Ausgabe 
27.9.1900 Erstes Blatt
 
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Schul - Anzüge

in grosser Auswahl!

Markus Bauer.

P. w.

den Hauptdarsteller, nach den Aktschlüssen immer wieder und wieder vor die Rampe.

Gießen, 23. September 1800.

Briefkasten der Redaktion.

St. i« O»d. Wie Sie sehen, hat er! Griechisch gut!

et,, W. In unserer Antwort, betr. Vermögenssteuer, ist ein Fehler unterlaufen. Die Steuer beträgt für je 1000 Mk. 0.56 Mk.» bei einem Vermögen von 3000 Mk. Die Steuer ur 3000 Mk. beträgt also nicht 0.55 Mk., sondern 1.65 Mk.

Giessen, Kirchenplatz 11.

Stil. Der hat Feinheiten, die gesucht sein wollen. Wenn der Schelm jeder Zoll ein richtiger Intriguant, der Ehrliche ein biederer Polterer, der philiströs engherzige Mensch der burleske Pfahlbürger des deutschen Schwankes ist, dann ist das nicht echter Ibsen, wenigstens nicht der Ibsen, den man so gern als Sondergeist verehrt. Herr Hermann gab den Oberpolizisten und Spießbürgermeister, den Obersten der Lumpe des Stückes, sehr hart und sehr schroff, ohne je etwas wärmere Farben aufzusetzen, und Herr Szika als Buchdruckereibesitzer Thomsen spielte seine Rollemaßvoll" parodistisch. In ihrer Auffassung blieben beide durchaus einwandsfrei. Beide Leistungen waren als Einzelstudien so interessant als wirksam. Vortrefflich war, wenn wir diesen Stil für Ibsen gelten lassen, der alte Gerbermeister Worse M Herrn Grün, ein prächtiger Charakterkopf; Herr Bolz als replitisierendes Zettungslümpchen vergriff sich wohl hier und da ein klein wenig in Bewegungen rc. Er schlug in der Volksversammlung durchausden rechten Ton an, hätte aber doch wohl gelegentlich zur Schau tragen können, daß Hallstadt im wesentlichen den Dr. Stockmann begriffen hat und in seinem Innersten dessen besten Ueber- zeugungen keineswegs so weltenfern steht. Als der Welt­klügere steht er ihnen gedanklich nur mit leiser Ironie gegenüber, die er freilich hinter seinen schönen Demagogen­phrasen verbirgt. Herr Meyer spielte den Villing mit aller Frische und brachte die flache Chamäleonsnatur dieses Preßbengels zu treffender Anschauung. Eine recht tüchtige Petra war das sehr sympathische Fräulein Steimann, ein Mädel, das brav und beherzt, stark und treu ihrem bedrängten Vater zur Seite stand. Bei Fräu­lein Klinkhammer vermißte man leider alle höheren Momente der Innerlichkeit. Den als Kouliffenschieber dienenden Bühnen-Biedermann Kapitän' Hörster gab Herr Diegelmann ohne Originalität.

Die Regie flößte dem Ganzen, namentlich der Volks- verfammlungsszene, lebendigen Pulsschlag ein.

Mit spannungsvollem Interesse folgte das Frankfurter Publikum der ganzen Aufführung und rief Herrn Bauer,

gering. Wenn aber der wirtschaftliche Niedergang eintrete und Zeichen hierfür seien vorhanden, dann würde das Ver­hältnis sich ganz anders gestalten und die Beiträge nicht zu erschwingen sein. Die Reichsregierung gehe schon wieder mit dem Plane um, in nächster Zeit die T a d a k st e u e r z u erhöhen, um Deckung für ihre Mehrausgaben zu finden Die Tabckkindustrie käine aus ihrer Beun­ruhigung nicht mehr heraus. Durch eine Er­höhung der Tabaksteue» würde aber die Arbeitslosig­keit unter den Tabakarbeitern ungeh e u er­steigen. Der Redner, der großen Beifall sand, ersuchte dringend um Ablehnung der Einführung der Arbeitslosen­unterstützung. ' '

Kirchhain, 25. September. Gestern abend ging über unsrer Gemarkung, sowie im Ohm- und Wohrathal ein Unwetter mit wolkenbruchartigem Regen nieder. Durch den heftigen Sturm wurde an manchen Stellen der Obsternte erheblicher Schaden zugefügt. Gleich bei Beginn des Gewitters hörte man einen heftigen Schlag. Es hatte in das Wohnhaus des Schuhmachers und Ausrufers Wil­helm Schweinsberger eingeschlagen, das alsbald in Flammen stand. Die Insassen konnten sich noch rechtzeitig retten. Auch wurde das Vieh in's Freie gebracht; leider gelang es aber nicht, das Mobiliar vollständig aus dem brennenden Gebäude herauszubringen. Das Haus brannte vollständig nieder. Der Thätigkeit der hiesigen Feuerwehr sowie der von mehreren Nachbargcmei'nden eingetroffencn Spritzen- Mannschaften war es zu verdanken, daß die links und rechts dicht angrenzenden Häuser vom Feuer verschont blieben.

Wohnzimmer des Angeklagten führende Thür nicht einmal berührt iu,nb ebensowenig den Angeklagten bedroht hat Die eidliche Aussage eines Zeugen beweist auch, daß der Angeklagte sich zu seiner falschen Anschuldigung erst.ent­schloß, nachdem er in Erfahrung gebracht, daß Forbach eine Privatbeleidigungsklage gegen ihn anhängig gemacht habe. Die seitens der Verteidigung ins Treffen geführten Entlastungszeugen vermögen auch die gegen den Ange­klagten schwebenden Belastungsmomente nach keiner Rich­tung zu widerlegen. Es wird deshalb das bez. Vorgehen des Angeklagten seitens der Anklagebehörde als ein ge­meiner Racheakt, eine Frivolität sondergleichen bezeichnet und eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten, sowie mit Rücksicht auf § 165 des Strafgesetzbuchs Zuerkennung der Befugnis zur Urteilspublikation beantragt. Das Urteil lautet auf eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen und einmalige Publikationsbefugnis imGießener An­zeiger". Nach erfolgter Einziehung einiger falscher Münzen wird der 18 jährigeKaufmann" K. Jung, in Kaiserslautern geboren, aus der Untersuchungshaft vor- gcführt. Der Angeklagte ist noch)! unbestraft. Im Vor­jahre vermietete er sich, bei dem Spediteur Meyer in Bad- Nauheim als Kndchl. Als zu Anfang d. I. in dem Ge­schäfte ein Kassierer fehlte, übertrug man diese Funktion provisorisch dem Angeklagten. In dieser Eigenschaft ge­hörte es mit zu seinen Obliegenheiten, über den Empfang gewisser Gelder reMsgiltig zu quittieren. Einen Teil der in dieser Weise vereinnahmten Gelder unterschlug indes der Angeklagte, fälschte auch noch einen Frachtbrief inso­fern, als er 20 Pfg. Rollgebühren auf den Betrag von 1,20 Mk. abänderte und die Summe der Fracht ebenfalls um 1 Mk. höher notierte. Wegen Fälschung einer Privat­urkunde und einiger Unterschlagungen beantragt der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von 8 Wochen. Das Urteil lautet auf eine Gefängnisstrafe von 5 Wochen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gilt.

(Schöffengericht.) Ein streikender Maurer aus Dornholzhausen, der bereits vorbestraft ist, erhält wegen Widerstands und Beleidigung eine Gefängnisstrafe von 10 Wochen; wegen Ruhestörung wird des weitern auf eine Haftstrafe von 5 Tagen gegen ihn erkannt. Wegen Sach­beschädigung hat sich eine arme hiesige Witwe zu ver­antworten, die beschuldigt wird, von einem Lattenzun mehrere Latten abgerissen zu haben. Da sie die in dieser Weise erworbenen Latten als Boden für eine Bettlade verwandte, so charakterisiert sich die betr. Strafthat als Diebstahl. Das Gericht kommt aber zu der Ueberzeugung, daß die Angeklagte aus Not gehandelt hat, und erachtet die.Strafthat durch eine Gefängnisstrafe von 1 Tag als gesühnt. Als in die Verhandlung gegen einen hiesigen Arbeiter eingetreten werden soll, der wegen Unterschlagung unter Anklage steht, wird festgestellt, daß et nicht erschienen ist: es wird deshalb seine Verhaftung verfügt. Drei hiesige Geometergehilfen, die FirmeU- schilder herunterrissen und beschädigten, werden in eine Geldstrafe von je 6 Mk. genommen. Wegen Beleidigung eines Schutzmanns wird gegen einen hiesigen Bauunter­nehmer auf eine Geldstrafe von 30 Mk. und SSeröffenb lichung des Urteils iwGießener Anzeiger" erkannt.

Man hofft, daß schon zum Frühjahr hin mit dem Ankauf der Quellen begonnen und der Bau der Quellwasserleitungen in Angriff genommen wird.

§ Crainfeld, 25. September. Als gestern mittag die Dampfdreschmaschine aus dem Gehöfte des Butterhändlers Ruhl heraus gefahren werden sollte, mußte sie erst gedreht werden, wobei der hiesige Landwirt Johannes Baumbach VI. gegen einen Gartenzaun gedrängt wurde, sodaß er nicht mehr ausweichen konnte. Das Hinterrad der Maschine ging ihm über den linken Fuß, der ganz zerquetscht wurde. Jedenfalls ist eine Amputation des Fußes nötig.

§ Hartmaunshain, 25. September. Die hier mit den Vermessungs-Arbeiten der Bahn GrebenhainGedern über HartmanvShain beschäftigt gewesenen Geometer sind wieder übgereift, und man glaubt allgemein, daß die Verfolgung dieses Projekts fallen gelassen ist. Dem Vernehmen nacj soll das älteste Projekt über Bermuthshain, Völzberg usw. wieder verfolgt und gebaut werden.

G r ü n b e r g, 24. September. Wie derGrünb Anz " schreibt, wird aus der Errichtung einer Holzschneiderei an hiesigem Platze, zu der durch Bauunternehmer Schmidt das Gelände bereits erworben war, nichts werden, indem der Genmmte die der Molkerei-Genossenschaft zu Nieder- Wollstadt gehörigen Kraftmaschinen erworben hat und dort eine .Holzschneiderei anzulegen gedenkt. Die Molkerei- -Genojsenschaft, der die Gebäulichkeiten verbleiben, bezieht die von ihr benötigte Kraft und das Licht (elektr.) für einen jährlichen festen Betrag.

Darmstadt, 26. September. Der Großherzog er­teilte heute Audienzen und nahm Meldungen und Vorträge entgegen. Am Samstag findet weder Erteilung von Audienzen, noch Entgegennahme von Meldungen und Vor­trägen statt.

D a r m st a d t, 25. September. Bei der bevorstehenden Herbstprüfung im-Justiz- un d Ve rw a l t un g s - fach werden an Stelle des verhinderten Geheimrats ; Schlippe, Ministerialrats Pückel und Oberlandesgerichts­rats Schlint Oberstaatsanwalt Dr. Preetorius Mi­nisterialrat Dr. Best und Oberlandesgerichtsrat' Dr. Hangen als Mitglieder der Prüfungskommission thätiq lein . Der Vorsitz der Kommission ist dem Senatsprcisi- tragen an Stelle des Geheimrats Schlippe über-

Mainz, 25. September. Der deutsche Tabak- a r b e i t e r v e r b a n d hält hier seine zehnte Generalver- sind 64 Delegierte anwesend. Die jetzige Mitgliederzahl des Verbandes beträgt 18 393. An Zahl­stellen sind 375 zu verzeichnen. Die Gesamteinnahmen ibe- trugen vom 1. Januar 1898 bis 31. Dezember 1899 die Summe von 405 799 Mk., die Ausgaben 378 046 Mk. An Streiks sind vom August 1898 bis August 1900 37 zu ver- geicbnen. Die Ausgaben hierfür betrugen 100391 Mk. Der A^Agegenstand der Verhandlungen betrifft den Vorschlag der Kommission für Arbeitslosenstatistik, die Einführung der Arbeitslosenversicherung. Wildemann- Stuttgart sprach energisch für deren Einführung. Die Mittel seien erschwingbar. Eine Beitragserhöhung um o,Psg- wöchentlich würde vollständig genügen. Durch die Einführung der Arbeitslosenversicherung ein praktisches anderen Unterstützungszweige, besonders die für Stterrs, bedeutende Verminderung erfahren. Auch sei die Einführung der Arbeitslosenversicherung ein praktisches Mittel zur Hebung der Organisation. Der Korreferent, Deichelmann-Bremen, bekämpft den Antrag. Die Arbeits­losenunterstützung sei nicht das Wunderkind, das den Ab­gang der Mitglieder verhindere. Im Gegenteil sei 1n anderen Organisationen, die die Versicherung eingeführt hätten, der Mitgliederstand zurückgegangen, während Ge- werffchaften, die diesen Unterstützun'gszweig nicht hätten, ihren Mitgliederstand um 50 bis 100 Prozent vermehrt hätten. Bei den günstigen Verhältnissen auf wirtschaft­lichem Gebiete fei die Arbeitslosigkeit zurzeit äußerst

Gerichtssaal.

_ Eießen, 26. September. (Strafkammer.) Der Kutscher Ludwig Pfeifer und seine Ehefrau, beide hier wohnhaft, stehen unter der Anklage, am 3. August d. I. un hiesigen Bahnhofe ea. 75 Pfund Steinkohlenbriketts sich rechtswidrig angeeignet und fich dadurch des Vergehens im Sinne des § 242 St. G. B. schuldig gemacht zu haben, wahrend hinsichtlich des Ehemannes, der wegen Diebstahls bereits zweimal vorbestraft ist, auch noch die Bestimmungen des 8 244 St. G. B. Platz zu greifen hätten. Die heutige Verhandlung liefert das Ergebnis, daß die Ehefrau die Mischen die Schienen von dem Waggon herabgefallenen Kohlen aufgelesen und in einen Sack gesammelt hat, wäh­rend dem Ehemann nur nachgewiesen werden kann daß er den betreffenden Sack Kohlen auf ein ihm bekanntes Fuhrwerk geladen und den betreffenden Fuhrmann um Mitnahme des Sackes gebeten hat. Dadurch hat er sich nur einer Begünstigung schuldig gemacht; er wurde des­halb nach Maßgabe des § 258, 1 St. G. ,B. mit einer Ge­fängnisstrafe von 3 Wochen belegt, während seine Ehefrau in eine solche von 3 Tagen genommen wird, i Es wird alsdann in die Strafsache gegen den hiesigen .Rechtskousu- lenteri Edmund Rotte eingetreten, der sich wegen Vergehens im Sinne § 164 St. G. Bs. zu verantworten hat. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, in einer am 29. März d. an Die Staatsanwaltschaft gerichteten Eingabe, seinen damaligen Hausvermieter, Bäckermeister Forbach, des Hausfriedensbruchs beschuldigt zu haben durch die Behaup- bung seinerseits, Forbach sei ihm am 1. Februar, abends

xc gewaltsam in die Wohnung gedrungen, und dessen Entfernung aus derselben sei nur unter Aufgebot der ganzen Kraft von feiten des Angeklagten möglich gewesen. In der fraglichen Voruntersuchung stellte sich indes heraus daß die betreffende Beschuldigung eine grundlose gewesen war Und so richtete sich denn die Anklage gegen Rotte Bei seiner heutigen Vernehmung bleibt er dabei, daß am raglichen Abend von feiten zweier Kinder einer Haus­bewohnerin äjlles mögliche aufgeboten worden sei, ihn zu chlkameren, eine Behauptung, deren Richtigkeit von den betr. Beschuldigten, wie auch durch eidlich erhärtete Zeugen­aussagen mit aller Entschiedenheit bestritten mirt) Auch w^d des weiteren dargethan, daß Forbach die zu dem

die er so gern um seinen Tisch versammelt. Wenn Herr Bauer dieses Fazit der Tragikomödie vom Volksfeinde flieht, so spricht er es aus wie eine freudige Erkenntnis, wie eine fröhliche Wissenschaft, wie das Losungswort eines ftisch-srei-fröhlichen Lebens. Ob ein so unentwegt humor­voller Dr. Stockmann überhaupt zu dem zornigen Eifer für die einmal erkannte Wahrheit kommen könnte? Nun, der Künstler Bauer verlor jedenfalls nicht die Besonnenheit, die man von ihm fordern darf, wenn er auch hin und wieder nnmal ein verbindendes Wort mit hastigem Gemurmel überging. Als ich eine junge Dame, die voll hellster Bewunderung den von chr vergötterten Künstler nicht aus den Augen ließ sie erzählte mir sogar, daß sie nach einer Photographie seinen Kops groß in Oel gemalt habe auf kleine Gedächtnismankos aufmerksam machte, da war sie ganz entrüstet und meinte, daS verstürbe ich nicht, das fei alles absichtsvolle Kunst bei Herrn Bauer. Und als ich von den intimen Beziehungen des Herrn Bauer zu dem Manne in der Muschel redete da meinte sie, Herr B. sehe zuweilen zu seiner Gattin ins Parkett hinab 34 gab mich also gänzlich geschlagen! Nun finde .ch, daß der Rezensent der Zig.» dieselbe Be- obachtung gemacht hat, wie ich. Ja, was sind die Rezen­senten alle doch für dumme Kerle. Herr Bauer, den ja auch alle Gießener Theaterfreunde als einen markigen und kraft­vollen Schauspieler schätzen, gab einen Charakter; daß dieser einsame Schwärmer und Sprudelkopf Dr. Stockmann aber auch em feinfühliges, grüblerisches Talent ist, das konnte man in seiner Darstellung nicht beobachten. Ein Dr. Stock­mann mit so gewinnenden Gemütstönen, so herzlicher Liebens­würdigkeit, so persönlicher Bonhomie würde sich vielleicht besser aus der Affaire gezogen haben als der arme Prediger in der Wüste, den Ibsen hinstellt. Er hätte vielleicht gar die kompakte Majorität für sich, wie er am Samstag abend die kompakte Majorität der Zuschauer für sich hatte. Daß Herr Bauer klug und pointiert zu sprechen versteht, daß er feiner Gesamtauffassung des von ihm geschaffenen Charakters bis ins kleinste treu blieb, braucht bei einem Künstler von feinem Range nicht besonders betont zu werden.

Ts ist aber doch ein Eigenes um Ibsens besonderen

,. _ B* Mainz, 25. September. Am 16. September hat der hiesige Musentempel, die zweite Saison unter der Direktion des städtischen Kapellmeisters Emil Steinbach seine Pforten geöffnet und zwar unter sehr günftioen Auspizien. Die Sommerferien waren dazu benutzt worden die elektrische Beleuchtung im Theater einzuführen, zweck­entsprechende Aenderungen im Orchesterraum, den Garderoben rc vorzunehmen, wodurch das Innere des Theaters außer, ordentlich gewonnen hat. Die Oper eröffnete mit einer glanzvollen Aufführung desLohengrin", demMartha" Cavalleria" undBajazzo",Nachtlager von xUrnab<Si 1utlb "Hugenotten" bis jetzt folgten. In Fräulein Materna, welche dieOrtrud", dieSantuzza" undValentine fang, besitzen wir eine vortreffliche Prima- Coro SV? IU?en(b^c dramatische Sängerin Fräulein Sora, die Coloratursangerm Fräulein Hanger, die Mezzosopramstm Fräulein Reh winkel rc führten sich auf das beste ein. In Herrn Helm haben wir einen ausgezeichneten Heldentenor gewonnen. Hierzu unsere bc

die Baritone Rünger und Winkel, der hS ° L2C' cin Eusemble, das unter der Regie

?de^eglsfturs Moor und unter der Direktion d^er ^5mr-!ltCr Lembach, Pfeiffer und Materna ein außer. Mbrte"stck ff* ®nfermbIc gewährleisten. Das Schauspiel T einer abgerundeten Aufführung von Rostands '^rano von Bergerac" nicht minder vorteilhaft ein. PHtPr El*«! bru- ausgezeichnete Inszenierung durch den Lelter des Schauspiels Herrn Fritz Brehm und die brillante Verkörperung des Titelhelden durch Herrn Brauer, die den Erfolg herbeiführten. In dem VolksstückDie Herren Söhne" glänzten neben dem Komiker Herrn Wirth ein trefflicher Bonvivant Herr Widmann und eine reizende Naive, Fräulein Spier. Die seitherigen Vorstellungen lassen darauf schließen, daß wir einer genuß- Saison entgegengehen.