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Mittwoch den 2L Februar
Erstes Blatt
1900
Anrts- und Anzeigeblutt füv den TLveis Gieren
v. Bechtold.
Hörden mit nachfolgendem Festessen stattfand. Die cigent liche Jnthronisationsfeier findet morgen vormittag in der Domkirche statt.
Bezugspreis
Vierteljahr!. Mk. 2,Ä monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn;
durch die Abholcstelle» vierleljährl. Mk. 1,S» monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr!, mit Bestellgeld.
Alle Anzeigen-BermittlungSstellcn deS In- und AiislandeR nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen- Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
ReNrftien, Expedition und Druckerei:
Zchnkstraße Ar. 7.
aus Lourenzo Marques, das vom Präsidenten Krüger selbst herstammt, berichtet, daß die Operation der Buren auf dem westlichen Kriegsschauplätze sorgfältig geplant und längst vorbereitet gewesen sei. Der Erfolg des Generals French sei kein Sieg zu nennen.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde.
Adresse für Depeschen: Anzeiger HietzttU.
Fernsprecher Nr. 51.
Nnvahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.
* Bom Kriegsschauplatz.
London, 19. Februar. Eine „Times"-Drahtung vom Modderfiusse, 18. Februar, besagt: Cronjes Nachhut, welche mit 1000 Wagen in voller Flucht begriffen ist, iviirbe bei Klipdrift und Drieput, wo sie Kopjes besetzt hielt, angegriffen. Die Schlacht dauerte den ganzen Tag. General Koioxs Brigade zeichnete sich unter der Leitung .Kitcheners aus. Die britischen Verluste sind unerheblich. Zwei Lager des Feindes wurden erobert. — Demselben Blatte wird aus dem Frerelager von gestern telegraphiert, daß die Buren am Tugela augenscheinlich sich auf dem Rückzüge befinden. DaS Lager bei Tabama Alyama ist abgebrochen, Lord Dundonald besetzte Mittwoch mit Infanterie und Artillerie den Husarenberg nordöstlich von Thzieveley, von wo die Verschanzungen der Buren auf den Amhöhen von Klangwane und Monte Christo beschossen werden. Ein neuer Vorstoß Bullers wird erwartet. — Dem „Berl. Lokalanz." wird aus London telegraphiert: Bei der Flucht vom Coleskop verlor das Worcesterregiment rin Maximgeschütz und zwei Kompagnien Gefangene. Als der Sergeant beim Geschütz sah, daß es verloren war, befahl er seinen Leuten, zu fliehen, blieb allein zurück, und versuchte, es mit Felsstücken zu zertrümmern, bis er zu Tode getroffen umsank. Die englischen Verluste beim Coleskop sollen 25 Tote und 100 Verwundete und Gefangene betragen.
London, 19. Februar. Der „Manchester Guardian" veröffentlicht einen Artikel, welcher sich abfällig über die allgemeine Begeisterung, die die jüngsten Ereignisse bei Kimberley hervorgerufen hat, aus drückt. Das Blatt weist darauf hin, daß der Jubel verfrüht sei, so lange die Armee des Generals Cronje nicht vollständig geschlagen sei.
London, 19. Februar. Wie aus Pietermaritzburg gemeldet wird, hatte der Vorstoß der Buren in das Zulu- lamb ben Zweck, die Operationsbasis des Generals Buller unhaltbar zu machen.
Haag, 19. Februar. Ein hier eingetroffenes Telegramm
Meßmer Anzeiger
Heneral-Nnzeiger
Amtlicher Teil.
Gießen, den 15. Februar 1900.
Betr.: Die Regulierung der Gewerbesteuer.
DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen
es Nie Seotzh. Bürgermeistereien M Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung nuferer Verfügung (Gießener Anzeiger Nr. 31) im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von fünf Tagen erinnert.
Ausland.
Wien, 19. Februar. Ministerpräsident v. Körber berief die deutschen Mitglieder der böhmischen Berst ändigungskonferenz telegraphisch nach Wien, um mit ihnen die Frage des Sprachengebrauchs bei den landesfürstlichen Behörden zu beraten.
Wien, 19. Februar. Einer Washingtoner Meldung der „Polit. Corresp." zufolge sprach der Pap ft beim Empfang des Bischofs von Peorin, Spaulding, seine Verwunderung darüber aus, daß bei der burenfreundlichen Stimmung der Amerikaner Mac Kinley nicht die Friedensvermittelung angeboten hat. Er, der Papst, sei durch politische Rücksichten verhindert, diesbezüglich vorzugehen.
Budapest, 19. Februar. Nach einer Meldung aus Großwardein hat sich daselbst ein Verein „Rumänische Patrioten liga" gebildet, welche die vollständige Aussöhnung zwischen den Rumänen und den Ungarn bezweckt.
Paris, 19.'Februar. Im Auftrage der Presse Rußlands wurde gestern von einem Delegierten ein aus Edelmetallen angefertigter KranzamGrabedesver- storbenen Präsidenten Faure niedergelegt.
Paris, 19. Februar. Heute nachmittag begann vor dem Senate, der als Staatsgerichtshof zusammengetreten war, der Prozeß gegen Marcel Hadert, der wegen Komplotts gegen die Republik angeklagt war. Nur wenige Senatoren waren anwesend, auch die öffentliche Tribüne war nur gering besucht. Präsident Fallieres warf die Frage auf, ob auch die neugewählten Senatoren an der Verhandlung teilnehmen könnten. Die Abstimmung über diese Frage wurde dem gesamten Staatsgerichtshofe überlassen.
Paris, 19. Februar. Der Prozeß gegen bie Assumpti 0 nistenbrüder wurde wegen Erkrankung- des Bruders Piccart auf eine Woche vertagt.
Paris, 19. Februar. Der Justizminister hat an sämtliche Staatsanwälte eine Zirkularnote gerichtet, in welcher dieselben aufgefocdert werden, ihm in Zukunft die vollständigen Berichte über die Spionage-Angelegenheiten zugehen zu lassen. Der Justizminister will Einsicht in die diesbezüglichen Dokumente nehmen.
Lokales Md UrovinyeUes.
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte», werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, den 20. Februar 1900.
*• Von der Universität. In Ergänzung unseres gestrigen Berichts über die Einweihung des physikalischen und physikalisch-chemischen Instituts bringen wir unseren Lesern noch die Rede des derzeitigen Rektors der Universität, Prof. Dr. Netto, mit der die Feier eröffnet wurde. „Hoch
Deutsches Keich.
Berlin, 19. Februar. Im Reichstage sind heute vormittag in einer vertraulichen Vorbesprechung die Versuche ausgenommen worden, über die sog. Lex Heinze für die demnächst bevorstehende dritte Lesung im Plenum eine Verständigung über die zwischen den verbündeten Regierungen und der Reichstagsmehrheit bestehenden Meinungsverschiedenheiten anzubahnen. An dieser Konferenz nahmen teil zur Vertretung des Regierungsstandpunktes Staatssekretär im Reichsjustizamt Nieberding, aus dem Reichstage für die Konservativen Dr. Oertel, für die Deutsche Reichspartei Dr. Stockmann, für die Nationalliberalen Dr. Esche, für das Zentrum Roeren.
— An dem am Mittwoch stattfindenden Festessen des Brandenburgischen Provinzial-Land- t a g e s wird der Kaiser nicht teilnehmen, da er von Berlin abwesend ist.
— Die Kommission zur Vorberatung des Gesetzentwurfes betr. die Sch l ach tv ieh - und Fleischschau, wird morgen zur zweiten Lesung der Vorlage schreiten.
— Im Befinden des Abg. Dr. Lieber ist, der „Germania" zufolge, eine Wendung zum Schlimmen auch heute nicht eingetreten.
— Der Vizepräsident des Staatsministeriums, Finanz- Minister Dr. v. Miquel, welcher heute seinen 71. Geburtstag begeht, ist von seiner mchrwöchentlichen Erkrankung völlig wieder genesen und hat seine Arbeitsthätig- keit in vollem Umfange wieder ausgenommen.
— Die Kaiserin ist heute vormittag 10 Uhr 20 Minuten vom Stettiner Bahnhof dem Kaiser nach dem Jagdschloß Hubertusstock gefolgt und dort um 3/tl Uhr eingetroffen.
— Wie ein Berichterstatter meldet, ist der Kultusminister Dr. Studt heute in den Räumen des Abgeordnetenhauses infolge des nassen Wetters ausgeglitten, und scheint sich eine Verstauchung des rechten Armes zugezogen zu haben. Die Folgen des Unfalles werden, wie man annehmen darf bald gehoben sein.
— Das bei Port Elisabeth beschlagnahmte Schiff„Sabine" gehört nichtzurdeutschenMarine, da ein Fahrzeug gleichen Namens weder in dem Verzeichnis der deutschen Dampfer noch der deutschen Segelschiffe aufgeführt wird.
Köln, 19. Februar. Der neugewählte Kölner Erzbischof Simar ist heute abend mittelst Sonderzuges von Essen kommend, wo ihn eine größere Kölner Deputation feierlichst abgeholt, hier eingetroffen. Der Erzbischof fuhr alsbald unter dem Geläute sämtlicher Glocken zum erzbischöflichen Palais, wo der Empfang der städtischen Be
Nr.
fr(<6eiet täglich mit Ausnahme des
Montags.
Die Gießener -amikieuvtstter »erden dem Anzeiger hn Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter Mr heg. Bolttkunde" »ßchtl. 4 mal beigelegt.
Feuilleton.
Wei der deutschen Ambulanz in Iacobsdat.
Lord Roberts, der gegenwärtige Oberbefehlshaber der englischen Armee in Südafrika, hat in einem Telegramm seine Freude über die vortrefflichen Einrichtungen der deutschen Ambulanz in Jacobsdal ausgedrückt, und über die Freundlichkeit, mit der die deutschen Aerzte Engländer
Buren behandeln. Ein glücklicher Zufall trägt den Brief eines jungen Berliner Krankenträgers, der der Jacobs- ba'Ier Ambulanz angehört, gerade jetzt in unsere Hände. Nicht ohne tiefe Bewegung werden die Leser Kenntnis nehmen von den Schilderungen unseres Landsmannes, die nn 8 die Schrecknisse dieses Krieges in ihrer ganzen Furcht, benteit zeigen. Der Brief lautet in seinem hauptsächlichsten Inhalte:
Jacobsdal, Oranje-Freistaat, 2. Dezember 1899.
(Dr. Mangolds Ambulanz-Korps.)
Liebe Mutter!
Es sind 14 Tage vergangen, seit ich Johannesburg ver- lasiseu, ich will zur Beruhigung vorausschicken, daß ich gefjunb und munter bin, wenngleich ich auch auf dem Felde un ter dem Wagen schlafe; aber das Leben den ganzen Tag in der frischen Luft ist gesund, und ich fühle mich fein, bin >:rt verbrannt und werde auch noch lange nicht nach
Transvaal zurückkehren. Ich hoffe, daß mein Freund Dir eine Amateur-Photographie «geschickt,, die in meiner Uniform aufgenommen an dem Tage, als ich Johannesburg verließ. Wir sind acht Tage mit Bahn und Ochsenwagen gefahren, bis wir auf das erste Schlachtfeld gekommen, und haben auf allen Stationen von der Bevölkerung einen Empfang bekommen, so begeistert, daß ich es nie im Leben vergesse.
Schon am sechsten Tage sahen wir den Feind mit Heliograph und Scheinwerfer arbeiten von unserem Nachtlager; am nächsten Morgen hörten wir anhaltenden Kanonendonner und Gewehrfeuer. Da ich zu den beiden Ambulanz-Wagen für das Feld attackiert war, so verließen wir auf Ordre vom General den Transport und eilten, um den Verwundeten zu helfen. Die Schlacht wurde an der Modder River Bridge geschlagen. Zwölf Stunden Kampf. Die Engländer waren ca. 12- bis 13 000 Manu stark, unsere nur 4000; wir verloren etwa 12 Tote und 40 Verwundete, die Verluste der Engländer gingen in die Hunderte. Ich sah zum ersten Male Krieg und seine Folgen. Traurig — Tote und Verwundete um uns herum, die Kanonen und Bomben prasselten wie Regen und Hagel. Nur einen Moment waren wir stutzig, dann gingen wir und unsere Wagen in die Linie, um die Verwundeten heraus- zuholen. Mein erster war der Sohn vom General de la Rey, schwerer Schuß in den Unterleib, nur 18 Jahre; wir bekamen ihn bald auf den Operationstisch, aber menschliche Hilfe war vergebens, Magen und Gedärme waren durchschlagen. Nach zwei Stunden ging er in Gegenwart des alten Generals und von mir hinüber, glücklich lächelnd ist er entschlafen. Und daun ging es weiter, schwere und
leichte Verletzungen, Schneiden und Verbinden, wir waren in fieberhafter Thütigkeit; Blut und wieder Blut, — schrecklich ! Und dieses alles haben die Engländer angerichtet, au& Selbstsüchtigkeit und Gelddurst.
Ich habe Bilder gesehen, liebe Mutter, auf dem Schlachtfelde, unbeschreiblich; die Engländer haben brav gekämpft in dieser Schlacht, aber sie sind zurückgeworfen worden, gefallen sind sie wie die Sck>afe; es war ein trauriger Anblick, so viele Tote lagen aufgetürmt. Die Engländer haben um zwei Tage Waffenstillstand gebeten, um ihre Toten zu begraben. Der Verlust auf englischer Seite betrug nach einer Nachricht, welche ich nachts mit einem Heliograph geben sah, 1500 Mann. Das Heliogramm lautete nämlich:
„Verloren 1500 Mann, behaltet guten Mut, wir kommen".
Die Nachricht war für Kimberley, welches von den Buren eingeschlossen ist, bestimmt, und die Engländer waren so dumm, sie nach dem internationalen Code auszuschicken; so konnte jeder Telegraphist sie lesen.
Denke Dir, seit drei Tagen ist unser Doktor Manaolb mit noch sechs Mann und zwei Ambulanzwagen auf dem Schlachtfelde gefangen genommen; ein neuer Bruch der Genfer Konvention! Sie haben dazu kein Recht, da wir keine Waffen tragen, und unterm Schutze der Neutralität stehen. Die Engländer betragen sich überhaupt wie Vieh» hier draußen, man denkt, es mit Wilden zu thun zu haben; wir hoffen alle zuversichtlich, daß die europäischen Machte ihnen gehörig auf die Finger klopfen werden, denn es ist skandalös.


