Ausgabe 
22.7.1900 Erstes Blatt
 
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Kälber tot

§ Heber das chinesische Zeitungswesen machte dex Missionar E. Box in der MijsionszeitschriftThe Messenger" vor einigen Jahren interessante Angaben. Darnach werden, genau genommen, im eigentlichen China noch immer keine Zeitungen herausgegeben, weil man die Fremdenviertel der verschiedenen Vertragshäfen nicht zu China rechnen kann. Denn diese Viertel haben ihre eigene Organisation und eigene Gerichtsbarkeit, die sich auch auf die darin wohnenden Chinesen erstreckt. Allerdings gehen die in den Fremdenvierteln meist mit Hilfe von Ausländern hergestellten chinesischen Zeitungen massenhaft nach an­dern Orten, aber in rein chinesischen Städten erscheint, wie gesagt, noch kein einziges Blatt. In Shanghai giebt es zur Zeit drei täglich erscheinende einheimische Zeit­ungen: Hupao, Schenpao und Sinwanpao (Pao heißt Zeitung, hu ist ein alter Name für Shanghai usw.), und in Kanton, Futschau und Tientsin je eine; außerdem in Hongkong fünf, in Hanoi und San Francisco je eine und in Singapore drei besonders gut redigierte. In Hinter­indien sind die Chinesen schon seit mehr als hundert Jahren ansässig und es giebt viele wohlhabende Leute unter ihnen. Aber viele können tzar nicht mehr chinesisch lesen, weshalb sie sich vielfach ein ebenfalls von Chinesen in ma­laiischer Sprache, der Lingua Franca ganz Hinterindiens, in Singapore herausgegebenes Blatt halten. Sämtliche in chinesischer Sprache 'erscheinende Zeitungen verfolgen keine bestimmten politischen oder sozialen Zwecke, sondern sind reine Geschäftsblätter.

mitsingen?"Frisch auf, frisch auf, wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Thal!"Ringel, Ringel, Rosen, Apri­kosen, Rosen und Vergißmeinnicht, kleine Kinder setzen sich."Tüdelüdelü, morgen kommt die Tante, bringt mir einen Sack voll tüdelüdelü, und ich sage danke." Der Papagei wurde im Jahre 1898 in Graz ausgestellt und bekam damals bei der Tierschutz-Ausstellung zur großen Freude seiner Besitzerin den ersten Preis.

Neun Jahre später wurde der Sultan der Türkei von der I Londoner City als Gast gefeiert; die ihm zu Ehren veran­stalteten Feste erforderten wiederum einen Aufwand von einer halben Million. Das Hochzeitsgeschenk der City für bte Prinzessin von Wales i. I. 1863 bestand in einem Brillant- schmuck, der 200000 Mk. kostete; die damals veranstalteten Festlichkeiten, unter denen besonders ein Ball im Londoner I Stadthaus, dem Mansion House, Erwähnung verdient, kosteten der City rund eine viertel Million Mark. Der | Schah von Persien wurde 1873 in feierlichem Zuge vom Lordmayor und den Aldermen begrüßt und mit einem Auf- I wand von mehr als 300 000 Mark als Gast der Weltstadt gefeiert. Nicht viel weniger gaben die Stadtväter im fol- I genden Jahre anläßlich der Visite des Zaren in der City I aus. Zweimal sah in früheren Jahren der Lordmayor die Königin bei sich zu Gast, im ersten Jahre ihrer Regierung, wo ein Bankett mit einem Aufwande von 162 000 Mark veranstaltet wurde, und im Jahre 1851, wo die Kosten des Diners wenig mehr als 100 000 Mark betrugen. Als Kaiser Wilhelm im Jahre 1891 zum ersten Mal als Gast von der Londoner City eingeholt wurde, betrugen die Kosten des Empfanges 75000 Mark,eine lächerlich geringe Summe im Vergleich mit der Bedeutung des Ereignisses", wie ba- | mals die Londoner Blätter schrieben. (Mitgeteilt vom In­ternationalen Patentbureau Karl Fr. Reichelt, 23erlin NW. 6). I

* Miß Katherine Dodd erzählt in derRevue des Revues", sie habe etwa 600 Kindern aus verschiedenen I englischen Schulen, die im Alter von elf, zwölf und drei- I zehn Jahren standen, folgende Frage vorgelegt:Was | möchtest du lieber sein, Mann oder Frau? Warum?" Von | mehr als 300 Mädchen bedauerten kaum dreißig, dem schwachen Geschlechte anzugehören, und nur zwei Knaben waren darum bekümmert, männlichen Geschlechtes zu sein. Beide Geschlechter waren der übergroßen Majorität nach I mit ihrer natürlichen Bestimmung zufrieden. Die Motive aber, die von den Kindern angegeben wurden, waren sehr I verschiedener Natur. Bei den kleinen Mädchen feierte die Ethik wahre Triumphe.Die Frauen", sagte Eine,sind I besseren Gemütes als die Männer."Sie arbeiten", | meinte eine Andere,während die Männer schwätzen." I Eine Dritte antwortete:Die Frauen sind ehrlicher als die Männer, sie arbeiten schneller als die Männer, überdies I betrinken sich diese!" Die Knaben stellten praktischere Betrachtungen an; sie zogen ihr Geschlecht vor,weil eS so angenehmer sei."Die Frauen," bemerkte Einer, haben zu viel Unglück beim Geldverdienen."Sie können I weder Reisende noch Kaufleute, weder Soldaten noch Er- I findec werden, und das sind doch die einzigen erträglichen Berussarten," sagte ein Zweiter. Einer der kleinen Dissidenten antwortete mit einem etwas frühreifen Humor: Die Frau verheiratet sich, nimmt ihrem Manne das Geld ab, das er nach Hause bringt, giebt es aus, läßt ihre I Dienstboten arbeiten, und macht dem Manne, wenn er spät I nach Hause kommt, einen großen Spektakel. Deshalb I möchte ich eine Frau sein." Aus die zweite an die I Kinder gerichtete Frage: Welche Person von Rang sie am liebsten sein möchten, lauteten die Antworten wenig von einander abweichend. Die meisten der kleinen Mädchen | wollten die KöniginViktoria" sein,weil sie sehr gut sei",weil sie ihr gutes Herz anderen gegenüber beweise", I weck sie sehr viel Geld habe". Das war so ziemlich der Gedankengang der meisten Mädchen. Bon den Knaben wollten fast alle Wellington, Shakespeare oder Sir Redvers Buller sein. Einer der Knaben gab folgende Antwort:Ich möchte in Friedenszeiten König sein und während des Krieges Geschäftsreisender." Ein anderer schreibt:Ich bin am liebsten ich. Denn erstens kann ich ja kein anderer werden, und zweitens werde ich, wenn ich I einmal groß sein werde, Großes vollbringen." Der kleine Schlingel scheint zwar nicht sehr bescheiden, aber wie der erste Teil der Antwort beweist, der einzige Philosoph unter der ganzen Schar zu sein.

* Die klugeLora". Nach demTierfreund" be- I richtet das Wiener Extrablatt: Frau Fodroczy von Fodrovec in Graz besitzt einen Papagei, den sie selbst abgerichtet hat, so daß er allerliebst spricht und sogar:Ach!, ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküßt" mit Klavierbegleitung singt. Der Papagei dürfte beiläufig 6 bis 7 Jahre alt gewesen sein, als er in den Besitz seiner Herrin gelangte. Es ist eine Rotbug-Amazone, die aus Südamerika stammt. Anfangs war das Tier besonders unbändig und sehr böse. | Nur durch ausdauernde Geduld und liebevolle Behandlung wurde es schließliche z-ahm. Allein erst nach zwei Jahren gelang es, den Papagei zum Sprechen zu bringen; dann lehrte <vhn seine Besitzerin, Lieder auf Befehl zu singen und auf Fragen passende Antworten^u tzeben., Dies dauerte ungefähr drei Jahre. Jetzt folgtLora" aufs Wort, spricht, singt und giebt auf die gestellten Fragen sogleich Antwort, so oft und zu welcher Stunde es aud) sei. Merkwürdig ist es, daß der Papagei unaufgefordert niemals spricht. Hier einigeFragen und Antworten" des klugen Tieres:Was sagt man, wenn jemand seinen Namenstag feiert?" Ich gratuliere."Soll Mama ausgehen?"Adieu, Mama."Will Lorchen etwas zum Essen haben?"Bitt, bitte, Stück Zucker haben." Nun wollen wir mal singen: Alle meine Enten schwimmen auf der See, Kopf im Wasser, Schwanz in die Höh'!"Unser Kaiser liebt die Blumen, denn er hat ein zart' Gemüt; doch vor allen ist es eine, die in keinem Garten blüht."Höre 'mal! Nun kommt Papa."Mama krank" (weint).Leo, Leo, geh' 'raus! (pfeift dem Hund). Auf Anklopsen :Wer ist da?" Mama, wer ist da?"Großpapa, Kuku,Kuku, Emma, Margaretha, Frida, Ida."Dora, bring' Kaffee 'rein!" Wollen wir nochmals singen?"Ja, ja, will Mama

Gießen, 20. Juli. Strafkammer. Die heutige Ferienkammer verhandelte zunächst gegen den 16 jährigen Dienstknecht 'Karl. Fritz aus Hungen wegen fahrlässiger Brandstiftung. Der Angeklagte, der damals in Diensten des Gutsbesitzers v. O. in Hungen stand, wird beschuldigt, fahrlässigerweise einen im Felde stehenden Strohhaufen seines Dienstherrn im Wert von 200 Mk. dadurch in Brand gesetzt zu haben, daß er ein Bund Stroh herbeiholte und dadurch das im Verlöschen begriffene Feuer eines von einem Mitknechte entzündeten Spreuhaufens wieder zur Flamme anfachte. Durch den plötzlich eingetretenen Wind war dann das Feuer auf den etwa sieben Meter entfernten Strohhaufen übertragen worden. Der Angeklagte ist ge­ständig, wird aber einer überaus leichtfertigen Handlungs­weise überführt und mit einer Gefängnis st rafe von j 10 Tagen belegt. Der mehrfach vorbestrafte Tage- löhner Friedr. Lauth III. von Laubach ist beschuldigt und geständig, aus der mit dem Forstwart Bube gemeinschaftlich benutzten Scheune am 24. März diesem eine Quantität Heu von geringem Werte entwendet zu haben. Er wird des­wegen unter Zubilligung mildernder Umstände in eine Gefängnisstrafe von drei Monaten genommen; die Untersuchungshaft wird angerechnet.

Gießen, 20. Juli. Schöffengericht. Ein mehr­fach vorbestrafter Zementarbeiter, der aus einem Neubau in der Plockstraße der städtischen Gasanstalt einen Rohr­abschneider >im Werte von 15 bis 20 Mark entwendete, erhält wegen Diebstahls eine Gefängnisstrafe von vier­zehn Tagen. Ein hiesiger Fuhrmann war mit einem Strafzettel in Höhe von 3 Mark bedacht lvorden, weil er am 3. April d. I. bei Verbringung eines Möbelwagens auf Wichard'sch es Gelände in der Hammstraße nicht quer, sondern längs über das Trottoir gefahren war. Gegen diesen Strafbefehl hat er Einspruch erhoben und bestreitet heute, -ich dieser Uebertretung schuldig gemacht zu haben Da. Indes der betr. Schutzmann mit aller Bestimmtheit behauptet, daß die seinerseits festgestellten Radspuren von dem Transport des fraglichen Wagens herrührten, so wird der Einspruch k o st e n f ä l l i g v e r w o r f e n. Ein Viehhändler aus dem Nassauischen hatte am 8. Mai beini Rücktransport seines Viehes ohne die bahnpolizei- lick) vorgeschriebene Absperrung vorzunehmen, Groß- und j Kleinvieh in einen Eisenbahnwagen zusammen verladen, dergestalt, daß die Kälber zwischen die Beine der Kühe gelegt worden waren, eine VerladiMgsweise, bei der es bekanntlich, wie auch seitens des als Zeuge vernommenen Schutzmannes konstatiert wird, häufig vorkommt, daß

noch im Sinne des § 241. Wegen Körperverletzung im Sinne des § 223 und Bedrohung wird der Angeklagte in eine Geldstrafe von 35 Mark genommen.

Berlin, 20. Juli. Die schwere Blutthat eines kaum dein Knabenalter entwachsenen Burschen, die genau vor einem Monat begangen wurde, gelangte gestern vor dem Landgericht I zur gerichtlichen Erörterung. Der That- bestand, der noch in Erinnerung sein dürfte, ist kurz fol­gender : Der Hofphotograph Pflaum, der im Hause König­straße 57 und 58 sein Atelier besitzt, hat neben diesem noch! ein kleines Schlafkabinett eingerichtet, das er nur benutzt, wenn jer spät fin der Nacht nach Hause kommt, und seine im Westen gelegene Wohnung nicht aufsuchen will. Das ganze Haus dient zu Geschäftszwecken, nur ein Portier hat dort eine Wohnung inne. Am 1. April vor. Jahres nahm Herr Pflaum einen neuen Lehrling in der Person des 16 jähr. Hugo Hille an, den Sohn eines hiesigen Malers. Bald nach, -'einem Eintritt kamen verschiedene Diebstähle vor. Es wurden ein Pult erbrochen und Geld daraus entwendet, bald -kam auch ein photographischer Reiseapparat abhanden. Erst später stellte sich heraus, daß der Angeklagte der Dieb war. Er hatte das erbeutete Geld in lüderlicher Gesellschaft verpraßt. Der Hang zum Wohlleben hatte dem jungen Menschen dermaßen jeden moralischen Halt geraubt, daß er den Entschluß faßte, seinen Lehrherrn zu ermorden und zu berauben.

Der Angeklagte erzählt: Ich hatte mir vorgenommen, ins Ausland zu gehen und am 18. faßte ich den Plan, meinen Lehrherrn zu berauben. Ich nahm mir voii Hause eine Pistole und ein Stemmeisen mit. Am Abend desselben Tages schlich ich mich ins Haus und wartete in der Dunkel­kammer his Herr Pflaum kam. Bors.: Am Thatorte wurden dieser Lederriemen, diese lange Schnur und diese Flasche voll Aether gefunden, wozu sollten diese Gegenstände dienen? Angekl.: Ich wollte ihn mit dem Aether betäuben, dann mit dem Riemen und der Schnur fesseln. Bors.: Blieben Sie völlig angekleidet? Angekl.: Nein, ich hatte meine Stiesel ausgezogen und auch meinen Rock. Anstatt meines Rockes hatte ich mir einen Rock des Herrn Pflaum zurechtgelegt, den ich mir nachher anziehen wollte. Als ich glaubte, daß mein Prinzipal eingeschlafen sei, schlich ich mich an sein Bett. Es stand ein Stuhl vor dem Bett, gegen den idu mit dem Fuße anstieß... Durck> h^a Geräusch erwachte Pflaum und richtete sich niK dem Oberkörper in die Hohe. Er fing sofort an zu schreien, worauf ich- ihm mit der scharfen Kante des Beiles einige Hiebe gegen den Kopf versetzte. Ich schlug nur schwach zu, weil ich ihn nicht töten wollte. Pflaum schlug mit den Armen um sich, sprang zum Bett hinaus und packte mich. Wir rangen mit­einander. Ich hatte das Beil weggeworfen und schlug ihm mit dem Kolben der Pistole mehrmals gegen den Kopf, nachdem ^er zu unterst am Boden und ich« auf ihm lag. Nun sagte er, ich solle ihn bod)i leben lassen, er wolle mir sein Geld geben. Die Schlüssel zum Geldschirank lägen unter seinem Kopfkissen. Er wollte auch einen Schwur leisten und sein Ehrenwort geben, daß er mich nicht an zeig en wolle. Nun ließ ich von ihm ab, nahm die Schlüssel cm mich« und ließ mir von ihm den zum Geld- schrank passenden zeigen. Wir gingen beide in den Neben- raum, wo sich der tzchxank befand, ich öffnete ihn und nahm das vorhandene bare Geld, etwa 560 Mark cm mich. Ich fragte ihn, wo er sein Checkbuch habe, er erwiderte mir, ! er hätte keins. Ich verlangte nun, daß er sich! aufs Bett legen sollte, ich wollte ihn betäuben und dann fesseln. Er ging auch wieder in das Schlafkabinett zurück, lief aber ans Fenster, öffnete es und rief hinaus:Hilfe? Räuber! Mörder!" Ich packte ihn an den Beinen Und zog ishn zurück, wir begannen wieder zu ringen, wobei er fortwährend !um Hilfe rief. Ich horte schon Leute die Treppe hinaufkommen, fchnell sprang ich ins Nebenzimmer, eilte von dort nach dem Atelier unb schwang mich durch ein. Fenster äufs Dach, Ich hoffte Über die Dächer zu ent­kommen, wußte aber auf einen Boden fluchten, wo ich ergriffen wurde.

Staatsanwalt Krebs beantragte die höchste zulässige Gefängnisstrafe von 15 Jahren. Der Gerichtshof beließ es bei einer Gesamtstrafe von sieben und einem halben I Jahre Gefängnis.

Könitz, 20. Juli Die Strafkammer verurteilte heute vier I Burschen im Alter von 16 und 17 Jahren, die sich am 10. Juni na I dem großen Krawall und der Zerstörung der Synagoge beteiligt I hatten, wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung zu Strafen von I drei Monaten bis einem Jahr. Durch Beschluß der Strafkammer vom gestrigen Tage ist der Fleischermeister Hofmann außer Ver- I folgung gesetzt mit der Begründung, daß die Voruntersuchung die Un« I schuld des Angeklagten ergeben hat._________

wider ihn erlassenen Strafbef..,. ... .

sprach erhoben, den er heute dadurch zu begründen sucht, . daß die von ihm in Anwendung gebrachte Verladungswerse allgemein Üblich wäre, daß aber seinerseits den spater getroffenen Anordnungen ungesäumt Folge geleistet und das Kleinvieh nadsträglich durch ein Gitter von dem Groß­vieh getrennt verladen worden sei. Zu der beantragten- Freisprechung kann sich indes das Gericht nicht verstehen; doch ermäßigt es die gegen ihn angesetzte Strafe in Hohe von 40 Mark auf den Betrag von 15 Mk. Ein Arbeiter, der im April v. I. in ein Geschäft zu Großen-Lmden ern- qetreten war, hatte am 17. April in einer dortigen Wirt­schaft den sogenannten Einstand gegeben und feine ge­nossen mit Freibier und Zigarren bewirtet; nach kurzer Zeit trat er aber wieder aus dem Geschäft, ohne seine Zeche beglichen zu haben. Es war deshalb Strafantrag im Sinne des § 263 gegen ihn gestellt ^rden. Da inves die fragliche SckMld später beglichen worden ist, und m oer Handlungsweise des Angeklagten em Vergehen un Smste des genannten § nicht erblickt werden kann, so ei folgt Freisprechung. Ein hiesiger Wirt hakte einem Kellner, per in einem dem ersteren gehörigen Nebenhause bei seinem Bruder wohnt, den Zutritt zu dieser Wohnung in der Nacht zum 14. Juni gewaltsam verwehrt, dem ihm unliebsamen Hausgenossen gegen die Brust gestoßen, so^ daß dieser rücklings auf das Steinpflaster fiel und sich dadurch eine Verletzung am Kopfe zuzog. In einer späteren Stunde der betr. Nacht verging sich der Angeklagte dem von der Polizei zurückkehrenden Kellner gegenüber auch

Landwirtschaftliches.

erlassenen Strafbefehl hatte der Bestrafte Ein- I Galovpreiten und eine Zugprüfung für schweres Fuhrwerk -"f 21! fiPATimhen iiidit. I ^r^schen. Der Anmeldetermin hierfür läuft am 8. September «b.

Kunst und Wissenschaft.

Stuttgart, 20. Juli. Unter dem Vorsitze des Freiherrn von Soden tagte heule die Preiskommission des schwäbischen Schiller- vrreins für die Erbauung eines Schillerarchives in Marbach. Eingegangen sind 74 Entwürfe von Architekten au8 allen Seilen Deutschlands. Es wurden mit dem 1. Preis (1200 Mk) bedacht die Architekten Etsenlohr und Weigle-Stuttgart, mit dem 2. Preis (800 Mk.) Architekt Richard Berndl-Berlin, mit dem 3. Preis (500 Mk) Archttckt Richard Ziegler-BreSlau. Die preisgekrönten Entwürfe lassen eine Versetzung des Schillerdenkmales nicht als notwendig er­scheinen. Der Bau des Schillerarchives dürfte bald in Angriff ge- nommen werden.__

Gerichtssaal.

Familien Nachrichten.

Gestorben: Karl Louis in Mülheim (Rhein). Fritz Lucan in Kassel (früher Butzbach).____________ .

Auszug aus den Standesamtsregistern

der Stadt Gieße«.

Aufgebote. ,

cyuI; 14 Eduard Joseph Rieger, Gärtner m Nürtingen mit Lma Schul» dahier.^osef Karl Peter Andreas Ziegler, Apotheker m Butzbach mit Mathilde Kistner dah^r. 18. Jakob Karl, genannt Hrch. Schell-nberg, Werkmeister in Klein D-mbrowka m.t Lina W-ch » » s-ls. Carl Herbert, Lokomotioheij.r ,u Friedberg mit Maria Fran,,Ska Karoline LtchiuS dahier. 1». August Boi,, St-mdruck-r m Höchst °. M. mit Lina Barbara Lampert daselbst.

Eheschlie^uugeu.

Juli 14 Johannes Friedrich Wilhelm Gustav Leitzow, Kaufmann dahier mit Josephine Elisabeth Heidt Hierselbst. Ludwig Daniel PHMpp Wilhelm Schmall III., Bleicher dahier mit Luise Karolme Emilie Schmidt »°n Bi-d-nkops. ertotem. .

<NUr; 8. Dem Metzgermeister Konrad Bepler ein Sohn, Albert Wilbelm 11. Dem Bäcker und Wirt Heinrich Prieß eine Tochter. 12 Dem Universiiäts'Professor Dr. Gustav Krüger eine Tochter Marie PauUne 13. Dem Fellhändler Jakob Nußbaum eine Tochter, Helene 14. Dem Oberlehrer am Gymnasium Dr. Karl Bernbeck eme Tochter.