der ihm unterstellten Beamten, ein edler und gerechter, Charakter, Hessen Lauterkeit in allen Stellungen, die er in seinem bedeutsamen Leben bekleidet hat, bewährt i- befunden ist. Möchte dereinst von einem jeden von uns gesagt werden können, was Freunde und Gegner Falks übereiN,Dimmend an der Bahre dieses edlen Mannes bezeugt habv.": Tilexit justitiam!"
«odeutlam waren u’1* bie Ausführungen, die sich au die Vertreter des Anwalt»?""^ richteten :
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j ich nicht auf der Höhe der Rechtsprechung Zn;
mögen. Tas Oberlandesgericht ist. daher wesen. Ihre sackskundige und gewissenhafte Unterstützung n. wiesen. Die gemeinsame Arbeit erzeugt dann von selche gute kollegiale Beziehungen, deren Pflege mir zur besonderer! Freude gereichen wird. Indem ich Sie, meine Herren, noch besonders begrüße, darf ich daran erinnern, daß, je weniger die Landesjustizverwaltung und insbesondere der preußische Herr Justizmimster daran denken, das Prinzip der freien Advokatur wieder zu beseitigen, um so mehr der Anwaltsstand selbst die Verpflichtung hat, für die Wahrung und Hebung des Pflichtbewußtseins unter den Standesgenossen Sorge zu tragen, damit die Anwälte ihrer Bestimmung gemäß dem Richter treue Gehilfen bei der Auffindung des Rechts sind".
Das sind Worte, die des Nachfolgers eines Falk würdig ^ind.
" Die Frage, ob der Meister das Züchtigungsrecht eines Lehrmädchens hat, hat die Gerichte mehrfach beschäftigt: auf energisches Betreiben von Gewerbe-Aufsichtsbeamten ist die Angelegenheit wohl in dem Sinne entschieden worden, die nur allgemeine Billigung verdienen kann. Der Vorarbeiter und stellvertretende Meister einer größeren Zigarrenfabrikin Oppeln züchtigte ein 17 jähriges Lehrmädchen, das sich daraufhin bei dem Gewerbe-Inspektor beschwerte. Tie Staatsanwaltschaft lehnte wiederholt die Strafverfolgung ab, tveil nach ihrer Ansicht das Züchtigungsrecht einem Meister zustehe, und dies nicht überschritten worden sei. Auf die beim Oberstaatsanwalt angebrachte Beschwerde wurde das gerichtliche Verfahren eröffnet, und der Vorarbeiter mit 5 Mark bestraft. Im Laufe der beiden letzten Jahre sind im Regierungsbezirke Oppeln (Regierungs- und Gewerberat Pusahl) nunmehr ein Buchhalter und drei Meister von Zigarrenfabriken auf Veranlassung des Gewerbeinspektors wegen Züchtigung von Lehrmädchen bestraft worden. Seitdem (der letzte Fall ereignete sich Anfang 1899) scheinen, Wie der Gewerbeinspektor bemerkt, die früher im Regierungsbezirk Oppeln üblichen Züchtigungen aufgehört zu Haben.
< Zu dem Rücktritt des badischen Ministers des Innern Dr. Eisenlohr schreibt die „Süddeutsche Reichskorrespondenz":
„Der Rücktritt des langjährigen Leiters des badischen Ministeriums des Innern bedeutet, das sei vor allem bemerkt, keinen Sy stem w ech se 1. Indem Geheimrat Tr. Schenkel die Geschäfte des Ministeriums des Innern aus den Händen seines ehemaligen Chefs übernimmt, ist die Fortdauer der von Dr. Eisenlohr seit Jahrzehnten geübten, von dem Großherzog auch im Augenblick des Scheidens als ausgezeichnet anerkannten Grundsätze verbürgt. Es fällt nicht schwer, eine Charakteristik des scheidenden Ministers zu geben. Dr. Eisenlohr war kein Freund waghalsiger politischer Experimente; die Fortdauer einer Politik aufrecht zu erhalten, die Baden zum freiheitlichenMusterstaat emporgehoben hatte, war sein Streben, und diesem Streben ist der Erfolg zur Seite gegangen. Es ist daher zu verstehen, wenn die extremen Parteien ihm nicht besonders günstig gesinnt waren. Eisenlohr hat eben niemals die Ueberzeugung verleugnet, daß extreme politische Anschauungen nicht als gedeihliche Grundlage staatlichen Lebens gelten können, und er hat danach gehandelt. Seine Arbeitskraft, seine Fähigkeiten haben auch, die Gegner rückhaltlos anerkennen müssen, und wenn Dr. Eisenlohr nach jahrzehntelanger Aufbrauchung dieser Arbeitskraft am Abend des Lebens das Bedürfnis nach Ruhe fühlt, so ist $a§ ein natürliches Gebot, dessen Erfüllung er sich nicht entziehen durfte. Obgleich Eisenlohr auch auf 'dem letzten Landtage zu alten Erfolgen neue erntete, mußte diese Rücksichtnahme auf seine Gesundheit ihn in seinem Entschluß um so mehr bestärken, als er sich der Ueberzeugung nicht verschließen konnte, daß er auf dem nächsten Landtage einer geschlossenen oppositionellen Mehrheit gegenüberstehen würde, ohne einer ziel- bewußt zuverlässigen Unterstützung durch die liberale Minderheit sicher zu fein. Als Träger altliberaler Überlieferungen stand er Jahrzehnte auf der Wacht gegen rückschrittliche und radikale Bestrebungen, und auch in dieser Beziehung hat er sich durch eine stattliche Reihe von wahrhaft freiheitlichem Geiste erfüllter gesetzgeberischer Thaten bleibende Verdienste erworben. Dr. Schenkel war viele Jahre hindurch in seiner Eigenschaft als Direktor im Ministerium des Innern der dem Minister nächststehende Mitarbeiter. Indem der Großherzog Dr. Schenkel jetzt das verantwortliche Amt seines ehemaligen Chefs überträgt, kommt in dieser Berufung der maßgebende Wille zum Ausdruck, allen Versuchen, den notwendig gewordenen Personenwechsel als eine Änderung des Systems darzustellen, von vornherein und um zweifelhaft jeden Anschein von Berechtigung zu entziehen.
Vermischtes.
* Ein hübsches Geschichtchen ereignete sich vor kurzem, wie dem „Berl. Börseneourier" aus postalischen Kreisen gemeldet wird, in dem Berliner Vorort St. (eglitz? D. Red.) Eine Dame in Suhl in Thüringen, die' von „Postaufträgen" gehört, jedoch das eigentliche Wesen dieser zweckmäßigen modernen Einrichtung offenbar nicht erfaßt hatte, sandte an die Postanstalt zu St. unter der Bezeichnung „Postauftrag" einen Brief. Dieser enthielt
einen Fünfmarkschein .unb den Auftrag, für dieses Geld ein recht hübsches Bouquet zu kaufen und es „an die Frau Schwiegermutter in spe Frau Rentiere R. daselbst", deren Geburtstag ,aun soundsovielten sei, abzuliefern. Diesem ebenso naiven wie erheiternden „Auftrag" gegenüber wollte die Postbehörde nicht den starren Bureaukratenstandpunkt geltend machen. Es wurde zu einem Gärtner gesandt, ein stattliches Bouquet eingekaust und dem Geburtstagskinde rechtzeitig überbracht. Nachdem dies geschehen war, wurde die Briefschreiberin benachrichtigt, daß die Angelegenheit Pünktlich erledigt worden sei, gleichzeitig aber hinzuge- fügt, daß man unter „Postauftrag" denn doch etwas wesentlich anderes verstehe als die Schreiberin gedacht habe, und daß die Post nicht verpfichtet sei, derartige „Aufträge" auszuführen.
* W e i in a r, 20. September. Vorige Woche wurde der auf hiesigem Friedhof beigesetzte Sarg der verstorbenen Frau Arma Sen kr a h-H of m a n n nach behördlich erfolgter Genehmigung wieder ausgegeraben und in feierlicher Stille ck5ch einer inzwischen vom Rechtsanwalt Hof- itiamf erworbenen' Erbbegräbnisstätte zur ewigen Ruhe übergeführt. Nach '.6‘rn gerichtlichen und ärztlichen Erhebungen und gemäß den näheren Umständen muß angenommen werden, daß die verhängnisvolle That im Zustande momentaner geistiger Umnachtung ausgeführt worden ist. Die hochgradige Erregung, die sich der Verstorbenen veriodisch bemächtigte, war nach ärztlicher Feststellung eine Folge physischen Mißbefindens. Man hatte von einem Briese stemtinii genC~™™; ,Sen Arma Senkrah-Hofmann zwischen! 2 und 3 Uhr nachmittags an ihrem Todestage, also kurz vor der Katastrophe, an eine Freundin schrieb. Kein Wort von familiärer Mißstimmung oder Lebensüberdruß, sie äußerte noch! die Absicht, mit ihrem Sohne nächstens in ein Soolbad zu gehen, nur klagt sie, daß sie „wie so oft recht nervös sei". Auch bei Tisch unterhielt sie sich ruhig mit ihrem Gatten und Sohn, und keinerlei Anzeichen von besonderer Erregung wurden wahrgenommen. Nych Tisch kam sie noch: zu ihrem Gatten, der sich etwas zurückgezogen hatte, ins Zimmer, unterhielt sich mit ihm ganz ruhig und brachte ihm ein Buch! — Roseggers „Waldjugend" —, das sie ihm zum Lesen empfahl mit der Bemerkung, daß die eine Geschichte sehr an Fritz, ihren Sohn, erinnere. Nachher schrieb sie den vorerwähnten Brief, wobei sie durch die Ankunft eines Fräulein v......und deren Begleiterin; aus Weimar,
die zu einer Uebungsstunde eintrafen, unterbrochen wurde. Während seine Gattin in der Musiksftinde beschäftigt war, hatte sich Rechtsanwalt Hofmann in üblicher Weise, ohne zu stören, aus dem Hause begeben. Während des Musizierens ist dann eine so hochgradige Erregung über sie gekommen, daß die Stunde abgebrochen wurde, und die Damen der Wirtschafterin mitteilten, Frau Rechtsanwalt sei so merkwürdig, sie müsse krank sein, sie, die Wirtschafterin, möge doch zu ihr ins Zimmer gehen und nach ihr sehen. Auch anderen Personen gegenüber haben hie beiden Damen sofort ihre Wahrnehmungen über das merkwürdige Verhalten der Frau in der Unterrichtsstunde und ihre Vermutung, daß sie krank sei, mitgeteilt. Ohne sich Zeit zu nehmen, die Geige in den Kasten zu verschließen, was sie sonst nie versäumte, ist sie sodann ins Schlafzimmer gegangen. Mittlerweile war der zehnjährige Sohn aus der Schule gekommen. Als er die Treppe hinaufstieg, hörte er einen Schuß. Er begab sich in das offene Zimmer seiner geliebten Mutter, die ihn indes, ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit, hart hinauswies, ein Zeichen, daß eine furchtbare Verstandesverwirrung eingetreten sein mußte; denn Arma Senkrah hatte ihr Kind tief ins Herz geschlossen. Ter Knabe setzte sich an sein Arbeitspult, einige Minuten darauf kam die Mutter in das Zimmer, drehte sofort wieder um, ohne ein Wort zu sagen, oder von ihrem Kinde irgendwie Notiz zu nehmen, ging ins Zimmer zurück und ließ die nach diesem führenden beiden Thüren offen stehen. Nach, einer oder zwei Minuten erfolgte ein zweiter Schüße Hierauf eilte der Knabe zur Wirtschafterin und rief: „Mama schießt init einem Revolver?'. Als die Haushälterin in das Zimmer eilte, lag Frau Arma Senkrah-Hofmann entseelt auf dem Bette. Nach ärztlicher Feststellung ist sie sofort nach dem Schüsse, der durch das Korsett ins Herz gedrungen war, gestorben.
* Ueber ein Reise-Abenteuer berichtet der „Pester Lloyd" folgende lustige Geschichte: „Der Schauspieler Ujhazy befand sich auf der Reife nach Rozsnyo, wohin er zu einem Gastspiele berufen worden. „Als ich im Coupe Platz nahm", erzählte Ujhazy, „fühlte ich etwas unter mir knistern. Ich sehe nach: es war ein Cyliuderhut. Den habe ich, nun gründlich zerdrückt, dachte ich. Er glich, einer Harmonika. In der Ecke aber sprang ein Handlungsreifender jammernd empor." „Ach, mein Hut! Mein schöner neuer Hut ist hin!" Und doch trug er die Schuld; weshalb hatte er ihn auf den Sitz gelegt — der Dumin- kopf. Trotzdem entschuldigte ich mich gebührend. Der Reisende gab jedoch nicht inach und rief unablässig, ich' müsse ihm feinen Schaden ersetzen. „Nun gut", sagte ich, „ich bezahle Ihnen das Ausbügeln; lassen Sie mich nur schlafen." „Oho, so geht das nicht!" war die Antwort^ „Ich brauche keinen alten ausgebügelten Hut. Ich will einen neuen. Bezahlen Sie die Kosten. Sechs Gulden!" Ich sah bald, daß ich mit dem Mann nicht fertig werde. Ich bezahlte ihm also sechs Gulden und legte nur deck Cylinder wieder unter. Wenn er mich schon sechs Gulden kostet, so will ich wenigstens auf ihm fitzen. Ich kann sagen, es ließ sich wunderbar auf ihm schlafen, ^zch erwachte erst, als wir in Rozsnyo anlangten. Der Regen strömte in dichten Strähnen herab. Ich betrachtete den Reisenden. Er zog den Ueberzieher an, nahm die Reisetasche unter den Arm und griff ruhig nach dem Cylinder. „Hoho!" rief ich ihm Ml. „Was wollen Sie von diesem Hut?" „Ihn aufsetzen!" „Meinen Hut? Das giebt's Nicht!" „Aber ich bitte, ich kann doch nicht ohne Hut im strömenden Regen in die Stadt gehen!" „Meinetwegen gehen Sie nicht! Was kümmerts mich? Aber dieser Hut gehört mir; ich habe ihn für sechs Gulden gekauft." Damit brachte ich den Hut unter meinem Rocke in Sicherheit. Der Reisende begann zu betteln. „Um Gotteswillen, geben Sie mir meinen Hut zurück." „Ich bin doch nicht verrückt; kostet er mich doch sechs Gulden". „Ich nehme ihn lieber äir sechs Gulden zurück. Nur her damit!" „Na, hören Sie! Ich bin kein Trödler, um mit von Herrschaften abgelegten
Kleidungsstücken zu handeln. Ich, gebe ifyn nicht her. Damit bitte, ich muß unbedingt in die I^^^hen. „Wohlan: wenn Sie durchaus wollen, daß ich ein Trödler fei, so geben Sie mir mindestens einen guten fu!*te" S S1!“ 6ti)äxt er Ihnen!" Der Reisende
suchte zuerst zu feilschen; ich erklärte jedoch, daß es bei te P^^gebe. Schließlich trennte er sich mit
Seufzer von den acht Gulden. So find kommen^""^^ ^men unverhofft zu zwei Gulden ge-
* Malheur eines kleinen Thr0nf0V- 0 ilnter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählt man sich in England ein traaikomisches GeschiehtcheA in welchem eine aristokratische kleine Miß und das jüngste Glied der englischen Thronfolge als Hauptperson fiau- ^^r.eu. Der sechsjährige Prinz Edward von York, der im natürlichen Lauf der Dinge einst König von England sein wird, vergnügte sich vor wenigen Tagen mit den Töchtern der Herzogin von Sutherland im Garten von Stafford- House Es war sehr heiß und Mlle. Bricka, die bejahrte Erzieherin Seiner kleinen Königlichen Hoheit saß mit der Herzogin plaudernd unter einer schattigen Baumgruppe.
lebhafter Phantasie begabten Prinzchen fiel es plötzlich ein, „Transvaal-Krieg" zu spielen. Er wollte Lord Foberts vorstellen, und die eine feiner Gefährtinnen sollte Präsident Krüger sein. Damit war abet hie kleine Lady durchaus nicht einverstanden. Sie stampfte in ihrer Entrüstung üpei: di> Zumutung, sich in Ohm Paul zu verwandeln^ mit ^Cm Fuße ilstf und schnitt dem Urenkel der Königin Viktoria eine GrirnasjC, die den selbstbewußten Prinzen derart in Wut versetzte, daß vi Uch unvorsichtigerweise in einen Ring kämpf mit dem um drei JahlT älteren Mädchen einließ. Selbstverständlich zog er den Kürzerem Die aufgebrachte Maid schüttelte ihn derb bei den Schultern und warf ihn rücklings in das anderthalb Fuß, tiefe mit Wasser angefüllte Bassin einer Fontaine. Entsetzt stürzten Mlle. Bricka und die Mutter der kleinen Attentäterin herbei, zogen die prustende, kreischende Royal Highneß eigenhändig aus dem Wasser und eilten mit ihr ins Haus. Der nasse Prinz wurde entkleidet, mit erwärmten Tüchern abgerieben und man würde ihn sogar mit einem halben Dutzend Wärmflaschen ins Bett gesteckt haben, wenn der sofort herbeigerufene Arzt nicht energisch dagegen protestiert hätte. Der älteste Sprößling des Herzogs von Yorck ist ein unbändig wildes Bürschchen, ein wahrer kleiner Unfugsstifter. Prinz Albert Edward von Wales schüttelt sich oft vor Lachen, wenn man ihm die tollen Streiche seines hoffnungsvollen Enkels hinterbringt.
Universität und Hochschule-
— Zum Leiter der von der Berliner Akademie der Wissenschaften geplanten großen Kirchenväter-Ausgabe ist der Privatdozent der historischen Theologie an der Universität Berlin, Dr. K. Schmidt, em Schüler Adolf Harnacks und Autontät im Koptischen, ausersehen. — Am 28. ds. erfolgt die Eröffnung des neuen Physikalischen Instituts der Universität Breölau. — Aus Göttingen wird geschrieben: Vom 1. April 1899 bis 1. April 1900 sind nach der UniversitätSchronik an Promotionen rorgenommen: In der theologischen Fakultät, die nur honoris causa ihre Doktorwürde verleiht, keine; in der juristischen Fakultät 20, in der medizinischen Fakultät 27, außerdem wurde die Doktorwürde honoris causa verliehen dem früheren Direktor des Rerchs- VersicherungsamtS Tonis Bödicker und dem Professor an der Universität München Dr. Emil Selenka; in der philosophischen Fakultät 40. Bei Gelegenheit der Enthüllung des Gauß-Weber-Denkmals wurden durch die Philosophenfakultät zum Dr. phil. honoris causa sieben Herren ernannt.
Kunst und Missenschast.
Stockholm, 20. September. Die letzte in Norwegen gefundene Boje Andree's wurde heute in der Akademie der Wissenschaften geöffnet. Die Boje war äußerlich gut erhalten. Der Deckel war fest- geschraubt. Auf dem Deckel befanden sich spiralförmige Metalldrähte, die ursprünglich eine kleine, jetzt fehlende Flagge festhielten. Die Boje ist, trotzdem sie offenbar einem starken Drucke ausgesetzt war, fast unbeschädigt. Nach Abnahme des Deckels befand sich in einer Metallhülse das früher mitgeteilte Schreiben. Die Handschrift ist zweifellos diejenige Andrees. Die letzten nach der Unterschrift zugefügten Worte rühren möglicherweise von Strindberg her. Die Boje wird ebenso wie die früher gefundenen im Nationalmuseum aufbewahrt.
Der bekannte Philologe Hofrat Prof. Dr. Karl Schenk! ist am 20. d. M. in Graz gestorben. Er war der Herausgeber eines vielbenutzten Griechisch-Deutschen Schulwörterbuchs.
Der Goethe-Bund erläßt folgende Mitteilung: „Die in der letzten Zeit sich häufenden Beanstandungen und Verbote von Stücken durch die Theaterzensur haben in weiten Kreisen lebhafte Beunruhigung erregt. Der Goethe-Bund hat Schritte gethan, um in Besitz des diesen Vorgängen zugrunde liegenden Materials zu gelangen. Er behält sich vor, demnächst auf Grund dieses Materials mit Schritten vor die Oeffentlichkeit zu treten, dazu bestimmt, die bedrohte Freiheit litterarischer Produktion mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen.
Gerichtssaat
Graz, 20 September. Der Stallmeister der hier lebenden Witwe des Fürsten Alexander von Bulgarien Gräfin von Hartenau, Ernst Friedrich, war vor dem Schwurgencht angeklagt, einen gefährlichen Verbrecher zu einem Einbruch in die Villa Hartenau und zur Beraubung der Gräfin verleitet zu haben. Der Stallmeister war im Mai d. 3 wegen Diebstahls an seiner Herrin zu zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt worden und teilte in der Strafanstalt Karlau die Zelle mit dem Totschläger Ignaz Pack. Aus Rache gegen die Gräfin stiftete er nun Pack an, in deren Villa einzusteigen, dem Kammerdiener Nest einen „Tätscher" zu geben, daß er nicht mehr reden könne, und sich dann an den Raub zu machen. Im Blauen Zimmer befinde sich ein mit Edelsteinen besetzter Briefbeschwerer im Werte von 70 000 Kr., im nächsten Zimmer solle er aus der Tischlade eine lederne Brieftasche mit 10 000 bis 12 000 Kr. Inhalt und aus einem Etui den Brautschmuck und die Pretiosen der Gräfin stehlen. Friedrich fchloß seine Aufforderung mit den Worten: „In einer halben Stunde habt ihr eine halbe Million verdient." J39na8 ,?a(Lfrro“>cl£c : „Ich thü 's nicht, aber vielleicht einer meiner Brüder! Ein zweiter M'thäftling verständigte von dem Plane Friedrichs die StrafanstlütS- direktion, infolgedessen die Anklage gegen Friedrich erhoben wurde. Auf Grund des einstimmigen Schuldspruches wurde der Angeklagte zu weiteren 3 Jahren schweren Kerkers verurteilt.
Schisssnachrichten.
Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Linie", in Antwerpen, ist laut Telegramm am 19. September wohlbehalten in New- York angenommen.
Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Linie", in Antwerpen, ist laut Telegramm am 19. September wohlbehalten in Philadelphia angekommen.


