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25.1.1900 Erstes Blatt
 
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London, 23. Januar.Daily Chronkcle" meldet aus Spearmans Camp vom 22. dss. MtS.: General Warren'S Artillerie eröffnete beute morgen wieder das Feuer, lt-ß aber bald nach, da der Feind nicht antwortete.

Loudon, 23. Januar. General Bullers gestern erneute Versuche, die Wegnahme von Spionkops und den Durchbrnch nach Ladysmith durch ein keil- artiges Eindringen zwischen Viljoen und Schalk Burgher zu erzwingen, scheiterten. Joubert ließ ein wenig Bullers Zentrum vor, warf die Brigaden Warren undHart südwestlich zurück und isolierte beide, deren Offensive brechend.

Die Richtigkeit dieser Meldung vorausgesetzt, wäre der linke englische Flügel unter Warren, der, 12- bis 15,000 Mann stark, die Hauptaufgabe der Umgehung des rechten Burenflügels hatte, endgiltig dadurch, daß Joubert die Brigaden Hart und Warren, die zusammen operierten, trennte und ihre Wiedervereinigung unmöglich machte, lahm­gelegt. Warren muß jetzt auf weitere Versuche, bei Akton Homes die direkt nach Ladysmith führende Fahrstraße und Fühlung mit dem englischen Zentrum zu gewinnen, ver­zichten. Unter diesen Umständen hat es nichts Bedenkliches, daß Joubert das Buller'sche Zentrumein wenig vorließ". Allein ist dasselbe, da es nur aus 7000 Mann besteht, der Aufgabe des Entsatzes nicht gewachsen, zumal Bullers rechter Flügel noch die Potgieters Drift zu decken hat. Ohnehin würde es ja der Taktik der Buren entsprechen, dem Feinde eine scheinbare Chance nach vorn zu geben, um ihn dann unvermutet in die Flanken zu nehmen.

Die Disziplin in Bullers Heere erscheint in einem sehr sonderbaren Lichte, wenn man die folgende gestern schon telegraphisch gemeldete Nach' richt liest.

London, 23. Januar. Nach einer derDaily Mail" aus Durban zugegangenen Depesche vom 22. d. M. hat eine Anzahl bei den irregulären Truppen stehender Offiziere des Volunteer- Korps ihre Stellungen niedergelegt, da sie mit den Offizieren des regulären Heeres in Streit gerieten. Sie haben sich nach Kapstadt begeben, um ihre Beschwerden dem Ober­kommissar Milner vorzubringen.

Das ist die erste schlimme Erfahrung, welche die Eng­länder mit ihren vielgepriesenen und so laut bejubelten Volunteers" machen. Vielleicht sind noch andere Disziplin­widrigkeiten vorgekommen, die die englische Presse zu ver­schweigen für gut hält. Jedenfalls ist mit einem solchen Offiziermaterial, das in kleinlicher Eifersüchtelei auseinander­läuft, in der Front nicht viel anzufangen.

Bom General Freuch hat man eine ganze Weile nichts mehr gehört. Jetzt be­richtet man:

London, 23. Januar.Daily Telegraph" meldet aus Rens- b ur g vom 22. d. M. nachmittags: Aus unbekannten Ur - fachen (1) begannen die Buren am Samstagabend 9 Uhr längs der ganzen Hauptstellung ein äußerst heftiges Gewehrfeuer, das drei Viertelstunden anhielt. Man konnte das in drei Etagen abgegebene Gewehrfeuer deutlich sehen.

Ohne Grund haben die Buren natürlich nicht gefeuert. Die Lösung des Rätsels, die und jetzt wohl noch weise vor­enthalten wird, dürfte bald folgen.

Englische Bestialität.

DieKreuzztg." erhält folgende Zuschrift: Rusten- burg, 10. Dezember 1899.

Hier bei dem Landdrost des Distriktes Rustenburg liegen die eidlichen Aussagen der Frauen und Mädchen, welche die Engländer hatten durch die Koffern fangen taffen. Dieselben erklären, daß sie durch Kaffern gehalten und von den Eng­ländern vergewaltigt wurden.

Erheben Sie doch im Namen der Menschheit und der Civilisation Ihre Stimme gegen solche Schandthaten. Die armen Geschöpfe find gegenwärtig im Spital.

Frhr. v. Dalwig,

Königlich preußischer Rittmeister a. D., gegenwärtig Kapitän und Batterie-Chef in der Buren-Armee.

An der Richtigkeit der Meldung ist nicht zu zweifeln, dafür bürgt die Stellung des Absenders. Ein gewiffer Ekel, den die Nachricht hervorbringen muß, hätte uns ab­halten können, sie wiederzugeben, aber die Empörung, die sie einflößt, gab doch für die Veröffentlichung den Aus­schlag. Das Vorkommnis hat noch gefehlt, um das Charakterbild des englischen Söldners, der plündert, Ver­wundete niedersticht oder an die bespannten Kanonen bindet und Sterbenden ihre Habseligkeiten raubt, zu vervoll­ständigen.

* *

London, 23. Januar. Kapitän Hensley, der am Samstag bei Spearmans Camp getötet wurde, hatte dereinst eine große Tapferkeit als Kommandant des im November v. Js. bei Chieveley vom Feinde erbeuteten Panzerzuges bewiesen, wobei er nicht verletzt wurde. Viele gefangene Buren sind in Pietermaritzburg angekommen. Zwei verdächtige Personen sind gestern in Verulam fest­genommen worden.

Nach einer Meldung derCentral News" kam am Montag der DampferHawarden Castle" in Durban von der Delagoabai her an. Er war von vielen englischen Flüchtlingen besetzt, welche aus Prätoria und dem Rand­gebiete vertrieben waren, weil sie für die Buren keine Kriegsdienste leisten wollten. Verschiedene waren schlecht behandelt und als Fahnenflüchtige eingekerkert worden. Ein Flüchtling teilte mit, daß ein gewisser Dr. Vandermoe aus dem feindlichen Heere in Colenso nach Prätoria ge­meldet habe, daßdiebritischenKrankenpflegerinnen, die verwundete Buren pflegen, deren Wunden wieder aufgerissen hätten. Dergleichen unerhörte Gerüchte seien mehr in Umlauf.

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Telegramme desGietzeuer Anzeiger".

London, 24. Januar. Die offizielle englische Bericht­erstattung schweigt über dsie Vorgänge am oberen Tugela vollständig. Daß der Kampf fortdauert, nimmt man allgemein an. Auch gilt es als sicher, daß General

Buller am Montagabend über die Situation telegraphierte. Die Spannung der ganzen Nation ist intensiv peinlich, doch bewahrt man äußerlich vollkommene Ruhe.Manchester Guardian" erfährt, die Einkommensteuer werde mindestens auf 4 Pence, also auf einen Schilling pro Kopf, erhöht werden. Das werde aber die Kosten der Kriegsführunc auf nur 3 Wochen decken. Auch soll die Steuer auf Alkohol, Tabak, Thee und Kaffee erhöht werden. Man erwartet überdies eine Rückkehr zu Kornzöllen und zum Schutzzoll- System. Lord Balfour hatte gestern eine längere Konferenz mit dem Kriegsminister.

London, 24. Januar. Das Kriegsamt veröffentlicht heute früh ein Telegramm Bullers, datiert Spearmans Farm 23. Januar 6 Uftr 20 Min. abends. General Warren hält die von ihm seit zwei Tagen gewonnene Stellung besetzt. In einer Entfernung von 2000 Meter östlich von Spionkop befinden sich die feindlichen Stellungen. Dieselben sind höher gelegen, als diejenigen des Generals Warren und zwar derart, daß es uns unmöglich ist, zu sehen, was im feindlichen Lager vorgeht. Die von den Buren besetzten Höhen sind so steil, daß Geschütze nicht hinaufgebracht.werden können. Wir bombardieren den Feind mit Haubitzen, während derselbe uns aus seinen größten Geschützen beschießt. Unsere Verluste sind äußerst gering, dagegen bringen wir dem Feinde größere Verluste bei. (Wieder der echt englische Flausenstil. Natürlich stellt sich die Sache nachher gerade umgekehrt heraus. D. Red.) Diese Nacht werden wir einenVer­such machen", (der selbstverständlich wieder mißlingt!) uns des einen vorspringenden Felsens bei Spionkop zu be­mächtigen. Dieser Gipfel bildet den Schlüssel zu sämtlichen feindlichen Verschanzungen.

London, 24. Januar. DieTimes" veröffentlicht ein durch Heliograph aus Ladysmith über Swarzkop ge­kommenes Telegramm vom 22. d. Mts., worin berichtet wird, daß die Besatzung ununterbrochen den Kanonendonner Bullers hört. Das einzige Er­gebnis des Herannahens der Entsatz-Armee be­steht darin, daß die Buren einen Teil der Be­lagerungstruppen nach Spionkop gesandt haben.

London, 24. Januar. Aus Kapstadt wird gemeldet, daß die gefangenen Buren bis nach der äußersten Spitze des Cap transportiert werden.

Washington, 24. Januar. Staatsekretär Hay hatte gestern eine Unterredung mit dem früheren Gesandten in Transvaal, White. Derselbe ist amt­lich empfangen worden.

Paris, 24. Januar. Dr. Leyds befindet sich augen­blicklich in Paris, um mit verschiedenen politischen Per­sönlichkeiten zu konferieren.

Brüffel, 24. Januar. Soweit zuverlässige Nachrichten vom Kriegsschauplätze vorliegen, gelang es bisher dem General Buller nicht, gegen das Centrum der Buren vorzugehen, wodurch die Armee Bullers in eine gefährliche Lage geriet. General Joubert erwartet einen neuen verzweifelten Angriff der Engländer. Scheitert auch dieser, so muß Buller schleunigst den Rückzug über den Tugela antreten. Die Position der Buren ist günstig._________________________________________________________

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Januar. Der Kaiser hörte heute vor­mittag u. a. die Vorträge des Chefs des Militärkabinets v. Hahnke, des Chefs des Admiralstabes der Marine von Tiederichs und des Chefs des Marinekabinets v. Senden- Bibra-.

DerReichsanz." veröffentlichte die Verleihung des Kronenordens I. Klasse an den Präses der General­ordenskommission Prinzen Eduard zu Salm-Horstmar und des Roten Adlerordens III. Klasse nijt der Schleife an den deutschen Gesandten in Teheran Grafen v. Rex.

In dem Befinden der Herzogin Fried­rich von Schleswig-Hol st ein ist eine wesentliche Aenderung nicht eingetreten. Das seit vorgestern etwas bessere Befinden der Herzogin ist nach den heutigen Meldungen aus Dresden unverändert.

Das deutsche Auswärtige Amt hat dem Pastor Haccius zu Hermannsburg nachstehendes Telegramm ge- andt: Die englische Regierung hat trotzwieder- Holter dringender Erinnerungen über die Freilassung des Pastors Harms noch keine Auskunft erteilen können. Der Botschafter in London ist angewiesen, nochmals Schritte zu thun; außerdem ist der kaiserliche Generalkonsul in! Kapstadt telegraphisch beauftragt worden, bei den dortigen Behörden für die schleunige Freilassung des Herrn Harms auch seinerseits Schritte zu thun.

DieRat. Ztg." bezweifelt die Richtigkeit der Mel­dung eines hiesigen Blattes, wonach der Kaiserlich sehr ernsthaft mit dem Plane trage, das höhere Schul­wesen in Preußen einer gründlichen Reform zu unterziehen.

Die beiden freisinnigen Fraktionen im Abgeord­netenhause haben einen gemeinsamen Antrag zu gunsten der Einführung der fakultativen Feuerbestattung eingebracht.

Ausland. ______

Wien, 23. Januar. Angelegentlich der Streikbe­wegung fand im Ministerium des Inner« ein Mini- sterrat statt. Es sollen, so hieß es, zunächst Versuche gemacht werden, um den Ausstand beizulegen, da an­dere Maßregeln nur geringe Aussicht aus Erfolg hätten. Auf Grund dieser Anschauung beabsichtigt der Justiz- minister mit ausreichenden Vollmachten sich N a tzch. d e nl mährischen und der Sektionschef Blumfeld sich nach dem böhmischen Streik­gebiet zu begeben.

Warschau, 23. Januar. Von den s. Zt. verhaf­teten Studenten wurden 33 wieder in Freiheit gesetzt. Fünf Rädelsführer wurden in der Zita­

delle interniert. Man glaubt, daß die Letzteren wahrschein­lich zur Deportation verurteilt werden.

Madrid, 23. Januar. Anläßlich des heutigen Na­mensfestes des Königs begnadigte die Königin-Regen­tin drei zum Tode Verurteilte und spendete 25 000 Pesetas für die Armen. Die Begnadigung der in die Montjuick- Affäre Verwickelten soll später erfolgen.

Lokales und Provinzielles.

* * Theaterverein. Am nächsten Dienstag findet, wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, die 6. Vorstellung statt, in welcher nach der ernsten Muse, die in derCameliendame" das Wort führte, die heitere Muse herrschen soll. Damit wäre dann eigentlich das dieswinterliche Programm des Theatervereins erledigt. In Anbetracht der günstigen Kassen­verhältnisse, herbeigeführt durch das zahlreiche Abonnement in diesem Winter, und durch den starken Billetverkauf an Nichtmitglieder, hat jedoch der Vorstand beschlossen, ebenso wie im Vorjahr wieder drei Zugabevorstellungen zu veran­stalten, zu deren Kosten nur ein unbedeutender Zuschuß von Seiten der Mitglieder zu leisten ist. Auch diese drei Vor­stellungen werden wahrscheinlich sämtlich unter Hinzuziehung von Gästen stattfinden. In erster Linie nennen wir Irene Triesch, welche versprochen hat, vor ihrer Uebersiedelung nach München, dem Theaterverein noch einmal eine Probe ihrer hohen Kunst zu geben. Sodann hat sich auf den von vielen Mitgliedern ausgesprochenen Wunsch hin, der Vor­stand mit Herrn Hubert Dietz sch, jetzt am Stadttheater in Nürnberg hervorragend thätig, in Verbindung gesetzt und von ihm die Zusicherung eines einmaligen Gastspiels erhalten. Herr Dietzsch wird in dem interessanten Robert'- schen SchauspielSatisfaktion" den Maler Professor Voltz spielen. Die gesamte Einnahme aus diesen drei Vorstell­ungen fällt an die Direktion des Stadttheaters.

* Auszug aus der Sitzung der Großh. Handelskammer vom 19. Januar 1900. Anwesend die Herren Koch, Scheels Balser, Heichelheim, Katz, Klingspor, Nowack. Von Großh. Ministerium ist die Wahl der Herren Ernst Balser, A. Katz und C. W. Nowack zu Mitgliedern der Handelskammer bestätigt worden. Zur Beteiligung aw den vom deutschen Handelstag in Aussicht genommenen Kommissionen und zwar zu der 3. zur Bearbeitung der an den deutschen Handelstag gerichteten Eingaben der Handels­kammer zu Limburg betreffend: Einlösung von Zinsscheinen, gekündigter Wertpapiere und der Handelskammer zu Braun­schweig und zu Koburg betreffend: Wechselformular ist Herr Kommerzienrat Heichelheim in Vorschlag gebracht worden. Ueber die Einrichtung der hiesigen Patentschriften­auslegestelle soll demnächst in einer Anzahl Blättern im gesamten Handelskammerbezirk Veröffentlichungen vorge­nommen werden. Außerdem soll den Mitgliedern des hiesigen Gewerbevereins davon in geeigneter Weise Kenntnis ge­geben werden. Nach einem Rundschreiben der Königs Preuß. und der Großh. Hess. Eisenbahndirektion Mainz vom 8. Januar l I. wird beabsichtigt, Rohbenzin aus der Allgemeinen Wagenladungsklasse" in denSpezialtarif I" zu versetzen. Da Salonöl die gleiche Vergünstigung erhalten soll, beschloß die Kammer, die in Aussicht genommene Fracht­ermäßigung zu unterstützen. Eine Petition des Bundes der mittleren und kleinen Brauereien der Norddeutschen Brau­steuergemeinschaft, betreffend: Abänderung des Gesetzes vom 31. Mai 1872, wegen Erhebung der Brausteuer in der Norddeutschen Brausteuergemeinschaft, soll nach Anhörung )er hiesigen Brauereien keine Unterstützung finden. Das Verzeichnis zweifelhafter Firmen im Ausland hat eine Er­weiterung bezüglich Frankreich, Singapore, Aegypten erfahren. Einsicht von demselben kann auf dem Sekretariat Großh- Handelskammer genommen werden.

" Stadttheater. Morgen Donnerstag bringt die Direktion eines der schönsten Moserschen Lustspiele:Der Salontiroler" zur Aufführung. Die Begleitung der rarin vorkommendeu Tirolerlieder und Jodler führt die Regimentskapelle aus. Das reizende Lustspiel ist seit anger Zeit Repertoirstück aller Bühnen, was es haupt­sächlich seinem frischen, natürlichen, urwüchsigen Humors verdankt, der sich wohlthuend von jeder Uebertreibung fern» )ält. Die Direktion hat mit demSalontiroler" sicher- ich eine gute Wahl getroffen. DenSalontiroler" spielt Herr Wilhelmi, denechten Tiroler" Herr Kirchhoff. Auch die übrigen Rollen sind auf das Beste besetzt worden.

* * Notariats kammer. Die nach dem Notariats- aesetz aus den Notaren des Landes bestehende Notars­ammer hielt am Samstag in Darmstadt ihre erste Ver- ammlung ab, die der Wahl des Vorstandes galt. Er besteht, gesetzlicher Bestimmung gemäß, aus sieben Mit­gliedern und ist auf die Dauer von zwei Jahren zu wählen, wird aber nach Ablauf eines Jahres dadurch teilweise er­neuert, daß vier durch das Los bestimmte Mitglieder' ausscherdeu und entsprechende Neuwahl stattfindet. Bei der diesmaligen Wahl gingen die Herren Justizrat Braden in Mainz als Vorsitzender, Justizrat Wolf daselbst und Notar Kghler in Osthofen, Justizrat Jöckel in Friedberg, Metz in Gießen, Geh. Justizrat Weber in Offen­bach und Justizrat Dr. Schüler in Darmstadt hervor. An die Versammlung schloß sich ein gemeinschaftliches Mittagessen an.

* * Aus Oberhessen wird derOffenb. Ztg." ge- chrieben: Nach amtlichen Mitteilunaen ist Ende vorigen Jahres die fast seit 2 Dezennien im Großherzogtum Hessen unbekannte epidemische Ruhr in dem Kreise Alsfeld und zwar in der Gemeinde Elbenrod aufgetreten. Von 25 daselbst an dieser Seuche erkraukten Personen sind 5 verstorben. Die Krankheit wurde eingeschleppt und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach durch eine aus Bremen zuge­reiste, in Elbenrod sich vorübergehend aufhaltende Person. Die Krankheit trat aber auch in dem Orte Brauerschwend in demselben Kreise auf, dort erkrankten 17 Personen, von welchen 3 verstorben sind; von hier wurde die Seuche nach­weislich wieder nach Alsfeld verschleppt, doch wurden nur drei Personen von der Krankheit ergriffen.