Ausgabe 
20.5.1900 Drittes Blatt
 
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bas 1739, ein Jahv vor dem Regierungsantritt, in Rbeinä-. berg gemalt wurde, eins der besten Bildnisse des Könias dessen Genius eine würdige und gewiß seinen Neiaunae» entsprechende Huldigung bereitet ward in diesem deutschen Hause am Seinestrand!-- '

Andere Zeiten, andere Aufgaben! Von Friedrich d Gr zur Gegenwart und ihren Anforderungen wie Befriediaunc» derselben auf sozialem Gebiet bedarf es nur weniaer Schritte. Ein größerer Raum des ersten Stockwerkes dieses deutschen Hauses ist der sozialen Wohlfahrtspflege aewid- met, und Architekt Bernhard Schaede, Lehrer am Berliner Kunstgewerbe-Museum, hat es verstanden, diesen Saal auf ebenso eigenartige wie künstlerische Weise auszuschmücken und ihm, ich möchte sagen, etwas Feierliches, Kirchlichem zu verleihen, das sich ja durchaus mit seinem Zweck ver> eint. An der Decke breitet eine Sonne ihre verklärende,!

I Strahlen aus, an den Wänden wird in allegorischen Tar- I stellungen die Nächstenliebe verklärt, und die schaffende | Arbeit gerühmt, auch die prächtigen Glasfenster weisen I weibliche Jdealgeftalten der Religion, Geduld und Gerech- I tigkeit auf alles ist warm und liebreich, zuweilen sehr I Phantastisch empfunden, und wird diesem begabten Maler- I Architekten den Beifall weiter Kreise eintragen. Tie Aua.

stellung selbst zerfällt in Druckschriften, statistische Mit­teilungen und hauptsächlich in bildliche Darstellungen der mannigfachsten Wohlfahrtsanstalten seitens der Staaten bestimmter Vereinigungen und Privater, wobei es sich in erster Linie um gesunde, zweckmäßige Arbeiterwohnungen, um Einrichtungen zur geistigen und moralischen Förderung der Arbeiter, um öffentliche oder private Veranstaltungen im Interesse der Wohlfahrü der Bürger (Mädchenheime, Haushaltungsschulen, Lebrlingsherbergen, Kindergärten' Krieger-Asyle, Volks- und Sommerheime rc.) sowie um

! öffentliche Armen- und Krankenpflege (Erziehungsanstal ! ten, Asyle, Krankenhäuser rc.) handelt. Verschiedene dieser sozialen Veranstaltungen werden sehr geschickt durch kleinere Dioramen veranschaulicht, so die Arbeiteransied­lung der Kaiserl. Torpedo-Werkstatt in Friedrichsort bei Kiel, die Krupp'sche Jnvaliden-AnsiedlungiAltenhof" in Essen, das Kinderheim dev Schultheißbrauerei in Dessau und das Mädchenheim der Königl. Munitionsfabrik in Spandau.

Mehrere Räume dieses oberen Stockwerkes sowie die sämtlichen des Erdgeschosses werden von dem Buchgewerbe und seinen Abzweigungen eingenommen, und auch hier ist der dekorative und praktische Rahmen der Zimmer ein sehr gefälliger und gediegener. Außerordentlich gute Leistungen finden sich unter den photographischen und photomechanischen Vervielfältigungen sowie den Bunt­drucken vor, worin Deutschland zum mindesten die besten Erzeugnisse des Auslandes erreicht; was Buch- und Bunt­druck, Buchbinderei, Papierfabrikation, Holzschnitt und Autotypie in fast einziger Weise zu leisten vermögen, be­weist die bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienene und dort hergestellte chinesische Ausgabe des vom Fürsten Uch- tomsky verfaßten russischen Prachtwerkes der Weltreise des Zarewitsch (jetzigen Kaisers Nikolaus), auf dessen Veran­lassung diese nur im wenigen Exemplaren veröffentlichte und nie in den Handel gelangende Ausgabe entstand; das hier ausliegende Exemplar gleicht auf das genaueste jenem, welches im Auftrage des russischen Herrschers vor mehreren Monaten dem chinesischen Kaiser feierlich überreicht wurde eine seltene Ehrung des deutschen Buchhandels und Buchdrucks. Auch der in der deutschen Reichsdruckerei in Berlin gefertigte Amtliche Katalog der deutschen Beteili­gung an der Weltausstellung ist hier rühmend hervorzu­heben, es ist ein Werk, das wegen seiner Ausstattung wie Abfassung seine bedeutsame Geltung behalten, und deutschem Fleiß wie deutscher Gründlich- und Geschicklichkeit über die Pariser Ausstellung! hinaus zum Ruhme gereichen wird.

I bespannt, soweit nicht weifte» Holztäfelungen mit Silber- I ranken zur Verwendung gelangten, weiß mit reichsten, graziösen silbernen Verzierungen ist auch die Decke ge- I halten, die um den koketten Porzellan-Kronleuchter das I bekannte Spinngewebe aus dem Musikzimmer in Sanssouci | Zeigt, desgleichen weisen die Polstermöbel silbergrauen Sei- I denbezug auf mit versilberten Holzteilen, der Marmor- I kam in mit silberumrahmtem Spiegel ist demjenigen des I Bibliothekzimmers in Sanssouci getreu nachgebildet. Tie- I sem eben erwähnten Gemach zum Teil nachgestaltet wurde I oer links vom Salon liegende ovale Raum mit seinen I Wandschränken in Cedernholz, seiner zartgrauen Seiden- I tapete über der unteren, von goldenen Leisten durchzogenen I Holzbekleidung, der goldumrahmten rosa Decke mit dem I Kronenleuchter aus dem Geburtszimmer Friedrichs und I den die gleiche rosa Farbe zeigenden Seidenplüsch-Sesseln. I Das sich rechts ani den Salon schließende Zimmer weist I rotseidene Tapeten auf, hellgrau mit Gold ist die Decke, die I Sitzmöbel sind mit grüner Seide bezogen, von edlen For- I men ist der grau gesprenkelte Marmorkamin. Ein viertes, | kleines Zimmer, dessen Fensterzur Ostseite hinausgeht, I macht mit seiner Täfelung aus Cedernholz den grünen I Seidentapeten, dem sehr zierlichen, vergoldeten Brouze- I Kronenleuchter und den mit lachsfarbener Seide über- I zogenen Polsterstühlen einen gleich intimen und reizvollen I Eindruck wie die übrigen Räume.

Ein beträchtlicher Teil der in diesen vier Gemächern I verteilten Möbel darunter eine prachtvolle Standuhr I im Regence-Stil mit Apollo als Bronzeaufsatz, ein Doku- | mentenschrank mit Uhr, mehrere Kommoden in Cedernholz I mit silbernen Beschlägen und Amethyst-Platten, Spiel- und I Arbeitstische, Wandarme aus versilberter Bronze, ein I Notenpult aus Schildpatt, dann geschnitzte und vergoldete I bezügl. versilberte Sitzmöbel, mehrere Vasen aus Porphyr, I Onyx und Marmor mit vergoldeten Bronzen, stammt noch aus dem Besitz Friedrichs d. Gr., wobei hervorzuheben ist, daß nur wenige der Sachen aus Frankreich herrühren, die übrigen aber auf Befehl des Königs in Berlin und Pots­dam von deutschen Kunsthandwerkern gefertigt wurden, wie auch die viel bewundertes Dekorationen und Ausgestal­tungen der Wohnungen Friedrichs d. Gr. im Charlotten­burger und Potsdamer Schlosse deutschen Händen zu l danken sind. Zu diesen alten Möbeln nun gesellten sich j verschiedene neue, dem Stil^der übrigen sich durchaus i anpassend und meisterhaft gelungen, ebenso wurden die Seidentapeten nach den vorhandenen Mustern gewebt und die Holzbekleidungen der Wände nach den Vorbildern in Potsdam und Sanssouci gearbeitet.

Den wertvollsten Schmuck aber erhielten die Gemächer durch die reiche Fülle von Friedrich dem Großen erwor­bener Gemälde erster französischer Künstler, eines Watteau, Lancret, Chardin, Coypel, Pater, Loo, Troy, Pesne, im ganzen 31, die zu; den besten und bewundertsten Bildern I der Künstler gehören, und mit Recht den vollsten Neid der I französischen Kenner erwecken. Es sind durchgängig Werke I von hervorragender Bedeutung, ungemein charakteristisch | für ihre Meister, für die französische Kunstrick)tung jener I Zeit, für Kunstsinn und Neigung des großen Königs, der I in den Motiven die anmutigen, lebensfrohen Darstellungen I bevorzugte:der Gegensatz zwischen dem anspannenden, I erschöpfenden Leben des Staatsmannes und Feldherrn und I der heiteren, durch die, Kunst verklärten Lebensfreude ist I es, der Friedrich in diesen Bildern großen Genuß finden I ließ, der auf sein Gemüt eine ähnliche befreiende Wirkung I übte, wie es die Musik that", schreibt treffend in seinem I vorzüglichen, reich illustrierten Kataloge:Die Kunst- I sammlung Friedrichs des Großenf auf der Pariser Welt- I Ausstellung" der Direktor des Berliner Hohenzollern-Mu- I seums, Dr. Paul Seidel, der sich die höchsten und schätzens- I wertesten Verdienste uni diese Friedrich-Zimmer und ihte I ganz vornehme Gestaltung wie Ausschmückung erworben I und damit neue Proben, seines tiefen künstlerischen Ver- I ständnisses und erlesenen Geschmackes abgelegt hat.

Von Skulpturen konnten mit Rücksicht auf die Trans- I Portschwierigkeiten nur wenige hier Aufstellung finden, I unter ihnen Hondon's ausdrucksreiche Marmorbüsten des I Prinzen Heinrich, Bruders Friedrich's, und Voltaire's, I welch' letzteres Werk im Auftrage des Königs 1781 der I Berliner Akademie der Wissenschaften als Geschenk über- I wiesen wurde. Den großen König finden wir in einer I Bronze-Statuette Gottfried Schadows verkörpert, ihn in I älteren Lebensjahren, von seinen Windspielen begleitet, I zeigend, und in Pesne's oft nachgebildetem Jugendporträt,

der Gurra ihre schwermütigen Weisen, Italiener und Jta^ lienerinnen versichern zur Guitarre und zum Tambourin noch immer, daß es in Santa Lucia am schönsten sei, un­garische Geiger wetteifern mit norwegischen und deutschen glücklicherweise verschonen uns englische Ladies mit ihrem Gesänge!

DasDeutsche Haus", wie es bescheiden genannt wird, hat seinen Platz erst in der Mitte der Straße der fremden Nationen erhalten, zwischen dem braunen Holzpavillon Norwegens nnd dem palastähnlichen Bau Spaniens, die beide leider so weit vorgerückt sind, daß sie von rechts! und links die Fernsicht auf dieses deutsche Heim erheblich beeinträchtigen. Desto überraschender und gewinnender ist der Anblick vom anderen User des Flusses, von diesem selbst, und auch wenn man unmittelbar davor steht buntfarbig und fröhlich-stattlich und gefällig ist der Ein­druck, der sich noch verstärkt, wenn man die vielen, trefft lichen Einzelheiten näher betrachtet. Regierungsbaumeister Johannes Radke, der in dem Wettkampfe den ersten Preis und daneben die Zustimmung des Kaisers gewonnen, wählte den kernig-ansprechenden Baustil des 16. Jahrhun­derts, wie wir ihn aus Nürnberg und anderen alten deut­schen Städten kennen, und er wußte hierbei Gediegenheit mit Anmut zu verbinden. Frisch und heiter ist alles an diesem Hause, das uns mit den zierlich ausgeschnittenen Giebeln, den spitzen, roten Ziegeldächern, den Erker- und Ecktürmchen, auf deren vergoldeten und patinierten Kup- ; J)eln die Sonne so lustig blitzt, mit den braunen Balken- ! lagen zwischen den weißen Wandflächen, welche R. Böhland mit in ihren Motiven der deutschen Sagenwelt entnomme­nen Malereien schmückte, sowie dem 75 Meter hohen, schlanken Uhrturm gleichsam wie ein lieber und trauter ©ruft aus der deutschen Heimat berührt, aus deren eigen­stem unv kernigstem Sein es entstanden ist. |

Das Innere ward mit erlesenem Kunstsinn und mit Benutzung des besten Materials ausgestattet; auch hier I aalt es, zu zeigen, was deutsche Künstler, was deutsche I Kunsthandwerker und mannigfachen Zweigen angehörende I Firmen in der Gestaltung und Verzierung der verschie- I densten Räume zu leisten vermochten. Prächtig und schön- I heitsvoll ist das Treppenhaus mit dem von Gustav Wittigs stammenden, sehr gelungenen Deckengemälde, den beiden I ^ugenb und Alter verkörpernden Wandgemälden von Pro­fessor Gußmann und dem einen Frühlingsfestzug zeigenden I farbenreichen Glasfenster von A. Lüthi in Frankfurt a. M., I sowie zwei äußerst charakteristischen und stimmungsvollen' I Gemälden von Grete Waldau in der dem (Seinequai zu- I liegenden Vorhalle, Mainz vom Rhein aus gesehen, und den Marktplatz von Leipzig darstellend, welch beide Städte I als Buchdrucker- bezüglich Buchhändler-Heimstätten ge­wählt wurden, da ein Teil des Hauses den Ausstellungen I des Buchdrucks und Buchhandels sowie der photographi- I scheu und vervielfältigenden Künste eingeräumt wurde.

Zwei in bayerischem Marmor gefertigte Treppen, zwi- I scheu deren Spangen auf mit purpurrotem Sammet aus- I geschlagenem Sockel eine lebensgroße Marmorbüste Kaiser Wilhelms II. aufgestellt ist, führen zu dem oberen Stock­werk, in welchem nach der Seine zu die Repräfentations- I und Festräume liegen, die auf Veranlassung des deutschen I Kaisers der Erinnerung an seinen großen Ahnen, den I Zweiten Friedrich, geweiht wurden, dessen rege Beziehnn- I gen zu französischen Künstlern, dessen tiefes Verständnis I für französische Kunst zeigend. Als man zuerst von diesem Plan hörte, fehlte es nicht an allerhand kritischen Bemerk- I ungen und an erstauntem Kopfschütteln: wie, sagte man I sich, in dem Hause des deutschen Reiches will man den I Franzosen französisch kommet,werden sie da nicht sagen: Seht nur, das Beste, was habt und was Ihr in Paris zur Schau stellen könnt, das habt Ihr ja von uns!"?< Gewiß lag in diesen Bedenken manch wahres, aber jetzt, nachdem man gesehen, wie diese Salons ausgestattet sind, welche Triumphe das deutsche Kunsthandwerk dabei feiert, welch vornehmer Geschmack entwickelt wurde seitens unserer Architekten und der sonstigen beteiligten Kräfte, da kann man nur ungeteilte, herzliche Freude empfinden, daß die kaiserliche Idee verwirklicht und zwar so ausgezeichnet ver­wirklicht wurde, wie es geschehen.

Denn man vermag kaum einen lauten Ausruf der Be­wunderung zu unterdrücken, wenn man vom Treppenflur aus den ersten und zugleich größten Salon betritt, über dessen Thür draußen das von allegorischen Wandmalereien umrahmte goldene Medaillonbildnis Friedrichs d. Gr. an­gebracht ist. Die Wändes sind mit gelben Seidentapeten

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