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Dienstag den 20. März
Nr. 66 Zweites Blatt
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gSqußsprcis vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Brinc,crlohnr durch die Abholcstell« viertestührl. Mk. 1,9t monatlich 65 Psg.
Bci Postbezug Mk. 2,40 vicneijährt, mit Bestellgeld.
Alke Anzeigen-vermitttungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auSwärlS 20 Pfg.
WiUfÜT“, Expedition und Druckerei:
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»ar, ist erlaubt.
2. Das Handeln auf Straßen., und Plätzen der drei Oute ist verboten.
3. Vieh aus Gemarkungen, in denen die Seuche herrscht, Aiicd nicht zugelafsen.
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Gratisbeilirgen: Gießener FamilienbläUer, Der hessische Landwirt Ktätter für hessische
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4. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des § 328 des Reichsstrafgesetzbuchs und § 66, 4 des Reichsviehseuchengesetzes bestraft.
Gießen, den 17. März 1900.
Großherzogliches KreiSamt Gießen.
v. Bechtold.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Riefet*«
Fernsprecher Nr. 51.
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®u Gießener HewKkelUttrt SMtbni dem Anzeiger <wi Wechsel ont ,Heff. 9«*bn>xrtM m. „Blätter Mr hetz. Volkskunde" ßeigelegt.
Bekanntmachung.
3ttr.: Abhaltung von Viehmärktcn.
Die Abhaltnug des Bi-Smarkts z« im 27. nnb 28. März d. I. wird mit
Einschränkungen gestattet:
1. Vieh, welches an den Markttagen oder vorhergehenden Tagen in den Bezirk der Gemarkungen Meßen, Heuchelheim oder Wieseck eingebracht und daselbst eingestellt wird, muß an diesem ersten Standort mindestens ] Tage lang verbleiben und darf ihn innerhalb der nächsten 14 Tage nach Ablauf dieser Quarantäne nur verlassen, ivenn es nach dem Zeugnis des Gr. Kreisveterinärarztes leine seuchenverdächtigen Erscheinungen gezeigt hat. Von
dieser Quarantänepflicht ist dasVieh nur dann
befreit, wenn es am Markttage auf den Markt gebracht und der tierärztlichen Untersuchung daselbst unterworfen wird. Alle Tiere, die vom
4. Tage vor dem Markt bis zum 2. Markttag eingestellt toerben, sind sofort vom Eigentümer oder Begleiter der Tiere der Ortspolizeibehörde anzumelden; in gleicher Weise ift: der Besitzer des Stalles zur Anmeldung verpflichtet.
Die Einstellung von Vieh, welches auf dem Markt
Bekanntmachung.
Betr.: General-Versammlungen des landwirtschaftlichen Vereins.
Kiehmer Anzeiger
Heneral-Anzeiger
Bekanntmachung.
S8<tr.: Viehmarkt zu Langsdorf am Montag, den 2 6. März 1900.
Die Abhaltung des ViehmarktS zu Längs- d-rf am 26. März d. I. wird unter folgenden Einschränkungen gestattet:
1. Alles nach dem Marktort gebrachte Vieh muß auf den Marktplatz gebracht, und daselbst der veterinärärztlichen Untersuchung unterworfen werden.
2. Geschieht dies nicht, so ist das Vieh quarantäne- pflichtig.
3. Vieh auS Orten, in welchen die Maul und Klauenseuche herrscht, darf nicht aufgetrieben werden.
Zuwiderhandlungen werden bestraft.
Gießen, den 17. März 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Am Mittwoch, 21. d. Mts., vormittags 10 Uhr wird die Generalversammlung des landwirtschaftlichen Bezirksvereins im Lenz'schen Saale (Felsen- teHer) dahier mit folgender Tagesordnung stattfinden.
Ausstellung des Voranschlags für 1900/1901;
Wahl von 6 Mitgliedern des Ausschusses des landwirtschaftlichen Provinzialvereins auf 3 Jahre;
Vortrag des Herrn Landgerichtsrats Schmeckenbecher von Gießen über „die Bestimmungen des neuen Bürgerlichen Gesetzbuchs in Beziehung auf
Amtlicher geil I
Bekanntmachung.
Betr.: Schießübungen.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kennt- uis, daß das in unserer Bekanntmachung vom 13. l. Mts. (Anzeiger Nr. 62 und 63) bemerkte I rchiehen des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 vom 19. bis 24. März l. Js. nicht stattfindet.
Gießen, den 17. März 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.__
Gießen, am 15. März 1900.
Betr. : Die Ableistung des Huldigungs« und VerfassungS- eides.
Tas Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglicheu Bürgermeistereien de r Amtsgerichtsbezirke Grüuberg und Homberg.
Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides bet' in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großh. Hessischen Untertanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll Samstag den 7. April d. I, vormittags 9 Uhr, in dem Rnthause zu Grüuberg stattfinden.
Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu dem Termine vorzuladen und, wie geschehen, unter Angabe )ec Namen der Vorgeladenen bis zum 2. k. Mts. anzu- Men oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war.
Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Säe deren Aufenthaltsort angeben.
v. Bechtold.
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1900-
viertel Jahre die Bibliotheksgeschäfte versah. Herr Willkomm hat sich die größtn Verdienste um das Aufblühen der Lesehalle erworben, und ihm ist es zu danken, das; ein shstematischer Ausbau der Bibliothek geplant und. großenteils ansgeführt wurde. Tie Geschichte der sogen. „Volksbibliotheken", die sich ganz niedrige Ziele stecken und alle ein kümmerliches Dasein fristen, weil niemand an ihnen ein wirkliches Interesse nimmt, hat gezeigt, daß solche Anstalten nur lebensfähig sind, wenn sie höheres, erstreben und dem geistig Regsamen, möge er nun Arbeiter,. Handwerker oder ein akademisch Gebildeter sein, einen ihm entsprechenden Lesestoff bieten. Wir standen vor entern Jahre vor der Wahl, ob wir uns für den ersten oder den zweiten Weg entscheiden sollten, und ich glaube, mati wird es dem Vorstand Dank wissen, daß er den zweiten wählte. Es traf sich sehr glücklich, daß er die Ausführung des Programmes vertrauensvoll in die Hände des Herrn Willkomm legen konnte, der die so segensreich wirkende Jenaer Bibliothek aus eigener Anschauung kannte und selber ein begeisterter Anwalt der Lesehallenidee ist. Es zetate sich denn auch, daß das richtige getroffen war, denn die Benutzung stieg von Monat zu Monat, und er)t tm Hochsommer trat ein kleiner Rückgang ein. ,
Dem Verein blieben finanzielle Schwierigkeiten nicht erspart, weniger wegen großer Bücheranschaffungen, als weil die Buchbinderkosten alle Voranschläge um mehr als das Doppelte überstiegen. Heber 1200 Mark wurden für Büchereinbände oder Reparaturen an solchen ausgegeben, also beträchtlich mehr, als für Neuanschaffungen zu Gebote standen. Es scheint, daß die Einbände für den Zweck nicht derb genug waren und daß auch die Benutzer, nametitlich die jugendlichen Leser, die Bücher nicht so schonten, wie inan eS erwartet hatte. Durch Herstellung stärkerer Einbände sucht der Lesehallenverein dem Hebel zu steuern, zugleich aber hofft er, daß auch die Benntzer durch sorgfältigere Behandlung der Bücher ihrerseits dazu beitragen, diesen unverhältnismäßig großen Posten für Buchbinder zu verringern. , ,, , . v
Herr Willkomm sah sich leider veranlaßt, seine Stet lung zu kündigen, da seine Thätigkeit für die Lesehalle ihm nicht genug Zeit zu eigenen Arbeiten ließ. Am 1. Oktober trat an seine Stelle unsere jetzige geschätzte Bibliothekarin. Der Verein darf sich glücklich preisen, daß es ihm gelairg, für den schlecht dotierten Posten des Bibliothekars sotuch tige Kräfte zu gewinnen, die ihr Amt mit solcher Hingabe und solchem Erfolg verwalteten. Durch freiwillige Mitarbeit von Hilfskräften wurde unseren Bibliothekaren in Fällen besonderer Not ihr Amt wesentlich erleichtert. Hier sind besonders einige Damen zu nennen, die tu opferwilliger Weise ihre Zeit dem gemeinnützigen Hnternehmen widmeten, und denen, wie auch den .Herren, die Herrn Willkomm unterstützten, der Dank des Vereins sicher ist.
Das Heberhandnehmen der schulpflichtigen Benutzer hatte zur Folge, daß zu Beginn des Winters den Statuten gemäß die zu jungen Leser ausgeschlossen wurden.
" Seit Bestehen der Anstalt ist die Bibliothek von über 1700 Lesern benutzt worden. Die Zahl der ausgegebenen Bände schwankt an einem Abend zwischen 110 und 140. Zieht man in Betracht, daß unter den etwa gleich hohen Ziffern des vorigen Jahres die große Zahl der an Kinder ausgegebenen Bücher miteinbegriffen war, so stellt das eine beträchtliche Steigerung der Benutzung durch nicht mehr schulpflichtige Leser dar. Bedenkt man, daß in einem Monat gegen 2000, in einem Jahre über 20 000 Bücher ausgeliehen werden, so bekommt man eine Vorstellung von der Bedeutung der Anstalt und der Wirksamkeit, die sie entfalten kann. Die Thatsache, daß das Lesebedürfnis überall besteht und seine Befriedigung verlangt, sei es auch in Kolportageromanen und allem möglichen Schund, kann von feiner Seite bestritten werden. Ebenso sicher ift auch, daß man nur guten Lesestoff zu bieten braucht, damit er begierig ergriffen werde. G. Freytag, Jeremias Gotthelf, Scheffel (Eckehard) sind von den Hnterhaltungsschriftstellern am meisten bevorzugt. „Soll und Haben", das wir in zwei Exemplaren besitzen, ist das am meisten verlangte Werk. - Nicht genug Werke über den Krieg 1870, über den Befreiungskrieg und über die Marine können beschafft werden. Was vorhanden ist, ist stets ausgeliehen. Ferner werden stets verlangt Bücher über Reisen und Abenteuer, namentlich solche, wo der Held durch Mut, Kühnheit und Ausdauer schließlich aller Gefahren Herr wird.
Auch nach Büchern aus dem Gebiet der Technik und nach populär-wissenschaftlichen ist große Nachfrage. Leider besitzen wir hier noch nicht genug gute Sachen. Es kann z. B. vorkommen, daß jemand die sämtlichen vorhandenen Bücher über einen Gegenstand der Reihe nach durchweht und doch zum Schluß' unbefriedigt erklärt, das, was er gesucht habe, stehe nicht darin.
Ziemlich stiefmütterlich ist der eigentliche Oesesaal seit her bedacht worden. Was von Zeitungen und Zeitichrifteil vorhanden ist, ist Geschenk der Verleger oder hiesiger Mw wohncr, die z. B. die „Rheinisch-Westphalische Zel ung die „Kölnische" und die „Frankfurter Zeitung am Tag des Erscheinens oder Tags darauf der Lesehalle zur «et
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die Landwirtschaft."
Ich lade hierzu die Mitglieder des Vereins und alle Freunde der Landwirtschaft freundlichst ein. Die Herren Bürgermeister wollen dies .gefälligst in ihren Gemeinden ortsüblich bekannt machen, und auf einen zahlreichen Besuch hinwirken.
Gießen, den 14. März 1900.
Der Direktor des landw. Bezirksvereins, v. Bechtold.
Ueber die Lesehalle im Jahre 1899.
Da die Generalversammlung des Lesehallenvereins äußerst schwach besucht war, so mag eS vielleicht angebracht sein, hier einiges von allgemeinerem Interesse aus der Geschichte der Anstalt im verflossenen Jahre zusammenzustellen.
Die Mitgliederzahl hat sich wesentlich erhöht. 302 Mitglieder zahlten im ganzen 1470 Mark Beiträge. Aber auch in anderer Weise wurde dem Verein manche dankenswerte Förderung zuteil. Bekanntlich hat die Stadtverwaltung in liberalster Weise die Kosten für Heizung und Beleuchtung übernommen, wie sie auch früher die bauliche Einrichtung der Halle ausführte. Die Zuwendung aus der Wilson-Stiftung und der Beitrag der Spar- und Leihkasse wurden wesentlich erhöht. Schließlich ist auch der Ertrag der von Herrn Oberbibliothekar Prof. .Haupt veranstalteten akademischen Vorträge mit über 500 Mark unserer Anstalt zugewandt worden. . z t
Von mehreren Seiten ist die Bibliothek durch erhebliche Bücherspenden bereichert worden. Herr Prof. G. K. hat eine durch Erbschaft ihm zugefallene Büchersammlung uns fast ganz überlassen, sodaß wir nun von einigen Werken G. Kellers, G. Freitags, G. Ebers' und Scheffels Doubletten besitzen. Ebenso erhielten wir eine größere Bücherschenkung aus dem Nachlasse des Herrn Wiudecker, die manche Lücke ergänzt. Eine beträchtliche Sammlung schönwissenschaftlicher und allgemeinbildender Werke wurde uns im vorigen Sommer ebenfalls von ehemaligen Gießenern zugewandt. Diese sorgfältig ausgewählte Sammlung legt ein glänzendes Zeugnis ab für die feine Bildung ihres ehemaligen Besitzers und für seine Liebe zu den großen Dichtern unseres Volkes. Außer Klassikern und Klassiker- bioaraphieen erhielten wir hier auch Werke wie Robert । Keils Schriften über das ehemalige Weimar und über Corona Schröter und das viel zu wenig gekannte Buch S ch i l l e r s B e z i e h u ii g e n z u s e i n e n E l t e r ii und der Familie Wolzoaen, das uns die imponierende Persönlichkeit von Schillers Vater so nahe bringt. Besondes dankenswert, weil es sich um ganz neue Sachen handelt, war es, daß die Brühl'sche Druckerei uns viele bei ihr zur Besprechung ifinaelieferte Bücher und Zeitschriften überließ. Zahlreiche andere Spenden, aus Büchern oder Jahrgängen von Zeitschriften bestehend, können hier leider nicht einzeln aufgeführt werden. Für alle diese Förderung sei auch hier gedankt und die Bitte ausgesprochen, daß die alten Freunde der Anstalt auch fernerhin ihre that- kräftige Hnterstützung leihen und zahlreiche neue sich ihnen zugesellen mögen. Denn bis jetzt sind es nur wenige Geber und Geberinnen, die regelmäßig durch Heberlassung von Büchern und Zeitschriften unsere Zwecke fördern, während aus anderen Kreisen, an die man zumeist hätte denken sollen, bisher gar keine Geschenke kamen. Möchte es bei Gelegenheiten, wie Versetzung, Wegzug, Wohnungswechsel oder Ordnung eines Nachlasses immer mehr üblich werden, unsere Anstalt mit Büchern zu bedenken, die hier von neuem nutzbringend werden können, während sie sonst vielleicht unbenutzt im Schrank stehen würden.
Am 1. Januar 1899 trat an Stelle des verdienten I früheren Bibliothekars, Herr A. Willkomm, der drei-


