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27.3.1900 Erstes Blatt
 
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Dienstag den 27 März

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Meßmer Anzeiger

Keneral-^Nnzeiger

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GraLsbeilaKk«: Gießener Familienblütter, Der hesßfche Landwirt, MMer für hrstische Volkskunde.

Ldreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51.

«i-tz-mer HewtNtiiHtter iwrtt* dr» Anzeiger bi W* .Heff. h»nd«b*- X.»älter W. »-askunde- VMfl. *wt frttykgt.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Abhaltung von Äörterminen zwecks Auf­nahme der Zuchttiere in das Provinzialherdbuch im 1. Körbezirk.

Die Körkommisfion des 1. Körbezirks (Vogelsberger Vieh) wird nachfolgende Körtermine abhallen:

Freitag den 30. März ds. Is., vormittags 9 Uhr, in

Lauter; nachmittag« 3 Uhr in Grünberg.

Montag den 2. April dS. Is., vormittags 11 Uhr, in Weickartshain; nachmittags 3 Uhr in Stockhausen.

Freitag den 6. April ds. IS., vormittags 10 Uhr, in Queckborn; nachmittags 2 Uhr in Göbelnrod; nach­mittags 5 Uhr in Beltershain.

Dienstag den 10. April ds. IS., vormittags 10 Uhr, in Saasen; nachmittags 2 Uhr in Reiskirchen; nach­mittags 4 Uhr in Lindenstruth.

Samstag den 14. April ds. IS., vormittags 11 Uhr, in Burkhardsfelden; nachmittags 3 Uhr in Steinbach.

Freitag den 20. April ds. Is., vormittags 10% Uhr, in Heuchelheim; nachmittags 5% Uhr in Großen- Buseck.

Dienstag den 24. April ds. IS., vormittags 10% Uhr, in Großen-Linden; nachmittags 4 Uhr in Allen« dorf a. d. Lahn.

Die Züchter von Vogelsberger Vieh, welche ihre Tiere in das Herdbuch eintragen lassen wollen, werden ersucht, ihre betreffenden Tiere an dem von betr. Großh. Bürger- «eifterei hierzu bezeichneten Ort auszustellen, damit die Arbeiten der Kommission ohne Aufschub erledigt werden können.

Anmeldungen zur Körung find an den Borfitzenden dieser Kommission, Herrn Oberamtmann Hoffmann zu hos Gull, oder den Geschäftsführer, Herrn Oberverwalter Seil stein in Laubach, zu machen.

(Bei diesen Äörterminen sind ebenfalls die schon aiv gekörten weiblichen Tiere und die von solchen stammende Nachzucht vorzuführen.)

Hardt-Hof, den 21. März 1900.

Der Präsident

drs landwirthschaftl. Verein« für die Provinz Oberheffen. I. V.: Schlenke.

FeuiUets«.

Briefe aus der Befidenz.

Origtnalbericht für denGießener Anzeiger".

(Nachdruck verboten.)

las Heim der Küustlerkolonie aus der Mathildenhöhe. Ge­mälde und plastische Werke im Kunstverein.

Man wird jetzt unter der UeberschriftDarmstadt" Nusiger von Sachen der bildenden Kunst und des rno- Lrrnen Kunstgewerbes lesen, als das in früheren Jahren fahren der Fall gewesen ist.

Bei dem Vorhandensein einer immerhin ansehnlichen Hcmäldegalerie fühlten sich einstmals die Gemüter völlig jxrubigt und dachten gar nicht an die Möglichkeit, daß Je Kunst bei uns in Deutschland auch einmal, wie seiner- Ait in Italien im gesegneten Quatrocento berufen sein Ännte, alle Gebiete des Lebens zu erobern, und mit den testen Instinkten und Kräften der Volksseele Fühlung zu gnuinnen.

Die Grundsteinlegung für die Arbeitsstätte der Künst­lerkolonie, welche am Samstag Nachmittag 5 Uhr pro­grammgemäß in Anwesenheit des Großherzogs vor sich ging iiatt) einen vornehm-festlichen Anstrich trug, bedeutet einen Schritt vorwärts auf der Bahn, deren Ziel kein mderes ist, als Darmstadt, die Residenz des Großherzogs, Weiner Kunststadt zu erheben. Der Grundstock ist gelegt, Miii ist der Anfang, aus welchem alles weitere organisch Zcauswachsen soll aber durchweg handelt es sich um >re Pläne, um sichere Entwürfe und vor allem um das Miren, welches die Ideen in Wirklichkeit übersetzt. Äb'kßn" von Joseph M. Olbrich, so heißt die kleine Schrift, Sie hauptsächlich für den Großherzog und sonst nur für einem kleinen Kreis von Interessenten bestimmt, in Wort M Skizze die Pläne verdeutlicht und veranschaulicht, nach ioelcchen ffich der allmähliche Ausbau der Mnstlerkolonie »vilZiehen soll. In der von Alexander Koch herausgege- Jene-rt Festschrift, die in Umschlag, Papier, Zeichnungen und Mbentönen first rate genannt werden muß, schreibt Ol-

* Vom Kriegsschauplatz.

Loudon, 24. März. Aus Äroonstadt ist ein Brief eines Engländers in Bloemfontein eingetroffen, der eine Verwandte des Präsidenten Steijn zur Frau hat. Er be« zeichnet die Stimmung der Buren als sehr zu­versichtlich, die Stadt rüste sich zu einem energischen Widerstand, und gleiche mit ihren mächtigen Schanzwerken bereits einer starken Festung. Die verbündetenTruppen seien unter dem Oberbefehl des Generals Joubert völlig einig und ohne Zwietracht.

London, 24. März. Der Entsatz von Mafeking dürfte nicht so schnell, wie erwartet wurde, er­folgen. UebrigenS verbreiten die englischen Meldungen, daß das Bedürfnis auf Entsatz in Mafeking nicht mehr so stark sei. Lord Methuen soll sich den richtigen Uebergang über den Vaalfluß, östlich von Fourteen StreamS gesichert und mit einem Detachement eine Flankenbewegung unter­nommen haben. Die Cityvolontäre schützen die Kommuni­kation vom Oranjefluß nordwärts.

London, 24. März. Die Gerüchte von der Niederlage des Generals Gatacre werden amt­lich dementiert; dagegen soll Oberst Plumer von einer Burenabteilung unter dem Befehl des Kommandanten Eloff bei Gaberones ein * geschlossen sein.

Wien, 24. März Die österreichisch-ungarische Regierung lehnte aus den gleichen Gründen wie Deutschland die von Transvaal nachgefuchtc Friedensvermittelung ab.

London, 25. März. Gestern nachmittag lief folgendes Telegramm von Lord Roberts aus Bloemfontein im Kriegs­amte ein: Gestern wurden die Oberstleutnants Grabbe und Codsinglon sowie der Leutnant Lygon und ein Gemeiner während eines Rekognoszierungsrittes, den sie nördlich von Bloemfontein ausführten, von einer Abteilung Buren überrascht. Der Leutnant wurde getötet, die beiden Oberstleutnants und der Gemeine schwer verwundet. Die Buren brachten die Verwundeten auf einen nahe gelegenen Pachthof und verpflegten sie. Dieser Zwischenfall hat inso­fern Bedeutung, als er die falsche Berechnung der Engländer beweist. Lord Roberts drückte noch vor einigen Tagen in einem Telegramm die Ueberzeugung aus, daß das Gelände 60 Kilometer nördlich von i Bloemfontein von den Buren vollständig ver« i lassen sei und daß alle Buren sich nach Kronstadt zurück-

brich:Endlich eine kleine begeisterte, arbeitsftendige Ge­sellschaft, in einer Stadt, die so glücklich ist, weder Glas­palast noch Akademie zu besitzen, doppelt glücklich daher, weil damit auch die beengenden Normen und Paragraphen für untere schöne Knnst fehlen. Das habe ich mir immer gewünscht, den freien Rasen, das blumige Feld, ein Land, wo nur vom Hörensagen das große Weben einer neuen Kunst gekannt war." Ein weites, bäum- und blumenreiches Terrain, die Großherzogliche Mathildenhöhe, giebt den Plan. Oben vom höchsten Streif soll das Haus der Arbeit sich erheben; dort gilt, gleichsam in einem Tempel, die Arbeit als Gottesdienst. Acht große Ateliers mit kleinen Meister-Stuben, ein kleines Theater, Turn- und Fechtsäle, gastliche Räume, Douchen und Bader sind in einem Langbau aufgenommen. Im abfallenden Gelände die Wohnhäuser der Künstler, gleich einem friedlichen Ort, zu dem nach des Tages emsiger Arbeit von den Höhen des Fleißes herabgestiegen wird, um den Künstler mit dem Menschen einzutauschen. Alle die Häuschen um ein Forum gruppiert mit eigenartig angelegten Wegen, Gärten, Beleuchtungskörpern, Brunnen und Blumenbeeten zur Ein­heit verbunden. Im Häuschen selbst ein eigenartiges Wohnprinzip. Der große Raum (als Raum des Lebens) birgt alles Wohnliche. Dort soll Kunst in Fläche und- Form vertreten jein, Musik gehört, Reden gewechselt, Gäste empfangen, schöne Stunden verlebt werden. Alles andere Raumgebilde betont mehr den Zweck in einfachster Schön­heit ,aber bis unter das Dach das Ganze eine Reihe von Stimmungen.

In einem Jahr hofft man das Künstlerhans einweiheu zu können. Vor der Hand sind alle Kräfte der vom Groß­herzog aus Nah und Fern herbeigezogenen sieben Kolo­nisten noch mit der Arbeit für die P a r i s e r W e l t - Aus­stellung beschäftigt.

Ein Hauptsrück der von Darmstadt gestellten Beiträge dürfte das von Prof. Hans Christiansen entworfene -und von Fr. Endner (Darmstadt) ausgeführte Fenster mit Kunst­verglasungen sein, das für den Empfangsraum der Künst­ler-Kolonie bestimmt ist. In der K u n st h a l l e am Rheinthor steht das Leben auch nicht still. Der Vorstand ist

gezogen hätten. Es ist aber auch nicht unmöglich, daß dieser Ueberfall nicht von Transvaal-Buren, sondern von Oranje-Buren ausgeführt worden ist, welche sich bei Bloem­fontein unterworfen haben.

London, 25. März. Aus Ladysmith wird vom 24. gemeldet, daß in der Nähe von Biggarsberg zwischen einer englischen Rekognoszierungs Abteilung und einem Buren« Kommando kleinere Gefechte stattfanden. Die Trans­vaal-Buren in Johannesberg sind entschlossen, den heftigsten Widerstand zu leisten und jeden Fußbreit Landes bis aufs äußerste zu vertei­digen. Sie haben für 6 Monate Lebensmittel und Munition. Man glaubt indessen nicht, daß Jo­hannesburg einen längeren Widerstand leisten wird, sondern daß sich die Buren nach Prätoria zurückziehen und sich dort konzentrieren werden.

London, 25. März. Nach Meldungen aus Kapstadt hat Lord Robers bereits den Befehl zum Vormarsch gegen Kronstadt erteilt. Die Gefangennahme des Buren- Korps unter dem Befehl von Olivier wird stündlich er­wartet.

Berlin, 25. März. Nach einer Meldung der Morgen­blätter aus London depeschierte Lord Roberts aus Bloemfontein vom Freitagabend, er habe keine beson­deren Neuigkeiten mitzuteilen. Das Land südlich von Bloem­fontein sei im allgemeinen beruhigt. Eine Anzahl Waffen wurden abgeliefert, und die Bevölkerung beginne den Vor­teil einzusehen, der ihr aus der Einbringung ihrer Pro­dukte. auf den Markt von Bloemfontein erwachse. In den westlichen Distrikten verspreche man sich von den Beweg­ungen der Truppen gute Erfolge. Das Kriegsamt macht bekannt, daß General Woodgate, der beim Sturme auf den Spionkop im Februar verwundet wurde, jetzt seinen Verletzungen erlegen ist.

Die mißglückten Eutsatzversuche Mafekings.

Der Vorstoß des Obersten Plumer von Norden her auf Mafeking scheint vollständig gescheitert zu sein. Wir meldeten bereits, daß ein Teil seiner Truppen unter Major Bodle von den Buren bei Lobatsi geschlagen worden, sodaß er sich auf die bei Gaborones zurückgebliebene Hauptmacht zurückziehen mußte. Inzwischen sind noch folgende Depeschen eingelaufen:

Loudon, 24. März. Das Kriegs amt veröffentlicht folgendes Telegramm des Generals Forestier Walker: Kapstadt, 23. März: Erhalte folgendes Telegramm

unausgesetzt darauf bedacht, das bilderschauende Publikum einen Blick in die verschiedensten Werkstätten des schaffenden Künstlergeistes unserer Tage thun zu lassen. " In dem Cyelus von A. Männchen (Danzig) der gegenwärtig Hauptraum und Nebenräume füllt, tritt uns eine künst­lerische Vollpersönlichkeit und zugleich ein Maler von wunderbar packender Beobachtungsschärfe und Vielseitigkeit der Begabung entgegen. Ob Männchen uns nun die eigentümlichen Licht- und Schattenwirkungen in weiten, hallenden Tonnen- und Kreuzgewölben altertümlicher, deutscher Städte veranschaulicht, oder das weiße Sonnen­licht grell über eine Straße von Tunis hinscheinen läßt, oder in das Innere heimischer Wälder und Bauernhäuser führt immer ist die Stimmung groß, einfach und wahr.

Zu den Künstlern, die Ueberzeugung in der Seele des Beschauers zu wecken vermögen, gehört auch der Bild­hauer Robert Caner, aus der bekannten Künstlerfamilie stammend, deren Namen und Werke eng mit dem lieblichen Bade Kreuznach verflochten ist. Von ihm sind ausgestellt zwei Bronzen: von welchen die eine einen kleinen Dieb darstellt, der gekrümmten Rückens, eilenden Laufes, mit listigem Blick sich unsicher nmschauend, das gestohlene Gut vielleicht ist «es! nur ein Apfel in Sicherheit zu bringen strebt, während die andere, eine ernste Frauengestalt, zwei Kinder an sich geschmiegt, hilfeflehend die Hände aus- streckend, dieNot" in einer herben und doch noch immer ästhetisch wirkenden Art personifiziert. Die bekannte Ebertsche Ballade kam uns unwillkürlich beim Ayschauen dieser plastischen Gruppe in den Sinn:Wo schroff die Straße und schwindlich jäh herniedergleitet am Inn, da saß auf der felsigen Bergeshöh am Weg eine Bett­lerin." Tief ergreifend in seiner schlichten Innigkeit wirkt auch das kleine Marmors ar kophag-ReliefAb­schied" genannt Zwei Freunde reichen sich zum letztenmal die Hand - man fühlt: es ist auf Nimmerwiedersehen. Aus den Gestalten dieser Jünglinge spricht etwas, was an die reine keusche Kunst des Frührenaifsance-MeistersG h i b e r t i erinnert