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20.4.1900 Erstes Blatt
 
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1900

Freitag den 20. April

Erstes Blatt.

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und dort von der Prinzessin Marie von Meiningen begrüßt worden. c

Nach einer Standard-Meldung wird KarserWil- h e l m der am 2. August in C o w e s stattfindenden Regatta beiwohnen und zu gleicher Zeit eine Begegnung mit der Königin von England haben.

Ter K a i s e r hat der Prinzessin V i k t o r r a M a r- aarete von Preußen, ältesten Tochter des Prinzen und der Prinzessin Friedrick) Leopold von Preußen, den Luisen-Orden mit der Jahreszahl 1813/14 verliehen.

Minister v. Thielen, so erzählt man sich, wird mit Bestimmtheit nach Ablauf der jetzigen Session des Abgeordnetenhauses aus dem Staatsdienst aus-

bt wändet., . t ,

Gegen die Handlangerpolitik der portugre-> Isiichen Regierung macht im Lande die energische Dotestbewegung immer mehr Fortschritte, die freilich die 1 von England wahrscheinlich bestochenen Machthaber mit allen Mitteln zu unterdrücken suchen.Wolfis Bu- xrau" berichtet am Mittwoch aus Lissabon folgendes: Der tksiaen Teleqraphen-Berwaltung wurde untersagt, Syrn- >il like-Telearamme der republikanischen Partei m Lissabon km Dr. Leyds und den Angehörigen des gefallenen Ltersten Billebois-Mareuil zuzustellen Ein Telegramm

BlattesPatria" aus Oporto meldet, datz die Zensur Her boten habe, dem Tr. Leyds eine ^rndgebung der iortigen Studierenden gegen den ^urchzug britischer trappen durch Mozambique zu übermitteln, sowie ferner liefe Kundgebung den ausländischen Universitäten zu uber- Iküden ati der Kundgebung heißt es, man müsse fest- Wn, daß die portugiftesche Universität nicht an den ver- Ileckberischen Irrwegen der Regierung mitschuldig sei. ^as AE kündigt an, daß e^ Listen für eine Protest^indgebung feiner Leser auflege: Die Namen der Unterzeichner werde ci s odann veröffentlichen.

Staatssekretär Graf Posadowsky reist am 19. April nach Homburg v. d. Höhe, um am 20. die Saal bürg zu besichtigen.

Ter Gesamtvorstand des Alldeutschen Ver­bandes, Ortsgruppe Leipzig,.richtet an Professor Max Müller in Oxford auf dessen (von uns erwähnten) Aeßerungen über den Burenkrieg ein offenes Antwort- schrechem ?n dem es zum Schlüsse heißt.Sie werden füblen daß die große Mutter Germania, deren Herz auch an dem fernsten ihrer Söhne mit heiMer Liebe^^ngt, sich von Ihnen gewendet hat, daß das Tafeltuch Zwischen Ihnen und dem Volke, aus dem Sie stammen, re^Mttew ist und daß Sie kein Recht mehr haben, sich erneu Deutschen zu nennen." (Das geht u. E. denn doch zu weit. Darüber, ob jemand das Recht hat, einen Deutschen zu nennen, hat niemand, auch nicht der All deutsche Verband, zu entscheiden. D. Red.)

Der Staatssekretär des Reichspostamts hat kürzlich angeordnet, daß die Quittungen des Empfänger- bei P o st- n H m p i f n n a en eingeschriebenen Briesen unö Wertbriefen nicht rn^hr das Datum des Empfanges zu tragen brauche. Justizrat Staub weist nun in einem Fach blatte darauf hin, daß diese Neuerung für den Rechts i verkehr nicht ohne Bedenken sei, da die Quittung dadurch in einem wesentlichen Punkt ihren Wert verl2,ert häufig kommt es nicht allem auf den Empfang an sich, sondern auf die Zeit des Empfanges an Es wird sich vielleicht empfehlen, daß die Postverwaltung, wenn sie wirklich dem Empfänger die kleine Muhe der Datierung ersparen will, auf den Ablieferungssc^iN über die S^lle wo der Empfänger unterschreiben muff, bep 2age§iternt).l aufdrücken läßt, sodaß der Empfänger Mit seiner Quittung zugleich auch darüber eine Bescheinigung ausstellt, daß er die Sendung an dem Tage, auf den der Poststempel lautet, I empfang^^h^m Gregorianischen Kalender fällt in diesem Jahre e i ii S ch a l t t a g a u s, der nach dem Zuliainschen Kalender bestehen bleibt. Dadurch ist, wie dieNorrd. Allg. Ztg." mitteilt, der bisher 12 Tage betragende Zettunter- I schied zwischen dem Gregorianischen und dem ^ulianischett Kalender bei Festsetzung von bestimmten Terminen wie auch von allen Jahres- und Gedenktagen um einen Tag I vermehrt worden. So wird z. B. der bisher auf den I 18 Mai neuen Stils fallende Geburtstag des Zaren von I nun ab am 19. Mai neuen Stils zu feiern sein. Für Ru- I mänien ist durch eine Anordnung der Regierung bestimmt I worden, daß die Familien-Gedenktage des rumänischen

Königshauses wie bisher nach dem Datum neuen Stils I begangen werden. Dagegen sollen die nationalen Festtage I nach dem Datum alten Stils gefeiert werden.

Wie dieNordd. Allg. Ztg." meldet, ist aus Anlaß I des über die Verwaltung der Reichsbank für das ab- gelausene Jahr von dem Reichskanzler erstatteten Berichts I dem Letzteren ein Schreiben des Chefs des Zivilkabinetts zuqegangeu. In demselben teilt dieser im Auftrage des I Kaisers mit, daß der Monarch mit großer Befriedigung I aus den Berichten ersehen habe, die Reichsbank habe es verstanden, den im verflossenen Jahre außerordentlich ge- I steigerten Anforderungen des Geldverkehrs unter zum Teil schwierigen Verhältnissen in vollem Umfange gerecht zu I werden und daneben ein günstiges finanzielles Ergebnis I zu erzielen. Der Kaiser läßt den Reichskanzler ersuchen, den Leitern der Reichsbank und ihren Angestellten feine I Anerkennung für die erwiesene Umsicht und Pflichttreue I auszusprechen. . ,...

Nach einem auf dem 5. polnisch-sozial ist - I ischen Parteitage gefaßten Beschluß wird die polnische I Sozialdemokratie als selbständige Gruppe neben I der deutschen Sozialdemokratie bestehen bleiben.

DasBerl. Tagebl." veröffentlicht em Londoner I Telegramm, wonach die Kap-Kairo-Expedition nach dem Norden des

I von wo gemeldet werde, daß deutsche und ^gif^e^o

I gegeneinander kämpfen und bemerkt zu i f obwohl

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D: Ausnahme deS

Telegramme deS Gießeaer Anzeigers.

P a r i s, 19. April. Nach der gestern in der Notredame- I Kirche für den in Transvaal gefallenen Obersten Ville- I bois abgehaltenen Gedächtnis-Feier riefen eine große I Anzahl Zuschauer, als mehrere Offiziere in Uniform tue I Kirche verließen: Es leben die Buren, nieder mit I England. Polizei mußte einschreiten und die Menge I auseinandertreiben. Mehrere Verhaftungen wurden vor- I genommen. _ z _ . .

London, 19. April. Ein Telegramm aus Pretoria I berichtet, die Transvaal-Regierung sei entschlossen, bei den I Großmächten gegen die Entsendung von K r i e g s - I gefangenen nad) St. Helena zu pr oteftieren. I Sie hat bereits eine große Anzahl Protestbriele in diesem Sinne von den Eingeborenen Transvaals erhalten.

London ,19. April. Oberst Erosion, dem das Kommando am Spionskop nach Außerkampfsetzung des Generals Woodgate übertragen wurde, ist infolge des Be­richtes Lord Roberts über die Vorgänge am Angela aus halben Sold gefetzt worden.

London, 19. April. General Warren ist bereits I gestern morgen durch Kabel von seinem Kommando ab- | | berufen und nach England z u r ü ck b e o r d e r t worden. Seit der Schlacht am Paardeberg, wo Kitchener m Ab­wesenheit von Roberts kommandierte, besteht ern Bruch zwischen Roberts und seinem Generalstabs-Chef, sodaß Kitchener feit jenem Tage nach dem Westen abkon^ mandiert wurde. Roberts .Kritik über das Gefecht lautete: UnnützesBlutvergießen. Auch bei dieser Schlacht soNen Differenzen zwischen den Führern vorgekorn^ men fein, bis Kitchener seinen Willen eines Frontangrifses, durchsetzte. Die Aufregung über diese Enthüllungen ist u n b e s cki r e i b 1 i ch. . . ,

London, 19. April. Aus Ladysmith wird be­richtet: Eine Patrouille der englischen leichten Kavallerie unter dem Befehl eines Leutnants begegnete < Merlen I östlich beim Lager von Elandslaagte einer Bur en-Pa- I trouille, die sich verschanzt hatte und die Engländer, I deren Zahl sich aus 40 Mann beließ erwartete. Sobald I die Engländer der Buren ansichtig wurden, zogen sie sich I zurück Die Buren eröffneten darauf auf die sich zuruck- I ziehenden Engländer ein Feuer, durch das vier Engländer | verwundet wurden. Zahlreiche Eingeborene de - I sertieren ans den Reihen der Buren (?) und erklärten, sie hätten seit der Entsetzung von Ladysmith kein Brot I mehr erhalten. Die Buren haben die Biggarberge mit schweren Geschützen besetzt. Gestern sanden zwischen | den Vorposten neue Scharmützel statt.

New-Bork, 19. April. Die Sonder-Gesandt- I schäft der Burenrepubliken trifft hier Ende Mar I ein Dieses Datium ist mit Rücksicht auf die Ende ^urn I zusammentretende National-Konvention der republikani­schen Partei zur Bestimmung des Kandidaten für die Pra- sidentschaft gelvählt worden. Ein Teil der republikanischen | Delegierten hat versprochen, für eine Intervention seitens! I der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika ern- I zutreten.______

Der Krieg in Südafrika.

lieber die augenblickliche Kriegslage im Süden des I ^rame-Freistaats, wo sich das Interesse nach wie vor kon- I \ intnert, schreibt dieMorning Post": General Bra- I ant hat sich mit dem Rest seiner Division am Sonnadend I

tun Äliwal North nach R oux vill e begeben, wahrschern- I iiÄMm den in Wepener belagerten Teil seiner Division I nientfetien. Die Entfernung von Aliwal North nach Roux- i nllc beträgt etwa 20 Meilen, die von Rouxville nach We- I pener etwa 60 Meilen. Wepener ist ungefähr das Zentum I eines leises, auf dessen Peripherie Aliwal North, Red- I >ersburg und Bloemfontein liegen. Theoretisch ist der I >efte Msgangspunkt für ein Entsatzkorps vielleicht Bloem- I ientein, da ein von dort gesandtes Detachement die Buren I oon chrer Rückzugslinie her anzugxeisen im stände loare. I

jedoch zwischen Bloemfontein und Wepener beträchtliche I Mrenstreitkräste stehen, würde ein auf diesem Wege ge- I ,'MdtLs Korps sehr stark sein müssen, und ferne linke Flanke I niirtk' einem Angriff von Norden her ausgesetzt. Gene- I cal Brabant wird sich wahrscheinlich durch die Wahl ferner I Zilsmarschlinie den Rücken decken und fo manövrieren I rönnen, daß er die Rückzugslinien der Buren vor Wepener I bedroht. General Chermside in Reddersburg vermag I »iefe Bewegung durch einen Vormarsch auf De Wels Korps, I Bet General Brabants Flanke sichern würde, zu unter- I fti^en. Das Resultat dieser Operationen wird vor einigen I 3apeii nicht bekannt fein". .

Nach Meldungen aus Masern verbucht Lord R o - I 5ert die sich von Wepener zurückziehenden Buren I adiuschneiden. Es findet bereits in der Nähe von I Thabauchu ein Kampf statt.

DerTimes" wird vom Ostersonntag aus ^am- I ne cs berg telegraphiert: Karfreitag morgen versuchten I sieBuren unsere linke Flanke zu stürmen, zogen sich aber nadi einstündigem Kampfe zurück. Me berittenen Kap- f(buben sind täglich das Hauptziel der feindlichen Geschütze, decii sind ihre Verluste im allgemeinen überraschend gering infolge der ausgedehnten Stellung, welche die kleine eng- 1 fische Garnison einnimmt. Den ganzen Tag hat Gewehr- feucr auf allen Seiten der englischen Poption ^attgefunden, kroch läßt der Burenangriff scheinbar nach, obwM eine ffvße Zahl neuer Schanzen bei der feindlichen Position

b H t i schon Verluste bei Wepener seit Be- I ginn der Einschließung werden auf 20 Tote und 100 Ver- 1 ^TrotzOder^Wachsamkeit der Behörden zirkuliert in der Le p - Ko l o n i e ein Aufruf der Präsidenten Kruger unb Stein, in dem die Kapholländer aufgefordert wer- dtn sich dem Kampfe gegen die ihre nationale Freiheit börohenden Tyrannen anzuschließen.

Im Sd a a g ist von einer angeblichen englischen Note Mgcn Unterstützung des Fluchtversi^hes des Obersten -(biel seitens eines holländischen Kriegsschiffes nichts bitannt Falls eine solche eintreffen sollte, wird die Re- qkrung eine derartige Anschuldigung kategorisch zuruck- Mi s e n , da Holland trotz aller Freundschaft sur die Buren üifte Neutralität beobachtet. _ .

Der österreichische Minister des Aeuyeren, Gras Go- kllchowsky, beantwortete eine ihm übermittelte Reso- Inilion des deutschen Volksvereins in Ober-Oesteiweich da-

daß eine Friedens - Int e r v e n t i o n dev Sioßmächte betreffs des südafrikanischen Krieges rn- ftfie des bekannten ablehnenden Standpunktes der ena- Aen Regierung derzeit a u s s i ch t s 1 o s sei. Glei^- .Ldtig erklärte Golucksowsky den m der Resolution ^khal- tten Vorwurf von fortgesetzten Verletzungen der Neu- ßilität seitens Oesterreich-Ungarns als vollständig un-

Inlbmt »on «nzoigen zu der nachmittags für den Tag erscheinmden Nummer bi8 vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abendS vorher.

Krusslhrs Keich.

B e r l i n, 18. April. Der Kais er hörte heute morgen den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts von LukanuS, Mittags fand im Rittersaale des königlichen Schlosses die Nagelung und unmittelbar darauf im Kapitelsaale die Weihe der dem Garde-Futzartillerie-Regiment und den Fuß­artillerie-Regimentern Nr. 1 bis 8 und 14 und 15 zu ver­leihenden neuen bezw. erneuerten Fahnen statt. An der Feier nahmen das Kaiserpaar, die Prinzen und zahlreiche Fürstlichkeiten teil. Nach der Feier fand eine Frühstncks- tafel bei dem Kaiserpaare statt.

Der Kaiser wird am Samstag tu Eisenach ern- treffen und von dort am Sonntag und Montag Jagdaus^ flüge zur Auerhahnjagd nady. Wasungen unternehmen. Diese Auerhahnjagden sind, wie derFränk. Kur." schreibt, für den Weimaraner Hof immer mit Schwierigkeiten ver­bunden, denn die für den Kaiser bestimmten Hofequipagen müssen aus Weimar nad)i Wasungen gebracht werden. Viel einfacher wäre es natürlich, aus dem nahen Meiningen die J-agdwagen zur Stelle zu schaffen, umsomehr, da Wasungen ja bekanntlich meiningisch ist, wenn and) die Wasungen umgebenden Wälder, in denen der Kaiser auf die Auerhahnbalz sich begiebt, zum Großherzogtum Weimar gehören. Allein die Spannung, welche seit dem Jahre 1889 zwischen dem Kaiser und dem Meininger Hofe besteht, hat bisher die Bereitstellung der Wagen aus dem Meininger Marstall verhindert. Der Kaiser hat es trotz feiner mannigfaltigen Reisen nach Süddeutschland bisher auch, immer vermieden, Meiningen zu berühren, und nur ein einziges Mal, als er von der Hochzeit des Erbprinzen von Hohenlohe mit der Prinzessin Alexandra von Koburg im Frühjahre 1896 von Koburg aus direkt zur Auerhahn­jagd nach Wasungen fuhr, ist er durch Meiningen gekommen

ÄKS fwk.120.-