Ausgabe 
22.8.1900 Erstes Blatt
 
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seine industrielle und kommerzielle Thätigkeit im Gesamt- interesse deS Reiches erhalten und gefördert werde.-

Aus dem Jahresbericht der Grotzh. Handelskammer zu Gießen.

Verkehrswesen. A. Eisenbahnwesen.

Im Laufe des Jahres übernahm Herr Thome- Frankfurt als Nachfolger des hochverdienten Eisenbahn^ Drrettionspräsidenten Becker die Amtsgeschäfte als Prä­sident der Königlichen Eisenbahndirektion Frankfurt a.M. Die Kammer sieht in der seitherigen verdienstvollen Thätig­keit des Präsidenten Thome auf dem Gebiete des Ver­kehrswesens eine Bürgschaft für ein segensreiches Wirken desselben in seinem neuen Tirektilonsbezirke.

Unsere Bemühungen uni Verwirklichung des Bahn Projekts Mücke - Ulrichstein - Rixfeld setzten wir fort. Um eine Grundlage für unser Eintreten zu haben, ließen wir uns von dem Eisenbahnkomitee Mücke- Ulrichstein eine, ausführliche Rentabilitätsberechnung vor- lcgen. Bei der zweiten Kammer der Landstände wurden wir deswegen mit einer Eingabe vorstellig.

Auch im Berichtsjahr war es unser unablässiges Be­streben, für Verkehrserleichterungen auf den für unfern Bezirk wichtigen Linien einzutreten. Schon bei Ausgabe unseres vorjährigen Jahresberichtes konnten wir mit Genugthuung seststellen, daß vom 1. Mai 1899 ab die Einlegung von Schnellzügen Gießen-Betzdorf Hagen und eines Schnellzugpaares auf der Main-Weser-Bahn erfolgt sei. Jedoch bot uns der Umstand, daß zwischen Mittag und Mitternacht kein Schnellzug mit dritter Klasse Frankfurt verläßt, Veranlassung im Verein mit Schwesterkammern und anderen Interessenten aus Beseitigung dieser Verkehrs­erschwerung, die weit über Kassel hinaus schmerzlich em­pfunden wird, hinzuwirken, und ließen wir demgemäß durch unfern Vertreter im Bezirks-Eisenbahnrat Frankfurt a. M. den Antrag stellen .Verehrlicher Bezirks-Eisenbahnrat wolle das Bedürfnis der Einlegung eines Nachmittags- Schnellzuges mit dritter Klasse, Abgangszeit etwa 4 Uhr 20 Min. wie im Sommerfahrplan-Entwurf für 1897 vorgesehen war anerkennen und aufs neue dafür ein­treten". Zu bedauern ist nur, daß unsere Bemühungen, bis jetzt von Erfolg nicht gekrönt worden sind.

Angesichts des stetig wachsenden Verkehrs mit dem rheinischwestfälischen Industrie- und Koblengebiet muß das Fehlen einer durchgehenden Schnellzugsver- vindung.Gießen-Köln schwer empfunden werden. Wir ließen daher im Bezirks-Eisenbahnrat beantragen: 1. Wetterführung des Schnellzuges Nr. 81 von Betzdorf nach Köln. 2. Anbringung eines Schnellzugs für die Teilstrecke Köln-Betzdorf mit Anschluß an Zug Nr. 82. Auch dies unaufschiebbare Verkehrsbedürfnis harrt leider noch seiner Befriedigung und wird dieser Antrag darum bis zu seiner definitiven Erledigung den Bezirks-Eisenbahnrat stets aufs neue zu beschäftigen haben.

Seit längerer Zeit bemüht sich die Kammer, zu er­reichen, daß der von Mainz 12 Uhr 43 Min. in Frankfurt a. M. ankommende, den Verkehr von den Pfälzer­bahnen vermittelnde Zug Anschluß finde an den 12 Uhr 40 Min. abgehenden Schnellzug Frankfurt- Kassel. Die zuständige Eisenbahndirektion hat sich trotz der geringen Zeitdifferenz, deren Ausgleichung dem Uebel- stand abzuhelsen in oer Lage wäre, unserm Wunsche bis jetzt gegenüber ablehnend verhalten. Doch wurde uns in letzter Zeit die Zusicherung zu Teil, daß bei der nächsten inter­nationalen Fahrplan - Konferenz der beantragte Anschluß befürwortet werden solle.

Auch im Betriebsjahre traten wir unausgesetzt für Einlegung eines Frühzuges vor Zug 523 Gr e ß e n - A ls s el d und eines Gegenzuges zwischen den Zügen Nr. 528 und 530 ein. Doch lehnte die Eisenbahn­direktion eine Zugvermehrung ab, da die geringe Frequenz eine solche fiskalische Aufwendung zurzeit nicht rechtfertige, lieber eine kleine von ihr bewilligte VerkehrSerleichLerung konnten wir bereits'in dem letzten Jahresbericht Mittei­lung machen.

Im vorjährigen Jahresbericht konnten wir eine aus­führliche Darlegung über den Stand des Eisenbahn­projektes Alsfeld-Hersfeld geben. Obwohl der hessische Landtag in seinen beiden Kammern unserer Re­gierung die Förderung dieses Projektes anempfohlen hat, obwohl durch Anlage der Bahnstrecke Hersfeld-Treysa nur noch eine Anschlußstrecke Nieder-Aula-Hersfeld herzustellen nötig ist, ruhte bisher die Angelegenheit. Die Kammer hat beschlossen, aufs neue in geeigneter Weise Anregung zu geben, damit endlich diese für die wirtschaftliche Ent­wickelung jener Gegend und den Durchgangsverkehr so wichtige Linie zur Lttrsführung kommt. Es sollen Anträge sowohl an den Landtag wie an den Minister der öffentlichen Arbeiten in Berlin abgehen. Im nächsten Jahresbericht werden wir in der Lage sein, über den Erfolg Mitteilung zu machen.

13. Heuttülverlsulmlüug des EevtrsLoerbaildes deutscher Sauf- leute und Sewerbelreideuder

Stettin, 19. August.

Heute trat hier unter dem Vorsitz seines langjährigen Präsidenten Senator Schultze-Gifhorn die dies­jährige (13.) Generalversammlung des Zentraloerbandes deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender, der ältesten, größten und rührigsten Jnteressen-Vereinigung des ge­werblichen und kaufmännischen Mittelstandes, zusammen. Aus der Tagesordnung stehen u. a. ein Referat des Stadt­verordneten Kaiser-Breslau über die verderbliche Wirkung der täglich neu auf tauchenden Syn­dikate für den Detailhandel, sowie eine Stell­ungnahme zu den bekannten Aeußerungen des Oberbürger­meisters Bender-Breslau. Hierzu haben die Berliner Vereine der Kolonialwarenbranche folgenden Antrag ge­stellt:

Der Zentralverband erklärt es für dringend er­forderlich, daß dem Oberbürgermeister Dr. Bender- Breslau für seine empörenden Beschimpfungen des Klein­gewerbe- und Kleinkaufmannsstandes im Herrenhause, geschehen am 12. Juni d. Js., die gebührende Antwort gegeben wird: mit Rücksicht darauf, daß sie in der Oesfentlichkeit gemacht wurden, ist auch eine Rechtfertig­ung der Oefsentlichkeit gegenüber in geeigneter Weise

erforderlich. Der Vorstand wird ersucht, diesen Auftrag auszuführen.

Der Provinzialverband für Schlesien und Posen wünscht, daß das Gesetz vom unlauteren Wettbewerb dahin abgeändert werde, daß insbesondere bei den Ausver­käufen, Konkurs-, Totalausverkäufen rc. Nachschübe resp. Neuanschaffungen von Waren unbe­dingt verboten werden. Konknrswaren sollen nur in se paratenRäumen ausgeboten werden. Tie Gerichts­behörden sind zu ersuchen, die freiwilligen Ausverkäufe durch Mc Gerichtsvollzieher, welche erstere den seßhaften steuerzahlenden Handels- und Gewerbestand aufs Schwerste schädigen, zu verbieten.

Derselbe Verband beantragt,die Staatsregierung resp. den Bundesrat dringlich zu ersuchen, die in der teilweisen Steuerfreiheit der Konsumvereine leider be­stehenden Privilegien endlich zu beseitigen, um gleiches Recht und gleich Pflichten für alle zu schaffen."

Ein weiterer Antrag betrifft die Frage des Sac­charin, Zuckerin rc. und lautet:Der Verbandstag hält .die Verbreitung des Verkaufs von Saccharin, Zuckerin, wie aller künstlichen Süßstoffe für eine weitere Sclstidigung im Kolonialwarenhandel und empfiehlt, diesen Artikel nicht zu führen und bei den gesetzgebenden Körperschaften vor­stellig zu werden, daß eine entsprechend h o h e B e ste u e r - ung solcher Süßstoffe eintrete."

DerVerband selbständiger Kaufleute für Rheinland- Westfalen" beantragt:

1. bei der Regierung vorstellig zu werden, daß die Ge­werbesteuer ganz aufgehoben wird; falls dies in ab­sehbarer Zeit nicht angängig, daß auch die Rechts­anwälte und Aerzte zur Gewerbesteuer herangezogen werden. (Verein Bielefeld.)

2. Gleichstellung der Beamten in der Steuerzahlung mit den übrigen Staatsbürgern. (Verein Dortmund.) Der ,,Verein zur Wahrung städtischer und geschäft­licher Interessen in Koblenz" wünscht ein Verbot des Nach>- schiebens Yon Waren bei Ausverkäufen, die Errichtung von Detaillistenkammern und eine Kritik der Warenhaussteuer.

Vom hannoverschen Verbände wird beantragt, 1. auf eine höhere Besteuerung der Wanderlager hinzuwirken und 2. gegen die Zentrale für Spiritusverwertung vorzugehen.

Vom Verbände der Kaufleute der Provinz Sachsen, Anhalt und Braunschweig ist der Antrag eingebracht, daß der Zentralverband beim Reichspostamt vorstellig werde, daß für den Klein verkauf von Postwertzeichen eine ent­sprechende Vergütung gewährt werde.

Schließlich wird noch vom Schutzverein in Greifswald (Pommern) die Forderung erhoben,daß der Befähigungs­nachweis wieder eingeführt werde und zwar in der Weise, daß jeder, der ein Geschäft oder Handwerk anfangen will, drei Jahre gelernt haben muß."

Vermischtes.

* Koburg, 19. August. Eine furchtbare Brand­katastrophe hat das benachbarte Dorf Großwal­burg heimgesucht. Gegen 11 Uhr brach unmittelbar neben der Kirche Feuer aus. In einer Viertelstunde stand der südwestliche Teil des Dorfes in Flammen. Nach zwei Stunden lagen 18 Wohnhäuser und 24 Scheunen mit Nebengebäuden in Asche. Menschenleben sind nicht zu beklagen, doch sind viele Vorräte verbrannt. Die Koburger Feuerwehr wurde in einem Extrazug zur Brandstelle be­fördert. Nach mehrstündiger Arbeit war der Brand gelöscht.

* Budapest, 19. August. Der Advokaturkonziplent DolmonkoS wurde von dem Oberst eines Jnfaut.-RegtS., das über den Zollamtsplatz marschierte, durch Säbelhiebe schwer verwundet. DolmonkoS soll angeblich das Pferd des Obersten mit dem Stock geschlagen und sodann den Obersten mündlich insultiert haben. Die Untersuchung ist eingeleitet.

Agram, 19. August. Die 300 Mtr. lange Eis en- brücke zwischen den Stationen Sulcan und Lucin stürzte Freitagvormittag in dem Augenblick ein, als ein Personen­zug in voller Fahrt die Brücke passierte. Die Lokomotive stürzte in den Zsils Fluß, die Personenwagen fielen glück­licherweise aus das stehen gebliebene Brückenteil; der Heizer und Lokomotivführer konnten sich retten. Die Ursache des Einsturzes ist in den Regengüsien der letzten Wochen zu suchen. __________ _

Kunst md Wissenschaft.

Parts, 19. August. In der Klaffe VIII (Stiche und Litho­graphien) erhielten von Deutschen große Preise: Köpping und Menzel; goldene Medaille: Forberg, Meyer und der Original-Radierungsverem; silberne Medaillen: Fechner, Holzapfel, Krüger, Doris Raab und Wolff. In Klaffe IX (Skulpturen, Medaillen- und Steinschneider) große Preise- Begas, Cipris Breuer, Robert Diez; goldene Medaillen: Adolf Brüt:, Adolf Hildebrand, Erich Höfil, Max Kruse, Rudolf Maison, W. Rüemann, Walter Schott, Franz Stuck, Louis Tüaillon; silberne Medaillen: Gustav Eberlein, Heinrich Epler, Ernst Geyger, Bernhard Heising, Ernst Herter, Hermann Wolz, Willy Widmann. In Klaffe X (Architektur) große Preise: Radke und Seidl; goldene Medaillen: Haller u. Cie, Hocheder, Licht, Thiersch; silberne Medaillen: Eggert, Ende, Griesebach, Hauberiffer, Littmann, Hoffmann, Olzen, Roßbach, Schmechten.

Schaperstraße 5). Die Monatsschrift hat e» sich zur Ausgabe gemacht, Kenntnis und Verständnis für den geschrchrUchen und künstlerischen Wert unserer deutschen Burgen zu verbreiten und nach Möglichkeit zu erreichen, daß diese Zeugen deutscher Vergangenheit vor dem Verfall bewahrt oder durch sachgemäße Bauarbciten in befferen Zustand gesetzt werden. Diese Ziele verfolgt derBurgwart" durch Berdftentlichung größerer Aussätze historischen, architektonischen und kulturgeschichtlichen Inhalts, die durch zahlreiche gute Illustrationen geschmückt werden, während in einer sehr sorgfältig redigierten Rubrik ,®urgfnf4nu" über alle Vorgänge auf dem Gebiet der Burgenkunde berichtet wird DaS vornehm auSgestattete Blatt ist Organ derVereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen-, die unter dem Protektorat Er. Hoheit des Herzog» Ernst Günther zu Schleswig, Holstein steht. Wegen der Mitgliedschaft (Beitrag 10 Mk. jährlich, ein­schließlich kostenfreier Zustellung de»Burgwarts") wende man sich an den Schriftführer Bodo Ebhardt, Grunewald-Berlin, Jagowstraße 28a, wegen kostenloser Zusendung von Probenummern desBurgwarts" an den Verlag.

jan-mittschast.

Lauterbach, 19. August. Am vergangenen Dienstag besuchte Landrat v. Steinmann mit der Körkommission des KreiseS Hünfeld unter Führung des Kreisrats Dr. Wallau und KreivkulturtechnikerS Kunz eine Anzahl Orte des KreiseS Lauterbach, um sich über den Stand der Simmenthaler Rindviehzucht im Lauterbacher Bezirk zu informieren und geeignetes Zuchtvieh für den Kreis Hünfeld, welcher auch die Rein­zucht de« Simmenthaler Rindviehschlag» anfirebt, einzukaufen. Be« sichtigt wurden die Viehbestände in Maar, Angerübach, Stockhausen und Hof Rudlos, wohin noch teilweise Vieh aus den Orten Reuters, Sicken­dorf, Steinfurt u. a. gebracht worden war. In sämtlichen Orten sprach sich die Hünfelder Kommission in der anerkennendsten Weise über den Stand der Simmenthaler Rindvichzucht im Kreiß Lauterbach aus. Be­sonders konnte man in Angersbach und Rudlos wahrnehmen, wohin klare, zielbewußte und mit Verständnis durchgeführte Zuchtbestrebungen fuhren müffen. In Angersbach waren circa 100 Stück Großvieh Simmen­thaler Reinzucht von nur kleineren und mittleren Landwirten in einer Kollektion zusammgestellt worden, wie sie schöner wohl kaum ein anderer einzelner Ort in weiterer Umgebung aufroelfen kann. Gewiß ein Zeichen, was durch Zusammenschluß der zersplitterten kleineren Kräfte zu erreichen ist. Auch an dieser Stelle sei bemerkt, daß, wie bereit- in anderen hochentwickelten Zuchtgebieten die rationelle Viehzucht hauptsächlich in den Händen der kleineren und mittleren Landwirte liegt, wir auch im Vogels­berg allmählig dahin gelangen müffen, daß diese Landwirte, zu Zucht­vereinigungen zusammengefaßt, die eigentlichen Träaer der ganzen Vieh­zuchtbestrebungen bilden und denselben hierdurch der Hauptnutzen auS einer rationellen Gestaltung unserer Rindviehzucht zuteil wird Den Be­weis, daß wir im Lauterbacher Kreis auf dem besten Wege hierzu sind, haben die stattaehabten Besichtigungen zur Genüge erbracht. Im ganzen hat die Hünfelder Kommission sechs Zuchtbullen, zwei in Maar, drei in Angersbach und einen in Rudlos, angekauft und noch weitere Ankäufe für die nächste Zeit in Aussicht gestellt. Wenn ans dem beschrittenen Weg, nur reinrassiges, erstklassiges Vieh zu züchten, fortgesahren wird, so dürfe mit Sicherheit zu erwarten sein, daß der KreiS Lauterbach immer weitere Absatzgebiete für gutes Zuchtmaterial finden wird, wodurch dann auch die Landwitte einen größeren Nutzen auS den für die Viehzucht gebrachten großen Opfern erzielen werden. L. 9L

Gerichtssaal.

Homberg, (Bez. Kaffel) 19. August. Der Bürgermeister Gohlke hier, der mit der Stadtverlretung in Fehde lebt und fein Amt gekündigt hat, hatte sich um die Bürgermeifierstelle in Cranz bei Danzig beworben und war in engere Wahl gekommen. Die dortige Stadtvertretung hatte sich nun um Auskunft an die hiesige gewandt. Als solche sandte man ihr das Kreisblatt ein, worin das Antwortschreiben der Stadtvertretung auf die Kündigung des Bürgermeisters veröffrntlicht war, indem e» heißt-, die Amtsniederlegung Gohlke'S fei feine erste und einzige flute That für die Stadt. Dies hatte zur Folge, daß Herr Gohlke in Cranz nicht gewählt wurde. Hierauf hat er jetzt Magistrat und Stadtverord­nete hier, 24 Personen, wegen Beleidigung und Vermögens- schädigung verklagt. Termin steht am 6. Oktober vor hiesigem Amts­gericht an.

Saatfeld, (Ostpr.) 19. August. Die Eidesvtrweigerung des Rittergutsbesitzers List vor einem jüdischen Assessor hat ihren Ab­schluß gefunden. Nachdem Herr L. im Juli zu 200 Mk. Geldbuße und zur Tragung der Kosten eines neuen Termins verurteilt und seine Be­schwerde vom Landgericht Braunsberg zurückgewiesen war, erschien Herr L. zum neuen Termin vor demselben jüdischen Affeffor mit den Worten: Gezwungen von der Gewalt des Staates, will ich den Eid leisten" und schwur. Herr L., der zur Eidesformel noch Zusätze murmelte, wurde wegen Ungebühr vor Gericht zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt, die er sofort bezahlte.

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Z>1e A»weyr«ommfssto« des Aentschen M-faSrikanten-AerVaades.