Ausgabe 
19.12.1900 Erstes Blatt
 
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Münchener BereinSblatt",

icÖr»&?n^ «»Inner: Kaufmann August Wehn, Kommerzienrat JLr Amelius, Kunsthändler Hochstätter, Kaufmann E. Balser, Walner E. Wafferschleben, Fabrikant W. Zurbuch und ieter TMbe $ M» Dr. Strahl.Düsseldorfer Vereinsblatt", Ge-

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o uSMizministerium in der letzten Zeit einen sehr umfang- . eschen Gebrauch, besonders bei jugendlichen Nebelthätern, o'« wegen Diebstahls oder sonstiger Vergehen zu kleineren ZWngnißstrafen verurteilt worden sind. Im Laufe dieses 3?p$re« sind wieder eine Anzahl Knaben, die das 16. Lebens- jcM noch nicht überschritten hatten und zu kleineren Strafen o urteilt worden waren, auf diesem Wege vorerst von dem Ech tsangniS befreit gebliebeu. Das Ministerium hat sich für )L»bevingte Begnadigung in solchen Fällen ausgesprochen Hinter dem Vorbehalt, daß die gegen die Knaben ausge- tlVNtmen Gefängnißstrafen nicht vollzogen werden sollen,

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* Ein Bewohner der südlichen Vorstadt Gießens schreibt uii: Bereits früher wurde auf die Nicht bel euch tun g uer neuen Eisenbahnbrücke bei Klein-Linden an ) x|tr Stelle hingewiesen. Von vornherein war uns klar, dMß büe Beleuchtung derselben Sache der Bahnver- ta altmng sei. Wer nun, wie ich, abends oder nachts öfter« !die Brücke bei Dunkelheit passiert, muß staunen, daß nnL^t schon früher Klagen laut wurden. Da die Brücke

S0 Meter lang ist und am Fußsteig je eine Säulen- r eitje steht, so wird es jedermann, ganz besonders aber 3Öm. unheimlich sein, wenn sie die Brücke abends Passieren nuissm Wie wir nun hören, so ist auf Ersuchen der »Bürgermeister ei Klein-Linden die Bahnverwaltung i: iöM die genannte Brücke zu beleuchten, und es sind auch bereits Vorbereitungen getroffen, sodaß in den ersten Tagen i e Belleuchtung hergestellt ist. Arbeiter und Bahnbeamten, fftMAliche Spaziergänger, ja das gesamte Publikum werden mit Freuden begrüßen. Aber noch ein anderer Uebel- iFitfflb Oft es, dec obiger Brücke anhaftet und dessen Abhilfe d.'Mgevd zu wünschen wäre. Jeder muß zugeben, daß die ?-ierschalung der Brücke äußerst mangelhaft ist. 3t8k öhetter liegen mehrere Zentimeter, ja nicht selten über 1 IO Zentimeter von einander entfernt, sodaß Wasser und -I-tl von den Maschinen ungehindert heruntertropfen kann. Ja Renten, glühende Schlacken und Asche kann eben- i Hills hindurch fallen, und dies wollen manche Leute bereits oteinetft! haben. Abgesehen davon, welche Gefahren den pfltibenn des Publikums drohen und die Zahl der Passanten t L hier sehr groß sind sogar Feuersgefahr und Unglücks- bfde lischt ausgeschloffen, ganz besonders dann, wenn erst d tulBchnhofSumbau fertig ist und bei Klein-Linden rangiert uniird. Es dürfte sich eine Verschalung mittels Wellblech empfehlen. Vielleicht tritt auch der Stadtvorstand ein ähnlich riet die Bürgermeisterei Klein-Linden.

-I- Bon dem Rechte der bedingten Begnadigung machte

Wohl den meisten hiesigen Herrschaften ist die Wildpret« und Geflüge!Handlung vonGerh. Geyer Söhne, Frankfurt a. M, Goethe- straße 3" bekannt und wollen wir nicht verfehlen, an dieser Stelle be­sonders auf dieselbe aufmerksam zu machen. Diese altrenommierte Firma läßt es sich angelegen sein, auch den kleinsten Auftrag sorg- fältigst und sofort zur Ausführung zu bringen und bürgt der gute Ruf dieses Hauses für beste Bedienung. Im übrigen verweisen wir auf das heutige Inserat. 8169

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DieDeutscheGrundschuld-Bank schreibt uns: Auf unsere Veranlassung sind die Besitzer von Real-Obli­gationen der Deutschen Grundschuld-Bank zu einer Ver­sammlung auf den 29. Dezember vormittags halb elf Uhr im Oberlichtsaale der Philharmonie, Bernburgerstraße Nr. 22/23 in Berlin eingeladen worden, um über eine Stundung und Herabsetzung der Zinsen der Real-Obli­gationen Beschluß zu fassen, nachdem die zur Prüfung der Unterlagshypotheken der Bank Eingesetzte staatliche Revisions-Kommission festgestellt hat, daß von den zur Deckung der Real-Obligationen vorhandenen 98 548 331.11 Mark Hypotheken nur 53 623133.61 Mk. als zur Unterlage geeignet angesehen werden können. Bei dieser Feststellung

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wenn diese sich in den nächsten fünf Jahre« eine strafbare Handlung nicht zu Schulden kommen laffen.

Den Beamten der Staatseiseubahnvervaltung wurde die Beteiligung an der Verwaltung von Konsumvereinen, bei denen es sich lediglich um privatwirtschaftliche Zwecke handelt, höheren Ortes gestattet.

FC. Schotten, 17. Dezember. Fortuna hat ihr Füll­horn über unsere Kreishauptftadt und mehrere Dörfer unseres Kreises ausgeschüttet. Der in die Kollekte von S. Kaufmann Söhne hier gefallene Gewinn von 60 000 Mk. (Hessische Landeslotterie) verteilt sich wie folgt: 24 000 Mk. erhielt eine Kegelgesellschaft hier in Schotten, je 12 000 Mk. ein Landwirt in Ulfa, ein Manufakturwarenhändler in Gedern und ein Arbeiter in Kölzenhain bei Ulrichstein.

Darmstadt, 17. Dezember. Der Landtags- und Reichs­tagsabgeordnete Wilhelm Haas, Geh. RegierungS- und Kreisrat, ist auS dem Staatsdienste geschieden. Haas ist seit 1883 Anwalt des Allgemeinen Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, seit 1892 Präsident des hessischen Landwirtschaftsrates und des landwirtschaft­lichen Provinzialvereins für Starkenburg und seit 1897 Vorsitzender der Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, außerdem auch Herausgeber derDeutsch. Landw. Genossen- schastSpreffe-, endlich seit 1882 Mitglied und seit 1897 Präsident der hessischen Zweiten Kammer. Im Reichstage vertritt er seit 1898 den Wahlkreis Elbach als Mitglied der nationalliberalen Partei. HaaS wird in Zukunft die bisher neben seinem Staatsamte versehene Anwaltschaft als Hauptamt führen.

-k- Mainz. 16. Dezember. Auf der heute hier eröff­neten Achten Allgemeinen Ausstellung vonGesangs- Kanari en" des Vereins Kanarien-Klub Mainz, ist auch Gießen vertreten, indem Oberinspektor Löb er mann von dort die Ausstellung mit einer Anzahl seiner Konkurrenz­sänger beschickt hat. Trotz seiner bedeutenden Konkurrenz es sind 128 Nummern ausgestellt wurden die Kanarien des Herrn Löbermann mit mehreren zweiten und dritten Preisen prämiiert.

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ist natürlich die Verwertung der Hypotheken in sachge-»^ mäßer Weise vorausgesetzt worden; im Falte eines Kon­kurses, der kaum vermieden werden kann, wenn die Stundung der Zinszahlung sticht gewährt wird, würde der Ausfall noch bedeutend, größer fein, da von den im Besitz der Bank befindlichen. 98 Millionen Hypotheken nur 22 Millionen erststellig sind., Bei einer außergerichtlichen ruhigen Abwicklung ist da­gegen anzunehmen, daß nicht nur der von der Revisions- Kommission festgestellte Betrag von 53 623133.61 Mk., son­dern auch! ein Teil derjenigen Hypotheken, der als zuv Unterlage für die Real-Obligationen nicht geeignet be­zeichnet worden ist, realisiert werden könnte. Es liegt im eigensten Interesse der Besitzer von Real-Obligationen zur Vermeidung des Konkurses alle Kräfte aufzubieten: die Möglichkeit hierzu wird chnen durch das Reichsgesetz, vom 4. Dezember 1899 geboten, nach dessen § 11 sie in den Stand gesetzt werden, rechtsverbindliche Beschlüsse über Stundung und Herabsetzung der Zinsen zu fassen. Diese Beschlüsse haben jedoch nur dann Giltigkeit, wenn min­destens die Hälfte der ausgegebenen Real-Obligationen, also ca. 48 Millionen, in der Versammlung vertreten ist. Die Hinterlegung der Obligationen bei den Hinterleg­ungsstellen oder bei bei einem Notar muß spätestens am zweiten Tage vor der Versammlung, also am 27. De­zember erfolgen. Die Hinterlegungsscheine sind zur Ver­sammlung mitzubringen.

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Hypotheken-Banken. Die Verhaftung des Direktors Schmidt ist wieder rückgängig gemacht worden, wahrscheinlich weil er nachträglich sich zu dem Ersatz verpflichtet hat, der etwa durch seine eigenen Manipula­tionen herbeigeführt worden ist. Was die wesentliche Beruhigung des Pfandbriefmarktes anbe­langt, die Hand in Hand auch mit einer Besserun g der Obligationen geht, so sind wir in dieser Beziehung noch etwas mißtrauisch. Es sind augenscheinlich erst­em Teil jener Besitzerschichten, die mit den Abgaben ihrer Pfandbriefe begonnen haben, und es kann sehr leicht sein, daß in dieser Beziehung ein neues Mißtrauen hervortritt, das ganz andere Kreise betrifft. Dazu kommt, daß die Börse allen Pfandbriefen ungünstig gesinnt ist, weil dieser Absatz über ihren Kopf hinweg erfolgt. Sie wird also ihren Kunden möglichst andere Papiere anbieten, bei denen sie in der Lage ist, wirklich etwas zu verdienen. Sobald man aber den Kauf von Papieren anrät, muß auch für den Verkauf der bisherigen ein nachr- haltiger Grund angegeben werden, und soweit es sich dabei um Pfandbriefe handelt, wird die Börse nicht versäumen, ihr Mißtrauen kräftig zum Ausdruck zu bringen.

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