Ausgabe 
21.12.1900 Zweites Blatt
 
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tfien die Städte, kj: )unö^n berinflch wr ew Namen eine»' j,, n V bei einige» tzb mverleib/e Gebiets >nzP K 1895 j.r um 31 000, Pssn, nffurt und Sache». höher einsehen.

Städte mit mehr ahre giebt e^btra

engli^e Streitkräfte1 e Mgtn, dürfte - olonte einfallen.

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Air alle: Dekane und Geistliche der drei Provinzen, wie Mit- glifl+rt der evangelischen Landessynode wissen uns eins in der dankbaren AnurÄmung Ihrer sätherigen Wirksamkeit, wie in dem herzlichen Wunsch, Sold möge Ihnen neue Wege weisen, um in alter Treue sein Reich zu ''Quito und unserer evangelischen Kirche zu dienen. Dazu wolle er Jhrhsr noch viele Jahre die Kraft erhalten und die Freudigkeit schenken."

Nan schreibt UNS dazu: In dieser Adresse ist nur der allhMinen Thätigkeit und des treuen Wirkens des Su- peW-lm denken Waas gedacht, mit keinem Wort aber des afttuiflen Falles, seines ManneSmuteS gegenüber der von der» »bersten Kirchenbehörde angeordneten Verlegung des Toüirseftes, gegen die er mit einer solchen Entschiedenheit unhb Festigkeit aufgetreten ist, daß er lieber sein Amt ausgab, aläti Uvas mitzumachen, dessen Verantwortung er nicht über- netM» konnte. Wie seinerzeit sämtliche evangelischen Giüoeinden des Landes von der Erlaubnis des Ober- Ko nßoTiumS Gebrauch machten, die Feier des Totenfestes arm letzten Sonntage im Kirchenjahr beibehalten zu dülchn, also nirgends im ganzen Gebiet der evangelischen La^uteSkirche das Totenfest verlegt wurde ein gewiß ei NW dastehender Fall, daß überall die Ausnahme, «irtgendÄ aber die Regel angewandt wurde so ist auch getewj, daß sämtliche evangelische Geistliche sich an der Adilnssr beteiligen werden. Die Ueberreichung der Adresse wind dem Superintendenten Waas die Genugthuung bereiten, bal4 Fejftigkeil in der Ueberzeugung noch bie gebührende Sh»- im Land^ findet.

* Ein Aufruf zur Gründung eines hessischen Lehrer- Tuikmriius ergeht zurzeit an die Lehrer des Landes. In dem missten deutschen Staaten bestehen bereits solche Vereine, biet mit: großem Erfolge thätig sind. Gelegentlich eines BvistuhS der Mannheimer Volksschulen erfuhr man, daß in Baldm ein solcher Verein besteht. Man wählte nun auch in i unserem Lande einen Ausschuß, der dieser Tage den Amfrus an alle Lehrer an Volksschulen und den höheren Le5tzi°nfüalten erließ. Daß eine solche Vereinigung sehr viefi juc Pflege und Förderung des Schulturnens und der Dcish'ptiele beitragen kann, dürfte niemand bezweifeln. Unter betä Meilen der freien Ledrervereinigungen findet sich nur sel.'is» tiin Thema aus dem Gebiete des Schulturnens, und aun ti»r:r geeigneten Gelegenheit für Lehrer, die eigne £urn* fewi^iht zu erhalten, fehlt es ganz. Demgemäß soll die ge^fhe.t Bereinigung folgende Hauptziele verfolgen: 1. Gegen«

me.fil veranstaltet haben, wobei die Eingemeindungen die gri s'ji!Rolle spielten. Am radikalsten geht hierbei München vorn.. Haum zählt ein benachbartes Dorf wenige Tausend VeHmhuer, so wird es verschluckt. Würde Dresden, das eiireiti)r reich mit Städten und großen Dorfschaften besetzte >f Umgebung hat, das Beispiel Münchens nachahmen, so o»nrbE es letzterem zugleich seine Stelle als drittgrößte SVA Ftreitig machen. Dasselbe ist von Leipzig zu sag«, vor dessen Grenzen trotz der starken Eingemeindungen EmA der achtziger Jahre noch manche starkbewohnte Ort­schaften liegen, Breslau hat trotz Eingemeindung zweier OiztiiDiit 5100 Einwohnern nicht den Zuwachs wie Köln zu» mzmchnen und wird in absehbarer Zeit seinen Platz als !-v«ilgrößte Stadt Preußens an Köln abtreten müssen, zu- iiail trenn dieses Kalk mit jetzt 20500 Einwohnern und - iMjkhi auch Mülheim'mit 45000 Einwohnern eingemeinden ' olüt. Frankfurt a. M. hat drei Vororte mit 10300 Ei-nvchiern sich einverleibt; ohne diese würde es nur um 16L6 Prozent zugenommen haben. Das Emporschnellen ^tirnbergg ist hauptsächlich durch die Eingemeindung vorn 14 Vororten zu erklären. Hannover würde unter Himzurechnung der Nachbarstadt Linden mit 50704 Ein- wli«lh»crr und des Vorortes Döhren mit 5186 Einwohnern aan Fra» kfurts Stelle aufrücken.

Boni den weiteren Großstädten ist namentlich das Wachs- luimi dev Industriestädte wie Düsseldorf, Chemnitz, D^rtiri und, Mannheim und Essen bemerkenswert, wÄIjrend die Seestädte Königsberg, Danzig und i'Jtonc nicht so schnell vorankommen. Stettin und Ki il bilden hier eine Ausnahme wegen ihrer starken inkünistrilllen Entwickelung.

Ein ganz erstaunliches Anwachsen zeigt Charlotten- l i kg, das 1885 erst den 51. Platz unter den deutschen SMlen einnahm.

Eine auffallende Erscheinung, die bei den deutschen GLWvten seit Jahrzehnten nicht konstatiert worden ist, ist« die i bnahme der Bevölkerung von Krefeld, das bereits ' ei v 1887 über lOOOOO Einwohner zählt und damals den 231 Platz unter den Großstädten inne hatte. Die Schuld bar® trägt zweifellos ber allgemeine Rückgang ber Textil- Jr-Wri-e.

Aus Stadt und Land.

(Ztzuichnßen über lokale Vorgänge find uns stets sehr erwünscht und werden auf Wunsch gut honoriert.)

Gießen, 20. Dezember 1900.

-o- Superintendent Waas. Zur Ehrung des wegen dkD beabsichtigten Verlegung des Totenfestes aus dem Ober- Kc:»fifio»ium ausgeschiedenen Superintendenten Waas zir- fahieiit mnter den evangelischen Geistlichen und weltlichen MAlgliedoern der Landessynode eine von sämtlichen Dekanen beic Superintenbentur Darmstadt verfaßte Abresse, die am 3.: Feikhnachtsfeiertage durch eine Deputation überreicht meidm soll. Die Adresse hat folgenden Wortlaut:

Hochzuverehrender Herr Oberkonsistorialrat! Hochwürdigster Herr Superintendent!

Aadh Ihrem Scheiden aus dem hohen und verantwortungsvollen An Jtt, in welchem Sie über 6 Jahre '.n reichem Segen gewirkt haben, betftlen wir es als eine Ehrenpflicht, Ihnen, hochverehrter Herr Su- pernci-iibsnt, den Ausdruck unserer fortdauernden Verehrung und Dank« baml-'ai d»rzubringen. Wir werden nie vergessen, was Sie unserer evaMjilischen Landeskirche bis dahin gewesen, wie Sie allezeit fest und trerj.flr derselben Recht unb Pflicht, Art und Ordnung eingetreten sind. Wia Unt en Ihnen dankbar verbunden in der Erinnerung an die Ge­re chchMit und Weisheit, wie an die Güte und Freundlichkeit, womit -i Zfrees Amtes gewaltet haben, insbesondere auch all' denjenigen Äitj deren Vorgesetzter und Führer Sie seither waren, und deren tu und Anhänglichkeit Ihnen für immer bleiben werden.

4915 < Köln.

813+ 58* 8.Wr )743 + M 4986+ 25451 'X + 15303 11 Tn W + A6964 12. A & + \3. .v-

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feitige Anregung zur Förberung bes Schulturnens und bet Bolksspiele, sowie Vermittlung aller auf diesem Gebiete sich gdtcnb machenden Fortschritte; 2. Erhaltung und Erhöhung ber eignen Turnfertigkeit; 3. Teilnahme an den Bestrebungen ber deutschen Turnlehrerschaft. Der Aufruf richtet an alle Lehrer, besonberS an solche, die bereits Turnkursen bei­wohnten, die Bitte, an ber Samstag den 29. Dezember, vormittags 11 Uhr, zu Fr ankfurt a. M. tagenden konstituierenden, Versammlung teilzunehmen, wobei die Gründung entgiltig beschlossen werden soll. Landes- turninspektor Schmuck, der der Sache sympathisch gegen­über steht, wird der Versammlung beiwohnen.

k- Der hiesige StenographenvereinStolze-Schrey" feierte dieser Tage bei Konzert und Tanz sein 7. Stiftungsfest in Steins Saalbau. Auch theatralische Sachen kamen zur Aufführung, von denen besonders das humorvolle Soldaten­stückDie Herren Offiziersburschen", sowie der Schwank: Die eroberte Schwiegermutter" durch ihren gesunden Witz gefielen.

-1- Lollar, 20. Dezember. Die hiesige freiwillige Feuerwehr feiert im Jahre 1901 ihr 25. Stiftungsfest. Von dem Geiste, der in der Feuerwehr herrscht, möge die Thatsache reden, daß von den Mitbegründern des Korps noch einige 30 aktiv sind, bie demnach mit bem vom Groß- Herzog gestifteten Ehrenzeichen dekoriert werben.

Fe. Schadcck a. b. Lahn, 18. Dezember. Ein Akt länd­licher Lynchjustiz hat sich vor einigen Tagen in der Nähe des hiesigen Bahnhofs abgespielt. Ein junges Mädchen von hier, das auf.ber Finstermühle bei Schupach im Dienst steht, unterhielt dort seit längerer Zeit mit einem Knecht ein zartes Verhältnis. Dieser wenig fromme Knecht war aber ver­heiratet und Vater mehrerer Kinder. Da alle Ermahnungen und Bemühungen, das Verhältnis zu lösen, nichts fruch­teten, beschloß der Bruder des Mädchens, ein Radikalmittel anzuwenden. Als das verliebte Pärchen an einem Abend der vorigen Woche bei Mondenschein lustwandelte, wurde ber Liebe seliger Lust auf einmal ein jähes Enbe bereitet. Aus des Waldes düstern Gründen brach ber Bruder mit einigen Helfershelfern hervor, alle mit mächtigen Prügeln bewehrt, und bie Unholbe bearbeiteten bem Selabon bie Kehrseite so nachbrücklich, baß ihm derverliebte Wahn" wohl für einige Zeit vergangen fein dürfte. Auch bie holbe Dienstmaid^ bekam einige Treffer. Der Vorfall wurde zur gerichtlichen Anzeige gebracht.

Wetzlar, 19. Dezember. Die neue Handelskammer für den Kreis Wetzlar wählte in den Bezirkseisenbahnrat zu Frankfurt ihren Vorsitzenden Generaldirektor bei Buberus'- schen Eisenwerke Kaiser unb als feinen Stellvertreter Fabrikant A. Neumann in Niedergirmes b. Wetzlar. Die Handelskammer hat an den Oberpräsidenten das Ersuchen gerichtet, auch im Bezirkseisenbahnrat zu Köln vertreten fein zu dürfen, da für ihre Interessen dieser Bezirk ebenso in Frage käme, wie ber Frankfurter.

-k- Mainz, 19. Dezember. Hier macht sich immermehr bie Arbeitslosigkeit bemerkbar und übt auch ihre Wirkung auf das städtische Arbeitsamt aus, indem bie Zahl ber Stellenfuchenben von Tag zu Tag bedeutend anwächst. Alle Branchen-Arbeiter sind unter den Arbeitsuchenden ver­treten unb selbst länbliche Arbeiter, an benen noch nach dem Herbste großer Mangel war, bieten ihre Dienste an. Bei ber heule begonnenen Ziehung ber Hessischen Landeslotterie fiel ein Gewinn von Mk. 200000 in eine hiesige Kollekte. Das Glücksnummer ist in Zehntel geteilt unb die zehn Gewinner sind sämtlich ganz un­bemittelte Leute.

hh. Mainz. 19. Dezember. Der Vorstand der Hand­werkskammer trat am 17. b. Mts. hier zu einer Sitzung zusammen, ber auch ber Kommissar ber Kammer, Regierungs- rat Dr. Ufinger ans Darmstabt beiwohnte. Nach einem kurzen Referat über bie seitherige Thätigkeit bes VorsianbeS betonte ber Vorsitzenbe, baß es zweckmäßig sei, von ben wichtigeren Fragen, mit benen bie Kammer be­schäftigt fei, ben Mitgliebern jeweils Kenntnis zu geben, um biefe auf bem ßaufenben zu erhalten. Sobann folgte eine eingehenbe Besprechung über bie Zuziehung von Haus- gemerbetreibenben zu Innungen. Ein weiterer Punkt ber Tagesorbnung, bie Unterrichtszeit in ber Fort- bilbungsschule gab ebenfalls Veranlassung zu ausführ­licher Debatte. Aus ber reichhaltigen Tagesorbnung er­wähnen wir noch besonberS bie Verhanblungen über bie Gründung von Rohstoff rc. Genossenschaften im Handwerk, Regelung des Lehrlingswefens, Regelung ber persönlichen Ausgaben und Besprechung über 6ie für Ende Januar in Aussicht genommene 3. Plenarversammlung ber Kammer.

* Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Karl Vorbachs Walzmühle in Okarben hat nicht gebrannt, fonbern nur in der Getreideputzerei war ein kleines Schaden­feuerentstanden, dasaberschnellbewälrigtwar, sodaß der Betrieb in der Mühle gar nicht unb in ber Putzerei nur brei Tage gestört war. In Darmstadt ist der Sozialist Adam Weber, Orts-Krankenkassen-Beamter, verstorben.

Universität und Hochschule.

Man schreibt aus Tübingen: Der o. Professor Dr.Friedrich p. Thudichum an der juristischen Fakultät der hiesigen Hochschule ist tn ben Ruhestand getreten. Thudichum ist 1831 zu Büdingen in Ober- Men geboren und begann seine akademische Laufbahn als Privatdozent wirkte er in Tübingen als a.-o. und und seit m;7° °-^ofeffor der Rechte. - Aus Straßburg wird geschrieben- ®ie aus hiesigen Unversitätskressen verlautet, ist zum Nachfolger des Physiologen Goltz, der tm Laufe dieses Semesters in den Ruhestand j"ten will, dessen langjähriger Assistent und gegenwärtiger Stellvertreter, ber a,o. Professor Dr I. R. Ewald ausersehen. Dr. Ewald gehört de" Lehrkörper der Straßburger Universität schon seit 1883

an, seit 1886 als a.-o. Professor. In Jena wurden der Neubau ber medizmischen Polrklmrk und die neuen Räume der Ohrenklinik in W"se ihrer Bestimmung übergeben. - Dr. Heinrich Kraeger, Bt8 vor furjem Privatdozent für Litteraturgeschichte an den beiden Hoch­schulen in Zürich, ist als Lektor des Deusschen für Ausländer an die

Universität Berlin berufen worden. Bei der medizinischen Fakultät der Berliner Universität sind als Privatdozenten zugelaffen worden: Dr. Karl Bruhns, Assistent an ber Charitoklinik für Hautkrankheiten, für das Fach der Haulleiden, Dr. Felix Klemperer, früher Privat­dozent der Universität Straßburg, für innere Medizin, und Dr. Georg Wetzel, Assistent an der biologisch-anatomischen Universitätsanstalt, für Anatomie. An Stelle des Oberstabsarztes Dr. Kohlsrock, der zur Zeit in China thätig ist, wurde Dr. Friedrich Plehn, Regierungsarzt bei der Zentralverwaltung für Deutsch Ostafrika in Daressalaam, der auf Heimatsurlflub in Berlin weilt, mit dem Unterricht in der Tropen- Hygiene beim Seminar für orientalische Sprachen betraut. Im Hör- faal der Ber liner Universitäts-Augenklinik sind die Büsten von A. v Graefe und K. Schweigger ausgestellt worden. An der Universität Bern befinden sich unter den 1111 immatrikulierten Studenten dieses Semesters 301 Frauen, davon 12 aus Deutschland.

Gerichtssaat.

L.L. Gießer», 18. Dezember. Die Strafkammer verhandelte zunächst gegen den mehrfach vorbestraften Maler Albert Brunner aus Peterzell (Kanton St. Gallen), der sich zur Zeit in Untersuchungshaft befindet w?gen Diebstahls, Betrugs im wiederholten Rückfall und Be- trugsversuchs. Der Angeklagte wird beschuldigt, im Oktober d. I. in Gießen sich einen Schirm rechtswidrig angeeignet, einen Wirt um die Zeche im Betrag von etwa 2 Mk. geprellt und einem anderen gegenüber eine Zechprellerei versucht, im letzten Augenblick aber bezahlt zu haben. Es wird wegen der beiden erstgenannten Delikte, unter Zubilligung mildernder Umstände, auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 4 Monaten 2 Wochen erkannt; des Betrugsversuchs wurde er nicht überführt. Wegen schwerer Beleidigung, Betrugs und Körperverletzung war gegen den Taglöhner Hch. Krug von Erbenhausen, z. Z. in Untersuchungs­haft, durch Urteil des Schöff ngerichts Homberg auf eine GefamtgesängniS- strafe von 4 Monaten abzüglich eines Monats der erlittenen Untersuchungs­haft erkannt worden. Die von ihm eingelegte Berufung war insofern von Erfolg, als die Kammer durch die Beweisführung schwere Beleidigung nicht nachgewiesen fand und deshalb nach dieser Richtung auf Frei­sprechung erkannt wurde. Für die ihm weiter zur Last gelegten Delikte erkennt das Gericht auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 7 Wochen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gilt. Demnächst wird in die Strafsache gegen den hier wohnhaften 14jährigen Tagelöhner Wilh. Krauskopf wegen Versuchs des schweren Diebstahls eingetreten. Um sich eine Taube anzueignen, war Kr. am 15. September nachmittags in ben zum Haufe Westanlage 46 gehörigen Garten eingedrungen und zwar benutzte er zu diesem Zweck den Weg, der durch eine Lücke des Stakets führte. An ber das im Garten stehende Taubenhaus abschließenden Um­friedigung legte er gewaltsame Hand an, wurde aber von dem Dienst­mädchen des Taubeneigentümers verjagt. Auf Veranlassung des Besitzers des Taubenhauses wurde noch an demselben Abend die Lücke im Garten­staket durch Ausnagelung neuer Latten beseitigt. Das betrachtete indessen am anderen Tage der Angeklagte nicht als ein Hindernis, das ihm den Garten versperren sollte, sondern er ging soweit, die ihm als Hindernis begegnenden Latten am hellen Sonntagnachmittag gewaltsam zu ent­fernen unb in ben Garten einzudringen, wo er zunächst an verschiebenen Rosen feine Zerstörungswut ausließ unb sich alsbann von neuem an ber Umfriedigung des Taubenhauses zu schaffen machte. Nahezu wäre er hier­bei von dem Eigentümer auf frischerThat ertappt und dingfest gemacht worden, doch fand er es für angezeigt, fein Heil rechtzeitig in der Flucht zu suchen. Es wurde Strafantrag wegen Versuchs des schweren Diebstahls gestellt und das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen. Als Berufimgsinstanz verhandelte die Kammer gegen den hiesigen Tagelöhner Heinrich Jung, der vom Schöffengericht Gießen laut Urteil vom 16. November wie s. Zt. berichtet wegen Bedrohung, Sach­beschädigung bezw. groben Unfugs in eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen rc. genommen worden war. Die Berufung wird zwar hinsichtlich des Strafmaßes von der Kammer verworfen, doch erkennt diese insofern zu gunften des Angeklagten, als sie die über ihn verhängte Strafe durch die Untersuchungshaft als verbüßt erklärt. Der Bierkutscher Heinrich Heckroth erhält wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Geldstrafe von 25 Mk, weil er am 18. September unter Außerachtlassung ber erforderlichen Vorsichtsmaßregeln auf der Ortsstraße zu Großen-Linden ein 4jähriges Kind durch Uebersahren an der Gesundheit geschädigt hatte. Daß die Verletzung nur leicht war unb ber Angeklagte währenb bes Fahrens burch ben Ort langsamen Schritt eingehalten hat, würbe bei Ausmessung ber Strafe als strafmilbernb in Berücksichtigung gezogen.__

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Ketritbskinnahnie« der prkußisch-HMchen Ztaatsbahnk« nach dem Stande am Ende des Monats Oktober 1900.

Rech­nungs­jahr

BetrievL- 'änge am Ende dee Monats Oktober km

Personen- und Gepäck­verkehr v*

Güter­verkehr v*

Sonstige Ein­nahmen

Summe aller Ein­nahmen

1900 Gegen 1899

Di 30609,51

Einnahmen

32017000

betrugen im

86649000

Monat yklober:

77800001 126446000

+ 418,53

+ 1467,000

+ 5421000

+ 240000

+ 7128000

1900

Vom Begi

258570000

in deS Rechn

544166000

ungsjahred

48976000

851712000

Gegen

1899

_

+ 20149000

+ 36378000

+ 341000

+ 56868000

Ergibt eine

Steige­rung

+ 8,45%

+ 7,16%

Donnerstag, Sonntag 11",

780,

Freitag, Montag

3«.

Mittwoch, Samstag IO00,

Donnerstag, Sonntag 8»o,

an Berlin (Friedrichstraße) an London (über Ostende) ab London (über Ostende) an Berlin (Friedrichstraße) an Petersburg

DerNord'Expreß" verkehrt unb Ostende.

St. Petersburg-London über Ostende-Dover. Der Nord-Expreß" verkehrt seit dem 21. November l. I. nur mehr zwei-

Freitag, Montag nach wie vor täglich zwischen Berlin

mal wöchentlich zwischen Berlin unb Petersburg. Jnfolgebessen würbe bet Fahrplan für bie birelten Verbinbungen zwischen Petersburg unb Lonbon über Ostenbe wie folgt geänbett:

Ab Petersburg Mittwoch, Samstag 6°o,

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 19. Dezember 1900.

Der von ber Klinikstraßenbrücke bis an ben Kleinlinbener Viabukt gelegene, sogen. Mittelweg ist vor längerer Zeit verloren gegangen. Der rebliche Finder wird höflichst ersucht, diesen Weg in einem etwas besser gangbaren Zustand zurück erstatten zu wollen, da sonst bie Anlieger dieses Weges mit Stelzen und Wasserstiefeln ausgerüstet werden müssen. x-

<1 9 V erlobunga-^V ermählungs-

AU i a u* ttarlvn von den billig-

J® \ W J HIII w ß sten bis zu den feinsten empfiehlt die Brühlsche Universitäts-Buch- u. Steindruckerei.