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23.3.1900 Erstes Blatt
 
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Freitag bett 23. März

1900

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Gießener Anzeiger

Keneral-Anzeiger

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Geschäfts-Bericht

der

Gewerbebank zu Gießen

(EingEtmgEiiE GemMsAst mit ME|WiiKtEr DastBitzt)

für das

4l- diefcbäftsjabr

1899.

ifen, SiB.

Der Vorstand und Aufsichtsraih.

Nachstehendem geben wir unfcren Mitgliedern einen Bericht über das Geschäftsergebniß unserer Bank für das Jahr 1899. Tie im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten Resultate und die geschäftliche Lage unserer Bank überhaupt, können als durchaus zufriedenstellend bezeichnet lverden und berechtigen zu günstigen Aussichten beim llebertritt in das neue Jahrhundert.

Wenn mir schon im Vorjahre imtcr knappem unb teurem Gelde zu leiben hatten, so war dies im ab= gelaufenen Geschäftsjahre noch in erhöhtem Maße der Fall. Trotzdem aber, daß die Anforderungen an unsere Bailk fast fortwährend recht große waren und der Reichsbank-Diskont-Satz, nach mehrmaliger Erhöhung ini letzten Vierteljahr, die Höhe von 7% für den Wechsel- und 8% für den 'Lombard-Verkehr erreichte, tonnten iiiv unseren Mitgliedern die bereits bestandenen.Verpflichtungen im Vorschuß-Lombard- und Eonto-Corrent- be schäft im 1. Halbjahr zu 41/2% und 5°/n belassen und bei den neueren Verbindlichkeiten im Wechselverkehr uni) den übrigen Branchen die billigen Sätze machen von 4I/2%, 5%, 5y.2% auch, aber nur für wenige tage 6"/g und i",g, also nie über den Reichsbank-Discont-Satz hinaus, neben der sehr mäßigen Provision von /io wobei uns natürlich die teilweise billigen Gelder, welche ii)ir im Anlehengeschäft hatten, sehr zu statten hinen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir an unsere Mitglieder die dringende Bitte richten, daß sie ihre müßigen Helder bei unserer Bank anlegen, zu welchem Zwecke wir ja bereits seit 1876 das Conto-Corrent-Geschäft ein- ^suhrt haben und wobei mir 3% vergüten. Auch Nichtmitglieder können hiervon ausgiebigen Gebrauch machen und es sei an dieser stelle noch erwähnt, daß wir Anlehen, je nach der Lage des Geldmarktes lind, wenn das Held unserer Bank auf im Voraus bestimmte längere Kündigungsfristen hingeliehen wird, 31/2°/0 Zinsen vergüten.

Unser Reingewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr beziffert sich auf 31,893 30 und würde denjenigen" vom Ai'rjahre überschritten haben, wenn wir nicht genöthigt gewesen wären, wegen des niederen Eoursstandes unserer eigenen Ujekten am Jahresschlüsse Mark 4455.45 vom Gewinn- und Verlust-Eonto auf Effekten-Conto zu übertragen.

Unsere Bank steht jetzt im 42. Vereinsjahre mit einer Mitgliederzahl von 1396. Am 10. August vorigen Achtes waren es 25 Jahre, daß Herr Heinrich Wagner unserer Bank als Vorstandsmitglied angehört und zwar Aierft als Eontroleur, an Stelle des verstorbenen Herrn Carl Nagel (Mitbegründers unserer Banks und dann seit Emuar 1883 als Rechner, an Stelle des ebenfalls später verstorbenen Herrn Chr. Wallenfels I. Diesen Anlaß Qwbcn der Aufsichtsrat unserer Bank und die Herrn Colleaen des Jubilars nicht vorüber gehen lassen, ohne linier ehrend zu gedenken. Von Ersteren wurde dem Herrn Wagner im Namen der Bank eine goldene Uhr und osn Letzteren ein silbernes Schreibzeug, je mit entsprechender Widmung, als Geschenk überreicht.

Wir schließen den Bericht, indem wir im klebrigen auf die im nachstehenden Zahlenberichte gegebenen Ci!ä uterun gen verweisen.

Gießen, 20. März 1900.

shlen zu horrenden Preisen oezreycn inupien. tvean ourjte :ber Schätzung kaum fehl gehen, wenn man annimmt, während der Streikdauer ungefähr 50,000 Waggons

fftlliLer Kohle zur Einfuhr gelangt sind. Für dieses teils ungarische, teils fremdländische Brennmaterial mußten, wie on bemerkt, saft unerschwinglische Preise bewilligt werden. Sun angenommen wird, daß für das bezogene Quantum imder Kohle durchschnittlich ein Mehrpreis von 200 Kronen >er Waggon bezahlt werden mußte, so ergiebt sich eine

sachste wurde es jtm, Die ^resoruiwn imzunryinrn.

Abg. v. Kardorff (Rp.) äußert sich ungefähr in dem gleichen Sinne.

Abg. Bebel (Soz.) hält die Theorie des Abg. Gröber, der jetzt der Entscheidung aus dem Wege gehen wolle, doch für sehr bedenklich. Eine Rechtsfrage muffe eben entschieden werden, sobald sie auftauche (Rufe: Sehr richtigl) Er und seine Freunde beantragten daher, in der Resolution der Kommission das Wortthunlichst" zu streichen.

Abg. Hasse (nl.) meint bezüglich der Resolution, man wisse gar nicht, was man eigentlich mit derselben wolle. Entweder man werfe eine Rechtsfrage überhaupt auf, dann müsse man sie auch beantworten

Fernsprecher Nr. 51.

i. Die Resolution lasse ja ohnehin alles beim alten, denn jordre besage schon, daß möglichst nur Freiwillige in den

beschäft werden sollten. Man könne wohl für die timen, denn, wenn man gegen sie stimme, würde das auf ng des bestehenden Zustandes hinauslaufen (Sehr richtig!). . Levetzow (kons.) erklärt, genau aus diesem Grunde seine Freunde für die Resolution stimmen.

ner kurzen Bemerkung des Abg Groeber (Zentr.) hält r-Sagan (fr. Vp.) diese Frage für so wichtig für die Mietung, daß sie unter allen Umständen gelöst werden Freunde könnten unmöglich die Resolution mit demthun- ien.

Debatte beteiligen sich noch die Abgg. Arendt (Rp.), kons.) und Eickhoff (frs. Vp), worauf bei Anwesenheit rbneten, unter Ablehnung des Antrages B?bel auf Streichung .thunlichst", die Resolution unverändert angenommen wird. ttschou-Etat wird genehmigt.

tat des Reichsschatzamts erklärt auf eine Anfrage v. Thielmann, an deutschen Goldmünzen seien bis

ausländischen Münzen insgesamt 386 Millionen Mark zur gelangt.

eihe kleinerer Etats wird erledigt.

tat des Bankwesens richtet Abg. Arendt (Rp.) zriffe gegen die Diskontpolitik der Reichsbank.

inkpräsident Dr. Koch tritt denselben wiederum entgegen, ich auf konservative Blätter, wieReichsbote" undSchle­iezug nehmend, die die Gründe der vorübergehenden Dis- auf 7 Prozent, den industriellen Aufschwung und den da- n Geldbedarf durchaus richtig gewürdigt hätten. Der Abg. eine eigentümliche Rolle in der bimetallistischen Bewegung, »ch nicht die Zahlen so tendenziös herausgreifen, wie Ab- endt es thue. Die Reichsbank arbeite nur zum Wohle

Staudy (kons.) beklagt die Kampfesweise, die der gegen die Konservativen einschlage. Letztere griffen den in durchaus nicht persönlich an.

nkpräsident Dr. Koch antwortet, auch er habe keineswegs ven angegriffen. Er sei auch kein Freund eines hohen bei solchen Geldmarktsverhältnissen, wie wir sie hätten, sei vermeiden.

üsing (nl.) bemerkt gegenüber der Rechten, daß die ic doch wohl nunmehr entschieden sei. Daß der hohe Erwerbskreise schädige, sei nicht zu leugnen, aber zu ran nichts angesichts der Thatsache, daß kolossale Geld- an die Reichsbank heranträten.

rendt (Rp.) erklärt, er müsse den ihm vom Bankpräsi- )ten Vorwurf tendenziöser Zusammenstellung von Ziffern geschäftsordnungsmäßig zustehenden Entschiedenheit zurück- er verbreitet sich dann nochmals eingehend über die Dis-

Reichsbank.

r wird auch dieser Etat genehmigt.

1 Uhr: Reste deS Etats, Gesetz betr. Verwendung über- Lseinnahmen pro 1910, Nachtragsetat Gesetz betr. Be- Oiebstahl an elektrischer Arbeit und Gesetz betr. Patent- )luß 6 Uhr.

* Vom Kriegsschauplatz.

, 21. März. Die englischen Gesamtver- zum 17. März betragen nach amtlicher Fest- 447; biß zu demselben Zeitpunkt verloren die em Exchange Telegramm aus Kapstadt zufolge, nur 7722 Mann.

s Kapstadt und Ladysmith wird übereinstim- det, daß ein neuer Vorstoß unmittelbar bevor- Lage in Ladysmith ist noch sehr trau- erselben Stadt liegen noch 2400 Personen an den Hospitälern. Die erste öffentliche Brot- onnte erst gestern stattsin'den.

? gestern von dem Parlamentssekretär des Krieges )end angekündigte Proklamation Chamber- sich nicht nur auf die Johannesburger Gold­ern auf die Zerstörung allen britischen s beziehen. Hierfür sollen mit ihrer Person im alle diejenigen verantwortlich gemacht wer- die Zerstörung veranlaßt haben. Daß Chamber- cht das Kriegsamt die Proklamation erläßt, be- die Burenrepubliken von dem Kolonial amt erden sollen.

Kapstadt hat sich unter den Engländern ein parlamentarisches Wachsamkeitskomitee gebildet, milde Behandlung der Bureurepu- rhindern, und den Ausschluß der Kapburen tentarischen Leben zunächst dadurch bewirken e Kapburenkolonie zwei Jahre lang als Kron- altet wird.

* * *

Telegramme deSGießener Anzeiger".

London, 22. März. Ein Telegramm aus Spring- fontein berichtet, daß die Buren in Gruppen von Hunderten sich unterwerfen. In militärischen Kreisen ist man wegen der Verzögerung der Entsetzung von Mafeking durch Plumer sehr überrascht. Da aber Plumer über nur geringe Streitkräfte verfügt, um den Widerstand der Belagerer zu überwinden, und außerdem noch eme