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Organisation den an sie gestellten Erwartungen entspreche. Staatsminister Rothe will durch sein Erscheinen in der ersten Sitzung zeigen, daß die Regierung an den Verhandlungen sehr regen Anteil nehme, daß die Handwerkskammer ihre Aufgabe rüstig erfasse und zur weiteren Blüte des Handwerks beitrage. Ministerialrat Braun, Vorsitzender der Abteilung für Gewerbe rc., giebt kund, daß die Handwerkskammer gegenüber der Regierung, wie auch als Selbst- vcrwaltungsorgan eine doppelte Aufgabe zu erfüllen habe. In letzterer Beziehung seien das Lehrlings- und das Ge- sellenprüfungSwesen die wichtigsten Aufgaben. Auch über das VergebungSwesen hofft die Regierung bald eme ent- svrechende Vorlage an die Kammer gelangen zu laffen. Man dürfe die neue Einrichtung nicht überschätzen, aber auch mcht unterschätzen. Die Regierung werde die Kammer umso entgegenkommender behandeln, jemehr die Kammer in versöhnlichem Sinne an die ihr gestellten Aufgaben herantrete. In diesem Sinne rufe er derselben ein herzliches Glück auf" zu. Nach Feststellung der Präsenzliste wird auf Vorschlag des Mitgliedes Rockel Metzgermeister Jean Falk-Mainz durch Luruf zum Vorsitzenden gewählt. — Hierauf wurden auf Vorschlag des Mitgliedes Justus Weber in Darmstadt durch Zuruf folgende fünf Herren in den Vorstand gewählt: 1. C. Rockel, Spenglermeister, Darmstadt; 2. C. Lautz, Metzgermeister, Darmstadt; 3. L. Petri, Weißbindermeister, Gießen; 4. Hermann Flohn, Schlossermeister, Worms; 5. Hermann Rosen, Malermeister, Offenbach a. M. Punkt 3 der Tagesordnung fällt aus, da den Bestimmungen der Statuten gemäß die Wahl des Stellvertreters des Vorsitzenden durch den Vorstand zu erfolgen hat. Punkt 4 betrifft die Bestimmung derjenigen Kammermitglieder und Ersatzmänner durchs Los, die statutengemäß nach drei Jahren aus der Handwerkerkammer auszuscheiden haben. Es sind dies folgende Herren: 1. Louis Enders, Spenglermeister, Offenbach; 2. Th. Fröder, Bäckermeister, Alzey; 3. Ph. Bauer, Friseur, Darmstadt; 4. Julius Kohler, Bäckermeister, Offenbach; 5. Gustav Maude, Buchbinder, Lauterbach; 6. Fr. Fürst, Schloffermeifter, Dieburg; 7. Ant. Bernhard, Schreinermeister, Mainz; 8. Hch. Müller, Schreinermeister, WormS; 9. Jakob Machwirtt, Buchbinder- meister, Alzey; 10. Hch. Ewald, Schlossermeister, Roselhof; 11. Jakob Wittekind, Schreinermeister, Büdingen; 12. WUH. Völker, Küfermeifter, Gr.-Gerau; 13. Lorenz Grünewald, Buchdruckereibesitzer, Babenhausen; 14. Jakob Fries, Schreiner- meister, Erbach i. O.; 15. H. K. Schmidt, Schneidermeister, Worms. Aus dem Vorstand werden ausgelost: Karl Lautz, Metzgermeister, Darmstadt; Louis Petri, Weißbinder- meister, Gießen; C. Rockel, Spenglermeister, Darmstadt. Der Vorsitzende Jean Falk dankt der Regierung und dem Einweisungs-Kommissar Dr. U sing er für die herzlichen Begrüßungsworte, und für die einmütig auf ihn gefallene Wahl den Mitgliedern. Er hofft durch gemeinsame Be- strebungen das beste im Interesse des Handwerks zu erreichen; aber er erwarte Nachsicht und entsprechende Unterstützung seitens der Kammermitglieder. Er verspreche feierlich, in unparteiischer und redlicher Weise bestrebt zu sein, das schwierige Amt auszufüllen. Auch hoffe er fernerhin auf die Unterstützung der Staatsregierung, deren weiteres
Wohlwollen die Kammerverhandlungen sicher und rasch för- >ere. Er hoffe auch von dem Großherzog, der die Kunst in so hochherziger Weise unterstütze, daß er auch fernerhin dem Handwerk seine Gunst zuwende. Die Kammer bringt darauf dem erhabenen Schirmer und Förderer des hessischen Handwerks und der Kunst ein brausendes Hoch aus. — Nach Vorschlag des Regierungs-Kommissärs Dr. Usinger müffe die Kammer nun an die nächstwichtigsten Aufgaben, an die Aufstellung des HauShaltungspluneS, an die nötigen Zuwahlen und besonders aber auch an die Wahl eines Sekretärs herantreten. An die Wahl der von der Regierung erwähnten PrüsungsauSschüffe könne man später denken. Da die Stelle des Sekretärs eine äußerst wichtige und sehr einflußreiche sei, wird man sich darüber einig, daß diese Stelle auSgeschriebeu werde. Der Sekretär soll bis zu 3000 Mark festes Gehalt bekommen. RegierungSrat Dr. Usinger macht noch bekannt, daß nach den vorhandenen Bestimmungen die nötigen Gelder aus der Zentralstelle für die Gewerbe vorzuschießen sind, und daß es im übrigen daS richtigste sei, daß die Kreise, also die gesamte Bevölkerung und nicht das Handwerk allein, die Kosten trage. Vorläufig seien 1 Pfg. pro Kopf der Bevölkerung, also ca. 10000 Mk. vorgesehen, später werde an die Kreisämter die nötige Weisung ergehen, gemäß der Bedürsniffe die nötigen Beträge in die Budgets einzustellen. Durch Zuruf wird Speuglermeister K. Rockel zum 2. Vorsitzenden der Kammer gewählt. Damit wurde die Versammlung geschloffen. — Um 1 Uhr fand noch eine Vorstandssitzung statt.
)( Wetzlar, 25. Mai. Gestern fand hier im „Gasthaus zum Riesen" eine Versammlung der Schmiedemeister von Wetzlar und Umgegend statt, wozu die Kollegen von Gießen fast vollzählig erschienen waren. Lehrschmiede- meifter Ehr. Befort eröffnete die Versammlung und hielt eine kurze Ansprache, die dahin zielte, das Schmiedehandwerk vor Ruin zu bewahren und sich zusammenzuschließen, um sich vor unlauterer Konkurrenz zu bewahren. Eisen und Kohlen nicht allein, sondern auch die Arbeitskräfte seien teurer, aber die Verkaufspreise der Schmiede ständen zum Preise der Rohmaterialien in keinem Verhältnis. Außerdem hätten sie ihre Werkstätten mit Arbeitsplätzen versehen müssen, während sie früher die Straße rc. benutzen durften. Die Steuern und Abgaben haben sich nicht verdoppelt, sondern verdreifacht und vervierfacht. Sie müßten sich daher veranlaßt sehen, die Preise, wenn auch nicht erheblich zu er- höhen, so doch einheitlich zu regeln. Dadurch würde der unlauteren Konkurrenz und dem Psuschertum ein Riegel vorgeschoben, und nur gute Arbeit ihren Abnehmer finden. Die Gründung von Genossenschaften geschähe nicht, um einen Druck auf die Kundschaft auSzuüben, sondern um ihr im eigensten In- teresse entgegenzukommen. Hierauf stand zu Debatte Hufbeschlax; auf der Tagesordnung. Der Redner wies darauf hin, daß der heutige Hufbeschlag ganz andere Anforderungen gegen früher stelle. DieS sei schon durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 begründet, und sein Fortschritt sei durch die Zeit erwiesen. Von dem Fortschritt hätte doch nur die Kundschaft Nutzen. Der Hufbeschlag wurde darauf einstimmig vorläufig mit 30 Prozent notiert, die anderen Arbeiten hingegen ohne wesentliche Aenderungen einheitlich geregelt. Daß die Ver
einigung ein allgemeines Bedürfnis war, beweist die außerordentlich starke Beteiligung, deren sich die Versammlung zu erfreuen hatte. Es waren ca. 60—70 Schmiedemeister erschienen, die beschlossen, am Sonntag nach Pfingsten zur definitiven Festlegung der gestrigen Vorschläge eine zweite Versammlung abzuhalten.
Kandel nvd Verkehr. NslKSVirtschM.
Frankfurter Börse vem 85. Ä»L
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Prämien auf Kredit per ult Mai O.80 > per nlt. Juni 1.90®/«, Diekonto-Kommandit per ult .Mai 0.7b « .
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Btehmärtte.
Die süddeutschen Viehmärkte waren in der Berichtswoche etwa» weniger stark frequentiert, und beschränkten sich die Umsätze oteh fast ausschließlich auf den Bedarf für den Konsum. Auch Kälber und Schweine waren weniger beachtet, und war der Handel hierin nur mittelmäßig. Die jetzt eingetretene b-Äere Witterung läßt eine günstige Futterernte erwarten, weswegen wohl die Märtte in uacyner Zeit geringe Frequenz zu verzeichnen haben werden.
ES votieren: Ruhr-Fettnuß Körnung l und A Mk. 230 bis Mk. 240, Nußfchmtedekohlen Mk. 215 bi« Mk. 225 ' Deutsche Anthracit-Nußkoblen Mk. 310 bi, 320, englische Anthracit-Nußkohlen Mk. 360 btS Mk. 360, Ruhr-Flammnuß Körnung I und ll Mk. 230 bis Mk. 240, Ruhr - Flammnußkohlen Körnung III W. 220 bi« Mk. 230, Fettschrot Mk. 200 btS Mk. 210, Rubr-BruchcokS Mk. A0 bi« Mk. 340, AutzstebgrieS Mk. 155 bis Mk. 165. Alle« per W Io. ab Mannheim. Die Nachfrage ist fortgesetzt lebhaft und übersteigt wettauS die immer noch knappe Zufuhr.
Tabak.
Im Pfälzer Tabakgeschäft ist im Laufe dieser Woche von em« wesentlichen Besserung nicht zu berichten, und bewegte sich das tSeschün in ganz kleinem Rahmen. Es wurde verlaust tn der Pfalz von einem Spekulanten an Händler eine Partie Tabak 1898er Gewächs 8« «u fanas 60 Mk. versteuert, ferner wurde eine Partie 1899er Tabak (Se- btrgsgewächs) zu anfangs Mk. 30 in tranfit. DasPfälzerGeschäft hab nach unserer Ansicht dieses Jahr durch das große Angebot von Javatabaken zu leiden, da letztere sich verhältmsmähig wohlfeiler stelle», wenn auch ihre Qualität nicht bester ist. In Pfälzer Rippen geschäftslvS. Lose feine 9 bis 9.50 Mk. gebündelte Mk. 11 bis 12. Rach guter entrippter Einlage ist vermehrte Nachfrage^ Q,ntw_
ES wurden ferner von einem ©pefulanten zirka 100 Zentner 1897er Württemberger zu Ende Mk. 20, und jitfa 2(X) Zentner 1897er rheinbayerischer Tabak Hapnauer GewächS zu Mk. 37—38 an einen Händler verkauft.
Getreide.
Trotz der feststehenden Saatbeschädtgungeu durch daS kalte Wetter konnte sich auch in der abgelaufenen Woche kein flottes Geschäft entwickeln, da die unentschiedene Haltung Amerikas keine rechte Kauflust auftommen ließ. Die Preise sind ziemlich unverändert, teilweise etwas höher. Roggen unverändert fest, da die L>aot- beschädigungen hierin umfangreicher alS in Weizen sein sollen. Gerste ruhig; Hafer unverändert fest; MaiS weiter ziemlich gut gefragt. Die heutigen Notierungen sind: Redwinter 2,130; Kansa» S, 123—124%; Laplata f. g. 125—126; russ. Roggm 98%—112; amerikan. Hafer 105; Mixrd MaiS 88 per Tonne ab Rotterdam.
VGIAGGI
Maggi zum Würzen" ist nicht zu verwechseln mit Suppenwürzen, welche mit unrichtigen Reklamebehauptungen an das Publikum gelangen.
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2 5
In der Privalklasesche des Dachdeckers Wilhelm Fischer in Gießen, Privatklägers, gegen den Agent Wilhelm Hild in Gießen,
Angeklagten, wegen Beleidigung,
hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 30. März 1900 für
Recht erkannt:
Der Beklagte wird zu einer Geldstrafe von 40 Mk. — vierzig Mark — eventuell 8 Tage Gefängnis und in die Kosten der Verfahrens, einschließlich der dem Pnoat- kläger erwachsenen notwendigen Aus- lagen verurteilt, außerdem wird dem Privatkläger das Recht zugesprochen, den entscheidenden Teil der Urteils innerhalb 8 Tagen nach Zustellung einer Abschrift auf Kosten des An- geklagten zu veröffentlichen.
Die Richtigkeit der Abschrift Urteilsformel wird beglaubigt die Vollstreckbarkeit des Urteils
Arbeitsvergebung.
Die bei Vornahme baulicher Veränderungen in der Kirche zu Wieseck vorkommenden Arbeiten, wie Maurer-, Schreiner-, Glaser- und Weißbinderarbeiten, sollen im Wege schriftlicher Submission vergeben werden. Reflektanten wollen ihre Offerten portofrei bi« zum 1. Juni, vormittags 12 Uhr, an Herrn Architekten L. Seuling in Gießen, bet welchem auch Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen pp. während der Geschästsstunden auf dessen Bureau offen liegen, gelangen laffen.
Wieseck, den 25. Mai 1900.
Der Kirchenvorstand. 3786
scheinigt.
Gießen, den 19. Mai 1900.
(gez.) Neidhart, Gerichtrschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. 3768 Für die Abschrift:
.Der Vertreter des Privatklägers.
Katz, Rechtsanwalt.
Montag -en 28. Mai, abends 9 Uhr im Frankfurter Kos Versammlung der Barbier- u. Frifier-Geschäftsinhaber und deren Gehilfen.
Besprechung:
Lohnbewegung und 8 Uhr-Schlutz.
Deine
SUPPEN
des Spar uud Borschntz-BereiuS, Aktie»-Gesellschaft Großen-Linden, findet statt
Mittwoch dkll 13. Mm 1900, uschmttW 3 W
auf dem Gemeindehause dahier.
Tagesordnung: 1) Vorlage der Rechnung pro 1899.
2) Verwendung des Reingewinns.
3) Ergänzungswahl des Aufsichtsrat».
Großeu-Linden, den 25. Mai 1900.
3775 Der Vorstand.
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