le Tagesordnungen, mbcr. Diedotschastnl'. der aus Livadia gestern vom Sultan in L

Der Saiser vckch 3 Uhr nachmillLzi 80. Nachts föliif dn! 5 toapfuibtn mit) der I )rgtnh welche LvvW 9 Uhr mrtzM V - Md gt ,n hrm Gemahl c mndieneru des Am von seinem ibst, insbesondere n-a kn. Der Zar mk te i klarem SemM tf gt üon btfrnbtri ik Stritt auf daS Mst Tagen würben \tyn tyntyxtin MgkllgU- -MÜMgen, welche W reibt. Die täglich tick' und hochstehenden

Da der Zar m k in der Nähe ji-'/ -arke befindlichen W . Der Lorfitzen^ i, Dmiral D^ Mac M ltL Der Mal W

Neueste Meldungen.

Berlin, 26. November. Dem Oberhaupt der Transvaal- Republik wollen die Studierenden der hiesigen Hochschule, falls Krüger hierher kommt, eine Ehrung zu Teil werden lassen. Es wird beabsichtigt, einen imposanten Fackelzug zu veranstalten und eine Deputation zu Krüger zu entsenden, die ihm die Sympathien der Studenten aussprechen soll. Zu diesem Zweck wird, sobald die Ankunft des Präsidenten Krüger feststeht, ein Komitee konstituieren, das die Ver­anstaltungen leitet.

Loudon, 26. November. Wie bestimmt verlautet wird Buller zu Weihnachten die Pairswürde verliehen werden. Buller soll bereits seinen neuen Titel: Lord Buller von Ladysmith gewählt haben.

London, 26. November. AuS Oranje-River wird ge­meldet: Sämtliche Farmen in der Umgebung sind dem Erdboden gleich gemacht worden, weil deren Besitzer beschuldigt sind, unlängst die Eisenbahn beschädigt zu haben. Die Buren Kommandos befinden sich in allernächster Nähe. Eine Brigade berittener Infanterie durchzieht die südöstlichen Teile des Freistaates.

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. * 8um D-8ugbranb. In derZeitung des Verein- Ein L-utnani und vier Mann, welche wahrend einer R-k-a' deutscher Eisenbahn - Verwaltungen" ist eine -iug-h-nde nvSzierung aus Buren stießen, wurden umzingelt ' ' Schilderung des Offenbacher Eisenbahnunglückes, I 1 -

je einmal durch ein Guckloch beobachtet habe, was in dem * llvdellzimmer passiert sei. Der Zeuge erzählt weiter, daß U>I1 Bekannter von ihm in der Fischerschen Wohnung von kr Angeklagten Wender vorschriftsmäßig für 3 Mark passiert worden sei. Einmal sei auch ein Offizier in Voller Uniform zur Fischer hinaufgegangen. Tie Ange- »Vagte Wender bemerkt hierauf, daß der Zeuge einmal »zioei Herren, die aus der Fischerschen Wohnung gekommen »Sud zum Hause hinausgegangen seien, Schimpfworte nach- prüfen habe. Ter Zeuge giebt dies zu.

Ten Aussagen des Zeugen Sandmann werden von Lin Rechtsanwälten F u d) s und Werthauer viele Ein- ivmde entgegengestellt. Sie suchen namentlich darzuthun, daß die heutige Aussage des Zeugen in mehreren Punkten in Widerspruch stehe mit seinen früheren gerichtlichen Be­ll ndungen. Auf Befragen der Verteidiger bestätigt Zeuge Sandmann, daß er auch die Frieda Woyda manchmal ßdtjjen, aber nichts wahrgenommen habe, was auf einen Verkehr des Angeklagten Sternberg mit der Woyda hin- bcnLele. Angeklagter Sternberg verwahrt sich ent- jlhieden gegen die Unterstellung, als ob er gewissermaßen nnEtablissement Masseuse Fischer" unterhalten habe.

sei gelegentlich dort gewesen, wie Dutzende andere miri): er habe auch mit Mädchen verkehrt, niemals aber jitf Mädchen im strafbaren Alter. Rechtsanwalt Dr. Wendel teilt mit, daß sich ein Arzt, Tr. Ludwig hal) n ,gemeldet habe, der bekunden wolle, daß der An- zllagte Sternberg einen Doppelgänger haben müsse, der ditzflm überraschend ähnlich sehe.' Er, Dr. Mendel, selbst neulich in der Passage einen Herrn gesehen, den |tr für den Angeklagten Sternberg gehalten haben würde, ghl er nicht gewußt hätte, daß Sternberg in Unter- ungshaft sei. Er beantrage die Vorladung des Dr. ii. Ter Gerichtshof behält sich einen Beschluß über öieseu Antrag vor. Es folgt die Vernehmung des taub- siiiwmen Arbeiters Paß. Dieselbe wird vermittelt durch di? Taubsttlmmenlehrerin Frau ©djenf. Aus dieser Ver- nihriung kommt nichts auf die vorliegende Sache Bezüg­liche zutage, sondern sie behandelt einen gegen den Zeugen slattgefundenen Sittlichkeitsprozeß, bei dem die Frieda Voyda als Zeugin aufgetreten war. Der Vorsitzende teilt chd«nn mit, daß nächsten Mittwoch) die Sitzung ausfallen mrd«. Die beiden nun folgenden Zeuginnen Frau Heppner und Frau Brause, frühere Dienstherrinnen

Margarete Woyda, machen nur unwesentliche Aus- Mr Zeuge Arthur Miß mann, ein Bekannter des ZeiWn Blümke, weiß nichts von einer Hingabe von Geld ail Blümkes. Zeugin Zimmervermieterin Frau Töpfer Wrntet, ein Absteigequartier zu haben. Herrn Stern- Iberg kenne sie nid)t. Das Dienstmädd)en der Frau Töpfer, Zkuqßn Schar tan, sagt aus, ihre Herrin vermiete nur cun Herren, den Angeklagten Sternberg habe sie nie ge- Aen_^ Zeuge Barbiergehilfe Jlinger, der im Geschäft tor ^chmdlerschen Eheleute thätig war, bekundet, daß dne Woyda niemals unsittlich) berührt habe. Tie Ärhnndlung wird am Montag fortgesetzt.

Oerichtssaal.

Wetzlar, 24. November. Der Redakteur des in Gießen erscheinenden sozialdemokratischen Blattes, der am 23. September einer Versammlung in Gleiberg präsidierte, hatte eine Strafverfügung wegen Uebertretung der preuß. Regierungspolizeiverordnung vom 11. Mai 1866 erhalten, gegen die er Einspruch erhob. Eine Tellersamm­lung, die den Grund zu der betr. Strafverfügung bot, sei von ihm, nicht vorgenommen worden. Ter Ange­klagte kann mit dem Einspruch bei dem heutigen Schöffen­gericht nichts erreichen, er wird vielmehr zu 6 Mark Geldstrafe ev. 2 Tagen Gefängnis verurteilt.

Der Harmlosen "-Prozetz.

Berlin, 24. November.

Tic Beweisaufnahme wurde gestern und heute fort- »M. Zeuge Fabrikbesitzer G i e s e n g bekundet, er kenne Hu wigeklagten Wolff von der Zeit her, als dieser als ' Ünifndter von einem Ort zum andern gereift sei. Im J&fjrei 1897 habe er sich von Wolff ein Darlehen von , MWW Mark geben lassen. Wolff habe nur 4 Pryz. Zinsen minnigt, er, Zeuge, habe aber darauf bestanden, daß er I Ao,z. bezahlen wolle. Das Kapital sei längst zurück- (i-Wt worden. Als er einige Male gespielt habe, habe SBijf ihm geraten, das Spielen sein zu lassen. Ten Kornblum habe er auch in dem Spielerkreise ge- ruüfii'ii, sich aber von ihm fern gehalten. Der folgende ßtiger Tafeldecker Schneider, hat im Jahre 1897 im BClior iaHotel den Spielerklub bedient und dafür pro Abend Mark Gehalt bekommen. Er erzählt, daß an den G^mnivtageti 15- bis 20000 Mark umgesetzt worden seien, viiid daß er manchmal den Herren mit Geld ausgeholfen HWe Zeuge Generaldirektor Otto vom Zentralhotel sagt U ii«l die pem Klub vermieteten Räume aus und bemerkt daß schon nnch kurzer Zeit die Hotelverwaltung Birgitten gehabt habe, den Klub weiter zu dulden, da das M-jücht aufgetaucht gewesen sei, daß dort hoch gespielt und Herren hinkämen, die nicht hingehörten. Die K^direktion. lMbe sich auch sofort bereit erklärt, den VlrÄra.gi zu lösen.

«s wird dann zum Dtiürnberger Fall übergegangen, w Keugen bekunden, daß sie sämtlich Stammgäste im

Hotel" in Nürnberg gewesen seien. An einem tOerabende habe dort an einem Tische Wolff, am rmcen Lewin die Leitung des Spiels übernommen. An- geji kgter W o l f f erklärt, daß er keine Karten bei sich fle|iiii)rt, fondern der Oberkellner 5 bis 6 Spiele, auf das ; '>i mme c gebracht habe. Ter Zeuge bemerkt weiter, es sei zu^rii >;epokerl und dann Baccarat gespielt worden. Bei lein habe Wolff die Bank übernommen, zuerst ver- E uind dann einige tausend Mark gewonnen. Wolft -kiich erboten als Gewinner die ganze Zeche zu be- am folgenden Morgen seien Wolff und Lewin nach 1 - raten abgereift. Zeuge Student v. St o sch kann nidü Simplen, daß v. Kayser in dem Rufe stand, ein un- cwAehmer" Spieler zu sein. Zeuge Graf Köniqs- i td hat bei Hecht und im Viktoriahotel gespielt und ift ilinm Mitglied des Klubs im Zentralhotel geworden. Wie tr bekunoet, ist er bald wieder aus dem Klub aus- qej-Wdkn, und zlvar aus eigenem Antriebe. Auf Be- fjmAm des Verteidigers Friedmann giebt der Zeuge z»,:^II ihm über die Spielgepflogenheiten v. Kaysers nie ' einmal machteiliges zu Ohren gekommen sei. Es folgt eine gpiiig? Rieihe von Zeugen, die Spiel und Bankhalter der HuUella gten kennzeichnen, sowie über das Verhältnis Aus­kur ch g^ben sollen, das zwischen den Angeklagten bestand. Di«u mi sten Zeugen haben beträchtliche Summen verloren, könmen «aber nicht angeben, in wessen Taschen ihr Geld ge- liosiskii äst. Die Weiterberatung findet morgen vormitag Üpt.

stu.ge Kaufmann Lindemann erzählt, daß er vor »sichren in die Spielgesellschaft hineingekommen sei; et d.Lbe sich aber nur in wenigen Fällen an dem Spiel vettMW.! Bei einem in der Wohnung des Zeugen Radecke msMiemten Spiel habe er an den Angeklagten v. Kayser

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