Nr. SIS
Mittwoch de« 19 September 15«. Jahrgang 1900
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.
Preis
große
desgl.
für
für
für Kuh „Christel" 1. Preis
Feuilleton.
Snzeigen-BermitttuNs-stell« de« In- und ÄuflUsU»
Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgtye. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., an-wSrIS 20 Pfg.
BMto, V^aitha und Drude* »4»fHx«6e Nr. 7.
»Leda I." Anerkennung Rind Anerkennung und Rind Anerkennung und
H. Fehr zum o. Profeffor der Mathematik ernannt. — Miß Jane Harrison ist für die neu errichtete zweite Professur der klassischen Archäologie an dem Newnham College in Cambridge ausersehen. — Aus Brüssel wird geschrieben: Der belgische Senator Chevalier Desvamps-David wurde znm Generalsekretär des Instituts für Internationales Recht ernannt und der Sitz dieses Instituts gleichzeitig nach Brüssel verlegt. 9
— Zwei Berliner Universitäts-Professoren begingen dieser Tage das 25 jährige Jubiläum ihrer Lehrthätigkeit an der Berliner Hochschule: der Geh. Medizinalrat Profeffor SDr. 6. Senator und der Direktor deS zahnärztlichen Instituts, Profeffor Dr. F. Busch. Geh. Rat Senator ist 1834 In Gnesen geboren, hat in Berlin studiert, und seine Thätig- leit ausschließlich der Berliner Universität gewidmet; Profeffor Busch, 1844 in Elbing geboren, studierte in Jena, Königsberg und Berlin, wo er als Assistenzarzt an Langenbecks Klinik wirkte. Beide Gelehrte wurden am 14. September 1875 zu a. o. Professoren ernannt. — Der Berliner Privatdozent Dr. Helfferich siedelt für den Winter nach Hamburg über, um dort Vorlesungen über Nationalökonomie, Finanzwiffen- schaft und Handelspolitik zu halten. — Der Kathedralpriester und rumänische Prediger an der griechisch,orientalischen Kathedralkirche in Czernowitz, Dr. Stephan S a g h i n, ist zum a.-o. Profeffor der speziellen Dogmatik an der Universität in Czernowitz ernannt worden. — Wie aus Leipzig berichtet wird, ist der o. Honorarprofessor und Direktor des Veterinär-Instituts an der dortigen Universität, Professor Dr. Zürn, im Alter von 65 Jahren gestorben. Professor Zürn, der 27 Jahre in Leipzig thätig gewesen ist, hat sich namentlich auch um die Sache des Tierschutzes große Verdienste erworben.
schätze erleichtern, welche sie ihrer reichen Vergangenheit danken und die noch jetzt den Stolz jedes Italieners, auch des geringsten ausmachen. Durch Signor Marino Vigano, Sekretär der Museen der Brera und des palazzo Poldi- Pozzoli, erhielt ich auf meine Bitte genaue Angaben über das gestohlene Gemälde. Dasselbe wird dem Jacques Torenvltet von Leyden (1641 bis 1719) zugeschrieben, ist auf Kupfer gemalt, soll das Portrait eines Mannes darstellen, der eine Vase in der Hand hielt. Die Höhe beträgt 0,12, die Breite 0,09. Das kleine Gemälde könnte möglicherweise irgendwo zum Verkauf angeboten werden. Es würde mir eine Freude sein, durch diese Mitteilung eventuell zu seiner Auffindung beitragen zu dürfen.
P. Lange.
Mt lepigen zn der «chmttragS für We (sSgeAt* L»ß **$ä*tt*tn ftumacc Ml mo. N
MMMhngee lptkßenS twefrt.
Zuchtvereine Grünberg - Lauter • Weickartshain für Sammlung 2. Preis — 250 Mk.,
Zuchtvereine Heuchelheim - Steinbach - Allendorf für
3. Preis = 150 Mk.
Gießen, den 16. September 1900.
Der Direktor des Kreiszuchtvereins.
Boeckmann.
ZSezugsprel« vierteljährl. Mk. monatlich 76 Pfg. mit Bringerlohn i durch die AbholesteL« vierteljährl. Mk. IX monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljichM mit Bestellgeld.
treffe für Depeschen: Anzeiger chietzg».
Fernsprecher Rr. 5L
Der deutsche Juristeutag.
IV.
Die zweite Plenarversammlung wurde von Präsident o. Stößer (Karlsruhe) eröffnet. Man wendet sich zu der Frage der einheitlichen Ordnung des juristischen Studiums. Es werden nun eine ganze Reihe von Anträgen eingebracht, welche den Zweck haben, die einheitliche Ordnung des Studien- und Prüfungswesens durch das Reich als geboten zu erklären und auch die Möglichkeit einer reichsgesetzlichen Behandlung offen zu lassen. Justizrat Goldschmidt-Berlin erblickt in den gestrigen Beschlüssen einen Widerspruch mit den Beschlüssen des Dresdener Juristentages und zugleich ein Zugeständnis an partikularistische Strömungen, das im Interesse des Reichsgedankens bedauert werden müsse; das Mindeste, wozu man sich aufschwingen müsse, sei das, der Reichsgewalt die Regelung offen zu lassen. Professor Dr. Rosen begründet seinen Antrag und betont, daß das Reich ebenso gut eine juristische Prüfung erlassen könne, wie es eine medizinische erlassen habe. Der Redner bringt noch einen weitern Antrag bezüglich der Frage derZwischen- prüfungen ein und verlangt, daß bei Einrichtung dieser unter allen Umständen die Freizügigkeit der Studenten auf den Universitäten gesichert werden müsse. Rechtsanwalt Dr. Scherer-Mainz spricht gegen die Verlängerung der Studienzeit. Die Beschlüsse lauten: I. Einheitliche Ordnung ist geboten 1. hinsichtlich des Universitätsstudiums a) für seinen wissenschaftlichen Plan, b) für ein Mindestmaß seiner Dauer vo/r sieben Semestern und c) für das Maß 'lier Anforderungen an die erste juristische Prüfung. 2. Hinsichtlich des Vorbereitungs-
tee*R Um »»zeig« ta D-chN ** .Hess, featater M. ^Blätter fte N4- SsiälhmU-
Karl Keil, Grünberg, für Rind und 10 Mk.,
wirb, bis tn den Dezember hinein. Zu den Aufwendungen für die Zwecke der Expedition gehört auch die Herstellung von Kabelverbindungen, die den Nachrichtendienst zwischen der Leitung der Expeditionskuppen und der Heimat erleichtern. Nicht minder gehören zu dieser Aufwendung die Kosten für das Chartern von Dampfern zum Ersatz für die Postdampfer, die ihres Flachgangs wegen vor Taku von der deutschen Marineführung in Anspruch genommen worden sind. Selbstverständlich sind alle diese Ausgaben nur Auslagen, die von China zu erstatten sind. 9
Unrichtig in dieser Darstellung muß die Behauptung sein, daß bei der Begebung der Schatzanweisungen nach Amerika der Reichskanzler jetzt von der Ermächtigung des § 3 des Etatsgesetzes Gebrauch mache. Schatzanweisungen, die auf Grund dieses Paragraphen ausgegeben werden, dürfen nur sechs Monate über den Schluß des Verwaltungsjahres hinaus laufen, während die Umlaufszeit der jetzt ausgegebenen Schatzanweisungen vier und fünf Jahre ist. Bis zum Zusammentritt des Reichstages werden also nach der Schätzung der „Bert. N. Nachr." die 80 Millionen verausgabt sein; dazu kommen die nahezu 30 Millionen, die jetzt schon ausgegeben sind, also zusammen 110 Millionen; wie hoch sich daneben die „buchmäßigen Aufwendungen" belaufen werden, wird nicht angedeutet. Die Einnahmen des Reichs, auch aus Anleihen, dürfen nur zn den Zwecken verwendet werden, wozu der Reichstag sie bewilligt hat. Zum Feldzug in China ist bisher vom Reichstage nichts bewilligt worden. Die Verwunderung darüber, daß die Einholung wenigstens der nachträglichen Genehmigung bis°Mitte November hinauSgeschoben werden soll, wird immer allgemeiner werden. Daß man aber vorerst nicht die geringste Aussicht hat, „alle diese Ausgaben" von China erstattet zu erhalten, bedarf keines weiterrn Beweises.
J'lZimmer, Bingmühle, für Kuh „Betty" Anerkennung und
H. Haas XIH, Steinbach, 10 Mk.,
L. Krämer II., Steinbach,
10 Mk.,
Julius Zimmer, Bingmühle, = 100 Mk.,
Siebener Anzeiger
Henerat-Imzeiger
Chr. Pitz, Lauter, für Kuh „Lotte" Ehrenpreis, Johs. Stein II., Weickartshain, für „Emmy" Anerkennung und 10 Mk.,
L- i^römer II., Steinbach, für Kuh Anerkennung und
I. Zimmer, Bingmühle, für Kuh „Susanne II." Anerkennung und 10 Mk.,
PH. Kröck, Heuchelheim, für Kuh Ehrenpreis = 100 Mk., Wagner, Allendorf, für Kuh Anerkennung und 10 Mk., 10 $itä' ®tünber9' für Kuh »Bertha» Hnetfennuug und
Erstes Blatte
Ei« Bilderdiebstahl in Italien. Eine soeben aus Italien nach Deutschland zuruckgekehrte Dame schreibt uns- Am 26. August, einem Sonntage, an dem der Gratis-Eintritt besonders viele Leute herbeigelockt hatte, war ich in Mai^ land im Museo Poldi-Pozzoli. Eine Amerikanerin hatte sich zu mir gesellt. Wir betrachteten bald gemeinsam bald einzeln die herrlichen Kunstschätze. Plötzlich, als die Dame mich aus ein holländisches Werk in dem kleinen Seitenkabinet des ersten großen Saales aufmerksam machen wollte, entdeckte sie, daß das Gemälde, das sie noch vor -einem Augenblicke bewundert hatte, aus dem Rahmen gestohlen sei. Ich ries sofort den Diener und erstattete Anzeige. Vergeblich durcheilten die bestürzten Leute die ganze Gallerie, vergeblich stellten sie in allen an dem Tage geöffneten Sammlungen Mailands Nachforschungen an: Diebe und Bild waren und blieben verschwunden. Dergleichen schändlicher Mißbrauch ist (vorausgesetzt, daß ein Fremder der Dieb mehr zu beklagen, als die Italiener allen Fremden Pi-ssU Vertrauens entgegenkommen und ihnen durch ihre ^tebenswürdrgkeit auf jede Weise das Studium der Kunst
Politische Tagesschau.
Wie viel kostet der deutsche Feldzug in China? Auf diese Frage suchen die „Berl. Neuest. Nachr." eine Antwort, indem sie sich anscheinend auf Mitteilungen aus amtlichen Kreisen stützen. Sie sind der Meinung, daß „die liquiden Mittel von der Erschöpfung nicht allzu fern find", und führen aus:
Das Reich hat außer den Betriebsmitteln, die den einzelnen Ressorts zugewiesen sind, verfügbare flüssige Fonds in den Überschüssen des Vorjahres, die sich diesmal auf rund 32 Millionen Mark belaufen. Außerdem ist der Reichskanzler durch § 3 des Reichshaushaltgesetzes ermächtigt, zur vorübergehenden Verstärkung des ordentlichen Betriebsfonds der Reichshauptkasse nach Bedarf, jedoch nicht über den Betrag von 175MillionenMk. hinaus, Schatzanweisungen auszugeben. Von dieser Berechtigung wird jetzt Gebrauch gemacht. Selbstverständlich hat der Reichskanzler die Regoziation mit den Reichsschatzanweisungen nicht hinausgezögert, bis die 32 Millionen des vorjährigen Ueberschuffes effektiv ausgegeben waren. Das verbot die Vorsicht, obwohl das Reich auch in diesem Fall noch nicht in Verlegenheit zu kommen brauchte. Wir haben mcht bte golbenen hunbertundzwanzig Millionen Mark im Auge, bte im Juliusturm zu Spanbau lagern, benn bie Verfügbarkeit über diese beginnt erst im Kriegsfall, unb im „Krieg" sinb wir trotz allem unb allem nicht . . . Abgesehen von dem Schatz des Juliuslurms hat das Reich aber zum mindesten die Möglichkeit, noch an Geldern außer den Ueberschüffen des Vorjahres zu verwenden: die den Einzelstaaten zustehenden, von diesen aber nicht abgehobenen und stillschweigend oder verabredetermaßen gestundeten Beträge. Der preußische Staat, der etwa 100 Millionen Mark Überschüsse und für diese keine unmittelbar notwendige Verwendung hat, könnte in natürlicher Bundesfreundlichkeit recht wohl sein Guthaben an das Reich bei diesem einige Zeit stehen lassen. Gleichwohl darf angenommen werden, daß der Reichskanzler die jetzige Maßregel der Ausgabe von verzinslichen Reichsschatzscheinen ergriffen hat, ehe er den eben erwähnten inneren Kredit in Anspruch zu nehmen gezwungen war, d. h. ehe die 32 Millionen Mark des vorjährigen Ueberschuffes thatsächlich verausgabt waren. Es wäre aber ein Irrt urm, wollte man hieraus schließen, daß die seitherigen Aufwendungen hinter 30 Millionen Mark zurückblieben. Denn nicht alle für die Expedition nach China gemachten tatsächlichen Aufwendungen sind mit sofortigen Geldausgaben verknüpft.
Es gießt nicht blos Lieferanten, die an eine längere Zahlungsfrist gebunden sind, es sind auch alte Materialbestände vorhanden, die man jetzt aufbrauchen kann, während ihr Ersatz erst nach und nach in Arbeit gegeben wird. Die Munitionsvorräte und die Lebensmittelkonserven, die nach China gehen, räumen zum Teil mit alten Beständen auf. Aus' ihrer allerdings nicht aufzuschiebenden Erneuerung erwächst kein drängendes Geldbedürfnis. Welche Summen hierbei in Frage kommen, läßt sich nur annähernd abschätzen. Wir haben Ursache zu der Vermutung, daß die Summe des bereits ausgegebenen Geldes unter 30 Millionen Marxist, daß die Summe der sozusagen buchmäßigen Aufwendungen an 40 Millionen Mark heranrückt. Die 80 Millionen Mark, die der Reichskanzler durch Ausgabe von Reichsschatzscheinen bekommt, begrenzen bie Summe ber Aufwenbungen, bie ber Voraussicht nach zur Verausgabung gelangen können ober gelangen werden, bis der Reichstag in der Lage ist, etwa weiter erforderliche Kredite zu bewilligen, das heißt, da der Reichstag wahrscheinlich Mitte November berufen werden
Universität und Hochschule.
„ -..T7 Dem Privatdozenten ber klassischen Archäologie an ber Uni« Titular.Professor Dr. Dessau wurde eine wissenschaftliche Beamtenstelle bei ber kgl. Akademie ber Wissenschaften über-- 7 •2)e^ '0- Prozessor ber analytischen Chemie an ber technischen Hochschule in Wien Dr. Georg Vortmann ist zum o. Profeffor bieses Faches an ber genannten Hochschule ernannt worben. — Man schreibt auä Genf: An ber hiesigen Universität wurde ber Privatbozent
Bekanntmachung.
AmtStage des Großherzoglichen Kreisamts Gieße« betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird
SamStag den 6. Oktober 1900,
von vormittags 9 Uhr an,
«inen AmtStag im Rathaufe zu Grüuberg abhalten und wird den Kreis-Eingesessenen aus den Amtsgerichts-Bezirken Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termine vorzubringen.
Gießen, den 17. September 1900.
G.roßherzogliches Kreisamt Gießen.
। v. Bechtold.
Gießen, den 17. September 1900.
Betr.: Wie vorher.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Grohh. Bürgermeistereien der in den AwtSgerichtsbezirkeu Grüuberg, Homberg und «aubach gelegenen Gemeinden deS Kreises Gietzerr.
Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen lassen.
__________________v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Bei der Landesausstellung zu Darmstadt haben folgende Aussteller unseres Zuchtvereins Preise erhalten:
Gemeinde Beltershain für Bulle „Hauptmann" 1. Preis — 120
Julius Zimmer, Bingmühle, für Bulle „Milian" Anerkennung und 10 Mk.,
Gemeinde Heuchelheim für Bulle „Radetzky" Anerkennung und 10 Mk.,
Theodor Stein, Grünberg, für Rind „Flora" 1. Preis (Ehrenpreis) 100 Mk.,
Ludwig ^öM III., Grünberg, für Rind „Frieda" 1. Preis
I Zimmer, Bingmühle, für Familie 3. Preis = 100 Mk., I- Zimmer, „ für kleine Sammlung 2.
= 150 Mk.,


