rand 500 000 weibliche Versicherte, die in eine Ehe getreten find, Beitrags Erstattungen erfolgt, so daß man nun mit einiger Sicherheit die Zahl der jährlich hierfür in Betracht kommenden Fälle auf etwa 100 000 schätzen können wird. Da das neue Invaliden. Versicherungsgesetz entsprechend seiner Gesamt-Tendenz auch für den Beginn der Beitrags-Erstattungen die Wartezeit etwas ermäßigt hat, dürfte sich zunächst die Zahl noch etwas erhöhen, im allgemeinen aber wird sie für die nächste Zukunft einen ziemlich sichern Berechnungsanhalt geben.
-n- Lollar, 18. August. Die Verwaltung der hiesigen Mainweserhütte veranstaltete heute nachmittag ihren Arbeitern eine Festlichkeit auf der Badenburg. Wie man hört, sollen 3000 Mart zur Bewirtung derselben vorgesehen sein. Gegen 3 Uhr nachmittags sah man die festlich gekleideten Arbeiter nebst Frauen, Bindern und Bräuten aus Lollar und den umliegenden Ortschaften sich in der Nähe der Hütte sammeln. Hier zu einem Zuge aufgestellt, setzte sich derselbe unter Vorantritt einer Musikkapelle ,uvtb der Beamten des Werkes in der Richtung nach Badenburg in Bewegung. Ebenso soll um 10 Uhr abends die Rückkehr wieder in geschlossenem Zuge erfolgen.
-n- S t a u f e n b e r g, 18. August. In der letzten Woche fand ein hiesiger Landwirt beim Hafermähen auf feinem Acker in der Nähe des Ortes ein Jgelnest. Die Igelmutter ist äußerst zahm und hat ihr Nest, trotzdem dasselbe in den letzten Tagen vielfach von Leuten besichtigt wurde, nicht verlassen, sondern pflegt ihre fünf Jungen ruhig weiter.
Bad-Nauheim, 19. August. Wochenprogramm der Unterhaltungen. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr am Kurbrunnen. Montag, 20. August, abends von 8—10 Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Die goldene Spinne-. Dienstag, 21. August, nachm. von 4i/2—6y2 Uhr auf der Terraffe Konzert der Kapelle des König!. Bayer. 2. Jäger- bataillons aus Aschaffenburg, abends von 8—10 Uhr der Jägerkapelle oder der Kurkapelle. Bei gutem Wetter spielt die Jägerkapelle von 77a—97, Uhr am Teich; gegen 9 Uhr bengalische Beleuchtung des Teiches. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Guten Morgen, Herr Fischer", „DaS Versprechen hinterm Herd". Mittwoch, 22. August, nachm. von 47,—67, Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends Simphonie-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Die goldene Eva". Donnerstag, 23. August, nachm. von 47,—67, Uhr und abends von 8—Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends im Saal Vorstellung des Gedankenlesers Nienhof. Freitag, 24. August, nachm. von 47,-67, Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Erlkönig". Samstag, 25. August, Feier des Namensfestes des Großherzogs, nachm. von 47, bis 67, Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saal Tanz. Am Schluß Blumentour. Sonntag, 26. August, Konzert des Heff. Jnf.-(Leib-Garde-)RegtS. Nr. 115 aus Darmstadt unter Leitung des Musikdirektors Hilge. Abends großes Feuerwerk. — Vom 10.—16. August sind 1030 Kurgäste angekommen, Gesamtfrequenz nunmehr 18441 Personen, wovon am letzten Donnerstag noch 4546 Gäste anwesend waren. Gesamtzahl der vom 1. April bis einschl. 16. August abgegebenen Bäder beträgt 233931. Der Betrieb in sämtlichen Badehäusern beginnt von Montag, 20. August, ab vormittags 6 Uhr; nachmittags 6 Uhr werden die Badehäuser geschloffen.
Friedberg, 18. August. In der letzten G e mein berat ssitzung brachte der Vorsitzende ein Schreiben zur Verlesung, das Justizrat Dr. Gutfleisch als Bevollmächtigter der Frau Holler Witwe an die Stadt richtet und worin er im Namen Genannter die Stadt aussordert, den Bauplatz bezw. die Ruine zu erwerben. Frau Holler verlangt 12000 Mk. Daß nach dem Gesetz letztere ein Recht hat,
die Erwerbung anzusinnen, ist dem Gemeinderat nicht zweifel- haft, aber ebenso auch, daß die verlangte Summe als eine windefiens unbescheidene und Übertriebene zu bezeichnen ist. Der Bürgermeister hatte im Auftrag des Gemeinderats ver- sucht, eine Verständigung mit Frau Holler herbeizuführen, und man durfte annehmen, daß eine solche möglich fei, da doch die Stadt alles aufgeboten hatte, um Genannte vor Schaden zu bewahren. Frau Holler verhielt sich aber ablehnend. Auf Vorschlag des Vorsitzenden soll Dr. Gutfleisch ersucht werden, event. mit dem KreiSingenieur Stahl aus Gießen hierher zu kommen, um Einsicht zu nehmen, und der Gemeinderat ist der Ansicht, daß eine Erledigung auf diesem Wege eher zu erreichen ist. Bei den Verhandlungen soll eine Kommission zugegen sein, zu der Beigeordnete Jockel und die Gemeinderäte Falck und Damm bestimmt werden.
Sport, Spiel, Jagd.
— LaK Gespenst der Landstraße. Ein Radfahrer schreibt zu dem unter obiger Stichmarke auch von uns veröffentlichten Artikel der „Oberh. Zig." folgendes: „Nachdem Sie einem sittlich entrüsteten Richtradler die Spalten Ihres geschätzten Blattes geöffnet, wollen Sie nun auch einem Sportsmann für einige Zeilen das Wort erteilen. In der Schilderung der bösen Radfahrer durch den biederen Fußgänger rst mit etwas grellen Farben gemalt. Unseres Wiffens ist hier in den letzten Jahren nicht ein einzmer Fall vorqekommen, in welchem ein Fußgänger durch em Rad körperlichen Schaden erluren hätte. ES ist ja nicht zu bestreiten, daß jüngere Fahrer, die den Radsport erst kurze Zeit betreiben, es manchmal an der nötigen Vorsicht und Umsicht fehlen laffen; aber das unbeholfene Gebühren dieser Neulinge darf man doch nicht als allgemeinen Sportsbrauch dahinstellen. Einsender dieses ist auch der Ansicht, daß daS allzu häufige In-Bewegung Setzen der Glocke, für das unser Nichttadler so sehr schwärmt, ganz und gar nicht zu empfehlen ist. Wenn sich das Publikum erst mehr an den zunehmenden Radverkehr gewöhnt haben wird, wird es nicht über jedes vorbeifahrende Rad, das nicht „100 bis 200 Meter früher" angemeldet rourbe, weil sein Lenker mehr als genügend freie Bahn neben den Fußgängern voraussah, außer Rand und Band geraten. Weshalb alle Augenblicke die harmlosen Spaziergänger, die doch wohl zum größten Teile das ja auch für sie bestimmte Bankett wählen, durch die Glocke erschrecken? Dagegen giebt es für den Radler noch immer der Fähr- lichkeiten genug auf der Landstraße. Noch immer ist der Radsport nicht allgemein genug, um die gerinaschätzige Meinung mancher Rosselenker und auch vieler Fußgänger von den Rechten des Radlers zu korrigieren. Hindermffe verschiedenster Art hat er zu überwinden, und nicht die geringste Gefahr, der er ausgesetzt ist, sind die edlen Mären, denen das Rad wohl als ein Gespenst der Landstraße erscheinen muß, da sie sich beim Herannahen der Maschine die tollsten Capriolen und Seitensprünge leisten. Das sind denn hinwiederum die von den Radlern mit Grund gefürchteten „Gespenster der Landstraße".
Dünbei rmö Verkehr. Kolkswirtschüft.
Frankfurter Börse vorn 18, August.
Wechsel auf New-York zu 0.00-00.
PrÄuiieu auf Kredit per ult Äug. 1.201/o, do. per ult Sept. 2.30%, Diskonto-Kommandit per ult. Aug. 1.00%, do. per ult Sept. 2 °/o, Lombarden per ult Aug. 0 55%, do. per ult Sept. 0.95 %. Deutsche Bank per ult. Aug. 0.00%.
Notierungen. Kreditaktien 206 60-00-000, Dtakonco- Kommandit 175.20-00-00-000. 0.00, Staatsbahn 138.70, Lombarden 25.10-00.00, Italiener 93 80, Spanier 71.60, 3pros. Mexikaner 31.20, Bochumer 188-188.20 dz., Laura 205.50-206-00 dz., Harpener 179.50-180.20- dz., Gelsenkirchen 190.50-00-00-00 dz., Privat- Diskont 43/i6° c.
1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 206 80-00 dz., Diskonto-Kommandit 175.20-00.00 dz., Berliner Handelsgesellschaft 000 dz., Staatubahn 138.80 dz., Lombarden 25.20.50 b., Laura 00-00 3proz. Mexikaner 00.00 dz
Grünberg, 18. August. Fruchtmorkt. Weizen 00,00—00,00 Mark, Korn 00,00—00,00 Mark, Gerste 00,00—00,00 Mark, Hafer 14,00—14,50 Mark, Erbsen 00,00—00,00 Mark, Linsen 00,00—00,00 Mark, Samen 15,82—26 Mark, Kartoffeln 0,00—0,00 Mark.
Die Lokalbahn-Akttengesellschast in München hat im Jntereffe der Hebung des Fremdenverkehrs ein künstlerisch ausgeführtes Plakat ihrer Zufahrtslinien in das bayerische Hochland und der im Anschluß hieran betriebenen Wagenverbindungen, sowie einen hübsch illustrierten Eisenbahn-Prospekt ihrer bayerischen Gebirgslinien herstellen laffen. Der Prospekt, welcher neben einer Art Reliefkarte des bayerischen Hochlandes eine kurze Beschreibung der Bahnlinien und ihrer Berkehrsverhältniffe und eine Anzahl sehr gelungener Illustrationen enthält, ist unentgeltlich im Vcrkehrsbureau der Lokalbahn- Akttengesellschaft in München Dachauerstraße 9/2 zu erhalten.
SpirlM dn enrbnittn JrnikfiriK cpernhau».
Dienstag, 21. August „Der fliegende Holländer". Mittwoch, 22. August ,.D i e Geisha'. Donnerstag, 23. August „Die Z auberfl ö te/ Freitag, 24. %7 Uhr „Die Meistersinger". SamStag, 25. August „Hänsel undGretel"; hierauf „DaS Pensionat-. Sonntag, 26. August „Armida". Montag, 27. August „Die GeiSha".
Schauspielhaus.
DienStag, 21. August „Probekandida t". Mittwoch, 22. August „Gespenster." Donnerstag, 28. August „Madame Sans GSne". Freitag, 24. August „Hedda Gabler". SamStag, 25. August „Ueber unsere Kraft." Sonntag, 26. August. „AlS i ch w i e d e r k a m". Montag 27. August „Ueber unsere Kraft"
*) Wenn nicht anders bemerkt, Beginn 7 Uhr.
ArkSMg »ns km Kirchenbücher,» ter Stadt Gieße«.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
LukaSgemetvde.
Dm 16. August. OSkar Adria i Schetterbera, Kunstmaler zu La Tour, mit Margarethe Scdudt, geb. Wilson, Witwe des Amtsrichters Ludwig Schudt zn Gießen.
Getaufte.
MarkuSgemeinde.
Ten 12. August. D^m Buchbnldermckstec Max Müller eine Tochter, Anna Marie Johanna Elfe, geboren den 20. Juli.
JohanneSgemeinbe.
Den 12. August. Dem HtlfSöremfer Lonh.rd Gerbtg eine Tochter, Emma Ma^garcth», geboren den 20. Juni.
Denselben. Dem Maurer Philipp Peter cwe Tochter, Henriette Kätha Helene Elisabeth, geborm den 1. Juli.
Beerdigte.
MatthäuSgemeinde.
Dm 11. August. Elise Schneider, g,norme Weidmann, Ehefrau deS Rentners Ludwig Schneider, 65 Jahre alt, starb den 9. August. __________
Schiffsnachrichtr*
Norddeutsche Lloyd, in Gießen vertteten durch di« Agent« Earl LooS und I. M. Schulhof.
Bremen, 16. August. [Bet transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben'Postdampfer Königin Luise, Kapitän O. Bolger, vom Norddmtschen Lloyd in Bremen, ist gestern 5 Uhr morgen« wohlbehalten in Newyork angekommen.
Th Bremen, 16 August fPer transatlantischen Telegraph^ Der Doppelschrauben - Schnellpostdampfer Kaiserin Maria Theresia, Kapitän A Richter, vom Norddeutsch« Lloyd tn Bremen, ist gestern 2 Uhr nachmittags wohlbehalten tn New-Aork angekommen.
P. P. Den Eingang sämtlicher Saigon-Neuheiten in und jßuckfiki'H für Herbst und Winter 187
zeige ergebend an. Hochachtungsvoll
Markus Bauer.
Anfertigung nach Mass in eigener Werkstätte.
Brown u. Polsons Mondamin
ist so ergiebig, daß man aus einem „ganzen Packet" Mondamin 12 Mondamin-Flammris
für je vier Personen anrichten kann. Ein solches Packet erhalt man überall für 60 Pfg. Diese auf zwölf Mondamin-Flammris verteilt, ergeben für reden Flammris so geringe Mehrkosten, daß sich Mondamin icber gestatten kann. Alle mit Mondamin gekochten Speisen gewinnen an Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit. Mondamin ist überall für 30 Pfennig u. 15 Pfennig käuflich. Brown u. Polsons „neue" Rezepte sind als ein Büchlein bei deutlicher Adressenangabe Berlin C. 2, kostenlos zu haben.
io wie alle andern Bücher
Mert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an d» Sperling, Buchhandlung, Stattgart VEL *
Bekanntmachung.
Nachdem Großh. Kreisamt Gießen die von der Stadtverordneten» Versammlung beschloffene Abänderung der früher festgesetzten Fluchtlinien für die Verbindungsstraße zwischen der Frankfurierstraße und der Bahn, dofftraße, der Wieseck entlang, genehmigt hat, bringen wir dies gemäß d s Art. 7 der Allgemeinen Bauordnung unter dem Anfügen zur Kenntnis der Beteiligten, daß der Plan zur Einsicht auf dem Büreau des Stadtbauamts — Zimmer Nr. 7 — offen liegt.
Gießen, den 17. August 1900. 5549
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Georai.
Ludwigsplatz 13. Ludwigsplatz 13.
5064
Weinstube zur £«dwig$burg.
J. Seibel«
8V* Ausschank nur prima reiner Weine
im Glas und in Flaschen.
Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit.
Prima Bois-Mischungen.
Aufmerksame Bedienung 8589
Grummetgras Versteigerung der Stadt Hießen.
Montag den 27. uud Dienstag den 28. August 1900, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen, von dem Friedhof, von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wieseckböschungen meistbietend versteigert werben und zwar:
Montag den 27. Avgust
a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, von den Wieseck- böschungen, sowie von einem Gras- und Kleeftück auf dem Seltersberg, b) am Neuenwegerthor von den Wiesen im Heegstrauch,
c) an Ort und Stelle vom Friedhof (Abteilung 1—8), von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesen im Rußland,
d) im Philosophenwald, nachmittags 2 ilhr, von den Wiesen im Fürstenbrunnen, im Wieseckthal und von zwei Hospitalwiesen in der Gemarkung Wieseck, sowie um 47, Uhr von ca. 16 Morgen Wiesen in der Schwarzlach;
DienStag den 28. August
e) von den Ochsenwiesen, einer Hospitalwiese, von den Wiesen im Stolzen morgen, Utersbrunnen und Altentisch
f) nachmittag- 2 Uhr von ben Wiesen in der Gemarkung Rödgen,
g) , V23 e n u . uw n Alten-Bafeck,
h) , V24 » n n » n n w Großen-Buseck.
Die Zusammenkunft ist am 27. August am Neustädterthor und am 28. August in dm Ochsenwiesen.
Die Großh. Bürgermeistereien der umliegendm Orte robben ersucht, Vorstehendes in ihren Gemeinden bekannt machen zu laffen.
Gießen, ben 18. August 1900.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gieß«.
I. V.: Georgi. 5557
Hafer-Mehl. G
Ärztlich empfohlen f/iedurlagsn durch Plakate
Zwiebelkucherr DienStag, Donnerstag u Samstag, morgens von ,/«9 Uhr ab.
B. Schomber, WaWorstriße 5L


