Ausgabe 
19.9.1900 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

<m Leben und Eigentum, den dec Orkan verursachte. Ebenbürtig «ver der Große des UaheilS ist der unbezwingbare Geist der Bürger der neuen Welt, die sich in ihrem langen Ringen gegen feindliche Naturgewalten siegreich bewährten. Ich hege dir aufrichtige Hoffnung, daß Galveston zu neuem Wohlstände erblüht."

Hierauf ging von Mc. Kinley eine in deutscher Sprache abgefaßte Antwort ein.

Der Katser hat auf die Meldung des Staats­sekretärs von Podbielski, daß der Reichspostdampfer Kiautschou" glücklich vom Stapel gelaufen ist, folgenden telegraphischen Glückwunsch gesandt:

Es gereicht mir zur großen Freude, dem Vulkan und der Hamburg-3'merika-Lint- zu dem heute glücklich verlaufenen Stapel­lauf meinen^Glückwunsch senden zu können. Möze der Reichrpost- dampferMautschou" als ein Beweis deutscher Arbeitskraft und seemännischer Tüchtigkeit stets mit Glück dem Verkehr zwischen dem Vaterlande und dem fernen Osten dienen. Ich war leider durch Anhäufung der Geschäfte verhindert, dem Slapellauf beizuwohnen. Wilhelm, I. R.

Der angebliche Besuch der Königin Vik­toria bei der Kaiserin Friedrich in Friedrichshof, der von englischen Blättern wiederholt gemeldet worden ist, wird nicht stattfinden.

lieber den bedauerlichen Unglücksfall des Prinzen Albert v. Sachsen (über den wir gestern früh bereits durch Extrablatt benoteten), wird aus Dresden gemeldet: Als Prinz Albert von einem Besuch in der väterlichen Villa zu Hosterwitz nach dem Manövergelände bei Nossen zurückkehrte, wurde sein Wagen durch den des Garde­reiter-Leutnants Prinzen Braganza auf der Landstraße Wolkau-Ziegenhain überholt. Gleich darauf jagten die scheu gewordenen Pferde des Prinzen Albert in wilder Flucht davon. Der mit dem Leibjäger vom Bock geschleu­derte Kutscher vermochte zwar anfänglich die Zügel noch sestzuhalten und ließ sich noch eine Strecke schleifen, mußte aber bald die Zügel loslassen. Als dann der Wagen bet einer Wegbiegung an einen Baum prallte, wurde der Prinz so heftig herausgeschleudert, daß er einen tätlichen Schä d e lb r uch erlitt und 10 Minuten später, um 11 Uhr 20 Min., starb. Seine Schwester Prinzessin Mathilde ist heute von Dresden nach Chemnitz gereist, um dort mit ihrem Vater, dem Generalfeldmarschall Prinzen Georg, zusalmmenzutrefsen, mit dem sie an die Unglücksstelle fuhr. Die Leiche wird von dem Dorfe Wölkau nach Dresden übergeführt. Der König und die Königin von Sachsen wurden durch die Nachricht von dem Tode des Prinzen Albert, der ihnen nachts in schonender Weise übermittelt wurde, aufs tiefste erschüttert. Die Prinzen Friedrich August und Johann Georg eilten ebenfalls an die Toten­bahre des Bruders. Von deutschen und fremden Fürsten­höfen liefen Beileidsdrahtungen in Hosterwitz und in dem Palais an der Zinzendorfstraße in Dresden ein. In ganz Dresden herrscht über den Tod des allgemein be­liebten Prinzen tiefste Ergriffenheit. Das Schlüßmanöver der sächsischen Truppen ist abgesagt worden. Das frühe Ende des Prinzen ist um so tragischer, als der Prinz in der Jugend sehr leidend war und sich erst in letzter Zeit vollkommen gekräftigt hatte. Sein bescheidenes, liebenswürdiges Wesen gewann ihm bei den Kameraden und der Bevölkerung aller Herzen. Bei dem überaus innigen Familienleben, das am Wettiner Hofe herrscht, wird der plötzliche herbe Verlust überaus tief empfunden werden.

Im Alter von 82 Jahren starb der Onkel des Herzogs von Ujest, der Prinz Felix zu Hohenlohe- Oehringen, nachdem ihm vor 29 Jahren seine Ge­mahlin, eine Tochter des Kurfürsten Friedrich Wil­helm I. von Hessen, im Tode vorangegangen. Der jüngere Sohn des Heimgegangenen, Prinz Alexander, bei dessen Geburt die Mutter starb, verzichtete auf den Namen und die Rechte eines Prinzen von Hohenlohe und nahm den Namen eines Freiherru v. Gabel st ein gelegentlich seiner Vermählung mit Fräulein Elsa von Andarga an. Die junge Baronin Gabelstein ist eine Schwester des Ar­tillerieleutnants Ramon v. Andarga, der jetzt nach China gegangen ist.

Ausland.

London, 17. September. In dem heute in Balmoral abgehaltenen Kabinettsrate unterzeichnete die Königin eine Bekanntmachung, wonach das Parlament mit dem 25. September aufgelöst wird. Am gleichen Tage wird ein Reskript veröffentlicht, wonach das neue Parla­ment am 1. November zusammentritt.

Paris, 17. September. Der Handelsminister ließ vom Präsidenten Loubet eine Verordnung unterzeichnen, durch die in allen Jndustriebezirken sogenannte aus Arbeit­gebern und Arbeitern zusammengesetzte Arbeitsräte eingerichtet werden. Diese Räte haben sich ähnlich wie die Handelskammern mit allen Angelegenheiten der ge­werblichen Arbeit zu beschäftigen. Die Minister haben sich außerdem eingehend über die Lage in China zu unter- rtchten. ,

Grebauval, Präsident des Pariser Gemeinderates, hat einen Brief an den Präsidenten Loubet gerichtet, in ~em er. nnttetlt, daß das Fe st der Maires nicht geben 1 e $$ ^irb also nur ein Bankett der Regierung . Madrid, 17. September. Ministerpräsident Silvela Ir^c^Lln Unterredung mit einem Journalisten die

hon den Cortes Vermehrung der Kre- d i t e f u r d i e Ausbildung von Matrosen zu ver- langen. Der zurzeit auf der Werft von Cadir in Bau Kreuzer Estremadura werde voraussichtlich im AMl nächsten wahres fertiggestellt sein. Silvela hofft, daß? Ö'ie Gorte» die von ihnen verlangten Kredite zum B au v o n acht P anzerschiffen von je 4000 Tonnen UND von 100 (?) Torpedobooten neuesten Modells bewilligen werden.

?°/oelona, 17 September. 90 hiesige Fabrikan­ten haben sich dem Verein zur Förderung der nationalen Arbeit angeschlossen, um vermehrten Absatz für ihre Produkte zu suchen. Hierzu wird namentlich Förderung der Landwirtschaft vorgeschlagen, um die Erzeugung der Rohstoffe und bett Konsum zu vermehren. Gegen die Baumwoll- und Kohlenaufkäufer wurden ge­heime Beschlüsse gefaßt.

Belgrad, 17. September. Ein Mitglied des frü­heren Ministeriums Georgiewitsch erklärte, demnächst Be

weise veröffentlichen zu wollen, daß das Attentat auf Köitig Milan von einem russischen Geheim- Agenten für den Orient, der seinen ständigen Wohnsitz in Bukarest hat, angestiftet worden ist.

Am 24. September, dem Geburtstage der Kö­nigin Draga, wird die Begnadigung aller noch wegen des Attentats auf Milan in Haft befind­lichen Personen' erfolgen.

Monastir (Türkei), 17. September. Wegen gewalt­samer Geldkontributionen für das mazedonische Komitee wurden zahlreiche Bulgarett verhaftet.

Aus Stadt und Kund.

Gießen, 19. September 1900.

** Militärisches. Dem Hauptmann und Komp.-Ches Frhr. v. Gillern im Jns.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 wurde ein Patent seines Dienstgrades ver­liehen. Zum Fähnrich wurde befördert der Unteroffizier Sa'nder im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116.

B. Zur Kohlennotfrage. Laut Mitteilung der Mainzer Handelskammer hat nach einer ihr von der Kgl. preuß. und der Gr. Hess. Eisenbahndirektion Mainz gewordenen Benach­richtigung das preußische Ministerium der öffentlichen Ar­beiten zur Erleichterung der Deckung des in­ländischen Kohlenbedarfes bestimmt, daß vom 12. d. M. ab für die Dauer von zwei Jahren die billigeren Frachtsätze des Rohstofftarifs auch auf die über­deutschen See- und Binnenhäfen umgeschlagenen Sendungen von Kohlen und Koks Anwendung finden. Innerhalb des Eisenbahndirektionsbezirkes Mainz gelten die erwähnten Frachten auf Kohlen- und Kokssendungen ab Bingen, Bingerbrück, Gernsheim, Gustavsburg, Mainhasen, Mainz-Hauptbahnhos, Mannheim, Mannheim-Neckarvorstadt, Oberwesel, Rheindürkheim, Worms und Worms-Hafen.

* Der Kreisverein Gießen des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig hatte am letzten Samstag zu Ehren scheidender Mitglieder einen Kommers in den festlich geschmückten Räumen des Kaufmännischen Vereins' Hauses veranstaltet. Herr Karl Weidig eröffnete ihn und gedachte zunächst des Kaisers als Protektor des deutschen Handels und Verkehrs. Gemeinsame Lieder, humoristische Borträge, Ansprachen ernsten und heiteren Inhalts wechselten in bunter Reihenfolge und hielten die recht zahlreich er­schienenen Mitglieder und Gäste bis zur frühen Morgen­stunde in fröhlicher Stimmung beisammen.

** Brieftaubenwettflng. Am Sonntag hielt der hiesige Brieftaubenklub sein erstes diesjähriges Preisfliegen (Worms- Gießen) 130 Kilometer Luftlinie ab. Zugelassen waren nur Tauben, welche im Jahre 1900 geboren, also im Durch­schnitt noch nicht 5 Monate alt waren. Die Tiere wurden am Tage vorher in zwei Käfigen ä 20 Tauben nach Worms gesandt und dort laut Depesche Sonntag früh 9,30 Uhr aufgelassen. Die erste Taube wurde schon um 11,45 Uhr im hiesigen Konstatierungslokal vorgezeigt und nach wenigen Minuten waren sämtliche Preise vergeben und bis nach­mittags 1 Uhr waren alle Tiere zurück. Die sechs ersten Tauben flogen die 130 Kilometer lange Strecke in 21/* Stunde, eine Leistung, die in Anbetracht der bei den Tieren schon vorgeschrittenen Mauser als vorzüglich bezeichnet werden kann.

Gail'sche Freiwillige Feuerwehr. Bei der gestern abend stattgehabten Uebung der Freiwilligen Gail'schen Feuerwehr wurde ü. a. unerwartet ein Brandangriff auf ein Gebäude in dem Tiefenweg unternommen, um das Korps auf die Schlagfertigkeit im Ernstfälle zu prüfen. Diese Probe ist glänzend gelungen, und es hat sich der gute Ruf, der dem Korps von jeher vorausging, auf's Neue bestätigt. Der Branddirektor, der der Uebung bei­wohnte, sprach sich nur anerkennend über den in jeder Weise tadellos ausgefallenen Angriff aus.

** Ein Verbot. General v. Lindequist, der Kom­mandeur des 18. Armeekorps hat das Feilbieten von Branntwein in allen Kantinen des 18. Armee­korps verboten. Ebenso wurde den Marketendern die Abgabe von Schnaps während der Truppenübungen unter­sagt. - /

** Die Divisions-Manöver der Großherzoglich Hessischen (25.) Division haben gestern begonnen. Camberg unb Um­gegend sind daher für drei Tage stark mit Truppen der ver­schiedensten Waffengattungen belegt. Seit gestern sind in Camberg der kommandierende General des 18. Armeekorps v. Lindequist, der Kommandeu r der 25. Jnfanterie-Brigade, Generalleutnant v. Perbandt, sowie der Kommandeur der 25. Kavallerie-Brigade, Generalmajor von Winter­feld. Der gestrige erste Divifions-Manövertag war ein sehr anstrengender, das Gefecht wurde erst nachmittags nach 4 Uhr abgebrochen, so daß die Truppen erst zwischen 5 und 6 Uhr ihre Quartiere beziehen konnten. Ein so spätes Eintreffen der Mannschaften ist unangenehm nicht nur für die hungrigen Soldaten, sondern auch für die Quartierwirte, die von 12 Uhr an das Mittagessen bereit halten. Das gestrige Gefecht spielte sich auf dem Gelände bei der weit­hin sichtbaren Kreuzkapelle nördlich von Camberg ab, wo sich eine große Zuschauermenge eingefunden hatte. Einige Bataillone biwakierten abends an verschiedenen Orten des goldenen Grundes zwischen Würges und Oberbrechcn. Samstag Vormittag begann bei dichtem Nebel der Aus­marsch der Truppen erst um 8 Uhr mit Rücksicht daraus, daß der Großherzog um 9 Uhr in Niederselters mit dem Schnellzuge eintraf. Von Cronberg war die Schwester des Kaisers, Prinzessin Margarete von Hessen mit Be­gleitung per Rad angekommen. Die Herrschaften begaben sich von Niederselters sofort aus das Manöverfeld nördlich von da in der Richtung nach Munster und Hainichen. Die Damen, vorzügliche Radfahrerinnen, fuhren während der Kritik durch Eisenbach nach Niederselters zurück, während der Großherzog der Kritik beiwohnte. Montag und Dienstag zieht sich das Divisionsmanöver nach dem unteren

Weilthale hin. Am Mittwoch ist Ruhetag. Das Korps­manöver ist Donnerstag und Freitag in der Gegend zwischen Kirberg und Limburg.

-w Klein-Linden, 16. September. Drei Gießener Vererne hatten gestern wiederum unser Dors zu ihrem Ausflugsort erwählt, es waren diesEinigkeit", sowie ein Metzger- und ein Bäckerverein. In dem schönen Saale des Gastwirts Bernhardt hatten sie sich niedergelassen, und bei Gesang unb Tanz war der Nachmittag rasch verstrichen» Erst in später Abendstunde traten die Beteiligten den Heim­weg an.

-b Bellersheim bei Hungen, 18. September. Dieser Tage wurde dem Lehrer Sprengel, der seither in Rupperten­rod stand, die hiesige Schulstelle übertragen; es hatten sich im ganzen 14 Lehrer um die Stelle beworben. Wir sehen daraus, daß unser Ort, der seit 3 Jahren Bahnverbindung hat, ein recht begehrter Platz für Lehrer ist. Auch die WohnungSverhältniffe der Lehrer und die Schulsäle fuib sehr gut. Wohnungen und Schulsäle befinden sich in einem ehemaligen Herrschaftsgebäude.

Darmstadt, 17. September. Die Rückkehr, des Großherzogs aus dem Manöver erfolgte bereits heut^ nachmittag. Der seit dem 12. September v. J-. an Stelle des in den Ruhestand versetzten Herrn Machenhauer zum Präsidenten des hiesigen Landgerichts ernannte Herr Karl Steinern, dessen plötzliches Ableben infolge eines Schlaganfalls, wie wir bereits gestern meldeten (das Tele­phon hat ihn fälschlich Speinem genannt), hat nur ein Alter von 56 Jahren erreicht. Am 5. April 1844 in Ober-Ingelheim geboren, gehörte der Verstorbene dem rheinhessischen Gerichtsdienft seit dem 7. Dezember 1869 an, an welchem Tage er zum Substituten des Staats- prokurators am damaligen Bezirksgericht Mainz ernannt wurde. An diesem Gericht verblieb er bis zur Einführung der neuen Justizorganifation, die ihn als Landgerichtsrat an das Mainzer Landgericht führte, an dem er später noch nacheinander die Stellen des Ersten Staatsanwalts und dann eines Landgerichtsdirektors, letztere bis zu seiner Be­rufung hierher, bekleidete. Konnte er bei dieser Berufung auf eine 30jährige gesegnete und erfolgreiche Thätigkeit in der Hauptstadt der Provinz Rheinhessen zurückblicken, fo hat seiner hiesigen Wirksamkeit der Tod ein allzusrüheS Ziel gesetzt. Der hessische Richterstand verliert in dem Entschlafenen eine feiner Zierden; aber auch ein guter und liebenswürdiger Mensch ist mit ihm aus dem Leben ge­schieden. Die Beerdigung fand heute in Mainz statt.

Darmstadt, 17. September. Der Großherzog em­pfing die tiefschmerzliche Nachricht von dem Hinscheiden deS Prinzen Heinrich gestern nachmittag in Limburg. Er wohnte heute vormittag dem Manöver bet Limburg bei und wird, entgegen den seitherigen Dispositionen, bereits im Laufe des Nachmittags hierher zurückkehren.

Darmstadt, 19. September. Die kirchliche Einsegnung der Leiche des Prinzen Heinrich findet in München Mittwoch vormittag statt. Abends wird die Leiche in aller Stille hierher nach Darmstadt überführt. Die Beisetzung findet im Mausoleum auf der Rosenhöhe statt. Die ver­witwete Gemahlin des Prinzen, Freifrau von Dörnberg, geb. Emilie Hrzic v. TopuSka, ist die Tochter eines un­garischen Oberfinanz-Gerichtspräsidenten. Unter dem Künst­lernamenMilena" hat sie als jugendliche Sängerin dem Theater angehört, und war der Liebling des Darmstädter sowie des Mannheimer Publikums.

Darmstadt, 17. September. Die Kronprinzessin von Rumänien traf heute in Wolfsgarten ein. Der Haushaltsvoranschlag der hessischen Handelskammer für das erste Rechnungsjahr ist soeben sestgeftellt wordew und beträgt Mk. 10420,20. Diese Summe muß von beir einzelnen Kreisen als Extrasteuer aufgebracht werden. Aus einer ganzen Reihe rheinhesfifcher Weinbaubezirke trifft die Nachricht von dem Auftreten der Peronospora ein. Das wäre zuguterletzt noch eine unliebsame Beeinflussung der Weinernte. DasMainzer Journal" brachte gestern auf durchaus zuverlässige Information hin die viel Aussehen erregende Nachricht, die Regierung werde das Pensions­gesuch des Geh. Rats HaaS als Kreisrat von Offenbach nicht annehmen. Auf Grund von Erkundigungen an zuständiger Stelle kann dieFrkst. Ztg." mitteilen, daß zwar Verhandlungen geschwebt haben, um Geh. Rat Haas dem Staatsdienst zu erhalten, daß dieser jedoch bei fernem Entschlüsse, sich ganz dem landwirtschaftlichen GenoffenschaftS- wesen zu widmen, verharrt, und daß fein Rücktritt auS dem Staatsdienst unbedingt sicher ist.

Mainz, 17. September. Die bei den hiesigen Laden­inhabern veranstaltete Rundfrage wegen des am 1. Ok­tober einzuführenden Ladenschlusses ergab, daß sich mit Ausnahme der Kolonial- und Cigarrenbranche die große Mehrheit für den Achtuhr-Ladenschluß ausgesprock)en hat. Tie Rundfrage hatte sich übrigens auf das Bäcker- und Metzgergewerbe nicht erstreckt, da diese schon von vorn­herein sich gegen den Achtuhr-Ladenschluß ausgesprochen hatten.

Limburg, 15. September. Der Groß Herzog von H essen begab sich heute früh von Wolfsgarten inj das Manövergelände und wohnte dem Manöver der Großh. Hess. (25.) Division bei NiederseltersEisenbach bis gegen 2 Uhr bei. Nach einstündiger Wagen fahrt nach Limburg nahm Se. Königl. Hoheit Absteigquartter imPreußischen Hof."

Vermischtes.

* Hamburg, 17. September. Die streikenden Werftarbeiter begingen die letzten beiden Nächte arge Exzesse gegen Arbeitswillige und die einschrei­tende Polizei, von denen mehrere schwer mißhandelt wur­den. Es wurden gegen 50 Personen verhaftet.

* Eine sensationelle Verhaftung ist in den Tagen des letzten Besuches des Kronprinzen Konstantin von Griechenland beim großherzoglichen Hofe von Baden