Mt. 300 Zweites Blatt.
Samstag de« 22. Dezember
Heneral-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen.
beingiLge folgten.
Die Spitze des Leichenzuges bildeten
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IMMm, Expedition und
FH.t-ratze Nr. 7.
Sl»n>we von Anzeigen zu der nachmittag- für de« «tMweef erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 UH-. Aßbofiellungm fpStevenS abend- vorher.
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GrattsbeUaze«: Gießener FamUienblätter, Der hefßfthe Landwirt, Klätter Mr heMsche UolKsKun-e.
Ldrefle für Depefchm: Zugiger chis-s», Fernsprecher Nr. 61.
15V. Jahrgang LDGL
Die Bure«.
Viir erhielten heute früh folgendes Telegramm:
Kapstadt, 20. Dezember. I« zwölf Bezirken der Kap- foliMin ist Standrecht proklamiert worden. Die Regierung bet-t ÄipHolonie hat Einzelheiten für das Vordringen der Buren vemUillttlicht. Dieselben haben Enterstadt besetzt und 2(HI Ra nn gefangen genommen. Als englische Verstärkung anneijta, mußten die Buren die Stadt räumen und zogen sich naich L »h wein für 1 zurück, wo die Engländer bereits an- gcbtoiman waren. Die Buren fiud in ihrem Vordringen dadurch ftaiclWndert, daß an allen festen Plätzen englische Garnison tiewl Der Orangefluß ist aus seinen Ufern getreten. Das jraoiitt Buren-Kommando, das in die Kapkolonie einGdiMlgen ist, hat die Eisenbahnlinie zerstört bei der Btion Houtcraal.
W Standerton wird vom 19. Dezember gemeldet: v S^ent haben gestern ein Landgut im hiesigen Bezirk ßtMnbitrt und 200 Stück Bieh dabei erbeutet. Es ver- laituiu, ttfn starkes Buren-Kommando lagere bei RobertS- d >''>!> via einer Entfernung von 24 Kilometer. Ein kleiner TiliHk Buren wurde gestern bei einer andern Farm 24 ÄiÄuuMtt nördlich gesehen; zwei Granatschiffe verscheuchten sie- D^ie Familien von Buren, die sich ergeben haben, find amSttinem Umkreise von wenigen Meilen in die Stadt ge- br^illvorden.
^»•lößspreU vrerteliährl. Mk. 2,88 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholrstecke» vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrteljählt. mit Bestellgeld.
Deutsches Reich.
Berlin, 20. Dezember. Heute hörte der Kaiser die Dorträge des Kriegsministers v. Goßler und des Chefs des Militärkabinets v. Hahnke,
— Der Kaiser sandte an die Gattin des verstorbenen Vorsitzenden des ProvinzialauSschufieS der Nheinprovinz, Landrat a. D. Janssen aus Neu-GatterSleben folgendes Telegramm:
deutsche Konsul, der Militärgouverneur, der deutsche MÄSr-AttachS, der dritte Offizier der „Gneisenau" und den hasrnkommandant. Die schiffbrüchigen Seeleute bildeten Skullte in den Straßen, auf dem Friedhof die Mannschaften den liglischen und spanischen Kriegsschiffe die Ehrenkolonne. Eiwl ungeheuer große, schweigsame Menge sah der Beerdung des tapferen deutschen Seemanns zu. Als die Ec-d.ldröhnend auf den Sarg fiel, weinten viele. Dann srfreien Ehrensalven.
Die Zahl der Toten der „Gneisenau" ist endgiltig «uiij <1 festgestellt.
-Der Madrider AthenäumS-Klub hat eine Subskription erttMt für die Hinterbliebenen der spanischen Seeleute, die bcii Rettung der deutschen Seeleute umkamen.
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Telegramm des Gießener Anzeiger-.
Madrid, 21. Dezember. Bei Malaga ist die Leiche dess Schiffsjungen Becker aufgefischt worden. Sie zeigte sch!iMc Verletzungen am Kopfe. Die Fischer sagen, andere Lerch!» würden durch die Strömung der Meerenge zu- -edlniiben.
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In einer am Abend des 19. in Peking abgehaltenen Versammlung der Gesandten wurde über alle Punkte, einschließlich der britischenElbänderungen eine Einigung erzielt. D-ie Gesandten lehnten es jedoch ab, sich über den Inhalt des Abkommens zu äußern, da sie der Meinung sind, daß ihre Regierungen dieselben veröffentlichen werden. Man weiß, daß alle diejenigen Grundsätze niedergelegt worden sind, die von vornherein als die Mindestforderungen bezeichnet worden sind, die China KU erfüllen haben wird, um volle Sühne für die begangenen völkerrechtlichen Verbrechen und ausreichende Bürgschaft für die Zukunft zu bieten. Ten berechtigten deutschen Forderungen ist in dieser Rote in vollem Umfange Rechnung getragen. Der Reichskanzler Graf Bülow hat ihren wesentlichen Inhalt bereits in der Reichstagssitzung vom 19. November öffentlich mitgeteilt. Inzwischen ist daran lediglich insoweit eine Veränderung vorgenommen worden, als nicht mehr die Verhängung der Todesstrafe, sondern allgemeiner die Vollstreckung der „schwersten" Strafe an den Hauptschuldigen verlangt wird. Dagegen haben sich neuerdings die Gesandten in Peking wieder dahin geeinigt, daß die in dieser gemeinsamen Note ausgestellten Forderungen ausdrücklich al§ „irrevocables" bezeichnet werden; ferner ist auf Antrag des Londoner Kabinetts noch der sehr wesentliche Zusatz zur Note beschlossen worden, zu erklären, daß, bevor nicht China diesen Forderungen gefügt haben wird, die Gesandten in Peking keine Aussicht auf Zurückziehung der verbündeten Truppen aus Peking und der Provinz Tschili eröffnen können. Dieser Zusatz ist geeignet, den chinesischen Staatsmännern, die noch üach den jüngsten Anzeichen immer eine gewisse Vorliebe für Verschleppungen und Winkelzüge haben, vollends die Augen über den ganzen Ernst der Lage zu öffnen; sie erfahren dadurch, daß sie selbst, es in der.Hand haben, ob die Räumung des chinesischen Gebiets von allen Truppen der Verbündeten, abgesehen von der verstärkten Schutzwache für die Gesandtschaften in Peking und die Besetzung der Etappenstraße nach Peking, beschleunigt wird oder sich noch lange hinziehen muß. Die eine oder die andere Macht, die am Ausgange der Verhandlungen jetzt weniger interessiert ist, nachdem dieses einheitliche Friedens-Programm aufgestellt ist, mag ihre Truppen ganz oder teilweise zurückziehen, sei es aus Sparsamkeitsgründen, sei es, weil sie die Truppen anderweitig verwenden muß, aus der jetzigen Erklärung aber iverden die chinesischen Friedensunterhändler ersehen, daß jedenfalls die letzten Truppen erst dann den Boden Tschilis verlassen werden, wenn die Hauptschuldigen bestraft und wenn ausreichende Bürgschaften für die Erfüllung aller übrigen Forderungen und für die Zahlung der Geldentschädigungen geleistet sind. Nunmehr wird ohne weiteren Zeitverlust die gemeinsame Note dem Prinzen Tsching und Li-Hung-Tschang überreicht werden. Ihre Aufgabe wird es sein, recht bald den Kaiser und die Kaiserin-Regentin für die Annahme und Durchführung der darin festgestellten, unwiderruflichen Friedensbedingungen zu bestimmen.
Telegramme de- Gießener Anzeiger-.
London, 21. Dezember. Deutsche Truppen töteten bei der Expedition gegen Lungching 60 kaiserliche Soldaten und 30 andere Personen und machten 200 zu Gefangenen. Letztere wurden in Freiheit gesetzt, nachdem sie den Deutschen eine Summe von 20000 Taels ausgezahlt hatten.
Peking, 21. Dezember. Der Kaiser von China sandte an den Zaren ein Telegramm, worin er ihm für seine freundliche Haltung dankt in der Frage der Wiedereinrichtung einer chinesischen Civil-Verwaltung in der Mandschurei. Der Zar antwortete telegraphisch in den ernstesten Ausdrücken. Indessen stehen die nördliche Mandschurei und die Amurgrenze immer noch unter russischer Militär-Verwaltung. Die wichtigsten Plätze, sowie alle Bahnstationen sind mit starken russischen Garnisonen belegt. Interessant ist, daß das Telegramm des Kaisers Kwanasü über Peking durch Vermittelung Li-Hung- Tschangs nach Livadia gegangen ist, aber über den Kopf des russisck)en Gesandten hinweg, der am 13. Dezember durch die Antwort des Zaren darüber Kenntnis erhielt. Fürst Uchtomski verläßt l>eute Peking und begiebt sich, ohne die Mandschurei zu berühren, nach Petersburg.
Ni qefpuhe lausen. Soel-ch.«
Wie ein Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria vom 19. meldet, ging eine Burenabteilung von 500 bis 800 Mann bei Rhenosterhoek über den Oranjefluß, eine zweite Abteilung soll in der Nähe von Zand- drift den Fluß überschritten haben. Britische Truppen folgten ihnen, und Kitchener hat eine beträchtliche Abteilung Berittener abgesandt, die fie zu umzingeln suchen. Den von Rhenosterhoek kommenden Buren folgten britische Trup« Pen bis Venterstaebt dicht auf dem Fuße. Die Buren verließen Venterstaedt in der Richtung auf SteijnSburg. Die wichtigen Punkte der Bahnlinie in der Nähe dieses Platzes werden sorgfältig bewacht, und Kitchener hofft, daß diese Burenabteilungen bald wieder nach Norden zurück- getrieben werden.
1000 Mann englischer Truppen sind am 19. d. M. von Kapstadt nach Norden abgesandt worden.
„Morning Leader" verlangt in einem längeren Artikel, daß in Bloemfontein eine Konferenz abgehalten werde, zu der sämtliche Burenführer eingeladen werden und auf der ihnen die von England für die beiden Republiken geplante Autonomie in allen Einzelstaaten auseinandergesetzt werben soll. Dies sei, so sagt das Blatt, das einzige Mittel, die Ruhe und möglicherweise den Frieden wieder herzustellen.
Die „Köln. Ztg." wendet sich an leitender Stelle in scharfen Worten gegen die fortgesetzten, gegen die südafrikanische Politik der deutschen Regierung gerichteten Agitationsversammlungen, da es sich nicht mehr um Bekundung von Sympathieen für die Buren handle, sondern um die Bekämpfung der Neutralitätspolitik der Regierung, die her gesamte Reichstag gebilligt habe. Wenn wir heute eine Politik verfolgten, die unfehlbar zum Kriege mit England, sowie zu unserem wirtschaftlichen Ruin führe, würden wir dieselbe Erfahrung mit Frankreich machen, wie 1896. Ein deutscher Reichskanzler aber, der dieses unternehme, der verdiene, daß ihm der Kopf vor die Füße gelegt werde.
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Telegramme de- Gießener Anzeiger-.
London, 21. Dezember. Die Invasion in der Kap-Kolonie dehnt sich aus. Die Buren haben ColeSberg besetzt. Hier herrscht große Unruhe wegen des zirkulierenden alamierenden Gerüchtes, die Regierung habe sehr ungünstige Nachrichten erhalten, die Lage in der Kapkolonie sei sehr drohend.
London, 21. Dezember. Aus Pretoria wird gemeldet, daß die Buren im Süden der Stadt eine große Thätig- keit an den Tag legen. Der Kommandant Oppermann ist am 18. Dezember 7 Meilen südlich von Elandsfontein signalisiert worden. Er scheint die Absicht zu haben, die Eisenbahn-Verbindung abschneiden zu wollen. Sämtliche englische Posten sind verstärkt worden.
London, 21. Dezember. Nach einer Kapstädter Meldung ist eine gemischte Truppe von 1000 Mann nach Norden abgegangen, um sich den Buren, welche die Grenze passiert haben, entgegenzustellen. DieUnruheiuderKapkolonie nimmt täglich zu. Gerüchtweise verlautet, General Broadwood werde in den nächsten Tagen nach England abreisen.
London, 21. Dezember. Die Morgenblätter berichten, daß Lord Roberts zum Ritter des Hosenband-Ordens ernannt worden sei. Außerdem soll er, da er bisher nur den Baron-Titel führte, zum Grafen erhoben werden mit der Vergünstigung, daß feine Tochter diesen Titel erbt.
Zurich, 21. Dezember. Hier hat sich ein Komitee aus hochangesehenen Männern gebildet zur Einleitung einer schweizerischen Sammlung für die Witwen und Waisen der gefallenen Buren. Der sympathische Aufruf findet in der Presse nur geteilte Aufnahme. j^-1 । ।
Die Friedeusverhandlungen mit China.
In Shanghai liegen Nachrichten ans Amoy vor, wonach im Laufe des November die Japaner erneute Bestrebungen kundgegeben haben, in der der Insel Formosa gegenüber gelegenen Provinz Fukien festen Fuß zu fasten. So hat ein früherer japanischer Diplomat dem Generalgouverneur von Futschou japanische Unterstützung für den Fall zugesagt, daß in seinem Gebiete Unruhen ausbrechen sollten; der Generalgouverneur hat aber mit seinem Dank für dieses Anerbieten geantwortet, daß er zurzeit solche Unruhen nicht zu befürchten habe. Ebenso ist derselbe japanische Diplomat vor einigen Wochen auf einem japanischen Kreuzer in Swatau eingetroffen, um dort Landankäufe zur Gründung einer japanischen Niederlassung zu bewirken.
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Bekanntmachung.
©egen Vornahme von Wasserleitungsarbeiten wird die soWgofse morgen SamStag, den 22. Dezember l. I., für eaFchrwerkSverkehr gesperrt.
Ti eßen, den 21. Dezember 1900.
GroßherKogliches Polizeiamt Gießen. Hechler.
Die Strandung der „Gneisenau".
Heber die Beerdigung des Kapitäns Kretschmann wiilld »och aus Madrid gemeldet: Im großen Saale des dewlfcheU Konsulats war die Leiche aufgebahrt worden, auf prunkvollem Trauergerüst, umgeben von Flaggen aller Nklionen. Am Kopfende stand die Büste Kaiser Wilhelms II., berni Sockel die deutsche Nationalfahne umhüllte. Ehe den Sarg auf den Wagen gehoben wurde, stimmte der S'Hifssprediger Kramm den Todespsalm an, den die über- lebtubtii Seeleute der „Gneisenau" nachbeteten. Dann pvk.tr der Prediger Kretschmanns Tapferkeit, seine Auf- vptMung und Vaterlandsliebe und gemahnte daran, daß biürjtmgEn, die fern der Heimat sterben, in der gemeinschaftlich Heimat in Gott vereinigt werden. Der Leichenzug hxu.timfiofant. Voran ritt eine Abteilung der „Guardia Civil", baynn fern der von vier Matrosen der „Gneisenau" auf den S Merm getragene Sarg. Es folgten die Seekadetten mit zahl- rei -chvKcänzen, dann die gesamte deutsche Kolonie, viele Damen, da'ni bas Regiment „Estremadura" mit Fahne und klingendem Sch«iil, befehligt vom Obersten. Alle Offiziere der Gar- nisc'm, bet Bürgermeister, der Stadtrat, Landrat, die Offi- zieim dar englischen und spanischen Kriegsschiffe schloffen sickh all. Im ganzen waren es über 20 000 Menschen, die
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