-es Deutschen Reiches (I V. Artikel 15) Sir unter Entbindung von
<^brem bisherigen Amte hierdurch zum Retchökanzser ernennen.
Homburg v. d. H, 17- Oktober 1900.
gez. Wilhelm. I. R.
gge». Gr«f von Poladowsky.
An de» StaatSmintster und Staatssekretär deS Auswärtigen Amte« Grasen von Bülow.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 23. Oktober 1900.
*• Bon der Universität. Gestern hielt Lio. theol. und Dr. phil. W. Kühler eine öffentliche Vorlesung, um sich für da- Fach der Kirchengeschichte zu habilitieren. Das Thema lautete: „Reformation und Ketzerprozeß .
•• Theater-Verein. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, sind die ausgelosten Sperrsitzkarten bei Hrn. Ch al l i er in Empfang zu nehmen. Da die erste Vorstellung bereits am 30 ds Mts. stattfindet, liegt eine baldige Abnahme im Interesse der Mitglieder.
•* Zither-Konzert. Die zweite Hauptversammlung des Main-Lahnthal-Zitherbundes, dem u. a. Vereine von Aschaffenburg, Bockenheim, Frankfurt a.M. rc. angehören, findet vom 27. bis 29. Oktober in Gießen statt. Letzterer ist fest- g-bender Verein und hat das Arrangement übernommen. DaS Bestreben'deS Bundes ist, durch geschlossenes gemeinsames Handeln die Förderung, Verbreitung und musikalische Anerkennung des Zitherspiels zu erreichen und durch Konzerte größeren Stils Beweis von den musikalischen Fähigkeiten der Zither abzulegen. Zu diesem Zwecke finden alljährlich an wechselnden Orten Kongresse statt, um in beratender Versammlung festzustellen und ins Werk zu setzen, was zur Entwickelung und Förderung der Zithersache notwendig erscheint. Wie üblich sind zwei Zitherkonzerte arrangiert. DaS erste, SamStag, den 27. Oktober im Saale des „Hotel Einhorn" in Form einer Abendunterhaltung unter Mitwirkung einiger Bundesvereine und Einzelspieler, die gelegentlich desselben ihreSpezialchöce zumVortrag bringen. Das zweite, Sonntag den 28. Oktober als öffentliches Konzert in „Steins Saalbau", in dem einem großen Publikum gezeigt werden soll, auf welcher Stufe musikalischer Leistungsfähigkeit der Bund steht. Das Bundesensemble besteht aus ca. 80 Mitwirkenden, und sind einige Nummern des Programms für diese Ensemble-Aufführungen vorgesehen. Als Solist wird der Bundesdirigent, Zitherlehrer Ad. Arnold-Straßburg, auftreten, der sich gelegentlich der diesjährigen Hauptversammlung des süddeutschen Zither- bundeS zu Rosenheim (Bayern) in zwei mit dieser Versammlung verbundenen Konzerten eines bedeutenden künstlerischen Erfolges erfreuen konnte. DaS illustrierte Fachblatt für Zitherspiel „Echo vom Gebirge" rühmte ihm in einem Berichte Beherrschung der Technik bis in die kleinsten Einzelheiten, ausgereiften Kunstverstand und Tiefe der Empfindung nach und nennt seinen Vortrag deS 3. Konzertes, A-dor von Haustein geradezu die kongeniale Nachschöpsung einer genialen Komposition. In Anbetracht dieses seltenen KunstgenuffeS steht zu erwarten, daß sich das Fest-Konzert eines großen Zuspruchs erfreuen wird.
** Stadttheater. „Die strengen Herren", das neueste Lustspiel der Herren Blumenthal und Kadelburg, bekanntlich in Berlin von der Censur verboten, dann aber Zur Aufführung frei gegeben wurde, ist im „Berliner Theater" zu Berlin am Samstag, dem 6. Oktober zum ersten Male gegeben worden und erlebte seine Erstaufführung in Frankfurt a. M. am vergangenen Samstag. Das neue Stück ist auch bereits vom hiesigen Stadttheater erworben worden und soll hier demnächst in Szene gehen. Ein Berliner Blatt schreibt darüber;
Das Berliner Theater hat mit dem durch den Liebesdienst der Zensur geförderten Lustspiel „Die strengen Herren" von Blumenthal und Kadelburg dem lachlustigen Publikum einen vergnügten Abend bereitet. Das verboten gewesene Stück ist durchaus nicht „frei", aber seine gesunde Tendenz, die dem Segen des Frohsinns und des Lachens predigt und die allzustrengen Sittenrichter verspotten will, übte einen starken Reiz auf die Zuhörer aus. Es gab zahlreiche Hervorrufe nach allen Akten, denen die durch ihre entgegenkommende Bereitwilligkeit rühmlichst bekannten Verfaffer mit erfreulicher Gewandtheit Folge Nisteten.
** Landeslotterie. Die Großh. Landeslotteriedirektion schreibt uns: Nach den Auslassungen der hessischen Lotteriekollekteure würde der Absatz unserer Lose noch ein weit besserer sein, wenn nicht zwei Irrtümer im Publikum weit verbreitet wären. Der eine beruht auf dem Reklamestichwort der anderen deutschen Staatslotterieen: „Jedes zweite Los gewinnt". Dies, sagt man vielfach, sei für den Spieler vorteilhafter. Das ist unrichtig. Auch bei uns wird das durch die Einlagen gebildete Spielkapital voll ausgespielt, ja, da der von den Gewinnen für die Kollekteure und den Staat erfolgende Abzug geringer ist, als bei den meisten anderen deutschen Staatslotterieen, wird bei uns vergleichsweise mehr an die Spieler zurückgewährt. Nur ist die Form der Zurück- aewährung in Hessen eine andere. Was kann dem Spieler daran liegen, an anderen Staatslotterieen mit ein klein wenig höherer Wahrscheinlichkeit den Einsatz zurückzugewinnen? Deshalb spielt niemand. Man will doch in einer Lotterie einen Gewinn, das heißt thunlichst erheblich mehr, als man eingesetzt hat, gewinnen. Von diesem Gesichtspunkte aus ist unser Plan aufgebaut. Er hat die Möglichkeit, den Einsatz wieder zu gewinnen, mm ein wenig vermindert und das dadurch bei einer doch schon vecht ansehnlichen Anzahl von Losen erlangte beträchtliche Kapital zur Erhöhung der Zahl der wirklichen Gewinne benutzt, sodaß von keiner Lotterie so viele wirkliche und verhältnismäßig so große Gewinne geboten werden, als von der Hessischen Staatslotterie. Die Ziehung der 2. Klasse findet am nächsten Montag, den 29. d. M. ftatt. Spiellustige wollen daher nicht versäumen, zur Wahrung ihrer Spielrechte ihre Lose schleunigst zu dieser Klasse zu erneuern.
Vom Hoherodskopf, 22. Oktober. Mit Ende dieses Monats wird die Wirtschaft im Klubhaus auf Wem Hoherodskopf geschlossen werden. Der Nubwirt wird für die Wintersaison nur an Samstag
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Vermischtes.
* Könitz, 22. Oktober. In dem Prozesse wegen wissentlichen Meineids gegen den Kaufmann Jakob Jacobi aus Tuchel wurde der Angeklagte zu einem Jahre Zuchthaus und 2 Jahren Ehrverlust verurteilt. Die sofortige Verhaftung Jacobis wurde angeordnet.
* Kattowitz, 22. Oktober. Gestern nachmittag 3 Uhr stürzte bei Reckehütte in Rosdzin in voller Fahrt ein vollbesetzter Anhängewagen der elektrischen Kleinbahn in einer scharfen Kurve um. 17 Person en wurden teils schwer, teils leichter verletzt, ein Bahnbeamter tötlich.
* Von dem Aufflug des Grafen Zeppelin. Nunmehr liegt auch der offizielle Bericht über die Auffahrt des Zeppelinschen Ballons vor. Dieser Bericht, von Professor Dr. Her gesell-Straßburg lautet: Der Aufstieg begann 4 Uhr 40 und dauerte bis 6 Uhr 10 Minuten. Das Luftschiff, vorzüglich abgewogen, hatte einen Auftrieb von 1200 Kilogramm, der durch Ballastsäcke derart ausgeglichen war, daß der Ballon mit dem ganzen Auftrieb von 70 Kilogramm in die Höhe ging. Der Zweck ward völlig erreicht, der Ballon blieb konstant in einer Gleichgewichtslage von 300 Metern. Sogleich nach Freiwerden des Ballons ließ der Führer die Maschinen und Schrauben umgehen, und zwar, da das Floß, welches den Ballon trug, gegen die Windrichtung auSgczogen war, mit der Richtung des Windes, der während der ganzen Dauer der Auffahrt Ost-Nordost war. Der Ballon machte zunächst Steuerversuche, die die Zweckmäßigkeit der neuen Steuervorrichtung auch völlig erwiesen. DaS Fahrzeug gehorchte dem Steuer sofort, doch machte sich zunächst einige Unsicherheit in der Führung bemerkbar, da das Ausmaß der Steuerwirkung durch Versuche festgestellt werden mußte. Der Ballon Pendelte infolge dessen in der ersten Viertelstunde über die vom Führer gewollte Richtung etwas hinaus, doch konnte er stets durch geeignete Gegenmanöver in die gewollte Fahrrichtung gebracht werden. Nachdem die nölige Erfahrung durch diese Versuche gewonnen war, gelang die Steuerung des Ballons auch direkt gegen die Windrichtung, dem Führer- vollkommen. Bevor wir auf die Geschwindigkeit des Ballons eingeheu, verdient die wunderbare Stabilität des Ballons in Bezug auf seine Längsachse hervorgehoben zu werden. Sowohl die horizontale Lage als die leichte Steigung konnten durch Verschiebung des Laufgewichts bequem erzielt werden. Wiewohl genaue Messungen über die Fahrgeschwindigkeit des Ballons noch nicht vorliegen, können doch einige Angaben über die Fahrgeschwindigkeit gemacht werden. Zwei Motorboote, unabhängig von einander, vermochten, als der Ballon direkt gegen Wind fuhr, in seinem Kurs direkt unter ihm nicht zu folgen, da die Geschwindigkeit dieser Boote 18 Kilometer pro Stunde beträgt und die Windgeschwindigkeit, gegen welche der Ballon fuhr, nach genauen Messungen 4 Meter pro Sekunde betrug. Es er- giebt sich daraus eine Eigengeschwindigkeit des Ballons von mindestens 8 Metern Pro Sekunde. Ein unerwartetes Resultat! Der Ballon landete, in voller Fahrt auf die Ballonhalle gerichtet, durch einen unglücklichen Umstand:
Landwirtschaft.
L.V. Alsfeld, 20. Oktober. In der Ausschußsitzung deS landw. ProvinzialveretnS, die am 11. ds. Mts. in Gießen stattfand, wurde u. a. beschlossen, die Generalversammlung in diesem Herbst am 8. n. Mts., mittags 12 Uhr, in „Steins Saalbau" in Gießen stattfinden zu lassen. Neben der Erstattung des Jahresberichtes steht ein Antrag des Ausschußes betr. die Abänderung der Statuten auf der Tagesordnung. Dadurch, daß der Verein sich in das Vereinsregister eintragen laßen muß, sind einige Aenderungen des Statuts notwendig, um den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches zu genügen. DaS meiste Jntereffe dürfte aber wohl die Präsidentenwahl in Anspruch nehmen, die in Folge des Ablebens des seitherigen 1. Präsidenten, deS Grafen Friedrich zu Solms-Laubach, notwendig geworden ist.
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Von grösstem Weit bei Herstellung von Puddinge, Mayonnaisen etc.
Ausserdem als extrastirke Emailichfissel das ganic Jahr über vielfach verwendbar.
eine Ballonhülle entleerte sich plötzlich aus heute noch unbekannten Gründen. Eine nähere Untersuchung wird die Gründe ergeben. Trotz dieses enormen Gasverlustes er- folgte die Landung so leicht und glatt, daß keine wesentliche Havarie eintrat. Die Versuche sollen in einigen Tagen wieder fortgesetzt werden. .
• Friedrichshafen, 22 Oktober. Die gestrige dritte Ausfahrt des Luftschiffes deS Grafen Zeppelin begann bei regnerischem, beinahe windstillem Wetter um 5 Uhr. Das Lustschiff erhob sich mit der Spitze etwas nach oben, zunächst bei etwa 250 Meter Höhe, und führte, ungefähr 1 Km. vom Lande entfernt, verschiedene Wen. düngen im Auf- und Abwärtsfahren mit bestem Gelingen aus. Nachdem daS Luftschiff den Kurs gegen das schweize« rische Ufer genommen hatte und bis zu etwa 400 Meter Höhe emporgestiegen war, fuhr es bis einige hundert Meter vor der Halle bei Manzell zurück, wo eS um 5 Uhr 25 Minuten langsam bis auf den Wasserspiegel herabgmg.
* Wo wächst der Wein wild? Das ist eine Frage, auf die sogar die Botaniker nicht leicht eine Antwort zu geben wissen. Selbstverständlich ist dabei nicht von dem sogenannten wilden Wein die Rede, der als Schlingpflanze zur Zier besonders in Norddeutschland allenthalben angepflanzt wird, sondern von echten wilden Reben, die nicht vom Menschen gepflanzt sind, sondern sich noch auf dem Standort befinden, den ihnen die Natur von alters her angewiesen hat. In der Pflanzenkunde war man bisher der Ansicht, daß wirklicher wilder i Wein innerhalb Europas nur noch in Rumänien und im Banat vorkäme. Diese Ansicht wird jetzt von einem Mitarbeiter der „Annales Forrestieres" widerlegt, indem darauf hingewiesen wird, daß in verschiedenen Gegenden Frankreichs die Reben an solchen Stellen wild wachsen, wo der Eingriff eines Menschen als völlig ausgeschlossen gelten kann. Im besonderen gilt dies von den Wäldern in Bearn, die bis an den Fuß der Gebirge heran eine üppige Vegetation zeigen, die ein eigentümliches Bild durch den kraftstrotzenden Wuchs von Schtingpftanzen erhält. Diese hängen in großen Guirlanden von den Zweigen herab, kriechen über den Boden hin, versperren dem die I ausgetretenen Wege meidenden Wanderer den Pfad, ent- I reißen ihm bald den Hut, bald schlingen sie sich um me I Beine---kurz: man könnte sich in die tropisck>en
Urwälder versetzt glauben. Diese Schlinggewächse bestehen häufig in Elematis, Geisblatt, DornsträuckMn, oft aber | auch in der wahren, ursprünglichen Rebe, der Urahrw unseres edeln Weinstocks, vitis vinifera, mit schmalen- I Blättern und kleinbeerigen Trauben. Es ist dieselbe I Pflanze, die unter dem gleichen Himmel dank der Entwickelung durch die Menschenhand einen königlichen Wem I hervorbringt. Jene wilden Reben, die nur in Waldesdickicht wachsen, dessen Ruhe selten von einem anderen I Wesen als von Ebern und wilden Tauben gestört wird, befinden sich meilenweit von aller Kultur entfernt und I können unmöglich ihr Wachstum menschlicher Absicht ver- I danken. Höchstens könnten sie durch Vögel ausgesät und I dann verwildert sein, aber auch das ist nicht wahrschem- I lich. Danach scheint es nahezu gewiß zu sein, daß die
Vorfahren unseres Weinstockes noch jetzt in ursprünglicher Urwüchsigkeit auch im westlichen Europa zu finden sind.
Gerichtssaal.
Frankfurt, 20. Oktober. Die Beweisaufnahme in der gestern begonnenen Schwurgerichts-Verhandlung gegen die Niederräder Wirth und Genoßen wurde erst heute vormittag geschloßen. Staatsanwaltschaftsrat Schulte führte aus, systematisch sei mit großem Raffinement eine Anzahl Ueberfälle gegen Paßanten im Walde inszeniert worden. Männer und Weiber wurden angehalten, mißhandelt, verletzt, beraubt und die Mädchen vergewaltigt. Die Seele dieser brutalen Exzeße sei der Hauptangeklagte Wirth, der sich bei solcher Gelegenheit für einen Försterssohn auszugeben pflegte. Alles wickelte sich im Dunkel deS Waldes ab, wobei die Mitangeklagten Hilfe geleistet hätten. Der Staats»« anwalt erklärte: Es würde ein Jammer fein, wenn Wirth, der schott einige Male wegen solcher Unthaten angeklagt war, auch diesmal am Zuchthaus vorbeikomme. Von mildernden Umständen könne bei einem solchen „Scheusal" nicht die Rede sein. Um 12>/a Uhr ziehen sich die Geschworenen zurück, nach einer Stunde wird das Verdikt verkündet. ES lautet gegen Wirth auf schuldig ohne mildernde Umstände, gegen die anderen auf nichtschuldig. Der Strafantrag geht auf das höchste Strafmaß: 15 Jahr Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust. Das Urteil lautet gegen Wirth auf 11 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust; die drei anderen werden freigesprochen
Nachpiittagen und auf vorherige Bestellung im Klub- I Haus anwesend fein.
Büdingen, 22. Oktober. Am Samstag vereinigte I sich der Hauptausschuß für die I u b e l s e i e r d e s G Y m- I nasiums mit den von den Emzelausschüssen zugewähl- I ten Herren in einer größeren Versammlung, in der über I die Zeit des Festes, den FestplaH und eine vorläufige Fest- I ordnuug beraten werden sollte. Em Beschluß über den I Zeitpunkt konnte und sollte noch nicht gefaßt werden, da I die Frage noch keineswes spruchreif ist, vielmehr dem für Anfang Juni sprechenden Grunde gewichtigere für Anfang August sprechende giegenüberstehen. Bezüglich der Platzfrage fand der Vorschlag, die Wiese am Salinenhofe, aus der dann eine besondere Halle errichtet werden müßte, als Festplatz in Aussicht zu nehmen, nach längerer Debatte allgemeine Zustimmung. Die geplante Festordnung verspricht — von der eigentlichen Sck)ulfeier abgesehen — innerhalb mehrerer Tage: Fackelzug und Begrüßungsabend, Festessen, Festkommers, Ausflug nach Tiergarten, Ball, für die Unermüdlichen am letzten Tage Ausfluge in die Umgegend. Der Hauptausschuß wird später, weun die Einzelheiten in den Ausschüssen beraten smd, end- giltige Entscheidung treffen. Eine nod), Schluß der Versammlung gegebene Anregung, einen Festzug historischen Charakters, für den vielleicht die hiesigen Vereine interessiert werden könnten, zn veranstalten, konnte noch nicht zur Besprechung kommen.
Büdingen, 22. Oktober. In der am Samstag stattgefundenen Generalversammlung des hiesigen Gewerbevereins, zu welcher auch die Inhaber von Ladengeschäften eingeladen, aber gerade nicht sehr zahlreich erschienen waren, wurde über die Festsetzung der 40 Ausnahmetaae, an denen die Kaufläden bis 10 Uhr offen gehalten werden dürfen, beraten und beschlossen, Großh. Bürgermeisterei, als der Ortspolizeibehörde, die diese Tage festzusetzen hat, folgende mit 10 Uhr-Ladenschluß vorzuschlagen: die sechD Tage vor Ostern, vier Tage vor Pfingsten, vierzehn Samstage, von Mitte Juni aufangend, zwei Tage vor Schottener Sommermarkt, Sommermarkt- Montag und -Dienstag, zehn Tage vor Weihnachten und zwei Tage vor Neujahr.
Held en bergen, 21. Oktober. Gestern früh um fünf Uhr brach in dem nahegelegenen Schlosse Naumburg Großfeuer aus, das die Gebäude zum Teil in Asche legte. Der Brand war weithin zu sehen, da das Schloß auf einer Anhöhe liegt. Das Schloß ist Eigentum des Herrn, von Klinker.
Diez, 21. Oktober. Infolge der hohen Kohlenpreye versorgt die hiesige Eisenbahnverwaltung ihre Angestellten und Arbeiter mit KohlenzuEinkaufsp reise u. Aiich die Firmen. Gebr. Schaefer hier und die Gebr. Brötz in Limburg versorgen gegenwärtig ihre Arbeiter in Freiendiez mit Kohlen, sodaß sich der Zentner dem Vernehmen nach zwischen 80—90 Pfg. stellt. Das ist eine große Wohl- that für den kleinen Mann, da in der Stadt die Kohlen zu 1,40 Mark per Zentner verkauft werden.
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