Ausgabe 
22.4.1900 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Sonntag den 22. April

1900

Meßmer Anzeiger

Mneral-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Ttveis Gieren

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Der Kaiser in Altona

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ölnische Zeitung" schreibt: lieber den In ha.lt

Alle AnzelgeN'Bermittlung-stellm bei In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilrnprriS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

Rtboftion, Expedition und Druckerei:

Kchnlftraße Ar. 7.

Lieh, welches an den Markttagen und an den vier nhergehenden Tagen in de» Bezirk der Gemarkungen Meßen, Wieseck und Heuchelheim eingebracht und daselbst er «gestellt wird, muß an dem ersten Standort mindestens 7 Sage lang verbleiben, und darf ihn innerhalb der nächsten

Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«.

Fernsprecher Nr. 51.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Glätter für hessische Volkskunde.

feW'ieiiLiefefced bestraft.

Gießen, den 11. April 1900.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.

nv.d.BaWsuiu.btM

Der Krieg in Südafrika.

In Ermangelung wirklicher Nachrichten vom Kriegs­schauplatz berichten die englischen Blätter allerhand neben-

t( 10116« Gefunden: 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Samt- ULichng und 1 schwarze Schürze.

Gießen, den 21. April 1900.

in tue Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Roth.

Das Handeln auf Straßen und Plätzen der Stadt Meßen,. der Orte Wieseck und Heuchelheim ist verboten.

§ 5.

Lieh aus Gemarkungen, in welchen die Seuche herrscht, daicsnicht aufgetrieben werden und wird nicht zugelassen.

§ 6.

Zuwiderhandlungen werden auf Grund des § 328 des Rkiichsstrafgesetzbuchs und § 66, Abs. 4, des Reichs-Vieh-

von Anzeigen zu der nachmittags sür bin f jliffhm Tag erscheinenben Nummer dir vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.

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kleine Lilla p» 1.

t Anlage oberDtw f. Dorten ft.

Telegramme deS Giesteuer Anzeigers.

L o n d o n, 21. April. DemMorning Herald" zufolge hat der Besuch Ceeil Rhodes in London keineswegs die gewünschten Resultate erzielt. Rhodes konnte nicht den geringsten Einfluß auf die Regierungs-Mitglieder ausüben. Chamberlain und Salisbury weigerten sich, Cecil Rhodes zu empfangen. Als er darauf bestand, empfangen zu wer­den, ließ ihm die Regierung mitteilen, seine Anwesenheit könne der Regierung nur Unannehmlichkeiten. bereiten. Sie würde in Kriegs-Angelegenheiten nur Heilung aus ihren gewöhnlichen Quellen entgeg^in hmem Man ließ Rhodes ferner mitteilen, datz ferne Abreise nach afTiT9n,enloTi21d>tS!rptir. Aus Pretoria wird berichtet, daß zwischen den Vorposten des Buren-Generals Delorey

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sächliche Dinge, die zu registrieren kaum der Mül)e lohnt. Das Gerücht von der Kapitulation der englischen Besatzung in Wepener, das in Londoner Börsenkreisen aufgetaucht war, hat sich bisher nicht bestätigt. Die letzten Telegramme berichten, daß die Stadt noch immer eng umzingelt und die Besatzung hart bedrängt werde. Man erwartet in London mit größter Spannung Einzelheiten über den Erfolg der von Roberts abgesandten Entsatztruppen. Diese beabsich­tigen, sofort die Buren, die Wepener belagern, anzugreifen.

Wie Londoner Blätter aus Bloemfontein berichten, sind aus Gl en Meldungen eingegangen, daß südlich von der Karree-Station und etwa sechs Meilen nördlich von Glen ein Gefecht stattfindet. Die englische Infanterie hat eine starke von der Artillerie unterstützte Stellung inne. Einzelheiten fehlen noch. Aus Bloemfontein wird ge­meldet, daß. die Buren ihre Stellung südlich von Karree Siding aufgeben und sich zurückziehen. Ein starkes Kom­mando wurde bei Thabanchu auf dem Marsche nach Norden gesehen. Es kam nur langsam vorwärts, weil die Wege infolge der schweren Regengüsse in schlechtem Zustande sind. DerDaily Mail" wird vom 16. aus Kroonstad berichtet: Der Kampf bei Wepener dauert fort. Die Buren haben begonnen, Forts zu bauen und haben vier Geschütze montiert. Sie sagen, die Engländer würden sich ergeben müssen. Mehrere Positionen wurden erobert.

Bloemfonteiner Meldungen besagen ferner, beide Par­teien bereiten sich, fortgesetzt für den Entscheidungskamps vor. Lord Roberts sei jetzt marschfertig. Die nötigen Re- monten seien angekommen, die Infanterie-Division mit Zelten versehen.

EinMorning-Post"-Telegramm erklärt, in Bloem­fontein sei die Luft voller Friedensgerüchte und eine Kap- städter Meldung behauptet, falls Vie Buren eine neue Schlappe erleiden würden, Krüger seinen Wider­st an d aufgeben dürfte. (?). ,

Aus Aliwal North meldet dasReuter,che Bureau", die Telegraphenlinie nach Ladygrey, über die der tele­graphische Verkehr nach Basutoland geht, ist unterbrochen. General Brabant hat den Landdrosten von Rouxville Debeer sowie den früheren Landdrosten Hoffmann üer* haftet. 259 Buren unter dem Kommandanten Oden- dard, die beim Anrücken des Generals Brabant in der Rich­tung auf Smithfield entkamen, sind nach Wepener mar­schiert. Nack) Mitteilungen von Seiten der Buren beläuft sich die Zahl der Burenstreitkräfte bei Wepener auf 8000 bis 10 000 Mann mit 15 Geschützen. Der Hauptlanddrost in Smithfield ist von den Buren gefangen genommen worden. x

DieDaily News" veröffentlicht eine vom 4. April datierte Korrespondenz aus M wfe k i n g, derzufolge in der belagerten Stadt alles befriedigend steht. Da die Ein­geborenen das Gold zurückhalten, hat Baden-Powell es. für nötig gehalten, Zehn Schilling-Noten, die aus photo­graphischem Papier hergestellt sind, auszugeben. Auf gleiche Weise hergestellte Drei Penny-Briefmarken Mit Baden-Powells Kopf darauf wurden ebenfalls emittiert.

Das Kapstadter Amtsblatt veröffentlicht fol­gende Bekanntmachung: Da bestimmte Teile des als Oranje- Freistaat bekannten Gebietes von britischen Truppen besetzt sind, ist die Zufuhr jeder Art Waren aus der Kapkolonie nach diesen Gebietsteilen wieder gestattet.

Der A fr ik an de raufstand in den nordwestlichen! Distrikten soll nach einer Kapstadter Meldung desDaily Telegraph" vom Donnerstag thatsächlick) unterdrückt sein. Lord Methuen muß ober wobl dem Frieden nicht recht trauen.Morning Post" meldet nämlich aus Kimberley vom 18. d. M.: Methuen hat heute eine Bekanntmachung erlassen, durch die er den Zivilisten verbietet, ohne mili­tärische Genehmigung Waffen zu tragen, die Frist für die Uebergabe von Waffen seitens der Aufständischen bis zum 6. Mai festgesetzt und darauf besteht, daß die Aufständischen brauchbare moderne Waffen ausliefern.

Unter der Beschuldigung des Hochverrats ist nach einem Londoner Telegramm desB. T." der holländische Minister I. Bor st er in Burghersdorp verhaftet worden.

der Unterredungen zwischen dem Kaiser und dem Prinzen von Wales sei nichts Zuverlässiges bekannt; indessen dürfte die Zusammenkunft da^u beitragen, die Mitteilung desStandard" glaubwüroig erscheinen zu lassen, wonach der Kaiser im August in Cowes an den Regatta-Festen teilnehmen und später die Königin in O s - borne besuchen werde.

Aezug5prels vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Avholtsteklen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld.

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LfmfliltA tblLig t l m IHK ÖUllVlL^Ug VUU «JVLllU LU 44UVUU. UH, UIU öeM ringen von Wales auf seiner Rückreise von Schagen nach England persönlich zu begrüßen. Es ist ' ü mit B ein in jeder Betziehung natürliches, von jedem politischen Sn, «i«1her BMjcschmack freies Gefühl, das den Neffen treibt, seinem beim Wiederbetreten deutschen Bodens die Hand ticj dmttcln und ihm zu sagen, wie er sich von Herzen ZrW ..u^fllfriw daß ihn Gottes Gnade vor der Kugel eines ruch- M Buben beschützt hat. Das lebhafte Empfinden Kaiser < hat in zahllosen Fällen, die ihn persönlich weit

betrafen, den schönsten Ausdruck für die semHerz I betagenden Gedanken zu finden gewußt Diesmal kommt

.----------- veirwandtschaftliche Zuneigung noch hinzu, die den

veranlaßt hat, sich nicht mit einem telegraphischen aöfci brieflichen Gruß zu begnügen, sondern Auge in Auge, unb zu Mund dem Oheim einen herzlichen Gluck- darWbringcn. ...

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jtiliun z auchPrinzHeinrich em, den berjelbe Wunsch dorthin geführt hatte. Ganz unerwartet traf am Abend 1 Mi 31 Min. Prinz Heinrich m Begleitung eines Ad- und zweier Adjutanten in Altona ein. Der Prinz W sogleich mit den erwähnten Herren in einer

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Equipage nach Hamburg, um im Restaurant Pfordte das Mittagessen einzunehmen. Gegen 9 Uhr 45 Min. traf! Prinz Heinrich dann wieder auf dem Altonaer Hauptbahn- $of ein und verblieb dort im Fürstenzimmer bis zur An­kunft des Kaisers. Kurz nach 9 Uhr 30 Min. stellte sich der kommandierende General v. Massow und die Ham­burger Generalität ein. Bald darauf marschierte dann eine kriegsstarke Kompagnie des Infanterieregiments Graf Bose mit der Regimentsmusik und der Fahne des 1. Bat. auf und nahm auf dem Bahnsteig 3 mit der Front nach dem Geleise, auf dem der Zug des Prinzen von Wales einlaufen sollte, Aufstellung. Noch ahnte niemand, baß auch der Kaiser auf der Fahrt'nach Altona begriffen war., Selbst den Spitzen der Militärbehörde war von der bevor­stehenden Ankunft des Kaisers keine Mitteilung geworden. Als das Militär aufmarschierte, wurden allerdings Ver­mutungen aller Art laut. Nichts desto weniger war, als' dann der kaiserliche Hofzug 10 Uhr 5 Min. lang­sam am Bahnsteig 3 einlief, alle Welt der Ueberzeugung, daß nicht der Kaiser, sondern der Prinz eingetroffen fei. Die Ueberraschung war vollständig, denn das Militär, der kommandierende General v. Massow, die Generalität und das Offizierkorps hatten ihre Blicke der entgegengesetzten Seite zugewandt. Wenige Minuten vor dem Eintreffen des kaiserlichen Hofzuges verließ Prinz Heinrich, der Ad- miralsuniform trug, das Fürstenzimmer. Er begab sich mit Herrn v. Massow auf den Bahnsteig.

Der Kaiser verließ sofort nach dem Halten des Son­derzuges den Salonwagen und begrüßte seinen Bruder auf das freundlichste. Herzlich lachend äußerte der Kaiser, auf das Militär zeigend, ess reue ihn, daß ihm die Ueber­raschung seiner Altonaer Garnison so vor­züglich gelungen sei, denn nun habe er doch ein­mal die seltene Gelegenheit gehabt, seine Soldaten von der Rückseite bewundern zu können. Darauf kommandierte der KaiserKehrt!" und Stillgestanden!" und rief den TruppenGuten Abend, Soldaten!" zu; der kaiserliche Gruß wurde mit einem kräftigenGuten Abend, Majestät!" erwidert. Der Kaiser, der Generalsuniform trug, begann sogleich eine lebhafte Unterhaltung mit seinem Bruder, in dessen Begleitung, er langsam den Perron auf- und abschritt.

Während der Kaiser und Prinz Heinrich sich noch unter­hielten, lief um 10 Uhr 18 Min. der Kieler Zug, in dem sich derPrinzvonWales befand, in den Hauptbahnhof ein. Der Salonwagen des Prinzen hatte seinen Platz gegen­über dem des Kaisers erhalten.

Der Kaiser sowohl als Prinz Heinrich begrüßten den Prinzen herzlich durch Händedruck und Kuß, während die Truppen präsentierten und der Präsentiermarsch gespielt wurde. Nach kurzer Pause intonierte die Musikkapelle das! God save the Queen". Der Kaiser begab sich mit seinem Gaste, der ihm zur Rechten ging, und dem Prinzen Hein­rich in das Fürstenzimmer. Hier wurden Erfrischungen gereicht, die aus der im kaiserlichen Hofzuge befindlichen Hofküche geliefert wurden.

Als die Zeit der auf 10 Uhr 51 Min. festgesetzten Ab­fahrt des Prinzen von Wales herangerückt war, nahm das Militär auf dem Bahnsteig 4 Aufstellung. Als der Kaiser und Prinz Heinrich aus dem Fürstenzimmer heraus- traten, Mm den Prinzen von Wales nach seinem Waggon zu geleiten, präsentierte die Ehrenkompagnie das Gewehr und die Musik intonierte wiederum den Präsentiermarsch, dem sie wie beim Empfang des Prinzen die englische Na­tionalhymne folgen ließ.

Auch die Verabschiedung des Kaisers und des Prinzen Heinrich vom Prinzen von Wales waren herzlich und er­folgte durch Kuß und Händedruck. Um 11 Uhr 1 Min. setzte sich der Zug in Bewegung.

Während sich der Kaiser mit dem Prinzen Heinrich und dem kommandierenden General unterhielt, formierten sich die Truppen, um auf dem Bahnsteig vor dem Kaiser den Parademarsch auszuführen. Dann wurde die Kom­pagnie in die Kaserne zurückgeführt.

Einige Minuten nach Abmarsch der Truppen bestieg der Kaiser, der sich in lebhafter Unterhaltung mit dem General v. Massow befand, den am Bahnsteig 3 stehenden kaiserlichen Hofzug, der 11 Uhr 20 Min. die Rückfahrt nach Berlin antrat. Prinz Heinrich betrübte zur Heim­reise nach Kiel den 11 Uhr 32 Min. fahrenden fahrplan-

Int Donnerstagabend 10 Uhr 5 Min. traf Kaiser Wilhelm mit Sonderzug von Berlin in Altona ein, unr tze«: Prinzen von Wales auf seiner Rückreise von

Bekanntmachung.

Hetr.: Die Viehmärkte zu Gießen.

Die für Dienstag den 24. und Mittwoch den 2b. tyril l. Js. bestimmten Viehmärkte nehmen an beiden 27agen vormittags 7 Uhr ihren Anfang.

Bor 7 Uhr darf Vieh nicht ans den Stallungen ge- bnecht, und innerhalb der Stadt auf den Straßen nicht arifgrstellt werden.

Der Auftrieb muß um 9 Uhr vormittags beendet fein; z« dieser Stunde beginnt dann erst der Abtrieb des Viehes vx« Marktplatz.

Zugleich weifen wir nochmals aus die nachstehenden, ui Großh. KreiSamt festgesetzten Beschränkungen, die für beiden Viehmärkte maßgebend sind, mit dem Anfügen him, daß dieselben strengstens durchgeführt und Zuwider- t'iciblumgcn zur Anzeige gebracht werden.

Gießen, den 21. April 1900.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. 23.: Roth.

W. 93

frftfidnt täglich i hi Ausnahme dcS Montags.

1 In Gießener ManMenvlätter toflrto bim Anzeiger tue Achsel mitHess. PWvirt" u.Blätter füjr hfl. Volkskunde" tabtyi. 4 mal beigelegt.

* W lang verbieiven, uno Darf lyu mneryaio oer na^yien Ä 14 läge nach Ablauf der siebentägigen Quarantäne nur MdI. MMN Uli «lassen, wenn eS nach dem Zeugnis des Großh. Kreis- eftriioM.,zuvkMü vsterinirarzteS keine seucheverdächtigen Erscheinungen ge- Mi<S, z^gt hat. Bon dieser Quarantänepflicht ist das Vieh nur Zimmer zu vmiin bimn befreit, wenn es auf den Markt gebracht und der Löwengafle W ti mSrztlichen Untersuchung daselbst unterworfen wird. Alle 8*A*d*A6 i TOmr, die vom 4. Tage vor dem Markt bis zum letzten

stttMttgk 4. Mittag eingestellt werden, sind sofort vom Eigentümer n mWittM Mm oKler Begleiter der Tiere der Ortspolizeibehörde und von in 1, Mi an alteren v bcm ^oßh. Kreisveterinäramt anzumelden; in gleicher --Weise ist der Besitzer des Stalles zur Anmeldung verpflichtet #. »ON urib'tet'QntW01:lli^

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