Ausgabe 
26.4.1900 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

auch tragen könne. Er versicherte uns, wir brauchten gar keine Angst zu haben, der Kahn sei großgenug.

Tiädtj

letzte Fonds zuerst aufgebraucht. Der Reichstagsgebäude­fonds hatte seinen Zweck erfüllt, als das Reichshaus am Äönigsplatz in Berlin seiner Vollendung entgegengeführt war. Was schließlich den Festungsbaufonds betrifft, so be­finden fich in den Etats der letzten Jahre unter den Ein­nahmen noch bestimmte Summen, welche als Rückerstatt­ungen auf die aus diesem Fonds geleisteten Vorschüsse be­zeichnet werden.

nommcu. Im Saale des Gesellschaftsvereins findet da­gegen ein Festmahl für Se. Kgl. Hoheit den Großherzog statt, zu dem die Ehrengäste, Stadtverordnete, der Denk­mals-Ausschuß usw. besondere Einladungen erhalten wer­den. Um 3 Uhr nachmittags findet alsdann ein gemein­sames Bankett aller hier anwesenden Veteranen mit Musik in Steins Garten statt, zu dem der Großherzog mit Gefolge sein Erscheinen in Aussicht gestellt hat, um dadurch den Veteranen des denkwürdigen Krieges 70/71 Dank und An­erkennung zu zollen. Bei eintretender Dunkelheit ist dann abends Doppelkonzert auf dem Marktplatz mit Be­leuchtung des Denkmals und des alten Rathauses vor­gesehen. .Die in echter Bronze ausgeführte, von der Ruppschen Erzgießerei, Inh. Hans Klement, in München gegossene Figur des Denkmals ist gestern angekommen und dürfte beim Lesen dieser Zeilen aus dem Sockel ihre Auf­stellung gefunden haben. Es wurde weiter beschlossen, an die Einwohnerschaft unserer Stadt einen Aufruf zur Ausschmückung der Häuser und Straßen zu erlassen, um unfern Landesherrn und die alten Kämpfer um Deutsch­lands Macht und Einigkeit in gastfreundlicher und herzlicher Weise zu bewillkommnen, sowie weiterhin die Geschäfte, Fabriken, Schulen usw. um eine Schließung der Geschäfts- , räume an diesem Tage cmzugehen. Die Vorarbeiten für die Feier sind in vollem Gange. Die städtische Vertretung hat in hervorragender Weise durch Stiftung der Gedenk tafeln sowie Uebernahme der Feier ihr reges Interesse 6e- thätigt. Und so erübrigt nur noch, daß die Einwohnerschaft Gießens sich erinnert, daß es eine Ehrenpflicht ist, den hieher kommenden Kriegern aus der großen Zeit 1870/71 durch eine freundliche Aufnahme wohlverdienten Dank und Anerkennung zu zollen, damit der gute und alte Ruf Gießens als bewährter Feststadt sich auch diesmal in neuem

I stimmte Aussicht gestellt hat und auch Prinz Wilhelm von Hessen der an ihn ergangenen Einladung Folge leisten dürfte; ebenso werden Vertreter des Ministeriums sowie

I unserer hessischen Schwesterstädte und andere Ehrengäste ' erwartet. Die Krieger-, Veteranen- und Militärvereine, die Studierenden, die Schulen, Sport-, Turn-, Schützen- und Gesangvereine sind zur Spalierbildung eingeladcn, und die Anmeldungen sind bereits zahlreich eingelaufen. Auch der Verein für Erhaltung hessischer Landestrachten hat sich in dankenswertester Weise zur Verfügung gestellt; über 100 Personen in hessischen Landestrachten speziell aus dem Kreise Gießen werden sich in ihren kleidsamen Trachten beteiligen. Die am Spalierbilden Beteiligten gruppieren sich nach der Enthüllung zu einem Zuge, um am Denkmal an Sr. Kgl. Hoheit vorbeizumarschieren. Nach der Ent­hüllungsfeier findet auf Oswaldsgarten große Parade unseres Regiments statt, an der sich auch die hier anwesen­den Veteranen kompagnieweise, wie sie den Feldzug mit­gemacht haben, beteiligen werden. Die Aufforderung zur Teilnahme an der Feier haben die auswärtigen Veteranen des früheren II. Großh. Hess. Jnf.-Regts. mit Freuden begrüßt und die Zusagen zur Teilnahme sind über alles Erwarten zahlreich ausgefallen; es dürften über 800 alte Krieger aus allen Teilen und Gauen Mittel- und West- Deutschlands am 10. Mai in Gießen zusammen kommen, um gemeinschaftlich, vielleicht zum letztenmale alte Er­innerungen auszutauschen und alte Kameradschaft wieder aufzufrischen. In dankenswerter hochherziger Weise hat die Stadtverordneten-Versammlung beschlossen, die Vete­ranen als ihre Gäste anzusehen und ihnen ein gemein­sames Mittagsmahl (Festessen) darzubieten, das sich auf die verschiedenen hiesigen Lokale verteilen wird. Hierfür; sind Steins Saalbau, Kaffee Leib, Kaffee Ebel, Hotel Ein-

zwischen wieder nach oben gekommenen Kahnes erfaffei. In seiner Nähe sieht er einige Gestalten und spricht übit sie, so rasch es ihm möglich ist, die General-Äbf'v- l u t i o n aus. In dieser Sekunde hörte er, wie einn die Anfangsworte eines lateinischen Gebetes he? vorstößt, ein anderer (wohl stud. theol. Badior) in rühren­der Bruderliebe aufseufzt:Meine arme Schwester". ;)i gleich ruft wenige Meter von ilfm entfernt, eine driitr Gestalt:Kommen Sie hierher, Herr Niel". Dann toutx alles st i l t. Unter Aufbietung aller .Kräfte hielt f i Frühmesser Niel am Kahn, bis er endlich in Aßmcmr? hausen gerettet wurde.

L. Gestern fand in Geisenheim ein feierliches quiem für die Verunglückten statt. Sieben Vereine ds Verbands der katholischen Studentenvereine Deutschland hatten Vertreter mit Fahne und Wichs entsandt. " Nassovi- Gießen, Thüringia-Marburg, Arminia, Walhalla, leut^ nia, Brisgovia und Germania. Diese nahmen um dr Altar herum Aufstellung. Der Gottesdienst wurde do- dem geretteten Benefiziaten Niel unter Assistenz zwei'- Kapläne gehalten. Die Kirche war kaum groß genug, un die Zahl der Leidtragenden zu fassen. Nach dem Wv* dienst wurde in dem Frankfurter Hof von dem Leiter d« letzten Binger Ferienkommerses, cand. jur. Schrick, i* übliche Trauersalamander kommandiert.

von uns vm Scherze:So wollen wir uns denn nachdem Jenseits fahren lassen". Am Rhein angekommen, fragten wir den Schiffer ausdrücklich, ob der Kahn uns

* Zum Konitzer Mord. Nach einer Meldung ov Könitz werden die Leichenteile des ermordeten Winter M Beerdigung noch nicht freigegeben. Das Leichengefolgt wird nach der unter der Bevölkerung herrschenden (Stimmig einen kolossalen Umfang annehmen. Mit Rücksicht hieran wird die Freigabe der Leiche verzögert.

* Zum Selbstmorde des Dr. jur. Walte Nothnagel, des einzigen Sohnes des berühmten Pw feffors der inneren Medizin und Klinikers an der Wievk Universität Hofrats Dr. Notnagel, der sich in einem cd gelegenen Teil des Praters durch einen Revolverschuß tötet hat, gehen demB. T." aus Wien folgende Einztl heiten zu: Zwei Knaben, die dort spazieren gingen, fatyn im Gebüsch einen elegant gekleideten jungen Ma'.r mit einem Revolver in der Hand, den er gegen die redtti

Glanze bewahrheiten möge.

* In derSieg-Lahn-Ztg." finden wir nachstehenden Artikel über die alten, schlechten Wagen, mit denen der Zug, der 6.40 Uhr abends ab Gießen fährt, ausgestattet ist, ein Zustand, über den auch wir lebhafte Klage zu führen haben. Der Artikel sagt nun: Als ein Kuriosum muß eS bezeichnet werden, daß der Personenzug Nr. 2427, der abends 6.40 Uhr von Gießen nach Betzdorf fährt, gestern Personenwagen 3. Klasse mit sich führte, die durch Oel- lampen beleuchtet wurden. Diese Wagen mögen vor etwa 30 Jahren einmal für Nebenbahnen angeschafft worden sein; sie sind die elendesten aller Rumpelkasten, die wir noch auf deutschen Bahnen angetroffen haben. Der betreffende Personenzug vermittelt den Anschluß von der Lahnbahn, bezw. Coblenz, Ems usw. nach dem Siegerland, und es ist ein wahrer Skandal, daß dem reisenden Publikum der­artige elende Personenwagen zur Verfügung gestellt werden. Wir können derSieg.-Lahn.-Ztg." nur bei­stimmen, da wir in dem 8.16 vorm. von hier nach Frank­furt gehenden Zuge ähnliche Erfahrung gemacht haben.

Sch. Darmstadt, 25. April. (Telephon-Meldung des Gieß. Anz.). Der national-liberale hessische LandtagSabge- ordnete Brauereibesitzer August Breimer aus Beerfelden ist gestern im Alter von 75 Jahren nach längerem schweren Leiden gestorben. Er war Inhaber des ersten Starken­burger Wahlkreises Beerfelden-Hirschhorn-Wimpfen und ge­hörte dem Landtag seit 15. Februar 1888 an. Im Vor­jahre war er zum zweitenmal gewählt worden.

)( Mühlheim am Main, 24. April. Lehrer Bütt­ner, seit drei Jahren an der hiesigen Kreis-Erziehungs­anstalt, wurde nach Offenbach versetzt. Ein geeigneter Ersatz ist bis jetzt noch nicht gefunden. Die Anstalt zählt gegenwärtig 56 Zöglinge.

(?) Heppenheim a. d. Bergstr., 24. April. Wegen den unter unserer Jugend herrschenden Masern mußte der Beginn des neuen Schuljahres einstweilen verschoben werden. In unserer Nachbargemeinde Hambach er- h ä n g t e sich der im Greisenalter stehende frühere Kirchen­diener Kunkel. Gleichfalls durch Erhängen machte die Frau eines Bauern zu Hambach ihrem Leben ein Ende. Der Grund ist Lebensüberdruß, weil sie sich mit ihren Stief­kindern nicht vertragen konnte.

Mainz, 24. April. Gegen die Veranstalter des vor­jährigen Kongresses der Radfahrer-Union in Mainz ist eine Klage angestrengt worden. Mehrere Lieferanten können nicht zu ihrem Gelde kommen. In der Klageschrift wird der Vorwurf erhoben, daß die Verklagten weder von dem Konsulate Mainz noch von der Gesamt-Union beauf-

h

«

Ausland.

Loudon, 24. April. Der Herzog von Argyll ist gestorben. Er war 1823 geboren, hielt zu den Liberalen, war Großsiegelbewahrer, Generalpoftmeister, Staatssekretär für Indien u. s. w. Sein Besitz umfaßt 170000 Acres und seine Sammlungen bergen kostbare Schätze. Der Herzog von Argyll war ^dreimal verheiratet, zuerst mit einer Tochter des Herzogs von Sutherland, dann mit der Tochter sdes Bischofs von St. Albans, der Wittwe des Oberstleutnants Anson und seit 1895 mit der Tochter eines Herrn M'Neill.

i'tr.: r», r m 8li Ni

*k« z-idst

®il6en,

>074

Das neugegründete BlattDaily Expreß" macht in seiner heutigen ersten Nummer mit einer, Berlin Montag den 23. April datierten Depesch e des deutschenKaiserS für sich Reklame. Der Kaiser wünscht darin demDaily Erpreß" guten Erfolg, da das Blatt ein gutes internatio­nales Einvernehmen fördern wolle. Dann heißt in der Depesche wörtlich weiter:Sagen Sie dem britischen Volke, meine erste Hoffnung ist jetzt wie immer die Erhaltung

meine zweite die Be- |UUV ^tvulx> ©uumuu, stunee stajjee ycoei, yorei ^rn- £utJLr Beziehungen I Horn, Hotel Großherzog von Hessen u. a. in Aussicht qe- zwrschen Deutschland und Großbritannien.'------- ~ - ' - --

Zwischen diesen beiden Nationen besteht kein wesentlicher Grund einer Differenz, noch sollte ein Grund zu einer solchen entstehen; zwischen ihnen sollte es keine Rivalität geben, sondern nur freundlichen Wettbewerb in der Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts der Völker". Der Berliner Korrespondent desDaily Expreß" fügt hinzu, der Kaiser habe ihm dies Telegrammdurch einen seiner vertrautesten Minister" übermitteln lassen. Der Korrespondent erwähnt auch, daß er mit Bülow und Richthofen Unterredungen gehabt habe. In Wirklichkeit wird fich die Sache wohl etwas anders verhalten, als sie von dem englischen Blatte dargestcllt wird. Möglicherweise ist der Vorgang ähnlich gewesen, wie bei der Absendung des Telegrammes an ein New Yorker Blatt, als Kaiser Wilhelm nach seinem Besuche iu Windsor Ende November v. I. England verließ. Wie damals Baron Eckardstein, hat vielleicht auch jetzt ein Diplomat aus der Umgebung des Kaisers den Ansichten desselben Ausdruck gegeben. Daß die in der Depesche des englischen Blattes ausgedrückten Ansichten denjenigen des Kaisers im Allgemeinen entsprechen, ist allerdings nicht zu bezweifeln.

Zwischen mehreren europäischen Mächten finden Unterhandlungen statt wegen einer gemeinsamen mari­timen Aktion zur Sicherung der arggefährdeten Aus­länder in China. Nordamerika lehnte die Beteiligung ab.

Brüssel, 24. April. Vor überfüllten Tribünen nimmt

Das Unglück von Bingen.

Wir erhalten von geschätzter Seite folgende Zuschrift.

L. Der gerettete Frühmesser Niel erzählte vorgestern die Einzelnheiten des Ka h n u n g t ü ck s fotgendermafM Als wir denEnglischen Hof" verließen, bemerkte einn

tragt gewesen seren, die Kongreß-Angelegenheiten zu »t scheiden weder Vertrage abzuschließen, nod) Bestellu^ Zu erterlen. Sie werden beschuldigt, auf allgemeine Kiu Ausflüge ins Rheingau unternommen und Gelage aeopv ferner die Liste der Garantiezeichner gefälscht dadurch, daß sie willkürlich Namen und Beträge in die eingetragen hätten. (Frkf Ztg.)^ '

I , ** Kleine Mitteilungen aus Hesse« und den Rachbarftactr ! Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Leb-f stelle an der Volksschule zu Alzey mit einem Anfana;, halte von 1200 Mk. jährlich ist erledigt.! Die Stelle soll r einem Lehrer besetzt werden, der die erweiterte (Oberlebr'- Prüfung bestanden hat. Ihm können die Funttionen en, Oberlehrers an der Schule gegen eine Remuneration:r 600 Mk. jährlich übertragen werden. Der Mit­besitzer Göttmann aus Zotzenbach wurde während eire Bahnfahrt durch einen Schlaganfall getötet. prächtigen Auerhahn erlegte Dr. Scharffenberg im walde zu Michelstadt. In Grünberg wurde is Hause des Herrn Krüder ein erfolgloser Einbruch verüi: der jedenfalls der Kasse der Distriktseinnehmerei galt. - Am Freitag fand in Ettingshausen die Bürgen m e i st e r w a h l statt, bei welcher Johannes Keil 56 Stimnm der seitherige Bürgermeister Görnert und der Beigeordnn Keil je 28 Stimmen erhielten. Da dem Johannes 8, eine Stimme an der absoluten Majorität fehlte, so siM zwischen Johannes Keil und dem Beigeordneten Keil - Bürgermeister Görnert schied durchs Los aus Stichml statt. Sicherem Vernehmen nach soll in Wetterfelk im Anschluß an die Dreschmaschinen - Genoffenschaft vv Molkerei-Genossenschaft gegründet werden, um tu. Landwirten zu Wetterfeld und Umgegend Gelegenheit l bieten, ihre Milch beffer zu verwerten, als seither. - Zu Steindorf schlug der Blitz am Montag in einen Sichln- stamm von 1 Meter Durchmesser mit solcher Wucht, tat nur noch ein etwa 2 Meter hoher Stammrest, bestehend ane vier Holzsplittern, übrig geblieben ist. In Main­flingen fanden, denNeuen Heff. VolkSbl." zufolge, zahl- reiche Vernehmungen durch die Großh. Staatsanwalschaft statt, in deren Folge ein angesehener Bürger im Alter von nahezu 70 Jahren durch die Gendarmerie zur Unu-

suchungshaft nach Seligenstadt abgeführt wurde. £ ! ist verdächtig, Verbrechen gegen die Sittlichkeit in mehrem Fällen verübt zn haben.

, .7 vfä EM"

«r. (.jwi Ä^tilS die

ui, * Ä«* n®* SrCt *1 Ltr wE j frei -er rtf

«IW |1

edid « I" M er ßnnt r sM

Samunt fir den * M W 9 Znaßbug brich ' Sirifitz t^lobinttn hörigen Dynum her AschaM jroti babtt bt' Asm MU W

* ftmt Mord aus tyfjannti und Mr doi geordnete- M in gewissem Nn L« Schlaslofigke \i tintm achttö FMm Seckrn von rrliAsein Nächte.vor del Wn wib falt gehörten glaubt vor, afle seine 0 Endn zu toi ßeäir chm den deni toutbt btr Wände und uns chi des seiner Fn Sohn. Diesn to Wt* w btt Tlube 1 »ordeie nun du /Achen Sol f(,a sollen : « w tau 2$ bis rr tobt

dem n Mörder auf

bie THi Mutter Licht,

auf stiegen mir ein. Daß nun ein junges Ehepaar auf das Gebühren seines Hündchens hin wieder ansgestiegen jti, wie es der Berichterstatter eines Frankfurter Blattes zu melden wußte, ist wohl schön ausgedacht, aber nicht wahr BrS etwa zur Mitte des Stromes ging die Fahrt glücklito von statten. Die Einzelnen unterhielten sich gemütlich gesungen wnrde nicht. Da bemerkte auf einmal Beiiesiz-m Nrel, daß seine Fuße naß wurden, und sagte das den anderen. Trotz.dieser aufregenden Mitteilung bewahilen alle verhältnismäßig große Ruhe. Niemand sprang auf, niemand verließ seinen Platz. Noch ein paar Bootr- längen ftlhr man weiter, als plötzlich von allen Seiten Wasser eindrang. Alle schrieen auf. Im selben Augenblick ist das Boot versunken. Der Veuefizio/ tauchte gleich wieder auf und kann den Rand des in

die Kammer die Verhandlungen der Interpellation des Abg. Lorand über die Grausamkeiten am Kongo wieder auf. Der Minister des Auswärtigen verliest einen langen Brief der Regierung des Kongostaates, welcher gegen die Angriffe Lorands in der vorigen Sitzung der Kammer protestiert. Darauf erhebt sich der Kriegsminister, um im Namen der Armee den Offizieren, welche sich am Kongo befinden, seine Huldigung auszusprechen und gegen die An­griffe auf die Armee zu protestieren. Danach spricht Ban- dervelde, der u. A. sagt, KöuigLeopold, der Civilisator des Kongo, sei selber der größte Elfenbein- und Kaut­schukhändler.

Der König ernannte den Prinzen Karl Anton vonKohenzo Ilern-Sigmaring en zum Ehren ob erst des zweiten Änien-Regiments.

Wien, 24. April. Der Vorschlag, die Königgrätzer Straße in Berlin in Kaiser Franz-Josef- Straße umzutaufen, wird vom Prager Tschechen­blattNarodni Lisch" benutzt, um weitere Forde­rungen aufzustellen, durch deren Erfüllung Preußen seine Freundschaft gegen Oesterreich beweisen solle. Das Tschechen- blatt will in ironischer Weise darthun, daß das deutsch- österreichische Bündnis mit dem historischen Verhältnis beider Reiche im Widerspruch stehe, indem es verlangt, es sollten in Berlin noch andere Straßennamen beseitigt werden, die an die Kämpfe Preußens gegen Oesterreich erinnern. Ferner müßten die österreichischen Kanonen von der SiegsSsäule und das ganze Denkmal Friedrichs des Großen entfernt werden. Endlich sollte Preußen, nm die Ehrlichkeit seiner Freundschaft für Oesterreich zu beweisen, Schlesien und die Grafschaft Glatz zurück- geben, die ohnehin zu den Ländern der böhmischen Krone gehören.

Aus Stadt und Land.

* Aus dem Militär Wochenblatte. Verliehen: das Ritterkreuz 1. Kl. mit Eichenlaub des Ordens vom Zäh­ringer Löwen dem Obersten v. Waechter, Komm. d. Füs.- RegtS. v. Gersdorff (Hess.) Nr. 80; versetzt: Zahlmeister Urban vom Heff. Jnf.-Regt. Nr. 118 zur Intendantur des 18. Armeekorps; Zahlmeister Graulich vom Jnf.- Regt. Nr. 168 zum Jnf.-Regt. Nr. 118; ernannt: der kontrolführende Kaserneninspektor Fischer in Gießen zum Garnison-Verwaltungsinspektor.

** Kriegerdenkmal-Ausschußsitzung. Unter dem Vorsitz sdes Stadtverordneten Kirch fand gestern abend eine Sitzung des Denkmals-Ausschusses im Sitzungssaale der Stadtverordneten-Versammlung statt. Man nahm zu­nächst die Mitteilung entgegen, daß der Großherzog Jeine Anwesenheit bei der Enthüllungsfeier in b e *