Ausgabe 
27.4.1900 Zweites Blatt
 
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ZN Gießener Anzeiger

1900

Uch»l. 4 mal beigrlegt.

General-Hinzeiger

Anrts- und Anzeigeblutt fflt den Ttveis Gietzen

sprechenden Nachweisung vor der Reparatur oder vor ber

Direktion Starkenburg zur Vornahme der Reparatur oder

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Aiezugrprets vierteljährl. Mk 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholrstekle» viertetjahrl. Mk. 1,90 monatlich 66 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 viencyLhrL. mit Bestellgeld.

Lüe Allzoigen-vermittlung-stellen deS In- und AutlaadeL nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

g rDaltton, Lspedition und Druck««:

Schnk-r-tze Nr. 7.

Nachdem das Erlöschen der Seuche inOber-Seemen, I sprechenden Nachweisung vor der Reparatur oder vor der Kreis Schotten, amtlich festgestellt worden ist, ist die an- I Anschaffung die Genehmigung der Großh. Provinzial- geordnete Gehöftesperre wieder aufgehoben worden.

Unter dem Viehbestand zu Unter-Seibertenrod, Kreis Schotten, ist die Seuche amtlich festgestellt und über

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Mütter für hessische Uotkslmnde. __________

einer Weise ausstellen (das heißt gewissermaßen im prak­tischen Gebrauch) die tveit besser ist, wre die bisherigen Ausstellungskasten, Pyramiden rc. Und wie angenehm und anregend ist diese Form für den Beschauer, alles fertig' zu sehen wie es in den Gebrauch kommt, jedes Zimmer als abgeschlossenes Ganze, keine endlosen Hallen und Säle, die ermüden und verwirren. Und dann dazwischen sorg­fältig gepflegte Gärten und Anlagen, schattige, ruhige Plätze und Wege, und verstreut dazwischen Unterhaltungen und' Vergnügungen aller Art.

Auch großartige Restaurationen werden neu errichtet, in denen wiederum jedes Stück neu und in künstlerischer Weise hergestellt, zugleich ein Ausstellungsobjekt ist, diese aber sind natürlich nur Provisorien, die nut Schluß der sechs Monate dauernden Ausstellung wieder abgerissen werden. Die Bauten sind schon seit einigen Monaten in Arbeit und man hofft bis zum Herbst mit dem Rohbau fertig zu sein, um dann den Winter über die innere Ein­richtung aufzustellen und zu vollenden.

Finanziell ist das Unternehmen ausgezeichnet fundiert, denn allein für die Provisorien ist ein Garantiefond ge­zeichnet, dessen Höhe bis jetzt eine viertel Million erreicht hat, während der Hauptteil, die Villenkolonie, für feste Rechnung der späteren Besitzer erbaut wird, also keiner besonderen Garantie bedarf.

Wir werden über die Einzelheiten noch eingehender berichten, vorläufig wünschen wir dem Unternehmen flotten Fortgang und recht zahlreiche Beteiligung aus allen Kreisen der Industrie, des Gewerbes und der Kunst.

Deutscher Reichstag.

180. Sitzung vom 25. April. 1 Uhr.

Das Haus fährt in der Generaldiskussion des sog. Reichs- seuchengesetzes fort.

Abg. Schrader (frs. Vgg.) bedauert, daß die Vorlage ja spät dem Reichstage vorgelegt worden ist, so daß ihre Erledigung nur mit Mühe herbeizuführen sein dürfte. Auch in dieser Vor­lage trete wieder der in der letzten Zeit immer deutlicher wahr­nehmbare charakteristische Zug hervor, die Reichskompetenz aufs äußerste einzuschränken. Daß damit auf dem Gebiete der Abwehr der Seuchen nicht viel gewonnen wird, leuchtet ein. Es werde nicht die leiseste Neuorganisation für die Zwecke des Gesetzes in Aussicht genommen, das Reichsgesundheitsamt werde nut der Frage überhaupt nicht befaßt, es spiele eine ganz passive Rolle. Alles Heil werde von der Polizei erwartet. Im übrigen werde das meiste den Landesgesetzen bezw. dem polizeilichen Verordnungsrecht der Einzelstaaten überlassen. Mit dem Ein-

Äbrefie für Depeschen: Anzeiger Hletze*.

Fernsprecher Nr. 51.

zur Anschaffung der Sammelbüchsen einzuholen.-

Sie wollen Ihre Dienstanweisung vom 18. April 1890 hiernach ergänzen und vorkommenden Falls nach dieser Be­stimmung verfahren.

v. Bechtold.

Ktteratur.

Zur modernen Dramaturgie. Studien und Kritiken über das deutsche Theater von Eugen Zabek. Oldenburg, Schulz'sche Hofbuchhandlung, ungeb. 5 Mark. Eugen Zabel hak das Beispiel Frenzels, seines Vorgängers in der Theaterkritik bei der Nationafzeitung, gern ergriffen

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Bekanntmachung.

Am Sonntag, 29. d. M., nachmittags 3 Uhr findet eine Versammlung des landwirtschaftlichen Bezirksvereins in Langsdorf in der Wirtschaft von Adam Roth I. statt, zu der die Mitglieder deS VereiuS und jedermann, der sich dafür interessiert, freund­lichst eingeladen ist.

Tagesordnung:

1, Vortrag des Gr. Direktors Herrn Dr. v. Peter von Friedberg über:Die landwirtschaftliche Fach­ausbildung der jungen Bauernsöhne, ihre Notwen­digkeit und deren Wirkung in technischer, sozialer «nb allgemeiner politischer Beziehung."

2. Ueberreichung der den Ackerbauschulen vom land­wirtschaftlichen Bezirksverein als Andenken gewid­meten landwirtschaftlichen Lehrbücher durch den Herrn Direktor der Gr. Landwirtschaftsschule in Friedberg.

3. Beratung über sonstige Gegenstände.

Gießen, den 25. April 1900.

Der Direktor des landwirtschaftlichen Bezirksvereins. v. Bechtold.

erloschen.

Gießen, den 23. April 1900.

Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Bechtold.

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8 ctr.: Lehrerkonferenzem I verseuchte Gehöft die Sperre angeordnet worden.

, t I Nachdem in mehreren Gehöften zu Ulrichstein, Kreis

Sroßh. Kreis-Schulcommssion Metzen Schotten, die Seuche ausgebrochen ist, ist über die genannte m die Echnlvorstäee^e^rmd^ Bürgermeistereien Wartung ineS-uch-

und dessen Dramaturgie eine eigene nachgesandt. Zuerst: erschien einzweiter Teil", in dem er das fremde Theater mit seinen Einflüssen auf die deutsche Bühne darstellte. Diesem Bande ist nun dererste" gefolgt. Hier liefert Zabel ebensowohl Studien über Hauptmann, Sudermann, Wilbrandt rc. wie über Moser, l'Arronge, Lindau u. a. Er ist jedoch weit entfernt, dieseMacher" zu überschätzen. Er weiß nur als ein feiner, langjähriger Kenner der Theaterpraxis genau, welchen Wert auch solche Schriftsteller besitzen, und wieviel mancher von ihnen lernen könnte, dessen Stücke an litterarischem Werte die Stücke dieser weit überragen. Zabels Kenntnis der Theaterpraxis be­weisen z. B. seine Aufsätze über dieKunst des Vortrages"« undZur Charakteristik des Bühnenerfolges". Das Buch!

ist aus für Zeitungen geschriebenen Feuilletons zusammen- gestellt. Seine Darstellung ist durchweg leicht und flüssig; er plaudert liebenswürdig und lebhaft, geistreich und fesselnd. Ein liebevoll und warm geschriebener Aufsatz feiert den Kenner der Dramaturgie Karl Werder. Zabeli läßt Sudermann volle Anerkennung zu teil werden., Hervorheben möchten wir auch noch die Schauspieler­charakteristiken am Schluß, die auch dem Nichtkünstler in­teressant sein werden.

Karl Heinr ich. Erzählung von Wilhelm Meyer- Förster. Illustriert von Adolf Wald. Geheftet Mk. 3., elegant gebunden Mk. 4.. (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt.) Der Erzähler hat hier eine köstliche humoristische Erzählung geschaffen, die sich sofort das Herz des Lesers eröffnen wird. Die farbige Poesie Heidelberger Korps­studentenlebens und das abgemessene höfische Zeremonielr mit den goldenen Ketten fürstlicher Repräsentation, schau­mende Jugendkraft und Lebenslust gegenüber den Pfluyren der fürstluhen Stellung bilden in. feiner Abtönung den Hintergruno, von dem sich der DteMd der ^bp-inz Karl Heinrich, und die tragische Gestalt seines Memory wirkungsvoll abheben.

Innahme ein Anzeigen zu der nachmittag- für den facndm Tag erscheinender. Nummer bi- »arm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abend» vorher.

Ausstellung 1901 in Darmstadt.

In aller Stille bereitet sich in unserer Residenzstadt nm Kunstereignis vor, das schon jetzt die Aufmerksamkeit «eiter Kreise fesselt. Vor Jahresfrist berief bekanntlich H Großherzog eine kleine ausgesuchte Schar junger Künst­ler nach Darmstadt und stellte ihnen gewissermaßen die «usqabe, durch künstlerische Beeinflussung der Industrie md des Gelverbes für das allgemeine Wohl zu wirken. 6im Winter hat genügt, um diese Aufgabe in feste Formen ni kleiden, denn die Künstler-Kolonie bereitet für das irchr 1901 eine Ausstellung vor, wie sie wohl eigenartiger nicht gedacht werden kann. Keine Ausstellungshallen, küne Ausstellungsstände oder dergleichen sind gedacht, nein, dne Ausstellung fertiger Häuser, eine kleine st ob er ne Stadt, in der jeder Stuhl, jede Decke, ja jeves Tischgerät künstlerisch durchdacht, neuzeitlicl; aus- »e'sührt ist. Jedes Stück des modernen Haushaltes kommt »ur Bearbeitung und jeder auch noch so kleine Teil soll kiimstlerisch und praktisch erwogen sein. Vor allem aber itie Häuser selbst werden Beachtung verdienen, denn es herben keine Ausstellungsbauten im gewohnten Sinne, nicht provisorische Schöpfungen, sondern feste bestehen il,übende Billen gebaut, die später dazu bestimmt sind, tttm lustiges Künstlervölkchen zu beherbergen. Aber bann liegt eine sehr praktische Seite dieser eigenartigen Aus» frftnng, denn die Häuser sind von vornherein verkauft mb bilden für das Unternehmen kein weiteres Risiko als »ss. Abnutzung und die Zinsen aber nAts weiter; auch iiric die ausstellenden Industriellen und Gewerbetreibenden Kittet die Form etwas Neues und Vorteilhaftes. Wahrend K jeder Ausstellung bisher besondere Stücke hergestellt Mürben mußten, deren Verkauf oft sehr fraglich ist, wird biur der größte Teil aller ausgestellten Gegenstände gleich gekauft und der Aussteller hat Gelegenheit, weitere Zdiücke fest in Bestellung zu bekommen, er braucht also ftrinc Opfer pt bringen und kann seine Erzeugnisse in

Bekanntmachung.

Der hessische Landwirtschaftsrat beabsichtigt mit der tm | September l. IS. zu Darmstadt stattfindenden landwirt- I schaftlichen Ausstellung eine Verlosung zu verbinden.

Großh. Ministerium deS Innern hat die nachgesuchte I Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der I Bedingung erteilt, daß bis zu 80000 Lose zu 1 Mk. das Stück, ausgegeben werden dürfen, und mindestens 50 Pro­zent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind.

Zugleich ist der Vertrieb der Lose im Großherzogtum gestattet worden.

Gießen, den 24. April 1900.

Großherzogliches KreiSamt Gießen.

v. Bechtold._____________

' Gießen, den 25. April 1900.

Betr.: Die Dienstanweisung für die Großherzoglichen Hessischen Bürgermeister, die Verpflegung armer Waisen; hier: die Anschaffung und Unterhaltung der Waisenbüchsen.

Daß Großherzogliche Kreisamt Gießen

| ®ä Ne Grohh. Bürgermeistereien des Streife»«

Es hat sich als notwendig erwiesen, den § 33 der Dienstanweisung für die Gr. Bürgermeister die Verpflegung armer Waisen betreffend vom 18. April 1890 durch nach­folgenden Zusatz, zu welchem Gr. Ministerium des Innern die Genehmigung erteilt hat, zu ergänzen:

Sobald die Reparatnr- oder Anschaffuugskosten für I die in einer Gemeinde aufzustellenden und zu unterhaltenden I Büchsen im ganzen für ein Rechnungsjahr mehr als 20 I Mark betragen werden, ist unter Beifügung einer ent-

göttlicher Gell.

ffitefcex, 25. «pril 1900.

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Rasen nach ben f . > Näheres durch foL ' Eonnenftraße 21 ücht'S- Arb-c läget und U Mstigung beim fek Ende« am Fel!. .

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einem jungen IMM tUung per > Juni. M-

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Die diesjährigen FrühjahrSkonfereuzen sollen statt- I ^1. Für den Bezirk Grünberg am 30. April b. I., I vormittags 10 Uhr, tm Hotelzum Hirsch« m I Grünberg; .

2. für ben Bezirk Lich-Hungen am 3. Mat d. I., I vormittags 10 Uhr, imHolländer Hof" zu Ltch.

Die Herren Referenten werden ersucht, ihre Referate I j, ben Konferenzen bereit zu halten.

An die Konferenzen schließt sich em einfaches Mittag- effei: in vorerwähnten Lokalitäten an. I

Sie wollen die Lehrer Ihrer Gemeinden entsprechend fcbmiten.

v. Bechtold.

Gießen, den 25. April 1900.

Metr.: Den Rundgang der Feldgeschworenen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

av die Großh. Bürgermeistereien deS Streifes. |

Es steht bezüglich einer größeren Anzahl von Ge- 1 tneimben die Berichterstattung über die Beseitigung der bei dm letzten Rundgang der Feldgeschworenen gefundenen An- släi'de noch aus. , , .a

Sie wollen dies, soweit es noch nicht geschehen ist, Wunigst nachholen.

v. Bechtold.__

Bekanntmachung

Betr.: Die Maul- und Klauensenche.

Degen Ausbruchs der Seuche zu Ober-Ohmen, iceiS Alsfeld, ist Gehöftesperre angeordnet worden.

Nachdem die Seuche in einem Gehöfte zu Leusel, Nettis Alsfeld, festgestellt worden, ist Gehöftesperre ange- irtonet worden.

In einem Gehöft zu Nie der-Weisel, Kreis Fried­berg, ist die Seuche auSgebrochen und Gehöftesperre verfügt voirden.