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22.2.1900 Erstes Blatt
 
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Nr. 44

Donnerstag den 22 Februar

Erstes Blatt

Gießener Anzeiger

Heneral -Anzeiger

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Vom Kriegsschauplatz.

DemSoir" zufolge ist jetzt auch bei der Gesandtschaft -er Südafrikanischen Republik in Brüssel eine Depesche Krügers eingetroffen, die den

Rückzug Cronje's

für einen strategischen Schachzug und den Sieg Fr e u ch's für ganz bedeutungslos hält. Krüger hegt die festeste Siegeszuversicht; nach allem, was man bis icbt vom westlichen Kriegsschauplätze gehört hat, wohl auch nut Recht. In der Nacht vom 15. zum 16. Februar hat Fcench's kühner Reiterzug nach Kimberley stattaefunden, und was ist bis heute, .den 21. Februar, geschehen? So gut wie nichts. Allerdings haben die Buren sich aus einem Teil der Umgebung von Kimberley zurückgezogen, aber das ist auch alles. Ob die Besatzung schon frischen Proviant erlhalten hat, ist noch nicht einmal sicher, da die für die Ausgehungerten bestimmte Kolonne von 200 Wagen den Buren in die Hände gefallen ist.

Von der Verfolgung Cronje's, der nach Bloemfontein hlieht", ist es heute merkwürdig still geworden. Er wird denVerfolgern" längst aus dem Gesicht gekommen sein, denn die Reiter Kelly Kenny's und French's können un­möglich ganze Tagemärsche weit in den Freistaat ein­dringen, oa sie nur ganz notdürftig verproviantiert sind, sich also immer in der Nähe ihrer Operationsbasis bei Jakobsdal halten müssen. Auf das Schicksal Cronje's aber kommt es einzig und allein an. Hätten die Engländer ihn überrascht, ihn bei Magersfontein abgeschnitten, oder we- niefftens feine Geschütze und seinen Train weggenommen, ihu also kampfunfähig gemacht, so hätte von einem großen militärischen Erfolg, von einem englischen Sieg die Rede sein können. Wie aber die Dinge liegen, hat der kluge Cronje sehr wohl vorher gewußt, was auf feindlicher Seite geplant war, und es ist ihm glänzend gelungen, der Ucber- macht auszuweichen, seine Kanonen in Sicherheit zu bringen, und das Gros seiner Armee mit samt der gewal­tigen Proviantkolonne auf den Weg nach Bloemfontein zu dirigieren, ohne dabei nennenswerten Schaden zu leiden. Erst als die Engländer erkannten, daß das Nest leer war, suchte Lord Roberts den Fehler, die Rückzugslinie, oder doch eine der Rückzugslinien der Buren offen gelassen zu baten, dadurch gut zu machen, daß er nunmehr die Ver­folgung einleitete und die Fühlung mit dem abziehenden Eigner wiederherstellte. Was Cronje verloren hat, wird vielleicht nur in der Zurücklassung einiger unbrauchbar gewordener Wagen und einiger lahm gewordenen Tiere bestehen. Ist aber an eine weitere Verfolgung Cronje's durch Robert's Hauptkorps vorläufig nicht zu denken, so fragt man, was der Lord nach demEntsatz" von Kimber­ley eigentlich noch am Modder will. Die dort zurückgeblie­benen Burenkommandas, die bald hier, balo dort auf­tat tchen, die, wie der Volksmund sagt, überall und nirgends sind, vermag er nicht zu fassen, muß vielmehr besorgt sein, durch sie in südlicher Richtung abgeschnitten zu werden. Tas beste, was er thun könnte, ja das einzige, was er thun müßte, wäre daher sofortige Rückkehr nach de Aar.

Aber es hat den Anschein, als sei die Zernierung von Kimberley von den Buren noch immer nicht ausgegeben. Wir erhalten folgende Meldung:

* London, 20. Februar. DieEvening News" melden aus Jakobsdal von gestern: General French hat ein Lager der Buren in Dronfield nördlich von Kimberley umzingelt und be­schießt es.

Also die nördliche Umgebung der Stadt ist noch nicht von den Buren gesäubert", wie die ersten englischen Sie- stksbulletins verkündeten, die Buren haben dort ihre Stel­lungen noch nickt verlassen, wie behauptet wurde. Ob Frcnch selbst wieder vor Kimberley angelangt ist, nachdem er Kelly Kenny vergeblich bei der Verfolgung Cronje's ge­holfen hat, ist nicht klar aus der Depesche ersichtlich, die kielleicht, indem sie von French spricht, Teile von dessen Korps meint. Jedenfalls hat es Cronje vortrefflich ver­luden, die überlegenen englischen Streit­kräfte zu trennen und getrennt zu halten. Ns Ganzes wären sie ihm verhängnisvoll geworden, ihre einzelnen Teile sind machtlos gegen ihn.

* * «

London, 20. Februar. Hier verlautet, die Regierung sei im Besitz höchst befriedigender Meldungen, die sie aber Hoc Vollendung der Operationen nicht veröffentlichen wolle. Danach solle French mit seiner Kavallerie sich wie ein Keil fischen Cronje und Blömfontein geschoben haben. Der Vertreter derDaily News" im Unterhause erfuhr von einem Kabinettsminister, es sei eine Depesche eingegangen, derzusolge General Cronje hoffnungslos umzingelt sei. Lord Reithuens Division sei in Kimberley eingerückt.

Einer Pietermaritzburger ^Depesche derDaily zufolge verlautete dort, Bullers Armee habe den HIauigwane-Hügel eingenommen. Eine große Anzahl von

Freistaat-Buren habe das Belagerungsheer um Ladysmith verlassen, um gegen Lord Roberts zu kämpfen; auch sei eine Anzahl schwerer Kanonen über die Grenze geschafft worden.

Wie demselben Blatte aus Mailand telegraphiert wird, hat das italienische Rote Kreuz beschloffen, eine zweite Sendung von Arzneien und Ersrischungsmitteln nach Südafrika gelangen zu lassen, die beiden krieg, führenden Parteien je zur Hälfte übermittelt werden soll.

DemBerl. Tagebl." gehen aus London Tele­gramme zu, denen zufolge gestern abend der erste Eisen­bahnzug nach Kimberley seit dem Beginn des Krieges von Kapstadt aus abging, und wonach General Buller vorgestern das Feuer auf die Stellungen der Buren eröffnet hat. Seine Geschütze bestreichen die seindliche Schanze bei Colenso, deren Räumung sicher sein soll. Bullers Stellung ist stark verschanzt und wird die Grundlage für die nächste Offensivbewegung bilden.

Das ganze Wilkshire-Regiment wurde, nach einem weiteren Telegramm, von den Buren bei Colesberg aufgerieben. Ein Stabsoffizier ist tobt, ein anderer mit 140 Mann gefangen.

Loudon, 20. Februar. EinerDaily Telegraph"-Mel- dung vom Samstag aus Kimberley zufolge, welche nach dem Modderfluffe heliographiert wurde, hatte General French 8000 berittene Truppen und 76 Geschütze. Die Buren bombardierten Kimberley noch wenige Stunden vor Frenchs Eintreffen.

* * *

Telegramme desGießener Anzeiger".

London, 21. Februar. Die Bevölkerung befindet sich in der größten Spannung über die Erf-olge des Angriffes Bullers zur Entsetzung von Ladysmith. Die Zuversicht zum Siege der englischen Waffen ist hier im Steigen begriffen, und wenn eine günstige Meldung über das Vorgehen Bullers eintrifft, soll die Stadt illuminiert werden.

London, 21. Februar. Nach, einem Telegramm aus Jakobsdal warf General Cronje, nachdem er Magers­fontein geräumt hatte, seine Truppen mit der größten Geschwinoiakeit nach R o n d h a v e l, wo er eine Abteilung Aur Verteidigung dieses Platzes detachierte, doch wurde die Verteidigung schließlich aufgegeben, und das Land zwischen Jakobsdal und Kimberley ist jetzt srei von Buren. General Kelly Kenny überholte die Kolonne Cronje bei Klipfurt. Die Freistaatburen waren fast einstimmig für Kapitulation, doch als sich am Morgen zeigte, daß die englische Kavallerie das Lager nicht umzingelt hatte, änderten sie ihren Beschluß und marschierten ostwärts. Eine Sektion wurde zurückgelassen, um ihren Train zu beschützen. Die englischen Truppen zogen jedoch ihre Geschütze auf die benachbarten Hügel, bombardierten das Burenlager, und eroberten allmählich 78 Wagen. Die englischen Verluste in den Tagen vom 14., 15. und 16. Februar betragen 5 Tote, 32 Verwundete und 100 Vermißte.

Berlin, 21. Februar. Nach einer Depesche derVoss. Zeitung" aus Fiume, hat Dr. L e y d s an das Ministerium des Aeußeren wegen der Absendung von 3000 ungarischen Pferden für englische Rechnung eine Protestnote gerichtet, da die Pferde zur Kriegsausrüstung gehören, und hierdurch die Neutralität verletzt wird. Infolgedessen ging ein Transport von 300 Pferden vorläufig nicht ab.

Brüssel, 21. Februar. Die Transvaal - Gesandt­schaft konstatiert auf Grund authentischer Nachrichten den völlig intakten Zustand der Armee Cronjes, die erhebliche Verstärkungen erhalten habe und jetzt 35 000 Mann zähle. Dadurch sei die Verteidigung der Straße nach Bloemfontein gesichert.

Paris, 21. Februar. Die Neffen des Generals Charette, dessen beide Söhne bereits nach Südafrika gingen, haben sich ebenfalls nach Lorenzo Marquez e i n- g e s ch i f s t, um sich der Buren-Armee anzuschließen. Auch der durch den Prozeß Wilde bekannte Lord Douglas hat sich nach Kapstadt eingeschifft.

Paris, 21. Februar. D r. L e y d s, welcher von einem holländrschen Komitee in Marseille zum Beiwohnen eines großen Konzerts, welches zu Gunsten der Buren am 18. März stattfinden soll, eingeladen wurde, antwortete, daß er augenblicklich angesichts der pessimistischen Nachrichten vom Kriegsschauplätze Brüssel nicht verlassen könne.

Rennes, 21. Februar. Eine hiesige Stahlgießerei hat eine Bestellung von 150,000 Stahlgranaten von Transvaal erhalten.

Deutsches Keich.

Berlin, 20. Februar. Der Kaiser hörte im Jagd­schloß HubertuSstock gestern vormittag die Vorträge des Staatssekretärs Tirpitz und des Chefs des Admiralstabes der Marine v. Diederichs und heute vormittag den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts, Frhr. v. Senden Bibran.

Wie dieKreuzztg." hört, ist bei der Vorbesprech­ung zwecks einer Verständigung über die Lex Heinze unter den Parteivertretern ein vollständiges Einvernehmen über eine Form erzielt worden, die auch den verbündeten Regierungen annehmbar sein dürfte. Es sei demnach Aus­sicht vorhanden, daß die sogenannte Lex Heinze endlich wirklich Gesetz wird.

Kultusminister Dr. Studt hat in letzter Nacht infolge seines Schultergelenkbruches heftige Schmerzen em­pfunden und muß das Bett hüten.

DieGermania" schreibt: Das Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber ist von gestern auf heute ein relativ günstiges gewesest. Der leichte Fieberanfall am gestrigen Morgen, dem keine Schüttelfröste voran­gegangen waren, war bald überwunden, und seitdem ist der Kranke von Schüttelfrösten und Fieberanfällen verschont geblieben. Die letzte Nacht verbrachte derselbe in ruhigem, stärkendem Schlafe. Die bessere Nahrungsaufnahme, die durch einen regeren Appetit des Patienten unterstützt wird, beugt einem Kräfteverfall vor. Auch die Stimmung des Schwerkranken ist jetzt eine bessere. Unter diesen Umständen rechnen die behandelnden Aerzte jetzt immer mehr mit der Hoffnung aus eine Genesung.

Die weimarischen Sozialdemokraten haben ein originelles Mittel gesunden, sich über das Ver­sammlungsverbot hinwegzusetzen, das im Großherzogtum gegen sie durchgefuhrt wird, indem ihre Versammlungen wegenGefährdung der öffentlichen Ruhe und Sicher­heit" oderweil zu befürchten steht, daß der in Aussicht genommene Redner das Thema aufreizend behandeln werde", verboten werden. An Stelle der öffentlichen Ver­sammlungen haben sie politischeSprechstunden" ein­geführt; so hatte kürzlich der sozialdemokratische Reichs­und Landtagsabgeordnete Baudert bekannt gemacht, daß er an einem bestimmten Tage in Gaberndorf anwesend und gern bereit sein werde, etwaige Fragen und Wünsche seiner Wähler entgegenzunehmen. Hiervon ist auch von den Be­wohnern Gaberndorfs und der umliegenden Dörfer Ge­brauch gemacht worden. DieAntworten" auf die Fragen und Wünsche der Wähler sollen sehr ausführliche gewesen sein.

Ausland.

Wien, 20. Februar. Der niederösterreichische Landtag trat heute zu einer außerordentlichen Tagung zusammen und überwies die abgeänderte Gemeindewah! ordnung für Wien einem 13gliedrigen Ausschüsse.

Paris, 20. Februar. Der Finanzminister hat der Kammer die Vorlage betreffend Eröffnung eines dritten Zwölftels zugehen lassen. DerLiberte" zusolge hat der Ministerrat beschloffen, daß der Marineminister die An­frage Georges Berrys über den ungetreuen Beamten Philipp nicht beantworten solle.

Paris, 20. Februar. Der Kolonialminister erhielt aus Martinique folgendes Telegramm: Ueberall herrscht Ruhe, im Norden wird die Feldarbeit wieder ausgenommen. In der Nacht von Sonntag auf Montag waren in den Plantagen drei Feuersbrünste ausgebrochen, die indes keinen größeren Schaden anrichteten.

Kopenhagen, 20. Februar. Der Landwirtschaftsminister hat heute das seit dem 15. Januar bestehende Verbot der Ausfuhr von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen aus Fünen nach dem Auslande und den übrigen Teilen des Landes aufgehoben.

Kalkutta, 20. Februar. Der deutsche Generalkonsul v. Waldhausen hat zu der Sammlung für die von der Hungersnot Betroffenen 5000 Rupien beigesteuert.

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Militärdieustuachrichten. v. Rothkirch und Pan- then, Oberstleutnant, Kommandeur des 2. Großherzogl. Hess. Dragoner-Regts. (Leib-Drag.-RegtS.) Nr. 24, zum Obersten befördert. v. Kurnatowski, Oberstleutnant beim Stab des 3. Thüring. Jnf.-Regts. Nr. 71, unter Be­förderung zum Obersten, als aggregiert zum Jnf.-Regt. Nr. 148 versetzt. Messow, Oberleutnant im Großherzogl. Heff. Train-Bat. Nr. 25 ein Patent seines Dienstgrades