Mittwoch den 25 April
Erstes Blatt.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblott für den Tireis Gietzen
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in Durban eingetroffen, be- feines Stabes, und geht nach wird, soll Warrens Bestimmung wo der General ein hervor-
RdrafttoB, Expeditisn und Xwderri: Nr. 7.
größer erscheinen zu lassen.
General Warr en ist gleitet von zwei Offizieren Eastlondon. Wie gemeldet
Alle Anzeigen-BermittlungSfiellen M In- und AuSlande« «rhmen Anzeigen für bm Gießener Anzeiger entgehe». ZeilenprriS: lokal 12 Psg., «uSmärt- 20 Psg.
Ldreffe für Depeschen: Hieße«.
Fernsprecher Nr. 51.
b€tl Mlch^ einem' Telegramm des „Bureau Reuter" aus I Pretoria berichtet General Dem e t aus Wepener vorn! Freitagnachmittag, daß er die englische Streitmacht noch I immer einschließt und 11 Gefangene machte, darunter eineu I höheren Artillerie-Offizier, ferner, daß dui von MrtvLl I North (im Süden) heranrückende englische Entsatzkolonue I die Farmen in dieser Gegend zerstört. „Daily Mail" rnel- I den, daß General Dewet im letzten kleinen Gefecht ge- I fallen sei. Das Londoner Kriegsamt hat aber bis jetzt I noch keine Bestätigung davon. I
Lord Methuen hat sich im Westen des Freistaats I wieder einmal „rückwärts konzentrieren" müssen. Aus I Boshof meldet am Samstag „Reuters Bureau": Die zu I Lord Methuens Truppe gehörige Streitmacht, dre eine I vorgeschobene Stellung bei Zwartkopjessontein besetzt hatte, I erhielt am Freitag Befehl, nach Boshof zurückzumarschieren. I Während die Truppen sich zurückzogen, wurden sie von I 2000 Buren mit 3 Geschützen heftig angegriffen. Eine Ab- I teilung Kolonialtruppen und Yeomanry besetzte em Kopie I und hielt den Feind im Schach, bis die Hauptmacht mit I ihrem Troß glücklich vorüber war. Die britischen Truppen I hatten einige Verluste; man glaubt, daß die der Buren I ! schwer sind, da sie bis auf 300 Yards an das Kopje vorgerückt waren. .
Nach einer anderen Meldung operiert Lord Methuen unabhängig von den Bewegungen der Buren, die etwa fünfzehn Meilen vom Weichbilde Kimberleys bei Frankfort auf der Straße von Boshof stehen. Ferner stehen Buren verschanzt bei Klipdam auf der Straße von Barklewest nach Windsorton.
In Natal scheint die Unthätigkeit endgiltig vorüber I I zu sein. In der Nähe von Elandslaagte wurde am Sonntag den ganzen Tag geplänkelt. Tausend Buren rückten I früh am Morgen auf eine Bergkette nicht ganz drei Meilen I von Elandslaagte vor, die früher von der britischen Jn- I fanterte besetzt war. Als sie die Engländer zu Gesicht bekamen, begannen sie die Hügel bei Elandslaagte heftig zu bombardieren. Als die Schiffs- und Garnisonsgeschütze der Engländer dann das Feuer aufnahmen, räumten die I Buren ihre verschobenen Stellungen.
Ueber die Stärke der Burenarmeen gehen der I „Times" aus angeblich verantwortlicher aber nicht näher bezeichneten Quelle in Lourenzo Marques uns telegraphisch aus London übermittelte intereffante Mitteilungen zu. I Danach hatten die verbündeten Republiken ursprünglich im ganzen 105 000 Mann im Felde einschließlich der Auf- I ständischen in den Kolonialbezirken. Die Buren verfügen I noch jetzt über 80000 Mann, von denen 50000 Mann I im Oranje-Freistaat. 10000 Mann bei den BiggarSbergen I und etwa 15000 Mann in dem Distrikt von Fourteen- I streams und Klerksdorp sich befinden. — Diese Zahlen- I angaben sind offenbar übertrieben, um die Schwierig- I (eiten, mit denen die englische Armee zu kämpfen hat,
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Mütter für hessische Volkskunde._________________
Telegramme deS Gießener Anzeigers.
London, 24. April. DaS Kriegsamt veröffenttichte gestern Abend folgendes Telegramm Lord Roberts aus Bloemfontein vom 23. nachmittags 2 Uhr 50 Minuten. General Rundle teilt mir mit, daß 25 Mann des 1. Bataillons deS Regiments Woreester vermißt werden. Ich sandte gestern die 11. Division unter dem Befehl des General-Kommandanten Carrew und zwei Brigaden Kavallerie unter dem General French aus Bloemfontein ab, um Rundle zu unterstützen. Diese Kolonne ist bis Carlisle-Fontein vorgedrungen, ohne den geringsten Widerstand zu finden. Die berittene Infanterie deS General Carrew nahm den Learukop em. Dieser ist ein ziemlich hoch gelegener Hügel, den die Buren schleunigst verließen, nachdem fie eine Anzahl Gewehre und Munition zurückgelaffen hatten.
London, 24. April. Die Lage bei Wepener ist noch unbekannt. Bei Warrentown fand gestern em heftiger Artilleriekampf statt. Eine englische Gra- I nate zerstörte die Telegraphenstation der Buren
London, 24. April. Die Ernennung deS Generals Warr en zum Gouverneur des Or anje-Freistaates
Knalltüten,
©schäft,
1900
Aezngspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Bringcrlohu; durch die Abholestelle« vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl.
mit Bestellgeld.
der Oranje-Freistaat fein, ragendes Zivilamt, wahrscheinlich den Posten des Gouverneurs, übernehmen wird.
pschelvl täglich
Ausnahme deS NontagS.
wird amtlich bestätigt. ,
Bern, 24. April. Das englische Blatt „Financial News" veröffentlichte kürzlich eine anonyme Korrespondenz aus Luzern, die behauptete, kein Engländer oder Engländerin sei in der von Agenten der Buren bearbeiteten Schweiz vor Thatlichkeiten und Belei- diqungen sicher. Im Sommer würde in der Schweiz, von den dortigen Behörden geduldet, eine richtige Eng- länd er Hetze organisiert werden. Die englischen Damen könnten nicht genug vor dem Besuche der Schweiz in dieser Saison gewarnt werden. Die „Neue Züricher Zeitung" erklärt, diese Behauptungen seien direkte Lügen und ab- scheuliche niederträchtige Verleumdungen.
Rom, 24. April. Aus Elandslaagte wird gemeldet: Die Nachricht, wonach die Buren die Biggars- berge verlassen und die Geschütze entfernt hätten, ist bis jetzt noch nicht bestätigt. Der Buren-General sandte zwei Parlamentäre mit einer Botschaft an den englischen Befehlshaber. Die beiden Buren trafen um 10 Uhr morgend im englischen Lager ein. Einer derselben erklärte, daß die Buren jetzt erst für den Kampf eingear- j beitet feien, und der Kampf noch sehr lange dauern werde.
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Der Krieg in Südafrika.
Mit steigender Ungeduld sieht man in England dem toteren Vormarsch der britischen Heere entgegen der me man wenigstens in London hofft, einen Ausblick auf !a4 Ende des Krieges eröffnen soll. Der Nachschub an ! Stenfäen und Material für die im Herzen des Freistaates gehende Armee des Lord Roberts, so wird versichert sei kemdet, die Remouten und die Winterausrustung feien mqetroffen, heftige Regengüsse, die noch unerwartet spat icwllen sind und die nasse Sommerzeit ungewöhnlich ver- tinaert haben, hätten die Wasserversorgung vor der Hand Ui er gestellt und auf dem schon verdorrten Veldt frisches
Äs willkommenes Futter für Pferde und Vieh inriefeen lassen, die langen Etappenstraßen an den^ruck- artigen Bahnlinien seien militärisch, meist mit Miliz-i iruppen, besetzt, kurz, wenn man diesen Darstellungen in Z Punkten Glauben schenken darf so konnte die er- chiiite Vorwärtsbetvegung gegen die^Grenze ^ransvaal^ !-^n Augenblick angetreten werden, trotzdem aber meldet ^Konesvondent des „Standard" aus Bloemfontem un- iccm 20 April, daß es ungewiß sei, wie lange Marschall Holberts noch n Bloemfontein bleiben wurde, du es not- remdiq fei vor dem Vormarsch die Flanke und den Rücken wrn Feinde »u säubern. Auch feien ungeheure Vorräte kleine Arinee von 70 000 Mann auizusteigern für den M daß die Kommunikationslinie lange unterbrochen' Lde. Noch immer seien Pserde etfa*erfidi. Sebe aus hn.aland gebrachte Rernonte koste 1200 Mk. General Ha- mülton, der die berittene Jnfantme^vision befehligt, r^ cuiiciert deshalb jetzt Pferde im Freistaat, wodurch zugleich
Buren Ln^Teil chrer Wehrhaftigkeit verloren
Die Entsatzkolonne General Rundles wird von den
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»neb»« von Anzeigen zu der nachmittags für den «-nldm Lag erfcheinmden Rümmer bi» »orm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abenbS vorher.
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Deutsches Reich.
Berlin, 23. April. Aus Eisenach wird vorn 23. April gemeldet: Der Kaiser machte gestern nach dem Gottesdienste mit dem Großherzog einen Spaziergang auf den Waldwegen der Wartburg, nachmittags eine Spazierfahrt zur HoAn Sonne und zum Hirschstein, beide in heiterer Unterhaltung. Auf die Meldung von dem glücklich erfolgten Stapellauf des Linienschiffes Kaiser Barbarossa sandte der Kaiser dem Staatssekretär Tirpitz nachstehendes Telegramm: Wartburg, 21. April: Bon Freude erfüllt durch Ihre Meldung sende ich meiner Marine zu der weiteren Stärkung meinen Glückwunsch. Ich sende ihn von altehrwürdiger Stelle, von der nie genommenen Wartburg, deren Geschichte so innig mit der der Hohenstaufen verbunden ist. Des mächtigen Hohenstaufenkaisers Name ist mit dem Sehnen des deutschen Volkes nach Wiedervereinigung eng verbunden. Möge das Schiff, ein Kampfglied der Flotte des nunmehr durch den großen Hohen- zollernkaiser wieder geeinten Deutschlands, den Namen Barbarossa allzeit in Ehren tragen. Wilhelm I. R.
— In Dresden ist der Kaiser heute zum Geburtstag des Königs Albert eingetroffen. Er frühstückte in der Villa Strehlen um 12 einhalb Uhr allein mit dem König und der Königin, nahm um 5 einhalb Uhr an der Familientafel teil und reifte um 7 einhalb Uhr nach Schlitz ab, wo er spät abends eintraf. In Karlsruhe trifft der Kaiser Donnerstagmittag ein und begiebt sich am Tage darauf nach Donaueschingen zur Auerhahnjagd. _ . 3
। — Der Fürst von S ch warzburg-Sonders-
i Hausen glitt heute früh aus der Auerhahnjagd bei Gehren I aus und erlitt einen Bruch des linken Schenkels. Das AU gemeinbefinden ist gut.
- Zur Großjährigkeitserklarung des K r o n P r i n z wird auch der Großherzog von Miden hier: erwartet
- Reichskanzler Fürst H o h e n l o h <-‘
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Politische Tagesschau.
Mir verschieden der Kaiser durch Vorträge aus I Len verschiedenen Ministerialressortsin Anf I forudn genommen wird, ergiebt sich aus einer Statistik, I W die „Brest. Ztg." nach Maßgal^ der Keroffent- lidjungen im „Reichsanzeiger" für die Zeit vom 20. Fe I Snifli bis 20. April aufgemacht hat. Der in Befracht kom-^ I meribe Zeitraum umfaßt 60 Tage. Von diesen f<uid nur I ■n 39 Tagen thatsächlich Vortrag statt, an 21 Tagen I Hörte der Kaiser keine Vorträge, ivetl er entweder I ■ui Reisen war, oder Sonn- und Feiertage eine Unter» »Nhung bedingten. An jenen 39 Vortragstagen nun hörte Brr Kaiser insgesamt 99Vorträge Von diesen gebichrt Bcr Löwenanteil dem Staatssekretär der Auswärtigen An- I Slegenheiten Grafen v. Bülow, der insgesamt 19mal «hort wurde, wozu noch 3 Bortrage des Unterstaatssekr^- I Ts Freiherrn v. Richthofen zu rechnen wären, sodaß ich I -in dieser Ziffer von 22 Vorträgen das außerordentlich I lebheite Interesse unseres Kaisers an der Leitung unserer I iiiö^äTtigen Politik deutlich genug bekundet. Die gesamte I innere Politik dagegen, soweit ihre Leitung auf Grund I wn Vorträgen zum Ausdruck gelangte, kam zu Wort lemg- I lllh im 16 Vorträgen, die der Chef der Civilkabmetts, I v, Ln canus zu halten hatte, und in ganz vereinzelten Bor- I tragt n anderer Staatssekretäre und Minister. In dieser I ranzcm Zeit von zwei Monaten hörte derl hvier nicht einen einzigen Vortrag seines! Ueilchskan zler s und Ministerpräsidenten, Fürsten von Hohenlohe, der ja freilich selbst viel auf Reisen ist. Sorträge hielten ausschließlich die Minister v. Hammer- ftein„ v. Miquel und v. Rheindaben je einmal, wozu dann uMti zwei Borträge des Ministers des Königlichen Hauses, , Wedel, und einer des Leiters der Reichspostverwaltung, i Hodbielski, und noch eine Audienz kommt, die dem Mndenten des Evangelischen Oberkirchenrats, v. Bart- kufien, gewährt wurde. Von preußischen Ministern em- | piiiiq also der Kaiser, wenn man den Hofminister v. Wed^ vusschaltet, nur drei, und zwar jeden nur emmal nämlich kn ^andwirtschaftsminister, den Finanzminister und den «iniister des Innern. Man sieht daraus, daß der Kars er mit seinem Ministerium ganz au ^rordent lith wenig in Berührung kommt u-"d daß das Gebiet der iknueren Politik für den Kaiser deher^cht wird
die Vorträge des Herrn v. SucanuS. einen um so bireiteren Raum nehmen die Militärischen Tinge in hem Arbeitsfelde des Kaisers em. Au der Spitze steht ier der ^ef des Militärkabinetts v. Hahnke der "Ointal gehört wurde, ihm folgt der Häufigkeit nach der ttiegsminister v. Goßler, der 8mal zum Vortrag, em- ”oigen wurde, und dann der Chef unseres Generalstabs, Sirar o Schlieffen, mit 5 Vorträgen. Von anderen Mili- ms wurde lioch der General der Kriegsinspektion, von der klamitz, zweimal und der Generalinspekteur des ^nge- «icwrwrps, von der Goltz, einmal empfangen. Weniger tö man erwarten sollte, hat der Kaiser, der bekanntlich ui unterer Marine ein ganz besonders reges Interesse nimmt, Vorträge aus diesem Ressort gehört. Ev'wurden iminfanaen der Chef des Marinekabinetts, Freiherr von scnden^Bibran, Lmal, der Marinestaatssekretär Tirpitz bvM und Vizeadmiral Diederichs 4mal.
Buren bei Walker st room festgehalten. Eine Drahtung I aus Wakkerstrioom vom 21. besagt: Das Treffen wurd^ I heute morgen erneuert. Die Buren haben eine starke I Stellunglasuf einem mehrere Meilen langen Höhenzuge im Osten und Norden der britischen Stellung inne Die Operationen beschränken sich auf beiderseitiges Artillerien Feuer. Die Lage ist thatsächlich unverändert, die Verluste der Buren unerheblich. c ±
Aus Maseru wird vom 22. d. M. gemeldet: Der Vortrab Brabants ist gestern in Bushmanskop eingetroffen, nachdem Brabants einige Scharmützel nutz dem Feinde gehabt hatte. Die Buren hatten eme starke Stellung auf einem Hügel mit zwei Geschützen besetzt. Bep Tagesanbruch begann das Gefecht von neuem durch eiu heftiges Gewehrfeuer. Der Kampf dauerte mehrere Stunden Die Truppen Brabants befanden sich in einem Thal. und hatten eine große Strecke offenen Geländes zu I passieren. Sie wollten Wepener erreichen.
Aus Brandfort wird vom 22. d. M. nach einer Burenauelle gemeldet: Die Brigade des Generals Hart wurde am Samstag bei Bus hm ans top geschlagen und in Brabants Lager bei Jammersberg- furth in Stärke von sechzehnhundert Mann mit siebzehn Geschützen und in Wepener in Starke von sechshundert Mann mit vier Geschützen eingeschlossen. Unsere Komman- I dos halten die Einschließung Bloemfonteins 'M östlichen I Halbkreise von Glensiding, Sannaspast und Paardekral biS Dewetsdorp aufrecht. Alle Angriffe der Engländer wur^
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