Ausgabe 
26.8.1900 Drittes Blatt
 
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er Herrn v. Bülow:

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Gleicher Absatz von keiner anderen Fabrik Deutschlands erreicht!

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der Steuerschraube."

Majestät,

Jede Hausfrau wir- erstaunt sein über -ie Wirkung.

Wo ist denn eigentlich Miquel?"

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Emil Pistor Nach!

Inhaber: H. Selbst und L. Schussler

10 Marktstrasse 10.

* ,Jn einer furchtbaren Situation befindet sich seit gestern ein junger Arzt, Dr. L., in Berlin, der >xt einem bakteriologischen Institut thätig ist und sich dort möglicherweise mit Milzbrandbazillen infiziert hat. Be­kanntlich führt die Milzbrandseuche fast ausnahmslos zu einer tätlich wirkenden Vergiftung des Blutes. Heber den in ärztlichen Kreisen Aufsehen erregenden Fall werden folgende Einzelheiten gemeldet: Ter junge Mediziner hatte sich im Laboratorium eine Zigarre angezündet, die er wäh­rend der Arbeit einmal auf ein danebenstehendes Tischchen legte. Als er dann die Zigarre wieder zum Munde ge­führt hatte, überraschte ihn der Leiter des Instituts mit der Frage:Herr Kollege, von welchem Tisch haben Sie die Zigarre genommen?" Der Angerufene bezeichnete die Stelle.Nun, dann dürften Sie sich mit Milzbrand­bazillen infiziert haben; bei meinen Experimenten mit diesen Bazillen habe ich den Tisch benutzt!" Ter Schrecken des Arztes isst [um so größer;, als es sich'um! Bazillen handelt, deren Lebenskraft kurz zuvor an Ratten erprobt worden war; denn die mit ihnen geimpften Tiere verendeten sämt­lich. Erst innerhalb der nächsten fünf Tage wird es sich entscheiden, ob und inwieweit der Arzt mit dem Speichel zugleich die gefährlichen Krankheitserreger seinem Blute zugeführt hat. So lange schwebt der bedauernswerte junge Mann in der qualvollsten Ungewißheit über sein Schicksal. Eine Behandlung könnte nur in Sen Fällen Aussicht auf Erfolg bieten, wenn es gelänge, das Krankheitsgift unschäd­lich. zu machen, bevor es in die Blutbahn eingedrungen ist.

* Die Königin-Witwe Marghe rita hat für die nächste Zeit die an der äußersten Grenzecke von Tirol und Italien in einer herrlichen Dolomitgegend gelegene Misurina-Landschaft zu ihrem Aufenthalte gewählt, wo die unglückliche Fürstin den ersten Stock des neuenGrand- Hotel Misurina" bewohnt. Die wildeinsame Misurinq- Landschaft liegt ungefähr 1800 Meter hoch ganz nahe den Ampezzaner Dolomitriesen: Drei Zinnen, Cadini, Sorapiss, Antelao au s. w. Der Misurina-See gilt mit Recht als ein Juwel der gesamten Alpenwelt. Für die Königin wird regelmäßig Gottesdienst abgehalten. In der Nähe von Misurina liegen die Touristen- und Sommerfrischorte: Cortina d'Ampezzo, Schluderbach, Landro mit dem be­rühmten Ausblick über den Dürrensee auf den Monte Cri- stallo, dann Toblach, Niederdorf mit dem Eingang ins Pragser-Thal (Pragser Wildsee) und dem Aufstieg über Plätzwiesen auf den Dürrenstein, ferner östlich von Toblach der uralte Marktflecken Jnnichen mit seinem bekannten Mineralbad und dem landschaftlich großartigen Hochthal von Sexten.

Vermischtes.

* Wo ist Miquel? Jüngst hielt der Kaiser, um­geben von seinen Ministern, Generälen, Adjutanten ?c., auf einem Transportdampser an die nach China abgehenden Truppen eine Abschiedsrede. Nach Schluß derselben fragte

Aus Stadt und Kan-

Gießen, 26. August 1900.

** Der 9. Verbaudstag der Feuerbestattuugsvereiue deutscher Sprache findet in den Tagen vom 7. bis 9. Sep^ tember in Frankfurt a. M. statt. Das ausführliche Programm ist in der letzten Nummer desPhönix" ver­öffentlicht. Darnach findet am Freitag den 7. September, abends 7^ Uhr, Eröffnung und Begrüßung der Teilnehmer des BerbandStages in derAlemannia". Schillerplatz 4, 1. Stock, statt. Auf SamStag den 8. September, vor- mittags 9 Uhr, ist die Hauptversammlung im Festsaale der Logezur Einigkeit" anberaumt, verbunden mit Ausstellung der auf die Preisausschreiben eingegangenen Konkurrenz­arbeiten. In der Pause von 12 bis 1 Uhr ist Frühstück, welches den Gästen vom Frankfurter Verein angeboren wird. Abends 6 Uhr ist gemeinschaftliches Abendessen im Palmengarten. Sonntag den 9. September findet Besich­tigung des Offenbacher Krematoriums statt und im Anschluß daran Fahrt nach Mannheim zur Besichtigung des dortigen Krematoriums. Für Montag den 9. ist eine Rheinfahrt und Besuch des Niederwalddenkmals vorgesehen.

** Obstbau auf der Landesausstellung in Darmstadt. In­folge nnerwartet zahlreicher Anmeldungen find die Preise in den verschiedenen Gruppen der Erzeugnisabteilung in der Landesausstellung, insbesondere aber in der Gruppe Obstbau, bedeutend vermehrt worden. Es sind zirka 400 laufende Meter Tischfläche allein für Obst bestellt worden.

Stützen der Obstbäume. In vielen Teilen Deutsch­lands giebt es in diesem Jahre eine ausgezeichnete Obst­ernte. Da richtet der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau in seiner eben ausgegebenen Nummer die Mah­nung an alle Obstzüchter, ihre Ob st bäume zu stützen, damit die Aeste nicht herunterbrechen! Solcher Stützen giebt es mehrere Arten. Die bequemsten und richtigsten Stützen bleiben immer die Gabelstützen, die unter die herab­hängenden Aeste geschoben werden. Stmgen aber mit na­türlicher, sicherer Endgabel sind besonders in größeren Mengen schwer zu bekommen. Zum Ersatz empfiehlt sich für junge Bäume eine derbe hohe Stange, an die die halt­bedürftigsten Aeste angebunden werden. Ein weiteres prak­tisches Stützversahren besteht in zwei Stangen, die neben die Bäume in angemessener Entfernung in die Erde ge­schlagen werden, über die dann eine dritte Stange waag. recht genagelt wird. Auf den so entstehenden Galgen werden die Aeste gelegt. Bei höheren Aesten empfiehlt es sich, ein oben mit Filz gepolstertes Brettchen aus eine Stange zu nageln, und unter den Ast zu schieben. Auch können hohe Stangen in den Boden geschlagen werden, an die die zu stützenden Aeste mit Kokosfasern angebunden werden. Besondern Wert bekommen die Mahnungen des praktischen Ratgebers da­durch, daß die einzelnen Arten, Bäume zu stützen, klar ab- gebildtt sind, was das Verständnis sehr erleichtert.

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Die besten Speisen schmecken nicht

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Linde s Essenz für Kaffee

ein vollkommen lösliches Pulver, kommt einem vorhandenen Be- -ürfnis entgegen, tin-e's Lffenz verleiht je-em Kaffeegetrank, einerlei ob man reinen Bohnenkaffee, Malzkaffee o-er Bei-es gemischt, o-er eine an-ere Mischung ge­braucht, einen vollmun-igen angenehmeren Ge­schmack, feineres Aroma un- -ie überall gewünschte schöne Farbe. Man muß aber nicht zuviel nehmen

1 gestrichener UasfeelSffel -. h. 3 bis 4 Gramm auf 1 Liter Getränk genügen.

Aus dem Gelchästslrveu.

Die Erzeugnisse der Continental-Eaoutchouc- und Guttapercha-Compagnie, Hannover, wurden auf der Weltausstellung in Paris mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. _____

alten, 22. August. Das Sch wrm m- und B a d e 6 a s s i n sberhalb der Adamsmühle ist jetzt fertig- gestellt. Das Bassin hat eine ovale Form (10 Meter breit, 25 Meter lang) und ist zur Hälfte zum Schwimmen und zu je einem Viertel zum Baden für Erwachsene und Kinder eingerichtet. Die Abteilung für Schwimmer hat eine Tiefe von 1,80 Meter, diejenige für des Schwimmens Unkundige 1 Meter und diejenige für Kinder 60 Ctm., und sind die Abteilungen durch Barrieren so von einander geschieden, daß eine Gefahr für die Badenden ausgeschlossen ist. Wasser-Zu- und -Abfluß können fortwährend funktionieren.- sodaß immer frisches Wasser sich im Bassin befindet; am Schwimmbassin befindet sich ein Reinigungskanal. Zweck­entsprechende Räume zum Aus- und Ankleiden sind vor­handen und bietet die um das Anwesen errichtete Bretter­wand Schutz gegen Wind.

Mainz, 23. August. In der Nähe des Schillerplatzes hat sich dieser Tage ein heiteres Stückch'en zugetragen. In einer Wirtschaft hatte ein Unbekannter eine Zeche von 1 Mk. 50 Pfg. gemacht. Als es ans Bezahlen ging, hatte der Mann kein Geld. Der Wirt machte Lärm, es sam­melten sich Leute an, aber noch ehe ein Schutzmann er­schien, war der Zechpreller entkommen, verfolgt von einer Anzahl Straßeujungen. Der Flüchtling eilte in eine be­kannte größere Restauration und war da plötzlich spurlos verschwunden. Als sich die Menge verlaufen hatte, entstieg der Zechpreller dem Müllkasten, der aus dem Hose stand, suchte eiligst das Weite und entkam. Ein junger Mann erhielt vor einem Jahre einen Betrag von 90 Mk., um damit eine Rechnung zu begleichen; gestern ließ sich der Mann als Reservist nach China anwerben, und heute stellte es sich heraus, daß er die 90Mk. unterschlagen hatte. Anstatt nach China gehtS nunmehr ins Untersuchungs­gefängnis. Die ersten reisen rheinhessischen Trauben, Frühburgunder, kommen soeben zum Verkauf. Das Pfund wird je nach Qualität mit 2530 Pfennig bezahlt.

Fulda, 22. August. Der Gartenbauverein hatte be­schlossen, für je 100 eingefangene Kohlweißlinge 10 Pfg. zu bezahlen. Infolge dessen sind in der Woche vom 14. bis 20. August nicht weniger als 52 520 Kohlweißlinge abgeliefert worden, davon am Montag allein 17 000 Stück.

Flieden, 21 August. Der Schuhmacher Hermann Levi aus Neuhof fuhr gestern nachmittag mit seinem Fahr­rad /in das Ladenfenster oes Herrn Katz hier mit solcher Wucht hinein, daß sein Kopf nur mit Mühe aus den Glasscherben herausgebracht werden konnte. Der Arzt mußte mehrere große Wunden im Gesichte des unglück­lichen Radfahrers zunähen. Das Rad war gänzlich zer­trümmert.

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