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20.2.1900 Erstes Blatt
 
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während ein vorgelagertes Teilminimum über den dänischen Inseln auch für diese und Südschweden stürmische Witterung bringt. Von Südwesten her war vorübergehend etwas höherer Druck über Süd-Frankreich und die Schweiz bis zur Bodensee-Gegend herein gedrungen. Unter seinem Einfluß war in Süddeutschland Aufklärung eingetreten, doch war dies nur vorübergehend. Das barometrische Maximum im Nordosten, wo es anhaltend sehr kalt ist, hat sich nur wenig verändert. Das Rückdrehen der Winde an der irischen Westküste und vor dem Kanäle weist darauf hin, daß vom Ozean her noch neue Depressionen nachfolgen werden, sodaß die Besserung des Wetters nicht von Dauer sein wird.

Voraussichtliche Witterung: Besserung nur vorüber­gehend, denn neuerdings unbeständiges Wetter mit zeit­weisen Niederschlägen.

Neueste Meldungen

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 19. Februar. Im Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber ist derBerliner Montags-Zeitung" zufolge eine kleine Besserung eingetreten. Der Patient hat gestern in der Nahrungsaufnahme einen ersten befrie­digenden Fortschritt gemacht. Dr. Lieber verfolgt vom Krankenbette aus mit regstem Interesse die parlamentarischen Vorgänge.

Frankfurt a. M., 19. Februar. Gestern abend fand hier bei dicht besetztem Saale der von dem Ausschuß für Volks-Unterhaltung veranstaltete Schiller-Abend statt, bei welchem nach einem einleitenden Vortrage von Wolfgang Quincke Schiller'sche Gedichte von Fräulein Klink­hammer sowie den Herren Quincke und Bolz rezitiert wurden. Herr Adolf Müller sang verschiedene Lieder Schillers nach Kompositionen von Liszt und Schubert. Sämtlichen Mit­wirkenden wurde reicher Beifall zu Teil.

Wien, 19. Februar. Das Kriegsministerium dementiert die Meldung, daß der österreichisch-ungarische Militär- Attachee Hauptmann Trimmel vermißt werde. Das Kriegsministerium hat noch am 16. d. M. von dem Attache« vom Modder-River telegraphische Nachrichten erhalten.

Budapest, 19. Februar. Wie von informierter Seite verlautet, wird die Regierung in der nächsten Zeit eine Verfügung gegen die Einwanderungen aus Ga­lizien treffen, welche in den letzten Monaten große Dimen­sionen angenommen haben.

London, 19. Februar. Ein außergewöhnlicher Un­glücksfall ereignete sich gestern im Krystall-Palast. Zwei Elephanten, welche mit Wasser bespritzt wurden, brachen aus und stürzten unter das Publikum. Mehrere Personen trugen Verletzungen davon, an denen eine bereits verstorben ist. Der eine Elephant brach dann in eine Halle ein, wo­durch eine große Panik entstand. Von dort aus begab sich der Elephant in einen Bar. wo er Tische und Stühle zertrümmerte.

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Vom Kriegsschauplatz.

London, 19. Februar. In militärischen Kreisen erwartet man mit Spannung dieweiterenPläne Lord Roberts. Einerseits will man wissen, derselbe plane die sofortige Entsetzung MafekingS, um von dort aus in die Hauptstadt Pretoria zu gelangen, oder auch einen An-

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vom 18. Februar bis 1. März 1900. Der hiesigen Bäcker.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag den 19. Februar, abends 8 Uhr: Bivelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-GeschKap. 10,1 ff 1 Pfarrer Euler.

Dienstag den 20. Februar, nachmitags 5«/,Uhr: Versammlung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde im Schwesternhaus (Johannesftraße). Pfarrer Euler.

Bei den hiesigen BrodverkSufern bestehen dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern Gießen, den 17. Februar 1900.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

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1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrot» .

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot» . .

griff auf Bloemfontein zu unternehmen, ohne sich vorläufig um das Schicksal MafekingS zu bekümmern.

London, 19. Februar. Das KUegsamt hat Vorkehrungen getroffen, daß in der Zeit vom 19. Februar bis 4. März 15000 Soldaten und 1200 Pferde nach Süd­afrika einaeschifft werden können.

Berlin,. Februar. DieBerliner MontagS-Zeitung ' meldet aus London: Nach einer Prioatd-pelch-, aus Kimberley operiert General Buller seit Mittwoch gegen den Langwani Hügel, wo die Buren«ne starke Stellung haben. Die Einnahme dieses Hügels ist eine unerläßliche Vorbedingung eines englischen Vormarsches. Die Buren beschießen jedoch die Engländer unaufhörlich, und die englische Infanterie wagt sich nicht hervor. -Oie englischen Verluste sind nicht bekannt. Nach einem weiteren Telegramm desselben Blattes aus London sind dort seit Sonntag früh absolut keine Nachrichten vom Kriegsschauplätze eingetroffen. Die Bevölkerung befindet sich

I in großer Aufregung. Auch in Fachkreisen hegt man Be­sorgnisse hierüber. Die Meldung von der Verbindung der Generäle French und Macdonald mit Kelly Kenny zur Ver­folgung des Generals Cronje erregt allgemein großes Be­denken. Eine Depesche des Reuter'schen BureauS aus Kapstadt berichtet, daß sich die Buren nördlich von Kimberley sammeln. Die englische Admiralität ordnete die Mobilisierung einer weiteren Anzahl von Kreuzern an. Diese Maßregel wird als eine Vorbereitung gegen eine etwaige Einmischung eines anderen Staates aufgefaßt.

Berlin, 19. Februar. DasKleine Journal- meldet aus Brüssel: In den der Transvaal-Gesandtschaft nahe- ! stehenden Kreisen ist man der Ansicht, die englische Siegesfreude über den Entsatz von Kimberley werde I nur von kurzer Dauer sein. Lord Roberts sei be- I reitS von seiner Operations-Basis abgeschnitten. Die Buren sollen sich bereits der Eisenbahn nach Kapstadt bemächtigt I haben. General Cronje verfügt über 20000 Mann und I hat ein befestigtes Lager bezogen.

London, 19. Februar. Aus Chieveley wird vom I 18. d. MtS. gemeldet: Die Engländer haben am vergangenen I Donnerstag die Buren-Verschanzungen bei Chieveley b 0 m- I bardiert und sich der Höhen von Rodbell bemächtigt. Am Freitag bombardierten die Buren die englischen Stell- I ungen. Den ganzen Tag hörte man Kanonendonner. Aus englischer Seite sind zwei Verwundete zu verzeichnen.

I London, 19. Februar. Die amtliche Bestätigung der Entsetzung Kimberleys hat hier große Begeister- I ung herv orgerufen. Ueberall erschollen Hochrufe aus I Lord Roberts. Mehr als 1200 Telegramme an Cecil I Rhodes sind seit gestern abgegangen, um ihn zu seiner Be- I freiung zu beglückwünschen.

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dns. Hierauf wurde vou demselben Herrn der Geschäfts­bericht erstattet. Zum Schluß seines Berichtes gab Herr Referent seiner Freude über das gute Gedeihen und die Fortschritte der Raiffeisenkassen Ausdruck.

bringt Herr Pfarrer Meyenschein-Kaftel die Gruße des Verbandsdirektors Herrn Rexerodt, welcher durch starke Arbeitshäufung leider am Erscheinen verhindert,er. Wecker stihrte Redner aus, aus welchem Grunde man stch genotlgt gesehen habe, Raiffeisengenossenschaften zu Stunden.

Der darauf folgende Vortrag des Unterverbandsdrrektors Herrn Amtsaerichtsrat Klingenbiet über:Die Haftung für Mängel beim Viehhandel nach dem Bürgerlichen Gesetz­bucke" war sehr klar und lehrreich und durch Beisprele er­läutert so daß er wohlverdienten Beifall fand. Herr Land­rat ftrhr Schenk zu Schweinsberg sprach dem Herrn Red­ner noch den besonderen Dank der Versammlung aus. c1Crr Meyenschein hielt hier einen Vortrag über das Thema: 'Wie muß eine Darlehuskasse geleitet werden?" Nachdem Herr Pfarrer Lahmeier-Niederklein zum Stellvertreter des UuterverbandSdirektors gewählt war, wurde die Versamm­lung um einhalb vier Uhr geschlossen.

Vermischtes.

* Potsdam, 17. Februar. DiePotsd. Ztg." meldet: Der Doppelmörder Köberle, der in der Nacht vom 3. zum 4. Januar seine Frau und Kind er­mordete, wurde heute zum Tode verurteilt. Er nahm das Urteil gleichgiltig entgegen. Seine im Saale an­wesende Mutter wurde ohnmächtig.

* Altenburg, 17. Februar. Als Merkwürdigkeit ver­dient es bezeichnet zu werden, daß sich in Hermsdorf im altenburgischen Holzlande ein japanischer Arzt niedergelassen hat, der sich Dr. med. HironoSki Karl Adrian aus Nagasaki nennt.

* Paris, 18. Februar. Die bekannte Singspiel­halleTrianon" ist heute morgen abgebrannt.

Universität und Hochschule.

Berufen: Professor v. Michel, der Leiter der Würzburger Augenklinik, hat einen Ruf nach Berlin als Nachfolger Schweiggers erhalten und angenommen.

Gestorben: In Düsseldorf der Direktor der dortigen Stern­warte Geh.-Rat Profeffor Dr. R. Luther im Alter von 77 Jahren.

Derschiedene»: Aus Würzburg schreibt man: Bestem Ver­nehmen nach sind zwischen der preußischen Negierung und den süddeutschen Bundesstaaten Verhandlungen über ein gemeinsames deutsches Promotions­statut gepflogen worden und einem befriedigenden Abschlüsse nahe.. Ver­anlaßt waren diese Verhandlungen durch die Verordnung des preußischen Kultusministers, daß nur solche Studierende zum Phyflkatsexamen in Preußen zugelafsen werden, die an einer preußischen Universität promo­vierten. Wie dieVoss. Ztg." aus Zürich berichtet, hat der dortige Profeffor Werner einen Ruf an die Wiener Universität als Profeffor der Chemie abgelehnt. In Berlin begeht heute der Sanskrifforscher Professor A. Weber seinen 75. Geburtstag. Er ist fett 52 Jahren Tozent und hat ausschließlich der Berliner Hochschule seine Lehrwtrksam- keii gewidmet.___

Arbeiterbewegung.

Köln, 17. Februar. Der Centralvorstand des GewerkvereinS christlicher Bergarbeiter Deutschlands veröffentlicht in dem Lereinsorgan eine Erklärung, in welcher er ablehnt, gegenwärtig gemetn- fam mit dem deutschen Berg- und Hüttenarbeiter-Verband im Ruhrrevter eine Bergarbeiterbewegung einzuleiten. Der Vorstand warnt die deutsche Arbeiterschaft davor, sich in eine kopflose wilde Bewegung hmemdrängen zu lassen, sowie den allgemeinen Versammlungen und der von dem alten Verband hervorgerufenen Bewegung sich anzuschließen.

KSlN, 17. Februar. DerKöln. Ztg." wird aus den Kreisen der Zechei^esitzer geschrieben, daß man den kommenden Dtngen in aller Ruhe entgegensetze, da den Bergarbettern bekannt set, daß die Löhne in Rheinland und Westfalen -inen sehr hohen Stand er­reicht haben und bei der zu erwartenden guten Geschäftslage auch noch weiter steigen roerben.___

Wetter b erid) t Eine tiefe Depression liegt heute über den nördlichen Teilen der britischen Inseln. Unter ihrem Einfluß steht der Kanal und das Nordsee-Gebiet