der Angelegenheit ist bei der Ungunst der Verhältnisse, insbesondere der in vieler Beziehung unzureichenden Lagerräume des hiesigen Haupt-SteueramtS vorerst nicht zu erwarten.
Ende des Jahres 1898 trat die belgische Regierung mit einem Gesetzentwurf über das bei den nach dem Werte zu verzollenden Waren zu beachtende Verfahren hervor. Gegen diesen Gesetzentwurf wandten wir uns mit folgender Eingabe an das Großh. Ministerium deS Innern: „ _ , , . „
Die in drr Wahrnehmung drr diesseitigen HandelSi.iteressm besonders rührige „Deutsche Handeltkammer in Brüssel" macht die deutschen Schwesterkammern in einem Rundschreiben daraus aufmerksam, daß am 29. November a. c eine den deutschen Export nach jenem Lande schwer bedrohende Zollnovelle seitens deS belgischen Handelsmintsters der Kammer zur Genehmigung vorgelegt worden sei. Wie aus Artikel 1 der Vorlage, welche wir hoher Staatsbehörde überreichen, hervorgeht, soll für die Verzollung künftig nicht mehr wie bisher der Faktura-Betrag maßgebend sein, sondern der Wert der zu tarifirrenden Ware bezüglich der Verpackungs', Transport-, Vrrsicherungs- und Vrrkaufsspeßn bis zum Elnfuhrorte bemessen werden. Besonders bedroht erscheinen durch diese Maßregel die nachstehendrn deutschen Industrie,Erzeugnisse wegen der auf ihnen ruhenden hoben belgischen Wertzölle: Konftktions-Jndustrie 10-20 Prozent, Metallindustrie 10-15 Prozent, Portefeuille- Industrie 15 Prozent. Dies unerhörte Vorgehen der belgischen Regierung wird ohne Zweifel dem gemeinsamen Einspruch der auf illoyale Weite in ihren Handelstnteressen geschädigten Vertragsstaaten begegnen. Die unterfertigte Handelskammer gestattet sich demgemäß da« ehrerbietigste Ersuchen zu stellen: „Hohes Ministerium wolle In geeigneter Weise eine beschleunigte Intervention seitens der deutschen Rekchsregierung befürwarten."
Großh. Ministerium teilte uns daraufhin mtt, daß es das Großh. Staatsministeaium um Einleitung der nötigen Schritte bei der Reichsregierung ersucht habe.
Im Interesse eines bedeutenden Industriezweiges unserer Stadt schlossen wir uns einer Bewegung an, welche eine richtigere und bessere Klassifizierung und Zollbehandlung'von Heizkörpern, insbesondere von sog. Radiatoren und Economisern anstreben.
Durch das russische Gewerbesteuergesetz vom 8. Juni 1898 und dessen AussührungSbestimmungen sind die Geschästsreifenden des Auslandes, und damit sonderlich Deutschland, mit einer ungemein hohen Steuer belegt worden. Mit Rücksicht aus die darin liegende tatsächliche Erschwerung des deutschen Exports nach Rußland unterstützten wir eine Eingabe der Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen an den Reichskanzler mit der Bitte, dahin wirken zu wollen, daß die russische Negierung Beseitigung oder doch wenigstens Milderung der durch die genannten AussührungSbestimmungen bedingten Härten eintreten lasse.
Dem Wunsche unserer Weinhändler entsprechend unterstützten wir Bestrebungen, welche die Herbeiführung von Zollerleichterungen für Mustersendungen von Weinen in Probefläschchen aus dem Auslande in Deutschland bezweckten.
von Cambridge von Bad-Homburg zum Besuch nach hier, nahm mit einigen Bekannten Lunch im Kaiserhof ein, besichtigte die Quellen, hauptsächlich den neuen Sprudel, und verweilte dann längere Zeit aus der Terrasse.
x x Nidda, 21. August. Der Veteranenverein Nidda und Umgegend beging am 19. d. MtS. im „Garn- brinuS" das 30jährige Gedenkfest der Schlacht bei Gravelotte in Verbindung mit seiner Jahresversammlung. Die Kameraden, mit Orden und Ehrenzeichen geschmückt, waren zahlreich erschienen. Sie wurden von dem Vorsitzenden, Herrn Vetzberger hier, herzlichst begrüßt, der des wichtigen Ereignisses des Tages gedachte, den Geschiedenen ehrende Worte widmete und die Versammlung zu einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog aus- sorderte, in das Alle begeistert einstimmten. Auf eine Huldigungsdepesche an den Landesfürsten kam folgende Antwort zurück:
S.K. Hoheit der Großherzog danken bestens für HuldigungS- gruß der zur Gedächtnisfeier für Gravelotte verfammeltrn Veteranen.
gez Oberst o. Grancy."
Die Tagesordnung der Versammlung wurde rasch erledigt, der Gesamtvorstand wiedergewählt, und als dritter Vorsitzender Schneidmühlenbesitzer Ruppel zu Unter- Schmitten bestimmt. Die im abgelausenen Jahre gezahlten Sterbegelder betrugen 120 Mk., das Vermögen ist um 200 Mk. gewachsen. An aktiven Mitgliedern zählt der Verein 128, an passiven 68. Nach Schluß der Versammlung wurden die Veteranen von der Feuerwehrkapelle nach dem Garten des „KarlShofs" geleitet, wo unter reger Beteiligung der Bürgerschaft Konzert und besondere Feier abgehalten wurde.
-k- Schotten, 22. August. Wie alljährlich, so werden auch in diesem Jahre die Bezirks-Lehrervereine Gedern, Nidda und Schotten am 25. August (Ludwigstag) eine Familienkonferenz im Lehrerheim abhalten. Lehrer Storch in Butzbach, der auch als Dichter seit Jahren in weiteren Kreisen vorteilhaft bekannt ist, hat einen Vortrag zugesagt über: „Aus Deutschlands großer Zeit im Gewände eigner Dichtungen." Im Hinblick aus den interessanten Vortrag und im Hinweis aus die Thatsache, daß sich die LudwigstagS-Konserenz bereits großer Beliebtheit erfreut, sieht man auch in diesem Jahre einer zahlreichen Beteiligung zuversichtlich entgegen.
x Walleruhausen, 21. August. Am Sonntag nachmittag feierte der Niddaer Zweigverein der Gustav Adols-Stiftung bei uns sein Jahresfest. Der Gottesdienst, in dem Pfarrer Hofmeyer von Nieder- Erlenbach predigte, war sehr gut besucht. Die Begrüßung der Erschienenen sprach der Präsident des Zweigvereins, Dekan Hofmeyer-Nidda. AuS dem Jahresbericht des Sekretärs, Pfarrers Clotz-Wallernhausen ergab sich ein stetes, gedeihliches Fortschreiten des Vereins. Auch der in Nidda bestehende Frauenverein konnte 100 Mk. an in- und ausländische Gemeinden geben. An den Gottesdienst reihte sich im Walter'schen Saale eine Nachversammlung, in der u. a. Pfarrer Brill-Obe^Widdersheim und Pfarrer Wolf- Ranstadt — letzterer über die „Los von Rom"-Bewegung — sprach. Die Kollekte ergab 41 Mk.
△ Kaulstoß, 22. August. Die Erwartungen, die man bei dem diesjährigen herrlichen Knospenansatz und der daraus folgenden herrlichen Blütenpracht auf einen reichen Obstertrag zu setzen berechtigt war, wurden für das Kernobst durch die Frostnacht vom 19. zum 20. Mai zu nichts gemacht. Haben auch einige Höhenlagen einen reichlicheren Obstertrag an Aepfeln und Birnen auszuweisen, so ist die Ernte für Oberhessen doch eine spärliche zu nennen. Nicht minder vielverheißend stand die Zwetschen- und Kirschenernte in Aussicht. Die Zwetschen, besonders die an Waldrändern stehenden, hatten sich schon recht schön entwickelt, als sie vor etwa 14 Tagen ganz rapid zur Erde fielen. Ein kleiner Feind ist die Ursache. Sämtliche zu Boden gefallenen Früchte zeigen mit Kot verstopfte Bohrlöcher, wie man solche öfters bei Aepfeln findet. In den Zwetschen wohnt eine 20füßige, rötlich-weiße Larve der Pflaumensäge- wespe (Hoplocampa fulvicornis). Die Larve frißt den jungen Kern aus, verläßt die Frucht, um sich wieder in andere Früchte einzubohren und sich dann später in der Erde
„An wen?"
„Kann leider nicht dienen; aber Herr Studiosus Will hat es für einen Freund, der erst mit dem Ersten des nächsten Monats spät abends hierherkommt, gemietet". Ta zuckte plötzlich ein Geistesblitz durch des Studiosen Bummel sonst nicht allzu rasch arbeitendes Hirn. Auch! ihm war es nämlich aus naheliegenden Gründen höchst fatal, ausziehen zu müssen. Welcher Triumph Süffel gegenüber, wenn er wohnen bleiben könnte! „Wie wär's Herr Maier, wenn Sie mir nun das bisherige Zimmer Süffels überließen?" fragte er. Maier machte Umstände. Ein Mann von seinen Grundsätzen! Was würde Herr Süffel dazu sagen? So billig wie bisher könne er überhaupt die Zimmer nicht mehr geben. Auch für das andere bekomme er nun drei Mark monatlich mehr. Bummel aber läßt nicht locker und noch, kaum zehn Minuten hat er alle Grundsätze deS ehrlichen Herrn Maier mit vier Mark monatlicher Steigerung über den Haufen geworfen.
Der Tag des Umzuges war gekommen. Bummel hatte schon früh sein Zimmer geräumt und seinen gepackten Koffer auf den Gang stellen lassen. Er that dies Herrn Maier zu liebe, denn eü sollte aussehen, als ob er nicht in das Nebenzimmer, sondern in ein ganz anderes abgelegenes Logis umziehe. Süffel beobachtete ihn mit vergnügtem Schmunzeln; dann packte auch er seine Siebenfachen — viel war's nicht und bat Herrn Maier, dieselben ihm einstweilen aufzubewahren. Tann trollte der Schelm nach Uebergabe seiner Schlüssel und nach bewegtem Abschied scheinbar betrübt von dannen. Kurz darauf forderte ein kleiner Bursch im Namen des Herrn Studenten Will die Schlüssel für den neuen Mieter.
An diesem Tage sakm Bummel verhältnismäßig früh
Aus Stadt und Kand.
Gießen, den 23. August 1900.
-ft Lich, 23. August. Auch in diesem Jahre soll das aus dem Sedansest hervorgegangene Jugend fest auf der Haardt gefeiert werden und zwar in Anlehnung an die 30jährige Wiederkehr des Tages von Sedan am Sonntag, dem 2. September. Die vier oberen Knaben- und Mädchenklassen werden Preisspiele aussühren; sämtliche Schüler der Kleinkinder- und Volksschule erhalten Bretzeln. Die Kosten des Festes, die früher durch freiwillige Beiträge gedeckt wurden, hat die Stadtverwaltung übernommen.
BadNauheim, 22. August. Fürst Ferdinand von Bulgarien hat dem Großh. Bademeister Kissel hier das Ritterkreuz des Bulgarischen Zivilverdienstordens und dem Badewärter Heinrich Langsdorf III. die Verdienstmedaille mit der Krone verliehen. Die genannten Auszeichnungen wurden den beiden Herren heute vormittag persönlich von dem Fürsten ausg händigt. Schutzmann Klinkerfuß erhielt das Verdienstkreuz des Bulgarischen Hausordens und Schutzmann Ewald die Verdienstmedaille desselben Ordens. Der Fürst reiste heute mittag nach, beendigter Kur wieder nach Sofia zurück. — Gestern kam der Herzog
von seiner Kneipe nach Hause. Seelenvergnügt begab er sich zu Bett; die Freude über den Sieg, den er über seinen Gegner davongetragen, ließ ihn nicht gleich zum Einschlafen kommen. Ta hörte er jemand die Treppe heraufstolpern. „Donnerwetter", dachte er, „wenn ich nicht wüßte, daß Süffel fort ist — das ist ganz sein Schritt". Zum lieber» fluß summte der Neuangekommene während des Auskleidens noch ein Liedchen. „Merkwürdig", dachte Bummel wieder, „das ist ja Süffels Leiblied". Als aber der neue Mieter in der Nacht einmal aufwachte und durch die geschloffene Thüre des Nachbarzimmers ein tiefes Schnarchen vernahm, warf er sich ärgerlich auf die andere Seite und brummte mißmutig vor sich hin: „Zum Henker, der Kerl schnarcht ja auch!"
Am anderen Morgen brachte das Dienstmädc^n den Herren ihren Kaffee. Kaum aber hatte das Mädchen die Stube des ihr noch unbekannten Zimmerherrn betreten, als es auch laut schreiend wieder zum Vorschein kam, gefolgt von dem Unbekannten, der es vergeblich zu beruhigen suchte. Durch den Lärm veranlaßt, öffnete Bummel seine Thüre. Großer Gott, wen mußte er sehen? ^or ihm stand Süffel wie er leibt und lebte. Der erste Schrecken lähmte ihm fast die Glieder. Dann aber warf er voller Zorn mit so lautem Gekrache die Thüre wieder zu, daß das ganze Hans zitterte und ein derber Fluch entrang sich seinen zornigen Lippen. Bis heute über weiß kein Mensch, ob derselbe Süffel oder Maier gegolten hat. Ter Gindruck, den die Erscheinung Bummels auf unfern Süffel machte, war nicht minder schrecklich So muß es dem zu Mute fein, der den Klauen der Schlla entflohen in die Strudel der Eharybdis gerät. Mit den Worten: „Ha der Verräter, der Leisetreter, der schlitzohrige Philister!" eilte er
zu Herrn Maier. Wenige Minuten später stürmte auch Bumtnel hinab. Der rundliche Herr Maier 6efanb sH nie in unangenehmerer, bebrängterer £agfe. WaS nicht ein Mann von seinen Grundsätzen sich alles von den rabiaten jungen Leuten sagen lassen mußte! Und wer weiß^ was geschehen wäre, wenn nicht seine hagere Ehehälfte wie eine dea ex machina plötzlich mit dem Rufe: „Das imie Brautpaar!" den noch ungekämmten Kopf durch die geöffnete Thüre gesteckt und zwei Leute, ein Männlein und ein Weiblein, sinkhie Stube, herein jkömplim'entiert hatte. Den beiden Studios blieb das Wort im Halse fteefen. ‘Senn die glückliche Braut war — ihre Angebetete; „uer Bräutigam ein ehrlicher Spießbürger, schon etwas ältlich zwar^ aber strahlend im Gefühl seiner Würde. Eine kurze, verlegene Pause entstand. Dann ergriff Süffel Bummel beim Arm und sagte halblaut: „Komm, Bummel, wrr md überflüssig!" Hierauf höfliche Verbeugung gegen dav Brautpaar und mit einem freundlichen „Guten Norgen verließen die beiden Feinde Arm in Arm friedlich die Stube di? sie in solcher Wut betreten hatten. „Studenten und Schoten", sagte Maier verblüfft über die plötzliche Wandluna ist ein und dasselbe; die sieben Mark aber monatlich ^sind verdient". Draußen vor der Thüre schlug Suffel wieder den alten, vertraulichen Ton an: „Du bist doch,, nimm mir's nicht übel, Bummel, ein rechtes Kameel ge- — ,Und Du ein enormes Rindvieh", entgegnete Bummel herzlich lachend. Dann gingen beide ihre neu erstandene Freundschaft in einem noch nie dagewesenen wlenncn Frühschoppen zu feiern. Tas letzte verständige Wort das Bummel an diesem Tage noch lallte, war: Schöne blaue Angen hat sie —" worauf Süffel in derselben Tonart wie tröstend entgegnete: „Aber falsche".
zu verpuppen. Im nächsten Frühjahr entschlüpft der Puppe eine kleine, schwarze Wespe mit gelben Beinen. Die Wespe legt an die angeritzten kleinen Zwetschen ihre Eier und der Kreislauf der Zerstörung beginnt von neuem. Als wirksames Gegenmittel erweist sich das Auflesen und Vernichten aller zu Boden gefallenen angebohrten Früchte.
Cassel, 21. August. Heute gegen Abend entleibte sich ein in der Wörthstraße wohnender unverheirateter Uhrmachergehilse, indem er sich mit einem Rasiermesser den Hals durchschnitt; er wurde indessen noch lebend aufgesunden, und durch die Sanitätskolonne nach dem Landkrankenhause gebracht, nachdem ein herbeigerufener Arzt ihm noch einen Notverband angelegt hatte. Indessen trat infolge des starken Blutverlustes, der Tod ein, ehe die Träger mit dem Tragkorbe das Landkrankenhaus erreichten. Wie es heißt, soll der Verletzte unheilbar lungenkrank gewesen sein, sodaß er, der trotz seines Leidens bisher noch immer seine alte arme Mutter unterstützt hatte, derselben nun zur Last gefallen wäre. Da er noch einen jüngeren Bruder hat, der seiner Militärdienstpflicht genügt, hoffte er durch seinen Tod die Reklamation des Bruders vom Militär zu ermöglichen, und der alten Mutter so einen besseren Versorger zu schaffen.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Ziegenhain schlug der Blitz in die mit Erntevorräten angefüllte Scheune des Landwirts Konrad Reiß in Lainsseld ein. Das ganze Gebäude brannte mit den Weizen-, Roggen- und Heuvorräten nieder. — In Hann. Münden fand die Grundsteinlegung zur Pionier-Kaserne in feierlicher Weise statt. — Am Mittwoch geriet der Landwirt Klein- schmidt aus Bannerod im DampfsägewerkBermutshain beim Bauholzabladen unter einen Baumstamm und erlitt einen Beinbruch. — Aus Mainz wird gemeldet: Aus der Nebenbahnstrecke ArnSh eim ist infolge eines Wolkenbruches der Eisenbahndamm gebrochen, so daß der direkte Verkehr eingestellt werden mußte.______________________________
Die Chinesen und die Eisenbahnen.
In einer vom Archiv für Eisenbahnwesen unlängst gebrachten, sehr bemerkenswerten Abhandlung über Eisenbahnbau und Eisenbahnpläne in China verbreitet sich der Verfasser, Dr. Herm. Schumacher zu Berlin, auch über die landläufigen Anschauungen der Chinesen, mit denen sie ihren Widerstand und ihr feindseliges Verhalten gegen die Anlage von Eisenbahnen zu begründen pflegen. Als besonders bezeichnend teilt er den Inhalt einer Denkschrift mit, die ein ft der Sekretär der chinesischen Gesandtschaft zu London, im Gegensätze zu seinem eisenbahnsreundlichen Vorgesetzten, versaßt haben soll. In dieser Falsches und Richtiges, Kluges und Thörichtes grotesk mischenden Zusammenstellung in ihrer eigenartigen, etwas aphoristischen Form heißt es: 1. ES giebt acht Gründe, die gegen den Bau von Eisenbahnen sprechen. 2. Es giebt acht Nachteile, die mit dem Besitze von Eisenbahnen verknüpft sind. 3. Es giebt neun Gefahren, die aus dem Besitze von Eisenbahnen erwachsen. Unter den acht Gründen, die gegen den Bau von Eisenbahnen in China sprechen, figurieren u. a.: „Die Christen wissen nichts daß der Sitz vieler Gottheiten in den Bergen und Thälern ist. Wenn diese Götter durch den Bau von Tunnels beunruhigt werden, wer kann wissen, wie viele Dürren, Heber» schwemmungen und andere Heimsuchungen uns befallen werden? In den Westlandern kann jeder jeden anzeigen, der seine Pflicht in öffentlichen Angelegenheiten verletzt hat. In China können das nur die Vorgesetzten, deshalb giebt es keine Garantie für treue Pflichterfüllung. Im Auslande läßt man es nicht zu, daß arme Leute stehlen; als aber die Wusung-Eisenbahn von den Chinesen angekauft worden war, da waren binnen Monatsfrist die Schienen vorn Bahndamme gestohlen. Fünf Chinesen erfordern mehr Platz als zehn Ausländer, weil sie so viele Habseligkeiten mit sich führen; sogar bei den Soldaten ist das der Fall."
Unter den Nachteilen, die der Besitz von Eisenbahnen mit sich bringt, sind folgende aufgezählt: „Der Befürworter der Eisenbahnen sagt: Das Reisen wird sehr viel bequemer werden als jetzt. Im Westen ist es üblich,, daß die Frauen ihren Männern zu Hause keine Rast gönnen. Sie nötigen sie, mit ihnen von Ort zu Ort zu wandern.


