Ausgabe 
25.3.1900 Drittes Blatt
 
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so zu gestalten, daß Gesprächsverbindungen zwischen den Privatapparaten und der Vermittelungsanstalt nicht her­gestellt werden können.

Für die Hergabe besonderer Apparate u. dgl. treten zu den angeführten Gebühren besondere Zuschläge hinzu.

Sämtliche Gebühren sind, soweit sie sich vorher fest­stellen lassen, vierteljährlich im voraus zahlbar.

Für die Benutzung der VerbinLungsanlagen zwischen verschiedenen Netzen ooer Orten mit Telegraphenanstalten mit Fernsprechbetrieb werden Gesprächsgebühren erhoben. Sie betragen für eine Verbindung von nicht mehr als drei Minuten Tauer bei einer Entfernung

bis zu 25 Kilometer einschließlich 20 Pfennig

50 25

100 50

,, 500 100

1000 150

von mehr als 1000 Kilometer 200

Für dringende Gespräche wird die dreifache Gebühr erhoben.

Lokales und Urovinzirltes.

(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte», werden grundsätzlich nicht aufgerrommen)

Gießen, 24. März 1900.

** Geschtcht»kallender. (Nachdruck oerboten.) Vor 99 Jahren, am 25. März 1810, starb zu Weißenfels der Dichter Freiherr von Hardenberg, bekannt unter dem Namen Novalis, eine sir.nige, in sich gekehrte religiöse Natur. Novalis zählt zu den Haupt - Vertretern der romantischen Schule; seine Schriften verdienen ent­schieden mehr gelesen zu werden. Er wurde am 2. Mat 1772 auf Oberwiederstedt bet Mansfeld geboren.

_ - Vor 73 Jahren, am 26. März 1827, starb zu Wien

Deutschlands größter Tondichter Ludwig van Beethoven. Durch seine Symphonien hat er die Mufik auf eine neue Stufe der Ent­wickelung gebracht. Leider vermochte er weil taub sein bewundernswerten Werke voll überquellmder, wohlklingenderMelodien nicht selbst zu hören. Er wurde am 16. Dezember 1770 zu Bonn geboren. __

In Amerika verstorbene Hessen. In New - Jork Witwe Anna M. Kappes, 74 Jahre alt, aus Seckbach (Nassau). Daselbst: Marie A. Klee mann, geb. Baubel, 49 Jahre alt, aus Ruhlkirchen. Daselbst: Ernst Schweit- helm, 80 Jahre alt, aus Kurhessen. Daselbst: Frau Eva Schütz, 36 Jahre alt, aus Weisenau Dasebst; Peter Rupprecht, 37 Jahre alt, aus Frankfurt a. M. Da­selbst: August Geis, 44 Jahre alt, aus Büdesheim. Daselbst: Karl Oster, 49 Jahre alt, aus Marburg. In Astoria, L. A.: Gottlieba G ölz, geborene Frieauff, 73 Jahre alt, aus Pfeddersheim. In Washington, D. C.: John F. Atzel, 62 Jahre alt, aus Homberg v. d. H. In Milwaukee, Wis.: Juliana Maud, geb. Viel, 74 Jahre alt, aus Mansbach (Kurheffen). In Marysville, O.: Anna Katharina Zöllner, 80 Jahre alt, aus Halsdorf (Kurhessen). In Piqua, Q: Frau John Anthony, 76 Jahre alt, aus Osthofen. In Lebanon, Jll.: Witwe Margaretha Blum, 80 Jahre alt, aus Groß Bieberau. In Dayton, O.: Frau Babette Jacobs, geb Haas, 72 Jahre alt, aus Stadecken. In Baltimore, Md.: Frau I

Katharina Kirchheim, 65 Jahre alt, aus Lützel-Wiebels- bach. In San Franzisco, Kan.: Georg Raabe, 61 Jahre alt, aus Kurhessen. Daselbst: Philipp H. Walther, 64 Jahre alt, aus Worms. Daselbst: Konrad Kohler, 60 Jahre alt, aus Hoch-Weisel. Daselbst: Adam I. Welter, 36 Jahre alt; Frau Elise Wagner, 71 Jahre alt, und Benjamin Isenburg, 50 Jahre alt. In Toledo, O.: Jakob Mandler, 50 Jahre alt, aus Flonheim. ___________

§§ Mehlos Gehaag (Kreis Lauterbach), 21. März. Ein von Altenschlirf gebürtiger 28 Jahre alter hiesiger Orts­bewohner war an Lungen Entzündung schwer erkrankt. In einem starken Fieberanfall eilte er aus dem Bett und sprang unangekleidet in den Prater der hiesigen Mühle. Der Un­glückliche wurde zwar sofort herausgezogen, war aber be­reits tot.

§§ Crainfeld, 22. März. Gestern fand hier der erste diesjährige Krämermarkt statt. Es wird dabei gewöhn­lich Tanzmusik abgehalten. Nachts gegen J/23 Uhr wurde das Tanzvergnügen plötzlich gestört durch den Schreckens­ruf: Feuer! Es brannte die Hofraithe des Landwirt Konrad Prächter. Nur schwer konnten sich die Hausbe­wohner, welche im tiefsten Schlafe lagen, retten. Trotz rascher Hilfe brannte die ganze Hofraithe nieder. Nur wenige Gegenstände wurden gerettet. Das Rindvieh konnte ebenfalls gerettet werden. Zwei junge Schweine sind ver­brannt. Von etwa 20 Schafen fanden sich nur noch zwei Stück vor. Der Abgebrannte ist versichert. Man vermutet Brandstiftung.

4- Calbach (Kreis Büdingen), 22. März. Nachdem unser Bürgermeister Herr Klink wegen Arbeitsüberhäufung um Enthebung von den Aemtern als Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter nachgesucht hat und seiner Bitte will­fahrt worden ist, wurde der seitherige Beigeordnete, Herr Johannes Gerhardt II. dahier zum Vorsteher des hiesigen Ortsgerichts und zugleich als Standesbeamter ernannt und heute in seinen Dienst eingewiesen. Im benachbarten Vonhausen findet nächste Woche Bürger­meisterwahl statt. Es sind drei Kandidaten aufgestellt, und scheint ein heißer Kampf in Aussicht zu stehen.

Caffel, 22. März. Ein herbes Mißgeschick hat einen hiesigen Gastwirt betroffen. Derselbe machte mit seinem fünfjährigen Mädchen am Dienstag einen Spazier­gang nach dem Ahnathal und schnitt, um dem Kinde eine Freude zu machen, einen Ast von einer am Wege stehenden Saalweide mit den bekanntenMaikätzchen" ab. Den hoch­stehenden Ast bog er zu sich herunter und trennte mit raschem Schnitt den Zweig vom Stamme, dabei rutschte das sehr scharf geschliffene Taschenmesser plötzlich aus, und fuhr ihm mit solcher Wucht in den linken Arm, mit welchem er den Zweig festgehalten hatte, daß ihm die Pulsader und Sehne dicht hinter dem Handgelenk durchschnitten wurde, und das Blut hoch aufspritzte. Er schleppte sich mühsam

zu dem Wirtshaus im Ahnathal, wo ihm von einem junger Förster, der zufällig herbeikam. ein Notverband angelecr wurde. Ein glücklicherweise vorbeikommender Metzgerwager brachte den Verletzten im schleunigsten Tempo nach Caffel wo die Ueberführung nach dem Krankenhaus zum Roter Kreuz geschah. Sofortige ärztliche Hilfe hat die erforder­liche Vorsorge getroffen, daß eine baldige Heilung in An­sicht steht.

Caffel, 22. März. Die Handelskammer hat den Reichstage und dem Bundesrate auf Beschluß der Boll sitzung vom 18. d. M. folgende Erklärung zugehen lassen Die Handelskammer erkennt die reichsgesetzliche Regelung der Schlachtvieh- und Fleischbeschau im Jntereff'i der Volksgesundheit als erforderlich an. Sie stimmt br sonders auch einer sorgfältigen Untersuchung des aus dem Auslande eingeführten, zur menschlichen Nahrung befthrlttl._ ten Fleisches zu, ist aber der Meinung, daß die Vor­schriften des vom Bundesräte beschlossenen Gesetzentwurf! in dieser Hinsicht vollständig genügen. Die Kammer sprich! sich entschieden gegen alle Bestrebungen aus, die das vor- gelegte Gesetz seines Charakters als einer gesundheiis. polizeilichen Vorschrift entkleiden und zu einer handels- polilischen Maßnahme umgestalten wollen. Ein derartiges Vorgehen würde Erschwerungen der deutschen Ausfuhr nach den hauptsächlich betroffenen und ohne Zweifel zu Gegen- maßregeln entschlossenen Vereinigten Staaten von Nord- Amerika und dadurch für die deutsche Ausfuhr-Industrie empfindliche Schädigungen zur Folge haben. Die Kammer hofft und bittet daher dringend, daß der hohe Bundesral dem Gesetze in der von der Kommission und vom Reichs­tage in zweiter Lesung beschlossenen Fassung seine Zu« stimmung versagen möge." Die gleichfalls am Sonntage in Berlin tagende, von den Aeltesten der Kaufmannschaft daselbst einberufene Proteftversammlung wurde telegraphisch von dieser Stellungnahme benachrichtigt.

Fulda, 22. März. Ein interessanter Fund aus prä­historischer Zeit wurde gestern bei Anlage der Quell­fassung für die Mackenzeller Wasserleitung gemacht. Daselbst lagerten unter 2,80 Meter Schwemmland auf dem kleinen Raum von einem Quadratmeter zerschlagene Tierknochen, Holzkohlen und eine Menge Scherben, die nach Brand und Technik eine Verwandtschaft mit den Thongefäßen aus den Hügelgräbern der Fuldaer Gegend und den älteren Scheiben des hiesigen Pfahlbaues aufweisen. Von besonderer Wich­tigkeit ist die durch diesen Fund festgestellte Thatsache, daß es sich hier um Reste von einer seßhaften Bevölkerung handelt, die in alter Zeit in der Nähe dieser Quellen an­gesiedelt war. Zugleich dürfte durch die aufgesundene Kul- turschicht ein schätzenswerter Beitrag zur Lösung der Frage erbracht sein, daß die Reste der Hügelgräber im Fuldaer Lande nicht von durchwandernden Völkern, sondern von Ansiedlern herrühren. Einige Metallreste waren nur als formlose Oxydklumpen erhalten. Wir behalten uns vor, später über diesen wichtigen Fund eingehender zu berichten.

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die feinsten konzentrierten Auszüge von Fleisch, Gemüse und Gelatine nebst dem nötigen Kochsalz, kurz Alles enthaltend, was zu einer echten, kompletten Fleischbrühe gehört, während dies Alles bei dem gewöhnlich im Handel vorkommenden Fleischextrakt nach den dazu angegebenen Rezepten erst noch zugesetzt werden muss. Unsere Bouillon-Kapseln haben ferner den Vorzug einer genauen Dosierung und kostet

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in Fläschchen von 25 Pfg. an wird im Gegensätze zu anderen Suppenwürzen nicht als ein Surrogat des Fleisch-Extraktes angepriesen, sondern als das vorzüglichste und gleichzeitig billigste Mittel, um mit wenigen Tropfen jede Suppe und jede schwache Fleischbrühe augenblicklich überraschend gut und kräftig zu machen und die Verdauung wohlthuend anzuregen. Die Allgemeine Medizinische Zentral-Zeitung Berlin sagt hiezu in ihrer No. 102, 1898, unterTherapeutische Notizen:

Dass Fleisch-Extrakte za den Genussmitteln zählen, ist für den Arzt schon längst feststehende Thatsacbe. Was bei praktischer Verwendung von Extrakt in Betracht kommt und was allein seinen Wert bestimmt, ist daher seine geschmackverbessernde, appetitanregende Wirkung. Gerade diese bildet das Charakteristikum eines Genussmittels, und der Grad dieser Wirkung ist der Wertmesser , eines Extraktes. Unter den im Handel befindlichen Extrakten erfreut sich mit Recht dasMaggi genannte Präparat einer grossen Beliebtheit, da es bei sparsamster Dosierung eine frappante Geschmackswirkung ausübt. Da der Kaufpreis des Maggi eher niedriger als der anderer Extrakte und da seine Haltbarkeit eine unbegrenzte ist, so findet es als appetit- und verdauungsanregendes Geschmackscorrigens von Bouillons. Suppen, Gemüsen, Saucen auch in der Krankenküche, und besonders in den grossen Küchenbetrieben von Kranken- and Pflegehäusern vorteilhafte Anwendung.

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