Ausgabe 
22.2.1900 Erstes Blatt
 
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verliehen. BoigeS, Unteroffizier im 3. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. (Leib Regt.) Nr. 117, zum Fähnrich befördert. Busch, Leutnant im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, der Abschied bewilligt. Die Assift.-Aerzte der Reserve Dr. Bach (Worms), Dr. Sartorius (I Darmstadt) zu Oberärzten befördert.

* Gelände Erwerb. Die Starkenburger und die Wingolfiten verkauften ihre gegenüber ihren Kneip­häusern an der Wilhelmstraße gelegenen Restparzellen Bau­gelände (ca. 1000 Quadratmeter) zum Preise von 8 Mark pro Quadratmeter an den Bankier Jakob Grünewald.

** Letzten Montag versammelten sich hier im Cafee Ebel eine größere Zahl von Freunden der national­sozialen Bewegung. Sperr Scheffer aus Marburg hielt einen außerordentlich fesselnden Vortrag über das Thema:Macht und Freiheit". Er verfolgte die innere politische Entwickelung Deutschlands in unserem Jahrhundert, gab eine Uebersicht über die jetzigen Parteien und ihre Spaltung zu den bedeutenden politischen Fragen der letzten Zeit, insbesondere zu der Zuchthausvorlage und zur Alottenvermehrung, und begründete schließlich aus­führlich den Standpunkt der Nationalsozialen, ihr Ein­treten für die deutsche Macht nach außen und thatkräftige freiheitliche Refovm im Innern. An den mit großem Bei­fall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine anregende Debatte, in der besonders jener Verhältnis zu dem linken Flügel der Nationalliberalen ünd dem rechten der Sozial­demokratie eingehend erörtert wurde. Schließlich konstitu­ierte sich die Versammlung als Gießener Ortsgruppe des nationalsozialen Vereins. Wie wir hören, wird die Orts­gruppe schon in nächster Zeit hervortreten durch eine öffent­liche Versammlung, in der eine Aussprache über Gewerk­schaften herbeigeführt werden soll.

** Am Samstagabend beging der Marineverein Gießen im Saale des Cafee Leib sein 8. Stiftungs­fest. Zu dem Feste war, wie überhaupt zu allen Festuch- keiten, die der Marineverein veranstaltet, das Publikum in einer solchen Anzahl erschienen, daß der Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Nach einigen schönen Musik­stücken hielt Kamerad Blum die Begrüßungsansprache. Er gedachte der Gründung des Vereins, seiner Bestrebungen in wirtschaftlicher Beziehung und der treuen Kameradschaft innerhalb des Vereins, sowie der ganzen Marinevereinig­ung im Deutschen Reich. Zur Illustration dieses schönen kameradschaftlichen Verhältnisses wurde efne Gratulations­karte eines Vereinsmitgliedes aus Port Said, sowie ein Schreiben Sr. Exeellenz des Viceadmirals z. D. Mensing in Wiesbaden verlesen. Redner schilderte sodann die ver­schiedenen Epochen der Entwickelung unserer Kriegsflotte und sprach sich für die Notwendigkeit der Verstärkung der­selben aus. Er gedachte ferner Sr. MajMät, unseres aller- gnädigsten Kaisers und unseres verehrten Prinz-Admirals, Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen, als der glänzendsten und erhabensten Vorbilder treuer und aufopfernder Pflichterfüllung. Ihrem erhabenen Beispiel sei es zu danken, daß wir uns eines so ausgezeichneten Seeoffizierkorps und eines so tüchtigen und leistungs­fähigen Marinepersonals erfreuen könnten. Gleichwie unsere Armee als die beste und schlagfertigste der Welt gälte, könnten wir stolz darauf sein, daß unser Marine­personal den Ruf des tüchtigsten und leistungsfähigsten unter willen seefahrenden Nationen genieße. Mit Be­geisterung stimmte alsdann die Festverfammlung nach Schluß der Rede in das auf Kaiser und Prinz-Admiral ausgebrachte Hipp-hipp-hurra ein. Das im Anschluß an die Festrede auf der Bühne erschienene lebende Bild: Se. Majestät der Kaiser begiebt sich an Bord S. M. Pacht Hohenzollern, fand den ungeteilten Beifall aller Feftteil- nehmer. Dieses, fofoie das später erschienene lebende Bild: Aus Sturm und Not", welchem ein herrlicher Prolog, vor­getragen von Kamerad Koch, vorausging, bot Leistungen, wie mau sie selten bei derartigen Ausführungen zu sehen bekommt. Der nach einigen weiteren schönen Musikstücken über die Bühne gehenden Posse:Reisende in Kiautschau" wurde wieder reicher Beifall zu teil. Sie konnte eben nicht besser dargestellt werden. Nicht minder herzerfreuend er- tvies sich die weitere Posse:Dr. Nestel in Amerika", was sich am besten durch den stürmischen und reichen Beifall kundgab. Kurz und gut, das Fest und fein ganzer schöner Verlauf zeigten so recht das Verständnis unserer Mariner für derartige Aufführungen.

Darmstadt, 21. Februar, 9 Uhr 50 Min. vormittags. (Telephon-Meldung.) Durch Entschließung Großh. Ministeriums der Justiz wurden beauftragt mit Wahrung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters der Gerichtsassessor V o l z in Lauterbach, beim Amtsgericht Fried­berg der Gerichtsassessor Güngerich in Büdingen; eines Amtsanwalts in Büdingen der Gerichtsassefior Bern­hardt zu Mainz, und eines Amtsanwalts in Lauterbach der Gerichtsassessor Schmidt zu Alsfeld. Ferner durch Entschließung Großh. Ministeriums der Justiz der Gerichts­assessor Dr. Pusch in Gießen mit Wahrnehmung des Dienstes eines Amtsrichters am Großh. Amtsgericht Ulrich­stein beauftragt.

Worms, 20. Februar. Nach derWormser Volks­zeitung" ist gestern der Geschäftsführer desWormser Generalanzeigers" wegen Urkundenfälschung und be­deutender Unterschlagungen in Haft genommen worden.

Hanau, 20. Februar. In dem zurzeit etwas ange­schwollenen Stadtgraben ertrank gestern nachmittag das 7jährige Söhnchen des Telegraphisten Dern, das am Wasser spielte. Gestern verschied dahier der Provinzial- Rabbiner Dr. Markus Koref.

Vermischtes.

* Oberhausen (Rheinprovinz), 19. Februar. Die sämtlichen Abiturienten des Realgymnasiums, 14 an der Zahl, find wegen Unregelmäßigkeiten bei den schriftlichen Arbeiten von der mündlichen Prüfung zurück- getoiefen worden.

* Köln, 20. Februar. D i e Feier der Inthro­nisation des neuen Erzbischofs Dr. Simar fand heute vormittag in der Domkirche statt in Gegenwart der Spitzen der Behörden, des Generalobersten Freiherru

v. Loe, des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, mehrerer Regierungs-Präsidenten, des Freiherrn von Hertliug (München), 50 Herren des rheinisch-ritterbürgischen Adels und 50 Malteserrittern ?c. Das Hochamt zelebrierte Ka­pitelvikar Domherr Kreuzwald, das Pallium über­reichte Domkapitular Kamphausen. Der Erzbischof hielt alsdann eine Ansprache nach deren Beendigung er vor das Südportal des Domes zog, und der zahlreichen Menschenmenge den erzbischöflichen Segen erteilte. Nach­mittags 3 Uhr fand ein Festessen statt.

* Düsseldorf, 20. Februar. In dem benachbarten Wanheirnerot ist der dortige Volksschullehrer wegen mehr­facher Sittlichkeitsverbrechen nach § 176 des Str. G. B. flüchtig geworden. Aus gleichen Ursachen wurde der Schullehrer Both der Gemeinde Hückingen (Landkreis Düs­seldorf) nach hier in Untersuchungshaft abgeführt.

* Türen, 20. Februar. Bei Station Call wurde der Geschäftsreisende Matheis von einem Eisenbahnzug über­fahren und getötet.

* Osnabrück, 20. Februar. Einer der angesehensten Großkaufleute Osnabrücks, der 78 jährige Karl H e n r i c i, ift geftorben. Er war einer der Gründer der Osna­brücker Bank (Filiale in Münster), deren Auffichtsrat er von 1873 bis 1896, feit 1893 als Vorsitzender, angehörte.

* H a l l e (Saale), 20. Februar. In Brehna tötete der Nachtwächter durch einen Revolverschuß, den er angeblich auf ihn belästigende Kinder als Schreckschuß ab­gefeuert, einen vorübergehenden Bahnarbeiter.

* Staatssekretär von Podbielski im Kasino und Warenhaus des Verbandes Deutscher Post- und Tele­graphen- Assistenten. Herr v. Podbielski hat am 4. d. Mts. in Berlin dem Ver bandskasino und dem Ver­ba n d s w a r e n ha u f e den zugesagten Besuch abgestattet. Die Gesellschaftsräume des Kasinos wurden zunächst, hier­auf die Geschäftsräume und die Verwaltungsstelle des Warenhauses besichtigt. Die Unterhaltung drehte sich selbst­verständlich um Einrichtung, Lage und Bewirtschaftung des Kasinos, Betrieb des Warenhauses. Der Herr Staats» sekretär riet u. a. dazu, möglichst den Einkauf gegen bar anzustreben; beim Abschiede reichte er den Vertretern des Verbandes, die zum Empfang erschienen waren, die Hand und sprach feine Befriedigung über d'as Gesehene aus, indem er dem Verbände und feinen Unternehmungen (Wirtschaftsgenofsenschaft) das Beste für die Zukunft wünschte. Professor Hupfer, der Erfinder des Typen­druck-Telegraph und des Mikrophons, ist am 22. Januar verstorben. Er war 1831 in London geboren. Der Typen­druck-Telegraph ist der Apparat, der am Bestimmungsort die Telegramme in lateinischer Schrift zu Papier giebt, sodaß der aufnehmende Beamte das Telegramm nicht erst vom Streifen abzufchreiben braucht. Welch ungeheuren Vorteil dies für gesteigerte Verkehrsverhältnisfe ergiebt, läßt sich leicht denken.

Neustadt a. O., 20. Februar. Im benachbarten Lausnitz stürzte auf dem v. Wurmb'schen Rittergute der 60 jährige Dienstknecht Amerell, ein Veteran aus den letzten drei Feldzügen und Ritter des eisernen Kreuzes, so un­glücklich vom Heuboden, daß der Mann kurz darauf ver­schied.

* H e i d e l b e r g , 20. Februar. Heute nacht wurde der 24 Jahre alte Leonh. SR i e g e r bei einem Streit durch einen Messerstich getötet. Der THüter ist verhaftet.

* Karlsruhe, 20. Februar. Einem gewiegten Spitzbuben sind zwei Juweliere zum Opfer gefal­len ; er ließ sich in zwei Läden Brillantringe vorlegen, und vertauschte je zwei mit Talmiringen mit Similisteinen.

* München, 20. Februar. Der Besitzer des Hotels Reichshof, B u r e i s , wurde heute unter der Anschuldigung, große W e ch s e l f ä l s ch u n g e n begangen zu haben, ver­haftet.

Universität und Hochschule.

München, 20. Februar. Im Finanzausschuß der Abgeord­netenkammer bezeichnete der Kultusminister eine Umänderung der Promotionsordnung als bevorstehend und sprach die Geneigtheit aus, sich mit der Frage der Errichtung eines Lehrstuhles für Gewerbe­hygiene an der Universität zu beschäftigen. In der Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium hält der Minister an dem Standpunkt fest, daß nur in Ausnahmefällen Hörerinnen zuzulasien seien. Gegen Mädchengymnasien verhält sich der Minister ablehnend. Auf Anfrage erklärt er, es sei richtig, daß in Preußen Mediziner, die einen nicht­preußischen Doktortitel erworben haben, als Amtsärzte nicht zugelassen werden, und daß die Universität Halle vor dem Besuch juristischer Kollegien an außerpreußischen Hochschulen gewarnt habe.

Straßburg, 20. Februar. DerMetzer Zeitung" zufolge gilt für die Straßburger Diözese die Neuordnung der Dinge im Sinne der Errichtung einer katholischen Fakultät an der Kaiser-Wilhelm- Universität und damit die Aufhetzung des dortigen großen Seminars als entschieden. Für die Diözese Metz soll dagegen aufgrund von älteren Konkordatvorschriften als unverändert feststehend erachtet werden, daß die Einrichtung und der Besuch des Fakultätsunterrichts nur in Bischofs- sprengeln Platz greife, m denen sich eine Universität befindet Wo das nicht der Fall sei, wie in Metz, hätten die großen Seminare ihren bleibenden Fortbestand.

Alotlenkunvgebung. Die Leipziger Burschenschaften Arminia, Dresdensia und Germania halten am nächsten Freitag, abends 8 Uhr im Saale des deutschen Buchhändlerhauses eine nichtöffentliche Versammlung ab, in der Herr Geh. Hofrat Prof. Dr. Sohm über die Flottenvorlage und Herr Prof. Dr. Lamprecht über die Vorbedingungen der heutigen politischen Lage mit besonderer Bezugnahme auf die Flotten­frage Vorträge halten werden.

Die Universität Greifswald ist vorangegangen in dem jetzt so viel besprochenen Streben der Hochschulen, sich an weitere Kreise der Gebildeten zu wenden. Spricht sich das darin aus, daß hier zuerst eine Vereinigung aller Lehrenden (Lehrer der Universität, der höheren und niederen Schulen) gegründet ist und erfolgreich wirkt, so besonders in den seit 1894 bestehenden Ferienkursen. Die dies­jährigen Kurse (VII. Jahrgang) finden vom 16. Juli bis 4. August statt. Die Fächer sind folgende: Sprachphysiologie (Geh »Rat Prof. Landois); Deutsche Sprache und Litteratur Prof. Siebs, .Privatdozent Bruinier); Englisch (Prof. Konrath, Mr. Quiggin); Französisch (Mr. Brandin); Religion (Konsistorialrat Prof. Cremer); Pädagogik (Prof. Dr. Rehmke); Geschichte (Prof. Seeck, Bernheim, Dr. Alt/mnn); Geographie (Prof. Schütt). In diesem Jahre sollen zudem zoologisch- anatomische Vorlesungen und Hebungen gehalten werden. Auch findet wie in den letzten Jahren eine Ausstellung bedeutenderer Erscheinungen der neuesten deutschen Litteratur statt. Die Kurse sind in erster Linie für Lehrer und Lehrerinnen eingerichtet, doch nehmen auch stets Damen und Herren teil, die nicht dem Lehrstande angehören, die aber gern die Gelegenheit zur Fortbildung benutzen. In den letzten Sommern be­teiligten sich jedesmal etwa 450 Herren und Damen (Deutsche, Oester- reicher, Skandinavier, Finnländer, Engländer, Amerikaner, Ruffen usw.). Für billige Unterkunft und Ferien-Erholung wird, wie in früheren Jahren, Sorge getragen werden. Ausführliche Programme erscheinen anfang Mai; AdresseFerienkurse", Greifswald.

Verschiedenesr Man schreibt aus Bonn vom 19. d. Mts - Aus Universitätskreisen wird in der Bonner Zeitung Klage darüber geführt, daß bei der Besetzung der bisher von Kamp Hausen inne gehabten Professur für evangelische Theologie Professor König au6 Rostock berufen worden sei, obgleich die evangelische theologische FÄultüt der hiesigen Universität sich einstimmig gegen die Berufung dieses Tbrv- logen ausgesprochen habe. Hingegen sei der von der Fakultät vor-- schlagene a.-o. Professor Meingold nicht berücksichtigt worden. Diese Zurücksetzung sei darin zu suchen, daß Meingold nicht orthodox genug sei, wie er auch wegen eines Referates im Bonner theol. Ferienkursus von orthodoxer Seite heftig angefeindet worden. Die Orthodoxie habe Oberwaffer in Berlin und bringe sogenannteStrafprofessoren" nach Bonn. Aus Würzburg schreibt man: Der Geheimrat v. Rinecker'sche Preis für hervorragende wiffenschaftliche Leistungen wurde für 1899 von der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität dem Physiologen Johannes v. KrieS in Freiburg i. B. zuerkannt. Der Preis besteht in 1000 Mk. und einer großen silbernen Medaille. Wie das Gmünder Tagblatt aus Tübingen erfährt, ist Profeffor Dr. Grützner von der medizinischen Fakultät zum Rektor der Universität für das Jahr 1900/1901 ausersehen. Das 25jährige Jubiläum als Berliner Universitätslehrer feiert heute Sanitätsrat Dr. M. L. Perl. Am 20. Februar 1875 trat er als Privatdozent an der Universität ein. Sein Fach ist die innere Medizin. Die technische Hochschule für Schlesien steht für die nächste Zeit noch nicht in Aussicht. Dies ist aus einem Ministerial- erlaffe zu entnehmen, der dem Breslauer Magistrat zugegangen ist. Die Universität Neapel, die vor einigen Tagen wegen Studenten« Unruhen geschloffen wurde und am 14. d. M. wieder eröffnet werden sollte, mußte sofort den neuen Unterricht auf unbestimmte Zeit aussetzen, da die Kundgebungen sich wiederholten.

Kunst und Wissenschaft

Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Aachen. Wie man mitteilt, ist von den beiden allgemeinen Sitzungen der im Herbst dieses Jahres vom 17. bis zum 22 September in Aachen tagenden 72. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte die erste dazubestimmt,einen Rückblick auj die Entwicklung der Naturwissenschaften und der Medizin im 19. Jahrhundert zu geben Die Darlegung dieser Entwicklung wird in vier Vorträgen stattfinden. Der erste der Vorträge wird die Entwicklung der exakten Naturwissenschaften, Physik, Chemie und die sich daran anschließenden Gebiete behandeln; Profeffor van t'Hof (Berlin) hat ihn übernommen Den zweiten Vortrag, einen Rückblick auf die Entwicklung der Biologie im 19. Jahrhundert, wird Geheimrat Prof. Hertwig (Berlin) halten. Im dritten Vortrag wird Prof. Naunyn (Straßburg) die Entwicklung der inneren Medizin in Verbindung mit Bakteriologie und Hygiene dar­legen und im vierten jHofrat Chiari (Prag) die Entwicklung der pathologischen Anatomie mit Berücksichtigung der äußeren Medizin be­sprechen. In der zweiten, am 21. September stattfindenden Sitzung werden ebenfalls einige Vorträge von hohem Jntereffe geboten: l.Pros. Holzapfel (Aachen) über die deutschen Kohlenlager; 2. Prof. Drygalski (Berlin», der Leiter der im Jahre 1901 beginnenden deutschen Südpolarforschungsreise: lieber den Plan und die Aufgaben der deutschen Südpolor-Expedition. 3. Prof. Hansemann (Berlin). Einige Zellprobleme und ihre Bedeutung für die wissenschaftliche Be­gründung der Organtherapie. 4. Prof. Julius Wolff: lieber die Wechsel­beziehungen zwischen Form und Funktton der einzelnen Gebilde bei Organismus.

Gin neues Andr^egerücht ist über London von Ottawa (Kanada) gekommen Letzten Oktober kamen nach Churchillfart einige Eskimos, welche erzählten, daß zwei weiße Männer, dievom Himmel gekommen waren", letzten Frühling von räuberischen Eskimos getötet worden seien. Sie sagten, daß sie Reste des Ballons gesehen und wüßten, wo diese verborgen worden sind. (Das Gerücht bedarf doch recht sehr der Bestätigung.) .

Arbeiterbewegung.

Mainz, 20 Februar. Die gesamten Holzarbeiter (Schreiner, Dreher usw.) sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Mit der sozla listischen Gewerkschaft hat sich auch der christliche Verband der Holz­arbeiter solidarisch erklärt. Werden bis Mitte März die gestellten Forde­rungen nicht bewilligt, so soll ein Ausstand erfolgen. Die letzte Lohn- beroegung der Schreiner 1890 endete auch mit einem Streik. Schließlich gaben beide Teile nach.

Zeitz, 20. Februar. Berginspektor Bönisch-Altenburg hat sich zur Vermittlung zwischen den Bergleuten und den Gruben Verwaltungen im Meuselwitzer Revier bereit erklärt. Die Einig­ungs-Verhandlungen beginnen heute. Die Unternehmer dürften trotzdem die Hauptforderungen nicht zübilligen, und rechnen deshalb trotz des Be­schlusses der gestrigen Bergarbeiterversammlung, vorläufig weiter zu ar beiten auf den Ausbruch des Ausstandes. Im Zeitz-Teusener Revier soll am Mittwoch die Entscheidung fallen.

Zwickau, 20. Februar. Laut amtlicher Mitteilung waren in der Nachtschicht von Montag 1199 von 3107, in der Tagesschicht von Dienstag 2929 von 8656 Bergleuten ausständisch. Heute sind die Ausständischen entlassen worden. Das Streikkomitee giebt die Zahl der Ausständischen aus 8700 an

Leipzig, 19. Februar. Im Erzgebirge ist die K o h l e n not be­reits so groß, daß in manchen Orten die Leute, um nicht bitterer Kälte ausgesetzt zu sein, Haushaltungsgegenstände verbre^nnen. Soweit möglich, nimmt sich die Privatwohlthätigkeit der Aermfien an, und in Annaberg giebt jetzt auch die Stadtvertretung, welche große Vorräte aus Westfalen und Schottland noch rechtzeitig bezogen hat, kleine Quantitäten an die ärmere Bevölkerung teils unentgeltlich, teils zum Selbstkostenpreise, teilSjunter diesem ab. Höchst bedauerlich ist, daß eine ganze Anzahl von Schulen unter dem Kohlenmangel zu leiden hat. So hat erst wieder am Samstag am Lehrerseminar zu Bautzen der Turn­unterricht bis auf weiteres eingestellt werden müssen, und die Zöglinge arbeiten jetzt in den Klaffenzimmern, statt in den Arbeitssälen, weil zur Heizung der letztern nicht genügende Kohlenvorräte vorhanden sind. Zahl der Ausständischen beträgt heute 7900.

Berlin, 20. Februar. Heute ist hier eine scharfe LoHn- beroegung zum Ausbruch gekommen, indem in ungefähr 400 SBerb fiätten 6000 Tischler die Arbeit niederlegten. Teilweise scheint das nicht freiwillig erfolgt zu sein, da mehrere Firmen wegen Ausbruchs des Ausstandes die Aussperrung gegen sämtliche Arbeiter verhängten. Auch viele Poliere haben sich dem Ausstand angeschlossen.

Wien, 20. Februar. Gestern gelangten an ausständische Kohlen- gröber 50 000 Kr. zur Verteilung.

Charleroi, 19. Februar. Von den 6700 Glasarbeitern der hiesigen Gegend sind bis jetzt 3052 ausständisch.

Telegramme des »Gießener Anzeigers

Berlin, 21. Februar. Der Bergarbeiterstreik im Halle'- schen Kohlenrevier ist demBerl. Tgbl " zufolge allgemein. Aus heute ist eine Einigungs-Konferenz einberufen, auf welcher die Vertreter der Belegschaften mit den Verwaltungen unterhandeln werden. Die Mel­dung von einer Vermittelung seitens der Behörden in Zwickau ist un­richtig. Es sind 4000 Arbeiter^ entlasten worden.

Aemstr Meldungm.

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Berlin, 21. Februar. Gestern abend fand beim Minister des Innern, Freiherrn von Rheinbaben, ein parla­mentarisches Essen statt, zu welchem die Präsidien des Reichstages und Abgeordnetenhauses, Minister v. Thielen, Schönstedt und Staatssekretär Tirpitz, sowie eine Reihe von. Abgeordneten Einladungen erhalten hatten.

Berlin, 21. Februar. Die Budget-Kommission des Reichstages hat gestern nachmittag die Beratung

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