Herborn, 24. April. Gestern nachmittag hielt, wie tut im „Herb. Tgbl." lesen, der Abg. Stöcker einen Bo:- trag. Er erschien in Begleitung von Herren aus Dille> bürg. Vor Beginn des Vortrages nahm Dr. Burkhart das Wort. Er meinte, Stöcker habe die Herzen der Weste- Wälder erobert. Das genannte Blatt begleitet dflerbind diese Behauptung mit einem Fragezeichen.' Hierauf ergrif Herr Stöcker, vor ungefähr 50 Zuhörern, das Kor Er schilderte seine Verdienste an der sozialen Getzgeöum und wie er zuletzt wieder, neben dem CentrumSmann Kotre1 für die Lex Heinze gekämpft habe. Die konservative Parte sei dem Lauf der Zeiten nicht gefolgt, habe sich den Agrariern hingegeben, und dabei daS Verständnis für den vierte Stand verloren. Der Liberalismus habe abgewirtschaftt, seine Zeit sei vorüber. Er nehme sich nicht der Schwache an und schütze sie nicht, Geld zu verlieren. Die größe Gefahr sei die Sozialdemokratie. Deren Idee werde i 10, 20, 30 Jahren das große Land durchdringen, ab-r dann vor der christlich-sozialen Partei Halt machen, urS Letztere werde das Feld beherrschen. Christentum uiv Sozialismus müfleu zusammen wirken, Religion und Poliik verquickt werden. Die Religion sei der Sauerteig und de Reden das Mehl. Der Sozialismus im Alten Testamerl sei viel bester, als Alles, was wir an sozialen Gesetzt haben. Im alten Testament sei es Gesetz, im Neuen Testament nur Pflicht. DaS Alte Testament bestimme, das Gck soll bei der Familie bleiben, es soll nicht Haus zu Hais und Acker zu Acker gekauft werden, die Aehren soll dick* nicht auflesen, sondern den Armen lasten, und habe Gvt verboten, Zinsen zu nehmen. So sei es recht, nur keire Reichtümer sammeln, das Beste sei ein schöner, gleicher Mittelstand. Hieran kehrten bei uns die Neichen sich Sie sorgten nur für sich und häuften Schätze auf Schätz!-
*• Die Nachtfröste des Frühjahrs, die großes der jungen Pflanzenwelt, sind nun wieder gekomvry --
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Die Flotten-Vorlage in der Kommission. I . 2W der Budget-Kommtsston des Reichstages wurde die Be- I der Flotteu-Dorlage fortgesetzt. „Zur Ergänzung des Mate' rtalS über $ 1, zur Spezialdebatte, hat Abg. Müller-Fulda (Zentn) I neue Fragenan die Regierung gerichtet: 1. Wodurcherklärt I ^°twenbigkeit einer doppelten Schlachtffotte? KSnnte die I ^bllcht der verbündeten Regierungen nicht auch dadurch erreicht I bEstehendeSchlachtflotte unter Beibehaltung d?r
I V '".Aufklärungskreuzern und eine« Flotten-
Ä/?. runächst eine Vermehrung um acht «inten- I erfährt und später die acht Küstenpanzer durch weitere acht Linienschiffe ersetzt werden? 2. Ist dieGeschwade^ I *0" Etnienschiffen unbedingt erforderlich, oder könnte auch fö.ln der sranzöfischen Marine übliche Stärke von sechs Linien
I Geschwader, eventuell wenigstens für die Reserve.
Schlachtflotte genügen? 3. Welche Gründe werden für die gesetzliche Festlegung der Materialreform geltend gemacht; weshalb kann solche
I Mil 9 lährltchen Festsetzung durch den Etat vorbehalten I bleiben i
Die Kommission beriet den vierten Abschnitt des Diskussionsplcms über: Durchführung der Vermehrung. Hier sollen folgende Fragen er- ortert werden: In welcher Weise gedenken die verbündeten Regierungen den Pachter len zu begegnen, die auS der Verstärkung der Flotte für die Landwirtschaft zu befürchten sind? Sind die verbündeten Regierungen geneigt im Interesse der Landwirtschaft: a) eine Marimal- präsenzzlffer, für Heer und Flotte zusammen berechnet, zu gewährleisten welche die Zahl der für beide Zwecke auszuhebenden Mannschaften «ufern erträgliches Maß beschränkt? b) für eine angemessene Erhöhung der Schutzzölle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse bet den bevorstehenden Handelsverträgen energisch einzutreten.
, . % ^.üUer-Fulda w^ist auf die Aufregung hin, welche die andwirtschastlichen Kreise ergriffen habe, besonders infolge der ungeschickten Agitation des Flottenvereins, der die Notwendigkeit der Flottenvorlage auch durch die Notwendigkeit der Getreideeinfuhr motivierte. Die Bauern seien erklärlicherweise dadurch sehr beunruhigt, da sie ja schon jetzt ihr Getreide nicht preiswert abzusetzen vermögen. Er verweise auch auf die Ausführungen des Vorsitzenden des Bundes der Landwirte, der im Plenum klar gelegt habe, daß die Flottenvorlage der Landwirtschaft große Nachteile bringe. Die Vorlage werde den Arbeitermangel vermehren.
. ^g. Graf Klinckowström (kons.) hat sich davon überzeugt, daß
die Stimmung der Landbevölkerung wenig flottenfreundlich sei namentlich habe das die Flottenagitation bewirkt und der Hinweis auf die Getreidezusuhr. Er sei überzeugt davon, daß die durch di« Vergrößerung der Flotte bedingte Politik die Landwirtschaft zurücksetze. Jemehr Handel und Industrie blühe, umsomehr sei die Regierung zur Hintansetzung der landwirtschaftlichen Interessen geneigt. Die konservative Partei behandle die Flottenfrage in erster Linie als nationale Frage, doch dürfe man die Interessen der Landwirtschaft nicht außer Acht lassen.
weiterer Debatte über diesen Gegenstand geht die Kommission zur Erörterung der Frage der angemessenen Erhöhung der Schutzzölle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse beiden bevorstehenden Handelsverträgen über. Abg. Müller-Fulda (Zentr.) hält für notwendig, die Landwirtschaft bei den bevorstehenden Handelsverttägen durch angemessene . 6ecütfW9en. Staatssekretär Frhr. » Thielmann: Ein Beschluß der Regierung liege noch nicht vor. ®r könne nur erklären, daß die verbündeten Regierungen nicht die Absicht haben, die Landwirtschaft zu schädigen. Sr ist persönlich der festen Ueberzeugung, daß die Verbündeten Regierungen versuchen werden, bei den neuen Tarifen die Landwirtschaft besser zu stellen, als es jetzt der Fall ist. Abgeordneter Gröber (Ztr.) wünscht eine offizielle Erklärung des Bundesrats. Die Regierung schweige sich über die Deckungsfrage aus, fte nehme offenbar die Sache zu leicht. Abg. Richter erklärt, er habe noch J° öLcIe ®rünb e gegen die Flottenvorlage gehört wie heute. Das Bedenkliche bei der Sache sei, daß wir vor neuen Handelsverträgen ständen, also jetzt kein klares BUd haben, wie sich dw Einnahmen des Reichs aus bett Zöllen von 1904 an gestalten werben. Abg Gröber (Ztr) betont, daß eine Bewilligung der Flottenvorlage ohne gleichzeitige Festlegung der
Deckungsfrage unmöglich sei. Etwaige Mehreinnabm».
Steuern gedenkt ferne Parier zu gunfien der Arbeiter zu v"wem».
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I ^bg- Ae ttich (kons.) spricht sich durchweg zustimmend zu de» I Einzelheiten der Vorlage aus.
I . , ^9- E> asse : Es besteht ein dringendes Bedürfnis dafür, I ra” die deutschen Dampfer regelmäßig bis nach Kapstadt I ^ufen. Südafrika bietet dem deutschen Gewerbefleiß ein qana I ausgezeichnetes Absatzgebiet.
2169. Fr e s e (frs. Vg.-: Der Ausdruck „größere Leistungen" I müttte praäijiert werden. Das Anlaufen von Swakopmund ist I wahrscheinlich schon wegen der geringen Wassertiefe nicht an» I gängig, außerdem würde dadurch ein Aufenthalt von mindestens I zwei Tagen entstehen. Jedenfalls sollte der Versuch gemacht I w^den, im Plenum weiter zu verhandeln, erweist sich als un- I gangbar, so wäre eine Kommission von 14 Mitgliedern zweck- I mäßig.
I '•> A ren d t (Rp.) steht der Vorlage mit ganz besonderer I oreuoe gegenüber. Daß die Begrüiidung auch auf die Gold- I m 1011 i F1 Transvaal hiuweist, erfüllt mich mit | lSenugthuung; wir haben eine Auffrischung aus den Goldbestän- I oen des Transvaal, die jetzt leider unzugänglich sind, sehr nötig, 1 uno es mochten sich dann neben den so glänzenden Wirtschafts- Zgbbm'sen der Reichsbank vielleicht auch bessere wirtschaftliche
I Verhältnisse lin allgemeinen in Deutschland ergeben.
Minifterialdirektor Kraetke: Mit Kamerun und Togo I ^oen wir monatlich zweimal regelmäßige Verbindungen : auch I rwftchen Kapftadt und Swakopmund besteht eine Verbindung außerdem geht allmonatlich von Hamburg und Bremen ein Dampfer nach Swakopmund.
Abg. Müller-Sagan (frs. Vp.) beantragt Kommissions- beiatung und ist der Meinung, daß diese Linien angesichts der Entwickelung der afrikanischen Handelsbeziehungen sich ohne Subvention erhalten können.
Fritzen-Düsseldors (Ztr.) ist der Vorlage sehr ge- | ^lgt uini würbe auch bereit sein, sie ohne Kommissionsberatung Lu oerabschi^en, ba aber von anderer Seite ein Antrag auf Kommissionsberatung gestellt ist, und die Vorlage auch eine bauernde Belastung des Reichs involviert, schlagen wir vor, sie der Budgetkommisfwn zu überweisen.
, Abg. Hahn (Wild) tzveist darauf hin. daß die Deutschostaftika- LTI ganzen Reihe wichtiger Artikel keine Zunahme
^5>uttchen Exports von 1891 bis 1898 herbeigeführt habe; er erklärt die Erhöhung der Subvention in der Hauptsache als eine ^besgabe für ^e Ostafrikalinie Herr W ö r m a n n fei zu sehr Interessen verguickt, er sei Mitglied von Gesell- ^ E e^s^ü^^st Africa Compagny u. a„ in denen crl Rhodes die Hauptrolle spiele. Dieses Verhältnis nrL ^ormannschen Geschäftsverbindungen komme ihm außer- ordentlich bedrohlich vor. Herr Wörmann habe an der Spitze fe'fSÄUr9err .Protestler gegen die Reichstagsbeschlüsse zum Fleischbeschaugesetz gestanden. (Redner wird vom Präsidenten stehlt erinnert, baß das Fleischbeschaugesetz nicht zur Debatte
Damit schließt die Diskussion. — Persönlich bemerkt
Abg. Arendt: Herr Müller-Sagan hat sich schließlich /inen Esel Zurückgezogen. Ich habe auf diesen Esel n^§ Edern und ersuche den Abg. Müller-Sagan, den Esel weiter zu geben. (Große Heiterkeit.)
überwiesem toirb einer Kommission von 14 Mitgliedern
Schluß nach' 5 Uhr 30 Min.
mit Sitzung: Donnerstag 1 Uhr. (Literatur-Konvention mit Oesterreich-Ungarn, Beratung der zum Etat gestellten und nicht erledigten Resolutionen betr. die Maul- und Klauenseuche rc.)
grinst in die persönliche Freiheit, die ja sehr erwünscht wäre, müsse man sich absinden, denn ohne diese Befugnis lasse sich nichts erreichen.
r- Abg- Äösfel (Rp.): Was uns vorgelegt ist, kann ftran als ein Reichsseuchengesetz nicht bezeichnen, denn die Hauptsachen, die in einem solchen enthalten fein müßten, fehlen in bem Entwurf. Das gelbe Fieber, bie Lepra sind in ber Vorlage aufgenommen, ohne bah sie boch für Deutschlanb als gemeingefährliche, epidemische Krankheiten angesprochen werden können Dasselbe gilt vom Flecksieber. Gefahrbringender ist die Pest, am gefährlichsten die Cholera, die ja auch 1893 den Anstoß zur Einbringung des ersten Entwurfs im Reichstage gab. Die Begrenzung des Kreises der ansteckenden Krankheiten auf diese beiden letzt envahnten scheint mir doch viel zu enge. Wir haben eine ganze Zahl epidemischer Krankheiten im Lande, dw ebenfalls vorgegangen werden muß; dazu gehören ^dtHus, Scharlach, Kindbettfieber 2c. Dazu kommt bie Tuberkulose, von ber ebenfalls im Gesetze keine Rebe ist, obwohl auf en Todesfälle im Reiche immer ein Tuberkulosefall ent» A m„Außer der Tuberkulose finb bie Geschlechtskrankheiten unb ^ s.? .?0llsnius hervorzuheben; biefe brei finb weit gemein»
ruifxfc0 $ ^e sechs in der Vorlage aufgeführten. Die beste Gewähr gegen die Verbreitung ber Seuchen von ausländi- Men Seuchenherden aus im eigenen Lande sind eine bessere Xb a sserver 0 r du u n g eine allgemeine deutsche Brunnen- bessereWohnungsfürsorge, mindestens eine allgemeine Neuordnung für die Aufführung von Wohnhäusern. Im großen und ganzen kann ich mich also für I •lc Vorlage nicht sehr erwärmen.
a!L9C-"?’aJTd lfrs. Vp.): Den elenden Wohnungs- verhaltnissen die vielfach vorhanden sind, kann ein Reichsseuchen- Borlage'^au?^ ®er Redner spricht sich für die Annahme ber
b o ldt (3tr.) 6ält für bie Vorlage eine «°m- von 14 Mitgliedern für genügend.
™ gebt an eine Kommission von 14 Mitgliedern.
— Ohne Debatte überweist das Haus sodann die Vorlage betr. (Srganjung des Etats für 1900 der Budgetkommission. — Es I 5l9t?nAo r gunz ungdesEtatsfürdieSchutzgebietel ftir 1900. Dieselbe fordert für Kamerun einen weiteren I Zuschuß von 865 300 Mark und stellt für das neue Schutzgebiet | u einen Etat auf, der mit 252 000 Mark bei 52 0M Mk. rneichszuschutz balanzrert.
bemängelt die Forderung für Kamerun. I
Kolonialdirektor v. Buchka: Das Hinterland von Kamerun 9^’inÄen'i_unb. kulturfähig zu machen durch große ÄraffJh1 »ertrag der Südwestaftika-Kompagnie mit der I »,-^p ^^Qrniek abgeschlossen zu einer Zeit, zu der bem I SS?'Eliifluß auf bie Südwestafrika-Komdagnie nidjt zustanb. ^eßt ist dies anders geworden. Wir haben durch I unfere Kommissare einen Einfluß gewonnen. Der Vertrag ist I u?Eda"erlich, aber es war nichts zu machen. Die Befürchtungen für die Zukunft sind aber unbegründet, wir werden alles aus- I fSn § in unfcrer Macht steht, um unseren Einfluß zu ver- I
„ , (•) ^runberg, 25. April. Die Bewohner der fltu- • n ^eute vormittag durch Feuerlärm ti- schreckt. Ein etwa 8 jähriger Knabe hatte in Abwesenheil feiner Mutter ein Feuerchen gemacht, bie Flammen schlumn in ein in der Nähe befindliches Gesäß mit Oel. Es märt tvohl größerer Schaden entstanden, wenn nicht beherztt Leute aus der Nachbarschaft herbeigeeilt und die Flammci, erstickt hätten. Die Feuerwehr, die bereits alarmiert toai brauchte Infolgedessen nicht in Thätigkeit zu treten. Lehramtsassessor Th. Koch, der Dr. Meyer auf feintr ätzten Forschungsreise in das Innere Brasiliens begleitete, hat nun wieder Verwendung im Schuldienst am Gymnasium zu Offenbach gefunden.
bm. M a i n z, 24. April. Die viel erwähnte B l a d s cht Millionenerbschaft kommt trotz der längst eingt- troffenen Ermächtigung immer noch nicht zur Auszahlung.
i o ^^^.^bschastspfleger, der wegen eines formellen Fehlers Schwierigkeiten macht und den auf Mainz em- fallenden Teil der Erbschaft nicht zur Auszahlung bringen tütll. 2)« Stadt Wain$ wird wahrscheinlich genötigt fest, den Klageweg gegen den Erbschaftspfleger zu beschreite,!, was nochmals einen schönen Betrag an Kosten verschling wird, da der auf Mainz entfallende Teil der Erbschaii nahezu 300 000 Mark beträgt.
Bingen, 25. April. Die Landtags-Ab geordneter Pennrich und Genossen haben bei der z,veiten Kamme: der Stände einen Antrag unterbreitet, betr. Freigat: der Ueberfahrt Bingen-Rüdesheim; auch fc'i den betreffenden Behörden die strengste Haiidhabung bc in Bezug auf die Kontrole bestehenden Vorschriften eit geschärft und die Einführung eines staatlich organisiert«i Rettungsdienstes ins Auge gefaßt werden. - Da bei dem Unglück bei Rüdesheim mit dem Leben davon g kommene Schiffer Hauck liegt schwer krank darnieder.
? r.n ‘m (Rp.): Kamerun ist eine unserer aus- Kolonieen und ich halte eine Verstärkung der Schutz- ""vve^dieses Gebiet prinzipiell für angemessen. In den H eB. rwei, drei Jahren wird uns übrigens sicherlich eine Nach orderung unterbreitet werden, denn Kenner behaupten, baß man nich?^^p.?Ä-ss^b Pazifizierung burchzufuhren, wenn man nicht mehrere Millionen aufwendet. In den Lasten ber m?rhlnter9?9rf° ter 45 ^sellschaften zu Beiträgen herangezogen werben. Auch muß bie Kolonialverwaltung ganz genau kon- «n°f.’eitenö der Nord-Kamerungesellschaft in Bezug auf Besitzergreftung re. geschieht, weil sonst die Gefellschafte» zu sehr einen Monopolcharakter annehmen würden. Er sei an f?^pf Unternehmen irgendwie beteiligt, unb er
°uf die Gefahr hm baß bann Herr Richter wieberhoke: Natür ch, dort ist nichts zu holen, darum hält sich Graf Arnim von allen dieien Dingen fern! (Heiterkeit.)
0nias!bireS0-^ D" ? u510: Die Heranziehung ber Gesell- ci? U bcr Schutztruppenvermehrung ist unthun-
dch, weil bie Ausdehnung ber Besatzung des Schutzgebietes auf ^,r9mfa,£.e^bamaua den Konzessionen nichts zu thun hat. Der Norbwestkamerungesellschaft smb nicht bie betreffenben Land- L°wen als Eigentum verliehen, fonbern sie hat innerhalb bieses Gebietes belhmmte Rechte verliehen erhalten; von der Geltend- machung eines Eigentumsrechtes kann gar nicht die Rede sein. Die Ueberlassung von Kronland an die Gesellschaften wird an . bie strengsten Bebmgungen geknüpft, unb bie Wieberübernahme ; Laubes )orote bie Erfüllung ber Vorschrift, baß bas Laub i »innen einer gewissen Frist in Kultur genommen wird, werben in jebem Falle ftchergestellt.
Abg. Eickhoff (frs. Vp.): Gegen ben Etat für Samoa laben wir nichts einzuwenben, bie Forderung für Kamerun muifefn wir aber beanstanden, beim es ist über bie Verwenbuna •er gerorberten Summe im Dispositiv bes Etats fast gar nichts • zelagt. Schon im laufenden Etat ist bie Schutztruppe um 100 Mann vermehrt worden, jetzt entwickelt ber Gouverneur von Kamerun uns bie Notwendigkeit eines weiteren Vorgehens in ba^ Penne-Gebiet, um bie beutsche Herrschaft auf biefem Gebiete, ^./pA^bnber Machtentfaltung ohne Gewaltmaßregeln auch thatsachlich auszubehnen. Was unter „entsprechenber Macht- eutfaltung ohne Gewaltmaßregeln" zu verstehen ist, ist vorläufig I »eheimniß ber Kolonialverwaltung. Die Erschließung bes Hin- terlanbes von Kamerun burch eine militärische Machtentfaltung I t\lOxbern'J?eintanUnä 'Elbst unbebingten Kolonialfreunben I nicbt ber richtige Weg. Der Handel in diesem Gebiete soll nach I len Verhandlungen der Budgetkommisfion gar nicht so bedeutend £‘n- ^warten von der Verstärkung keinerlei Fortschritte für bie wirtschaftliche Entwickelung Kameruns. I
Kolonialbirektor v. B uchka: Die Situation, bie ber zwei- I Jiahge Felbzug bes Majors von Kamptz herbeigeführt hat, ist I •ic, baff ber beutsche Einfluß ausgedehnt ist bis weit in bas I *mlCTAanb (,tnein- Dieser Vorteil ist aber auf bie Dauer nicht I ' wenn nicht die neugegründete Station Garua durch I «ne Verstärkung ber Schutztruppe gesichert wirb.
„ Abg. Graf A r n i m: Wir auf dieser Seite werben keines- I wegä durch militärische Aspirationen zur Bewilligung veranlaßt, I Jmibern wir finb bringenb baran interessiert, baß bie Lanb- I
55" k ie*rt Wlrb' .unö bie wirtschaftliche Entwickelung in I ^eger pariert ber Autorität, I i?^hlPirb abor btc Schutztruppe auch zu einem Kultur- I hager, ja sogar zum Zentrum derselben.
f Ergänzungsetat geht an bie Bubgetkommission. — Den I kfeten Gegenstand ber Tagesorbnung bilbet bie erste Lesung bes I rTff L L Postdampfschif; sver bin du n
r a t 1 « /tach ber Vorlage soll nach Ablauf bes zur 3eit I besteheuben Vertrages bie Einrichtung unb Unterhaltung einer ! 14 tägigen PKdampfschiffsverbinbung mit Ostasrika unb e uer I Mvöchigen Verbindung mit Südafrika auf bie Dauer bis m I 15 Jahren burch die Erhöhung ber jetzigen Subventionen hnn I 900 000 Mark um bie Hälfte auf 1350 000 Mark geliefert werben. Diese Verbinbungen können abwechselnb burch eine von I Osten unb von Westen um Afrika fahrenben Hauptlinie unb I eine vom Suezkanal nach und von Ostafrika fahrenbe Zweiglinie I hergestellt werden. Die Fahrgeschwindigkeit für neuzuerbauenbc I schiffe soll erhöht werden unb im Durchschnitt minbestens be- | tragen auf ber Hauptlinie ziwschen Neapel unb Dar es-Salaam I 12, sonst 10 einhalb Knoten, auf bcr Nebenlinie 10 Knoten. | Der Weg ber Submission soll verlassen werben.
Aus Stadt und Kaud.
(Anonyme Sinsendnngekr, gleichviel welchen werden grundsätzlich nicht aufgenommenJ
Gieße», 26. April 190b.
** l^PffPlf********' (Nachdruck verböte«.) Dor 109*1. am 27. April 1791, wurde zu CharlcStown Sam. Morse ffnbtr b£8 elektromagnetischen Schreibtelegrapbm, geboren ®(flnbung und Derbessernngen machten den Telegraphen iu bebiutfamen BerkehrSmitiel, wie wir ihn heute kennen. Mors» am 2. April 1872 in Newyork. t’<
manchem Gärtner und mancher Blumenfteundin berrst!»! schwere Enttäuschungen; doppelt willkommen dürfte da,- Mittel sein, durch das man den Eintritt der Nachtßv- vorher bestimmen und seine Lieblinge vor ihnen fjk, fa»n. Wte der Direktor des Botanischen Gartens . rl68!6«' Professor Drude, in langjährigen BeobachtuW, festgestellt hat, kann sich ber Gärtner schon am Mittag ihr bte Temperaturverhältnifse ber Nacht orientieren. E- k darf dazu eines feuchten Thermometers, d. h. eines Ther^ Meters, deffen Quecksilberkugel mit feuchter Gaze umwuntu
Z'eht man von der Höhe, bie es um Mittag M 4l/t Grad C. ab, so erhält man die Temperatur £ kommenden Nacht bis auf 1/2 Grad C. annähernd. %< das feuchte Thermometer um Mittag beispielsweise 5 GraU so kann man für die Nacht % Grad C. erwarten,. - Temperatur, wo sich auf den Blättern bereits Rauhreis u büben beginnt; es gilt also, leicht erfrierende Pflau» kmder durch Decken, Sträucher, Bestreuen mit Torfmull jit schützen, und die leicht transportierbaren wieder in bat roärmcnbe ober Zimmer zurückzubringen, fit
Methode Drude's ist von dem Genfer Gelehrten Kammermm entdeckt worden, nnd hat sich bisher bei allen Beobachtungki als durchaus vertrauenswürdig erwiesen.
•• Unfall. Ein Arzt aus Gießen geriet gestern avend an der Konstablerwache in Frankfurt a. M. unttr eine» elektrischen Trambahnwagen. Er kam ohne erheblich! Berletzungen davon.


