Ausgabe 
26.10.1900 Zweites Blatt
 
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Ausland

3Vi % Reichsanleihe .

3%

do

Gotthardbahn

23.70 Laurahütte

Tendenz: fest.

91.60 Berliner Ilandelsges.

94.10 Oosterr. Staatabahn

25.85

74.21

Bochum Harpener

94.90

86.8(

95.

86.65

wurden alle drei solidarisch zu 3000 Franks Schaden­ersatz verurteilt.

Rom, 24. Oktober. Seit zwei Tagen ist das Gerücht von einer Erkrankung des Papstes verbreitet. In Wahrheit hat der Leibarzt Lapponi dem Papste nur Schonung verordnet. Der Papst ist übrigens so wohl, daß er heute die Kardinale Cretoni und Ferrata empfing, die ihren Dank für die Verleihung der neuen Aemter abstatteten. Am Samstag wird der Papst wieder in der Peterskirche Pilger empfangen.

Ein aus Südamerika gut bedientes Blatt bringt aus Buenos-Aires die Alarmnachricht, eine Kommission angesehener Bürger Bolivias habe sich zum Präsidenten Argentiniens begeben und ihm die Einverleibung Bolivias angeboren. Der Präsident wies den Vorschlag zurück. Doch heißt es, daß bei der nächsten Zusammen­kunft mit dem Präsidenten von Brasilien, die in Buenos- Aires stattfindet, über die Teilung Bolivias zwischen Argentinien und Brasilien werde verhandelt werden.

Budapest, 24. Oktober. Der Kaiser reiste heute abend nach Wien ab.

Der Gemeinderat beschloß heute einhellig, dem Parlament eine Adresse zu unterbreiten, mit dem Antrag, die Zollgemeinschaft mit Oesterreich aufzu- heben und ein selbständiges, ungarisches Zollgebiet zu errichten. Dieser Beschluß ist auf fortgesetzte antiungarische Agitationen in Oesterreich zurückzusühren. Alle Redner gaben der Meinung Ausdruck, das jetzige Verhältnis zu Oesterreich sei unhaltbar, weil es den ungarischen Handel und die Industrie schädige und die Entwickelung hindere.

New-York 24. Oktober. Eine Depesche der New- YorkerTribüne" aus Scranto'n zufolge äußerte sich der Führer der ausstä ndischen Kohlenarb eiter, Mitchell, dahin, daß spätestens am Montag alle Arbeiter die Arbeit wieder aufnehmen werden.

* Bruchsal, 24. Oktober. Gestern abend 9</4 Uhr ist der von Stuttgart nach Bruchsal kommende Personenzug gleich hinter dem Bruchsaler Bahnhof auf eine einzelne Maschine gestoßen. Im Ganzen wurden neun Personen verletzt, darunter der Zugführer, der Lokomotivführer und ein Gepäckschafsner. Dieser ist am schwersten verletzt; er erlitt eine Kontusion der rechten Brustscite. Die übrigen Personen sind leichter verletzt, wurden von drei anwesenden Aerzten sofort verbunden und konnten die Fahrt fortsetzen. Wie verlautet, soll die Ursache darauf zurückzusühren sein, daß der Zugführer infolge der Kurve die Maschine nicht sehen konnte.

. 202 70 . 171.80 . 130.30 . 141.90 . 143.50 . 137. . 189. . 195. . 176 . 176 70

Kreditaktien . . . Diakonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . .

Homburg v. d. H., 24. Oktober. Der Kaiser hat sich diese Woche über den Stand der Arbeiten für die Bahn­strecke Homburg.Friedberg, die augenblicklich im Bau begriffen ist, Bericht erstatten lassen und sich geäußert, daß er dafür sei, den Bau dieser Strecke nach Möglich­keit zu beschleunigen und daß er es für das Beste hielte, die Strecke gleich doppelspurig anzulegen, damit eine direkte Verbindung Berlin-Homburg ge­schaffen werde.

♦♦ Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Nachdem in Butzbach durch die Wahl des Herrn Küchel zum Bürgermeister die Stelle eines Beigeordneten erledigt ist, scheint die Wahl eines solchen alsbald zu erfolgen, denn bereits wird mit der Offenlegung der Liste der Stimm- berechtigten begonnen.

Hafens nichts bekannnt. ,

Aus Simla wird gemeldet: Ein britischer Leustnant und 45 Sikhs fielen gestern bei Jandola im Kampfe mit den Mahsuwaziris, welche aus einem Raub­zuge begriffen sind.

Paris, 24. Oktober. DemSoleil" zufolge hangt die Reise des KriegsministerL nach Algier teilweise mit den Vorbereitungen für die militärische @£pebition zusammen, welche im Sommer nach dem Tuat-Gebiete unternommen werden soll.

Die Regierung beschloß, die Weltausstellung statt am fünften erst am elften November zu schließen und an einem Tag den Zutritt vollständig freizugeben. Die neunte Strafkammer verhandelte heute die Beleidigungs­klage des Oberst Picquart gegen denJour", der seinerzeit behauptet hatte, Picquart sei in Karlsruhe mit Schwartzkoppen zusammengetroffen. Labori vertrat den Kläger. Der Verleger desJour" erhielt 2000 Frqnks Geldstrafe, Redakteur Possien sechs Monate und Re­dakteur Galli einen Monat Gefängnis. Außerdem

-Aul. 41.95

Aus Stadt und Land.

Giesst«, 25. Oktober.

* Revision höherer Schulen. Se. Exzellenz der Herr Staatsminister Rothe, die Herren Ministerialrat Eisen- huth und Geh. Oberschulrat Nodnagel weilten heute vormittag in unserer Stadt, besuchten das Großh. Gym­nasium, besichtigten dessen Räume und Einrichtungen in 1 >/,stündigem Rundgange eingehend und wohnten längere Zeit dem Unterrichte, welchen Herr Direktor Prof. Dr. Schädel in der Prima erteilte bei. Vom Gymnasium aus begaben sich die Herren nach dem Realgymnasium und der Real­schule, um auch diese in Augenschein zu nehmen.

* Die Zahl der Todesfälle (ausschließlich der Tot­geborenen) betrug in der Woche vom 7. bis 13. Oktober in Mainz 21, in Darmstadt 16, in Offenbach 11, in Worms 12 und in Gießen 5, zusammen 65, darunter 13 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 13,4, Darmstadt 11,8, Offenbach 13,2, Worms 16,4 und auf Gießen 10,5 ^ohne 2 Ortsfremde 6,3). Die Todesursache an­belangend, verstarben an Masernl (Offenbach), an Scharlach 1 (Mainz), an Rachenbräune (Diphtherie) 3 (2 in Offen­bach, 1 in Gießen), an Keuchhusten 1 (Darmstadt), an Diarrhöe und Brechdurchfall 3 (je 1 in Mainz, Offenbach und Worms), an Wochenbettkrankheit 1 (Mainz), an Lungenschwindsucht 8 (6 in Mainz, je 1 in Darmstadt und Worms), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungs' organe 4 (3 in Darmstadt, 1 in Gießen), an Gehirn­apoplexie 6 (je 1 in Mainz, WormS und Gießen, 3 in Darmstadt), an allen übrigen Krankheiten 35 (11 in Mainz, 6 in Darmstadt, 7 in Offenbach, 9 in WormS, 2 in Gießen; gewaltsamen Tod erlitten 2 Personen (in Darmstadt).

schlossen, den 56 in China weilenden Soldaten des hiesigen 118. Infanterieregiments eine Weihnachtsgabe, be­stehend in Cigarren und Chokolade, zu übersenden. Zu diesem Zweck wurden 500 Mk. bewilligt.

Mainz, 24. Oktober. In der heutigen Stadtver­ordnetenversammlung kamen die in der jüngsten Kommissionssitzung in Sachen der Straßenbahn gefaßten Beschlüsse zur Beratung. Stadtv. Dr. Schmitt beantragte, einen Sachverständigen in der Person des Baurats Riese- Frankfurt a. M. zu bestellen, um von diesem eine Abschätz­ung des gesamten Straßenbahnunternehmens vornehmen zu lassen. Von dieser Abschätzung wird es abhängen, ob die Stadt das Unternehmen 1904 erwerben wird oder nicht. Ein weiterer Antrag ging dahin, zu beschließen, daß sich eine Deputation zum Finanzminister Gnauth begebe, um ihn zu ersuchen, für die Folge keine Konzessionen mehr für die Errichtung solcher Nebenbahnen zu erteilen, die mit Mainz und Darmstadt in Verbindung kommen, ohne beide Stadtverwaltungen zuerst zu befragen, ob sie gewillt seien, diese Neben-Eisenbahnen selbst zu er- ! bauen. Beide Städte wollen die Zusicherung erlangen, i daß ohne ihren Willen von einer Privatgesellschaft die 1 städtischen Straßen nicht mehr zu Zwecken von Nebenbahnen 1 in Anwendung kommen dürfen. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen. Auf ein Referat des Kommerzien­rats M. M. Mayer wird eine Steuer-Ordnung des Oktroiaufsichtsdienstes beschlossen. Verschiedene,nicht rentable Erheberstellen werden eingehen und der Nacht postendienst für die Oktroibeamten wird abgeschafft, wofür ein Patrouillendienft eingeführt wird. Namens der Hospitiendeputation berichtete Stadtv. Ring über den Ver­kauf des Hospitiengutes in Biedesheim. Da das Anerbieten für die Stadt vorteilhaft ist, wurde der Verkauf genehmigt. Der Vereinsdiener Fuchs aus Höchst, der nach Unterschlagung von 3000 Mk. geflohen war, hat hier in Mainz einen Selbstmordversuch begangen. Er wurde schwer verletzt ins Hospital gebracht.

Frankfurter Stadttheater. Herr Kammersänger Aloys Burgstaller, der am SamStag dem 27. Oktober im Opernhause auf vieles Verlangen nochmals die Partie de« Siegfried in Richard WagnersSiegfried" als Gast singt, kann nur das eine Mal in Frankfurt aus­treten. Die Preise für diese Gastvorstellung sind die normalen großen Preise des Opernhauses.

Christiauia, 24. Oktober. Das Storthing wurde Heute durch den Kronprinz Regenten feierlich eröffnet. Der iMste Sohn des Kronprinzen Gustav Adolph leistete den Verfassungs-Eid. Die Thronrede hebt hervor, die Be­gebungen zu den fremden Mächten seien unverändert freund­schaftlich. Nach kurzer Besprechung des Krieges in Süd­afrika, der chinesischen Unruhen, der Haager Konvention und Errichtung des Nobelinstituts, dessen erste Preisver- leilung am 10. Dezember 1901, dem Todestag Nobels statt- sinden soll, wurden Gesetzentwürfe angekündigt betreffend vaö allgemeine bürgerliche Strafgesetz, Anmeldungspflicht für Reifende und Ausländer rc.

Loudon, 24. Oktober. DerGlobe" brachte gestern eine Meldung betr. Pachtung des Hafens von Tschinge- vantao durch die englische Regierung. Wie das Bureau Reuter heute erfährt, ist in hiesigen amtlichen Kreisen von einer Pachtung dieses am Golfe von Lmtong gelegenen

8Ve°/o Konaols .

3 % do

3Vz °/o Hessen

5 "/» Italien. Rente

4 0/y Griech. Monop 3 0/0 Portugiesen 3% Mexikaner . 41/e % Chinesen .

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Märkte.

b. Friedberg, 24. Oktober Mchdem der gestrige Pferde­markt bei gutem Geschäftsgang verlaufen war, herrschte auch bei dem h°utigen Faselvieh- und Schweinemarkt eine große Kauflust. Obwohl die Tiere in großer Menge aufgetrieben waren, erzielten die Verkäufer doch schöne Preise. Auch der Krämermarkt war sehr rege. Heute nachmittag um 3 Uhr wurden die Fohlen, die zur Verlosung kommen, auf der Kaiserstraße von den Ländlern vorgesührt und von der Ver­losungskommission angekauft. Bei der heute abend von 5 Uhr ab tm Saale derDrei Schwerter" stattgefundenen Verlo su n g wurden folgende Hauptgewinne gezogen: 1. Preis auf Nr. 1545, 2. PrerS auf Nr. 2895, 3. Preis auf Nr. 3831, 4. Preis auf 2170, 5. Preis auf 10 610, 6. Preis auf 1803, 7. Preis 5413, 8. Preis auf 3454, 9. Preis auf 959. Der erste Preis ist ein Fohlen im Werte von 600 Mk. Der dritte Preis, ebenfalls ein Fohlen nn Werte von 400 Mk. fiel an einen Landwirt in Melbach.

n. Ortenberg, 24. Oktober. Für unfern stadt- und landbekannten sogen.Kalten Markt", der in diesem Jahr in die erste Hälfte der nächsten Woche fällt, ist wegen der in hiesiger Gegend herrschenden Maul- und Klauenseuche der Auftrieb von Rindvieh verboten. Schweine dürfen aufgetrieben, jedoch nut zu Wagen transportiert werden. Im übrigen erleidet der Markt keine Einschränkung und dürste seine alte Anziehungs­kraft auch in diesem Jahr beweisen.

Limburg d. Lahrrl, 24. Oktober. Fruchtmarkt. Durch, schnittspreis pro Malter. Roter Weizen, alter, 00.00 Ml., neuer 13.00 Mk, Weißer Weizen. Mk., Korn 00.00 Mk., neues Korn 11.70 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer, alter, 0.00 Mk., neuer 6.10 Mk., ErbsenMk., KartoffelnMk.

* Hessische Landeslotterie. Wir hatten von der Mel­dung eines Mainzer Blattes Notiz genommen, derzusolge für die im neuen Jahre beginnende 3. Hessische Lotterie eine Vermehrung der Lose auf 50 000 geplant fei. Wie wir nun zuverlässig erfahren, ist diese Meldung nicht ganz zutreffend. Die Lotteriedirektion hat sich allerdings ent­schlossen, die Zahl der Lose zu erhöhen, da die Nachfrage sehr groß ist, jedoch soll fit für zukünftig nicht 50 000, sondern 45 000 betragen. Natürlich wird auch die Zahl der Ge­winne erhöht und zwar von 11000 auf 15 000, sodaß das Gewinnverhältnis von 1 : 3 keine Abänderung erfährt.

A Saasen, 22. Oktober. Vorige Woche weilte die I Unter such ungskommission von Gießen drei Tage hier und in Göbelnrod und vernahm Zeugen über die I Messeraffaire, welcher Schmidt zum Opfer fiel. Oer I mutmaßliche Thäter, Römer aus Göbelnrod leugnet bis jetzt, I von dem Messer Gebrauch gemacht zu haben.

Vilbel, 23. Oktober. Aus dem Landkreis Hanau haben I weiterhin die Gemeinden Langendiebach, Bruchköbel, Marköbel und Wachenbuchen beschloss n, sich an das geplante I Elektrizitätswerk in Vilbel anzufchließen.

Darmstadt, 24. Oktober. DieDarmst. Ztg." ven öffentlicht das Ausschreiben des Oberkonsistoriums, wonach wegen des Geburtstages des großherzoglichen Paares das Totenfest in diesem Jahre acht Tage früher wie sonst gefeiert wird.

Darmstadt, 24. Oktober. DieFrankf. Ztg. I schreibt:Nachdem erst im Sommer dieses Jahres von der MaimNeckar-Bahu-Direktion die Gerüchte über Aspira­tionen Preußens lauf den Erwerb der Main- Neckar-Bahn dementiert worden find, werden uns setzt wieder Angaben über eine sogenannteReorgani - sationder Verwaltung'^ der Main-Neckar-Bahn ge­macht, die im Falle der Durchführung in der Sache Nichts anderes bedeuten würden, als eine völlige Inbefitz - nahmedurchPreußen, wenn auch die Form gewahrt bleiben würde. Wegen der Bestimmtheit, mit der uns | diese Angaben gemacht werden, wollen wir sie der Öffent­lichkeit nicht vorenthalten, wenn schon wir uns nicht für alle Einzelheiten verbürgen können. Bekanntlich war schon im Sommer eine Dreimännerkommission, bestehend aus den Bevollmächtigten der drei-Vertragsstaaten, Preußen, Hessen und Baden, zusammengetreten, um einen Reor­ganisationsvorschlag für die Verwaltung der Mam-Neckar- Bahn Mszuarbeiten. Sie gelangte zu dem Vorschläge, daß eine ganz erhebliche Anzahl von definitiven Beamten­stellen aufgehoben werden sollte. Da die Direktion aber erklärte, mit dem dann verbleibenden Personal nicht aus­kommen zu können, wurde eine zweite Konferenz verab­redet, die aber wegen Erkrankung des hessischen Mitgliedes vorerst nicht zu stände kam. In jüngster Zeit wurde darauf, nach einer Vorbesprechung in Mainz, eine Konferenz in Bingen abgehalten, in der folgende Pläne ventiliert worden sein sollen: Die Verwaltung der Main-Neckar-Bahn soll nach Mainz verlegt und der dortigen hessis ch -p reu- ßischen Eisenbahndirektion unterstellt wer­den. Dieser Direktion, an der Hessen formell.bereits beteiligt ist, . soll ein badischer Kommissar zur Wahrung der badischen Interessen beigegeben werden. In Darmstadt soll nur eine Betriebs und Ver­kehrsinspektion verbleiben, die der zweiten Be­triebsinspektion der Gemeinschaftsbahn, deren Organi­sation von allem Anfang an darauf zugeschnitten worden sein soll, angegliedert werden könnte. .Soweit unsere Informationen. Es wäre von weittragender politischer und wirtschaftlicher Wichtigkeit, zu erfahren, ob dergleichen Absichten thatsächlich bestehen".

Worms, 24. Oktober. Die Stadtverordneten be-

Landwirtschaft.

Gegenwärtig reist Landwirtschaftslehrer Kiepe vom Bunde der Landwirte im Kreise Alsfeld und hält in kleineren und größeren Orten Vorträge, behufs Gewinnung neuer Mitglieder für Den Bund, und Bildung von Ortsgruppen. . ......

Neueste Meldungen.

Crouberg, 25. Oktober. (Tel.-Meld. d.Gieß. Anz") Das Befinden d er Kaiserin Friedrich ist fon­dauernd befriedigend. Der Appetit ist gut, Temperatur und Puls sind normal. Die Patientin darf täglich einige Zeit das Bett verlassen.

Köln, 25. Oktober. (Tel.-Meldung desGieß. Anz.") Der Schnellzug 83 von Betzdorf (ab 706) entgleiste heute früh in der Nähe von Urbach. Die Maschine und 12 Wagen gerieten aus den Schienen, jedoch haben Men­schen keine ernstlichen Verletzungen davongetragen.

London, 25. Oktober. Aus Kapstadt wird ge­meldet. Der frühere Ministerpräsident der Kap-Kolonie, Schreiner, hat sein Abgeordneten-Mandat nieder- gelegt.

London, 25. Oktober. Aus Tokio wird gemeldet: Während die Kaiserin von Japan gestern einen Ausflug int offenen Wagen machte, warf ein Individuum einen Holzschuh nach ihr, der die Kaiserin jedoch nicht in der beabsichtigten Weise traf. Der Attentäter, der sofort verhaftet wurde, scheint geisteskrank zu sein.

Haag, 25. Oktober. Tie Vermählung der Kö­nigin findet a m 17. Januar statt.

Budapest, 25. Oktober. Als der Kaiser gestern aüs Gödöllö kommend vom Bahnhose nach der Hofburg fuhr, wurde ein Mann verhaftet, der bei der Vorbei­fahrt des Kaisers Schmähworte ausstieß und Bresci hoch leben ließ. Der Verhaftete ist der 25 jährige, von italien­ischen Eltern stammende, aber in Wien geborene Hand­lungs-Commis Max Dolp, der wegen Majestäts-Beleidig­ung bereits mit zwei^Jahren Kerker verurteilt worden ist.

New Y ork, 25. Oktober. Infolge eines Konfliktes zwischen Arbeitswilligen und aus stündigen Gruben­arbeitern schossen d i e Aus ständigen auf ihre arbeitenden Kameraden. Mehrere derselben wurden ver­wundet. Polizei mußte zur Aufrechterhaltung der Ord­nung einschreiten.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt, den 25. Oktober.