Ausgabe 
22.9.1900 Erstes Blatt
 
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Markus Bauer.

2024

Giessen,

Kirchen platz 11.

ahre sind rote, feint - Wit^ihk och nicht len Les

Zmmde

links der Chaussee

Kastel, 17. September. Unter dem Vorsitze des Rem danken Wolfschmidt-Schotten fand am Sonntag in der Turnhalle die aus den drei Provinzen recht zahlreich be­suchte diesjährige Generalversammlung des Ver­bandes der Rechner in den Landgemeinden des Großherzogtums Hessen statt. Bezüglich der AlterS- fürsorge faßte die Versammlung den einstimmigen Beschluß, unbeirrt waS das Jnvalidenversicherungsgesetz in seiner Wirkung vom 1. Januar 1900 dem Rechner unter 2000 Mk. bieten soll, und demjenigen über 2000 Mk. Gehalt bieten kann, an den seitherigen Bestrebungen, die Staatsregierung um entsprechende Fürsorge zu ersuchen, unbedingt festzu- halteu, zumal durch die mit Wirkung vom 1. Oktober dS. JrS. inkrasttretende Neugestaltung des Staatskassenwesens den meisten Rechnern in größeren Gemeinden umfangreiche staatliche Verpflichtungen auferlegt werden. Die Gehalts­frage, welche bis heute noch der Willkür der Gemeindevor­stände anheimgegeben, ist durch diesen Modus zum Teil geradezu auf lächerliche Mißverhältnisse gekommen; eine ein­heitliche Regelung durch die Staatsregierung soll angestrebt werden analog der Konsequenz:Wer die Arbeit bestimmt, bestimmt auch den Lohn.- Die nächstjährige Landesver­sammlung des Verbandes findet im städtischen Saalbau in Darmstadt statt.

Presse nahm seine Partei. Gestern verpflichtete ihn jedoch ein Ehrengericht, an welchem drei Offiziere teilnahmen, zum Duell. Dasselbe fand heute Morgen statt; der junge Mann Erhielt eine lebensgefährliche Schußwunde in den Unterleib.

digungen kam, die noch m der Form einer Privatklage vor dem Schöffen­gericht Sühne finden werden. Das Landgericht erkannte gegen Sch. aus einen Monat, gegen S. auf eine Woche Festung.

Schul-Anzüge

in grosser Auswahl!

Vermischtes.

* Hildburghausen, 20. September. Im vorigen Jahre hatte sich ein zur Infanterie ausgehobener junger Mann, der gern Kavallerist werden wollte, dieserhalb direkt an den Kaiser gewendet. Er erhielt dieserhalb drei Tage Arrest. Ein ganz gleicher Fall ist hier abermals vor­gekommen. Ein Mann hatte sich nach China gemeldet. Da seine Einberufung nicht kam, wandte er sich an den Kaiser. Die Antwort kam sehr bald: drei Tage Arrest.

* Infolge eines heftigen Gewitters sind in Almeria (Spanien) sämtliche Flüsse aus den Ufern getreten. Einige Städte sind überschwemmt. Auch aus Oran (an der gegen­überliegenden afrikanischen Küste) werden heftige Stürme mit Regengüssen gemeldet. Eine Anzahl Häuser ist ein­gestürzt. Viele Personen sind verunglückt. Die Soldaten der Fremdenlegion zeichneten sich bei der Hilfe­leistung wesentlich aus. Der Eisenbahnverkehr ist unter­brochen, viele Eisenbahndämme sind unterspült.

* Budapest, 20. September. Gestern fand hier zwischen dem Journalisten Farkashazi und dem Kammerherrn Latinovics wegen einer Zeitungspolemik ein Piftolen- Duell statt, in dem letzterer schwer verwundet wurde. Vor einigen Tagen sprach ein junger, in der Lebewelt sehr bekannter Mann auf der Straße die Gattin eines höheren Beamten an, wofür er von dem zufällig herbei­kommenden Gatten empfindlich gezüchtigt wurde. Der Gatte verweigerte die Genugtuung mit Waffen und die gesamte

Stöbt. Schlachthaus.

Freibank. 6148

Heute und morgen:

SchweimSeislh 45 $lfg.

Kandel uud Verkehr. KslkswirMast.

Frankfafter Börse vem 20. September.

Wechsel auf New-York zu O.OO-Otfc

Prämien auf Kredit per ult Sept. 1.15%, do. per ult Okt. 2.30%, Diskonto-Kommandit per ult. Sept 0.90 %, do. per ult Okt. 2-20 %, Lombarden per ult Sept. 0.40%, do. per ult Okt. 0.85 %. Deutsche Bank per ult. Sept 0.00%.

Kotierungen: Kreditaktien 205.90-10.000-00, Diskonto- Kommandit 172.50-60-40-00-00 Staatsbahn 141.50-00., Lombarden 25.70-60, Italiener 94.20, Spanier 71.90.00, 8proz, Mexikaner 25.35, Bochumer 176-174.50.00 bz., Laura 191.70-50-00-0 bz. G., Harpener 177.80-176.80.000 bz., Gelsenkirchen 189.20-80-189 bz., Privat-Dis- kont 4"/i," 0 G.

1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 205.20-4.40-60-00000 bz., Dis­konto-Kommandit 172.30-1.50-80-10 bz., Staatsbahn 141.50.000 bz., Lombarden 25.60-00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesell­schaft 000.00 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz, 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz.

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Aus dem Geschüftsleben.

Auf der gegenwärtig in der alten Kaiserstadt Aachen tagenden Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte erregt das Plaemon, ebenso wie im vorigen Jahre auf dem Münchener Kongreffe, die allge- meine Aufmerksamkeit. Diesmal ist es der Plasmon-Tisch in der mit dem Kongreffe verbundenen Ausstellung, welcher sich des regsten Zu- wruchs seitens der Aerzte und Hygieniker erfreut. Zwar ist das Plasmon den Aerzten nichts Neues und Unbekanntes mehr denn es grebt heutzutage kaum noch einen Arzt, der dieses in allen Krankheits­und Schwächezuständen angezeigte Nähr- und Kräftigungsmittel nicht mehrfach in der Praxis mit bestem Erfolge verwendet hätte. . da find auch eine Anzahl neuerer mit Plasmon hergestellter diä- tetischer Nahrungs- und Genußmittel, welche das Verwendungsgebiet der Präparates erweitern und seine Darreichung besonders bequem und angenehm gestalten, wie beispielsweise Plasmon-Cacao, -Chokolade, -Hafercacao, -Biscuits, -Zwieback, -Speisemehl u. a., deren zumeist an Ort und StHle konsumierte Proben uneingeschränkten Beifall finden. Auch Die reichhaltige wissenschaftliche Litteratursammlung, welche Berichte über die in Krankenhäusern, Lungenheilanstalten rc. mit Plasmon er­zielten überaus günstigen Resultate enthält, erregt das Interesse der m Maße, da unter den Autoren dieser Ver­

öffentlichungen unfire hervorragendsten ärztlichen Kapazitäten ver­treten sind.

Inder Kreistags-Sitzung vom 10. ds. in Neuwied, wurde der Bau der elektrischen Kleinbahn Neuwied-Heddesdorf-Niederbieber. Oberbieber beschlossen, und der Auftrag zur Ausführung derselben an die Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft vormals C. Buchner, Wiesbaden, übertragen.

~ . Zur Unterkunft für die an Neu-, An. und Umbauten beschäftigten Arbeiter bei ungünstiger Witterung und während der Ruhezeiten müffen ^Baustelle oder in deren unmittelbaren Umgebung mindesten- bis

2, Rohbauer eine oder mehrere im Mittel mindestens

mit Wänden umfchloff-ns und mit Dach oder

' Räume zur Verfügung stehen, deren Grundfläche der- °der Äübn r ei7?»'.^ 8uf an dem Bau beschäftigten Maurer

Der be,^Ä °°n mindestens 0,75 Meter entfällt.

1« W ~L"-l "i irgend ».ich., Ari diirf.r i. dgs.m Raum nichl g-idg-v

§ 2.

in deren" LttttL Umg°bung^n°"ode?°Lbr°°^ M Estelle oder

ISÄÄ'' 80 6er bi 3au b-schWgten Manier und Tag"!

Die Abortgebäude müffen derart eingerichtet sein bofi in m. Aborte weder von der Arbeitsstelle, noch von der Sträbs nh^ nnn n°n Jenpem der Nachbargebäube hineinsehen kann. Erforderlichen Faller finb vor dm Thüren Blenden anzubrtngen. $ Ue6inb I

§ 3.

Für die vorübergehend hergestellten Aborte dürfen keine durchlässiaen Gruben angelegt, sondern es müssen wasserdichte Tonnen, welche nach Be­darf rechtzeitig fortzuschaffen und durch leere, mittelst Kalkanstrichs des­infizierte Tonnen zu ersetzen sind, aufgestellt werden. Diese Tonnen sind durch Sitz- und Stoßbretter zu verdecken. Der Inhalt der Tonnen ist in eine Dunggrube zu entleeren oder auf das Feld zu verbringen und dort unterzugraben. Bei freier, von Wohngebäuden entfernter Lage der Bau-

P außerhalb der Stadt kann von der Polizeibehörde ausnahmsweise Herstellung einer Erdgrube gestattet werden.

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Oktsgewerbcverein.

Diejenigen Mi^lieder, welche sich nächsten Sonntag an ber Fahrt nach Worms zur Generalversammlung deS Laudesgewerbe vereinsund Besichtigung der GewerbeauSstelluug beteiligen wollen, bittet wtr sich bis zum «awstaguachmittag « Uhr bei Herrn L. Petri II. melben zu wollen, um, je nach Beteiligung, eine Fahrpreisermäßigung beantragen zu können.

___ Der Vorstand.

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Gießen, den 24. August 1900.

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I ®ie Unterkunftrräume für bie Arbeiter und die Aborts müffen ae-I ßünklltSDPtffliirPtT a Jetr: Di- Anlegung und Unter- nügend erhellt sein und find stets in reinlichem Zustande zu erhalte». 8

Haltung von NA^rmftsräumen und Aborten auf Baustellen wird hier- «6, In dem Konkursverfahren über

Ut* As öffentlichen Kenntnis gebracht. Die Beobachtung bet Vorschriften unter 1 und 2 kann au» be- $8 93etm®9en bef Fnseurs Karl

8ie6en, den 18. September 1900. Isonderen Gründen, welche die ErMung der Vorschriften nach Lage derI?Cnä Conrad in Gießen ist

GroßheWigliche Bürgermeisterei Gießen. Verhältnisse (namentlich bei kleinen, enggebauten Grundstücken oder 5et n 8ur "ochmaligen Gläubiger«

I. V.: Wolff. 6203I^a-^n ^on nicht erheblichem Umfange) unmöglich oder überflüssig erscheinen *uf ^eitag bett

_________L "^ lassen, von der Polizeibehörde nachgelassen werden. 28. September 1900, vor- l 8 7 mittags 10 Uhr, vor dem Groß-

«J.. X150LTT- lmarkung Gießen:

Flur 40 Nr. 37/100 = 276 qm Lofraite,

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Weratur.

Es ist Herbst und die Blätter fallen. Auch auf den Redaktionstisch. Zurächst »Der Türmers Monatsschrift für Ge­müt und Geist. HerauSgegrben von I. E. Frbrn. v. Grotthuß. Preis vierteljährlich 4 Mk. einzelne Hefte 1 Mk. 50 Pf. (Stuttgart, Greiner u. Pfeiffer.) Das S,ptemver-Heft enthält folgende Auf­sätze rc.: Kontzin Luise und die Kaiserinnen Maria Feodorowna und Elisabeth Alex jrwna. Von P. Batllen. Herbst. Gedicht von L. v. Strauß und Torney. Die Halben. Ein Roman aus unserer Z?it. Von Jeaonot Emil Frhrn. v- Grotthuß. (Schluß.) Marie von Ebner Eichenbach. Von Harry Maync. Fabrikmädchen. Gedicht von Otto Luke. In den Bergen von Tyrol. Von Peter Rosegger. Nikolaus Lenau und Emilie von Retnbeck. Von Otto Berdrow. Kritik: Philosophisches. Von Dr. Karl Gebert. Ziegler, Das Komische. Eastle, Die Isolierten. Rundschau: Das hetltze Jahr. Bon Emil Mauerhof. Im Zeichen deS Rationellen. Von Otto Feeg. Frederi Mistral. Zu seinem 70. Geburtstage A September). Von T. Kellen. Stimmen des In-und Auslandes: Die Furcht vor dem K<ankenhause. Londoner Theaterverhältniffe. Don -r-. Offene Halle: Zum Fall Home. Von Max Setlina. Türmers Tagebuch: Patriotismus und Press-. Briefe. Kunstbetlage: Marte von Ebnrr^Eschenbach (Photograoure) jux N" müderes Blatt, das uns fett Kurzem regeln-äßtg auf den Tlsih Mt, ist ^Hesscnland", eine Ze-tschrifl für Hessische Geschichte und Lttteratur, die bereits im 14. Jahrgang steht, in unserer Großh. Provinz Oberhessen aber wenig gekannt zu sein scheint. Das Blatt

,unb 161 ieden Monats und kostet vierteljährlich

Mk. (Verlag von Friedr. Scheel in Kassel.) Es bringt btttorische und litteraturbtstorische Aufsätze unter besonderer Berück- stchtigung Hessens, El-ähiungen und Gedichte hessischer Dichter, Nachrichten über Theater und von den Untoerfitäten, Bücher- besprechur,gen rc.

Gerichtssaah

Leipzig, 18. September. Vor dem Landgericht hatten sich wegen Herausforderung zum Zweikampf, bez. wegen Cartelltragens der 1873 geborene Kandidat der Medizin Paul Martin Schuster und der 24jahrtge stud.jur. Hermann Sachse zu verantworten. Der ange- ttagte Sch., der früher aktiver Offizier war, wurde beschuldigt, durch S dem Rendanten Zimmermann zu Trebsen eine Forderung auf Pistolen übermittelt zu haben. Der Sachverhalt ist folgender: Zwischen dem Rendanten Z., einem Vetter des Besitzers des Ritterguts Trebsen, und Sch. der m dem nahe gelegenen Malzig öfter die Ferien verlebt und sich dort zum Examen vorbereitet, besteht seit längerer Zeit ein ge­spanntes Verhältnis. Bisher aber war es Sch. nicht möglich, gegen den Rendanten vorzugehen, da er die Aeußerungen, die dieser über ihn that nur auf indirektem Wege zur Kenntnis erhielt. Alljährlich werden in Trebsen ttn Sommer für die junge Herrenwelt Rennen arrangiert, bei denen rm vorigen Jahre eine Differenz bezüglich der Preisvsrteilung entstand. Diesmal wurde nun in Walzig auch ein Rennen veranstaltet, was den Konflikt zwischen den beiden Herren noch verschärft haben mag. Jedenfalls hi^te Sch., daß Z. im Gasthofe ihn einen unverschämten Menschen rc. tituliert habe, und ließ ihm am 8. Juli durch den Mit­angeklagten eine Forderung auf Pistolen überreichen. Z. lehnte die Forderung jedoch ab und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und auch noch bnm Gendarm. Einige Tage später trafen Sch. und der Herausgeforderte in einem Restaurant zusammm, wo es zu Belei-