Ausgabe 
24.8.1900 Zweites Blatt
 
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Vermischtes.

Zum Konitzer Mord.' DasKonitzer Tageblatt" bringt die Mitteilung, dieser Tage sei das Gutachten deS Geheimrats- Prof. Dr. Mittenzweig über den Leichen- befund Winters bei der Staatsanwaltschaft eingelaufen. Dem genannten antisemitischen Blatt zufolge, äußert sich der bekannte Gelehrte dahin, daß der unglückliche Ernst Winter bis gegen 7 Uhr abends ganz gut noch gelebt haben könne. Es sei anzunehmen, daß W., auf einem Stuhle sitzend, von hinten ergriffen und ihm em Knebel m den Mund geschoben wurde, worauf er, fast erstickt (bewußt­los), zwei Schnitte in den Hals erhielt, den einen von links, den andern von rechts. Cs wird dies daraus aefolaert, weil an der vorderen Halsparthie noch ein Stückchen Haut und Fleisch wie ein Zäpfchen herunter- bina was bei einem Schnitt von nur einer Seite nicht möglich gewesen wäre. Die Möglichkeit, daß W. noch bis 7 Uhr abends gelebt haben könne, wird damit be­gründet, daß sich durch die in der Speiseröhre W. vorge­fundenen Speisereste der Zeitpunkt der Ermordung durchaus nicht so genau feststellen lasse weil die Dauer des Der- dauungsprozeffes bei den einzelnen Menschen verschieden ist. Dieses Gutachten des Prof. Mittenzweig lehrt, daß Ernst Winter unmöglich durch einen Schächtschnitt getötet sein kann. Zwei Schnitte, bei denen noch das Herunter- hängen vonZäpfchen" vorkommt, dürfen, wie dieFrist. Ztg." bemerkt, beim Schächten nicht gemacht werden.

Das Kriegshau» des Grafen Waldersee wird ganz aus Asbest bestehen, der feuersicher ist, gegen Hitze und Kälte isoliert, allen WitterungSeinflüffen widersteht und sich durch leichtes Gewicht auszeichnet. Das Asbesthaus

Visionen vorbereitet wird. Ferner geht das Gerücht, daß der Ministerrat beschlossen habe, den, in Nauheim roev lenden Fürsten Ferdinand schleunigste Heim­kehr anzuempfehlen. Das rumänische General-Kon­sulat in Sofia wird seit einigen Tagen von einem ver stärkten Polizeiaufgebot bewacht.

Kapstadt, 22. August. Bei Erstattung des Be­richtes über das Etatsjahr erklärte der Fchay- minister, der Wert der im vergangenen Jahre ausgeführ- ten Produkte sei um 1,176,000 Lst. niedriger als im Jahre 1898. Der Wert derDiamanten-Aus f u h r sei um 1,579,000 zurückgegangen. Dafür zeige die Ausfuhr neuer Produkte eine Zunahme von 834,000 Lst. Dank der von vornherein geübten Sparsamkeit ermäßige sich das Defizit von ursprünglich 333,000 auf 69,000 Lst. Für das laufende Jahr rechne man auf einen Ueberschuß von 27,000 Lst. i ,

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 23. August 1900.

Mit der Regelung des Submisfiouswesens wird sich nach dem Dorgange der bayerischen Handwerkerkammer auch die hessische in einer ihrer nächsten Tagungen zu beschäf­tigen haben. Nach einem Bericht derDarmst. Ztg." hat auf eine Anregung des Landtagsabgeordneten Schubert hin der Gewerbeverein Beerfelden zwei dahinzielende An­

träge an die Handwerkskammer gelangen lassen. Sie be­zwecken, dem Kleingewerbe die Mitwirkung an den in Aus­sicht genommenen Bauten und gewerblichen Unternehmungen zu ermöglichen, und lauten:1. Die Handwerkerkammer wird dringend gebeten, dahin zu wirken, daß die Sub- misfionssormulare und daS ganze SubmissionSversahren in Zukunft so gestaltet werden, daß daS Kleingewerbe mehr Berücksichtigung findet. Die Voranschläge sollen spezifiziert auSgearbeitet und die Einsichtnahme den Handwerkern er­möglicht werden, damit diese frühzeitig genug die detail­lierten Voranschläge, Bedingungen u. s. w. kennen lernen, ihre Submissionseingaben dementsprechend gestalten können und daS Generalunternehmen nicht aus Kosten deS Klein- handwerks gefördert wird. 2. Die Handwerkerkammer möge anstreben, daß die Stein-Industrie im Odenwald und hessischen Neckarthal durch die hessischen Baubehörden mehr berücksichtigt wird. Die Pfälzer Industrie, die wenn auch unabsichtlich von hessischen Baubehörden begünstigt wird, müßt- von der Konkurrenz bei hessischen Bauten auS- gkschloffen werden."

** Perfonaluachrichten. Der Steuerkommissariatsasfistent bei dem Steuerkommissariat Darmstadt I Regierungsassessor Otto Müller wurde zum Steuerkommiffär des ©teuer» kommiffariais Butzbach, der Regierungsassessor Hermann May aus Altenstadt zum Steuerkommissariatsassistenten des Steuerkommissariats Worms, der Regierungsaffeffor Jakob Breitwieser aus Schaafheim zum Steuerkontrolleur, der StationSasststent bei der Main Neckar-Eisenbahn Georg Lorenz zum Vorsteher der Güterabfertigung Darmstadt dieser Bahn, der Stationsassistent bei der Main-Neckar- Eisenbahn Stationsvorsteher Ludwig Lauter zum Stations­vorsteher der Station Langen dieser Bahn, der Stations- assisteyt bei der Main Neckar-Eisenbahn Philipp Poth zum Stationsassistenten bei den Hessischen Staatseisenbahnen, der Expeditionsgehilfe Philipp Michel aus Darmstadt, der Stationsgehilfe August Kern aus Schönberg, sowie der Expeditionsgehilfe Ludwig AntheS aus Zwingenberg zu Stationsassistenten bei der Main-Neckar-Eisenbahn

ernannt.

* Die höchste Auszeichnung der Pariser Weltausstellung, den Grand Prix, erhielten die durch die Firma M. Rosen­thal hier vertretenen Firmen Rudolf Sack in Leipzig» Plagwitz, Fabrik von Acker-Geräten und Maschinen, und «driance Glatt u. Co. in Newyork, Fabrik von Gras­

mähern, Getreidemähern rc.

--- Lollar, 21. August. Am verflossenen SamStag wurde, wie schon kurz erwähnt, von der Direktion des hiesigen Hüttenwerkes den Arbeitern und deren Angehörigen ein Gartenfest auf der Badenburg gegeben. Gegen halb 4 Uhr nachmittags bewegte sich ein wohl 2000 Per­sonen zählender Festzug unter Borantritt einer Musikkapelle durch den Ort nach der Badeuburg, wo Direktor Sterne cke eine kernige Ansprache hielt. Hierauf wurden für die Kinder Jugendspiele arrangiert, während die Erwachsenen sich dem Tanze Hingaben. Bei Eintritt der Dunkelheit wurde der Festplatz durch einige Hundert Lampions und bengalische Flammen beleuchtet und kurz nach 10 Uhr in einem geschloffenen Zuge der Rückmarsch angetreten. ViS zum Schluffe herrschte eine gehobene Stimmung. DaS schöne Fest legte Zeugnis ab von dem guten Einvernehmen, das zwischen der Direktion und ihren Untergebenen besteht

Darmstadt, 23. August. Ueber den gestrigen Un- gl ü ck s f a l l wird noch folgendes mitgeteilt: Behufs Ein­legung der Rohrstücke wurde ein ungefähr ein Meter breiter und zwei Meter tiefer Erdeinschnitt vorgenommen und die ausgehobene Erde links und rechts vom Graben auf­geschüttet. Das zur Anlegung der Straße erforderliche Niederlegen eines Teiles von der Baumannschen Wirtschaft und der angrenzenden Häuser ist noch nicht erfolgt, sodaß der ausgehobenc Sand ungefähr 89 Meter an den Mauern ausgeschüttet und durch Bretter am Rutschen ge­hindert wurde. Als um einviertel 8 Uhr die Rohrleger, um nicht in ihrer Arbeit gehindert zu sein, ein Brett noch unten einfügen und festsprießcn wollten, erfolgte, wahr­scheinlich durch die damit bedingte Erschütterung, ein Zu­sammenrutsch, wobei vier Grundarbeiter teils ganz teils bis an die Brust verschüttet wurden ^übrigen dabei beschäftigten Arbeiter konnten sich durch springen retten. Zwei Grundarbeiter büßten durch die vollftandige Verschüttung und namentlich durch den Zufammenrulfch der aufgestellten Bretter ihr Leben ein, während die beiden anderen nur Quetschungen und Hautschürsungen davon trugen und nur bis an die Brust verschüttet wurden. L-i< beiden geretteten Arbeiter heißen Poth und >^uthmann. Mittags 2 Uhr fand die gerichtliche kommissarische Unter

suchung an Ort und Stelle statt. Beide Leichen wurden sofort nach dem Leichenhausc verbracht. Die in der Nähe arbeitenden Maurer des Bauunternehmers Hop haben sich durch rasches energisches Eingreifen und angestrengte Thä- tigkcit bei den Retttingsarbeiten sehr verdient gemacht und weitere Nachrutschungen verhütet.

Worms, 22. August. Dem- Wormser Altertumsverein ist derW. Ztg." zufolge abermals ein großer Wurf ge­lungen, nämlich die Entdeckung eines Grabfeldes der ausgehenden Stein und beginnenden Metallzeit, wel­ches sich reitlich als die direkte Fortsetzung der Steinzeit­gräberfelder auf der Wormser Rheingewann und von Rhein-Dürkheim erweist, hinsichtlich seiner Bestattungsart und der Beigaben sich jeooch schon wesentlich von diesen reinen Steinzeitgräbern Unterscheidet. Es liegt auf dem sogenannten Adlerberg, südlich der Stadt an der nach Frankenthal ziehenden Landstraße, nur wenige Meter von der baierischen Grenze entfernt. Die Skelette, von denen bis jetzt über ein halbes Dutzend blosgelegt wurden, sind alle in hockender Lage beigesetzt, und es sind die sämtlichen Knochen und namentlich die Schädel noch in tadelloser Weise erhalten. Mehrere Skelette sind bereits in toto samt der ihnen anhaftenden Erde sorgfältig erhoben und ins Paulusmuseum verbracht worden, wo sie demnächst aus­gestellt, einen Hauptanziehungspunkt der Sammlung bilden werden. Auch die kleinen Kinder wurden, wie sich bei zwei Skeletten zeigt, in hockender Lage im Grabe beigesetzt. Als Beigaben dieser Gräber fanden sich bis jetzt Gefäße aus Thon, durchbohrte Anhänger, Perlen und Nadeln aus Knochen, Fcuersteinmesser, Aexte aus Hirschhorn und ein Dolch aus Kupfer von triangulärer Form. Namentlich dieser letztere Fund ist wichtig für die Altersbestimmung des Grabfeldes. Darnach ist dasselbe mindesttns um die Mitte des dritten Jahrtausends vor Christus zu setzen. Die Ausgrabung, die noch vieles erhoffen läßt, wird fortgesetzt.

Wetzlar, 22. August. Auf dem heutigen Bullen­markt waren etwa 100 Bullen angetrieben. Unter den Tieren, welche bei der mit dem Markte verbundenen Prämiierung mitkonkurrierten, befand sich sehr viel schönes Vieh, so daß die Preisrichter in der Lage waren, sämtliche vorgesehenen Prämien zur Ausgabe bringen zu können. Bei der Prämiierung trugen die Gemeinden der Bürger- tneiftereien Rechtenbach und Atzbach-Launsbach, welche in der Zucht des Vogelsberger Viehes noch immer an der Spitze marschieren, den Löwenanteil davon. Nachstehend lassen wir das Ergebnis der Prämmiierung folgen: 1. Preis: Johs. Müller. Lützellinden, 25 Mk. 2. Preis: Antön Schäfer, Hörnsheim, 20 Mk. 3. Preis: Johannes Lenz H., Lützellinden, Philipp DebuS, LauuSbach, je 15 Mk. 4. Preis: Ludwig Schäfer, Lützellinden, Anton Ohly III., Hörnsheim, Ludwig Zörb, Lützellinden, je 12 Mk. 5. Preis: Philipp Jung, Hochelheim, Georg Bepler, Kinzenbach, Konrad Schmidt, Reiskirchen, Wilhelm Bechlhold, LaunSbach, Fr. Kühn, Steindorf, je 10 Mk. 6. Preis: Johs. Müller IV., Hörnsheim, Georg Michel, Hörnsheim, Karl Jung III., Hochelheim, Lehrer Müller, Hörnsheim, Anton Bepler, Hörnsheim, Peter Ulm, Vollnkirchen, je 8 Mk. 7. Preis: Johs. Möglich, Weidenhausen, Hch. Will, Krofdorf, Georg Michel, Hörnsheim, Wilh. Schieferstein, Launsbach, Karl Bechthold, Launsbach, Johs. Matt, Hörnsheim, Gg. Geier, Atzbach, je 5 Mk.

Fulda, 22. August. An der gestern hier begonnenen Konferenz des preußischen Episkopates nehmen vierzehn Bischöfe teil. Der Fürstbischof von Bres­lau, Kardinal Kopp, der bei den Verhandlungen den Vor­sitz führt, war bereits einen Tag früher eingetroffen, um einer Einladung der Landgräfin von Hessen auf Schloß Adolfseck bei Fulda Folge zu leisten. Die Bischöfe von Hildesheim und Mainz sind wegen hohen Alters bezw. Rekonvaleszenz verhindert, der Konferenz beizuwohnen. Die feierliche Eröffnungsandacht fand gestern Vormittag in der Krypta des hl. Bonifazius statt. Der' Sängerchor des bischöflichen Kmabenkonvikts sang verschiedene mehr­stimmige Lieder. Der Feier wohnte außer einer großen Menge Volkes auch die Landgräfin von Hessen bei. Gleiche darauf begannen in einem Saale des Prieiterseminars die Beratungen, die wie immer geheim gehalten werden. Fast alle Bischöfe haben in den Räumen des Priester-Se­minars Wohnung genommen; nur zwei sind im bischöf­lichen Palais und einer in der Domdeck)anei abgestiegen. Die Konferenz ging heute nachmittag zu Ende.

des Generalseldmarschall wird sieben große, bequem aus- gestattete Räume und neben Audienz- und Arbeitszimmer, Schlaf- unö Baderäumen für den Grafen und seine Ad­jutanten auch Gelasse für die Dienerschaft enthalten. Da« HauS wird transportabel konstruiert und kann auseinander» genommen und an einem anderen Ort wieder aufgestellt werden.

* Unfälle in den Bergen. Im Schwendliberg (im uzernischen Entlebuch) stürzte ein junger Mann namens Klönne au« Köln ab. Er war zwei Stunden bewußtlos und erhielt arge Quetschungen an Kopf, Hand und Fuß. Die Aerzte hoffen, ihn zu retten. Im Paznaunthal Tirol) verunglückte gestern auf einer Radfahrpartie bet ßtud. theol. Andreas Walch aus Wernfeld in Unterfranlen. Er stürzte in die Trisanna und ertrank.

Universität und Hochschule.

Wie verlautet, wird Prinz Max von Sachsen die Berufung alS Professor für kanonisches Recht an die Dominikanerschule Frei­burg L d. Schweiz annehmen. Dr. Richard M. Meyer der be­kannte LÜterarh storiker, Privatdozent an der Berliner Universität, wurde um a.-o. Pro efsor an der Berliner Hochschule ernannt. Dr. Meyer st ein Schüler Wilhelm Scherers und hat u. a. nach dem Tode seines LehrerS auch dessen Poetik herausgegeben. Das Professorenkollegium der deutschen juridischen Fakultät in Prag hat beschlossen, den a.-o. Professor deS Bergrechtes Dr. Otto Frankl zum ordentlichen Professor vor zusch lagen.______

Arbeiterbewegung.

Berlin, 22. August. Auch die Rollkutscher und Spedttionü arb eiter drohen in einen AuSstand einzutreten, wennchre Forderungen, Verkürzung der Arbeitszeit und Aufbesserung der Löhne, nicht be­willigt werden.

Berlin, 22. August. Die ausständigen Kohlenarbei ter be» atzten sich gestern abend in einer Versammlung mit der augenblicklichen Sachlage. Es wurde konstatiert, daß eine allgemeine Arbeitseinstellung bei weitem nicht erfolgt sei. Die Lohnkommission beantragte eine Ab» chwächung der ursprünglichen Forderungen. Ueber diesen Vorschlag ent» pann sich eine erregte Debatte: doch gelangte er schließlich zur Annahme.

Paris, 22. August. Der Versuch, den Droschkenkutscher­ausstand zu beendigen, ist mißlungen; nur 250 Kutscher sind heute ausgefahren.

vordeaur, 22. August. Den: Marineminister ist es gelungen, den Ausstand der Hafenarbeiter beizulegen.

Dünkirchen, 22. August. Sämtliche Maurer, Erd- und Holzarbeiter sind ausständig. Die Streikenden haben heute früh die Besatzung eines englischen Dampfers angegriffen. Der englische Konsul mutzte intervenieren.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Hamburg, 22. August. Der Mitinhaber der weltbekannter Rheder-Firma F. Laeiß, Karl Ferdinanz Laeiß, ist heute im Alter von 47 Jahren gestorben.___

Familien Nachrichten.

Gestorben: Herr Friedrich Geisel in Frankfurt a. M.__________

Eingesandt.

(ftür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 21. August 1900.

Seit einigen Monaten werden di« Bewohner der Ludwigstratze vom LudwigSplatz dis zur Aula und die der BiSmarckstratze von der Löber» bis zur Stiphanstraße fast jede Nacht durch daS klägliche Geheul oder fürchterliche Gebell eines MetzgerhundeS im Schlafe gestört. Ich glaube im Inter,sie jedes Einzelnen zu handeln, wenn ich auf diesem Wege erst anfrage, ob diesem Uebel nicht auf die eine oder andere Weise abgeholfrn werden kann.

sEiner für Viele.

Keneste Weldungen.

Wilhelmshaven, 23. August. DaS zum Uebungßge» schwader gehörige Torpedoboot 8. 65 erlitt Havarie durch einen Kolbenbruch und wurde durch daS Torpedoboot 8. 61 eingeschleppt.

Leipzig, 23. August. Wie zuverlässig verlautet, ist von der beabsichtigten Teilnahme sämtlicher deutscher BundeSsürsten an der am 18. Oktober stattfindenden Grundsteinlegung zum Völkerschlacht-Denkmal Ab­stand genommen worden. Der Grundsteinlegung werden voraussichtlich Kaiser Wilhelm und König Albert bei» wohnen. A .

Wien, 23. August. In einem Interview erklärte der hiesige bulgarische Geschäftsträger, daß der Konflikt zwischen Bulgarien und Rumänien bereits als beigelegt betrachtet werden könne. Die letzten loyalen Erklärungen der bulgarischen Regierung hätten die erhitzten Gemüter der Rumänen beruhigt und in wenigen Tagen würden die alten normalen Verhältnisse zwischen beiden Staaten wiederhergestellt sein.

Budapest, 23. August. Die Fiumer Polizei ver­haftete drei von den Anconaer Behörden als gefährliche Anarchisten bezeichnete Individuen. Sie wurden zur Auslieferung an die italienischen Behörden nach Ancona geschafft.

London, 23. August.Daily Mail" berichtet aus Toulon, daß die großen militärischen Vorbereit­ungen, die Frankreich in dem Arsenal von Toulon trifft, Bezug aus eine demnächst vorzunehmende energische Aktion an der marokkanisch-algerischen Grenze haben.

London, 23. August. Die Ernennung des Herzogs von Jork zum Kontre-Admiral in der britischen Marine soll demnächst erfolgen. Der Herzog wird seine erste Reise als Kontre-Admiral an Bord der in Bau be­griffenen neuen Aacht Portsmouth nach Halifax unter­nehmen.

Woolwich, 23. August. Eine Feuersbrunst zer­störte gestern eine Anzahl Nebengebäude des hiesigen Zeug­hauses. Eine große Menge Vorräte aller Art wurde ein Raub der Flammen. Der Schaden beläuft sich auf mehrere taufend Pfund Sterling.