Ausgabe 
25.12.1900 Erstes Blatt
 
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Dienstag den 2'» Dezember

L50. Jahrgang

1900

Henerat-Anzeiger

Aints- unb Elnzergsblatt für den Kreis Gieren.

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Famüienbiättrr, Der hessische Kandwitt, für hesirsche Volkskunde.

Alle Anzeigen-BermittlungSstellen des In« und AuölcnchM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger tntgegm. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

hkiltos, Expedition und Druckerei:

-Onkßraß« Nr. 7.

^lntthme »en Anzeigen zu der nachmittags für den ^'Npüni Laz erscheinenden Nummer bis Dorrn. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.

Der Reichskanzler. I. D.: Freiherr von Tchielmann.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Kisß«, Fernsprecher Nr. 51.

Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen au die Rechner der KreiSkasse, der Gemeinden, Kirchey und Stiftungen im Kreise.

Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung beauftragen wir Sie, darnach zu verfahren: Vom 1. Januar 1901 ab wollen Sie, womöglich keine Thaler der obigen Art in Zahlung nehmen, die vorhandenen rechtzeitig vor dem 31. März 1901 bei den Reichskassen oder der Großh. Hauptstaatskasse, den Großh. Bezirkskassen (DistriktS- einnehmereien) oder der Untererhebstellen zur Einlösung oder Umwechselung vorlegen.

Gießen, den 17. Dezember 1900.

v. Bechtold.

Ach Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend die Der« Muilhalser österreichische« Gepräges, vom 28. Februar 1&92 (Reichs Gesetzbl. S. 315) hat der Bundesrat °die na Holgenden Bestimmungen getroffen.

§ 1.

Dill in Oesterreich bis zum Schluffe des Jahres 1867 gejpochtkn BereinSthaler und Vereinsdoppelthaler gelten ?o:® 1. Januar 1901 ab nicht mehr als gesetzliches jcjchlllmgs mittel. Es ist von diesem Zeitpunkt ab außer -beim mh der Einlösung beauftragten Kassen niemand ver- Pfl'Het, diese Münzen in Zahlung zu nehmen.

§ 2.

Dm Thaler der im § 1 dieser Bekanntmachung 6c* z ei'Wem Gattung werden bis zum 31. März 1901 deii sin Reichs» und Landeskassen zu dem Wertverhältnisse t)oti:brei Mark gleich einem Thaler sowohl in Zahlung als aucHjur Umwechselung angenommen.

§ 3.

At! Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausche (§ findet auf durchlöcherte und anders als durch den

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Volitische Wochenschau.

Tiefe Feiertagsstille herrscht im deutschen Reichs-Par­lament und in den einzelnen Landtagen. Das Weih­nachtsfest wirft seine Schatten voraus und das rege Ge- schäftsleben, das diese Tage mit sich bringen, läßt auch dem politisch weniger an die Öffentlichkeit tretenden Bürger kaum die Zeit, sich mit Regierungsmaßnahmen und Parteiangelegenheiten eingehend zu beschäftigen. Und doch haben wir auch im Laufe der vergangenen Woche Vorfälle zu verzeichnen gehabt, die das Interesse nicht nur ganz Deutschlands, sondern Europas in An­spruch nahmen. Das große Weltenrad steht eben nie still, stets weht in den höheren Regionen ein starker Wind, der teils sanfter, teils kräftiger die politische Welt durchbraust und je mehr sich dieser Luftzug der Erde nähert und dadurch das Volk selbst berührt, um so stärker ergreift derselbe die Massen und schwillt zum Sturm an, der dann alles mit sich fortreißt, was sich, nicht bei Zeiten in sicheren Schutz begeben hat. Wenn

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J e Sießcner

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»tm Anzeigrr v»Wkichlstl mitHess, u.Blätter ich. »oiktkunde- »mWI 4 bc( fceigelegt.

Amtlicher Feil.

Bekanntmachung,

ihtffeub die Außerkurssetzung der BereinSthaler öfter- reichischeu Gepräges.

Vom 4. Dezember 1900.

Unter Bezugnahme auf die nachstehende Bekanntmach- irug'toirb zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Ein» iti ijang umd Umwechslung der mit Wirkung vom 1. Januar 1911101 außer Kurs gesetzten BereinSthaler österreichischen ÄHrSgiS bis zum 31. März 1901 bei der Großh. Haupl- stct,.Masise, den Großh. Distriktseinnehmereien und Unter» ,'ivWsteLlen stattfinden kann.

Donmstadt, am 4. Dezember 1900.

fÄroßherzoglicheS Ministerium der Finanzen.

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fult in letzter Zeit von solchen politischen Stürmen, die meistens in den Parlamenten ihren Ursprung haben, glücklicherweise auch verschont blieben, so waren es doch jene elementaren Gewalten, die dem deutschen Volke Be- trübnis, Wehmut und tiefes Beileid von allen perlen der Erde gebracht haben. Bei Malaga, an der Küste von Südspanien, ist daA deutsche SchulschiffGneis en au" gestrandet» und hat dadurch den T-vd vieler braver und hoffnungsreicher Männer herbeigesührt. £otCi

über Hundert Verwundete hat es gegeben und mithin tiefes Leid über viele Familien gebracht.

Präsident Krüger ist in Amsterdam von den Be--

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"fielen,

Rudolf Presber: Vom Theater um die Jahrhundertwende. Verlag von Greiner und Pfeiffer, Stuttgart. In geschmackvoll ausgestat­tetem Bande sind zwölf Aufsätze zummaengefaßt, die in zwangloser Folge einzeln in der MonatsschriftThürmer" des Frhrn. v. Grotthuß erschienen. Der Verfasser, ein geborener Frankfurter, als Feuilletonist auch manchem Gießener bekannt als Fürst, sagt in seinem Vorwort: Es sind int einzelnen keine strengwissenschaftlichen Ab­handlungen, und als Ganzes haben fie gewiß nicht den Ehrgeiz, eine in sich abgeschlossene Dramaturgie zu bilden, Plaudereien sind es, Plaudereien eines Mittlers, der in der dramatischen Kunst die schönste und vor­nehmste Blüte aller Künste sieht. Plaudereien mit einem Leser, der von dem Vorurteil befreit ist, daß man über Blumen Verständiges nur im Stile botanischer Lehrbücher reden könne". Die Essays umfassen heterogene Gebiete außerordentlich angenehm berührt stets der Ton der Mäßigung, mit dem sie abgehandelt werden. Presber steht auf dem Boden des Klassizismus, ohne dem mo­dernen Schaffen sein Recht zu verkümmern. Nur grimmi- migen Auswüchsen gegenüber findet er jene mit gewisser Heiterkeit gemischte Ironie, die dem Publizisten Presber einen weiten Kreis von Anhängern geschaffen hat. Man kann hinzufügen, daß sich alle Aufsätze in jeder Be­ziehung wohlthuend von den Banalitäten des Alltags unterscheiden. Darin liegt auch die Berechtigung der Sammlung.

Das zehnte Heft desLotse n" (Verlag von Alfred Janssen in Hamburg) beginnt mit einem plattdeutschen HuldigungsgedichteAn den Präsidenten Paul u t T r a n s v a a l" von Professor^Ferdinand Tönnies. In einemHochschulpädagogik?" überschriebenen Artikel antwortet der bekannte Ethiker Professor Friedrich Paulsen auf die im vierten Hefte er­schienene Arbeit von Pro fessor W ilhe lm Fo erster und bekämpft dessen Ansicht, als könne man sich von einem besonderen pädagogischen Kursus für werdende Hoch­schullehrer wesentliche Erfolge versprechen. Vielmehr müsse nach tote vor der große Gelehrte, der zugleich ein großer Lehrer tst, auch die Methode des Unterrichts verbessern und umgestalten, toie es bisher immer geschehen sei. Ueberöffentliche Schenkungen" spricht der Göttinger Professor Gustav Cohn und weist darauf hin, tote gesund das nordamerikanische Prinzip ist, nicht immer bei jeder Gelegenheit die Mittel des Staates für die Ver­besserung der höheren Lehranstalten in Anspruch zu nehmen, sondern die reichen Leute dazu zu animieren,

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1686

Feuilleton.

Ulis Darmstadt schreibt man uns: Wie deutscher HarM und Industrie, so beginnt auch deutsche Kunst sicht mit einer dominierenden Stellung emporzuringen. In mstadt hat unser kunstsinniger Großherzog betiirimil id) eine Anzahl bedeutender Mnstler heran- 905 m;üi, die eben am Werke sind, im schönsten Teile . berr tiilbt eine Künstler-Kolonie zu errichten. Da schauff und schmückt ein jeder Mnstler sein Heim ganz so 'M .er es sich ideal denkt. Wie ein Märchenreich mucke uns diese originellen Mnstler-Heimstätten an, und diesftÄ Zauberland soll im Jahre 1901 als eine eigen­artig Msstellung sich den staunenden Blicken der ganzen Wetli:offnen. Befruchtend will man wirken auf Mnst, GeNMaie und Handel und deshalb haben es die Mnstler der Iblomie als ihre erste Aufgabe aufgefaßt, alle ßiet:t; be-§ Kulturlebens mit künstlerischen Ideen zu er- füllckis umd mit Geschmack auszugestalten, ein Bestreben, in bim sie mit dem heimischen Gewerbe und der hei- mis- Hn Industrie Hand in Hand gehen wollen und müssen, ivcmiim bcn§ Ziel ein großer industrieller Erfolg der Aus- ftelWurg von 1901 erreicht werden soll. Es giebt vielleicht keim Miet, das für derartige Absichten so dankbar, aber micf.D|io schwierig zu beeinflussen wäre, als das der

Hörden, den Mitgliedern des Gemeinderats und den Kon­suln von Transvaal und vom Oranje-Freistaat im Fürsten­zimmer des Bahnhofs empfangen worden. Wenn feine Reise nach Europa bisher auch keinen positiven Erfolg gehabt hat, so ist durch die jetzige LageinSüdafrika, die zurzeit für die Engländer außerordentlich ungünstig ist, die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß es doch noch zu einem, auch für die Buren annehmbaren Frieden kommt. Wenn gemeldet wird, daß in Bloemfontein einif Konferenz abgehalten werden soll, zu der sämtliche Burenführer einzuladen wären und in derselben von England die für die beiden Republiken geplante Auto­nomie in allen Einzelheiten auseinandergesetzt werden soll, so dürfte darauf mindestens ebenso großer Wert zu legen sein, wie auf ein etwaiges Zusammentreffen des Präsidenten Krüger mit Lord Salisbury. Ersterer ist übrigens genötigt, in Utrecht einen längeren Aufenthalt zu nehmen, und sich wegen seines in letzter Zeit ver­schlimmerten Augenleidens in die Behandlung des dortigen Professors Swellen zu begeben. Es ist somit wenig Aussicht vorhanden, daß das Ende der Feindselig­keiten in Südafrika schon demnächst zu erwarten ist.

In dev ostasiatischen Angelegenheit ist das Wesent­lichste die endlich vollständig erzielten Einigkeit unter den beteiligten Mächten, und so stehen wir glücklich un­mittelbar vor den Friedensverhandlungen. Aber mit der inneren Ruhe in China scheint es seine besondere Be- wandnis zu haben. Die verbündeten Truppen sind immer noch Beunruhigungen durch Zusammenrottungen von Boxern ausgesetzt, und Graf Waldersee hat sich deshalb veranlaßt gesehen, einen Befehl zu erlassen, durch den

daß fie, indem sie künstlerischen und wissenschaftlichen Instituten einen großen Teil ihres Vermögens stiften, sich selbst für alle Zeiten das schönste Denkmal fetzen. Der Rostocker Professor der Nationalökonomie, Richard Ehrenberg, setzt seine Abhandlung überDeutschland und England", die er int neunten Heft begonnen hat, er­gänzend fort und kommt zu wichtigen Ergebnissen. Ueber Frankfurter Theater Verhältnisse und besonders über den Neubau eines Frankfurter Schauspielhauses weiß Wilhelm Holzamer allerlei Grundsätzliches zu berichten und stellt dem Intendanten folgende Aufgabe:Was das alte Haus nicht mehr werden konnte, soll er aus dem neuen machen. Wozu er im alten Hause öfteren Anlauf nahm ich erinnere an die verdienstvolle Arrangierung eines Zyklus nordischer Dramen in jüngster Zeit soll er mit dem, was er seither vernachlässigen mußte, im neuen Hause zur Voll­endung führen. Unabhängig in jeder Weise von Berlin, soll er uns eine südwestdeuttche Bühne schaffen! Das ist, wiederhole ich, der Beruf des Frankfurter Schauspiel­hauses, das ist eine Forderung, die wir ebensosehr als Süddeutsche, wie auch im Interesse des künstlerisck>en Schaffens überhaupt nachdrücklichst emporheben wollen!

Das Ueberbrettl. Man schreibt aus Berlin: Ernst von Wolzogen setzt bekanntlich sein sympa­thisches und weltkluges Talent für die Förderung eines litterarischen Variete-Unternehmens ein. DasUeber- brettl zum r a s e n d e u Jüngling" (ein etwas prettös-witziger Name!) sollte zuerst in einem zu erbauen-' den intimen Luxusraum des Berliner Kaiserkellers sein Heim finden, dann hieß es, Wolzogen werde seine deutsche Roulotte" in Darmstadt errichten, wo der kunstver­ständige Groß Herzog, dieser modernste Mäcen Deutsch­lands, mit seiner Mnstlerkolonie im Jahre 1901 ein Dokument deutscher Kirnst" errichten wird. Zu diesemDokument" sollte auch Wolzogens Brettl gehören, und der Baukünstler Olbrich sollte, wie Otto Julius Bierbaum erzählt, ihm das Haus dazu bauen. In­dessen hat sich die Beteiligung Wolzogens an demDarmstädterProjekttoiederzerschlagen, und seinUeberbrettl" soll nun doch in der Reichs- hauptstadt Berlin das elektrische Licht der Welt erblicken. Und er selbst hat schon manches verraten von all den intimen" und erlesenen Leckerbissen, die man in seinem BerlinerChat noir" wird naschen dürfen. Er wird das geistreiche Mplet Pflegen, litterarische und politische Satire, die gesellschaftskritisch gefärbteChanson", das künstler­ische Schattenspiel, denFarbenrausch" und vieles andere.

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gewöhnlichen Umlauf im Gewichte verringerte, sowie auf 1 toi1 verfälschte Münzstücke keine Anwendung.

Berlin, den 8. November 1900.

D a wem-Mode und der Kostümfeste. Umsomehr dür^ttr ess interessieren, zu erfahren, daß auf der nächst- jäyrWii Ausstellung der Künstlerkolonie eine prachtvolle Ko ul lekck i o n künstlerischer Seidenstoffe zu f etje o -n sei in wird, die das Seidenhaus David in Darm- wdim- stadlil nach den Entwürfen von Prof. Hans Christiansen . nr. t\ zur lMfiührung gebracht hat. Wer die künstlerische Eigen-

art tob die unerschöpfliche Phantasie Christiansens kennt, SlfP* ' toirtir ronti vornherein überzeugt sein, daß es sich hier

4*heI unb! um tkünsttlerische Gebilde vom feinsten Charakter Handels

iu baUÄt, IstM Christiansen seiner ganzen Art und seiner auf

unfl das 8 Idioitistische gerichteten Besonderheit nach ganz der

_____' rechWUamn, um auf dem Gebiete der Seidenstoffe neue, 0 ?> "I L: zaub»Lbasüte, vielleicht bisher noch ungeahnte Effekte her- irlbbö"^. Die Preise dürfen im Hinblick auf den hohen

künfm^ohen Wert als staunenswert billig bezeichnet wer- den," kbiet sind die Muster so dezent und vornehm, baß i auf die dollste St mpathie unserer Damenwelt reaytw Olönnen, ein praktischer Vorzug, der nicht allen ÄCTüfg*** mode-lMn kunstgswerblichen Erzeugnissen in gleich hohem SG*W «'rühmt werden kann. --

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