Ausgabe 
27.1.1900 Erstes Blatt
 
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aus, nachmittags aber sah man sie in vollem Rückzüge; sie liefen durch eine Schlucht, während die britische Artillerie sie mit Shrapnells und Lyddit-Granaten überschüttete. Die britischen Truppen nahmen in der durch einen Stein­wall gebildeten Deckung Stellung. Die heutigen Verluste sind gering.

Das ist ein nichtssagendes Gerede über einzelne Phasen des Kampfes, wobei wieder die verkehrte englische Auf­fassung hervortritt, daß ein Rückgang der Buren Rückzug und Flucht bedeute.

Auch alle in Brüssel eingetroffenen Nachrichten be­stätigen die Niederlage der Engländer am Spionkop, be­zeichnen in Uebereinstimmung mit unserer Auffassung den Umgehungsplan WarrenS als endgiltig gescheitert, und sehen Buller zu einem Frontangriff auf Tod und Leben gezwungen. Der militärische Mitarbeiter des LondonerMorning Leader", Williams, meint, die Einnahme von Spionskop würde eine große Thal sein, wenn sie gelungen sein sollte, aber auch das würde noch nicht einen schnellen Spazier­gang nach Ladysmith ermöglichen, da sich mindestens noch zwei gute Stellungen hinter Spionkop befänden.

London, 25, Januar. DieTimes" melden aus Spearmans Camp vom 23. d. M.: Das Feuer dauerte heute den ganzen Tag an. Den englischen Truppen gelang es nicht, weiter vorzudringen. DieBuren hatten mehr Geschütze. Sie sind, nachdem sie den von ihnen besetzten Höhenrücken, der sich fast ununterbrochen vom Drakenberge mehrere Meilen ostwärts erstreckt, befestigt haben, gerüstet für einen Kampf von fast unabsehbarer Dauer.

London, 25. Januar. Das Kriegsamt veröffentlicht eine Depesche aus Spearmans Camp von heute Mitter- nacht 12 Uhr folgenden Inhalts: General Warrens Truppen besetzten am Dienstag nachts Spionskop und überraschten eine kleine Abteilung der Buren, die entfloh. Spionskop wurde den ganzen Mittwoch über von den Eng­ländern beseht gehalten, trotz heftiger Angriffe, besonders durch ein großes Schaden bringendes Granatenfeuer. General Warreu befürchtet beträchtliche Verluste. General Woodgate ist gefährlich verwundet.

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Fast entgegengesetzten Inhalts wie obige Nachrichten sind die des Londoner Kriegsamtes:

London, 25. Januar. Nach einem Privattelegramm ist der englische Sieg (?) wichtiger, als zuerst ange­nommen wurde. Die Buren versuchen seit gestern früh un­aufhörlich die Höhe von Spionkop zurückzuerobern, da diese für sie von vitaler Bedeutung ist. Der fortgesetzte Kampf erklärt das späte Eintreffen von Bullers Depesche, welche die Eroberung des Spion Kop anzeigte. Die Briten dürften, nachdem sie von Buller Verstärkungen erhalten haben, den eroberten Platz behaupten.

In London herrscht großer Jubel über die langersehnte Nachricht von der Einnahme des Spion Kop. Fast alle größeren Blätter haben Extra- Ausgaben verbreitet, die vom Publikum mit großem Eifer gelesen werden.

DieExchange Telegr. Kompany" berichtet aus Spearmans Camp vom 23. abends, daß General Warren den Feind weiter angreife. Die Positionen der Buren würden von einem furchtbaren Geschützfeuer heimgesucht. Die beiderseitige Infanterie befinde sich im Nahkampfe. Man (!) habe beobachtet, (!) daß die Buren sich nach dem Drakenberge zurückzogen. Heliographische Meldungen er­möglichen den Haubitzen, Granaten auf die Vanreenenstraße zu schleudern und so einen Teil der feindlichen Truppen abzuschneiden. (Dunkel ist der Rede Sinn" . . .) Nun- mehr seien die Buren zurückgekehrt (!) um von neuem die englische Artillerie zu beschießen, doch ohne Erfolg.

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Telegramme desGießener Anzeiger".

London, 26. Januar. Um Mitternacht hatte das Kriegsamt noch kein ergänzendes Telegramm über die Einnahme des Spionkopes veröffent­licht. Einem Telegramm des Korrespondenten der Central News" zufolge wurde der Angriff der Engländer durch das Passieren zahlreicher Pässe und GebirgSflüsse erschwert. Die Buren halten den Gipfel des Berges noch besetzt, die Engländer besetzten nur das Plateau. Alle Truppen, welche Warren zur Verfügung hatte, nahmen an dem Angriff teil.

Loudon, 26. Januar. Die Begeisterung, die das Telegramm BullerS unter der Bevölkerung hervorgerusen hat, hat sich bereits gelegt, weil dasselbe die Zahl der Verluste der Engländer nicht angiebt und auch keine Einzelheiten über die neue Stellung enthält. Sämtliche Blätter be­schäftigen sich mit dieser Frage, und stellen fest, daß die Abhänge des Spionkop so steil seien, daß es unmöglich sei, Geschütze auf den Gipfel zu bringen.Daily Mail" fragt angesichts dieser That- sache, welchen Wert der Spionkop in diesem Falle habe. Das Blatt glaubt, die Buren hätten den Wert der ver- laffenen Stellung erst eingesehen, als sich dieselbe in den Händen der Engländer befand, und infolge dessen einen Angriff gemacht.Morning Leader" drückt seine Unruhe aus über die Wortkargheit des Generals Buller in seinem Telegramm. Das Blatt stellt die Frage, ob es wirklich unmöglich sei, Geschütze auf den Berg zu bringen. Die übrigen Blätter sind meist darin einig, daß die Ein­nahme von Spionkop nur der Beginn neuer schwieriger Aufgaben ist, um Ladysmith zu entsetzen.

Berlin, 26. Januar. DasBerliner Tageblatt" meldet, aus Brüssel: Hier eingetroffene Nachrichten besagen, daß General Warren keineswegs den Spionkop, sondern nut eine

kleine Anhöhe besetzte. (Der hinkende Bote kommt wie immer nach!)

London, 26. Januar. DieTimes" melden aus Pietermaritzburg: An die englischen Truppen sei ein vom Obersten Wynne, dem Chef des Stabes, unterzeichneter Armeebefehl erlassen worden, welcherffolgendermaßen schließt: Dieser Krieg ist uns ans den niedrigsten und gemeinsten Gründen aufgezwuugen worden, von einem Feinde, welcher jedes Mittel, Verrat, Betrug und Verschwörung gebraucht, um sein Ziel zu erreichen. (Es scheint ziemlich heiß in Pieter­maritzburg zu sein.)

Loudon, 26. Januar.Daily Mail" meldet aus Durban: General Buller hat einen Tagesbefehl an seine Truppen erlaßen, worin er diesen den Rat giebt, beim Angriff gegen die Buren immer nur sprung­weise vorzugehen. Das Blatt fordert die Absendung neuer Verstärkungen.

Deutsches Keich.

Berlin, 25. Januar. Tas Kaiserpaar verlies um 2 Uhr das königliche Schloß, um sich vorn Potsdamer Bahnhof mittels Sonderzuges nach Dresden zu begeben. Um 2 Uhr 25 Minuten verließ der kaiserliche Zug die Bahnhofshalle. Wahrscheinlich wird das Kaiserpaar vor der Beisetzung der Herzogin Adelheid nach Berlin zurück­reisen, um sich dann zu den Trauerfeierlichkeiten wieder dorthin zu begeben.

Wie dieNordd. Allg. Ztg." meldet, hat der Kom­ni a n d e u r der englischen K ö n i g s d r a g o n e r aus dem Lager voit SpeanmanScamp dem deut­schen Kaiser die ehrerbietig st en Grüße zu in Geburtstage ihres O b e r st e n telegraphisch übermittelt. Der Kaiser hat hierauf mit folgen­der Depesche erwidert:Der Oberst sendet den Königs- dragonern seinen besten Dank für ihre Wünsche."

DasBerl. Tagebl." meldet, daß der Leutnant Plewe auf der Konzession der Südkamerun-Gesellschaft am Kogofluß von Eingeborenen ermordet worden ist. Angeblich sollen auch fünf von Plewes eigenen Leuten an der Mordthat beteiligt sein. DasBerl. Tagebl." bemerkt zu dieser Meldung: Ein Leutnant Plewe oder ähnlichen Namens existiert in Kamerun nicht. Wir wollen nicht hoffen, daß der Stationschef am Upoko, Regieru^gsarzt Dr. Plehn, gemeint ist.

Der Schah von Persien wird im April Berlin besuchen und sich von hier zum Besuch der Ausstellung nach Paris Gegeben.

Entgegen anderweitiger Meldung erfährt dasBerl. Tagebl.", daß der Bundesrat heute die Flotten- vorlage angenommen hat.

Der Reichstagsabgeordnete Dr. Hasse (nl.) ist an einer Blinddarmentzündung schwer erkrankt.

Eine abends erschienene Extra -Ausgabe des R e i ch S a n z e i g e r s" veröffentlicht den Entwurf einer Novelle zu in Gesetz, betreffend die deutsche Flotte, vom 10. April 1898. Der Entwurf besteht aus drei Paragraphen. § 1 lautet: 1. Der in dem Gesetze betreffend die deutsche Flotte, vom 10. April 1898 fest­gesetzte Schiffsbestand wird vermehrt um: a) verwendungs­bereit: ein Flottenflaggschiff, zwei Geschwader zu je acht Linienschiffen, zwei große Kreuzer, acht kleine Kreuzer (die beiden letzten als Aufklärungs-Schiffe der heimischen Schlachtflotte), fünf große Kreuzer, fünf kleine Kreuzer, (die beiden letzten für den Auslandsdienst); b) als Mate­rialreserve: zwei Linienschiffe, ein großer Kreuzer, zwei kleine Kreuzer, (die beiden letzten für den Auslandsdienst); vermindert um: zwei Divisionen zu je vier Küstenpanzer­schiffen. 2. Auf diese Vermehrung kommen die acht Küsten­panzerschiffe bis zu ihrem Ersatz als Linienschiffe in An­rechnung. § 2 betrifft die Jndiensthaltungen; nach § 3 unterliegt die Bereitstellung der infolge dieses Gesetzes er- fn«-derlichen Mittel der jährlichen Festsetzung durch den ReichShaushaltsetat. Dem Gesetzentwurf ist eine ausführ­liche Begründung beigegeben.

Nach längerem Leiden ist heute vormittag 11 Uhr 30 Min., wie wir an anderer Stelle ausführlich berichten, in Dresden die Mutter der Kaiserin, die Herzogin Adelheid von Schleswig-Holstein, gestorben. Auf dem hiesigen Schlosse sank beim Eintreffen der Todes­nachricht die Kaiserstandarte auf Halbmast; auf allen königlichen und prinzlichen Palais wurden die Zeichen der Trauer aufgezogen. Die Militär-Musik im Lustgarten wurde ribbestellt. Die Cour sowie alle Festlichkeiten am Hofe sind abgesagt. Vermutlich dürften auch die übrigen Hofsestlichkeiten eine bedeutende Einschränkung erfahren.

Ausland.

Rom, 25. Januar. Der Dominikanerpater Esser wurde zum Sekretär der Jndexkongregation ernannt.

Petersburg, 25. Januar. Die Verhandlungen mit dem Vatikan wegen der Errichtung einer päpstlichen Nuntiatur in Petersburg sind gescheitert. Die geplante Hierherreise des Monsignore Tarnassi unterbleibt.

Madrid, 24. Januar. Hier traf heute die Nachricht von dem Tode der Witwe des Marschalls Ba- zaine in Mexiko ein. Frau Bazaine lebte in Madrid, bis ihr Gatte starb, worauf sie ihren Wohnsitz nach ihrer Vaterstadt Mexiko verlegte. Sie war in der hiesigen Ge­sellschaft geschätzt und beliebt. Ein Sohn BazaineS ist Offizier im spanischen Heer.

Shanghai, 25. Januar. DieNorth China Daily News" melden: Durch einen gestern abend von dem Kaiser Kwangsu unterzeichneten Erlaß wird der 9 Jahre alte Sohn des Prinzen Tuano, namens Put-sing, zum neuen Kaiser ernannt. Er wird am 31. Januar den Thron besteigen.

Lokales und Msvinffelles.

* Zu Kaisers Geburtstag. Die üblichen Schulfeiern finden zum Teil schon am heutigen Freitagnachmittag statt.

Heute abend Zapfenstreich, morgen früh Wecken durch die Regimentskapelle. Militärgottesdienste: 9 Uhr in der katholischen, V210 Uhr in der Stadtkirche. V212 Uhr Regimentsappell im Hofe der ZeughauSkaseine am Brand. Daran schließt sich Paroleausgabe, wobei die Regimentsmusik spielen wird. Das allgemeine Fest mahl, von den Spitzen der Behörden veranstaltet, ^2 Uhr im Saale des Gesillschastsvereins, der Offiziere des Regi­ments um 3 Uhr im Offizier-Kasino.

** Kunstverein. Die GernäldeAusstellung im Turmhaus am Brand, hat, wie schon kurz er­wähnt, eine vollständige Erneuerung erfahren. Unter den nahezu 80 Bildern befinden sich auch diesmal wieder eine große Anzahl sehr beachtenswerter. Vorerst seien dieje­nigen von O. H. Engel-Berlin erwähnt:Die neue Freun­din",Erntelandschaft",Schleswigsther Bauernhof", vor allem aber das große dreiteilige GemäldeVon de Water­kant", das durch seine originelle Rahmenbehandlung auch dekorativ höchst wirkungsvoll ist. Der Künstler war auch mit diesen Kunstwerken in der Künstausstellung derfreien Vereinigung" zu Darmstadt vertreten. Ein weiteres großes Gemälde von C. Rumpf-Cronberg:Die Kaiserparade bei Nieder-Eschbach-Homburg 1897" zeigt uns, wie König Hum­bert von Italien das 13. Husarenregiment, dessen Inhaber er ist, dem Kaiser Wilhelm vorführt. Dieses lebenswahre Gemälde dürfte ebenfalls Interesse beanspruchen, besonders bei denjenigen, welche der Parade beiwohnen konnten. F. Simm-München führt uns mit seinem Bilde eineRad­fahrerin" vor.Morgen am Achensee" von C. Mali-Mün­chen,Pferdemarkt" undZum Markt ziehende Bauern" von M. Pitzner-München,Nachbars Liese" von O. Ling- ner-Berlin,Sonntagmorgen" von E. Hetz-München, Mahlzeit" von I. Engel-Berlin undDer letzte Kreuzer" von A. Rieper-München vervollständigen die Serie Genre­bilder. Recht schön ausgeführte Landschaftsbilder, denen wir unsere Anerkennung nicht versagen können, haben unter anderem ausgestellt: F. Wucherer-Frankfurt a. M. Frühlingsstimmung",Heimziehende Schafherde",An der Oise" von E. Birzer-MünchenWaldlandschaft", von C. Schweig-MünchenKönigsee", von E. Reuter-Lübeck, Mondnacht auf der Elbe",Mölle am Kullen-Gebirg", Partie aus dem Kullen-Gebirg-Schweden" undDer Hasen von Wismar"; auch die netten kleinen Bilder, welche so viel bevorzugt werden, sind vertreten durch C. Bolze- München:Frühling",Herbst",Ans Bogenhausen" und Wolsschlucht bei Kreuth". Auch H. Graßmann - Berlin, welcher wieder mit einer Kollektion vertreten ist, soll nicht unerwähnt bleiben. Wir machen besonders auf die beiden großen Bilder:Brandung an der Küste von Norwegen" undNordspitze von Bornholm" aufmerksam. EinPor- trait" (einer hiesigen Dame) hat I.- Schalk-Frankfurt aus­gestellt; dasselbe verdient ganz besonders hervorgehoben zu werden. Unter den Bildern, welche Stillleben und Blumenstücke darstellen, sind vor allem drei:Rosen" Feldblumenstrauß" undFruchtstück" von H. Oncken- Gießen zu nennen. Auch noch die weiteren ausgestellten Blumenstücke von E. Dauber-Marburg, A. Masalin-Dres- den und I. Guhl-Frauenfeld sollen nicht unerwähnt bleiben.

** Unentgeltliche Benutzung der deutschen Patentschriften. Seit dem 1. Oktober 1899 befindet sich in den Räumen der Universitätsbibliothek eine Auslegestelle der vom Kaiser!. Patentamt in Berlin herausgegebenen Patentschriften über die in den Patentklassen 2, 6, 22, 49, 70, 79, 80 und 85 vom 1. Januar 1899 ab erteilten Patente. Jn- betreff der Einsichtnahme der Patenschriften machen wir auf die in der heutigen Nummer d. Bl. erscheinende Be­kanntmachung der Großh. Handelskammer aufmerksam Durch die Auslegung der Patentschriften wird jedermann Gelegenheit gegeben, sich über den Inhalt eines Patentes zu unterrichten. Um auch auswärts wohnenden Personen die Einsicht der Patentschriften zu ermöglichen, ist die leih­weise Abgabe einzelner Nummern auf kürzere Zeit gestattet. Die neu erscheinenden Patentschriften werden der Großh. Universitäts-Bibliothek vom Kaiser!. Patentamt in Berlin in einwöchentlichen Zwischenräumen überwiesen und dem Publikum alsbald nach ihrem Erscheinen zugänglich gemacht.

' Theater.

** Theaterverein.D i e Herren Söhn e". Das am Dienstag im Theaterverein zur AufsührunA kommende neue Volksstück von Oskar Walther und Leo Stein, wurde zuerst am Anfänge dieses Winters in Berlin am Berliner Theater mit großem Erfolge gegeben, und dieser Erfolg ist ihm auch auf anderen Bühnen treu ge­blieben, so namentlich aus Hoftheatern in Hannover und Kassel, und am Stadttheater in Köln. Die Hauptrolle hat ein Berliner Schlächtermeister, und deshalb wird das Stück den meisten Erfolg da haben, wo diese Rolle von einem geborenen Berliner gespielt wird. Das war in Kassel der Fall, und darum hat man hier keinen Augenblick gezögert, die Rolle des Rommel dem in Kassel außerordentlich be­liebten Komiker des dortigen Hoftheaters, Herrn E. Schma- sow, der mit unverfälschtem Spreewasser getauft ist, an­zuvertrauen. Hebei' die Leistung Schmasows und über das Stück selbst sprach sich die Kasseler Kritik außerordentlich anerkennend ans: Das Stück wandelt die Wege der guten alten Berliner Posse, wie sie Kalisch schrieb; die Handlung entwickelt sich natürlich und auch spauueud, die Personen sind nach dem Leben ge­zeichnet, das Ganze berlinisch aber behaglich aus­geführt, einzelnes recht witzig. Jedenfalls ist die Bühnen­wirkung eine sehr zusagende, und rechtfertigt das Gefallen, welches man an dem Stücke findet, das bei aller äußeren Komik doch auch Gehalt besitzt. Als biederer Berliner Hofschlächtermeister mar Herr Schniasow unübertrefflich... Unsere Leser interessiert es vielleicht, sich vor der Vor­stellung einige Bilder des gastierenden Künstlers anzusehen, die in den bekannten Schaufenstern ausgestellt sind.

** Gießen, 25. Januar. (S t a d t t h e a t e r). C l a r a Drucker, kaum deu Kiuderschuhen entwachsen, erhielt in ihrer Vaterstadt Wien, als Stipendistin des K. K. Hof­burgtheaters, den 1. Preis und die goldene Mehaille für Schauspielkunst .im Kaiserlichen Konservatorium daselbst. Verbunden mit diesem Stipendium war nach vollendetem K. Burgtheater. Ter Liebenswürdigkeit Dr. Adolph Will- Studium ein mindestens einjähriges Engagement am K.