Ausgabe 
20.11.1900 Erstes Blatt
 
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(Tgl. Anz.)

demselben weiter verbreitete.

*) Wenn nicht anders bemerkt, Anfang 7 Uhr.

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XS. Weimersheim Nachfolger

13 Kvenzplatz 13

6124

lichen Arbeiten, der Finanzen und für Handel und Gewerbe sind die städtischen Behörden in Hanau kürzlich veranlaßt worden, sich in Hinsicht auf die Fortsetzung der Main­kanalisierung von Offenbach nach Hanau und Aschaffenburg über die Frage der Anlegung eines Sicher­heitshafens und der Herstellung eines Eisenbahnanschlusses des anzulegenden Hafens an den Hanauer Ostbahnhof schlüssig zu machen. Von der Erfüllung dieser Forderungen macht die preußische Staatsregierung den Vollzug des auf das Kanalisierungswerk bezüglichen Staatsvertrages mit Bayern und Hessen abhängig. Auch die hiesige Handels^ kammer hat dadurch erneuten Anlaß gefunden, sich mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen und die Einzelheiten, soweit sie sich bis jetzt überblicken lassen, in einer Verkehrs- ausschußsitzung zu erörtern.

-ko. Marburg, 18. November. An den wissenschaft­lichen Vorlesungen fürLehrer und Lehrerinnen, die vom 9. Januar bis 27. März 1901 hier abgehalten werden, nehmen 217 Personen teil. Die Vorlesungen finden jeden Mittwoch von 4.40 bis 7 Uhr statt, und zwar liest von 4.40 bis 5.20 Prof. Dr. v. Below: Deutsche Wirtschaftsgeschichte; von 5.30 bis 6.10 Prof. Dr. Ed wa rd Schroeder: Geschichte der deutschen Sprache im Rahmen einer kurzen Geschichte der deutschen Litteratur; von 6.20 bis 7 Uhr Prof. Dr. Paul Natorp: Die Psychologischen Grundlagen der Pädagogik. Die Zeit ist so gewählt, daß diejenigen Teilnehmer, die um 4.15 aus der Richtung von Laasphe in Marburg eintreffen, die erste Vorlesung noch besuchen können, und die in der Richtung nach Gießen fahren, den Zug, der um 7.34 vom Südbahnhof abfährt, noch erreichen. Die Vorlesungen finden wahrscheinlich vor­läufig in der Aula der städtischen Schulen statt, da^die Universität, die gern einen Hörsaal zur Verfügung gestellt hätte, keinen besitzt, der die volle Teilnehmerzahl faßt. Der vorbereitende Ausschuß hat sich mit einem Besuch um Fahrpreisermäßigung für die Teilnehmer an die betr. Eisenbahndirektionen gewendet, das hoffentlich Erfolg haben wird.

Hanau, 17. November. Von den Ministern der offent-

sung zu veranlassen, da die größten öffentlichen Jntereffe» auf dem Spiele ständen, nämlichdas Vertrauen der Be-

| völkerung in die preußische Rechtspflege". Mehrere | Blätter lassen sich aus Könitz melden, es werde vornehmlich »durch den Kriminalkommissar Wehn eine angeblich neue 'Spur in der Winter'schen Mordangelegenheit verfolgt. Es wird darüber gesagt:Als Ausgangspunkt der neuen Recherchen dient der Schneidermeister Plathsche Sack nebst Packpapier, in welchem der Leichnam Winters gefunden wurde. Es ist jetzt eine Richtung gefunden

warben, wo die Packleinwand geblieben sein kann. Ueber bcn gegenwärtigen Stand der Ermittelungen wird größtes Stillschweigen gewahrt. Auch in Berlin finden dieserhalb Nachforschungen statt. In den nächsten Tagen wird ein Haus, welches in der Nähe der Winter'schen Äohnung liegt, einer gründlichen Durchsuchung unterzogen weben; man spricht auch schon von Nachgrabungen usw."

DaS klingt sehr geheimnisvoll, ist aber, wie von anderer Seite festgestellt wird, chatsächlich nur eine Wiederaufnahme eiaeS älteren Verdachtes gegen den Schneidermeister Plath. Der damals bereits vernommene Schneidermeister habe jedoch sein Alibi an dem kritischen Sonntage nachgewiesen, zumeist durch Aufenthalt am Skattisch. Wie wir in der artif.StaatSbürgerztg." lesen, haben die Verteidiger der Angeklagten eine Erklärung veröffentlicht, aus der hervor- geht, daß

a) die Behauptung Maßloffs, er habe in der Nacht vom 11. zum 12. Mär, d. I. im Lewy sch en Keller Licht gesehen und Stimmen qei-ört, er habe ferner in geheimnisvoller Weise den alten Lewy aus fernem Keller mit zwei andern Personen auf den Hof treten und schließ­lich drei Männer einen schweren Gegenstand nach der Spüle deS VünchseeS tragen sehen; b) die Aussagen der Frau Maßloff, daß sie bei Lewys eine der Winterschen Kette gleichende Uhrkette und das Ph»otogramm Ernst Winters aufgefunden; c) die Aussagen der Frau »arg, daß sie unter der Wäsche Lewys ein Taschentuch mit rot ge- flifitem Monogramm E. W. gefunden, durch die Schwurgerichtsverhandlung dr Mauloß und Genoffen nicht widerlegt worden find.

Aus Stadt und Kand.

Gießen, 19. November.

** Sitzung des Kreisausschuffes. In seiner heutigen, nut zum kleineren Teil öffentlichen Sitzung verhandelte der ^veisausschuß zunächst über ein Gesuch des Heinrich Geißler in Staufenberg um Erlaubnis zur Erweiterung seiner Dampfkesselanlage. Einer seiner Nachbarn, Kaspar Hnßler, hatte gegen die beabsichtigte Ausdehnung Einwend- uagen erhoben, weil er eine Gefährdung seines Anwesens fürchte. Dem Reklamanten versuchte man vergeblich klar zu machen, daß in dem Betriebe eines vergrößerten Kessels L>r Niger Gefahr liege, als wenn der kleinere Kessel zur Er- zemgung größerer Dampfkraft noch stärker wie bisher geheizt werde. Der Beschluß des Gerichts lautete auf Erteilung b v nachgesuchten Erlaubnis unter der Bedingung, daß Ge- siichsteller auf daS Dampfrohr einen Kühler aufsetze. Der Rrklamant hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. DuS Verfahren über das Gesuch des Eberhard Ranft in Mendorf a. Lda. um Erlaubnis zum Betriebe einer Gast- lvictschaft mußte ausgesetzt werden. Ein gleiches Gesuch hallte der Heinrich Theiß XX. in Weitersheim eingereicht.

dem 524 Einwohner zählenden Dorfe bestehen zwei gute Wirtschaften, darunter eine vom Konsumverein be­gebene. In diesen beiden Wirtschaften vertrugen sich die Lernte bisher ganz gut. Doch ist das Dorf feit der letzten Bikrgermeisterwahl in zwei Parteien gespalten, von denen die des unterlegenen Kandidaten sich nun in den von der siegenden Partei stark benutzten Lokalen nicht mehr wohl fühlt und deshalb die Gründung einerParteiwirtschaft" betrieb. Der Gemeinderat hatte sich in seiner Mehrheit gegen das Bedürfnis ausgesprochen. So lautete denn auch der Beschluß des Gerichts, trotzdem mehrere Auskunfts­personen daS Bedürfnis bejaht hatten, auf Abweisung des Gesuchs wegen mangelnden Nachweises eines Bedürfnisses md Verurteilung deS Gesuchftellers zur Tragung der Kosten und zur Leistung eines AversionalbetrageS vvn 5 Mk. in bie KreiSkaffe.

Auszug aus den Kirchenbücher» der Stadt Gieße«.

Evangelische Gemeinde.

Getränte.

Matthäusgemeinde.

Den 10. November. Johannes Eckert, Schneidermeister zu Gießen und Emilie Anna Elisabeth Wilhelm, Tochter des Destillateurs Philipp Wilhelm zu Gießen.

Lukasgemeinde.

Den 10. November. Karl Schneider, Schmied zu Gießen, und Maria Fißler, Tochter des Schuhmachers Martin Fihler zu Grünberg.

Den 11. November. Fritz Cyrkay. Schlaffer in Altendorf und Karoline Hartmann, Tochter des verstorbenen ElsenbahnschaffnerS Hartmann zu Gießen.

Johannesgemeinde.

Den 11. November. Johannes Schneller, Former zu Gießen, und Johannette Deichhardt, Tochter des Knechts Johannes Paul Deichhardt zu Nieder-Wöllstadt.

Den 14. November. Emil Hambsch, Fabrikant zu Bruchsal, und Johanna Elisabeths Emma Moll zu Gießen.

. Getauft».

Mat thäusgemeinde.

Den 11. November. Dem städtischen Arbeiter Heinrich Braun ein Sohn, Hermann, geboren den 15. Oktober.

Den 15. November. Dem Schuhmacher Karl Anton Lehr eme Tochter, Johanna Sophie Auguste Therese, geboren den 27. September.

Denselben. Dem Küfer und Wirt Julius Wellhdfer ein Sohn, Karl Arthur, geboren den 10. Oktober.

Markusgemeinde.

Den 11.,November Dem Fabrikarbeiter Friedrich Schäfer eine Tochter Emma, geboren den 27. Oktober.

Denselben. Dem Schmiedemeifier Heinrich Adam Lindenstruth eine Tochter, Auguste Katharine, geboren den 10 September.

LukaSgemeinde.

Dem Holzbildhauer Karl Schmidt eine Tochter, Ottilie Elisabeth Anna Marie Alwine, geboren den 9. August.

Denselben. Dem Hilfebremser Johannes Heinbuch ein Sohn, Karl Christian, geboren den 26. September.

Den 12. Norember. Dem Ocergärtner Heinr. Ernst Walter Köhler eine Tochter, Martha Margarethe Ottilie, geboren den 26 Oktober.

Militärgemeinde.

Den 11. November. Dem Feldwebel Adam Weber eine Tochter, Emilie Bertha, geboren den 23. September.

Beerdigte«

Lukasgemeinde.

Den 13. November. Sophie Curtman, geb. Gebhardt, Witwe des Seminardirektors Wilhelm Curtman, 97 Jahre alt, starb den 10. November.

Spttlplsv der orreilligteu FrlmkstrLer StMhester.

Opernhaus.

Dienstag, 20. November, y27 Uhr:Tristan und Isolde". Mittwoch, 2l. November: Geschlossen Donnerstag, 22. November: Das goldene Kreuz" hieraufCavalleria rustioana. Freitag, 23. November, Va8 Uhr:Die Puppe". Samstag, 24. November: Mignon". Sonntag, 25. November, *27 Uhr:Walküre". Montag, 26. November: Geschloffen. Dienstag, 27. November: Zum ersten MaleRüthkäppchen", Märchen-Oper in 3 Akten von A. Fr. Boieldieu.

Schauspielhaus.

Dienstag, 20. November:Die Maus". Mittwoch, 21. November: Geschloffen. Donnerstag, 22. November: Zum ersten MaleAntö", Italienisches Volksdrama in 1 Akt von Nani, hieraufCyprienne". Freitag, 23. November:Die Maus". Samstag, 24. November: Zum ersten Male wiederholtAntö", hieraufLiebelei". Sonntag, 25. November, 3V$ Uhr:Nora"; abendsFaust" I. Teil. Montag, 26. November:Die strengen Herren".

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Total-AasVerljanf wegen Geschäftsaufgabe.

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* Herr Lektor Goetschy hält seinen zweiten öffentlichen Vortrag am Mittwoch dem 21. ds. Mts. um 5 Uhr über La Marquise de Rambouillet.

* Heatervereil». Ad. Jürgensen, der Charakter­darsteller des Kasseler HoftheaterS, der am Mittwoch dem 21. d. M. in BjörnsonS SchauspielEin Fallissement" gastiert, ist den Mitgliedern deS Theatervereins nicht fremd. Mancher wird sich noch der ausgezeichneten Vorstellung in Steins Saal erinnern, in der Kleist'SZerbrochener Krug" und zwei kleine Lustspiele (In Zivil" undSie ist stumm") durch Mitglieder des Kasseler Hoftheaters zur Darstellung kamen. Jürgensen spielte damals den Dorf­richter Adam, die Hauptrolle in dem Kleist'schen Lustspiel, in brillanter Maske und über jedes Lob erhaben. Einige Bilder dieses hervorragenden Charakterspielers find in den Schaufenstern der Herren Challier und Frees auS^ gestellt. (Siehe auch das Feuilleton in der heutigen Nummer.)

Stadttheater. Aus dem Theaterbureau wird uns geschrieben: SudermannsJohannisfeuer" gelangt auf vielfachen Wunsch am Dienstag nochmals zur Aufführung. Am nächsten Freitag wird als Volksvorstellung G. E. Lesfings MeisterwerkNathan der Weise" gegeben. Für kommenden Sonntag ist Henrik Ibsens berühmter dramatischer EpilogWenn wir Toten erwachen" in Vorbereitung. Auf das bevorstehende Gastspiel Carl William Büllers sei bereits heute aufmerksam gemacht. Der bekannte Künstler tritt inDo ctor Wespe",Zirku's- leute" undPechschulze" auf.

Darmstadt, 17. November. Gestern Morgen gegen 5 Uhr wurde die Feuerwache alarmiert unter Mel­dung: Feuer Landwehrstraße Nr. 79, Palmkernölfabrik. Die Wache, am Platze angekommen, verlangte weitere Hilfe, worauf der dritte Zug alarmirt wurde. Es war indem nordöstlichen Lagerschuppen der Fabrikanlage ausgckommen. Der Schuppen war bis zum Dach gefüllt mit Palmkernmehl, welches zum Teil in Säcke gefaßt, zum Teil lose aufge­schüttet war. Das Feuer hatte sich unter dem Fußboden ausgebreitet und war infolgedessen nur unter den schwierigsten Verhältnissen zu bekämpfen. Man dachte ein Ausräumen der Ware verhindern zu können, aber alle Anstrengungen blieben vergeblich. Es mußte zu dem Ausräumen geschritten werden, um den Herd des Feuers aufzufinden. Die Ar­beiten nahmen den gestrigen Tag und die Nacht in Anspruch und werden heute fortgesetzt. Der Schaden an Gebäulich­keiten ist gering. Dagegen wird sämtliches Mehl unbrauchbar fein. Als Entstehungsursache des Feuers ist Selbstent­zündung des Mehles anzunehmen, wodurch an einer Stelle der Fußboden durchgebrannt und sich dann das Feuer unter