Ausgabe 
19.10.1900 Erstes Blatt
 
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von Mainz, erbaut werde. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Nach einem Berichte des Stadtverord­neten Rühl sollen für die Wiederherstellung des Kur­fürst l i ch e n S ch l o s s e s im Rechnungsjahr 1900/1901 20 000 Mk. als Kosten für die Feststellung des Wirt­schaftsplanes in das Budget eingestellt werden. Die Summe wurde genehmigt. Für den Ausbau der Feld­bergstraße, zwischen Bonifaziusstraße undHunikel", für die Asphaltierung des Fußsteiges in der Feldbergstraße und für die Erbauung eines Kanals in der Nahestraße werden 30 700 Mk. bewilligt.

Wetzlar, 17. Oktober. Der Oberpräsident der Rhein­provinz hat die Genehmigung zu einer Sammlung für den Umbau der Garbenheimer Warte zu einem Bismarckturm erteilt.

Gladenbach, 16. Oktober. Zwei hiesige Schul- knaben, Söhne der Witwe Gg. Nord und der Witwe K. Jmmel, beide im Alter von ccl 12 Jahren, hatten, nachdem sie es einem älteren Burschen vorher abgesehen, Stücke von ungelöschtem Kalk in eine Flasche gethan und Wasser darauf gegossen. Die Folgen blieben nicht aus; durch die Explosion wurden beide von den umherfliegenden Glasstücken tunb dem ätzenden Kalk schwer verletzt. Ab­gesehen von den verbrannten Kleidern wurde dem jungen Nord die Nase wie mit einem Messer durch die Glas­stücke quer bis auf den Grund durchschnitten, sodaß die­selbe wieder angenäht werden mußte, auch hatte er kleinere Verletzungen an Stirn und Wangen. Beide Knaben trugen aber durch deu Malt hauptsächlich an den Augen schwere Verletzungen davon, so wurde dem N. auch die Hornhaut durch den ätzenden Kalk schwer geschädigt; ob eine Seh­störung Zurückbleiben wird, ist sehr wahrscheinlich. Dem anderen, I., wurde idiurch einen Glassplitter die Horn­haut eines Auges ganz durchschnitten, er wurde auf Ver­anlassung des behandelnden Arztes in die Marburger Augenklinik verbracht. Vielleicht ist durch eine Operation ein Teil des Augenlichts zu erhalten.

Vermischtes.

e Koblenz, 17. Oktober. In Zeltingen a. d. Mosel wurden durch Feuer acht Wohnhäuser und eine Anzahl Scheunen zerstört.

* Ruhrort, 17. Oktober. Der Personenzug Ober­hausen-Ruhrort fuhr aus der Station Meiderich in einen anderen Zug. Nach derKöln. VolkSztg." wurden sechs Personen verletzt und eine getötet.

* Dortmund, 17. Oktober. In dem benachbarten Horde hat der Arbeiter JegielSki seinen zwei Kindern den Hals durchschnitten; eines war sofort tot. Der Thater ist anscheinend geistig gestört.

_ * Friedrichshafen, 17. Oktober. Der Zep Pelin 'sch e

a» Hon wurde um 4 Uhr 30 Min. von dem Dampfer Buchhorn" aus der Montierungshalle herausgeschleppt. Um 4 Uhr 50 Mrn. glitt der Ballon unter Zurufen der Menge in östlicher Richtung bis in die Nähe von SeemooS, wo er seit dreiviertel Stunden in einer Höhe von etwa

600 Metern balanciert, durch Drehungen und Wen­dungen die Lenkbarkeit beweist und noch immer in der Lust schwebt. Die Königin wohnte dem Schauspiel schon seit 3 Uhr bei. Der König kam um 5 Uhr von Althausen zurück und begab sich mit dem DampferMömpel- gard" an Ort und Stelle. Wetter: Schwacher Regen und südliche Luftströmung. Eine spätere Meldung besagt: Nachdem das Luftschiff Zeppelins' dreiviertel Stunden lang in einer Höhe von 600 Metern balanciert und in der Nähe von Seemoos verschiedene Drehungen und Wendungen aus­geführt hatte, ist das Fahrzeug nach mehrfachen anderen gelungenen Manövern kurz vor 6 Uhr einen Kilo­meter von Manzell entfernt, glücklich auf See gelandet. Dieser zweite Ausstieg Zeppelins hat be­deutende Fortschritte gegenüber dem ersten Versuch gezeigt, sowohl in der Manövrierfähigkeit, wie in der Fähigkeit, gegen den Wind zu fahren, aber der Hauptpunkt in dem aufgestellten Fahrprogramm, Rückfahrt zur Aufstieg­stelle, gelang nur teilweise. In der Mitte der zurück­zulegenden Strecke erfolgte plötzlich auf dem See die Landung, die glatt verlief. Die Einbringung des Luftschiffes wurde in Folge der Dunkelheit sehr erschwert, sie dauerte bis 10 Uhr abends. Die Auffstiegversuche werden bei günstiger Witterung morgen und an den nächstfolgenden Tagen fortgesetzt, da angenommen wird, daß der Gas­vorrat zehn Tage aushält.

Sprechsaal.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)

Anfrage.

Warum brennen seit einem Jahre die Reiskirchener Straßen­laternen nicht? Fehlt es an der Bedienung, den Dochten oder dem Petroleum?

Reiskirchen, im Oktober 1900.

Viele Steuerzahler.

Handel Md Verkehr. Volkswirtschaft.

Frukfuter Börse vom 17. Oktober.

Wechsel auf New-York zu 0.00-00.

PrÄmieM auf Kredit per ult. Okt. 1.20%, do. per ult. Novbr. 3.00 %, Diekonto-Kommandit per ult, Okt. 1.10%, do, per ult. Novbr. 2.80%, Lombarden per ul*. Okt. 0.00%, do. per ult Novbr. 0.80 % Brief. Deutsche Bank 0.00%.

Sotieruaxe»: Kreditaktien 201.80-202.40-201.80, Diakonto- Kommandit 170.40-170-70-50, Staatsbahn 137-000.00, Lombarden 24.60-00, Italiener 93.80, Spanier 70-40.00, Bproz, Mexikaner 25.25, Bochumer 171.20-90-80-90-20 bz., Laura 193.80-000.00 bz., Harpener 173.20-50-000.00 bz., Gelsenkirchen 182.00-000 00 bz., Privat- Diskont 4%%.

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Märkte.

r. Limburg a. d. Lahn, 17. Oktober. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro Malter.) Roter W izen, Mk. 12.80, we ß?r Metren Mk. 00.00, Korn Mk. 11.50, Saatkorn Mk. 12.00, Gerste Mk. 8 50, Hafer Mk. 8 00.

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Kirchliche Nachrichten.

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Gießen, den S. Oktober 1900. 6694

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Die Lieferungsbedingungen können auf dem Zahlmeister * Geschäftszimmer des L Bataillons eingesehen und Abschriften siegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden.

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