Ausgabe 
27.2.1900 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

tbtttn, ie ^ebuion

urich Noll, HE ^äusburq 7.

6d)ttinetkl)tling |ut 4tl üöhltt, TamniL-! i:

Aus daS Bureüu nai fak wird ein itWfy < udn. geschriebene CNatittfliiate an die SM-.- U.

LÄLLLi» DL»

JSS

HH*- cm brtoY':

-W an bu Exp.dL«

lrebsamer Mge Imbnw ehre treto.

Sugv» ttycftb. ^Ttwim

WHe 2.

MstigerI««! gtn fpfortift vergüi fiMfvtrf itnm. verdm ttuttt ttt A rt* w* tu AM UAUfc bt\bt^ni

Lüudnetz, iüd)tigri M über gegen hohen W ya vahnholltrchttü

eS Wm auä 6Ulet|- sich in der büwti;M möchle, in »Mj ad-Nauhevn gesucht. F

Sin tüchtiges BW® - ^erlich kochen k« icht.

___wt Brave Lauffrau #- ruvvtsffr^^.

"Htu^auäi ettdi »u versehen W OTi

^WrburgeVL »» yeäs

arsrJ®

Amtlicher Heil.

Bekanntmachung.

vetr.: Biehmarkt in Gießen.

Unter Bezugnahme aus unsere Bekanntmachung vom 23. d. MtS. (Gieß. Anz. Nr. 47) geben wir bekannt, daß

1. Vieh, welches am Montag vor dem Markt in Gießen in einem Gießener, Heuchelheimer oder Wiesecker Stalle eingestellt wird, den Stall vor Ablaus der siebentägigen Quarantänefrist nur unter der Bedingung verlassen darf, daß es am folgenden Dienstag oder Mittwoch auf den Markt gebracht wird. Sowohl der Besitzer und Begleiter der Tiere, wie derjenige des Stalles sind dafür ver­antwortlich ;

2. die Quarantäneanordnung vom 14. August v. Js., wonach alles Klauenvieh, welches aus den Nachbar- kreisen oder sonstigen verseuchten Bezirken, oder von einem Markte in den Kreis Gießen eingeführt wird, der Quarantänepflicht unterliegt, ebenfalls giltig bleibt. Danach muß solches Vieh, welches etwa nach Lollar oder Ruttershausen oder einem anderen Orte des Kreises cingebracht wird, sieben Tage Quarantäne halten, sofort angemeldet werden u. s. w., und kann also eventuell nicht nach dem Gießener Markt gebracht werden.

dDie Stallbesitzer sind verpflichtet, Montagabend so- ßort ein Verzeichnis der Händler und der von ihnen ein­gestellten Tiere der Ortspolizeibehörde einzureichen, und diese hat es unverzüglich dem Großh. Kreisveterinäramt gießen weiterzugeben, und die Ausführung der ganzen An- vrduang zu überwachen.

Die Anordnung unter 1. ist eine versuchsweise Ver« ginftigung an die Stallbesitzer, und wird bei Nichteinhaltung vieder zurückgenommen.

Gießen, den 25. Februar 1900.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.

* Die Gemeindewahlrecht-Reform in Preußen.

Schon in der vorigen Tagungsperiode des preußischen Abgeordnetenhauses hat die Reform des Kommunalwahl- cchtS eine Rolle gespielt. An und für sich ist ja der Gegenstand wichtig genug, um das allgemeine Interesse «f sich zu vereinigen, andererseits aber stand er auch in einem gewissen Konnex zur Kanalvorlage. Man wollte Mlich wissen, dem Zentrum wäre soviel an einer Reform tat Kommunalwahlen in Rheinland und Westfalen in seinem Sinne gelegen, daß es seine Zustimmung zur Kanalvorlage v.»n der Geneigtheit der Regierung abhängig mache, den Wuschen des Zentrums bezüglich jener Wahlreform ent­gegenzukommen. Die letztere ist in der vorigen Session nicht zur Beratung gelangt, die Kanalvorlage ist bekanntlich fallen ob diese beiden Thatsachen in einem Zusammen- Mge standen, läßt sich nicht feststellen. Beide Vorlagen stutzen auch in dieser Session des preußischen Landtages rus der Tagesordnung, die Kommunalwahlreform hat so- gdit schon die erste Lesung passiert und ist einer Kommission jKt Borberatung überwiesen worden. Man spricht diesmal »tntger offen davon, daß das Zentrum seine besonderen Wüsche durchsetzen und für deren Gewährung der Regie- nng Gegendienste leisten möchte.

Es ist leicht erklärlich, daß bei der Beratung eines Hejetzentwurfs, der wie die Gemeindewahlreform in die ärgerlichen Rechte des Einzelnen tief einschneidet, die ver- Hiedensten Beurteilungen über die geplante Reform Platz weifen, und daß auch aus die Erfahrungen hingewiesen wird, '«man mit dem Reichstagswahlgesetz und dem preußischen : Mdtagswahlgesetz, gemacht hat. Ebenso wie diese beiden Besetze ihre Freunde und Gegner haben, so wird auch die ilimmunalwahlreformvorlage verschieden beurteilt, und die kiDwission des Abgeordnetenhauses hat eine schwere Arbeit )6T sich, UM die einander noch schroff gsgenüberstehenden Atmungen unter einen Hut zu bringen. Leider hat sich nH dieses Gegenstandes wieder die Parteipolitik bemäch- izt, was die Lösung der Aufgabe nur noch erschwert.

Wir haben schon vorhin angedeutet, daß man die ttLinmunalwahlreform gern verquicken möchte mit weiteren ^Lahlreformen, daß also die Gefahr nahe liegt, das Ab- gMdiletenhauS werde über den Rahmen der ihm gestellten

Aufgabe hinausgehen und dadurch die Fertigstellung der Vorlage in Frage bringen. Das sollte man aber möglichst zu vermeiden suchen und vor allem verhüten, daß die ganze Reform wiederum an Kleinigkeiten scheitert, die bei einigem guten Willen hätten ausgeglichen werden können.

Selbstverständlich ist es nicht mehr als billig, daß auch die Regierung berechtigten Wünschen des Landtages Rech­nung trägt, und auch ihrerseits Entgegenkommen zeigt, wo solches nur irgend angebracht erscheint. Jedensalls hegt man innerhalb der Regierung die bestimmte Hoffnung, daß es sehr wohl möglich ist, über die bei der ersten Beratung im Plenum geltend gemachten Bedenken in der Kommission eine Verständigung zu erzielen.

* Vom Kriegsschauplatz.

London, 25. Februar. Nach einem hier zirkulierenden Gerüchte soll es Cronje jetzt thatsächlich an der Spitze von 1000 Buren gelungen sein, die eng­lischen Linien zu durchbrechen. Cronje soll im Begriff stehen, mit Verstärkungen, die er von mehreren Punkten erhalten hat, sein Lager unter dem Befehl des Kommandanten Frone­mann zu entsetzen.

Den letzten Meldungen vom Kriegsschauplätze zu­folge erhielten Lord Roberts und General Kitchener am letzten Donnerstag Verstärkungen aus de Aar. Die Zahl der Geschütze, die augenblicklich die unter Cronjes Kommando stehenden Buren bombardieren, beläuft sich auf 110.

Daily Mail" meldet aus Bombay, daß die Russen große Thätigkeit an der afghanischen Grenze entfalten, und daß dieselbe in englischen Kreisen große Besorgnis hervorruft.

London, 24. Februar. Auch bis jetzt sind weder bei den hiesigen Agenturen noch bei den größeren Londoner Blättern weitere Einzelheiten über die Einschließung Cronje's eingegangen, so daß man hier über die wirkliche Lage völlig im Unklaren ist. Das Kriegsamt war den ganzen Tag über von einer Menge Personen belagert. Man glaubt, daß erst in der Nacht das Kriegsamt weitere Meldungen von Roberts veröffentlichen wird.

Vom Freitag wird aus Dordrecht gemeldet: Die Buren stehen in großer Anzahl sechs englische Meilen nord­östlich von Dordrecht. Heute fand ein Geplänkel zwischen den Vorposten statt. Die Stadt hat während der Okku­pation durch die Buren keinen Schaden erlitten.

London, 24. Februar. Die allgemeine atem­lose Spannung über den Ausgang der Kämpfe gegen Cronje wird nacligrade fast unerträglich. Seit der Reuter- Meldung über die Kämpfe am Montag und Dienstag liegen auch heute keine Neuigkeiten vor. Militärkreise nehmen an, daß Kitchener am Mittwoch bei Paardeberg und Roberts südwestlich davon gegen den zum Entsatz an­rückenden Burengeneral de Wet weitere Treffen geschlagen haben, die wohl erst am Donnerstagabend entschieden wur­den. Der Berichterstatter derDaily News", der am Mitt­wochmorgen von Paardeberg nach Modder-River abritt, meldet, am Dienstagabend habe das ganze Buren­lager in Flammen gestanden, und am Mittwoche morgen habe die Beschießung wieder begonnen. Nach der Aussage von Gefangeneu soll Cronjes Gattin ihm zusetzen, durch die Uebergabe das Leben seiner Leute zu schonen. Auch dieser Berichterstatter befürwortet dringend den Pferdenachschrck) als Ersatz für die Verluste und zur Er­haltung der wichtigen Beweglichkeit des Heeres. Nach einer Meldung derDaily News" aus Lourenco Marquez hätten große Geschäftsleute des Oranjestaates die Einstellung wei­terer Warensendungen telegraphisch verfügt. Auch am T u g e l a dürfte nach einer vielverbreiteten Ansicht am Mittwoch ein weiteres Treffen geschlagen worden sein, und man meint, Buller dränge langsam hinter den weichenden Buren nach, für däe allgemeine Ungeduld freilich zu lang­sam. Der Berichterstatter desDaily Telegraph" meldet aus Naauwpoort über einen am Dienstag gleichzeitig von Norden, Westen und Südwesten gegen Arun del gemachten Buren angriff, der aber erfolgreich an allen Punkten abgewiesen worden sein soll; später seien die umliegenden Höhen vom Feinde frei gewesen, doch sah man, wie starke feindliche Abteilungen in südlicher und südwestlicher Richtung zogen.

Budapest, 25. Februar. Unter den Klausenburger Bürgern ist eine Bewegung im Zuge, um dem General Joubert einen Ehrensäbel zu übersenden. Die Sammlung weist bisher schon zahlreiche Unterschriften auf.

Brüssel, 24. Februar. Der Transvaalgesandte Dr. LeydS erklärte heute in einem Interview, er sei überzeugt, daß Cronje rechtzeitig über Harrysmith und Betlehem

bedeutende Verstärkungen erhalten hat. Selbst wenn die Engländer Cronje besiegt hätten, würde die Zusammenziehung der Burenarmee schnell und leicht zu ermöglichen sein. Wann die­selbe stattfinde, wisse er nicht, aber der Rückzug über den Vaalfluß werde sobald nicht erfolgen. Der Freistaat könne besonders von der nördlichen Seite, wo zahlreiche Hügel­ketten sich befinden, verteidigt werden. Die Zahl der Burentruppen schätzt Dr. Leyds ans mindestens 100,000 Mann.

Paardeberg, 25. Februar. Das Bombardement des Burenlagers hat heute mit Unterbrechungen fortgedauert. Gestern abend fand ein schweres Gewitter statt. Das Bombardement dauerte während der Nacht fort, eine Vorrats­kolonne ist bei uns eingetroffen. 2000 Buren operieren nördlich von uns. Gestern abend machte ein Regiment gleich nach einer Artilleriesalve einen Sturmangriff 200 Meter weiter nach dem Flußbett zu. Sie fanden mehrere Buren­leichen vor. General French hat weitere 75 Buren gefangen genommen, und eine Patrouille im Westen hat 30 Gefangene gemacht, welche sich von einem Burenkommando verirrt hatten.

*

Telegramme desGießener Anzeiger".

London, 26. Februar. Aus Kimberley wird vom 23. Februar telegraphiert: Der erste Personenzug mit 183 Weißen und einigen Schwarzen verließ gestern die Stadt.

Loudon, 26. Februar. Ein Telegramm aus Paarde­berg berichtet, daß ein Fesselballon augenblicklich den Engländern zur Aufklärung über die Stellungen der Buren gute Dienste leistet.

Berlin, 26. Februar. Wie mehrere Blätter aus Lon­don melden, hat Lord Roberts Depesche von Bullers Operationen sehr enttäuscht. Auch die aus Paardeberg über einige Scharmützel und englische Erfolge um Cronjes Stellung herum, machte denselben Eindruck. Es werden die verschiedensten Gerüchte verbreitet. So heißt es z. B., Lord Roberts wolle die Niederwerfung Cronjes bis zum Dienstag, als dem Jahrestage der Schlacht von Majuba verschieben. Ein anderes Gerücht besagt, Cronje hätte seine gegenwärtige Position längst vorbereitet, und verfolge jetzt die englischen Truppen. Eine Depesche aus Colenso meldet, die Buren beschossen unsere vorrückende Infanterie und eroberten zwei Anhöhen bei Groblerskloof. Aus Sterkstrom ward am Samstag eine Rekognoszierung unter­nommen, wobei die Montmorency Scouts ins Gedränge gerieten. Einige von ihnen fielen in die Hände der Buren und wurden gefangen genommen.

London, 26. Februar. Aus Colesberg wird vom 25. gemeldet: Die Buren haben Verstärkungen aus Groblerskloof erhalten. Sie besetzten eine Hügel­kette im Westen der Stadt. Die englische Artillerie hat während des ganzen Nachmittags geschossen. Hierauf be­gann ein heftiges Gewehrfeuer. Die Engländer ver­suchten die Geschütze der Buren zu erobern, wurden aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen. General F e w i n n e ist leicht verwundet.

London, 26. Februar. Aus Colesberg wird vom 23. gemeldet, daß der Kommandant De la R ey gestern einen Vormarsch gegen eine Stellung der Engländer südlich von Arundel gemacht und dasselbe besetzt hat. Die Eng­länder eröffneten ein heftiges Geschützfeuer. Nach einem resultatlosen Bajonnet-Angriff der Engländer mußten sich dieselben mit g r o ß e n V e r l u st e n z u r ü ck z i e h e n. Im Laufe des Abends griffen die Engländer die Buren auf der rechten Flanke an.

L o n d o n, 26. Februar. Ein Telegramm aus Coles­berg vom 24., 8 Uhr 40 Min. abends meldet: Am Don­nerstag begannen die Engländ»er vorzudringen imb nahmen nach und nach dem Feinde alle Stellungen ab. Das Vordringen geschah nur langsam und unter großen Verluste, da die Buren mit großer Hartnäckigkeit ihre Stell­ungen verteidigten und jede von der Natur gebotene Un­ebenheit des Terrains benutzten, um ein mörderisches Feuer, gedeckt durch die Hügel, gegen die vordringenden englischen Truppen zu richten.

Brüffel, 26. Februar. Die Buren behaupten ihre Stellungen am Tugela und im Zulu-Lande. In Dordrecht halten sie den englischen General Brabant in Schach, bei Arundel ergreifen sie die Offensive und am Modder River scheint sich Cronje gegen Roberts zu behaupten.

Aus Transvaal.

Nachstehender Brief eines in Pretoria, und zwar an einer dortigen höheren Lehranstalt thätigen Herrn, an seinen in Großen-Buseck wohnenden Vater wurde uns zur Verfügung gestellt. Der vom 16. Januar datierte Brief dürfte für viele Leser, welche sich über die allgemeine Lage

Dienstag de« 27. Februar

«Wes Bla«.

1900

«k. 48

Aints- tmfc Anzeigeblatt ffl» den tkvci- Gietzen

w

t! '

t» Stich tone M

Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

IMsMm, Expedition mtb Druckerei:

Fchntstrnhe Ar. 7.

Aezugsprela vierteljährl. Mk. 2,2® monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn; durch die Abholestellev vierteljährl. Mk. 1,99 monatlich 65 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl mit Bestellgeld

Adreff« für Depeschen: Anzeiger Hieße*«

Fernsprecher Nr. 51.

Gratisbeilage«: Gießener Famitienblättrr, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde._________________

Di/ Gießener hartHtoratttt urfc* bm Anzeiger **t *. Mütter v VI- Volkskunde-

ha«k*e w Anzeigen zu der nachmittags für de« leg erscheinenden Nummer bis »orm. 10 Uhr. M»«»eklungen spätestens abends vorher.

Meßmer Anzeiger

Henerat-Nnzeiger