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des diplomatischen KorpS, und andere hohe Persönlichkeiten beiwohnten. Die Festsitzung wurde eröffne! mit einer Ansprache des vorsttzenden Sekretärs Professor Bahlen. Hieraus hielt Proseffor Harnack die Festrede. Nach derselben folgte der Empfang der Sö- ordnungen, dte in vier Gruppen geschieden waren. Nach einer Reihe von Reden wurde dte Feier durch dm vorsttzenden Sekretär geschloffen.
Glucks »Iphigenie auf Tauris^ in der Bearbeitung von Richard Strauß ist in Weimar zur Aufführung angenommen worden. , . Irene Triefch wird vom 30. März bis 7. April mit dem Ensemble des Berliner „Lesfingtheaters" in Moskau gastieren. Direktor umcum-Hofer hat die Künstlerin unter glänzenden Bedingungen sür dieses Gastspiel gewonnen
Ausland.
Wie«, 20. März. In der heute vormittag stattgefundenen Sitzung der Verständigungs-Konferenz wurde bezüglich der Wahlreformfrage eine Einigung erzielt, und damit ein Schritt nach vorwärts gethan. Nachmittags legte Ministerpräsident Körber fein ExPosL über die Sprachenfrage bei den landesfürstlichen Behörden in Böhmen zur Beratung vor.
Triest, 20. März. Die Trauung der Kronprinzessin - Witwe Stephanie mit dem Grafen Lonyay findet nächsten Donnerstag, vormittags 10 Uhr, in der Schloßkapelle zu Miramare statt. Nach der Trauung begiebt fich das neuvermählte Paar an die Riviera.
Dijon, 20. März. Riciotti Garibaldi hat in einem Antwortschreiben an den Bürgermeister die Einladung zu dem Feste anläßlich der Einweihung des Garibaldi- denkmals abgelehnt.
Brüssel, 20. März. Die Behörde hat wegen Anwerbung belgischer jungerLeute durchenglische Werbeagenten eine Untersuchung eingeleitet.
Brüssel, 20. März. Den letzten Meldungen der belgischen Ambulanz aus Pretoria zufolge ist die Ambulanz vollständig zersprengt, verschiedene Mitglieder derselben find wegen Gehorsamsverweigerung, andere wegen Unfugs entlassen worden.
London, 20. März. Unterhaus. Henncker I $acton fragt an, ob die Buren die Drohung ausgesprochen hätten, Johannesburg dem Erdboden gleich zu machen oder durchBrand zu zerstören, und ob, wenn dem so sei, die Buren darüber belehrt worden seien, daß sie für die mutwillige Vernichtung britischen Eigentums während des Krieges verantwortlich gemacht werden würden, und der Betrag des angerichteten Schadens als Auflage auf ihre Farmen und ihr übriges Eigentum gelegt werden würde. Wyndham erwiderte, die Frage liege außerhalb des Bereiches des Kriegsamtes. Doch höre er, daß Chamberlein beabsichtige, eine Proklamation über den Gegen I stand zu erlassen.
Sofia, 20. März. Infolge Meinungsdifferenzen zwi- I «chen dem Fürsten und dem Minister Nacevic wegen I iec geplanten Errichtung einer russischen Kohlenstation in Burgas steht eine Ministerkrisis bevor.
Das Aufstandsgebiet in Südafrika.
Während die englischen Truppen von allen Seiten durch das Gebier des Oranje-Freistaats gegen Transvaal vorrücken, ist im Nordwesten der 8ah- kolonie ein Aufstand der Kapholländ^ ausgebrochen, durch den die rückwärtige Verbindung der Engländer aufs schwerste bedroht werden kann. Das Aufstandsgebiet liegt, wie aus unserer bei. folgenden Uebersichtskarte erhellt, westlich der Bahnlinie Kapstadt-Kimberley, und die beiden Orte Prieska uni Carnarvon sind die Hauptstützpunkte btt Aufständischen. Das Gebiet ist hügelig, an einigen Stellen, besonders bei den schon genannten Orten, erheben sich größere Gebirgszüge, die zur Ver. teidigung vorzüglich geeignet sind. Es gewinnt fast den Anschein, als ob sich von hier aus eine mächtige Bewegung gegen die englischen Truppen auSbreiten wird, und daß man in englischen Kreisen die Größe der Gefahr erkennt, wird am besten dadurch bewiesen, daß der Generalissimus Kitchener zur Nieder- werfung des Aufstandes abgesandt worden ist.
UmversttSt und Hochschule.
— Gestorben: In Stuttgart im Alter von 62 Jahren der Professor der Technischen Hochschule, Teichmann, Hauptlehrer für Maschinenbaufach. Er war auch litterarisch, sowie als praktischer Ingenieur thätig und machte sich namentlich als Erbauer von Wasserrädern bekannt.
— Glasgow, 17. März. Während das Ende deS schottischen Wintersemesters herannaht, werden neue Anstrengungen gemacht, uir. Herrn Alexander Tille, der wegen der gegen ihn gerichteten Angriffe seitens einer Anzahl Studenten seine Entlassung eingereicht hat. der Universität Glasgow zu erhalten. Das University Court, die Verwaltungsbehörde, in deren Händen die Ernennung der akademischen Lehrer liegt, hat ihr lebhaftes Bedauern darüber ausgesprochen, daß er um Entlassung aus seinem Amte eingekommen sei, und seine Zuhörer haben öffentlich eine Adresse an ihn gerichtet, in der sie ihn" bitten seine Verbindung mit der Glasgower Universität nicht zu lösen.
— Verschiedenes r Wie aus Stuttgart berichtet wird, wurde die an der Technischen Hochschule Stuttgart erledigte Profeffur für Botanik dem bisherigen Privatdozenten Prof. Dr. Fünfstück übertragen. — Dr. W. Bergt in Dresden ist zum Profeffor an der technischen Hoch^ schule in Dresden, nicht, wie irrtümlich berichtet, zum a.-o. Proseffor in Greifswald ernannt worden. — Der Privatdozent an der Universität Erlangen, Hauptmann a. D. Dr. Adolf v. Elterlein, ist auf Ansuchen seines Amtes enthoben worden.
Kirchr und Schule.
Der gemaßregelte Oberlehrer Baumann in «ampert» heim hat eine zweite Broschüre über seinen „Fall" veröffentlicht. Baumann wurde auf Grund familiärer Zwistigkeiten von zwei Lehrern seiner Schule, Deubler und Dölcher, beleidigt. Er behauptet, Kreisschulinspektor Karg in Bensheim habe sich dabei seiner (Baumannv' nicht genügend angenommen Die beiden Lehrer seien zwar auch versetzt worden, aber auf Stellen gleichen Ranges und Gehaltes. Ihn dagegen habe man vom Oberlehreramte enthoben, um Mk. 300 jährlich im Gehalt verkürzt und nach Hirschhorn im hintersten hessischen Oden, wald versetzt. Der Fall wird voraussichtlich in der Kammer zur Sprache gebracht werden.
Arbeiterbewegung.
Berlin, 20. März. Durch einen Vergleich vor dem Einigungsamte des Gewerbegerichts wurde abends der Ausstand in der Berliner Holzindustrie, wobei 15,000 Arbeiter beteiligt sind, beendet. Die Arbeitsaufnahme findet am nächsten Montag statt, falls die Or» ganisationen der Arbeitgeber und Arbeiter den Vergleich gutheißen.
Landwirtschaft.
In der letzten Generalversammlung des landwirtschaftliche« ProvinzialvereinS für Starkenburg im „Darmstädter Hof- zu Darmstadt berichtete Landwirt Fritsch von Dilshofen über den dem Reichstage vorliegenden Entwurf eines Reichs-Fleischbeschau gesetzes. Dabei beklagte er einleitend die Strenge der hessischen Fleischbeschau gegenüber derjenigen in Preußen und versicherte, daß an den hohen städtischen Fleischpretsen dieLand- wirte nicht schuld seien. Wie die Erfahrung der letzten P/t Jahre beim Schweinfleisch lehre, fühle das städttsche Publikum sofort einen Aufschlag, anders sei es jedoch mit dem Abschlag. So wie da« Fleischbeschaugesetz dem Reichstag vorliege, bedeute es eine große Gefahr für die Landwirtschaft. Hand in Hand mit der obligatorischen Fleischbeschau müsse eine obligatorische Schlachtviehversicherung gehen, zu welcher der Staat beizutragen habe. In Sachsen sei man diesem Gedanken bereits näher getreten. Die Frage, ob Deutschland vom Jahre 1904 an in der Lage sein werde, selbst seinen Viehbedarf zu decken, könne man bejahen. Unter allen Umständen sei dringend zu wünschen, daß der Reichstag bei der dritten Lesung dem Drängen der Regierung nicht nachgebe, indem er hiermit das Land zugunsten von Handel und Industrie aufopfern würde. Der Vorsitzende teilt mit, daß er dte Ansicht gewonnen habe, daß der Reichstag fest bleibe auf die Gefahr hin, daß die ganze Vorlage scheitere. Landtagsabgeordneter Heidenreich stellte unter Beifall fest, daß, wenn ein Schutzgesetz notig sei, dieses gleichmäßig für das Inland und das Ausland gelten müffe, und beantragte, die Versammlung möge einmütig ihre Zustimmung zu den Beschlüssen der Reichstagskommission aussprechen und dies an maßgebender Stelle zur Kenntnis bringen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.
Lokales und PrsvinMes.
** Stadttheater. Gestern abend wurde vor ausver- kaustem Hause CharleyS Tante als 21. Volksvorstellung gegeben. Gleich wie bei der Erstaufführung an unserer Bühne erfreuten sich das launige Werk sowie die ebenfalls gut gelaunten Darsteller freundlicher Anerkennung. Der rührigen Direktion sowie den strebsamen Kräften des Theaters unserer Stadt gönnen wir die vielen und reichen Erfolge umsomehr, als sie durchweg wohl verdiente waren und noch sind.
.** Stadltheater. Nächsten Freitag findet das Be- nefiz für die allgemein beliebte Soubrette unseres Stadttheaters, Marie Eichenwald, statt. Zur Aufführung gelangt „Die Regiments kocht er", nach der gleichnamigen Oper bearbeitet, mit der Original-Musik von Donizetti. Fräulein Eichenwald wird die Titelparthie darstellen und uns dadurch wiederum Beweise ihres großen Gesangstalentes geben. Ein vollbesetztes Haus wäre der tüchtigen Künstlerin wohl sehr zu gönnen.
** Polizeibericht. Der in der gestrigen Notiz benannte Schwindler, welcher auch in Marburg Schwindeleien verübte, ist in Kaffel verhaftet. Auch die Uhr hat sich wieder vorgefunden.
X Eschenrod (bei Schotten), 20. März. Ter Jaqd- pachter unserer Feldjagd hat dieselbe an Herrn Lehrer L, ch o m b e r t von Busenborn abgetreten. Herr Schombert wurde vor einigen Tagen von Bleidenrod (Kreis Alsfeld) mach Busenborn versetzt.
Burkhards, 19. März. Bei der am vorigen E-amstage abgehaltenen Bürger meist er wähl erhielten beide Kandidaten gleichviel Stimmen. Da sich in der Wahlurne eine Stimme mehr vorfand, als solche ab- Meben werden durften, so steht nächsten Sanistag, den 24. d. M., eine zweite Wahl bevor. — Unser seitheriger Bürgermeister heißt nicht Kunkler, wie in Nr. 66 angegeben wurde, sondern „Kunkel".
Darmstadt, 20. März. Der vom ersten Ausschuß der Zweiten Kammer erstattete Bericht liegt jetzt im Druck enthält u. a. einen Beschluß zu dem Kapitel: « r &J?au$ dem Familieneigentum des -«/bFerzoglichen Hauses". Die Minderheit will einen Abstrich von 800 Mark, die Mehrheit von 400 Mark an der Remuneration für den Badekommissär in Salz-
Jfe- erhalt bisher 400 Mark, die Regierung forderte rme Erhöhung um 800 Mark. Die Minorität des Aus- schusses erachtet eine solche zurzeit überhaupt nicht für für die Bewilligung weiterer 400 Mark Mit dem Großherzoglichen Hause hat die Sache nichts weiter zu schaffen, als daß der Posten im Etat unter steht- — Ferner beantragt derselbe Ausschuß die Errichtung von zehn neuen Oberförstedeien.
O^Dierung hat vier neue Oberförsterstellen und rebn Forstauistentenstellen verlangt, weil in den letzten Jahren Die Domamalwaldungen beträchtlich vermehrt worden sind «d em intensiverer und rationellerer Betrieb der Forst- Drltur durchgefuhrt werden sott. Der Finanzausschuß ist der Ansicht, daß es sich im Interesse einer gesteiaerten Ertragsfähiakeit der Domanialwaldungen emvieble statt der Forstassistentenstellen gleich Oberförstereien, somit im ganzen vierzehn neue Oberförstereien, zu schaffen. Außer der Rücksicht auf intensiveren Betrieb war dafür die Erwägung ausschlaggebend, daß es dadurch gelinge, eine größere Anzahl von Forstassessoren, die augenblicklich mangels freier Stellen in Staatsbetrieben, die dem eigentlichen Forstfach fernliegen, beschäftigt sind, ihrem Berufe wieder- Legeben werden. Die Regierung ist damit einverstanden.
Krrmisthtes.
* Krappitz, 19. März. (Selbsterkenntnis.) Im hiesigen „Stadtbl." befindet sich folgende Anzeige: „Ich, Julius Jokel aus Zywodczütz, warne hiermit ausdrücklich jeden Gastwirt, Gift- und Branniweinbudenbesitzer, mir von heute ab Schnaps auf Kredit zu verkaufen, da ich in Zukunft Schnaps, welcher mir in angetrunkenem Zustande gereicht wird, nicht bezahle."
* Wien, 20. März. Der in der Kaiserstraße wohnhafte Fabrikant vonWagenbauartikeln Dominik Lang hat sich mißlicher Vermögensverhältnisse halber samt seinen vier Töchtern im Alter von 14 bis 24 Jahren mittels Cyankali vergiftet. DominikLang und eine Tochter sind bereits tot; die übrigen drei Töchter schweben in Lebensgefahr.
* Graz, 20. März. Zwischen dem Mediziner Peinitzer und dem Rechtshörer Fuchs fand heute ein Pistolen- duell statt. Fuchs blieb tot. Die Ursache des Duells war ein Wortwechsel zwischen beiden guten Freunden.
* Paris, 20. März. Heute vormittag wurden in dem Lokale der Nordbahn-Gesellschaft 400000 Franken gestohlen.
Kunst und Wissenschaft.
Berlin, 20. März. Anläßlich der Jubelfeier der preußi- ',Sen Akademie der Wissenschaften fand beute vormlttag um 10 Uhr im Sitzungssaals des Abgeordnetenhauses ein glän- zender Festakt statt, dem nfcer der Akademie und ihren Gästen der Reichskanzler Fürst Hohenlohe, die Minister Siudt, v. Rhein- Laben und Schönstedt, Staatssekretär Tirpitz, zahlreiche Mitglieder
! In bei gestrigen Generalversammlung des landwirtschaftlichen Provinzialvereins für die Provinz Starkenburg, die unter dem Vorsitz des Kreisrats Haas-Offenbach abgetzalten wurde, sprach man auch über das Fleischbeschaugesetz. Man erklärte sich mit den Beschlüssen der Reichstagskommission einverstanden. Geheimrat Haas, der bekanntlich nationalliberaler Reichstagsabgeordneter ist, teilte mit, daß er in Berlin die Ansicht gewonnen habe, daß der Reichstag fest bleibe, auf bie Gefahr hin, daß die ganze Vorlage scheitere. Eine entsprechende Resolution an den Reichstag wurde beschlossen.
Salzböden, 19. März. In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag gegen 12 Uhr wurden die Bewohner unseres Dorfes durch den Klang der Feuerglocke auf- geschreckt. In der Scheune des Schreiners Johann Wagner hi er selb st, welcher zu dieser Zeit selbst gar nicht im Dorfe weilte, war ein Brand ausgebrochen, der an den in der Scheune vorhandenen leicht brennbaren Stoffen solche Nah- riing fand, oaß an diesem Gebäude bald nichts mehr zu retten war. Die hiesigen Löschmannschaften und die mit anerkennenswerter Schnelligkeit herbeigeeilte Hilfe aus unserer Nachbargemeinde Odenhausen mußte sich infolge dessen darauf beschränken, die Weiterverbreitung des Brandes zu verhindern. Dies gelang ihnen auch. Zwar hat das Wohnhaus des Wagner noch starke Beschädigungen erlitten, weiteres Unheil konnte jedoch verhütet werden. Die später eintreffende Feuerwehr fand dank dem kräftigen Eingreifen der hiesigen und Odenhäuser Löschmannschaften nichts mehr zu thun. Die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt.
Cassel, 20. März. Ein junges Mädchen sprang heute nachmittag kurz nach ein Uhr in selbst- mörderischer Absicht in der Nähe der Drahtbrücke in die Fulda. Ein Offizier vom Hess. Feld-Artillerie- Regt. Nr. 11, welcher in der Nähe vorbeiging und so Augenzeuge der Verzweiflungsthat der Lebensmüden wurde, sprang ohne langes Besinnen in vollen Kleidern dem jungen Mädchen nach, und es gelang ihm, dank seiner Schwimmkunst, dasselbe noch im letzten Momente zu erfassen und wieder aufs trockne zu bringen. Von Rettungsmannschaften der Sanitätskolonne wurde sodann das junge Mädchen zuerst in die Rettungsstation in der Fuldagasse und von hier später in das Landkrankenhaus überführt. Wie verlautet, war das junge Mädchen in einem Geschäft in der Frankfurter Straße thätig. Heben das Motiv zu dem verzweifelten Schritte ist noch nichts genaues ermittelt. — Heute erschoß sich in seiner Wohnung der Hoftheatermaler Ludwig Jacobs. Er war eben mit einer dekorativen Neuausstattung des „Lohengrin" beschäftigt.
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