Ausgabe 
21.11.1900 Zweites Blatt
 
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Droumont gab nach einigem

Zögern die Erklärung ab,

daß die Anklagen nicht von ihm stammen. Er ersuche

die Kammer, eine sofortige

Untersuchung anzuordnen.

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versehen und das Deck durch vernickelte Siahlplatten ge­schützt werden. Es wird so wenig Holz wie möglich ver- wendet, und dieses wenige Holz unverbrennbar gemacht.

Kapstadt, 19. November. Am 17.. hat General Erasmus mit 2000 Bure«, 12000 Stück Vieh und tau­send Wagen sein Lager am Ufer des Flufses^Oliph a nt aufgeschlagen.

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Ausland.

London, 19. November. DemNew-Aork Herald" zufolge hat der Besuch des Prinzen Georg, Gouver­neurs von Kreta, bei Lord Salisbury keinen günstigen Eindruck auf ersteren gemacht. Der englische Premier­minister sei sehr höflich gewesen, habe sich aber zurück­haltend benommen, als der Prinz auf den Zweck seiner Mission zu sprechen kam, nämlich die Zustimmung Englands zur Annexion Kretas durch Griechenland zu er­halten. Damit seien seine Aussichten auf Erfolg fast ver­schwunden, da Oesterreich-Ungarn und Deutschland der An­sicht Englands folgen.

Nach einem Telegramm des Standard aus Durvan von vorgestern ist auf lange Zeit hinaus keine Aussicht dafür vorhanden, daß die Ausländer nach dem Rand zurückkehren. Man glaubt, daß bis zu ihrer Rückkehr noch Monate verstreichen können.

Amsterdam, 19.November. Die Hochzeit der Königin Wilhelmina wird höchstwahrscheinlich am 31. Januar stattfinden.

Brüssel, 19. November. Das Personal der hiesigen türkischen Gesandtschaft soll seit zwei Jahren kein Gehalt mehr bekommen haben.

Paris, 19. November. In der heutigen Nachmittags­sitzung der Deputiertenkammer interpellierte Rivet die Regierung über den Ordensschwindel. Der in diese Angelegenheit verwickelte Kolonialminister Decrais ergriff das Wort:Alles, was sich in meinem Ministerium zu­getragen hat, braucht das Licht des Tages nicht zu scheuen. Die Ordensverleihungen haben auf das Ersuchen und mit der Unterstützung verschiedener Abgeordneten stattgefunden." Abg. Clemens bestätigt diese Angaben, fügte jedoch hinzu, er habe den empfohlenen Kandidaten nicht gekannt und nur seine Unterschrift gegeben, weil andere Deputierte ebenfalls unterzeichnet hätten. Kolonialminister Decrais und der Handelsminister Millerand erklärten darauf, sich auf das Urteil der Kammer berufen zu wollen. Der Antisemit

Mein lieber Staatsminifter Freiherr v. Feilitzsch! Mehrfachen Mitteilungen in der Presse habe Ich ent­nommen, daß für Mein bevorstehendes 80. Geburts­fest Ehrungen verschiedener Art geplant sind. So sehr Mich nun erfreut, zu sehen, wie allenthalben im -aude sich das Streben zeigt. Mir an diesem Tage besondere Beweise der Liebe und Anhänglichkeit zu geben, wider­streitet es doch Meinem Gefühle, diesen mit außerge­wöhnlichem äußeren Gepränge zu begehen. Ins­besondere ist es Mein ausdrücklicher Wunsch daß von der Darbringung von Geschenken und Huldig­ungsgaben abgesehen werde. Dagegen wieder­hole Ich gerne, wie Ich die Absicht, zur dauernden Er- innerung an Mein 80. Geburtsfest eine allgemeine Landesstistung für gemeinnützige und wohlthätige Zwecke zu errichten, sehr freudig be­grüße."

Waldeck-Rousseau erklärte, der betreffende H. M. der die 20 000 Frks. für einen Orden bezahlt habe, sei in Frank­reich nicht zu finden gewesen. Der Ankläger verdiene 5 Jahre Gefängnis.Wir haben nicht umsonst einer ge­wissen Partei die Spitze des Degens unter die Nase ge­halten, Bemerkenswert ist, daß die in Frage stehenden Angriffe in einem Augenblick Vorkommen, wo wir gewisse Gesetzentwürfe zu beraten haben." Die Rede rief allge­meinen Beifall hervor. Eine Vertrauenstagesordnung des Interpellanten Pivet wurde mit 379 gegen 31 Stimmen angenommen.

Marseille, 19. November. Dr. Leyds erklärte dem Korrespondenten der PariS-Nouvelles auf die Frage, was von den aus Rom und London eingelaufenen Nachrichten, wonach dieGelderland" möglicherweise einen anderen Landungsort wählen wird, zu halten sei, wörtlich folgendes: Ich bin nach Marseille gekommen, um den Prä­sidenten zu erwarten und ich erwarte ihn hier."

Rom, 19. November. Chamberlain ist gestern in Nom eingetroffen unb, wird heute nach England zurück' kehren.

Wien, 19. November. DasN. W. T." läßt sich aus Graz telegraphieren, daß dort 36 italienische Studenten wegen Hochverrats in Untersuchung ge­nommen worden, weil sie in einem Wirtshause ein gegen Oesterreich gerichtetes italienisches Lied sangen. Zwei von ihnen wurden verhaftet. Cs wurde für sie 100 000 Kr. Kaution angeboten, jedoch abgelehnt. Mit der polizeilichen Vernehmung find 9 Beamte betraut.

~ Die Erzherzogin Marie Valerie, Tochter des Kaisers und Gemahlin des Erzherzogs Franz Salvator, wurde heute früh in Walsee von einer Prinzessin glück­lich entbunden. 1

Livadia, 19. November. Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag gut. Abends 9 Uhr war die Temperatur 38,7, der Puls 72. Während der Nacht schlief der Kaiser sehr gut. Morgens war das Empfinden vortrefflich. DaS Befinden und der Kräftezustand sind vollkommen befriedigend. Um 9 Uhr früh war die Temperatur 38,4, der Puls 68

Washington, 19. November. Die Regierung hat be- schloffen, fünf neue Kriegsschiffe zu bauen, welche die mächtigsten der Welt sein werden. Die drei ersten werden eine Wasserverdrängung von 15 000 Tonnen haben, und eine Geschwindigkeit von 19 Knoten. Das Deplace­ment der beiden andern beträgt 14 600 Tonnen. Die Aus­rüstung umsaßt vier 12 zöllige und vier 8 zöllige Geschütze die in den drehbaren Panzertürmen untergebracht werden, ferner 12 6 zöllige Schnellfeuer-Geschütze, die auf beiden Seiten aufgestellt werden, 12 14 psündige Mörser und 12 5 psündige Mörser sowie endlich zwei Torpedoschleuderer. Die Schiffe werden mit Panzerplatten von 11 Zoll Stärke

Aus Stadt und Kand.

Gießen, 20. November 1900.

* Auszeichnung. Dem Eiseubahnsekretär Heinrich Gröninger zu Gießen wurde aus Anlaß seiner Versetze in den Ruhestand das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdien' ordens Philipps des Großmütigen verliehen.

-n. Beschädigung der Straßenlaternen. Das unbefii! Löschen der Straßenlaternen, sowie die Beschädigung in Glühkörper rc., ja das Demolieren ganzer Later-m durch mutwillige Hände hat in jüngster Zeit in so Anhu- nis erregender Weise in Gießen zugenommen, daß sok, Thaten einmal verdienen, an den Pranger gestellt werden. So wurden z. B., wie man uns von zufici- diger Seite schreibt, am 23. Oktober in ftr Garten- und Stephanstraße sämtliche RichtungS. laternen gelöscht, am 25. Oktober in der t)ftanla^ 1 Laterne zerschlagen, am 26. Oktober in der Ludwtz straße sämtliche Laternen gelöscht, am 4. Novemdrr in der Marburgerstraße, Stephanstraße und Liebigstrch drei Laternen zerschlagen, am 7. November in btr Grünbergerstraße drei Richtungslaternen gelöscht, am 8. No­vember in der Grünbergerstraße zwei Laternen zer­schlagen, am 10. November in der Stephan-, Grünberger und Gartenstraße acht Richtungslaternen gelöscht, sowie cm Kanzleiberg eine Richtungslaterne gegen Morgen wiedrr angezündet und am Leihgestecnerweg eine Laterne zer schlagen. Am 15. November wurden sämtliche neun zehn Laternen in der Ludwigstraße vor Mitternaät gelöscht, am 16. November auf dem SelterSweg, Streif Platz, Marktplatz, Brandplatz, Lindenplatz und in der Mack laubenstraße neun Laternen vor Mitternacht gelöscht, beigl. neun Richtungslaternen in der Ostanlage, Bleichstra^k, Grünbergerstraße und auf dem Kreuzplatz, am 17. Wovcmtei in der Ostanlage vier Richtungslaternen vorzei/lg und eine Abendlaterne mit Doppelbrenner nach Mitternah' wieder angezündet. (Auch in der Goethestraße haben vor einiger Zeit eine Anzahl zertrümmerter Laternenscheilr: bemerkt. D. Red.) Es ist traurig, baß sich in unsere: Stadt immer noch Helden finden, bie sich an so öot ständig wehrlosen Gegenständen vergreisen, - £änic, die mit einem Schlag oder Wurf wertvolles I'. ventar zertrümmern können! Für geistreiche En- fälle kann doch derartig übler Unfug nicht gelten. DH durch das Löschen vieler Laternen in längeren Hauptstraß in und auf großen Plätzen die Sicherheit des Verkehrs, unti Umständen, etwa bei zufälliger Feuersgefahr, die Sicherh'I ganzer Stadtteile gefährdet wird, ist selbstverständlich. De Verüber derartiger Skandale denken natürlich nur an ihm thörichten Spaß, aber nicht daran, daß z. B. Aerzte u0 andere, die in später Nachstunde durch unbeleuchtete Straßer laufen müssen, um ihrem wichtigen Beruf zu fvltzr." Erfreulich ist es, daß es der Thätigkeit unserer Polizei p lungen ist, wenigstens den oder die Herren festzustellen, U sich am 8. November der Laternenbeschädigung auf dr Grünbergerstraße schuldig gemacht haben. Es wäre ff wünschenswert, daß, soweit dies möglich, das Publikum dr Polizei in der Ausfindigmachung solcher Missethäter Seite stehe.

** Zum v Zug-Braud. Vermißt wird der ArchitU Max Witkowski aus Warschau, der seinem in Frack furt a. M. wohnenden Bruder am 6. November schrie, daß er ihn ersten TageS auf einer Reise Warschau-Berlin' Frankfurt Paris besuchen werde. Seit dieser Zeit >T keinerlei Nachricht von dem Genannten eingegangen, u« die Angehörigen glauben, daß auch er ein Opfer des c» 8. November stattgehabten D ZugbraudeS bei Offenbach 0e worden sei.

0 Ilbeshausen, 18. November. An dem Bahnku- Lauterbach Grebenhain wurde eine Quantität Dy na ml! gestohlen. Erst längere Zeit danach entdeckte man M Diebstahl. Der Verdacht lenkte sich auf eine Person i Steinfurth bei Altenschlirf, die dem Vernehmen nach ok Thäter sein soll, da die Aussage, das bei ihr vorgefundra- Dynamit sei von Lauterbach, sich nicht als stichhaltig wiesen hat.

Darmstadt, 19. November. Der Großherzog am Mittwoch, 21. ds. MtS., im Großh. ResidenM^ Audienzen erteilen, sowie Meldungen und Vorträge 1 gegenuehmen.

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U'Ut 25 -

TerHarmlosen -Prozeß.

Berlin, 19. November.

Der erneute Prozeß gegen dieHarmlosen" nahm heute vor der dritten Starftammer des Landgerichts I. seinen Anfang. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Oppermann, eröffnete die Sitzung um 10 Uhr. So­gleich nach Eröffnung der Sitzung nimmt der Verteidiger v. Kröchers das Wort zu einem Anträge. Er teilt dem Gerichtshöfe mit, daß er am Samstag einen eingeschrie­benen Bries von Herrn v. Kröcher aus Wien erhalten habe, worin dieser ihm anzeige, daß er genötigt sei, infolge eines Herzleidens von seiner bisher gehabten Ab­sicht, persönlich zum Termine zu erscheinen, zurücktreten zu müsse». Der Verteidiger legt Atteste des Pros. Dr. Noth­nagel und des Dr. med. Glau aus Wien vor, wonach; dem Herrn v. Kröcher bescheinigt wird, daß er infolge eines akuten, durch Gelenkrheumatismus hervorgegaugenen Herzleidens außer stände sei, die Aufregungen der Ver­handlung zu ertragen. Der Verteidiger beantragt des­halb, die ganze Verhandlung zu vertagen, da die In­teressen des Angeklagten v. Kröcher nicht in gehöriger Weise wahrgenommen werden könnten, wenn gegen ihn später allein verhandelt werden würde. Oberstaatsanwalt Dr. Iseubiel widerspricht diesem Anträge. Das an- g. bliche Herzleiden des Herrn v. Kröcher könne schwerlich cm akutes sein, sondern soviel er wisse, sei es schon der ( rund des Abganges v. Kröchers vom Militär gewesen. Er beantrage, der Gerichtshof möge beschließen, von Kröcher zu verhaften, damit er steckbrieflich ver­folgt werden könne. Unter allen Umständen bitte er aber, gegen die drei übrigen Angeklagten zu verhandeln, damit die von so langer Hand vorbereitete Sache endlich zum Abschluß gelange. Der Verteidiger Wolffs, Rechtsanwalt Wronker, schließt sich dem Anträge auf Vertagung an, indem er ausführt, daß das Verhältnis zwischen Wolff und Kröcher ein so enges gewesen sei und durch Tausende von Fragen geklärt werden müsse, daß eine Trennung nicht gut möglich sei und sich die Notwendigkeit einer Vertagung im Lause der Verhandlung ohnehin Heraus­stellen würde. Der Oberstaatsanwalt widerspricht auch diesem Anträge. Der Gerichtshof beschließt, gegen den Angeklagten v. Kröcher, der nicht als genügend entschuldigt anzusehen sei und von dem an­genommen werde, daß er sich böswillig der Verhandlung entziehen wolle, den Haftbefehl zu bestimmen und gegen die übrigen drei Angeklagten, v. Kayser, v. Schucht- meyer und Wolff, in die Verhandlung einzu­treten. Der Verteidiger v. Kröchers, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, entfernt sich darauf aus dem Gerichtssaale.

Die Personalien der beiden ersten Angeklagten sind bekannt, v. Kayser war Regierungsreserendar und Leutnant der Reserve, v. S ch a ch t m e y e r Kaufmann und Unteroffizier der Reserve. Das Hauptinteresse nimmt der dritte Angeklagte, der im Jahre 1847 geborene Kaufmann He rmann Wolff in Anspruchs. Mit einemleider!" räumt er die ihm vorgehaltenen Vorstrafen ein. ES sind deren acht, zumeist wegen Diebstahls und Betrugs, dar­unter eine wegen schweren Diebstahls zu drei Jahren Zuchthaus und eine andere wegen erwerbsmäßigen Glücks­spiels zu vier Monaten Gefängnis und entsprechender Geldstrafe. Nach dem Anklagebeschluß sollen die drei An­geklagten sich in den Jahren 1897 und 1898 des gewerbs­mäßigen Glücksspiels schuldig gemacht haben. Sie be­streiten dies sämtlich

Der Präsident beginnt mit der eingehenden Ver­nehmung des AngesckMdigten v. Kayser. Er giebt an, daß er der üSohn eines Obersten sei. Als ihm im Jahre 1894 eine Erbschaft zugefallen sei, habe er seinem Hange zum Spiel leichter nachgehen können, als bisher, er habe sich aber stets in der besten Gesellschaft bewegt, zu der ihm als Negierungsreferendar der Weg offen stand. Es sei damals zumeistBaccarat" gespielt worden, wobei der abendliche Umsatz bisweilen recht erheblich ge­wesen sei. Die Spielergesellschaft habe schon längere Zeit bestanden. Im Anfänge 1898 habe diese Gesellschaft, zu der auch der Angeklagte v. Kayser gehörte, bei Hecht in der Jägerstraße ein ständigeres Lokal gefunden. Der An­geklagte v. Kayser erzählt, daß er von v. Kröcher zu Mbrecht nach der Mohrenstraße.geführt worden sei, wo ebenfalls eine Spielergesellschaft, zumeist aus Offizieren bestehend, ihre Zusammenkünfte hielt. Zu damaliger Zeit sei ein Dr. Kornblum eiu häufiger Gast bei Albrecht gewesen. Im Oktober 1898 sei die neue Gesellschaft ge­gründet worden, luobet auch er mitgewirkt habe. Schon zur Zeit, als die Gesellschaft im Viktoria-Hotel zu­sammentraf, habe sie die BezeichnungKlub der Harm­losen" geführt. Die Verwaltung des Zentral-Hotels habe mit der Gesellschaft nur einen Vertrag auf die Dauer von sechs Monaten abschließen wollen, und dieGründer" der Gesellschaft seien daraus eingegangen. ES war ab­gemacht worden, daß ein neu aufzunehmendes Mitglied von zwei bereits zum Klub gehörigen Mitgliedern ein­geführt und zunäckfft zweimal als Gast ausgenommen werden sollte. Ein solcher hatte an diesen beiden Abenden je20Mk. in diePinke" zu zahlen und konnte dann durch einmalige Zahlung von 100 Mk. die Eintragung in die Mitgliederliste erwirken. Jeder Besucher hatte für den Spielabend 10 Ml. in die Zinke zu zahlen, ebenso der­jenige, der die Ban^ übernahm. Hiervon sollten die Un­kosten gedeckt werden. Zur Bedienung der Mitglieder wurden zwei Kellner angenommen, die für den Abend je 20 Mk. erhalten, sollten. Am 15. Oktober 1898 sei der Vertrag mit der Verwaltung des Zentral-Hotels zu stände gekommen. Der Mietspreis betrug monatlich 1000 M k. Beim Eröffnungsmahl sei auch> der Ange­klagte Wolff zugegen gewesen, den er bei Albrecht kennen gelernt habe. Nach Beendigung des Mahls habe der An­geklagte Wolff sick) erboten, zuerst die Bank zu legen. Und großmütigerweise hinzugefügt, daß er die 5)älfte des Gewinnes der Pinke opfern wolle. Die erste Bank von

500 Mk. habe Wolff 'verloren, dann einen gleichen Biii^ nachgelegt und bei der zweiten gewonnen, sodaß di Pinke gegen 230 Mk. zugeflossen seien. Die Einnahin! seien aus den Nemen. Kröchers, v. Kaysers .r , v. Schachtmeyers bei der Deutschen Bank hintcrle, worden. Besonders des Samstags sei der Verkehr lebhaft gewesen, weil dann die Offiziere von äußert nach Berlin kamen, um 'zu spielen. An diesen Abend! seien gegen 40 000 Mk. umgesetzt worden. Die $r(1^ Königsmarck und v. E g l o f f st e i n seien bald roicbe aus dem.Klub ausgeschieden, weil sie nicht im stand waren, die Spielverluste zu tragen und ihren Verpfi^ tungen nachzukommen. So sei es dem Angeklagten do: Kayser wenigstens mitgeteilt worden. Schließlich seien do: Kayser und v. Kröcher die einzigen Direktoren wesen, die dann den Angeklagten v. SckMchtmeyer dritten Direktor mit heranzogen.

Angeklagter v. Kayser wird dann über den StanL seiner Finanzen zu bestimmten Zeiten, ebenso über sein eGewinne und Verluste an bestimmten Spielabende befragt. Er giebt eine Wiederholung der Angaben, du er im ersten Prozeß gemacht hat. Als Gesamtesfekt feine Spielsucht giebt der Angeklagte die Summe von 56(Xi Mark Verlust an. Seine weiteren Auslassungen beziehe sich- auf seine Art zu spielen und zu regulieren und a: die Vorschüsse, die ihm Frau Voigt, zu der er daniod- Beziehungen unterhielt, zu Spielzweckeu gegeben hat. M vom Angeklagten zurückgezahlten Vorschüsse betrugen ig Jahre 1897/98 im Ganzen 3-4 600 Mk. Die Weit e r vei. Handlung findet Dienstag vormittag statt.