Ausgabe 
27.3.1900 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Herr Brück für die Erhaltung der Bäume; stimme man der Entfernung zu, so würden die Bauherren aus der Plock- straße die Bäume ebenfalls entfernt haben wollen. Die Mehrheit der Versammlung entscheidet sich für einen von Herrn Krumm gestellten Antrag, die Beschlußfassung auf 3 Monate zu vertagen.

Einem Antrag des Herrn Polizeiwachtmeisters Kaspar und Genossen um Herstellung der Verbindungsstraße deS Großen Steinweges" mit der Grünbergerstraße und Ab­änderung der Lokal'Baupolizei-Verordnung, betreffend die weitere Bebauung dieser Straße, wird von der Versamm­lung nicht entsprochen.

Ein Gesuch des Herrn Ph. Benner II. um Heber- lassung eines Platzes am Neustädterthor für die Aufstellung eines Wasserhäuschens wird abgelehnt.

Herr Oberbürgermeister Gnauth teilt mit, daß die I Baudeputation vorgeschlagen hatte, zwei Bäume längs des I SchoorgrabenS zu fällen, den Rest der Bäume aber so weit I als thunlich zu entästen, um abwarten zu können, wie sich I die Sache machen würde. Daraufhin seien vom Stadtgärtner I zwei Bäume gefällt und an den übrigen die Entästung vor- | genommen worden. Die Herren Stein u. Meyer seien erneut vorstellig geworden wegen der gänzlichen Entfernung der Baumreihe. Mit diesem zweiten Gesuch habe sich die Baudeputation nur insoweit beschäftigt, als sie sich an Ort und Stelle überzeugt, daß nach Lage der Sache die Bäume mißständig seien. Der Herr Oberbürgermeister erklärt, daß er sich vor dem Augenscheinstermin auch dagegen gewehrt habe, aber wie die Angelegenheit nun einmal liege, habe er sich überzeugt, daß die Versammlung nicht umhin könne, der Entfernung zuzustimmen. Herr Loeb er ist der An­sicht, daß man, nachdem zwei Bäume an jener Stelle gefallen seien, abwarten solle, ob die andern doch noch stehen bleiben I könnten. Herr Wallenfels ist für Entfernung der Bäume, da die auf der andern Seite stehen bleibenden den Prome- nandenweg hinreichend beschatteten. Herr Schmal! spricht sich gegen Entfernung der Bäume aus, weil man sonst den Charakter unserer Anlagen zerstöre.

Herr Haubach ist für die Fällung der Bäume. In anderen Städten müßten die Bäume den Neubauten auch zum Opfer gebracht werden, um Luft und Licht in den Wohnungen zu schaffen. Herr Krumm spricht gegen die Fällung der Bäume. Herr Kirch erklärt, man müsse, wenn es sich um die Entfernung von Bäumen handele, von Fall zu Fall prüfen. Im vorliegenden Fall sei er für Beseitigung der Bäume, denn damit schaffe man Luft und Licht. Herr Flett ist für Beseitigung, Herr Hanau für Belassung der Bäume. Herr Oberbürgermeister Gnauth teilt mit, daß die Bäume ca. 7 Meter von den Häusern an der Böschung des SchoorgrabenS nach diesen zu schief gewachsen seien und daher mit ihren Kronen dicht an die Gebäude reichen, und nach seiner Meinung doch später gefällt werden müssen. Herr Löber bittet um die Vertagung deS Punktes bis zum Spätsommer. Herr Scheel ist für kurze Aus­setzung des Punktes, damit man sich von der Mißständigkeit der Bäume überzeugen könne. Herr Petri erklärt, er l r sich durch den Augenschein überzeugt, daß die Bäume miß' ständig seien. Herr Leib spricht ebenfalls für Entfernung,

Einem von der Bürgermeisterei als Schulpolizeibehörde vorgelegten Entwurf, betreffend die gewerbliche Nebenbe­schäftigung schulpflichtiger Kinder wird zugestimmt. Der­selbe lautet: Schulpflichtige Kinder dürfen in der Zeit von 8 Uhr abends bis 8 Uhr vormittags außerhalb der elterlichen Wohn- oder Werkstätte nicht mit gewerblichen Arbeiten beschäftigt, oder zum Austragen von Backwaren, Milch, Zeitungen oder anderen Gegenständen verwendet werden. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschrift des § 1 werden an den Eltern, Pfiegeeltern und Vormündern, sowie an den Abeitgebern mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. oder im Falle der Uneinbringlichkeit mit entsprechender Haftstrafe geahndet. Diese Polizeiverordnung tritt zwei Wochen nach ihrer Verkündigung imGießener Anzeiger in Kraft. _

Der vorgelegte Entwurf einer Polizeiverordnung für ben Verkehr der Radfahrer wird angenommen. Danach ist das Radfahren auf folgenden Straßen, Plätzen und Fußwegen verboten: 1. Gäßchen auf der Bach. 2. Erlenaasse. 3. Marktlaubenstraße während der Wochen- m'ärkte 4. Fußweg über die Oberhessische Bahn zwischen Frankfurterstraße und Bahnhof. 5. Wege in den städtischen Anlagen. 6. Fußwege nach dem Philosophenwald, von der Ostanlage und entlang deS Mittelweges von der Grün­bergerfiraße aus. 7. Die von der Fahrbahn abgetrennten Fußwege im Philosophenwald. 8. Fußwege nach dem Schiffenberg, entlang der Kreisstraße und des alten Stein­bacher Weges. 9. Fußweg nach der hohen Warte. Die Benutzung des PlatzesOswalds Garten" als UebungS- platz für Radfahrer ist verboten.

() Lieh, 23. März. Seit über Jahresfrist besteht hier unter dem NamenKurverein" ein Verein zur Hebung und Förderung des Fremdenverkehrs. Er hat in dem

leidigen; er sei von Herrn Kirch, welcher eine Erklärung über den ablehnenden Standpunkt in der Kriegerdenkmals­angelegenheit hören wollte, zu seiner gestrigen Erklärung provoziert worden. Er habe daraufhin feine Stellung motiviert, allerdings in etwas scharfer Weise, wozu ihn die Umstände veranlaßten. ,n

Herr L. Jochem beabsichtigt, an der Rodheimerstraße einen Viehstall zu errichten; das einschlägige DispensationS- gesuch wird befürwortet, deSgl. , , . . -.

das Gesuch des Kreises Gießen, betrestend die Er­bauung einer Straßenwartwohnung an der Kreis- straße Gießen-Hauseu, ferner das Gesuch des Herrn Jul. Ruckstuhl um Erlaubnis zur Anlage einer Abortgrube im Neubau des Gesuchstellers in der Moltkestraße. Ebenso soll befürwortet werden daS Gesuch des Herrn Kaspar Becker, welcher ein Stallgebäude in seiner Hofraite an der Wolfstraße erweitern will.

DaS Gesuch der Firma H. Sch affst aedt um Er­laubnis zur Errichtung eines einstöckigen Fabrikanbaues in der Schanzenstraße wird befürwortet.

Betreffs Benennung der vom Brandplatze nach der Ostanlage führenden Straße hat die Baudeputation bean­tragt, die StraßeLandgrafenstraße", und betreffs der vom LudwigSplatz nach dem Schiffenbergerweg führenden Straße dieselbeGuten berg st raße" zu nennen. Die Versammlung beschloß nach kurzer Debatte, in welcher einige Stadtverordnete betr. der letztbezeichneten Straße für die BezeichnungAlemannenstraße" eingetreten, dem Deputations­antrage gemäß. (Die in diesem Jahre stattfindende 500jährige Gedenkfeier an Joh. Gutenberg, den Erfinder der Buch­druckerkunst, hat die Stadtverordneten-Kollegien verschiedener deutscher Städte, so im Laufe der vergangenen Woche in Gotha, ebenfalls veranlaßt, neuen oder bereits andere Be­zeichnungen führenden Straßen den NamenGutenbergstraße" zu geben; eine Anzahl anderer Städte wird diesem Bei­spiele noch folgen. Red.) .

Herr Karl Hartmann hat den Wirtschaftsbetneb desRheinischen Hofes", Frankfurierstraße 30, übernommen, und bittet um Erteilung der Konzession. Da es sich um den Uebergang einer bestehenden Wirtschaft handelt, wird das Gesuch befürwortet.

Die Herren Architekten Stein u. Meyer hatten ge­beten, vor den von ihnen erbauten beiden Villen an der Ostanlage (im Oppenheimer'schen Garten) eine Reihe Bäume längs des SchoorgrabenS zu entfernen. In dem Gesuche ist darauf hingewiesen, daß diese Bäume, weil Luft und Licht versperrend, für die bezeichneten Gebäude störend wirken, und daß weiter die Anlage von Vorgärten vor den Dillen nach der Anlage erschwert werde, wenn man die Bäume stehen lasse.

Ter erfreulicherweise andauernde Abonnenten-! zu wachs darf als sprechender Beweis dafür gelten, daß derGießener Anzeiger" den Anforderungen der Jetztzeit Rechnung zu tragen versteht. Er wird, auch weiter ebensowenig Kosten als Mühe scheuen, seinen Berus als gr ö ßte T agesz e itu n g O b erh essens zu erfüllen und jede Gelegenheit ergreifen, die Interessen der ge­samten Bevölkerung der Provinz wahrzunehmen. -tic Gießener Familienblätter" wahrhaft unterhaltend und belehrend zu gestalten, denHessischen Landwirt' zum zu- ateil verlässigen Berater zu befähigen, und durch die ^Blatter habt für Hessische Volkskunde" den Sinn für hessische Eigenart 9-- 1 zu erhalten, gilt uns daneben als vornehmstes Ziel. - Daß mit der zunehmenden Verbreitung des Gießener An­zeigers seine Wirkung als Insertion sor gan immer nachhaltiger wird, werden die ihn benutzenden Jnserenten- kreise mit Genugthuung erfahren haben. Wir ersuchen namentlich ausivärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post bezw. den Zweigstellen baldgefl. aufgeben zu wollen. Neu­hinzutretende hiesige Abonnenten erhalten vom Tage der Bestellung bis 30. März den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe-Nummern nach auswärts postsrei zu versenden. Den Lesern m hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weiter senden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.

Verlag desGießener Anzeiger".

Lokales und Provinzielles.

(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht attsg-nommen.)

Gießen, 26. Marz 1900.

** GeschichtSkalender. (Nachd-uck verboten.) Vor SSJ«hr?e, am 27. Mär, 1802, entschloß sich das englische Kabinett zu. d^m unaünsttg-n Frieden von AmienS, nachdem sich die Engländer überzeugt hatten, daß die britische Armee nicht imstande war, die k tegtzkundtgen Franzosen im Niliande zu überwinden. In diesem Frieden versprachen die Engländer, die den Franzosen entrissene ^nsel Malta wieder zurückzugebrn, und willigten ein, daß Aegypten, sowie die Republik der loschen Inseln wieder unter die Ober­herrschaft der Pforte zurückkehrte.

Empfang. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 25. März u. a. den Oberbürgermeister Gnauth und den Stadtverordneten Kirch von Gießen.

* Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der G r o ß- Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 24. März dem Brückenmeifter bei der fliegenden Nähe zu Gernsheim, kommisiarischen Brückenmeister der Schiffbrücke zu Worms, Konrad Hartmann, aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.

* Aus dem Grohherzoglichen Ministerium. Seine König­liche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst gc ruht, am 21. März den Ministerialrat im Ministerium des Innern Dr. Heinrich Eisenhuth auf sein Nachsuchen von dem Amte eines Mitgliedes der Zentralstelle für die Landes statistik mit Wirkung vom 1. April 1900 an zu entheben, uno den vortragenden Rat bei dem Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, Geheimen Oberschulrat Ludwig Nodnagel, zum Mitgliede der Zentralstelle für die Landesstatistik mit Wirkung vom 1. April 1900 an zu ernennen. _

nn. Parlamentarisches. Die Erste Kamm e r der Stände wird am nächsten Mittwoch, dem 28.Marz, zu einer Sitzung zusammentreten. Außer einer Anzahl von Regierungsforderungen wird die Kammer über die Verlängerung des Finanzgesetzes, die neu projektierte Waldbahn, die Landeslotterie, sowie über die Neugestal­tung des Kassenwesens beraten.

** Theater verein. Von Herrn Hofschauspieler L o e h r, welcher am Mittwoch in denMorituri" gastiert, find in den Schaufenstern der Herren Frees und Noll eine Anzahl hübscher Bilder ausgestellt, welche Herrn Loehr u. a. auch in den drei Rollen des Seja, des Frchchen und des Malers zeigen. Es sei weiter darauf aufmerksam gemacht, daß die Mittelgallerie wieder mit nummerierten Sitzplätzen zu 1.25 Mark versehen ist, während der Preis eines Platzes auf der Seitengallerie, wie immer, 60 Psg.

verflossenen Jahre seine Aufgabe praktisch erfaßt, an land­schaftlich schönen Punkten Ruhebänke errichtet, und durch geeignete Ankündigung in verbreiteten Zeitungen die Auf­merksamkeit des erholungsbedürftigen Publikums auf unsere Stadt, deren gesunde Lage und schöne Umgebung gelenkt. Das alles ist nicht ohne Erfolg gewesen, denn schon im vergangenen Jahre hat hier eine Anzahl Groß, städter Erholung in frischer Landluft gesucht und gesunden, eine Ermunterung zum weiteren Streben im Dienste ver­güten Sache. Zur Aufbringung unumgänglich notwendiger Mittel haben sich nun die besten Kräfte des Turnvereins und des Gesangvereins Eäcilia zur Veranstaltung einer Abendunterhaltung nächsten Sonntag in der Turnhalle zum Besten des Kurvereins zusammengeschlossen. Tas Programm für den Abend ist reichhaltig und von Vorzug, licher Zusammenstellung. T^r Eintrittspreis ist aufs Min« destmaß festgesetzt, um jedem den Zutritt zu ermöglichen. Vom unvermeidlichen Tanze wird schon aus Rücksicht auf die Fastenzeit abgesehen. Möge ein recht großer klingender Erfolg den Dank der Bürgerschaft für Aufwendungen und Bemühungen des Kurvereins und der Mitwirkenden bilden.

§ Ortenberg, 25. März. Wie schon früher berichtet, ging ein Teil des GutesBreitenheide" in Besitz des hessischen Staates über und soll in dieiem Frühjahre seiten­hiesiger Oberförstern auf den angetansten Liegenschaften eine Anpflanzung von etwa 800 Obstbäumen vorgenommen werden.

S. D a r rn st a d t, 25. März. Gestern nachmittag fand auf der Malhildenhöhe nächst der russischen Kapelle durch den Großherzog die feierlick)e Grundsteinlegung des für die von ihm hierherberufenen Künstler Olbcrich, Ehristiansen, Behrens, Habich, Bosselt, Huber und Burck zu erbauenden Künstler heims statt. Der Fürst und Prinz Wilhelm von Hessen wurden von den Künstlern an der festlich hergerichteteu Baustätte empfangen. Die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, die Vorstände einer Anzahl die Kunst pflegender Vereine, sowie das Rek­torat der Hochschule und ein weiterer kleiner Kreis der Kunst nahestehender Personen waren auf besondere Ein. ladung teilweise mit ihren Damen erschienen; auch Prinz Franz Josef von Battenberg nebst Gemahlin hatte sich eingefunden. Der Großherzog hörte das von dem Hof­schauspieler Wagner meisterlich vorgetragene, von (Skj. Fuchs gedichtete Weihefestspiel stehend an. Prof. Olbench, der Plan-Entwerfer für die ganze Künstlerkolonie, hielt alsdann eine meisterhafte Ansprache, in welcher er dem kunstliebenden Fürsten für die durch seine besondere Huld und Gnade entstehende Schöpfung dankt und im Namen seiner übrigen sechs Genossen das heilige Versprechen giebt, durch eifriges Streben der wahren, echten .Kunst durch Ebnung neuer Wege ein besonderes Vorbild zu schaffen. Der Großherzog dankte, schritt hierauf zu dem Grundpeur und führte mit'dem ihm auf dem Sammetlissen von dem Werkmeister überreichten silbernen Hammer die üblichen drei Schläge mit den Worten:Dem Hesseu lano, dem Volke, zum Ruhme der Kunst". - Pros. Olberich überreichte ihm hierauf die von der Verlagshaiid- lung Alex Koch dahier herausgegebene Festschrift, welche die Pläne und Zeichnungen und in verschiedenen Aussagen die Ziele der hiesigen Künstlerkolonie enthalt; auch die geladenen Gäste erhielten je ein Exemplar. Nach dem Großherzog führten noch die Hammerschläge-. Prinz Wil­helm von Hessen, die sieben Künstler und Kabinettsrat Römheld. Die Zeremonie wurde durch Fcmfaren-Beglei- tung des 1.- Infanterie-Regiments Nr. 115 verherrlicht. - Tausende von Zuschauern hatten sich außerhalb der ab­geschlossenen Baustätte eingefiluden. Der Großherzog

I jährt Montag vormittag 11 Uhr 50 Min. mittelst Souder zuges zur Brücken-Einweihuug nach Worms und kehrt abends 8 Uhr 40 Min. nach Besichtigung der Illumination wieder hierher zurück.

nn. D a r m st a d t, 25. März. Die aus Anlatz der am Montag den 26. d. M. stattfindenden Einweihung der festen Brücke über den Rhein bei Worms in den Schlußstein eingelegte Urkunde wurde von dem Hofkalligraphen I. Gött- mann-Turmstadt in kunstvollster Weise und in reich vergol­deter Jnitialenschrift auf Pergament heraestellt und hat dieselbe folgenden Wortlaut:Wir Ernst Ludwig, von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein pp. thun kund und zu wissen: Heute im Jahre des Herrn Neun­zehnhundert, am 26. des Monats März, ist von uns in feierlicher Weise der Schlußstein dieser festen Brücke über den Rheinstrom gelegt, und derselben der Name -Ernst. Ludwigs brücke" verliehen worden". Zugleich ist die I Brücke dem öffentlichen Verkehr übergeben worden an Stelle einer Schiffbrücke, welche nunmehr nahezu;\ante lang nämlich vom 14. Juni 1855 bis heute im staatlichen Betriebe gestanden hat. Möge das neue Bauwerk, welche- auf Unseren Wunsch durch den Gemeinsinn Unseres Volke- I errichtet worden ist, dauern und Segen bringen den lan­desteilen, Städten und Landgemeinden, deren Verkehr e» zu dienen bestimmt ist. Ten Segen Gottes erflehen Wu daß er das Vaterland und dieses Bauwerk beschirmen wolle für und für. Zum Gedächtnis des heutigen Tages fou diese von Uns und Unseren Ministern vollzogene Urkunde I eingelegt werden in den Schlußstein dieses Bauwerke. I Vollzogen, Worms, am Tage, Monat und Jahr wie oben. I Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des bei' qeirücften Großh. Siegels" Die Urkunde ist von S-w-e Königlichen Hoheit dem Großherzog und den drei Minister" unterschrieben und ruht nebst anderen Dokumenten in eine» Kupferkapsel, welche in den Schlußstein eingemauert »w-

4- Großherzogliche Technische Hochschule zu Darmstav - Vorträge undUebungen fürMaschinen-Jngenieur. im Sommer-Semester 19OO. Beginn am24. Aprn Maschinenzeichnen, Prof. Krauß, 1 St. Vortrag, 4 - Hebungen. Mechanische Technologie I, Derselbe, 2 ® Vortrag. Mechanische Technologie II, Derselbe, Vortrag. Maschinenelemente, Geh. Baurat Pros. L ' 6 St. Vortrag. Konstruktionsübungen zu Mascha dementen, Derselbe, 9 St. - Konstruktionsübungen Maschinenelementen (für die Studierenden befl ingenieurwesenS), Geh. Baurat Prof. Berndt 3 St. Hebungen im Berechnen von Mafchinenelementen Prw dozent Dr. Gamerer, 1 St. - Erläuterung und Anwendung des Rechenschiebers, Derselbe 3 bis 4 St. Beginn d ! Semesters (unentgeltlich). - Beschreibende Maschmenleh ! Geh. Baurat Prof. Berndt, 3 St. Vortrag. - Dampl