Der Parteitag tritt sodann m die Beratung zweier wichtiger Punkte der Tagesordnung, die „W e l t p o l i t i k" und die „V e r k e h r s - und Handelspolitik" Aba Singer sprach über die Weltpolitik, die er auf das Entscksiedenste geißelte. Insbesondere erhob er energischen Widerspruch gegen die „abenteuerliche, gewaltsanie China- Politik" der Regierung, die für das Volk schwere Gefahren Herbeifuhre und ungeheure Opfer an Gut und Blut erfordere. In den ohne Befragen der Volksvertretung vorgenommenen Truppensendungen nach China sowie in der Verwendung der hierzu erforderlichen Geldmittel erblicke der Patertag einen verfassungswidrigen und daher ungesetzlichen Akt der Regierungsgewalt. Der Parteitag erkläre den sofortigen Zusammentritt des Reichstages für geboten, um den Vertretern der Arbeiterklassen die Möglichkeit zu schaffen, die absolutistische Gewaltpolitik der Regierung sowie die „volksfeindliche" der anderen Parteien zu brandmarken, die der Mißachtung der Volksvertretung und dem persönlichen Regiment Vorschub leisteten.
Heber die Verkehrs- und Handelspolitik referierte Calw er, der die Uebernahme der Eisenbahnen auf das Reich, eine weitgehende Ermäßigung der Person e n t a r i f e und den Ausbau eines deutschen Wasserstraßensystems verlangt. Weiterhin fordert er die Ablehnung aller Zölle und Zollerhöhungen auf Lebensmittel und eme yandelsver tragspolitik, die den freien Weltverkehr fördert. Zwm Schluß verlangt Calwer die Verwerfung aller zollgesetzlichen Maßnahmen, die einen engeren handelspolitischen Anschluß Deutschlands an andere Staaten erschweren.
Bevor man über diese beiden Punkte der Tagesordnung in die Besprechung eingetreten war, sprach der Abg. Auer nochmals über die Organisation der Partei wobei er den Frauen ba§> Versprechen gab, daß sie als gleichberechtigt in der Partei behandelt werden sollen. Er habe anfänglich die Anträge mißverstanden- nachdem er sie aber nochmals gelesen, müsse er sagen, daß das, was die Genossinnen verlangten, berechtigt sei'
Tn man sämtliche Arbeiten des Kongresses erst erledigen will, ist der Kommers, mit dem der Parteitag endigt, vom Mittwoch auf den Donnerstag verlegt worden
vorgestern wiederholt Verhandlungen gepflogen und von Kommerzt'enrat Mchel für seine Person den Arbeitern einige Zugeständnisse gemacht, ledoch unter dem Vorbehalt, daß die übrigen, teilweise von hier abwesenden Mitglieder des Direktoriums und des Vorstandes auch ihre Zustimmung geben Diese Zustimmung war bis gestern abend noch nicht emgetrosfen und so be chloß man, morgen weiter zu streiken Der Aus- stand dauert bereits sechs Wochen. 8 ' " ^er 2luö'
Kaff-l, 17 September. Der Ausstand der Maurer, welcher nunmehr nahezu drei Monate angedauert hat, ist mit dem heutigen Tage hier beendigt, nachdem eine Versammlung der Streikenden n-a-rn
di°A.b°it ,u ben Eiterigen auszunehmen.
”, September. Daily Telegraph» meldet aus Neu-- York: Gestern fand eine Versammlung der Grubenarbeiter statt an der über 10 000 Personen teilnahmen. Nachdem der Hauptredner 'geendet wurde über den Eintritt in den Ausstand abgestimmt, wobei eine Mehr'
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betreffend: Feidbereinigong deS ans dem rechte« Lahnufer liegende« Teils der G-«arka«g Gieße».
Nachstehende Bekanntmachung de, Großh. Brreinlgungrkommiss-irr wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Ardetterdewegrmg.
Mainz, 16 September. Der Ausstand in den hiesigen ^kommende Woche noch anhalten. Zwischen dem Chef der Lederwerke und der Lohnkommission wurden gestern und
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der Kess. ^Landes-Lotterie
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Ukkdillgilllg von Maurer- ll. Erdarbeiteu.
Die Herrichtung der Sohlfaffung des Stadtringgrabens und die lieber* Wölbung desselben zunächst der Südanlage, auf 40 m Länge, ferner die Uebersüllung des Gewölbes mit Grund (ca. 800 kbm) und das Planieren des L tztersn soll Dienstag, 25. Sept. d. I., vormittags W/g Uhr, öffentlich vergeben werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bet uns aus Zimmer Nr. 7 offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, 17. September 1900.
Das Stadtbauamt.
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wird dies mit dem Anfügen zur Kenntnis .der Besitzer der vorgenannten -Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung derselben
bei der Stadtkaffe Hieße«,
bet dem Bankhaufe Keichet-elm in Hieße«, und
bei der Wittetdent,chen Kreditbank in Arankfutt a. M.
»a? ,ann' ^orote die Verzinsung mit dem 1. Januar 1901 aushört.
Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Nachfolgenden, in den vorher, gehenden Jahren ausgelosten Obligationen: y
Lit. M, Nr. 117 über 1000 Mk.
Da der in der Versammlung der beteiligten Grundeigentümer vom 23. v. Mts. zum Sachverständigen gewählte Georg Simon zu Gießen die auf ihn gefallene Wahl abgelehnt hat, so hat eine Ergänzunqswahl stattzusinden.
Ich lade daher in Gemäßheit des Art. 16 des Gesetzes vom 28. September 1887 sämtliche beteiligten Grundbesitzer zur Wahl eims Sachverständigen auf Dienstag den 9. Oktober l. Js., vormittags 10 Uhr, in der Turnhalle, Steinstraße 3, zu Gießen ein.
Bei dieser Wahl hat jeder anwesende beteiligte Grundeigentümrr Ä? S"mme. Zur Giltigkeit der Wahl ist eine Mehrheit von zwei Dntteilen der Anwesenden erforderlich und unter dieser Voraussetzung Nichterschienener* Beteiligten verbindlich. Kommt eine giltige 9 lihVÄ €? ?tande, so hat Großh. Mnisterium des Innern, Abt. für rtschaft, Handel und Gewerbe, den Sachverständigen zu ernennen. Friedberg, 10. September 1900.
Der Großh. Beretnigungskommiffär. ___________ Süffert, Regierungsrat.
Bekanntmachung^
voraenommenen vlanmäüi^n^ ^""6 der Stadtverordneten-Versammlung
zogen worden: W ' 894 unb 1895 Rnb folgende Stücke Be<
Gießen, den 15. September 1900.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießm.
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