Ausgabe 
20.12.1900 Zweites Blatt
 
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Vermischtes.

* Würzburg, 18. Dezember. In das Unter­suchungsgefängnis wurde der Rechtsanwalt Schott aus Marktbreit eingeliefert, der vor vier Wochen nach mehrfachen Unterschlagungen die Flucht ergriffen hat, und steckbrieflich verfolgt worden ist.

* Paris, 18. Dezember. Gestern fand zwischen einem jüdischen und einem katholischen Offizier ein Duell statt. Der israelitische Offizier ist Korrespondent des Jndependance belge und hat kürzlich das Kreuz der Ehrenlegion erhalten.

e Petersburg, 18. Dezember. Ein amtlicher Bericht bestätigt den Ausbruch der Pest in Sibirien im Gou­vernement Saratow. Die Behörden trafen umfassende Maßregeln behufs Lokalisierung der Epidemie.

* Kingston, 13. Dezember. Unter den schwarzen Soldaten des Regiments British Weftindia ist eine ernste Meuterei ausgebrochen. Die Offiziere haben absolut keine Autorität mehr, und zwischen den Negersoldaten und der weißen Bevölkerung finden blutige Zusammenstöße statt. Die Zahl der Verletzten ist sehr bedeutend.

sei. DragunM iC. Waldgirmes bei Wetzlar, 18. Dezember. Die er Bulgaren unlv';, Semeinbc baut ein neues Schulhaus mit zwei erMen seien. eh r'Men und zwei Lehrerwohnungen. Die Arbeiten sind habe bei ber.^( rei-US vergeben.

Milie -eS M^Mv ZVrtzbach, 18. Dezember. Der sehr wohlhabende reichen. FrbvMrsitzer Hermann Küchel und seine Frau wurden, -"wie »Nitis gestern kurz gemeldet, heute vormittag in ihrer

S der Orlsgruppk Gi-ß-il d-s Mdkutschen

"^elt rßanii*s ftatt, wie aus dem Inseratenteil ersichtlich ist.

mit **" htsfilche Landes Lotterie. In der heute stattgrhabten huuia firl ein Gewinn von 200 000 Mk. auf Nr. 23451 ente iHonft; 1 ä 50 000 Mk. auf Nr. 11771 (Mainz).

^^Gesckz^ cL 2A M Mk. auf Nr. 5116 (Darmstadt). 1 ä 15000 'MpreHn11ütr ai«I Nr. 17 886 (WormS). 1 ä 12 000 Mk. auf >e darauf .,' ^^, llsM (Langen). 2 ä 10 000 Mk. auf Nr. 2808, M 0341 sWorrns). 3 L 5000 Mk. auf Nr. 8383,15741, tiger 7241. - 3 ä 4000 Mk. auf Nr. 2088, 17 600, 32129.

m 12N3000 Mk. auf Nr. 3870, 5009, 11 208, 12 464,

ie ßarnm ii,G< 1111.16 152, 16 789, 18625, 19864, 26341, 26616, 20 L 2000 Mk. auf Nr. 1048, 5087, 5178, ber wl« ' =01, t 7355, 9783, 10 357, 11 566, 12 287, 13506, nf h. ^'e QÖt,। « i»j 015, 20 340, 22 634, 24 153, 25 519, 29 399, nL 72 3,30 785, 31 903. 32 L 1000 Mk. auf Nr. 548,

5 an dev Tag MO i 3075, 5884, 6023, 6114, 10 059, 10 066, 11 122,

Boißevill s,,i 694U 11 899, 12 010, 12 170, 13 817, 16 867, 16 887,

"" °le Amnestie in- 612,17 710. 17 763, 19 596, 19 620, 21 164, 21 676,

"Endung kommen st'2 0«!ll, 85 741, 25 783, 26 643, 27 415, 30 697, 31 097,

E Nationalist '2 34 H 32 999. (Ohne Gewähr.)

^Swärtigenzus. Kdakteur Erdmannsdörfser aus Marburg teilt uns sich an derFäH BK>schlr.ß an unseren Bericht über die SonntagS- deteiligt zn haben, rscmMlnng des Deutschen Vereins mit, daß er nicht Ordnungsruf ein. V Wliieitag. Werner und Hirsche! zu sprechen gekommen llvbat angenommen - wruch nicht die Absicht hatte, dies zu thun. Der Abg. die Urheber der EinH hade ihm irrtümlicher Weise diese Absicht unter« 1 soll. Tdeä.

Nach Schluß einer!!' Sroßen-Buseck, 18. Dezember. Durch Anlage einer n be6 8hnrr " f Iptrh itung in hiesiger Gemeinde wird einem lange olksstimme" debM^ipfuNldekrn Mißstand abgeholfen. Die Gemeinde über« lrbeitern aus her sV ;nt die Kosten der Wasserzuleitung bis an die Grund- -obei mehre t 8 hn,' die Kosten sür Anlage der Hausleitung trägt

m ec yiail3bi Das zu entrichtende Wassergeld wird auf r)fl6 i u 'p> einer Einschätzung durch die Kommission in Klaffen

Dburdib^r Hhmsip1 nach Maßgabe der Größe und Zahl der Wohn« '°«chderfrühereNn umr rr.zahl der Hausbewohner, nach dem Biehstand rtMitUJ?k9Un93B*:i'L s- KUr Großabnehmer ist die Einsetzung von Wasser- uem muve. sse,'n erforderlich. DaS Wassergeld für die einzelnen

ber. General ''sstn beträgt 3, 5, 8, 12, 15, 18, 22, 25 Mk. Wer, h heute nach BeA d . ll;. . fln Wasserleitung angeschloffen zu sein, Wasser uergeschutzenM. . Z .jssentlichen Brunnen der Leitung entnehmen will, hat e sie für die tilgte jifte ber für die betreffenden Klaffen festgesetzten Be- k- qh Wassergeld zu entrichten. Die bestehenden, von

Deputierter! ,o^jh,rzogl. Kceisgesundheitsamt Gießen als gesundheits« Beweguug deSh - 90 M beanftanbeten öffentlichen Brunnen sollen geschloffen kolarrou in C -verbuk.

'i'erb'im am Donnerstag beerbigt werben.

22. ds. Mts. Walbwirt-

BC. Bad Nauheim, 17. Dezember. Der Gemeinberat

ladttheattts'

.......

SSfjS

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^5 nft !ur ' 1 *K K uvu,;uc cul 'ö.lnwvyner auf offener «Straße

SiibaiW&} dehm Nachhausegehen von einer unbekannten Person über­trat ?aP®n unb mit einem spitzen Gegenstanb so mißhanbelt,

hi flfort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußZe. Die Verletzungen sind hauptsächlich am Kopf.

- f Von der mittleren Ridda, 18. Dezember. Für Bad

A lu S aLZsa«sen ist die Kanalisation geplant. Die Abwäffer

Lttia ei^?-F solleiüi nach der Klärung durch einen kleinen Bach in die her $ geüeitct werden.In Staden fing man heute

L 11116 M Fallen auf eine merkwürdige, vielleicht einzig da-

t,it Derselbe stieß dicht an der hiesigen Synagoge

!f > jflt ^eturtatn Inacjj cjncm kleinen Vogel. Dabei geriet ein Flügel & für d je?tr^a1te zwischen zwei der meterhohen Fensterflügel 1110 , hr jArtin' 7{ddi Gebäude, die gequollen sind und oben auS- n ' ; A.jjrf . klaffen, während sie unten geschloffen sind, sodaß

ind'l"B x J oec «paMt öon oben nach unten enger wird. Durch die ' f Abwärtsbewegung des Falken wurde der Flügel

ttfl 4,1t F m'!! engen Teil des Spaltes getrieben, daß sich

< 1 ccc p®1 befreien konnte und gefangen wurde.

ffli frtttiL '!-wrmag erschossen im Bette liegend aufgefunden. Auf

® * uerauzurßlckgelaffenen Zettel haben sie angegeben, daß sie

19. ttyßi ;,ne-j ihrem einzigen Sohn Gustav, der in verflossener Nacht Mr. Wir kir xinerzu un heilbaren Leiden erlegen ist, nicht mehr leben )r kurzem mW4 rooÖOer. Dieser Umstand, und ein bei den Leichen gefundenes alten, für dieW .aglKjxrn'elhr Küchels bestätigten den Doppelselbstmord ost um in 2Q1JÄ bet 12. Jahre alten weit bekannten Eheleute, die au tostüm ist jetzl W hren im 20. Lebensjahre entrissenen Sohn, ihre größte Absendung nach 1-- jofffntins gesetzt hatten. Das tragische Geschick erregt be- jenroalber Trat beutczinie Sensation in unserer Stadt, die drei Leichen Lslrag gegeben^

er. Axs. Dr. 1c Mossen, das W e i n b er gh a u s mit etwa 2000 Qmtr. sowie Dr WeimTemneländt' rinnfitim. ptnrn hnn hprr Sitrnnftpn nprn

wIl > WeirMggelände ringsum, einen von den Kurgästen gern Udert. succhM Platz, als Kaffeewirtschaft auf drei Jahre

xk PHtrenftein ' achten. Die Offerten auf das Weinberghaus, das

firfi beu!f: "w.iM veS großen städtischen Weinbergs am Süd-Ost- Lr v Ibhodig des Johannisbergs liegt, werden am glückssau. vdffiait. Am gleichen Tage wird auch die iderM . ^chaifilim Hochwald auf drei Jahre neu verpachtet. Die «. Sa<Wt teftinnt am 1. April 1901.

ion öetxa9e' Friedberg, 18. Dezember. Zur Gründung der im

er8'j|B1901 dahier zur Eröffnung kommenden Gewerbe- kalidtrnce hat ein wohlhabender Privatier in Essen d». iljuhr unserer Stadtverwaltung ein größeres apcii tat zur Verfügung gestellt.

rt Vilbel, 18. Dezember. Bis jetzt haben 54 Ge- wein'd'ln der Kreise Friedberg, Hanau, Frankfurt und Hom- atAj ihrem Anschluß an das Elektrizitätswerk Vilbel rrckh kirllrag gesichert. Das Werk wird von derThüringer r?leki!chLts-Aktien Gesellschaft in Berlin", die sich kürzlich ad?Mwation desThüringer Akkumulatoren- und Elek- rijit!W!v,crkeS" konstituiert hat, errichtet. Die Gesellschaft ve^lelZ! dsmnächst ihre Bureaux nach Vilbel.

eL Burkhards, 17. Dezember. Gestern abend gegen lljlllhr wurde ein hiesiger Einwohner auf offener Straße

In demselben Orte schlachtete kürzlich ber Bürgermeister I ein zweijähriges Schwein, bas das respektable Gewicht von 471 Pfunb hatte.

L. Darmstadt, 18. Dezember. Ein außerorbentlrches Verdienst erwarb sich gelegentlich des am Sonntag Abend in Oberramstadt i. O. ausgebrochenen Brandes ber Pfarrer Axt. Er hatte burch bie hohe Lage seiner Wohnung das ca. 200 Meter vom Ort entfernte Feuer in der Breise- wieser'schen Mühle zuerst bemerkt und da er Niemand zur Hand hatte, eilte er selbst nach dem nahe gelegenen Glocken­thurm, um mit aller Kraft lebhaft zu stürmen. Hierdurch war ohne jede ZeitversänmniS die Feuerwehr aufmerksam gemacht und dieselbe konnte bann rasch nach bem inzwischen bekannt gewordenen Brandplatz eilen, um bie teilweise schon schlafeuben Mühlenbewohner unb den größten Teil bes wertvollen Viehbestanbes zu retten. Die Mühle ist bis auf bie Mauern nicbcrgebrannt, boch ist ber Besitzer ver­sichert. Heute Vormittag fanb im Groß'h. Wilbpark große Saujagd statt, an welcher der Großherzog unb zahlreiche geladene Gäste teilnahmen. Es wurde eine große Zahl Rothwild zur Strecke gebracht. Kommenden Donners­tag ist allgemeine Hofjagd, auf ber bie sog. Weihnachts- Hasen geschossen werben. Diese werben auf Wunsch zu bem tarifmäßigen Preis an die Hofbeamten und bie Diener­schaft abgegeben. Am Freitag wirb bekanntlich der Reichskanzler von S. Königl. Hoheit in Audienz em­pfangen werden. Es findet zu Ehren desselben große Galatafel statt, zu der viele Einladungen ergehen werden. Da auch am gleichen Tage die erste Kammer eine Sitzung anberaumt hat, wird unsere Residenz wieder sämt­liche StandeSherrn beherbergen.

Darmstadt, 18. Dezember. Die Großherzogin und die Großfürstin Helena von Rußland wohnten am Sonntag der Aufführung des Göhrs'schen Weihnachtsfest­spiels durch Schulkinder zum Besten der Beffnnger Krippe im Saale des Chauffeehanses bei. Unter den Seekadetten des gestrandeten SchulschiffsGneisenau" befanden sich auch die Söhne zweier hiesigen Familien, der Frau Apotheker Löwenberg Witwe und des Rentners, früheren Gutsbesitzers Orb. Erfreulicherweise sind beide jungen Leute telegraphischer Nachricht zufolge gerettet worden und wohlbehalten.

F.C. Frankfurt a. M., 18. Dezember. Der Groß- herzog von Hessen kam gestern mit kleinem Gefolge hier an, stattete dem Kunstgewerbemuseum einen Besuch ab und nahm dann beim Kammerherrn Frhrn. v. Holzhausen bas Frühstück ein. Die beiben wegen Unter­schlagungen verhafteten Werkmeisterei- bezw. Stations­gehilfen waren bei Aufstellung unb Auszahlung ber Löhnung für bie von ber Wagenputzer-Genossenschaft beschäftigten Hilfsarbeiter thätig. Sie fälschten bie Rechnungen, inbem sie z. B. aus 5 Tagesschichten burch Vorsetzen einer 2 25 Tagesschichten machten. Der Gehilfe ber Werkmeisterei, ber früher bie Rechnungen anfertigte, hat sich ca. 1500 Mk. widerrechtlich angeeignet, der Stationsgehilfe 500600 Mk. Letzterer ist angeblich durch den ersteren zu den Betrügereien verleitet worden. Die Anzeige erfolgte durch eine un­beteiligte Person. Eine Versammlung städtischer Arbeiter beschloß eine wiederholte Petition an Magistrat und Stadtverordnete um Bewilligung einer Theuerungs- zulage von 30 Pfg. pro Tag.

FC. Laasphe, 17. Dezember. Gestern nachmittag rannte auf ber Nebenbahnstrecke Rothemühle-Finnentrop eine Lokomotive einen Prellblock um unb sauste einen steilen Abhang hinunter. Lokomotivführer Schmidt aus Rothe­mühle wurde getötet, während der Heizer an den Beinen schwer verletzt wurde. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Auch der Materialschaden ist nicht unbedeutend.

Fc. Kirchhain, 17. Dezember. Hier wurde gestern ein Wandersmann verhaftet, der im Verdacht steht, die F r a u des Gutsbesitzers Heckmann aus Eiterbach bei Heidelberg ermordet zu haben. Auf die Ergreifung bes Thäters ist eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt.

Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. Die Bohrungen nach Thermalsoole in Bab Salzhausen haben bem Vernehmen nach schon eine Tiefe von 150 Meter erreicht unb ist man bis jetzt nur auf Saub gestoßen, an­fangs Triebsanb. Eben deshalb geht die Arbeit rasch vor­wärts. Die Eisenbahndirektion in Mainz hat dem Lokomotivführer Ammerschläger zu Darmstadt für die bei Beförderung des Zuges 713 am 19. November l. I. be­wiesene besondere Aufmerksamkeit, Umsicht und Entschlossen­heit, wodurch ein Bediensteter vor der Gefahr des Ueber- fahrenwerdens bewahrt wurde, eine außerordentliche Geld­prämie bewilligt.

Grrichtssaat.

Berlin, 18 Dezember. Die Ermittelungen im Prozeß Sternberg nach drm großen Unbekannten, der bekaintlich nach Aussagen des Kriminalkommissars Thiel neben diesem dem Direktor Luppa unerlaubte Informationen gab, find von Erfolg gewesen. D-e Spuren führen nicht nach dem Polizeipräsidium, sondern nach einer anderen Behörde. Im Falle der Bestätigung dieser r<cht sicher auf­tretenden Meldung dürfte wohl eine neue V e r h a f t u n g bald er- olgen. Polizeidirektor d. Meerscheidt- Hüllesen, dessen Befinven sich in letzter Zeit ein wenig gebessert hat, hatte anfänglich bie Absicht, seine Pensionierung nachzusuchcn. Er hat sich jedoch entschlossen, mit dem Gesuch- so lange zu matten, bis die gegen ihn emgelettete disziplinäre Voruntersuchung abgeschlossen ist.

Trier, 17. Dezember. Vor der Strafkammer als Berufungs­instanz begann heute die Verhandlung in dem bekannten Beleidigungs- prozeh des Reichstags- und Landtagsabgeordneten Dasbach gegen den Redakteur Fritz Haubrich von Trier. Letzterer war s Zt. vom Schöffengericht wegen Beleidigung Dasbachs zu 300 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Gegen dieses Urteil war von B-iden Berufung ein­gelegt worden. Die Verhandlungen erregen ein ganz gewaltiges Auf­sehen. Vorläufig sind sechs Verhandlungstage in Aussicht genommen, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß sich die Verhandlungen bis in die Festtage hinein auüdehnen, da gegen 70 Zeugen geladen sind, darunter eine Reihe von Geistlichen und Abgeordneten. Den Vorsitz sührt Landgerichts­direktor Henle; als Verteidiger Dasbachs ist Rechtsanwalt Gammersbach- Köln, als Verteidiger Haubrtchs Rechtsanwalt Schmoller-Trier erschienen. Der Beklagte wirft dem Kaplan Dasbach u. a. vor, baß er wegen seines Treibens bet der Landwirtschaftlichen Bank schwere Vorwürfe erhalten, die er allein durch vertrauliche Zirkulare zu entkräften ver­sucht habe; es sei ihm vorgeworfen worden, er Habs unbefugt Gelder einer fremden Kasse entnommen und in seinem G-- schäft verwendet; ec habe versucht, einen Her n, der ihm Bucher- fälschung vorwars, zur Erklärung zu veranlassen, aber keine Antwort erhalten und dann geschwiegen; es sei ihm in einer Ausfchußsitzung der Trierer Katholikenversammlung der Vorwurf der Lüge in« Gesicht geschleudert worden, er habe daoonlaufen wollen, der Vor­sitzende habe ihn gezwungen, sich zu verantworten; Rechtsanwalt Dr. Görtz habe dem Privatkläger Lüge und moralische Unterbilanz oorgeworfen, er habe diesen Makel durch einen Vergleich abzustreifen versucht, ohne daß Dr. Görtz eine Ehrenerklärung abgegeben oder seine Vorwürfe materiell zurückgezogen habe u. s. w. Wir kommen auf die Verhandlungen zurück.

Gisenöahn-Zeitung.

Der WirtschaftSbrtrieb in den Speisewagen der 1> Züge ist nunmehr von morgens 5 Uhr ab der Speisewagen-Gesellschaft ge­stattet worden.

Die Thüren der Personenwagen im Bereiche der Preußisch- Hessischen Eisenbahngemeinschaft werden j-tzt nach und nach mit einer neuen Verschlußeinrichtung versehen, die das Oeffnen der Thüren auch von innen ermöglicht. Diejenigen Thüren, an denen die neue Verschluß­einrichtung angebracht ist, tragen auf der Innenseite die Aufschrtft: Nicht öffnen, bevor der Zug hält. Thür schließen."

Garnmelsahrkarlen. Vom 1. Februar 1901 ab werden bte einfachen Personenzugfahrkarten 3. und 4. Klasse sowie Militärfahrkarten nach verschiedenen Stationen, für die an den einzelnen Wagenklassen der gleiche Fahrpreis besteht, zu sogen. Sammelfahrkarten vereinigt. Die Sammelfahrkarte berechtigt zu einer einmaligen Fahrt von der Ausgabe­station bis zu einer der auf der Fahrkarte aufgedruckten Zielstationen.

Handel und Verkehr. Uolkswirtschast.

Preußische Psandbrief-Bank. Rach der im Inseraten­teil veröffentlichten Bekanntmachung werden die am 2. Januar 1901 fälligen Zinsscheine der Emissionspapiere der Bank bereits vom 15. De­zember ab kostenfrei eingelöst. Die Einlösung erfolgt außer bei der Bank selbst bei der Mehrzahl der deutschen Bankfirmen und Bankinstitute, die den Verkauf der Pfandbriefe, Kommunal- und Kleinbahn-Obltgationen übernommen haben. Ebendaselbst wird eine Broschüre unentgeltlich ver­abreicht, welche über die durch die neue Gesetzgebung erhöhte Sicherheit der Pfandbriefe Aufschluß giefct.

Neueste Meldungen.

Ha § 9^,19. Dezember. .Herzog Heinrich, der Ver­lobte der Königin Wilhelmina, ist hier eingetroffen. Wie verlautet, wird der Großfürst Wladimir den Ver­mählungsfeierlichkeiten beiwohnen.

Brüssel, 19. Dezember. DerSoir" glaubt zu wissen, daß Hie belgische Regierung einen neuen Ver­trag mit dem Kongostaat abschließen wird, in dem die Frist der ttebernahme des Kongostaates auf 10 Jahre verlängert wird. Als Entschädigung für diese Ver­längerung der Frist soll der Kongostaat von der Ver- pflick)tung entbunden werden, die Zinsen der vorgestreckten 25 Millionen auf der Basis von 3 Prozent während der kommenden zehn Jahre zu zahlen.

Paris, 19. Dezember. Die Kammer nahm heute nacht 2 einviertel Uhr itftf) fünf Sitzungen unter heftigem Tumult die Amnestie-Vorlage mit 156 gegen zwei Stimmen an. Alsdann vertagte sich die Kammer auf Donnerstag.

Börsennachrichten.

Berlin, 18. Dezember.

4 % Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2

40.10 M.

4%

do. 8. 5/a unk. b. 1904

40.10

3/2%

do. 8. 7/8, unk. b. 1906

37.30

4 o/o D

. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908

96 50

3V,%

do. unk. 1905

87.50

4 o/o

Preuss. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12

77.80

4 o/o

do. 8. 15-18| unk. b. 1900

77.80 M.

4 %

do. 3. 19-20, unk. b. 1905

77.80

3,;o/0

do. 8. 13, 14

72.10

3V» %

do. 8. 21, 22, unk. b. 1905

72 10

T»

Telepfconsschss* Kursbericht,

Frankfurt, den 19. Dezember.

BVi % Reichsanleihe . . 8% do . .

8I/s°/o Konsols . . . .

8% do . . . . 8Vs °/o Hessen . . . . 5% Italien. Rente . . . 4c7o Griech. Monop.-Anl.

8 o/o Portugiesen . . . 3°/u Mexikaner . . . . 4*/i % Chinesen . . . .

96.45 Kreditaktien . . .

87 80 Diskonto-Kommandit

96.4C

87.3/

93.7b

95.00

43.85

25.5C

Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handeleges. Oesterr. ßtaatsbahn Gotthardbuhn . . Laurahütte . . .

25.60 Bochum

78 9> Harpener Tendenz: fest.

. . 210.00

. . 175.90

. . 182.20

. . 146.00

. . 148.00 . . 142.20 . . 152.10 . . 198.00

. . 178 30

. . 171.20

Arbeiterbewegung.

Antwerpen, 18. Dezember. Infolge des Hafenarbeiter- Aus st andes sind zahlreiche Dampfer mit halber Ladung oder ohne zu löschen, abgefahren. Bis gestern abend 10 Uhr waren keinerlei An­schläge gegen die Arbeitsfrecheit zu verzeichnen.