Ausgabe 
24.4.1900 Erstes Blatt
 
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Festtage als Gäste der E»

sämtliche Veteranen am

mann die Festrede am Denkmal halten wird.

Aus Stadt und Kund.

Ernennungen.

Qttify Wimpfen Wilhelm Krämer wurde zum Öberamts- I bezüglich der geplanten Ausdehnung der Warenhaussteucr rrchter, der Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Mainz, ' ~ - - - -

Daniel Bonin, zum Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms ernannt.

auf Spezialgeschäfte. Die Erörterungen über den vvu btt hessischen Zenlrumspartei beabsichtigten Antrag einer Dvi läge der Warenhaussteucr für Hessen wurde vorgerückter Zeit wegen für eine besondere Konferenz der hessischen eine und interessierten Kreise, die demnächst tn Darmstakt

Petersburg, 22. April. Eine E x p e d i t i on unter Leitung des Eisenbahningenieurs von Goette ist kürzlich aus Beresow (in der Luftlinie 690 Kilometer nördlich von Tobolsk in Sibirien) nach Obdorsk (100 Kilometer oberhalb der Mündung des Ob) abgereist. Die Expedition ist von deutschen Kapitalisten ausgerüstet worden. Die zu er­bauende Bahnlinie wird von Obdorsk nach der Belkowski- Bucht führen, welch ebedeutend vertieft werden soll. In Obdorsk und an der Endstation der Bahn werden Getreide- Elevatoren erbaut. Man erwartet, daß. die Bahn für den sibirischen Getreideexport von größter Bedeutung sein wird.

Moskau, 22. April. Der Zar und die Zaritza erschienen in Begleitung des Großfürsten und der Groß­fürstin Sergius unverhofft nachts 3 Uhr in der von einer zahlreichen Menge angefüllten Uspenski-Kathedrale und wohnten der Feier der Beisetzung des Heilands mitten unter dem Volke bei. Als dem Zaren die geweihte Kerze, die er in der Hand trug, zweimal ausging, steckte er sie wieder an der Kerze eines neben ihm knienden Mannes aus dem Volke an. Hierauf nahmen beide Majestäten mitten im Volke an der Prozession um die Kathedrale teil und be­gaben sich sodann am frühen Morgen nach dem Kreml zurück. Dieser Beweis von Huld des kaiserlichen Paares machte einen tiefen Eindruck auf das Volk.

Algier, 21. April. Ein Mitglieddermarokka^ nischen Regierung reifte in Begleitung von vier Ar­tilleristen nach Deutschland, um die dort von der marokkanischen Regierung in Auftrag gegebenen zwölf Geschütze abzunehmen.__________

stattfindet, zurückgestellt.

* Todesfall. Der Zimmergeselle, der am verflossen» Donnerstag am alten Schloß vom Gerüst herunterfiel, rt am Samstagabend gestorben. Jedenfalls hatte er attf innere Verletzungen davongetragen.

* Omnibusverkehr Gießen - Schiffeubergerwald. Dii günstige Witterung veranlaßte den Vorstand der Omnibul gesellschast, bereits an den Osterfesttagen, sowie am gestriger Sonntag die Sommerwagen nach und von dem Schiff bergerwald verkehren zu lasten. Mit dem Jnkrafttre^ der Eisenbahn-Sommer-Fahrpläne am 1. Mai wird aw ein neuer OmnibuS-Fahrplan erscheinen, der einige Tour:: mehr wie der Winterfahrplan aufzuweisen hat.

G Scharfe Konkurrenz hat es unter den Hrdjitethn unserer Stadt bei dem Entwurf zum Bau eines Spa: kassengebäudes für die JohanneSstraße gegeben. Wr wir erfahren, sind nicht weniger als 12 Kookurrenzprojeltc eingelaufen. Das Preisgericht wird seine Mühe haben, M Beste herauszufinden.

** Eine edle Thal. Der Landwirt Stepk aus Ringe Hausen bei Hungen, besten Familie bereits seit zwei Jab Hunderten als Pächter auf dem Hofgut der Braunfels Fürsten sitzt, war 1888 bei der Neuverpachtung von Ring ' Hausen mit der Pacht auf 14 Mk. pro Morgen statt, K dahin 11 Mk., durch andere Mitbieter getrieben wordc Kürzlich wurde das Hofgut wieder auf 12 Jahre zur Ne- verpachtung ausgeschrieben. Es fanden sich auch Landwin. die durch ein noch höheres Gebot den seitherigen Wir von dem Gute verdrängen wollten. Stepk erklärte, er wol. fich nicht zu Grunde wirtschaften, so leid es ihm auch s er wolle lieber das Hofgut, auf dem er geboren, auigebc. wenn er es nicht um den Preis vor 1888, also für H D pro Morgen, bekommen würde. Die Braunfelser wollt jedoch den Mann nicht von ihrem Gute ziehen lasten, ir verpachteten aufs neue dem Stepk Ringelhausen für 11^ pro Morgen.

Butzbach, 21. April. Herrn Jakob Wendel von Bu bach wurde das Patent als Großh. Geometer 1. Kla?- für den Kreis Gießen erteilt. Beim hiesigen Bataill- fanden heute vormittag die Kompagnie-Besichtigungs statt. Aus diesem Anlaß weilten heute hier: der fomo^ dierende General des 18. Armeekorps v. Lindequist,k- Divis.-Kom. Generalleutnant v. Perbandt sowie der gäbe« und Regimentskommandeur. Heute nachmittag ®J Schießen der besten 16 Schützen aus jeder Kompagnie.

Bad-Nauhei«, 22. April. Vom 1. bis 18. April p 201 Kurgäste hier eingetroffen. Ts werden durchschallt^ täglich 110 Bäder abgegeben. Kreisamtmann v. B e H told hat sein Amt als Vorsteher des hiesigen Polizeiarv angetreten. Oberbergrat Prof. Dr. LepsiuS, der Cv bohrer des neuen Sprudels, wird zur Taufe v neuen Quelle im Auftrage des Ministeriums eine Festsch'll

(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Anhatte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Gießen, 23. April 1900.

** Hoher Besuch. Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen nebst Gefolge passierte gestern früh gegen 8 Uhr mit dem V-Zuge Nr. 76, von Kiel kommend, im Sonderschlafwagen unsere Station, und nahmen hier das vorher telegraphisch bestellte Früh­stück ein.

* Z« den Ruhestand wurde versetzt der Gerichtsvoll­zieher bei dem Amtsgericht Darmstadt II Georg Dieter auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen Dienste.

* Kriegerdenkmal. Der Ausschuß für Errichtung des Kriegerdenkmals hält, wie man uns mitteilt, am Dienstag, nachmittags 6 Uhr, im Sitzungssaale der Bürger­meisterei eine Sitzung ab, in welcher das offizielle Pro- gramm für die Enthüllungsfeier vorgelegt, bezw. genehmigt werden soll. Unter der Leitung des Herrn Franz Bauer haben die vorbereitenden Proben der vereinigten Männer- gesaugvereine bereits stattgefunden, und es werden außer diesen Gesangsvorträgen noch zwei Militärkapellen zur Ver­herrlichung der Feier beitragen. Wir hoffen, in den ersten Tagen unseren Lesern daS offizielle, von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog gutgeheißene Programm mitteilen zu können. Nachstehend bringen wir die Namen derjenigen Herren, welche dem Enthüllungs-Ausschuß beigetreten sind: 1. Ehrenvorsitzende: Geheimerat v. Bechtold, Pro­vinzialdirektor; Oberst v. Dewitz, Regiments-Kommandeur; Gnauth, Oberbürgermeister; Kullmann, Landgerichtspräfi- dent; Dr. Netto, Profeffor, Rektor der Landesuniversität. 2. Vorstand: 1. Vorsitzender: Stadtverordneter Jean Kirch; 2. Vorsitzender: Kommerzienrat L. Heyligenstaedt, korr. Mitglied; Schatzmeister: Kommerzienrat Heichelheim; 1. Schriftführer: Stadtverordneter EmmeliuS; 2. Schrift­führer: Hauptlehrer Traber; Pfarrer Dr. Naumann. 3. AusführungS-Auschuß: O. Bergen, Direktor des GaS- und Wasserwerks; Dr. Sauer, Professor; Schmandt, Stadtbaurat; Stein u. Meyer, Architekten. 4.Mitglieder: 1. Bauer, Franz, Musiklehrer; 2. Bausch, Philipp, Vor­sitzender des Artillerievereins; 3. Detring, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur; 4. Fuhr, Oberlehrer; 5. Gail, Wilhelm, Kommerzienrat; 6. Gebhard, Amtsgerichtsrat; 7. Dr. Güngerich,'Oberstaatsanwalt; 8. Dr. Gutfleisch, Landtagsabgeordneter; 9. Hahn, Oberlehrer; 10. Hebstreit, Georg, Vorsitzender des Marinevereins; 11. Koch, F. C. B., Kommerzienrat, Vorsitzender der Handelskammer; 12. Metz, Rechtsanwalt und Notar; 13. Hechler, Polizeiamtmann; 14. Müller, Hauptmann und Kompagniechef; 13. v. Nor- mann, Major und GensdarmerieKommandeur; 16. Dr. Oncken, Geh. Hoftat, Profeffor; 17. Petri, L. III., Vor- sitzender des Beteranenvereins; 18. Dr. Rausch, Direktor des Realgymnasiums; 19. Dr. Schaedel, Professor, Direktor der Gymnasiums; 20. Schwall, E., Stadtverordneter; 21. Dr. Schmidt, Professor, Mitglied der Ersten Kammer. 22. Schneider, Vorsitzender der Kriegerkameradschaft. 23. Stoeriko, Direktor der höheren Töchterschule; 24. Wiener, Amtsrichter, Vorsitzender des Kriegervereins; 25. Wolff, Bei­geordneter. Don anderer Seite wird uns mitgeteüt, daß bisher über 800 Feldzugsteilnehmer, zum allerkleinsten Teile geborene Gießener, zum größeren Teile Veteranen, die in unserem Regiment den Feldzug mitgemacht haben, ihre Teil­nahme an der Feier angemeldet haben. Die Stadt­verordneten haben in ihrer letzten Sitzung beschloffen,

st. Der Kaufmännische Verein hielt am Sc- tagabend eine ordentliche Generalverkaw- l u n g ab, die der zweite Vorsitzende, Herr Emil tv5 leitete. Zunächst wurden der Jahresbericht, der Über die Fachschule und das Lehrlingsheim, der Reämu^ ausweis und das Bilanzkonto verlesen. Darauf wurde 1 > Vorstand Entlastung erteilt und ihm von der Verwmmi durch Erheben von den Sitzen gedankt. Bevor in "" .Hauptpunkt der Tagesordnung, der Neuwahl jv standes, geschritten wurde, brachte dieser einen Antrag daß die bisherige Vergütung von 300 Mark für den er^ Vorsitzenden und die von 100 Mark für den Bibliotd^ I m Zukunft wegfallen möge. Beide Anträge wurden stimmig angenommen. Dann wurde ein Brief des £ ! herigen ersten Vorsitzenden, Herrn Orbig, verlesen in £ dieser erklärt, daß er den Vorsitz niederlege. Nachdem- Wahlkommission die Herren Klein, Reith und Tömi - beftimmt waren, ging die Vorstandswahl vor sich uv'. die es zu erregten Debatten kam. Aus der Wahl £ü.- als erster Vorsitzender Herr Emil Horst, als zweiter sitzender Herr Eichenauer hervor. Als erster Schriftlich'- wurde Herr Heyligenstaedt zur Wiederwahl vorgeschtüo- Nach dessen Erklärung, daß es ihm unmöglich sei £ Wiederwahl anzunehmen, wurden die Herren Otto ^r- und W. Best zum ersten bezw. zweiten Schriftführer r wählt. Zum Rechner wurde Herr Böhm wiederae^^ Zu Bibliothekaren wurden die Herren Andernach und V^ gewählt. Darauf wurde die Wahl der Revisoren, de- >> nahme-Ausschusses, des Schul-Ausschusses und des gnügnngs-Ausschusses vorgenommen. Da nach Feststellwn des Voranschlags für 1900/1901 keine weiteren Anträge ocr- liegen, schloß urw 1 Uhr der Vorsitzende die Versammlung

Eine Delegierten-Bersammlung der Sud-Westdeutschtr DelaillistM'Bereine hat in Mainz imGutenberg" stal- gefunden, in der auch Gießen vertreten war. Ts tourte die Gründung eines Korrespondenzblattes mit dem Titel -Der selbständige Kaufmann" beschlossen. Für die roeitei Vorbereitungen wurde eine Kommission gewählt, zu der aw Gießen Herr Ernst Balser gehört. Schmidt-Darmstüt: referiert über die von ihm in Gemeinschaft mit Wolf-Franksu i besuchte Generalversammlung des Detailliften-BerbandeS jtt Rheinland und Westfalen, mit dem ein Kartell angebahn wurde; ferner über die mit dem Vorsitzenden jenes 93t:- bandeS, Herrn Wahl-Elberfeld, bei dem Finanzminijtkl Miquel und verschiedenen Räten und KommisfionSmitgliedtti Der Amtsrichter bei dem Amts- I des Abgeordnetenhauses in Berlin gehabten UnterrcdanM

der russischen Sprache an den tschechischen Mittel-

ab wegen eines gemeinsamen Vorgehens der Großmächte. I llewonnen fei. Wir erfahren weiter, daß Pfarrer No Konstantinopel, 22. April. Der Sultan em- ' mrtnM -----

Üfing nach dem Selamlik außer dem deutschen Botschafter Freiherrn Marschall v. Biberstein, der die Photographie eines vom Deutschen Kaiser für Stambul gewiometen Brunnens überreichte, auch den amerikanischen Geschäfts­träger.

fodaß sie befähigt sind, Dienst im Gelände zu Pferde zu verrichten.

Wahrscheinlich infolge der Erfahrungen im Buren­kriege soll das Gelände schießen der Feldartil- le r i e mehr geübt werden.

Etwa 2000 Angestellte des Handelsgewerbes hiel­ten gestern abend eine Protest Versammlung gegen d i e Warenhaussteuer ab. Es wurde eine aus fünf Angestellten bestehende Deputation gewählt, die beim Mi­nisterpräsidenten und beim Finanzminister gegen das Gesetz' vorstellig werden soll.

Es wird davon gesprochen, daß, nachdem mit dem 1. April die Errichtung der Handwerkskammern möglich geworden ist, das Handwerks-Organisationsgesetz vom Jastre 1897 vollständig zur Durchführung gelangt sei. Das ist derNordd. Allg. Ztg." zufolge ein Irrtum. Zwei Abschnitte des Gesetzes werden erst mit dem nächsten Jahre Geltung erlangen; der eine betrifft die besonderen Be­stimmungen über die Lehrlingsverhältnisse der Hand­werker, welche erst am 1. April 1901 Gesetzeskraft erlangen, 2>er zweite Gesetzesabschnitt, der den Meistertitel betrifft, wird sogar am 1. Oktober 1901 in Kraft treten.

Danzig, 21. April. Zur Feier des Stapellaufes des Linienschiffes A. traf heute früh die Prin­zessin Friedrich Leopold ein. Um 12 Uhr mittags erfolgte der Stapellauf des neuen Schiffes. Staatssekretär Tirpitz bestieg die vor dem Bug des Schiffes errichtete Taufkanzel und hielt die Taufrede, worauf die Prinzessin Friedrich Leopold auf Befehl des Kaisers das neue Schiff' ! tat f er Barbarossa" taufte. An der Feier schloß»! sich ein Gabelfrühstück bei dem Oberwerftdirektor, an dem die Prinzessin Friedrich Leopold sowie die Vertreter der Behörden und der Schichau-Werft Teil nahmen.

Ausümd.

Brüssel, 21. April. Der König hatte, ehe er heute abermals nach Wiesbaden reiste, eine sehr lange Unterredung mit den höchsten Beamten des Kongostaates. Der König verlangte, daß die Justiz des Kongostaates diesmal ohne jede Rücksicht auf gewisse Personen verfahre. Wie es scheint, ist auch der zum fünften Male vor einigen Tagen als Generalgouverneur nach Afrika gegangene ver­diente Oberst Wahis vom Könige mit entsprechenden In­struktionen ausgerüstet worden.

Paris, 22. April. Der frütjere Ministerpräsident Mel tue hielt gestern in Remiremont eine politische Rede worin er Waldeck-Rousseau tadelte, weil dieser den Führer der kollektivistischen Partei in sein Kabinett genommen hat. Diese Thatsache, sagte Meline, wäre eine der ärgsten ^anblurigen, die seit Jahrhunderten verübt worden. Es müßte dieselbe gut gemacht werden, wenn Millerand nicht mehr Minister fein wird. Meline erging sich alsdann über die angeblichen Gefahren, in denen die Republik schwebte. Diese, sagte Meline, seien nur ein Vorwand, um die Affaire Dreysus zu verteidigen.^

m Vo" mehreren Seiten wird berichtet, daß die mit der Dreysus-Affaire in Zusammenhang stehenden Prozesse in den nächsten Wochen unter Einwilligung des jetzigen Kabinetts zur Verhandlung kommen werden.

DasAmtsblatt" veröffentlicht ein Dekret, wodurch der Verwaltung von Madagaskar gestattet ivird, eine Anleihe von 60 Millionen Franks aufzunehmen, um eine Anzahl öffentlicher Bauten, insbesondere der Eisenbahn, auszuführen. Die Summe soll in 60 Jahren j rückzahlbar sein. Das Material für die betreffende Eisen­bahn muß aus französischen Werken gewonnen und unter französischer Flagge nach Madagaskar gebracht werden.

San Remo, 21. April. Der Fürst von Bul­garien verschob seine Rückreise und bleibt noch sechs Tage hier.

G e n f, 21. April. D r e y f u s ist zu sechswöchentlichem Aufenthalt in Begleitung seines Vetters in Calogony ein­getroffen und hat seine dortige Villa bezogen.

Wien, 22. April. Die Abreise des Kaisers n ach Berlin erfolgt am 3. Mai abends. Der Botschafter in Berlin von Szoegyeny traf hier ein, zur endgiltigen Fest­stellung des Programms des Kaiserbesuches.

In hiesigen diplomatischen Kreisen wird dem türkisch-amerikanischen Konflikt keine große Bedeutung beigelegt. Falls M a e Ki n le y versuchen sollte, I mit einer Flotten-Demoustration vorzugehen, würden die I europäischen Mächte sich gezwungen sehen, ihm die Un- I Verletzbarkeit der Meerenge-Verträge in Erinnerung zu I bringen.

In derReichswehr" erklärt eine hochgestellte I politische Persönlichkeit: Die j ung t schech i sch e Pol i-I tik, die alle Verständigungsversuche der Regierung zu I vereiteln suche, sei falsch und ebenso falsch sei es, wenn die I Tschechen glauben, daß der zukünftige Kars sich nach rechts I wende. Die Tschechen könnten sich höchstens den Ruhm I erwerben, die Totengräber des Parlaments zu fein. An I maßgebender Stelle ist die Parole ausgegeben, eher das I Parlament aufzulösen, als die Regierung preiszugeben. I Im mährischen Landtage treiben die Tschechen I feit zwei Tagen Obstruktion bei der Budgetberatung wegen I Ablehnung der tschechischen Schulforderungen. Namens der I Deutschen erklärte Fux, sie würden jedem Terrorismus I unerschütterlich entgegentreten. Gegenüber einem I kschechisck)en Redner, der einen Lehrer denunzierte, weil I oiefer ein Hoch auf Bismarck ausgebracht hatte, sagte Fux: I

..r_ Jino längst darüber hinaus, in der Anpreisung des I größten Deutschen des Jahrhunderts etwas Unpatriotisches I |u erblicken. Es wäre schmachvoll, unsere Zugehörigkeit I

^"tschen Volke, das im Kriege wie im Frieden groß I baftetjt, $u teiignen. Das deutsche Reich ist unser engster I Verbündeter den nächsten Tagen wird unser Monarch Hort als liebwerter Gast weilen. Sie werden unser Gefühl für den Helden des deutschen Volkes nicht aus unseren I Herzen reißen; wir sind auf Bismarck so stolz wie auf I Goethe, Schiller, Helmholtz. Entgegen den Auslassungen der jungtschechischen Blätter erklärt das alttschechische Or­ganLas Nraoda" den Körberschen Sprachengesetzentwurf I für annehmbar für die Tschechen. Im übrigen habe die I Regierung nichts einzuwenden, wenn der Reichsrat Ber- I Besserungen an demselben vornimmt.

Prag, 22. April. Ein Vertrauensmann des russischen I Generals Komarow ist hier eingetroffen, um mit den Mit- I Lliedern des böhmischen Landtages wegen Einführung I

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