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150. Jahrgang
1900
Freitag dm 23. November
Gießener Anzeiger
Heneral-Anzeiger
Amts- unb Anzeigeblatt f8» den Areis Gieyen
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Trödelbude gekauft worden.
P. W.
LZezugspreis üiertcliäbrl. M 2,26 monatlich 75 pfg. mit Bringerlohn; durch die AbholksteLe« vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg.
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HiliKt—, Expedition und Druckerei:
Fchnkftraße Nr. 1.
— Dreyers bekanntes effektvolles Schauspiel »Der Probekandidat" wurde neulich in einer Stadt deS Groß- herzogtums Hesien zur Aufführung gebracht. In der darüber in einer dorUgen nattonalliberalen Zeitung erfolgenden Besprechung hat der Berichterstatter einen bösen Sckerz gemacht. Die Ironie, mit der der Hilfslehrer Benefeld dem Probeklmdt'caten Fritz H ilmaon nuruft: „Geh doch nach Preußen! Dort hat jeder das verbriefte Recht, durch Wort, Schrift und Druck seine Meinung frei zu äußern" — hat er ernst genommen und folgenden Kommentar dazu gegeben: „Der aller idealen Begeisterung verlustig gewordene Freund Benefeld weiß dann schließlich das rechte Wort zu finden, und mit der Aufzählung der großer, Vorzüge der p eutzischen Verwaltung gegenüber der des Kleinstaates, in dem alles nach dem Satze „Lieb Vaterland, magst rubig sein" verwaltet wird, ist auch dem schwer Geprüsten und vom S'andpunkte der Wahrheit glänzend bestandenen Probekandidaten der Wea gezeigt/ E n eigertümlicher Sehnsuchts» seufzer, der in unserem Lande wahrlich keine Berechtigung hat, ja sogar kränkend für dasselbe ist. Der „bestandene" Probekandidat ist übrigens gutl
Vertrag mit einem Schlag seine Interessensphäre in China so weit südlich ausgedehnt, daß es sämtliche Provinzen nördlich des Hwang ho kommerziell auszubeuten in der Lage ist.
Telegramme deS Oieheuer Anzeigers.
London, 22. November. Aus Shanghai wird gemeldet: Ein Telegramm berichtet, daß die Deutschen einen Vormarsch längs der chinesischen Arsenale unternommen haben und die Grenze der fremden Konzessionen überschritten. Die chinesischen Beamten sind infolgedessen sehr beunruhigt und haben ihre Häuser verbarrikadiert. Der Tao tai ist den Offizieren entgegen gekommen und erteilte ihnen die Erlaubnis, die Stadt zu betreten, ihre Truppen mußten jedoch draußen bleiben.
New-York, 22. November. Gin Telegramm aus Tientsin berichtet, daß in der letzten Zeit Gewehrfeuer in der Nähe der Stadt vernommen worden ist. Infolgedessen verbreitete sich das Gerücht, das deutsche Quartier sei von Boxern angegriffen worden. Man verdoppelte daher die Posten. Eine Regiments Patrouille auf dem jenseitigen Peihoufer und die übrigen Truppen erhielten Befehl, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Die Befürchtungen haben sich jedoch nicht begütigt. Ein Angriff seitens der Boxer ist btsher nicht erfolgt. Die chinesischen Diener haben ihre europäischen Herrschaften verlassen unter dem Vorwande, sie hätten auß guter Quelle vernommen, daß Boxer gegen Tientsin und Peking vorrückten. Die Engländer und Amerikaner glauben an ein solches Vorgehen.
Washington, 22. November. Der Gesandte Conger telegraphierte, daß die in dem kaiserlichen Erlaß vom 13. November enthaltene Lifte der zu bestrafenden Personen wenig befriedigend und durchaus ungenügend ist.
Peking, 22. November. In ihrer vorgestrigen Sitzung haben die Gesandten keinen Beschluß gefaßt, da mehrere derselben von ihren Regierungen noch keine Antwort auf ihre Anfrage erhalten hatten. Man Hot sich infolgedessen auf unbestimmte Zeit vertagt. Einstimmig ist man der Ansicht, daß die in dem kaiserlichen Erlaß angekündigten Strafen ungenügend sind und der Erlaß
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Fernsprecher Nr. 51.
Englische Blätter melden aud Peking, daß die Gesundheitsverhältnisse in der Stadt zu ernsten Bedenken Anlaß geben. Seit der Besetzung der Stadt seien eine Menge Chinesen an Pocken und an anderen ansteckenden Krankheiten gestorben, und da die Leute sich trotz aller entgegengesetzten Erklärungen fürchten, daß die Fremden die Begräbnisse stören, bleiben die Leichen in Särgen in den Häusern und auf den Höfen stehen. Den Eingeborenen sei verboten worden, Abfälle auf die Straße zu werfen, und so hätten sich ungeheure Mengen davon in den Häusern und Höfen angesammelt. Wenn das so bliebe, sei die größte Gefahr einer schrecklichen Epidemie nahe. Im Winter seien stets Die Pocken in Peking häufig, bei der großen Anzahl der fremden Truppen wurde also Epidemie eine furchtbare Verheerungen anrichten.
Interessante Mitteilungen macht der bekannte For- schungsreisende Eugen Wolf in seinem Werke „Meine Wanderungen", von dem der 1. Band unter dem Titel „Im Innern Chinas" soeben erschienen ist. Aus der Beschreibung der Beschaffung des höchst komplizierten Reiseapparates, wie er für eine Reise in das Innere Chinas unumgänglich notwendig ist, lernt man die Art des chinesischen Geschäftsverkehrs kennen, bei dem fortgesetzte Betrügereien und Prellereiversuche an der Tagesordnung sind. Die gemieteten Diener, Köche und Dolmetscher stehlen trotz guten Lohnes, was sie können, und laufen schließlich einfach davon. Allein nicht nur völlig unzuverlässig ist der Chinese, er ist auch von einer bestialischen Grausamkeit gegen Mensch und Tier. Schlauheit, Durchtriebenheit, Falschheit und Verlogenheit dingt aus jedem Wort oes „gebdbeten" Chinesen heraus. Die Einrichtungen und Erfindungen Europas haßt und verachtet der konservative chinesische Politiker, aber mit Falschheit und Unaufrichtigkeit täuscht er den Europäer. Es ist dem Chinesen überhaupt nicht möglich, die Wahrheit zu sprechen, es ist ihm deshalb auch nicht möglich, fie zu glauben. Der chinesisch russische Geheimvertrag, den der gewandte russische Gesandte Cassini abgeschlossen hat, hat erreicht, daß Rußland vom gesamten nördlichen China inklusive Mandschurei und Mongolei jederzeit Besitz nehmen kann. Das Datum dieses Vertrags wird in der Geschichte des chinesischen Kaiserreichs als die Anfangsperiode der Aufteilung Chinas gelten können. Rußland hat durch den
Rt. 275 Zweites Blatt
Der Krieg itt China.
Der „Franks. Ztg." wird auß New-York gemeldet: «ach dem Kabinetsrat verlautet, daß die Gesandten in Peking noch bezüglich der Indemnität und der Garantien uneinig feien und eine Einigung im weiten Felde liege. Die Bundesregierung sei ungeduldig und werde sich dem Verlangen gewisser Regierungen auf hohe Entschädigung widersetzen. — In maßgebenden russischen Kreisen wird, wie verlautet, gegenwärtig beraten, ob dem Plan, eine Eisen- bahn von BlagoweStschenSk nach Tiziko zu bauen, das Projekt einer Eisenbahn Blagowestschensk-Chailar nicht vor- zuziehen sei.
Man meldet aus Schanghai: In Hank au find jetzt drei Kanonenboote, ein deutsches, ein franzö- ssischeS und ein englisches, in Ksühaug ein englisches, in Wuhu ein englisches, in Nanking ein englisches und ein französischer Kreuzer und ein französisches Kanonenboot, in Tschingkiang ein englischer und zwei deutsche Kreuzer, darunter der „Kurfürst". Generalkonsul Dr. Knappe ist auf einem Pafiagierboote hierher zurückgekehrt. Mehrere Torpedoboote vermitteln den Nachrichtendienst pichen den genannten Stationen. Wegen dieser großen Mrchtentfaltung betrachten die Eingeborenen einen Angriff auf die Yangtsee Provinz als sicher. — Die Konsuln in Schanghai beschlossen, Verhaftungen von Reformern in den europäischen Niederlassungen nicht mehr zu gestatten. — Die Verbündeten haben Wnkuun und Ts chi lisch in besetzt, von wo aus die Wege aus der Tschili- in die Schansi Provinz führen.
„Daily Telegraph" meldet aus Schanghai vom 20 November: Ein geheimes Dekret der Kaiserin, M heute telegraphisch verbreitet wurde, ermahnt alle Vize- lönige und Gouverneure, sich sofort zum Kriege gegen die Verbündeten in allen Teilen des Landes bereit zu halten. — „Daily News" meldet ans Schanghai, 20. ds.: Der Hof wünsche dringend, infolge der Ent behrungen und Unbequemlichkeiten, die er in Sing an fu ju erdulden habe, den Ort zu verlassen. Der Hof be- jhbe sich jedoch völlig in den Händen Tungfühsiangs, der entgegen früheren Meldungen, daß er nach Kansu gegangen sei, sich noch in Singanfu befinde und dort über 16,000 Mann verfüge.
Srftetat täglich mit AuSitahmc dcS
Montag».
Dir Gießener Poikienötttter »erden dem Anzeiger t» Wrchfel mit „Heff. kabtntrt* m. .Matter Dr heff. Volkskunde" »dchtl. 4 mal drigelegt.
sprechen, was von den meisten der anderen so sehr beliebt und doch so unkünstlerisch ist. Dieser oder jener meint vielleicht," Frl. Sch. ginge in dieser Beziehung bisweilen sogar zu weit und nehme zu wenig Rücksicht auf das Publikum; das ist aber doch wohl nur in sehr seltenen Fällen richtig. Der brave, aber schüchterne und linkische Sannäs kann ganz gewiß ergötzlicher, sympathischer und geschickter dargestellt werden als dies Herr di B a l t h y n i that, der oft ganze Szenen lang unbeweglich und apathisch dastand. Frl. Kuglers Signe war eine frische und übermütige, aber doch wohl nicht mehr zu bezopfende Liebhaberin, und Launenhaftigkeit und Gelangtweiltsein zu charakterisieren gelang ihr vollkommen. Wärmer aber hätte auch selbst die oberflächliche Signe das hereingebrochene Unglück empfinden können, wärmer und zugleich kapriziöser. Den Leutnant Hamar zeichnete Herr M a r l i tz schablonenhaft und ohne die erforderliche Gewandtheit. Die kleineren Rollen waren meist angemessen besetzt. Die dekorative Ausstattung des Stückes konnte auf Beifall keinen Anspruch machen, sah doch einzelnes in der vom Advokaten Berent als luxuriös bezeichneten Behausung des Großhändlers Tjälde, z. B. das famose Pultgestell, so aus, als sei es in einer
und Angst des den unvermeidlichen Zusammenbruch seines Geschäftes vor Augen sehenden und ihn dennoch unter krampfhaften Anstrengungen vor den Blicken der Welt möglichst verbergenden Kaufmanns lebenswahr zum Ausdruck zu bringen, vermochte Herr R. nicht. Nach Björnson ist dieser Großspekulant Tjälde ein Phantast, der nicht sowohl andere, als vielmehr sich selber belügt, mit ewig hastendem Geist und Körper, ein in manchen Dingen fast naiv zu nennender Optimist, dazu ein gewandter, liebenswürdiger Weltmann in Art und Aussehen. Es ist zuzugeben, daß die Rolle außerordentliche darstellerische Fähigkeiten und vor allem — was ja leider bei unseren Verhältnissen unmöglich ist — ein sehr eingehendes und geraume Zeit erforderndes Studium erheischt. So bringt z. B. die durch das nüaneenreiche Spiel des Herrn Jürgensen so packend sich gestaltende große Szene im dritten Akte mit Berent, in der Tjälde mehr und mehr in die Enge getrieben, von Verzweiflung gepackt wird und zu den äußersten Mitteln greift um seiner Position willen, gewiß eine überaus schwierige Aufgabe dem Darsteller des Tjälde. Es kommt ferner dazu die infolge des Gastspiels sehr beschränkte Anzahl der Proben und noch manches andere, was, wenn man's zusammen nimmt, den Wert der Leistungen notwendigerweise herabdrücken muß. Und wenn wir das alles berücksichtigen, dann bleibt immerhin für den doch einheitlichen Tjälde des frerrn Ramseyer der Respekt des wohlwollenden Beurteilers übrig. Frau Ernst bemühte sich als <yrau Tjälde die stille Hingabe der Dulderin, das Heldentum der Hinfälligkeit möglichst überzeugend darzustellen. Frl. S ch o e l e r m a n n als Walburg zeigte gleich von Anfang vielleicht mehr als nötig den starken Charakter dieses nordischen Mädchens und trat nach meinem Empfinden auch später etwas zu Heroinenhaft auf. Sehr hübsch aber war der liebergang von ihrer fast verächtlichen Haltung gegenüber dem Sannäs im dritten Akt zur Achtung und später zur Liebe. Sie wurde eine ganz andere, der rauhen Kälte machte ein aus der Tiefe ihr Bestes herausholender warm empfindender Ton Platz. Sie wurde Weib —, und im letzten Akte wurde sie sogar neckisch kokett. Das war alles sehr richtig gedacht und sehr nett gemacht. Eines vor allem kann mancher ihrer Kollegen von Frl. Schoeler- mann lernen: das ungezwungene Sichbewegen auf der Bühne, das Vermeiden, direkt ins Publikum hineinzu-
Gießener Hheaterverein.
Ein Fallissement.
Schauspiel von Björnstjerne Björnson.
Der Theaterverein bot als dritte Vorstellung in dieser Spielzeit- Björnsons „Fallissement", das den Weg zum Herzen des feinfühligen Zuschauers fand und in feinen Lauptteilen interessierte, sortriß und erschütterte, hier Änd da freilich auch die Aufmerksamkeit erlahmen machte. Aber das lag wohl doch mehr an der Aufführung.
Ter Gast des Abends, Herr kgl. preuß. Schauspieler Zürgensen aus Cassel, hat uns als Advokat Berent Mfs beste angesprochen. Er gab dem alten Juristen qleich zu Beginn die rechte Färbung, er war zunächst brr unerbittliche, kalte und rücksichtslose Vertreter be§ Achts, der in feinem Amte nichts kennt als die Pflicht, gerne eisige Ruhe, seine Kälte und Schroffheit, seine reser- tieite abweisende Haltung dem Bankerotteur Tjälde gegenüber in seinen großen Szenen entsprachen durchaus der Björnsonschen Charakteristik und machten das spätere Hervorkehren der milden Seiten seines inneren Menschen um so wirksamer. Der Kontrast in dem Auftreten des Advokaten vor und nach der Jnsolvenzerklärung Tjäldes war wohlerwogen und fein abgetönt, und schließlich liebte und verehrte man den würdigen alten Herrn mit dem geistvollen Kopfe. Herr I. schien _ die Portraitierung Björnsons namentlich in seinen ersten Szenen. §u be. Nichtigen, und mir schien die Ausführung dreier Ab- iiri t andi wolstgelungen. Was mir nicht gerade an- Lehrn auffN war das im ersten Akte aus seinem Rocke h rSänqenbe Taschentuch, em paar unrichtige Beton- Maen in seiner ersten Szene. Slls ganzes genommen ler hat dieser Berent uns vor Herrn Jurgensens dar- stellerischem Talent hohe Achtung bingefloßt.
©onfMann man die gestrige Aufführung leider nicht icecte Unabhängigkeit von der Dame yu fern


