Ausgabe 
20.9.1900 Erstes Blatt
 
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Nr 220

Erstes Blatt

Anrts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gießen.

«Se Anzeigm-BermittlmizSstelle« M In- unk y-ffriM «Ehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgey®, Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., au-rvärlS 20 Pf,.

Beet.**« M «U,eigen zu bec «»chmittagS für be$ Iq «^chetnentzen 9lum»er Ml sann. M S-e, ipÄießcnS *s*M »Lvcher.

Kezugsprei« vierteljährl. Mk. »M monatlich 75 Pfg. mit Bringerloho; durch die AbholeftelM vierteljahrl. Mk. LM monatlich 66 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 viertelj-HE mit Bestellgeld

Viewfrewt M««UN»ütütter twjbsrt Mm Anzeiger ta ,Heff.

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Donnerstag de« 20 September IS». Jahrgang > <»<>«,

Gießener Anzeiger

General-AnMger

WffPidiiiov und DrneKrei: Kr. 7.

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GraKsdrilazm: Gießener FamitieMStter, Der tzeWtze Landwirt, Klätter für hrUfche UMskundr.

«dreffe für Depeschen: Anzeiger chichg», Fernsprecher Rr. 5L

Gießen, den 19. September 1900.

unserer Stadt ist uns bisher nichts bekannt geworden.

alt: 1. Preis (70 Mk.): Wilh. Friedr. Koch, Gutspächter- Hof-Haffelheck; für Sauen, 812 Monate alt: 3. Preis (20 Mk.): Derselbe; für Sauen, über 12 Monate alt: 3. Preis (25 Mk.): Derselbe; für Große Sammlungen (Mn Landwirten und Zuchtvereinigungen mit mehr als 5 Zuchtsauen), bestehend aus 2 Ebern und 6 Sauen über 6 Monate alt: Friedrich Koch-HosHaffelheck bei Bad Nau­heim; für Sauen, über 8 Monate alt: 1. Preis und An- erkennung: HanS Burger, Hofgut Konradsdorf bei Büdingen. ^umu, uu w. y. ucn Wrovyerzog »etietos-xcie- öberamtmann Hoffmann Hofgüll, außer Konkurrenz, erhält gramme gesandt und dankende Antwortdepeschen erhalten Ntr Klasse 16 höchst ehrenvolle Anerkennung für eine I haben. Von einer gleichen Kundgebung der Verwaltunq Sammlung weißer Edelschweme. I unserer Stadt ist uns bisher nichts bekannt geworden.

** Das Regierungsblatt Nr. 65 vom 15. September enthält die Pferde-Aushebungs-Vorschrift (Pf.-A.-V.).

** Personalnachrichteu. Der Kreisdiener bei dem Kreis­amt Friedberg Jakob Speyer wurde auf sein Nachsnchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober l. Js. an in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit Schwertern verliehen.

Zum Tode des Prinzen Heinrich. In auSwärtigrn Blättern lesen wir, daß die Verwaltungen der Städte Darmstadt und Mainz aus Anlaß des Ablebens des Prinzen Heinrich an S. K. H. den Großherzog Beileids-Tel e-

Avonnemertts-Einladrmg.

Die stetig wachsende Abonnentenzahl des

Gießener Anzeigers

darf wohl als bester Beweis dafür gelten, daß derselbe den Anforderungen der Jetztzeit Rechnung zu tragen Lersteht.

Er wird auch weiter weder Kosten noch Mühe scheuen, seinen Beruf als größte Tageszeitung Ö6er= Hessens zu erfüllen und gern jede Gelegenheit ergreifen, die Interessen der gesamten Bevölkerung der Provinz Ivahrzunehmen.

Durch die volkstümlich gehaltenen Beilagen:

Gießener Familienblätter, Hessischer Landwirt und Blätter sür hessische Volkskunde kommt die Zeitung den verschiedenartigsten Wünschen und Interessen ihres Leserkreises entgegen.

Wir ersuchen namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post bezw. den Zweigstellen baldgefl. aufgeben zu wollen. Ueohilljlltretendr hiesige Atollueükkn erhalten vom Sage der Kesteilvag bis 30. Sex. remver den Anzeiger kostenfrei rugestellt. Auch schicken wir jederzeit Probe-Nummern postfrei nach auswärts und ersuchen alle Freunde des Gießener Anzeigers, ihre Bekannten darauf aufmerksam zu machen.' Unseren hiesigen Lesern werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.

Hochachtungsvoll

Verlag desGießener Anzeiger"

Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben).

In der Gruppe Schafe: für Böcke: 1. Preis: Ober­amtmann Hoffmann-Hofgüll bei Lich; 2. Preis: Duchardt- Grünberg; für Schafe: 1. Preis: Oberamtmann Hoffmann- Hofgüll bei Lich; Anerkennung: Duchardt-Grünberg: für I Schaf: 1. und 2. Preis: Duchardt-Grünberg.

Die aus Rindvieh nach Oberhessen gefallenen Preise sind im amtlichen Teile unseres Blattes bekannt gegeben I worden.

In der Gruppe Ackerbau für Braugerste (Markt­ware) 4 Kilo Körner, außerdem Aehrenbüschel (100 Aehren): Gr. silb. Med.: Karl Bopp-Reichelsheim (Wetterau), für Braugerste; für Kleesamen: Gr. silb. Med.: Freiherrlich Riedesel'sches Gut, H. Backhaus, Gutspächter, Rudlos, Kr. Lauterbach; Klasse 2: Winterweizen, 4 Kilo Körner, außer­dem Aehrenbüschel (100 Aehren): Kl. silb. Med.: Heinrich Alles, Gutsbesitzer, Ober-Florstadt; Diplom: Freiherrlich Riedesel'sche Gutsverwaltung, Oberverwalter Stockhausen; Diplom: Joh. Schuld-Staden; Klasse 3: Gr. silb. Med.: Freiherrlich Riedesel'sche Gutsverwaltung, Oberverwalter Stockhausen; Klasse 5: Kl. silb. Med.: Freiherrlich Ried­esel'sche Gutsverwaltung, Oberverwalter Stockhausen; Dip­lom : Georg Philipp Schuch, Klein-Karben. Kortoffeln zum Speise- und Brennereigebrauch; Gr. Med.: I. Rothermel, Groß-Breitenbach; Diplom: Karl Bopp, Reichelsheim, Wetterau; für Hülsenfüchte aller Art, je 4 Kilo Körner: Kl. silb. Med.: Schickert, Schniftenbergerhof; für Hanf und Flachs, Büschel von 1 Kilo: Diplom: Karl Schay, Ober- Moos; für Korbweiden, ungeschälte, in Büscheln von 100 Stück: Kl. silb. Med.: Karl Schay, Ober-Moos, Franz Bock I., Heppenheim: Ehrenpreis (50 Mk.) der Stadt Gießen, Landwirtschaftliches Kränzchen Alsfeld: Ehrenpreis (30 Mk.) der Stadt Offenbach, Trautmann, I Bürgermeister, Rimbach, insbes. für Roggen: Ehrenpreis (30 Mk.) der Stadt Gießen, Freiherrlich Riedesel'sches Gut, Backhaus, Rudlos: Ehrenpreis (20 Mk.) der Stadt Offen­bach, Landw. Konsumverein Spiesheim: Ehrenpreis der Stadt Gießen.

In der Gruppe Obstbau. In Klaffe 7. Bester Sortiment der gangbarsten und schmackhaftesten Marktfrüchte, nur von Hochstämmen: Kl. silb. Med.: Wehrheim XL, Phil-, Rodheim v. d. H. In Klaffe 8. Die beste (nicht sortenreichste) Leistung aus 15 Obstsorten: Gr. silb. Med.: Fink, Otto,Zur alten Post", Vilbel. Kl. silb. Med.: Johner, Martin, Rödgen b. Bad-Nauheim. In Klasse 10. Geschmackvollste und zweckmäßigste Verpackung für Kernobst: Ehrenpreis des Oberhessischen Obstbauvereins: Hws- berg, Otto, Langenau. Kl. silb. Med.: Göbel, Gustav, Baumwart, Bellersheim. Diplom: Müller, Adolph, Baum- wart, Bellersheim. In Klaffe 11. Diplom: Dockendorf, Pfarrer, Gießen. In Klasse 14. Schönstes Sortiment Beerenobft. Gr. silb. Med.: Feuerbach, August, Ober- Wöllstadt. In Klaffe 20. Kl. silb. Med.: Ortsgruppe des Oberhessischen Obstbauvereins Butzbach. In Klasse 22. Aepfelwein. Gr. silb. Med.: Mengel, August, Nidda. Kl. silb. Med.: Schuch Ww., Wilhelm, Klein-Karben. In Klasse 27. Aepfelwein. Gr. silb. Med.: Philippi, W., Melbach. Kl. silb. Med.: Schmid, G., Reichelsheim, Wetterau; Rullmann, H., Nidda. Diplom: Hensel, Karl, Dortelweil; Schäfer, Christian, Bad-Nauheim. In Klosse 30. Obstbranntwein. Diplom: Hahn, Gg., Bellersheim.

Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte: Feld- und Wiesenbaugeräte: Kl. silb. Med.: A. I. Tröster, Butzbach, Diplom: August Mengel, Nidda; Molkereigerätc: Diplom: Chr. Langbein, Butzbach.

I die anderen aber erblicken in dem Anrufen des amerika- I Nischen Geldmarktes einen finanziellen Vorteil für das I Reich, znmal das Geld bei dem jetzigen Diskontsatz sich I schwerlich zu einem niedrigeren Zinssatz hätte beschaffen I lassen und die Aufnahme einer Anleihe oder die Be- I gebung von Schatzanweisungen in Deutschland den gegen- I wärtig auf unserer 3 und 3 ein halbprozentigen Reuhs- I und Staatsanleihe lastenden Druck verschärft haben würde. I Derartige Finanzgebahrungen stehen zu sehr unter bem' I Einfluß des jeweiligen Standes des Geldmarktes und I mancherlei anderer Faktoren, als daß sie zur Partei- I frage gemacht werden könnten, und Wan kann die An- I gelegcnheit deshalb, soweit sie die Frage betrifft, ob die I Deckung des Geldbedarfes des Reiches praktischer der I amerikanischen oder der deutschen Finanz hätte übertragen I werden können, auf sich beruhen lassen. Was die Geld- I aufnahme an sich betrifft, so wird von bestunterrichteter I Seite mitgeteilt, daß es sich nicht, wie es bisher immer 1 hieß, um Schatzanweisungen handelt, sondern um 80 Mill. I Mark der zur Verfügung stehenden, etatsmäßig be- I willigten Kredite. Nach der dem Reichstag in der I letzten Session vorgelegten Denkschrift über die Ausführung I der seit Bestehen des Reiches erlassenen Anleihegesetze be- I zifferte sich Ende Oktober 1899 der Gesamtbetrag der zur I Verfügung stehenden Anleihe - Kredite auf netto I 2,236,226,744 Mark 57 Pfennig. Davon wurden realisiert I 2,168,647,742 Mark 80 Pfennig. Für das Jahr 1900, also I das laufende Etatsjahr, sind nach Maßgabe des Etatsge­setzes hinzugekommen 72,620,029 Mark, die der Reichs­kanzler ermächtigt ist, wie auch die vorerwähnten, noch zur Verfügung stehenden' Kredite, zur Bestreitung ein- maliger, außerordentlicher Ausgaben der Verwaltungen des Reichsheeres, der Marine und der Reichs­eisenbahnen im Wege des Kredits flüssig zu machen.

Ganz so überraschend, wie einige Blätter behaupten, ist übrigens einzelnen Börsen- und Bankkreisen der Ab­schluß der Begebung mit dem amerikanischen Bank-Kon- ! sortium doch nicht gekommen. Verhandlungen zwischen den I amerikanischen Banken und zwei deutschen Banken haben I thatsächlich schon seit einigen Tagen stattgefunden; aller­dings war inan bemüht, bis zum Abschluß der Verhand­lungen hierüber möglichst wenig in die Öffentlichkeit gelangen zu lassen, und schreckte in diesem Bestreben selbst vor einem ausgesprochenen Dementi nicht zurück. Man mag im übrigen sich jetzt zu der vollendeten Thatsache stellen wie Man wolle; jedenfalls gewinnt die finanzielle Transaktion des Reichsschatzamtes ihre ernsteste Bedeu­tung gerade durch die gegenwärtigen gespannten poli­tischen Verhältnisse. Man kann ruhig zugestehen, daß die Regierung, nachdem die vorhandenen Ueberschüsse für die Bestreitung der Kosten der chinesischen Expedition auf­gebraucht sind, sW jetzt in die direkte Zwangslage ver- I setzt sah, weitere Mittel durch Anleihekredite flüssig zu Machen.__________________________________

Landwirtschaftliche Landesausstellung.

ff. Darmstadt, 17. September.

Aus Oberhessen erhielten Preise in der Gruppe Pferde; a) Wagenschlag: für Hengst-und Stutfohlen, im Jahre 1897 geboren (3jährig), selbstgezogen und noch im Besitze der Züchter 1. Preis (100 Mk.): Georg Dietz-Niederweisel; für Hengst- und Stutfohlen, im Jahre 1897 geboren (3jährig), durch den Landespferdezuchtverein eingeführt oder gekauft und mindestens 6 Monate im Besitze des Ausstellers 1. Preis I (100 Mk.): Wilhelm Straßheim-Griedel, b) Wagenschlag: I für Stuten, vor dem 1. Januar 1897 geboren, nachgewiesen I gedeckt oder mit im Jahre 1900 geborenen Fohlen: Ehren- I preis des KreiSausschusses Oppenheim (120 Mk.) und I 2. Preis (100 Mk.): C. Hoffmann-Hofgüll; für Hengst- und Stutfohlen, im Jahre 1898 geboren (2jährig), selbst- I gezogen und noch im Besitze der Züchter: 1. Preis (70 Mk.): I Oberamtmann Hoffmann-Hofgüll; für Hengst- und Stut- I fohlen, im Jahre 1897 geboren (2 jährig), durch den Landes- I Pferdezuchtverein eingeführt oder gekauft und mindestens I 6 Monate im Besitze des Ausstellers: 3. Preis (40 Mk.): I Oberamtmann Hoffmann-Hofgüll.

In der Gruppe Schweine: für Eber, über 12 Monate I

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen.

Montag den 24. September d. Js. findet die Ueberweisung der neuen Grundstücke und die Versteigerung der Massegrundstücke vom 1. Felde statt.

Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am Bureau der Grotzherzogl. Bürgermeisterei Daubriugeu, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen bekannt ge­geben werden.

Die Ueberweisung erfolgt unter folgenden Bedingungen: 11 A^orationSarbeiten können auf den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden;

2. Eigentumsveränderungen, die infolge der Aus­führung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen, sowie des Bau^ der Nebenbahn LollarLondorf innerhalb rutl9 d^ser Arbeiten notwendig werden,

l t. l , "euen Eigentümer dulden. Ein hier­durch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitäts- wert vergütet, bezw. zugeschrieben.

Friedberg, 14. September 1900.

Der Großherzoglich,e Bereinigungskommissär: Süffert, Regierungsrat.

Politische Tagesschau

Die Begebung von 80 Millionen Anleihe in den Vereinigten Staaten von Norda-merika wird auf bas lebhafteste kommentiert, und man kann dabei die Wahrnehmung machen, daß über die Zweckmäßigkeit dieser Begebung an das Ausland die abweichendsten Ansichten herrschen. Die einen tadeln es, daß die Regierung so viel Rücksicht auf die innerhalb der letzten Monate in die Erscheinung getretene Versteifung des deutschen Geld- nrarktes genommen hat, und sehen in dem Verfahren der Regierung ein geradezu beleidigendes Mißtrauen in die Opferwilligkeit und den Patriotismus des deutschen Volkes,