Ausgabe 
22.11.1900 Zweites Blatt
 
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worden. Er hasie besonders mit Rücksicht auf seine Bor- ftrafen vorgezogen, mit seiner Ehefrau nach Amerika zu gehen, wo er. sich zuerst als Makler und dann als Ge­schäftsteilhaber ernährt habe. Im Jahre 1888 seien fünf Jahre verstrichen gewesen. Er habe geglaubt, daß die Strafsache wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels verjährt sei und sei deshalb nach Berlin zurückgekehrt. Seine An­nahme betreffs der Verjährung habe sich aber als irrig erwiesen. Er habe sich der Polizei selbst gestellt und sei wegen gewerbsmäßigen Glückspiels zu vier Monaten Go- sängnis und 3000 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Als er aus Amerika zurückkehrte, habe er ein Barvermögen von 150 000 Mk. gehabt, sowie ferner noch Außenstände in Vwhe von etwa 180 000 Mk., aber von so zweifelhaftem Werte, daß er sie als einen Vermögensstand kaum ge­rechnet habe.

Durch Verlesung des Urteils wird festgestellt, daß-die Weiden damaligen Angeklagten das Bankhaltergeschäft in der umfangreichsten Weise betrieben und dabei kolossalen kGewinn erzielt haben. Der Verdacht, daß auch zum Falschspiel gegriffen worden sei, hat sich nicht bestätigt und deswegen sind sie freigesprochen worden. Ebenso wurde ßestgestellt, daß der Angeklagte und sein Sozius in Baden- Baden den übrigen Mitspielern etwa 400 000 Mk. abge- uommen hatten, wogegen es allerdings auch vorkam, daß die Bankhalter mit einem Verlust von 50 000 Mark ab- fchnitten.

Nach Verbüßung der letzten Strafe hat der Angeklagte ^elb gegen Wechsel verliehen und geständlich 20 v. H. linsen genommen. Nach und nach sei er mit den Mit- asiiedern des Klubs der Harmlosen bekannt und in ihre Greife hineingezogen worden. Die alte Leidenschaft sei wieder erwacht. Er habe sich lebhaft an dem Speil be- leiligt, aber es sei nicht zutreffend, daß er jedem, der bien Wunsch nur sprach, mit Darlehen unter die Arme gegriffen habe. Der Präsident hält dem Angeklagten d-or, daß er doch fast alle Rennplätze des In- und Aus­landes besucht habe. Ferner sei der Angeklagte in den lachten Jahren noch einmal in Newyork gewesen, von dort nach St. Francisco gereist und über Yokohama, Ceylon u nd Port-Said nach Europa zurückgekeh^. Es liege der Berdacht nahe, daß der Angeklagte auch auf dieser Welt­krise dem gewerbsmäßigen Spiel obgelegen habe. Der Angeklagte stellt dies in Abrede, wenn et auch zugeben wolle, daß er auf dem Dampfer mit anderen Herren Baccarat gespielt und dabei 600 Mk. gewonnen habe. In -Zachen habe der Angeklagte die Herren v. Kröchet und v. Schachtmeyer durch den dort ebenfalls anwesenden Leutnant v. Schrader kennen gelernt.

Damit vertagt der Präsident die Verhandlung bis Donnerstag vormittag halb 10 Uhr. Die Vernehmung fc-d Angeklagten Wolff soll dann fortgesetzt werden.

*

Ein Telegramm meldet aus Wien: Gestern lief hier »us Berlin ein telegraphischer Haftbefehl gegen Herrn v. Kröchet ein. Der Haftbefehl gegen Herrn V. Kröchet ist zu spät an die hiesige Polizeidirekton gelangt. Herr v. Kröchet ist bereits am Freitag abend ahme Angabe seines Zieles von hier abgereist. Er hatten in Wien ein sehr zurückgezogenes Leben geführt und war alltäglich vor 10 Uhr abends zu Hause. Er hatte im jvbenten Bezirk eine luxuriös ausgestattete Wohnung, für die er 1500 Kronen Miete zahlte. Er wohnte seit Mm fang Mai mit einer Geliebten hier. Am 14. ds. verkaufte tr sein ganzes Mobiliar um 4000 Kronen und gab an, er müsse verreisen, da ihn fein Vater abhole. That- sächlich weilten seine Eltern in Wien, die erst heule früh <6 gereift sind, angeblich nach Deutschland.

Aus Stadt und Sand.

Gieße», 21. November 1900.

Für das Regierungsblatt hat infolge der ein« getretenen Erhöhung der Papierpreise die Großherzogl. Regierung angeordnet, daß vom 1. Januar 1901 ab der Abonnementspreis von 4 auf 6 Mk. erhöht wird.

* Spar- und Leihkaffe. Dem angeblich von einem Aus- fchußmitgliede der Spar- und Leihkaffe ausgestreuteu Gerücht gegenüber, daß die von uns in Nr. 271 gemeldeten beab­sichtigten Zinsfußerhöhungen nicht den Thatsachen entsprächen, können wir auf das Bestimmteste versichern, lag der nächsten Generalversammlung ein dahin lautender lntrag zur Beschlußfassung vorliegen wird.

* Persoualnachrichten. Ernannt wurden die Steuer- aufseher Aspiranten Ernst Daßler aus Weida und Kaspar Lchäfer aus Altenburg zu Steueraufsehern mit Wirkung 3cm 1. Dezember l. Js. an.

** Aus dem Militärwochenblatt. Schulz, Garn.-Ver.- bberinsp in Wittenberg, wurde nach Darmstadt versetzt; Geifer, Proviantamtsaspirant, wurde zum 1. Dezember i\i Proviantamtsassistent in Darmstadt angestellt.

Prüfung im Verwaltuugsfach. Am Montag hat die .jvevte Prüfung der Kreisamtsgehilfen und Kreis- ^mlSbure.auvorstehet in Darmstadt begonnen, der sich .15 Kandidaten unterzogen haben. Das Examen wird von tim Ministerialrat Dr. Breidert, Geheimrat Schönfeld, Im Kreisräten Dr. Wallau und Dr. Göttelmann geleitet.

Mäuuerturnverein. Am Samstag beging der Manner- tmerein aufLony's Bierkeller" sein 15. StiftungS- feft. Der 2. Sprecher hieß die sehr zahlreich Erschienenen herzlich willkommen, gab der Freude Ausdruck über den Krtat Besuch seitens der Mitglieder, der beweise, daß das treffe am Verein, sowie an der Turnsache immer noch ein reges sei. Er warf sodann einen kurzen Rückblick auf fcit Thätigkeit des Vereins seit seinem Bestehen. Nachdem «r ruoch zu fleißigem Besuche der Turnhalle aufgefordert schloß er mit einem dreifachenGut Heil" auf den Bkrein. Es entwickelte sich nun bald eine fröhliche Stim­mig, die abwechselnd durch Reden, Gesänge und humori- Rdjit Vorträge unterbrochen wurde. Auch fehlte nicht, wie diir bei Turnern üblich ist, ein flottes Tänzchen. Zur Mr» Stunde lenkten die letzten Turner ihre Schritte hiiAi värtS. Am nächsten Tage schloß sich eine kleine Nach- im Bereinslokal an.

-tt- Gesunde» Appetit entwickelte gestern abend ein Mann in einem hiesigem Lokale, das er mit dem Bemerken ebetrat, er haberiesigen" Hunger. Der Wirt ent­gegnete ihm, daß er sich bei ihm mal umsonst ordentlich satt effeu solle, wenn er in 40 Minuten 6 Portionen Fleisch, zweimal Kartoffeln und viermal Brot in den in der betreffenden Wirtschaft üblichen nicht gerade kleinen Portionen bezwingen könnte. Der Vorschlag wurde alsbald in die Form einer Wette gekleidet, die sofort zum AuStrag kam. Es zeigte sich bald, daß der Wirt die Leistungsfähigkeit seines Gastes erheblich unterschätzt hatte. In knapp 25*/, Minuten hatte der hungrige Gast die Wette gewonnen und hätte gern noch die ihm zufiehenden 141/2 Minuten benutzt, um sich völlig zu fälligen.

** Die Kartenbriefe sind eine praktische Neuerung in unserem Postwesen, die von Vielen jedenfalls gern benutzt würde, wenn zwei Fehler nicht wären: Der erste und haupt­sächlichste ist die zu schmale und zu schlecht gum­mierte Klebfläche. Reisende und Kranke, für die sie wohl am praktischsten sind, sind leider oft genötigt, die Karten­briefe mit den gummierten Abfallstreifen von Freimarken zu verkleistern, wodurch zwar der Zweck des Verschlusses er­reicht wird, aber schön sieht dies nicht aus. Der andere Fehler ist der, daß die Kartenbriefe von den Scheckterbearnten immer offen abgegeben werden. Das Publikum muß die Karten selbst zusammenfalten und bequem wie dos Publikum nun einmal ist, daS gefällt ihm nicht. Es fehlt, so schreibt ein Berliner Blatt, dieAufmachung", die ja heute eine große Rolle spielt. Auch Podbielski muß mit den Nachtigallen singen.

* Im Spätherbst. Auf dem Tiefpunkte ist jetzt die Natur angelangt.. Wissenschaftliche Beobachtungen haben ergeben, daß ungefähr Milte November die Zeit ist, wo Blattentwickelung, Blüte und Fruchtbildung gleich Null sind. Es herrscht in der Vegetation jetzt die größte Ruhe, die Zeit des Winterschlafes ist gekommen. Nicht blos die Pflanzenwelt, auch die Tierwelt ruht, namentlich das Klein­getier, das schon seit Wochen einen fchützenden Unterschlupf aufsuchte. Das fröhliche Leben in Wald und Flur ebbte immer mehr bis hinein in die trüben nebeligen Tage, wo daS Leben in der Natur ganz erstorben scheint. Nicht ein­mal daS Tagesgestirn begrüßt uns jetzt mit feinem freund­lichen, alles belebenden Gruß. Rauh, trüb, nebelig ist der Tag wie die Nacht. Die öde, abgestorbene Natur wird jetzt zur Predigerin der Vergänglichkeit. Was Wunder, wenn auch der Mensch jetzt von solchen Gedanken beschlichen wird und in dieser traurigen Zeit ein stilles Gedenken den Toten widmet? Das große Sterben draußen in der Natur will uns ein Symbol bedeuten, das neben den Ge­danken der Vergänglichkeit zugleich die frohe Hoffnung in sich birgt, daß auf die Zeit des Niederganges und der Ruhe wieder die Zeit fröhlicher Entfaltung und herrlichster Blüte folgt. Schon keimt unter mancher Hülle neues Leben, und wer sich desselben eher erfreuen will, als Mutter Natur zu thun vermag, der treffe jetzt im November dazu Vor­bereitungen. Die Zweige des Flieders tragen bereits die Knospen, an den Kirschbäumen quellen schon dicke Augen hervor. Die Kastanien sind von neuem mit ihren klebrigen Sprossen bedeckt, auch die Weiden und Haselnußsträucher tragen sichtbare Zeichen des neuen Lebens. Von allen diesen Gewächjen und noch von einigen anderen, die gerade hoff­nungsvoll erscheinen, schneide man sich junge Triebe ab, setze sie zu Hause im erwärmten Raume in lauwarmes Wasser, besprenge sie täglich, und bald wird man daran seine helle Freude haben. Es fängt an zu grünen und zu jprosien, daß es eine wahre Luft ist. Hellgrüne, zarte Blättchen, wohl auch gar Blüten und weiche Kätzchen werden bald in wunderbarer Weise hervorgezaubert erscheinen und in diesen kurzen, trüben Tagen den Trost auf das Wieder­erwachen des Frühlings lebendig erhalten.

-m. Kleiu-Liuden, 20. November. Im Auftrage des Gießener Elektrizitätswerkes wird Mittwoch den 21. d. M., abends 8 Uhr, Ingenieur Stamm aus Frankfurt a. M. hier im Saale zurDeutschen Eiche" einen Vortrag halten über elektrische Straßen- und Hausbeleuchtung. Den Bewohnern unseres Ortes, der ja bekanntlich an das Gießener Elektrizitätswerk angeschloffen werden soll, wird in dem Vortrag genaue Auskunft über den Preis, sowie über den Vorteil und Vorzug der elektrischen Beleuchtung gegenüber jeder andern gegeben werden.

-n- Bolkartshain, 19. November. In unserem Dorfe sind feit voriger Woche zwei Dreschmaschinen in Thätigkeit. Daß in einem Dörfchen von kaum 200 Einwohnern die Ar­beiter für einen solchen Betrieb nicht ausreichen, ist er­klärlich. Groß und Klein ist deshalb auf den Beinen, um sich gegenseitig auszuhelfen. In dieser Hast scheint es an der nötigen Vorsicht zu fehlen; denn nicht weniger als vier Personen sind dabei derartig zu Fall gekommen, daß zwei je einen schweren Armbruch, die andern le ich tere Verletzunen davontrugen. Die hiesige Schule wurde wegen der sogenanntenOhrenklammern" vorige Woche auf acht Tage geschloffen.

ko. Darmstadt, 20. November. Der flüchtige Garni­sonsverwaltungsdirektor Wild hat, wie eine genaue Revision der Kasse und der Bücher ergeben hat, keine amtliche» Gelder unterschlagen. Geschädigt und betrogen sind nur diejenigen, die ihm privatim Geld geliehen haben. Man glaubt übrigens immer mehr, daß Wild, der seine Familie vollständig mittellos zurückgelassen hat, Selbst­mord begangen hat.

ko. Marburg, 20. November. Nicht Kohlenoxydgas, sondern Naphthalin, mit dem die Kleider gegen Motten­fraß eingesprengt waren, ist als die Ursache des Un­glücksfalls in der Schwanallee feftgeftellt worden.

** Kleine Mitteilungen aus Hesse» und den Nachbarstaaten. Die Gewerkschaften in Worms haben sich ein Lokal ge­pachtet, das als Verkehrs- und Versammlungsstätle für die Arbeiterbewegung dienen soll. DaS Unternehmen war

möglich, da gegenwärtig 1000 Arbeiter de» Gewerkschaften angehöre».

Vermischtes.

* Paris, 20. November. Der Minister des An»- toärtigcn erhielt heute ein drittes Telegramm aus Val-- paraiso, nach dem der französische Konsul meldet, daß er im Begriffe stehe, die Höhe des Brandschaden- feft- zustellen.

Universität und Hochschule.

Bonn, 19. November. Vorgestern abend fand das Esten statt, das nach altem Brauch alljährlich kurz nach seinem Amtsantritt der neue Rektor dein Lehrkörper der Universität giebt. Dem Mahle wohnte ein glänzender Stab von Ehrengästen bei, unter ihnen der hier studierende Großherzog vonMecklenbur g-Schwerin, der Schwager des Kaisers, Prinz Adolf zu Schaumburg und Generaloberst v. £ 0 e. Der Reklor Geheimrat Prof. Frhr. von la Valette St. George brachte den Trinkspruch auf den Kaiser und dann auf die Ehrengäste aus. In deren Ramm dankte, während die Ver­sammlung sich von den Sitzen erhob, der Groß Herzog in frischen Worten mit einem kernigen Toast auf Universität und Rektor. Geist­reich und auch für die Außenwelt von Jntereste war die Rede des Pro­rektors, dem nach akademischer Sitte als Vorgänger der neuen Magni­fizenz das Amt obliegt, die Frau Magniftca zu feiern. Der Redner, Konsistorialrat Prof. S i e f f e r t, begann mit einem scherz­haften Ausblick auf unsere moderne Frauenbewegung. Wenn, sagte er, die Schar der Studentinnen weiter sich vermehrt, .wie bisher, dann kommt auch wohl einmal die Zeit, wo dieTochter der Musen" vom Privatdozenten an alle Stuken der akademischen Würde durcheilt. Sie wird Professor und nimmt Sitz im Senat der Universität, wo sie bald die anderen männlichen Kollegen überstimmt. Kommen wird dann auch der Tag, wo wir an unserer Spitze einen weiblichen Rektor haben. Dann dürfte auch die schwierige Frage entstehen, ob analog dem heutigen Brauch beim Rektoratsessen dem Prorektor die Pflicht obliegt, den Gemahl der weiblichen Magnifizenz hochleben zu lassen, oder . . . vielleicht auch zu beklagen. Das gehört einer fernen Zukunft an, möglich ist's aber doch l Heute gilt unser Hoch noch umgekehrt der Gattin des Gatten, der Frau Professor de la Valette 6t. George.

Gegenüber der Meldung, daß der Vatikan die Errichtung einer katholischen theologischen Fakultät an der Straß­burger Universität bereits endgültig abgelehnt habe, verlautet von anderer Sette, daß die Verhandlungen überhaupt noch nicht zu einem Abschluß gekommen seien.

Aus Leipzig wird geschrieben, daß Geheimrat Professor Sohm beim Besuche des-Gewandhaus Konzerts zu Falle kam und einen Rippen- bruch erlitt, der den greisen Gelehrten zwingt, seine Vorlesungen an der Universität auszusetzen. Der Privatdozent in der medizinischen Fa­kultät der Universität Berlin Dr. I. Lazarus ist zum a. 0 Professor ernannt worden. In London ist der Arzt Professor W. Anderson, der im medizinischen Leben Londons eine hervorragende Stelle einnahm, im Alter von 58 Jahren gestorben.

Kan-wirtschaftliches.

VortragskurS für praktische Landwirte. In den Tagen vom 7. bis 10. Januar 1901 veranstaltet der Hessische Land­wirtschaftsrat in Darmstadt wiederum einen Vortragskurs für praktische Landwirte. Die früheren Vortragskurse hatten sich großen Anklangs und starken Besuches zu erfreuen. Der Vortragskurs 1898 zu Darm­stadt zählte 260, der von 1899 zu Gießen 270 und der im Januar ds. Jahres zu Mainz abgehaltene 440 Teilnehmer.

Humoristisches.

Kasernetthofbküte. Unteroffizier (zum Rekruten):Der Kerl macht ein Gesicht, wie ein Seehund, der seine Schnurrbartbinde verloren hatl" <

Im juristischen Examen. Professor:Herr Kandidat, Sie sind zu befangen. Bei Ihnen bricht ja schon der Angstschweiß aus." Kandidat:Ach, Herr Professor, das ist nicht die Angst vor dem Examen. Ich habe nur Angst, nach bestandenem Examen keine An­stellung zu erhalten. "

Ungefährlich. Tabakhändler (der sein Anwesen versichern will):Ich werde doch nicht in eine allzu hohe Gefahrenklasse kommen, Herr Inspektor?" Versicherungsbeamter (wehmütig die offerierte Zigarre bettachtend):Warum denn? Im Hause ist fast nichts als Tabak und der brennt ja nicht!"

Unter Studenten. Bummel: »Du, Süffel, hast Du Dir die Pandekten schon mal angesehen?" Süffel:Ach, die alten Scharteken! Die kenne ich auswendig! Bummel:Auswendig kenne ich Sie auch schon; ich meine aber inwendig."

Uebertrümpft.Mehr Respekt, mein Herr, muß ich bitten: Ich bin der Stern von der Londoner Operettengesellschaft."Und ich binder Stern von der Frankfurter Diskontogesellschaft." Jugend.

Unentwegt.

Ob Bülow selbst das Staatsschiff lenkt.

Ob Jemand anders für ihn denkt,

Ob Bülow heut der Kapitän, Ob Jemand anders souverän, Ob Bülow selbst die Richtung giebt, Ob Jemand anders dieses übt, Ob er den Kurs zur Rechten nimmt. Ob er den Kurs nach links bestimmt, Ob er im Zickzack sich bewegt, Ob er sich matt vor Anker legt, Das ändert Alles gar nichts dran: Herr Miquel bleibt der Steuer mann. ____(»Münchener Jugend ")

Kriefkallen -er Redaktion.

Stammtisch im »Sächs. Hof". Weshalb soll hier nicht jede bürgerliche Person vierspännig fahren dürfen? Wer das Geld dazu hat, sich eigene Vierspännerchaise zu halten, mag mit eigenen Pferden fahren, soviel er will. Wen sonst die Lust dazu anwandelt, darf sich ungehindert auch von einem Lohnkutscher vierspännig spazierenfahren lassen. Em diesbezügliches Verbot in Gestalt einer Polizeioerordnung existiert nicht und dürste auch nicht als zeitgemäß bettachtet werden.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische vettteiudr

Donnerstag den 22. November, abends 8 Uhr: Bibelpurwe im Konfirmandensaal (Kirchstraße S). Ps. 4. Pfarrer Schlosser.

Han-el und Verkehr. Volkswirtschaft.

Prag, 21. November. Das Zentral-Lerkaufsbureau der böhmischen Eisenwerke hat den Preis von Trägern neuerdings um eine Krone per Meter-Zentner herabgesetzt.

Rückfahrkarten «ach der Riviera. Von den Reisenden nach der Riviera und Südfrankreich, die sich nicht für den ganzen Winter, sondern etwa nur für einige Wochen dort aufhalten wollen, ist das bis­herige Fehlen von Rückfahrkarten schon oft unangenehm empfunden und ernstlich gerügt worden. Durch Vereinbarung mit den italienischen und französischen Mittelmeerbahnen sind nun ab lb.November Rückfahrkarten