Ausgabe 
25.4.1900 Zweites Blatt
 
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Aus Stadt und Kund.

Muserr-irrrserr, gleichviel welche« Inhaltes, werve« grundsätzlich nicht aufgenomvrett.)

Gießen, 24. April 1900.

* Ernennungen. Der ordentliche Honorar-Professor für Darstellende Geomettie an der Technischen Hochschule Dr. Georg Scheffers wurde zum ordentlichen Professor der Darstellenden Geometrie an der Technischen Hochschule, der zweite Staatsanwaltsgehilfe bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Rheinhessen Philipp Benz zum ersten Staatsanwaltsgehilfen ernannt.

** Ter zweiten Kammer der Landstände ist eine Vorstellung pensionierter Volks-Schulleherer zu, Gießen betreffend Pensronsaufbesserung zugegangen. Sie führen darin folgendes aus: Die vor 1896, Anfangs dev 90 er Jahre Pensionierten Volksschullehrer haben die sihv schlimmen Zeiten kärglicher Besoldung vor Anfang und- in den ersten 50 er Jahren von 155 Gulden bis Ende der 50 er Jahre, in denen die meisten kleineren Stellen auf 200 Gulden erhöht wurden mit durchlebt und deshalb ihren Unterhalt meistens mit Familie sich mit Neben­erwerb, namentlich aus Mangel, die nötigen Löhne auf­zubringen, mit Pen schwersten landwirtschaftlichen Arbeiten und init Privatstundengeben zum großen Teil ihren Unter­halt erringen müssen. Nach ihrer Pensionierung, die meistens, mit Ausnahme einiger wenigen, jetzt sich im höchsten Lebensalter befindenden nach 1890 geschehen, ver­zogen viele derselben in Städte, namentlich in ^solche, ftr.o sie mehr Gelegenheit zur Ausbildung ihrer Söhne, und Beschäftigung in Handarbeiten für ihre Töchter er­hoffen konnten, obgleich die Miete, namentlich in größeren. Städten, sehr bedeutend ist. Diejenigen, welche nach deml 1. April 1897 in Pension getreten, beziehen, obgleich jünger­mehrere 100 Mark mehr als die Unterzeichneten und mehrere andere. Nachdem die meisten schwach bemittelten Eltern die Kosten für Ausbildung bestritten, haben viele ihre Ausbildung in nicht billigen Zeiten im Seminar fort­gesetzt und dann nach Beendigung dieser Zeit 155 Gulden Gehalt durch viele Jahre hindurch bezogen. Zugesetzt konnte von den meisten nichts werden, zumal elterlicher­seits nichts mehr geschehen konnte und das etwa durch! Heirat erstandene Vermögen meistens aufgezehrt werdeu Mußte. Für das Alter konnte unter den angeführten Um-^ ständen an keinen Sparpfennig gedacht werden trotz größter Einschränkung. Die alten pensionierten Lehrere bitten: nun, die Ständekammer möge die Staatsregierung ersuchen^ cm der jetzt in Aussicht stehenden Gehaltsaufbesserung der aktiven Volksschullehrer auch die alten pensionierten nach Verhältnis deren früheren Dienstzeit partizipieren zu lassen.

* Bericht über das 27. Geschäftsjahr des kaufm'auvischeu Vereins. Mitgliederzahl 31. März 1899: Ehrenmit­glieder 6, ordentliche Mitglieder 204, unterstützende Mit­glieder 199, zusammen 409. 1899/1900 kamen hinzu 46 ordentliche und 13 unterstützende Mitglieder. Es schie­den aus 40 ordentliche und 20 unterstützende Mitglieder. Es verbleiben somit 408, und zwar 6 Ehren-, 210 ordent­liche und 192 unterstützende Mitglieder. Das Bereins- vermögen setzt sich zusammen aus dem Kasienbestand von 616,55 Mk., dem Grundstück, dem VereinShaus-Jnventar und der Bibliothek (1150 Bände), sowie dem neu erworbenen Bauplatz. Dem gegenüber stehen die Schulden des Vereins als Hypothek, Restkaufschilling, Schuldschein, Straßenbeitrag, Zinsen u. s. w. Laut Bilanz beträgt das Gesamtvermögen 54 544,70 Mk. Die Bibliothek umfaßte am Ende vorigen Jahres 1071 Bände. Neu angeschafft wurden 104, aus­rangiert 25 Bände, bleibt Bestand 1150 Bände. Innere Thätigkeit. Im Laufe des Jahres fanden statt: 1 or- dentliche und 1 außerordentliche Generalversammlung, 20 Vorstandssitzungen, 8 Sitzungen des Schul- und 8 des Auf­nahme-Ausschusses. Der Besuch des Vereinshauses war ein besserer als im Vorjahr. Die Bierlieferung hatte die Brauerei Friedel & Asprion zur allgemeinen Zufriedenheit. Ferner wurde ein Bauplatz angekauft. An den Stadtvor­stand wurde eine Eingabe gerichtet, dem Verein die be­stehende Bauverpflichtung zu erlassen. Sie hat ihre Er­ledigung noch nicht gefunden. Vorträge wurden in Gemeinschaft mit dem OrtSgewerbe-Verein Gießen gehalten. 1. Ueber Fernwirkung der Elektrizität und Tele­graphie ohne Draht. 2. Rezitation: Rosegger. 3. Rezi­tation: Moderne Dichtungen (Anna Hill). 4.Ein ver­schwundener Erdteil" (JenS Lützen). 5. Die Tellsage und SchillersWilhelm Tell". 6.Deutschlands Kolonien". An geselligen Veranstaltungen fanden statt: 1 Konzert, 1 Sommerfest, Stiftungsfest, Weihnachtsfeier, Kappensitzung, 1 Abendunterhaltung. Zuwendungen. Zu Gunsten der kaufmännischen Fachschule und des Lehrlings­heims vom Stadtvorstand 800 Mk., vom Vorstand der Spar- und Leihkasse 800 Mk., von der Großh. Handels­kammer Gießen 500 Mk. Vergünstigungen ge­nossen die Mitglieder wie bisher (Euler'sche Bäder, Stadt­theater, Panorama u. s. w.) Verschiedenes: Das Ausscheiden des bisherigen 1. Vorsitzenden, Herrn Orbig, dem der Verein einen bedeutenden Teil seines in den letzten Jahren erfolgten Aufschwungs verdankt, führte vom 13. Februar ab der 2. Vorsitzende, Herr Emil Horst, den

* Siebenter Jahresbericht der kaufmLuuische« Fachschule 1899/1900. Das Sommer-Semester dauerte vom 1. Mai bis 24. August. Unterricht wurde in Schönschreiben, Ortho- graphie und Stenographie erteilt. Die Schülerzahl betrug 46. Das Winter-Semester begann am 3. Oktober 1899 und schloß am 30. März 1900. Die Schülerzahl belief sich auf 148, von denen 82 gleich 55 Prozent schulpflichtig waren. Die Schüler standen zwischen dem 14. und 20. Lebensjahr. Aus der Provinz Oberhesien stammten 119 Schüler, davon aus Gießen 78. Größtenteils waren es Söhne von Kaufleuten, Beamten und Handwerkern. Ge­lehrt wurde einfache und doppelte Buchführung, Handelskorre­spondenz, kaufmännisches Rechnen, Wechsellehre, Französisch, Englisch, Handelsgeographie, Schönschreiben. Ferner wurden

zwei erfolgreiche Kurse im Schreiben auf der Schreib­maschine abgehalten, die von 10 bezw. 4 Teilnehmern be­sucht waren. Das Lehrlingsheim wurde in bis­heriger Weise weitergeführt und durch Weihnachtsfeier, Feier der patriotischen Festtage, Vorträge usw. Unterhal­tung geschaffen.

O Wiese», 22. April. Sein 50jähriges Stif­tungsfest feiert am 7., 8. und 9. Juli der Gesangverein Concordia". Die Festausschüsse haben schon mit den Vorarbeiten begonnen. Als Festplatz ist das am nordöst­lichen Ausgang des Ortes (Ried genannt), der Gemeinde gehörige Gelände erworben. Die Beleuchtung des Fest­platzes mit Acetylengas ist der Firma L. Welbokorsky aus Gießen übertragen, der Wirtschaftsbetrieb den Wirten E. Schäfer und Ad. Ziegler. Den musikalischen Teil wird die Kapelle Becker ausführen.

Nidda, 21. April. An der hiesigen höheren Bürger­schule wurde an Stelle des Neu-Philologen Lehramts- Assessor Hirsch, der nach Friedberg versetzt wurde, Lehr- amts-Accessist Zimmer, Mathematiker, angestellt.

H. Aus dem Horloffthal e, 23. April. In den Vogelsberger Forsten haben sich die nordamerikanischen Koniferen, besonders die Douglastanne und die Sitkafichte sehr rasch akklimatisiert. Man macht jetzt auch bei uns in der Wetterau Versuche mit diesen Nadelhölzern. Die Pflanzen wurden aus Holstein bezogen.

Bieber (Kreis Gelnhausen), 23. April. Das schreckliche Schiffsunglück bei Bingen am 17. April hat auch in unsere Gemeinde Trauer gebracht. Unter den so jäh ums Leben Gekommenen befindet sich auch der Kaplan Theodor Weber, der am 27. April 1876 hier geboren wurde. Unter großen Opfern von feiten seiner dem Arbeiterstande angehörenden Eltern konnte er bei reichen Geistesgaben und regem Fleiße in Frankfurt a. M. das Gymnasium besuchen, um dann im Priesterseminar zu Fulda Theologie zu studieren. Am 22. September v. IS. erhielt er in Limburg die Priesterweihe, und am 24. Septbr. 1899 feierte er hier in unserer Pfarrkirche unter begeisterter Teil« nähme der Gemeinde sein erstes Meßopfer, um am 1. Oktober die Kaplanei in Oestrich anzutreten.

bm. Mainz, 22. April. Der Plan, mit der Guten­berg fei er ein allgemeines Volksfest zu verbinden, gegen das vielseitig, als einer Gutenbergfeier unwürdig, Bedenken laut geworden sind, wird nach einem gestern gefaßten Be­schlüsse nun doch zur Ausführung kommen. Neben Kon­zerten verschiedener Militärkapellen ist eine Luftballonfahrt in Aussicht genommen. Die Männerchöre und die Turn­vereine haben ihre Beteiligung zugesagt. Die Radfahrer­union will den Tag benutzen, den vom Großherzog gestif­teten Ehrenpreis auszufahren. Das Volksfest, das im Stadthallengarten stattfinden wird, soll bei der großen Menge der vorgesehenen Lustbarkeiten auf die ganze Dauer der Gutenbergfeier ausgedehnt werden.

bm. Aus Rheinhessen, 22. April. Das bekannte Wein­gut der Erben Dolles in Bodenheim ist für den Groß« Herzog von Hessen käuflich erworben worden. DaS Gut umfaßt ca. 30 hessische Morgen. Neben dem eben an­gekauften Weingute hat die Großh. Staatsdomäne noch einen zweiten Gutsbesitz in Rheinhessen, das frühere Römer'- sche HerrschaftSgut bei Alzey, das vor etwa Jahresfrist erst für den Großherzog erworben worden ist. Prinz Max von Sachsen wird von Anfang Mai an längere« Ausent- halt in Bingen nehmen, und in die am Fuße des Rochus­berges gelegene VillaSachsen" ziehen. Während seines Aufenthaltes in Bingen werde der Prinz des Oefteren den Gottesdienst in der Rochuskapelle abhalten.

Frankfurt a. M., 23. April. Neuregelungder Theaterverhältnisse. Der gemischte Ausschuß von Magistrat und Stadtverordneten ist mit seinen Beratungen über die Neuregelung der Theaterverhältnisse zum Ab­schluß gelangt. Der Vertrag läuft bis 1907 und soll am 1. November 1900 in Kraft treten. Die Subvention wird auf 250 000 Mark erhöht. Das Gesellschaftskapital ist zu­züglich Garantiefonds auf die Höhe von 200 000 Mark zu bringen. Ferner soll eine Instanz geschaffen werden, die über etwaige Meinungsverschiedenheiten der Direktoren sofort und endgiltig zu entscheiden hat.

39. Chirurge»'Ko«gr«tz.

Ter erste Teil der gestrigen Nachmittagssitzung wurde durch verschiedene Vorträge über Magen-Darmope- rationen ausgefüllt. Professor L ö p k e r (Bochum) hat bei zwei ganz kleinen Kindern Magen und Darm eröffnet und eine neue Oeffnung zwischen beiden Organen her­gestellt. Das eine Kind starb, das andere aber genas trotz! des ungewöhnlich schweren Eingriffs und entwickelt sich! seit nunmehr zwei Jahren ganz vorzüglich. Professor Kehr- Halberstadt hat dieselbe Operation mit günstigstem Erfolge bei zwei Kindern im Alter von acht Wochen und zwei Monaten ausgeführt. Bei einem Erwachsenen hat er die Operation nicht weniger als dreimal aussühäen müssen: erst dann war der Patient dauernd von feinen Beschwerden befreit.

Nach einigen Vorträgen über die Erkrankungen des' Bauchnetzes wurde noch das wichtige Kapitel der Bauch- b r ü ch e erörtert. Ueber einen höchst merkwürdigen Kunst­griff bei der operativen Behandlung der Brüche berichtete Dr. Goepel (Leipzig); er hat zum Verschluß der soge­nannten Bruchpforte Silberdrahtnetze verwendet und in 18 Fällen glatte Einteilung des Netzes und sicheren Ver­schluß der Bruchpforte erzielt.

Zum Vorsitzenden für den nächstjährigen Kongreße wurde Geheimrat Professor Czerny (Heidelberg) gewählt.

Die heutige Vormittagsfitzung des Kongresses brachte eine ganze Reihe sogenannterinteressanter" Fälle, wie die an ihnen vorgenommene Operation. Gleich der erste Patient, welchen Dr. Gott st ein (Breslau) vorstellte, bil­dete eine chirurgische Rarität. Dem 48 jährigen Manne ist vor einem Jahre der krebsig erkrankte Kehlkopf heraus-? genommen worden. Trotzdem hat der Patient mit vieler Geduld gelernt, in seinem Rachenraum eine Art falscher

Stimme zu erzeugen, die, ohne gerade besonders wo? ' lautend zu klingen, eine volle Verständigung mit sei > Umgebung ermöglicht. Ja, selbst ein Lied vermag er singen. Jedenfalls stellt diese Art, ohne Stimmorgan V sprechen und zu singen, ein Kuriosum dar. Aehnliche e- solge hat der Berliner Chirurg Professor Gluck erji i der vier wegen Kehlkopfkrebs operierte Männer vorstell ( Nicht weniger als 45 Schnittnarben an ihrem lin'e Arm zeigte (die nächste von Dr. Friedrich (Leipzigs ,, zeigte Patientin. Ihre seltsame Krankengeschichte illustri> recht drastisch das bekannte Wort von den kleinen Ursacke und den großen Wirkungen. Vor nunmehr acht Jahrs zog sie sich eine Verletzung des linken Mittelfingers n>- einer Fischgräte zu; es kam zu einer ausgedehim- Entzündung, die zu einem Einschnitt führte, und die Eu. zündung trat in den folgenden Jahren alljährlich bni bis viermal auf, jedesmal von einer Operation gefotq Die drei jungen Mädchen, welche Professor Hoffa Wi'., bürg) vorführte, sind mit gutem Erfolge operiert rvoib-r sie litten an schwerem Schiefhals. Jetzt vermögen sie t>iY Kopf nach allen Seiten hin frei zu bewegen. Nach bitje; Krankenvorstellungen entspann sich eine lebhafte Debaii- über Hände-Tesinfektion bei Operationer Dr. Sarwey (Tübingen) hat die üblichen Desinfektion- Methoden, die mit chemischen Mitteln und die auf mecbc nischem Wege vorgenommen, einer sorgfältigen Prüfun- unterzogen. Dr. V o l l b r e ch t (Breslau) empfahl die Te- ' infektion mit festem Seifenspiritus zur zuverlässigen Te- infektion der Haut. Verschiedene Redner traten für bi Anwendung von Operationshandschuhen aus Gummi ein Die gestrige Schlußsitzung brachte zunächst eine D batte über die Behandlung der Wirbelsäulen-Vei krümm un gen. Bei der Behandlung derartiger Test mitäten bedient sich Dr. V u l p i u s (Heidelberg) mit Boi liebe des orthopädischen Stützkorsettes.

'Eine interessante Methode, zerrissene B l u t du fäße und Nerven zu nähen, beschrieb Dr. P a h r (Grazi. c benutzt dazu ein seines, dünnes Röhrchen aus Magnesium welches, in besonderer Weise angelegt, eine vollkommen Vereinigung der getrennten Enden und ihre Vernähe ermöglicht.

Ueber Musiker-Krankheit hielt alsdam i Professor Zahludowski (Berlin) einen Vortrag, ter die meiteften Kreise interessieren dürste, (h I ist eine recht moderne Krankheit, welche den Klavierspieler | betrifft. Die Hand des Klavierspielers mag noch so kräftig ausgebildet sein, sie muß doch stets mehr ober wenige stark gespreizt werden. Abgesehen von mancherlei haui> Verletzungen, kommt es zu Zerrungen der Sehnen unb Muskeln; und wenn diese sich ständig wiederholen, jo bildet sich ein chronischer Krankheitszustand heraus, den der Lehrer in seiner Unkenntnis häufig auf fehlerhafte Handhaltung schiebt. Gerade kleine Hände sind besonder; gefährdet. Hier entstehen Verrenkungen, Sehnenscheiden- entzündungen und solche der Knochenhaut, Nervenschmerzen die bis in die Schulter ober Brust ausstrahlen, xie stetige Ueberanstrengung kann durch Schwächung der Muskulam sogar tiefgreifende Allgemeinstörungen zur Folge haben Ein Geiger ist weniger schlimm daran; er benutzt, feinem Lebensalter und seinem Entwickelungszustand entsprechciu Instrumente von verschiedener Größe. Insbesondere ba:- Kind bekommt für den Unterricht eine kleine, später em? größere Geige. Anders beim Klavierunterricht! DieTastaNu ist stets die gleich große. Vernünftigerweise sollte unser. 8 Industrie dahin streben, für jugendliche Spieler ein, Klaviatur zu bauen, welche den kleinen Händen keine übei- mäßige Arbeitsleistung zumutet. Dann werden jene Stör ungen sich vermeiden lassen.

Aus der Reihe der Krankenvorstellungen sei noch eint« jungen Mannes, bei welchem Dr. P ö l ch e n (Zeitz) toegtp epileptischer, nach einer Schädelverletzung entstandener An fälle in der Hypnose nicht weniger als dreimal den Schäon eröffnete. Der Patient erhielt nicht das geringste & täubungsmittel; er wurde lediglich in hypnotischen Hi stand versetzt, stöhnte nur ein paar Mal leicht auf, zog sich nach vollendeter Operation ruhig an und legte sic ins Bett. Erst dann kam er zum Bewußtsein. Bemerke/? | wert war endlich noch ein Vortrag von Dr. Riese (8hit in welchem er auf die Entstehung schwerer Gehirnerkran- ungen von schlechten Zähnen aus hinwies.

Den Schluß der Sitzung und damit des fto i - gresses überhaupt bildete eine kurze Uebersicht des te sitzenden Professor von Bergmann, über diegeteilttb Arbeit". Acht Tages-, eine Nacht- und eine Frühstvruj waren erforderlich, um eine Zahl von 84 Vorträgen utt 20 Besprechungen zu bewältigen.

Kongreß für innere Medizin.

Wiesbaden, 20. April.

Smith-Marbach zeigt an einer Reihe von Herzas Zeichnungen, wie möglich ist, eine genaue Ueberwachu^ der Funktion des Herzens auszuüben, und dadurch bei ybd Kranken die das Herz schädigenden Momente zu konstatier^. Poehl-Petersburg spricht über organische Mittel Krankheiten, welche durch Anhäufung von Stofstvrch^ Produkten bedingt sind, Autointoxication. Sonnenberg"l Worms weist in seinem Vortrage darauf hin, daß die dauungSstörungen des Säuglings und der Brechdurchr- ebenfalls Stoffwechselvergiftungen seien. Ueber die M zündung der inneren Herzhaut, Endocarditis, und ihre Ziehungen zu anderen Krankheiten spricht Litten-Berv Nach diesem trefflichen Referat, welches eine allgemeines stimmung und Beifall fand, kam es darüber zu länga!- Diskussion, an der sich unsere bedeutendsten Sliniit! beteiligten. Gegen die Litten'schen Beobachtungen, die cv' ein 20 jähriges Studium basieren, wurden nur wenige <co wände erhoben. Neu war dabei die Mitteilung von genseu-Tübingen, der in seiner Stadt eitfttt aciW Gelenkrheumatismus alten Stils kaum noch zu sehen v» kommt, indessen Beobachtungen von häufigen Anfällen < bis 15 Jahre nach überstandenem Gelenkrheumatismus die unter dem Bilde septischer Erkrankungen verlaufen.

Wiesbaden, 21. April.

Bickel-Berlin macht eine Demonstration an Kaninchr' bei denen durch direkte Auftragung geringer Mengen gaü»

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